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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
01/2008/ 1. Januar 2008
"Trotz der Konjunkturerholung und der wachsenden Beschäftigung in
Deutschland können die Kassenpatienten 2008 nicht auf sinkende Beitragssätze
hoffen. Der Vorstandsvorsitzende der Barmer Krankenkasse (BEK),
sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", es gebe trotz eines erwarteten
Überschusses für die Kassen von drei Milliarden Euro keinen Spielraum für eine
Beitragssenkung. «Die Beschäftigung schlägt sich nicht in gewünschtem Maße auf
den Beitragssatz nieder, denn es handelt sich vielfach um Tätigkeiten im
Niedriglohnsektor», erläuterte er. Und der Vorstandschef der Techniker
Krankenkasse setzt noch eins drauf: "Ab 2009 wird Gesundheit für alle durch die
Bank teurer."
Zudem öffne sich die Schere weiter zwischen
Einnahmen und Ausgaben, sagte der Chef der BEK. Er beklagte zudem eine mangelnde
Bereitschaft in der Gesellschaft zu gesundheitsbewusstem Verhalten und Sport:
"Die besser Gebildeten erreicht man mit kleinen finanziellen Anreizen - andere
kaum oder gar nicht", sagte er." (aus zahn-online / FVDZ)
Für das Jahr 2008 wünschen wir Ihnen eine stabile (Zahn-)Gesundheit,
Erfolg und Glück!
Ihre ZahnNewsLetter Redaktion
Inhalt
1.)
Zahnimplantate: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
2.)
Kieferknochen im Test - Ultraschall sagt Halt von Zahnimplantat
vorher
3.) Zahnerosion für viele
ein Fremdwort
4.) Durch Augenbewegung Angst vorm Zahnarzt
überwinden
5.)
Zahnlücken störender als
Fehlstellungen?
6.)
Vorsorgeuntersuchungen - Deutsche BKK und KKH preschen vor
7.)
Blutdruck messen: links oder rechts?
8.)
Das Geheimnis des Sattwerdens -
Kleine Tricks mit großer Wirkung
9.)
Infos für Ärzte muslimischer
Patienten
10.)
Wissen, wo es herkommt - Neue
Kennzeichnung für Obst und Gemüse
11.)
Zum Schluss: Wider die Heilsbotschaften
der Gesundheitsapostel
1.)
Zahnimplantate: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Geht ein Zahn verloren - ob durch einen Unfall oder weil er gezogen werden
muss - wünschen sich die Patienten verständlicherweise schnellen Ersatz. Vor
allem in der sogenannten "ästhetischen Zone", also im vorderen Bereich von Ober-
und Unterkiefer, ist eine Zahnlücke unangenehm. In solchen Fällen ist ein
Zahnimplantat, bei dem der Zahnersatz auf einer implantierten Titanwurzel
verankert wird, eine Alternative zur konventionellen prothetischen Versorgung,
bei der gesunde Nachbarzähne beschliffen werden müssen, um eine Brücke zu
verankern.
Noch vor wenigen Jahren warteten Zahnärzte nach einem Zahnverlust mindestens
sechs Monate bis sie die künstliche Zahnwurzel einpflanzten. Inzwischen sind
sich die Experten einig, dass diese sogenannte Spätimplantation nur noch dann
sinnvoll ist, wenn das umgebende Gewebe, also Kieferknochen und Zahnfleisch,
massiv traumatisiert ist und zunächst aufgebaut werden muss oder wenn eine
ausgeprägte Entzündung (Parodontitis) vorliegt. In allen anderen Fällen kann das
Implantat entweder sofort oder binnen sechs Wochen eingepflanzt werden.
Sowohl bei der Sofortimplantation als auch bei der "verzögerten
Sofortimplantation" binnen sechs Wochen können sich die Erfolgsraten der
Implantologen sehen lassen, berichten Experten auf einer gemeinsamen Tagung der
deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Implantologie
in Wien. Studien belegen, dass rund 90 bis 95 Prozent aller Implantate nach fünf
bis zehn Jahren noch unversehrt an ihrem Platz sind. Gleichwohl können die
ästhetischen Behandlungsergebnisse bei den beiden Formen der Sofortimplantation
unterschiedlich ausfallen. Umbauprozesse von Hart- und Weichgewebe können
während der Heilung dazu führen, dass das ästhetische Ergebnis bei einer
Sofortimplantation nicht in allen Fällen höchsten Ansprüchen genügt. "Die
Sofortimplantation empfehlen wir daher nur dann, wenn das Zahnfach weitgehend
unbeschädigt ist und keine Entzündungen vorliegen", erklärt DGI-Präsident
Professor Günter Dhom (Ludwigshafen). Dann kann die Titanwurzel sofort in das
bestehende Zahnfach eingepflanzt werden. Bei dem Eingriff entscheidet der
Zahnarzt, ob das Implantat so fest sitzt, dass ein Provisorium direkt auf der
Titanwurzel verankert werden kann oder ob die Lücke zunächst durch eine andere
vorübergehende Versorgung geschlossen wird, damit das Implantat im Knochen
sicher einheilen kann.
Bei einer verzögerten Sofortimplantation wird die künstliche Zahnwurzel erst
dann eingesetzt, wenn das Zahnfleisch abgeheilt ist und wesentliche
Umbauprozesse erkennbar sind. "Dies ermöglicht uns, das ästhetische Ergebnis
besser abzuschätzen", erklärt Dhom.
[ ©
PM der
http://www.dgi-ev.de/ ]
Basics: Implantat
im
Zahnlexikon-Online
2.)
Kieferknochen im Test - Ultraschall sagt Halt von Zahnimplantat
vorher
Mit einem neuen Ultraschalltest könnten Ärzte
zukünftig die Qualität des Kieferknochens prüfen, um den Erfolg
einer Zahnimplantation vorherzusagen. Dies zeigen aktuelle
tierexperimentelle Untersuchungen anhand großer Treffsicherheit. Die
Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
bewertet das Verfahren als viel versprechenden Ansatz für die
kieferchirurgische Praxis.
Ob künstliche Zähne sich langfristig im Kiefer verankern lassen,
hängt vor allem vom Zustand des Knochens ab: Im vorderen Bereich des
Unterkiefers sind die Bedingungen meist ideal. Doch im Oberkiefer ist der
Knochen von Natur aus weniger dicht. Ob hier ein Implantat hält, spürt der
Zahnarzt oft erst beim Bohren oder wenn er das Gewinde für das Implantat in den
Knochen schneidet. Und auch dieser Eindruck kann trügen: “Es fehlt eine
verlässliche Methode, um schon vor dem zahnärztlichen Eingriff den Erfolg einer
Zahnimplantation vorherzusagen”, sagt Professor Dr. med. Dr. med. dent. Robert
Sader von der Klinik für Kiefer- u. Plastische Gesichtschirurgie am
Universitätsklinikum Frankfurt.
Eine Lösung bietet laut DEGUM die Bestimmung der Dichte des Knochens mittels
Ultraschall. Denn die Ausbreitung von Ultraschallwellen im Knochengewebe hängt
von dessen Dichte ab: Je stabiler der Knochen, desto schneller durchdringen ihn
die Wellen. “In der Diagnostik der Osteoporose wird diese Messung der
Ultraschall-Transmissionsgeschwindigkeit (UTG) bereits mit Erfolg eingesetzt”,
berichtet Professor Sader.
[ ©
PM der
DEGUM ]
Basics:
Knochendichte und weitere Fachausdrücke
im
Zahnlexikon-Online
3.)
Zahnerosion für viele ein Fremdwort
Das Wissen über Zahnerosion in der Bevölkerung ist
lückenhaft bis unzureichend: 42 Prozent wissen mit dem Begriff
überhaupt nichts anzufangen, wie eine aktuelle Umfrage des
Meinungsforschungsinstituts TNS/Infratest ergeben hat.
Im Auftrag der Sensodyne®-Forschung wurden 679 Personen zwischen 20
und 60 Jahren zum Thema Zahnerosion befragt. Ermittelt wurde das
Wissen über die vorzeitige Zahnsubstanzabnutzung und häusliche
Prophylaxemöglichkeiten. Außerdem wurde die Bereitschaft erfragt,
Zahncremes zu verwenden, die gezielt gegen den Verlust von
Zahnsubstanz vorgehen. Auch bei der Diagnose scheint es laut Umfrage
große Defizite zu geben. Obwohl allein in der Altersgruppe der 46-
bis 50-Jährigen 43 Prozent von einer Erosion der Kauflächen
betroffen sind, wurde bei 88 Prozent der Befragten noch keine
Zahnerosion diagnostiziert. Nicht verwunderlich, da im
Anfangsstadium die Zahnsubstanz beschwerdefrei und unbemerkt
abgetragen beziehungsweise aufgelöst wird. 89 Prozent der Fälle
lassen sich auf die geänderten Ernährungsgewohnheiten in den
westlichen Industrieländern zurückführen. Der häufige Konsum von
Softdrinks bei Kindern und Jugendlichen sowie der beständige Verzehr
von Zitrusfrüchten und Salaten mit essighaltigem Dressing
begünstigen den säurebedingten Zahnschmelzabbau.
Auch der Trend zu mehreren kleinen Mahlzeiten setzt die Zähne häufiger einem
Säureangriff aus. Fehlannahmen und Irrtümer sind hier weit verbreitet: So
glauben 46 Prozent, dieses Ernährungsverhalten beuge Zahnerosion vor. Neben den
Ernährungsgewohnheiten kann auch die Mundhygiene zum Problem Zahnerosion
beitragen. Unmittelbares Zähneputzen nach dem Genuss von säurehaltigen
Lebensmitteln kann den erweichten Zahnschmelz leichter abtragen. 71 Prozent der
Befragten sind sich dessen nicht bewusst. Häufig wird Zahnerosion mit Karies
verwechselt: 83 Prozent sind der Ansicht, die im Zahnbelag vorkommenden
Bakterien und hoher Konsum von Zucker führen zu Zahnschmelzabbau. Bakterien
spielen hier keine Rolle, sondern lediglich der direkte Kontakt mit Säuren. Ein
weiterer fataler Irrtum besteht in der Annahme, abgebauter Zahnschmelz lasse
sich wieder aufbauen: 43 Prozent glauben daran, obwohl die Krankheit
irreversibel ist. "Diese ernüchternden Ergebnisse sind für uns Motivation und
Herausforderung, mit Nachdruck über das Problem der Zahnerosion in der
Bevölkerung aufzuklären und wirksame Präventionsmaßnahmen zu fördern", erklärt
Dr. Frank Gonser, Zahnmediziner und wissenschaftlicher Experte aus Bühl.
Auch die Verwendung von hochkonzentriertem Fluoridgelée spielt nur für wenige
eine Rolle bei der Mundhygiene: Gerade einmal 18 Prozent der Befragten benutzen
das apothekenpflichtige Produkt, während 83 Prozent darauf verzichten. Dabei
können diese Gelées den Zahnschmelz härten und ihn damit vor Säureattacken
schützen. Die zugeführten Fluoridionen fördern einerseits die Einlagerung von
Kalzium- und Phosphationen in das Kristallgitter des Zahnschmelzes, andererseits
bilden die Fluoride mit den vorhandenen Kalziumionen an der Zahnoberfläche eine
Kalziumfluoridschicht. Diese stellt eine Art Säureschutzschild dar, das die
Zahnoberfläche bedeckt und den Zahn so vor dem Verlust von Mineralien aus dem
Zahnschmelz (Demineralisation) bewahrt.
[
©
PM der GlaxoSmithKline Consumer Healthcare;
jaretz@dkcommunications.de ]
Basics: erosionsbedingte
Zahnschäden im
Zahnlexikon-Online
4.)
Durch Augenbewegung
Angst vorm Zahnarzt überwinden
Endlich wieder zum Zahnarzt gehen zu können, das ist das Behandlungsziel
einer Studie, die der Bereich Psychosomatik in der Zahnheilkunde an der
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikum Münster (UKM)
durchführt.
Circa 11 Prozent der Bevölkerung leiden unter einer so genannten
Zahnbehandlungsphobie. "Studien belegen, dass wir bei einem Großteil der
Betroffenen eine solche Phobie mit drei bis vier psychotherapeutischen Sitzungen
zumindest erheblich lindern können, so dass eine Zahnarztbehandlung für die
Betroffenen wieder möglich wird", erklärt Universitätsprofessor Dr. Stephan
Doering, Psychosomatiker und wissenschaftlicher Leiter der Studie.
Wissenschaftler fanden heraus, dass Patienten mit einer krankhaften Angst vor
der Zahnbehandlung sehr oft eine für sie belastende Situation bei einem
Zahnarztbesuch - meist in der Kindheit - erlebt haben. Darüber hinaus zeigt ein
Teil der Betroffenen einige der Symptome, die auch Menschen mit einer
posttraumatischen Belastungsstörung haben. Diese Menschen leiden unter
Alpträumen, die Erinnerung an die traumatisierende Situation läuft plötzlich und
unkontrolliert immer wieder vor dem inneren Auge ab, Reizbarkeit und
Ängstlichkeit verstärken sich über die Jahre. Die Folge: Alles, was mit der
Belastung zu tun hat, wird vermieden. Relativ erfolgreich behandelbar sind
solche Traumaerfahrungen mittels EMDR-Therapie. Dabei geht es darum, die beiden
Gehirnhälften mittels Augenbewegungen abwechselnd zu stimulieren, nachdem zuvor
die traumatischen Erinnerungen hervorgerufen wurden.
Und genau diese Form der Traumabehandlung, die seit Kurzem als
psychotherapeutisches Verfahren von den Krankenkassen anerkannt ist, machen sich
die Wissenschaftler am UKM jetzt zunutze. Denn was Traumapatienten hilft, könnte
auch bei Zahnbehandlungsphobie wirken. Untersuchungen in Holland haben gezeigt,
dass bei den dortigen Patienten die Dramatik der inneren Bilder nachließ, Angst
und Panik bauten sich ab, die Vorstellung, zum Zahnarzt zu gehen, verlor schon
während der Behandlung an Schrecken. In Münster erwartet man ähnliche
Ergebnisse. Nach Abschluss der Behandlung steht ein Besuch in der Zahnklinik an,
bei dem eine Zahnreinigung erfolgt. Danach kann - falls nötig - die weitere
Zahnbehandlung wieder beim Hauszahnarzt erfolgen.
[
©: zahn-online / FVDZ
]
Basics: Angst
im
Zahnlexikon-Online
5.)
Zahnlücken störender
als Fehlstellungen?
Auch das schönste Gesicht wirkt kaum noch attraktiv, wenn plötzlich deutliche
Zahnschäden zu sehen sind. Aber welche Schäden werden von der Bevölkerung am
wenigsten akzeptiert – sichtbare Verfärbungen, Zahnfehlstellungen oder Karies?
Die Initiative proDente wollte es genau wissen und befragte über 400
Versicherte. Resultat: Die Zahnlücke stört den optischen Eindruck am stärksten.
Diese Auffassung vertraten 90 Prozent der Befragten.
Rund 60 Prozent empfinden demnach auch sichtbare Karies als sehr störend. Auf
Platz drei folgen Verfärbungen (47 Prozent). Fehlstellungen bei anderen Menschen
finden 46 Prozent der Befragten unästhetisch. Sieben Prozent gaben an, dass
Zahnschäden prinzipiell nicht störend seien.
[
aus zänd ]
6.)
Vorsorgeuntersuchungen
- Deutsche BKK und KKH preschen vor
Die Deutsche BKK und die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) bieten
versicherten Eltern für ihre Kinder ab 2008 drei neue
Vorsorgeuntersuchungen an. Bis zu 80.000 Kinder sollen von diesem
Angebot profitieren. Beide Kassen schlossen dazu einen Vertrag mit
dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Kinder- und
Jugendärzte erhalten für jede der Untersuchungen 50 Euro, davon 15
Euro für die Dokumentation.
Die neuen Vorsorgeleistungen U7a, U10 und U11 sollen die bestehenden
Lücken bei Früherkennungsuntersuchungen für gesetzlich versicherte
Kinder zwischen dem zweiten und vierten sowie dem fünften und
zwölften Lebensjahr schließen.
Zudem richten sie ein besonderes Augenmerk auf heute häufige
Entwicklungsstörungen wie Allergien, Verhaltensauffälligkeiten oder
Übergewicht, erläuterte KKH-Vorstandsvorsitzender Ingo Kailuweit.
Nach Meinung des Chefs der Deutschen BKK Ralf Sjuts sind die
Zeitpunkte so gewählt, dass alterstypische Störungen vermieden
werden können.
BVKJ-Präsident Dr. Wolfram Hartmann forderte andere Kassen auf, dem
Beispiel zu folgen. Er warf den Kassen im Gemeinsamen
Bundesausschuss vor, sie blockierten eine Ausweitung des Angebotes
an Früherkennungsuntersuchungen.
Mit Blick auf den Rechtsanspruch privat versicherter Kinder auf
jährliche Untersuchungen zwischen dem zweiten und 14. Lebensjahr
sprach er von einer "Zweiklassenmedizin."
[
©
zm-online ]
Basics: Basics: FU-Positionen
im
Zahnlexikon-Online
7.)
Blutdruck messen: links oder rechts?
Nicht wenige Menschen haben unterschiedlich hohe Blutdruckwerte
zwischen rechtem und linkem Arm. Experten raten daher zu einer
Vergleichsmessung an beiden Armen. Wird ein Messunterschied von mehr als
10 mmHg festgestellt, sollte die Messung stets am Arm mit den höheren
Werten erfolgen.
Geringe Blutdruckdifferenzen bis zu 10 mmHg zwischen beiden Oberarmen
haben keine krankhafte Bedeutung und kommen auch bei gesunden Menschen
häufiger vor. Die Unterschiede sind meist durch eine unterschiedliche
Muskeldichte oder Spannung der Muskulatur der Oberarme bedingt. Größere
Messunterschiede zwischen den Armen können dagegen auf anatomische oder
pathologische Besonderheiten hinweisen. Der Verdacht liegt dann nahe,
dass zuführende Arterien auf der Seite mit den niedrigeren Werten
verengt sind. Patienten sollten in diesem Fall ihren Arzt aufsuchen und
die genauen Ursachen abklären lassen.
Die richtige Messtechnik
Kaum eine physiologische Größe schwankt im Verlauf eines Tages stärker als
der Blutdruck. Um die Messwerte miteinander vergleichen zu können, sollten die
Messungen daher immer zur selben Zeit und unter vergleichbaren Bedingungen
erfolgen. Am besten misst man auf einem unbekleideten Arm, allenfalls ein
leichtes Hemd kann anbehalten werden. Beim Hochkrempeln der Ärmel sollte es
jedoch keinen stauenden Wulst geben. Die wichtigste Regel lautet aber: Vor dem
Messen Pause machen und einige Minuten entspannen, denn jede Anstrengung oder
Aufregung treibt den Blutdruck kurzfristig in die Höhe.
Neben der Qualität des Messgerätes entscheidet vor allem die richtige
Messtechnik über aussagekräftige Werte. "Da zu Weihnachten wieder viele
Blutdruckmessgeräte verschenkt werden, möchten wir auf die richtige Technik beim
Messen hinweisen", so Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der
DeutschenSeniorenliga, "andernfalls besteht die Gefahr, dass die Geschenke ihren
Zweck verfehlen"
Broschüre und Video
Ein neues Video auf
www.dsl-bluthochdruck.de zeigt, was man beim Blutdruck messen beachten
sollte. Tipps für die richtige Messtechnik gibt auch die Broschüre
"Bluthochdruck natürlich senken" der Deutschen Seniorenliga. Sie hat die
wichtigsten Informationen zu Ursachen, Risiken und Vorbeugung von Bluthochdruck
zusammengestellt und erklärt, wie man selber durch ausgewogene Ernährung und
ausreichend Bewegung vorsorgen und oft auch bestehenden Beschwerden
entgegenwirken kann. Der Ratgeber ist kostenfrei und kann schriftlich bei der
DSL, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn oder im Internet unter
www.dsl-bluthochdruck.de bestellt werden.
[
Kontakt: Monika Wohlert, Deutsche
Seniorenliga e.V., E-Mail:
wohlert@medcominternational.de
]
8.)
Das Geheimnis des Sattwerdens - Kleine Tricks mit großer Wirkung
Jeder kennt das Gefühl, Hunger zu haben. Doch es besteht
ein entscheidender Unterschied zwischen Hunger und Appetit. Das
Verlangen nach einem bestimmten Gericht oder einer Süßigkeit hat mit dem
echten Hunger nichts zu tun. Es ist vielmehr eine Art Reflex - häufig
ausgelöst durch äußere Reize wie zum Beispiel Werbung oder Düfte. Hunger
hingegen ist ein lebenswichtiges Signal des Körpers, wenn er nach
Nährstoffen verlangt. Er wird zum Beispiel dann ausgelöst, wenn der
Blutzuckerspiegel unter einen bestimmten Wert sinkt. Wer dieses
Bedürfnis übergeht, wird schnell unruhig und unkonzentriert. Dauerhafter
Hunger führt sogar zu Gesundheitsschäden.
In unserer Überflussgesellschaft ist dieses Problem aber in der Regel
nicht vorhanden. Menschen essen häufig aus Lust. Anders als Tiere oder
Säuglinge können viele Menschen nicht aufhören zu essen, obwohl sie satt
sind.
Doch wie wird man eigentlich satt? Wer satt werden will, muss
Nahrungsmittel zu sich nehmen, die ein großes Volumen haben wie zum
Beispiel Salat oder Vollkornprodukte. Denn eine gedehnte Magenwand
beseitigt das Hungergefühl. Der zweite wichtige Faktor für ein
anhaltendes Sättigungsgefühl ist die Zusammensetzung der Nahrung.
Proteine garantieren eine lang anhaltende Sättigung, Kohlenhydrate
hingegen machen zwar schnell, dafür aber weniger dauerhaft satt. Das
Geheimnis ist die richtige Mischung: Viel Gemüse oder Salat kombiniert
mit Vollkornnudeln und magerem Fleisch oder Fisch macht lange satt und
liefert wenig Fett. Wer abnehmen will, sollte vor allem regelmäßig
essen. Denn wer Mahlzeiten auslässt, verspürt früher oder später einen
unbändigen Heißhunger. Dann greift er besonders gerne zu fett- und
zuckerreichen Speisen und die Hungerkur ist zu Ende.
Wissenschaftliche Studien belegen, dass regelmäßige Mahlzeiten helfen,
abzunehmen. Drei Hauptmahlzeiten und ein bis zwei kleinere
Zwischenmahlzeiten zu festen Zeiten reichen aus. Also kleine Mahlzeiten
zwischendurch einplanen und sich darauf vorbereiten, indem zum Beispiel
Obst oder ein belegtes Vollkornbrot bereit liegen. Essen Sie bewusst.
Schalten Sie das Telefon und den Fernseher aus. Das trägt dazu bei,
Essen als sinnliches Erlebnis wahrzunehmen. Dazu gehört auch, kleine
Bissen zu nehmen und lange zu kauen. Der Körper benötigt 20 Minuten, bis
sich ein Sättigungsgefühl einstellt. Wer sein Essen schnell
herunterschlingt, isst deshalb oft mehr als er braucht.
[ ©: PM
aid ]
Basics:
Ernährungsempfehlungen aus zahnärztlicher Sicht im
Zahnlexikon-Online
9.)
Infos für Ärzte muslimischer Patienten
In der Medizin gehören Begegnungen mit Patienten aus anderen Kulturen zur
alltäglichen Praxis. Ein neues Wissensportal der Johannes Gutenberg-Universität
Mainz zum Thema "Kultur und Gesundheit" soll helfen, Barrieren zu überwinden.
Das Internetportal, das bei einem Forschungsprojekt über die Versorgung
muslimischer Patienten im deutschen Gesundheitswesen entstand, soll Ärzte über
die islamische Glaubenspraxis aufklären und damit zum besseren Verständnis für
ihre Patienten beitragen.
"Wir haben festgestellt, dass eine enorme Wissenslücke über die kulturellen und
religiösen Hintergründe von muslimischen Patienten besteht. Aber die Ärzte
können schließlich nicht alles wissen", erklärt Projektleiter Ilhan Ilkilic. In
der Bundesrepublik leben nach Angaben des Zentralrats der Muslime in Deutschland
(ZMD) rund 3,2 Millionen Muslime. Daher sollten Ärzte und angehende Mediziner
besser auf den täglichen Umgang mit muslimischen Patienten vorbereitet werden.
Die Nachfrage nach dem Internetportal sei sehr hoch, innerhalb von zwei Monaten
sei die Seite von mehr als 5.000 Nutzern aus 35 Ländern aufgerufen worden, sagt
Ilkilic.
WebSite:
http://www.kultur-gesundheit.de/
[ ©:
PM von zm-online ]
10.)
Wissen, wo es herkommt - Neue Kennzeichnung für Obst und Gemüse
Einkaufen wird wieder ein Stück transparenter: Ab 1. Januar 2008 muss auf
allen Obst- und Gemüsearten das Ursprungsland angegeben werden. Diese
Kennzeichnungspflicht galt bisher nur für Obst und Gemüse, das den
EG-Vermarktungsnormen unterlag. Dazu gehörten zum Beispiel Äpfel, Blumenkohl,
Paprika oder Spinat. Die kommende EU-weite Kennzeichnung verbessert die
Möglichkeiten der Verbraucher, ihre Lebensmittel nach deren Herkunft
auszuwählen. Muss zum Beispiel Brokkoli aus Ägypten auf dem Teller liegen, wenn
es auch einheimisches Gemüse gibt? Die Wahlfreiheit liegt jetzt in der Hand des
Käufers.
Detailvorschriften gibt es momentan allerdings noch nicht. So kann auf dem
Etikett zum Beispiel stehen "Isr. Thymian" oder "Chinakohl aus Spanien". In
jedem Fall muss das Ursprungsland eindeutig hervorgehen. Das Bundesministerium
für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz empfiehlt den Händlern, die
Herkunft auf dem Kennzeichnungsfeld der jeweiligen Verpackung anzugeben.
[
©:
aid, Franziska Röseberg ]
11.)
Zum Schluss: Wider die Heilsbotschaften der Gesundheitsapostel
Tu dies, lasse jenes, bleib' um alles in der Welt gesund: Immer mehr
"Gläubige" lassen sich in den Bann ziehen von Heilsbotschaften, die
selbst ernannte Priester, Apostel und Gesundheitspäpste - oft
wohlwollend unterstützt von Massenmedien - öffentlich verkünden. Das
Ergebnis ist aus Sicht von Manfred Lütz wenig überzeugend: "Die Leute
rennen durch die Wälder, essen Körner und Schrecklicheres, und sterben
dann doch."
Lütz ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Nervenarzt, Theologe,
Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln, ein Buchautor und souveräner
Schreiber, der locker formulieren kann, der mal bissig-ironisch, mal
sympathisch-freundlich Menschen den Spiegel vorhält, die Gefahr laufen, dem
Gesundheitswahn zu verfallen. Vor Jahren hat er mit seinem Buch "Lebenslust" für
Aufsehen gesorgt, jetzt ist die Fortsetzung, dieses Buches erschienen.
Wenn Lütz Menschen beschreibt, die aus seiner Sicht dem Gesundheitswahn auf den
Leim gegangen sind, dann liest sich das zum Beispiel so: "Manch 70-jähriger
ewige Gigolo duzt inzwischen seinen Schönheitschirurgen und fällt immer wieder
unangenehm bei der Beerdigung von Gleichaltrigen auf, weil er am Grab das
einoperierte Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht bekommt. Da kann man leider
nichts machen..."
Der peinliche Gigolo, Marionette einer Weltanschauung, die im Kern davon
ausgeht, dass "Gesundheit das höchste Gut" sei: Diese in Deutschland bei jeder
passenden und unpassenden Gelegenheit formulierte Botschaft erscheint Lütz
hochgradig suspekt. Gesundheit - das höchste Gut? Politisch würde diese
Botschaft, wenn man sie nur einen Moment lang ganz ernst nähme, zum sofortigen
Zusammenbruch der finanziellen Grundlagen unserer Gesellschaft führen, sagt er.
Denn wenn es wirklich so wäre, argumentiert Lütz, dann müssten maximale
Diagnostik und maximale Therapie für jeden einzelnen Menschen absolutes und
nicht diskutierbares Recht sein.
Die "völlig irrwitzige religiöse Aufladung des Gesundheitsbegriffs" - so Lütz -
führe dazu, dass jeder Appell, im Bereich der Gesundheit Aufwendungen zu
reduzieren, "geradezu gotteslästerlich klinge". Die Konsequenz: "Sobald Sie als
Politiker sagen, was im Einzelnen medizinisch notwendig ist - und infolgedessen
auch, was nicht (!) medizinisch notwendig ist -, sind Sie nicht mehr wählbar."
Wie aber sehen sie aus, mögliche Auswege aus diesem Dilemma? Die Medizin muss
entlastet werden - von allen überzogenen Heilserwartungen, fordert der Autor.
Seine überzeugend entwickelte Botschaft: Lebenskunst ist, Behinderung,
Schmerzen, Krankheit und Leiden nicht als Defizite zu betrachten. Gelassener
bleiben, der Welt gelassen zustimmen, darauf kommt es an. Lütz: "Gesund ist, wer
mit seinen Einschränkungen glücklich leben kann."
Manfred Lütz: "Das Leben kann so leicht sein". Carl Auer Verlag, Heidelberg,
2007, 140 Seiten, 12,95 Euro.
[
©:
gekürzt nach einer Buchbesprechung ]
Direkter
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