Zahnärztliche NewsLetter Nr. 01/2002 / 01.
Januar 2002
Herzlich willkommen bei den ZahnNewsLettern und im Jahr 2002!
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Inhalt:
1.)
"Vor dem
Schlafen, nach dem Essen...." stimmt das noch?
2.)
Fissurenversiegelung - der perfekte Schutz für "junge"
Kauflächen
3.) Ab 2002: Neue Konditionen
beim Kassenwechsel
4.) Zahnspangen - die
Krankenkassen schränken ab 2002 weiter ein
5.)
Reinigung der "Dritten"
6.)
Das
Märchen von der Kostenexplosion
7.) Hanföl - Ess-Gesundheit pur ohne
Rausch
8.) Winterszeit - Erkältungszeit;
Ihr individueller Vitamin-Check
9.) Besorgniserregende
Zahlen? -- Medizinische Behandlungsfehler
10.) Viel Wind um etwas Selbstverständliches
11.) Zum Schluss: Statt eines
Horoskops
**********************************************
1.)
"Vor dem Schlafen, nach dem
Essen...." stimmt das noch?
Putzen wir unsere Zähne richtig?
"....Zähneputzen nicht vergessen!" Dieser Merksatz aus Kindergarten- und
Schulzeiten scheint nach der Auffassung des Berliner Professors Dr. Andrej
Kielbassa (FU) ins Wanken zu geraten. Anlässlich des Berliner Zahnärztetages
räumt er in einem Interview mit der Zeitschrift "Anbiss" mit so mancher
Angewohnheit auf:
"Ist 3 mal täglich Zähneputzen eigentlich inzwischen
passé?"
Prof. Kielbassa: Jein. Prinzipien wissen wir heute, dass 1 x täglich Zähneputzen zur Vorbeugung vor Karies und Parodontitis (Zahnbetterkrankungen) ausreichen. Das praktische Problem: Es müssten tatsächlich ausnahmslos alle Zahnflächen ausreichend gesäubert werden. Das aber ist eigentlich gar nicht immer möglich - man denke nur an die morgendliche Hetze, die oft unzureichenden Möglichkeiten am Arbeitsplatz oder die abendliche Müdigkeit. Wir empfehlen deshalb weiterhin 3 x täg1icnes Zähneputzen und müssen einfach hoffen, dass dabei jede erreichbare Zahnfläche wenigstens einmal am Tag auch erreicht wird.
Wann soll man denn Putzen - vor oder nach dem Essen?
Auch hier gibt es keine eindeutige Antwort.
Karies entsteht durch die von Bakterien gebildeten Säuren. Diese werden
vornehmlich nach dem Essen produziert. Deshalb ist "nach dem Essen Zähneputzen"
sicher für viele Menschen richtig, zumal dabei auch Essensreste entfernt werden.
Abhängig von den individuellen Ernährungsgewohnheiten kann es jedoch besser
sein, die Zähne vor den Mahlzeiten zu putzen. Da dann die Bakterien entfernt
werden, unterbleibt entsprechend ihre schädliche Wirkung.
Vorher Zähneputzen ist immer dann wichtig, wenn zu den Mahlzeiten oder als
Abschluss säurehaltige Lebensmittel gegessen oder getrunken werden, also
Zitrusfrüchte, säurehaltige Obstsäfte oder Soft-Drinks. Diese Säuren erweichen
die Oberfläche der Zahnhartsubstanz. Werden dann gleich die Zähne geputzt, kann
ein kleiner Teil der Zahnhartsubstanz dabei weggeputzt werden. Übrigens können
so auch überempfindliche Zahnhälse entstehen.
[ Quelle:"Anbiss" 36/01 ]
2.)
Fissurenversiegelung - der perfekte Schutz für "junge" Kauflächen
| Die
Kauoberfläche der Backenzähne besteht besonders bei Kindern und Jugendlichen
aus tiefen Grübchen (Fissuren), welche sich mit einer Zahnbürste kaum
reinigen lassen. Hier kann nun in der Zahnarztpraxis nach gründlicher
Säuberung und Vorbehandlung des Zahnes eine Kunststoff-Versiegelung
erfolgen. Wichtig bei dieser Maßnahme ist, dass sie rechtzeitig, bald nach
dem Durchbruch erfolgt: Wenn der Zahn noch völlig gesund oder nur leicht
oberflächlich erkrankt ist. Trotz Versiegelung muss die tägliche
Zahnreinigung beibehalten werden. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen sind
ebenfalls nötig, um Materialbeschädigungen rechtzeitig zu erkennen. Eine intakte Versiegelung verhindert, dass Bakterien in die Zahngrübchen eindringen und darin den Zahn entkalken - dies führt letztendlich zur "Fissurenkaries" und muss durch eine Zahnfüllung behandelt werden. Die Lebensdauer der Versiegelung wird mit 7 bis 10 Jahren angegeben. Nebenwirkungen auf das angewandte Material sind bisher extrem selten und beschränken sich auf weltweit 2 bekannt gewordene Fälle. Die von versch. Gruppierungen aufgestellte Behauptung, dass die Fissurenversiegelungs-Lacke Krebs auslösen können, konnte bisher seriös-wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Nach einer neuen Studie der Universität Greifswald, ist die Versiegelung deutlich wirksamer als eine Fluoridierung des Zahnes. Weiter ist bestätigt, dass Jugendliche mit Fissurenversiegelung nur ca. 50% des DMF-T-Wertes (eine Messzahl für Kariesfolgen) von Jugendlichen ohne Fissurenversiegelung aufweisen. 1997 war nach einer Studie des Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) bei 53% der 12jährigen Deutschen mindestens ein Zahn mit diesem wirksamen Schutz versehen. Entsprechend ist die Auswirkung auf die Mundgesundheit: Der DMFT-Wert lag mit Versiegelung bei 1,3 im Gegensatz zu 2,2 bei den nicht geschützten Zähnen. Nicht angewandt werden kann die F. bei schon bestehender Karies (auch versteckter Karies) an diesem Zahn und in den Fällen, wo keine absolute Trockenlegung möglich ist (z.B. bei Kleinkindern). Die Fissurenversiegelung zählt bei den gesetzlichen Krankenkassen zu den individual- und kariesprophylaktische Leistung und wird als sog. "IP5" bei den 6 -19-jährigen als Sachleistung übernommen. Bei Erwachsenen erscheint eine Fissurenversiegelung nicht mehr sinnvoll: Entweder hat die Fissur schon bis dahin eine Karies bekommen und ist mit einer Füllung versehen, oder der Zahn ist gegen äußere Einflüsse widerstandsfähig. ![]() |
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3.)
Ab 2002: Neue
Konditionen beim Kassenwechsel
Ab Beginn des Jahres 2002 gelten
gesetzlich verordnete Wartefristen beim Wechsel zu einer anderen (preiswerteren)
Gesetzlichen Krankenkasse. Die zum 01.01.2002 in Kraft tretenden Neuregelungen
zum Wechsel der (gesetzlichen) Krankenkasse gewinnen durch die aktuellen
Beitragserhöhungen einer Vielzahl von Kassen - auch der ehemals "billigen"
Betriebskrankenkassen - eine zunehmend aktuelle Bedeutung:
- Für Pflichtversicherte gilt dasselbe Kündigungsverfahren wie für freiwillig
Versicherte.
- Gekündigt werden kann ab Januar jeweils zum Ende des übernächsten Monats.
Beispiel:
Kündigung bis zum 31. Januar bei Kasse A, Mitgliedschaft endet zum 31.03., neue
Kasse (B) ab 01.04.
Die Bindungsfrist an die neue Kasse (B) beträgt 18 Monate (bisher 12 Monate),
Ausnahme: Falls "B" den Beitragssatz erhöht, kann vom Sonderkündigungsrecht mit
einer Frist von drei Monaten Gebrauch gemacht werden.
[Quelle: FreiFax vom 17.12.01 ]
4.)
Zahnspangen - die Krankenkassen schränken ab 2002 weiter ein
Kieferorthopädische Regulierungen
krumm stehender Zähne und falscher Zusammenbisse werden ab diesem Jahr bei Kids
und Jugendlichen in einem Teil der Fälle nicht mehr von den gesetzlichen
Krankenkassen bezahlt.
Herausnehmbare Behandlungsgeräte ("Klammern", "Spangen" und festsitzende
Behandlungsgeräte ("Schneeketten")) - schon fast ein Statussymbol
Heranwachsender - unterliegen ab 2002 einer strengeren Indikation: Weniger
schwere Fälle und kosmetische Korrekturen müssen nun selbst bezahlt werden - da
kommen schnell einmal 1.500 € und mehr zusammen. Grundlage für das geänderte
Verhalten der Krankenkassen sind neue Richtlinien (auf der Basis von "KIG"
= kieferorthopädische Indikationsgruppen), die nur noch "schwerere"
Behandlungsfälle zur 100-Prozent-Leistung der Krankenkassen machen. Hier scheint
schon jetzt ein Streit in Grenzfällen darüber vorprogrammiert, was "schwere" und
was "weniger schwere" Fälle sind, wenn eine medizinische
Behandlungsnotwendigkeit besteht.
Bisher ist aus Fachkreisen zu hören, dass etwa 10 Prozent der Behandlungsfälle
aus der Leistungspflicht der Gesetzlichen durch die neue Verordnung ausgegrenzt
werden.
Hintergrund für das veränderte Verhalten der Gesetzlichen sind die nicht
unerheblichen Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung, welche nicht selten
die Höhe von 3 bis 4 Tausend Euro erreichen. Deshalb wurde auch schon 1993 die
Kostenübernahme bei Erwachsenen (ab 18 Jahren) ganz gestrichen.
[Quelle: Richtlinien des
Bundesausschusses der Zahnärzte und Krankenkassen ]
==>
Indexgruppen im
WWW
5.)
Reinigung der
"Dritten"
|
Auch Zahnersatz und herausnehmbare
kieferorthopädische Behandlungsgeräte ("Klammern") brauchen eine regelmäßige
Pflege! Dies nicht nur aus kosmetischen Gründen - gerade kaum sichtbare
Beläge auf dem Werkstück können die empfindlichen Mundschleimhäute schädigen
und noch vorhandene Zähne angreifen. Es sollte sich von selbst verstehen, dass dabei der Zahnersatz aus dem Mund genommen wird! Zur Reinigung gibt es grundsätzlich zwei Methoden:
Da der Reinigungsvorgang i.d.R. über einem
Waschbecken stattfindet, sollte dieses mit Wasser gefüllt oder mit einem
Handtuch ausgelegt sein: bei einem Entgleiten des Ersatzstückes aus der Hand
werden so Beschädigungen vermieden. |
6.) Das Märchen von der
Kostenexplosion
Auch die jetzige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt enttäuscht im hohen
Maße die Erwartungen, die man in sie bei Ihrer Amtseinführung in Richtung
Reformierung des deutschen Gesundheitswesens gesetzt hatte: Wie ihre Vorgängerin
und die männlichen Ex-Amtskollegen wird nach dem gleichen Strickmuster der
staatlichen Reglementierung und des unterschwelligen Schürens von Neid- und
Hasskomplexen gegen die in den Medizinberufen tätigen vorgegangen, statt an eine
echte Reform des über 100 Jahre alten Sozialsicherungssystems aus der deutschen
Kaiserzeit auch nur ernsthaft zu denken. Jedes "Reförmchen" - auch dieser Name
ist schon eine Übertreibung dessen, was dann wirklich in Richtung notwendiger
Veränderung passiert - wird mit dem Argument einer "Kostenexplosion im
Gesundheitswesen" sanktioniert. Gleichzeitig muss die vermeintliche
Preissteigerung dafür herhalten, dass der Patient wieder ein Stückchen
durchsichtiger wird - der jüngste Arzneimittelpass ist ein überzeugendes
Beispiel dafür.
Anlässlich des Kongresses "Neue Konzepte für Beschäftigung im Gesundheitswesen"
im Dezember 2001 räumt Prof. Dr. Grönemeyer von der Privat Universität
Witten-Herdecke mit dem Märchen der Kostenexplosion auf:
Der bekannte Mediziner bezog sich auf ein neues Gutachten des Deutschen
Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), das im Auftrag des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Technologie erarbeitet worden war. Danach ergibt sich die so
genannte "Explosion" im Gesundheitswesen aus Defiziten auf der Einnahmenseite
etwa durch die Zunahme der Arbeitslosigkeit und mehr Frührentner: "Damit werden
endlich die Schauergeschichten von angeblich ausufernden Gesundheitskosten
gerade gerückt", kommentierte Grönemeyer die Studie. Ausweislich des Gutachtens
seien die Ausgaben für das Gesundheitswesen seit 1975 mit 13,1 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts in etwa konstant geblieben, obwohl eine Reihe
versicherungsfremder Leistungen die Kassen zusätzlich belasteten.
Laut Grönemeyer kann eine Gesundheitsreform, die diesen Namen verdient, nur dann
gelingen, "wenn wir endlich von dieser elenden Kostendebatte wegkommen und der
Nutzen und die Inhalte wieder im Vordergrund stehen." Insbesondere hob
Grönemeyer erneut die Notwendigkeit einer patientenorientierten, liebevollen
Medizin hervor und vor allen Dingen Arbeitsbeschaffung in der
Gesundheitswirtschaft. "Anstelle einer Diskussion über Kostenexplosion sollte es
endlich eine Ideenexplosion geben", forderte Grönemeyer:
- Versicherungsfremde Leistungen aus der Krankenversicherung streichen,
- Arbeitsplatzoffensive in der Gesundheitswirtschaft,
- Konzentration auf Inhalte, statt Formalia oder reine Kostenrechnungen,
- Qualitätsstandards nachprüfbar machen und Weiterbildungspflicht für
Entscheider im Gesundheitswesen,
- Keine Angst vor Wettbewerb unter Krankenkassen, Ärzten oder Krankenhäusern,
- Gesundheits-ADAC einführen: hoher Standard der Grundversorgung,
- Innovative Medizin für alle zugänglich machen,
- Gütesiegel Med. in Germany für deutsche Medizin, Medizintechnik, Pharmazie und
Medizindienstleistungen einführen.
[Quelle:
Institut für Mikrotherapie, Frau Heßler, Tel.: 0234/9780-113
]
7.) Hanföl - Ess-Gesundheit
pur ohne Rausch
Unter den gängigen Speiseölen sind diejenigen aus
ernährungswissenschaftlicher Sicht am wertvollsten, welche einen hohen Anteil an
ungesättigten Fettsäuren aufweisen. Bisher sind Distelöl und kalt gepresstes
Olivenöl als Vertreter mit diesen Eigenschaften bekannt. Das Fettsäurespektrum
von Öl aus Hanfsamen besteht zu 70 bis 80 Prozent aus den wertvollen Linol- und
Linolensäuren; außerdem enthält es viele Phytosterine, welche mit dem
gefährlichen Cholesterin konkurrieren und damit den Blut-Cholesterin-Spiegel
messbar senken können.
Allerdings:
Durch seinen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist Hanföl
relativ anfällig gegenüber einer oxidativen Schädigung. Es sollte daher keinen
sehr hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Zum Braten ist Hanföl also nicht
geeignet. Verwendungsmöglichkeiten ergeben sich vielmehr in der kalten
Küche, beispielsweise für die Zubereitung von Salaten. Eine ganz spezielle
Befürchtung - oder Erwartung - können die Fettforscher allerdings zerstreuen:
Der Genuss von mit Hanföl angemachtem Salat steigt nicht zu Kopf - der
rauscherzeugende Inhaltsstoff ist aus den Hanfsorten, die heute angebaut werden
dürfen, weitestgehend herausgezüchtet.
[ Quelle
: senat@bba.de vom 14.12.01 ]
8.) Winterszeit -
Erkältungszeit; Ihr individueller Vitamin-Check
Bakterien und Viren attackieren im Winter verstärkt unser
Immunsystem und bedrohen unsere Gesundheit. Ohne unsere körpereigenen
Abwehrkräfte wären wir verloren. Das Immunsystem, diese wunderbare Einrichtung
der Natur, schützt uns Tag und Nacht – aber nur solange, wie wir unseren Körper
dabei auch unterstützen. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten sind unsere
Abwehrkräfte durch das gehäufte Auftreten von Erkältungen und Infektionen
besonders stark gefordert. Aber auch Stress, Ärger, Kummer und Sorgen
strapazieren unsere Immunabwehr.
Vitamine sind für das Immunsystem von besonderer Bedeutung, vor allem die
Vitamine A, C, E, B6, B12, Folsäure und Beta-Carotin. Sie aktivieren die für die
Abwehr zuständigen Zellen und helfen auch, Botenstoffe für Immunprozesse
freizusetzen. Allgemein ist bekannt, dass Vitamin C bei Erkältungskrankheiten
hilft. Besonders die weißen Blutkörperchen, die für die Abwehr zuständig sind,
enthalten Vitamin C. Bei Infektionen wird Vitamin C in den weißen Blutkörperchen
aber verbraucht. Eine unzureichende Versorgung mit Vitamin C kann deshalb mit
einer erhöhten Infektanfälligkeit gegenüber Erkältungserkrankungen einhergehen.
Wissenschaftlich belegt ist außerdem, dass ein Vitamin-C-Mangel bestimmte
Reaktionen der Immunabwehr beeinträchtigt. Vitamin E und Beta-Carotin schützen
Ihre Zellen vor aggressiven Sauerstoffverbindungen, den freien Radikalen. Die
B-Komplex Vitamine B6, B12 und Folsäure unterstützen das Immunsystem indem sie
verschiedene Zellen der körpereigenen Abwehr stimulieren.
Wie sieht es nun mit Ihrem persönlichen Vitaminhaushalt aus? Nehmen Sie zuwenig
davon zu sich oder ernähren Sie sich so vielseitig, dass eine
Ernährungsumstellung oder zusätzliche Vitamine aus der Kapsel nicht nötig sind?
Unter der URL: http://sovital.msn.de/cgi/msn.pl?SP=vitagramm-t1 können Sie Ihren persönlichen Vitamin-Check durchführen.
9.) Besorgniserregende Zahlen? -- Medizinische Behandlungsfehler
Die Häufigkeit von Vorwürfen vermuteter medizinischer Behandlungsfehler liegt
bundesweit bei etwa 40.000 pro Jahr. Bei einer durchschnittlichen
Fehleranerkennungsrate von rund 30 Prozent entspricht dies einer Anzahl
anerkannter medizinischer Behandlungsfehler von etwa 12.000 pro Jahr. Das neue
Heft der Gesundheitsberichterstattung des Bundes am Robert Koch-Institut zum
Thema Medizinische Behandlungsfehler gibt einen Überblick über die verschiedenen
Wege, einen Fehlerverdacht klären zu lassen und zu den Häufigkeiten, mit denen
diese Wege beschritten werden. Außerdem werden Fehlerursachen verdeutlicht,
fehlerverursachende Konstellationen analysiert, Möglichkeiten der
Fehlervermeidung aufgezeigt und der aktuelle Stand der einschlägigen
Rechtsprechung skizziert.
Das Robert Koch-Institut, das die Gesundheitsberichterstattung des Bundes in
Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt durchführt, veröffentlicht seit
vergangenem Jahr regelmäßig Themenhefte. Die Themen umfassen alle Bereiche des
Gesundheitswesens. Neben der Information über Gesundheit und Krankheit ist die
Analyse und Identifikation von Handlungsbedarf ein besonderer Schwerpunkte
dieser Reihe. "Die Gesundheitsberichterstattung bietet eine wissenschaftliche
Grundlage für politische Weichenstellungen an", sagt Bärbel-Maria Kurth,
Leiterin der Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung.
Bislang sind die GBE-Hefte Schutzimpfungen, Sterbebegleitung,
Gesundheitsprobleme bei Fernreisen, Armut bei Kindern und Jugendlichen
erschienen. Autoren der Berichte sind renommierte Experten von Hochschulen oder
Institutionen, darunter auch aus dem Robert Koch-Institut selbst. Das GBE-Heft
Medizinische Behandlungsfehler stammt von Martin Hansis vom Medizinischen Dienst
der Spitzenverbände der Krankenkassen und Dieter Hart, Fachbereich
Rechtswissenschaft der Universität Bremen.
Als Behandlungsfehler bezeichnet man eine nicht angemessene, z. B. nicht
sorgfältige, nicht richtige oder nicht zeitgerechte Behandlung. Ein solcher Fall
kann alle Bereiche ärztlicher Tätigkeit (Tun oder Unterlassen) betreffen:
Prophylaxe, Diagnostik, Auswahl des Behandlungsverfahrens, Therapie und
Nachsorge. Er kann rein medizinischen Charakter haben, zum Beispiel die
fehlerhafte Beurteilung eines Befundes, oder sich auf organisatorische Fragen
beziehen, zum Beispiel fehlerhafte Ablaufplanung im Operationssaal oder fehlende
interne Arbeitsanweisungen.
Dabei präsentieren sich organisatorische Defizite unterschiedlichster Art als
offenbar bedeutende, fachunabhängige fehlerverursachende Faktoren. "Sofern es
gelingt, diesen durch qualitätssichernde Maßnahmen beizukommen, müsste sich ein
Gutteil der Fehlervorwürfe bzw. der tatsächlich nachgewiesenen Fehler vermeiden
lassen", folgern die Autoren.
Das GBE-Heft Medizinische Behandlungsfehler kann kostenlos angefordert werden:
Robert Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung, General-Pape-Straße 62 - 66
12101 Berlin, Fax: 01888/754-3513, E-Mail:
gbe@rki.de
10.) Viel Wind um etwas Selbstverständliches
Eindrucksvolle Hülle, so urteilt die Stiftung Warentest zum neusten
Werbefeldzug von Procter&Gamble
Eine neue Zahnpasta soll vor Karies, Zahnstein und Plaquebakterien schützen und
den Zähnen ihr natürliches Weiß zurückgeben. Eine "phänomenale Neuerung"
verspricht Procter & Gamble mit der Zahnpasta blend-a-med Synergy. In einigen
Punkten bleibt der Hersteller den Beweis aber schuldig.
Auf den ersten Blick beeindruckt vor allem die imposant aufwendige Verpackung.
Der Zweikammer-Spender ist gut doppelt so groß wie eine übliche Zahnpastatube.
Der Grund für das bombastische Drumherum: Die Wirkstoffe (Natriumfluorid und
Natriumpolyphosphat) müssen bis zum Gebrauch - in zwei Kammern - getrennt
gehalten werden. Längere Zeit zusammen in einer Tube würde beide Substanzen
inaktivieren, behauptet der Hersteller. Erst wenn sich durch Druck auf den
Deckel des Spenders beide Komponenten mischen, ist die Zahncreme gebrauchsfertig
und
kommt blau-weiß gestreift aus der Tülle.
Wir haben uns diese Zahnpasta einmal näher angeschaut, unter anderem den
Fluoridgehalt gemessen und die Reinigungswirkung bestimmt. Dabei legten wir
unsere üblichen Testmaßstäbe an. Und in der Tat: blend-a-med Synergy reinigt
"gut" und bringt die Zähne dem natürlichen Weiß wieder näher, indem sie
Verfärbungen entfernt. Die kariesvorbeugenden Eigenschaften durch Fluorid sind
sogar "sehr gut". Wir zweifeln auch die zahnsteinhemmende Wirkung nicht an.
Damit ist sie genauso gut wie etliche andere Zahncremes, die wir in den letzten
Jahren getestet haben.
Darüber hinaus verspricht blend-a-med Synergy aber eine besondere, neuartige
Wirkung. Die enthaltenen Substanzen sollen eine Schutzschicht auf der
Zahnoberfläche gegen Zahnstein und Plaquebakterien bilden. Hier ist Skepsis
angesagt: Wir haben keine Studie gefunden, die diese Wirkungsweise der
Inhaltsstoffe belegen würde.
Was bleibt unterm Strich? Blend-a-med Synergy ist eine gute Zahnpasta. In ihren
positiven Eigenschaften ist sie jedoch nicht besser als etliche andere.
[ Quelle: Stiftung Warentest, 21.12.01]
11.) Zum Schluss: Statt eines Horoskops für 2002
Nimm die Dinge, die auf dich zukommen, als das, was
sie sind: Es sind Ergebnisse. Zwischenergebnisse wohlgemerkt. Das Endergebnis
kann anders aussehen.
Wenn wir uns eine glückliche Zukunft nicht einmal vorstellen können - wie
sollten wir sie dann erreichen?
Früher sagte man mir: "Nicht für die Schule - für das Leben lernen wir." Heute
weiß ich: "Das Leben ist die Schule!"
Die ZahnNewsLetter-Redaktion schließt sich diesen Feststellungen an und hofft, dass Ihre Vorsätze zumindest bis zum nächsten NewsLetter halten.
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