Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 01/2008/ 1. Januar 2008

"Trotz der Konjunkturerholung und der wachsenden Beschäftigung in Deutschland können die Kassenpatienten 2008 nicht auf sinkende Beitragssätze hoffen. Der Vorstandsvorsitzende der Barmer Krankenkasse (BEK), sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", es gebe trotz eines erwarteten Überschusses für die Kassen von drei Milliarden Euro keinen Spielraum für eine Beitragssenkung. «Die Beschäftigung schlägt sich nicht in gewünschtem Maße auf den Beitragssatz nieder, denn es handelt sich vielfach um Tätigkeiten im Niedriglohnsektor», erläuterte er. Und der Vorstandschef der Techniker Krankenkasse setzt noch eins drauf: "Ab 2009 wird Gesundheit für alle durch die Bank teurer."
Zudem öffne sich die Schere weiter zwischen Einnahmen und Ausgaben, sagte der Chef der BEK. Er beklagte zudem eine mangelnde Bereitschaft in der Gesellschaft zu gesundheitsbewusstem Verhalten und Sport: "Die besser Gebildeten erreicht man mit kleinen finanziellen Anreizen - andere kaum oder gar nicht", sagte er." (aus zahn-online / FVDZ)

Für das Jahr 2008 wünschen wir Ihnen eine stabile (Zahn-)Gesundheit, Erfolg und Glück!

Ihre ZahnNewsLetter Redaktion


Inhalt

 1.) Zahnimplantate: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
 2.) Kieferknochen im Test - Ultraschall sagt Halt von Zahnimplantat vorher
 3.)
Zahnerosion für viele ein Fremdwort
 4.) Durch Augenbewegung Angst vorm Zahnarzt überwinden
 5.)
Zahnlücken störender als Fehlstellungen?
 6.) Vorsorgeuntersuchungen - Deutsche BKK und KKH preschen vor
 7.)
Blutdruck messen: links oder rechts?
 8.)
Das Geheimnis des Sattwerdens - Kleine Tricks mit großer Wirkung
 9.)
Infos für Ärzte muslimischer Patienten
10.)
Wissen, wo es herkommt - Neue Kennzeichnung für Obst und Gemüse
11.)
Zum Schluss: Wider die Heilsbotschaften der Gesundheitsapostel
 

 


1.) Zahnimplantate: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Geht ein Zahn verloren - ob durch einen Unfall oder weil er gezogen werden muss - wünschen sich die Patienten verständlicherweise schnellen Ersatz. Vor allem in der sogenannten "ästhetischen Zone", also im vorderen Bereich von Ober- und Unterkiefer, ist eine Zahnlücke unangenehm. In solchen Fällen ist ein Zahnimplantat, bei dem der Zahnersatz auf einer implantierten Titanwurzel verankert wird, eine Alternative zur konventionellen prothetischen Versorgung, bei der gesunde Nachbarzähne beschliffen werden müssen, um eine Brücke zu verankern.
Noch vor wenigen Jahren warteten Zahnärzte nach einem Zahnverlust mindestens sechs Monate bis sie die künstliche Zahnwurzel einpflanzten. Inzwischen sind sich die Experten einig, dass diese sogenannte Spätimplantation nur noch dann sinnvoll ist, wenn das umgebende Gewebe, also Kieferknochen und Zahnfleisch, massiv traumatisiert ist und zunächst aufgebaut werden muss oder wenn eine ausgeprägte Entzündung (Parodontitis) vorliegt. In allen anderen Fällen kann das Implantat entweder sofort oder binnen sechs Wochen eingepflanzt werden.

Sowohl bei der Sofortimplantation als auch bei der "verzögerten Sofortimplantation" binnen sechs Wochen können sich die Erfolgsraten der Implantologen sehen lassen, berichten Experten auf einer gemeinsamen Tagung der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Implantologie in Wien. Studien belegen, dass rund 90 bis 95 Prozent aller Implantate nach fünf bis zehn Jahren noch unversehrt an ihrem Platz sind. Gleichwohl können die ästhetischen Behandlungsergebnisse bei den beiden Formen der Sofortimplantation unterschiedlich ausfallen. Umbauprozesse von Hart- und Weichgewebe können während der Heilung dazu führen, dass das ästhetische Ergebnis bei einer Sofortimplantation nicht in allen Fällen höchsten Ansprüchen genügt. "Die Sofortimplantation empfehlen wir daher nur dann, wenn das Zahnfach weitgehend unbeschädigt ist und keine Entzündungen vorliegen", erklärt DGI-Präsident Professor Günter Dhom (Ludwigshafen). Dann kann die Titanwurzel sofort in das bestehende Zahnfach eingepflanzt werden. Bei dem Eingriff entscheidet der Zahnarzt, ob das Implantat so fest sitzt, dass ein Provisorium direkt auf der Titanwurzel verankert werden kann oder ob die Lücke zunächst durch eine andere vorübergehende Versorgung geschlossen wird, damit das Implantat im Knochen sicher einheilen kann.
Bei einer verzögerten Sofortimplantation wird die künstliche Zahnwurzel erst dann eingesetzt, wenn das Zahnfleisch abgeheilt ist und wesentliche Umbauprozesse erkennbar sind. "Dies ermöglicht uns, das ästhetische Ergebnis besser abzuschätzen", erklärt Dhom.

[ © PM  der http://www.dgi-ev.de/   ]

 
Basics:  Implantat  im Zahnlexikon-Online

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2.) Kieferknochen im Test - Ultraschall sagt Halt von Zahnimplantat vorher

Mit einem neuen Ultraschalltest könnten Ärzte zukünftig die Qualität des Kieferknochens prüfen, um den Erfolg einer Zahnimplantation vorherzusagen. Dies zeigen aktuelle tierexperimentelle Untersuchungen anhand großer Treffsicherheit. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bewertet das Verfahren als viel versprechenden Ansatz für die kieferchirurgische Praxis.

Ob künstliche Zähne sich langfristig im Kiefer verankern lassen, hängt vor allem vom Zustand des Knochens ab: Im vorderen Bereich des Unterkiefers sind die Bedingungen meist ideal. Doch im Oberkiefer ist der Knochen von Natur aus weniger dicht. Ob hier ein Implantat hält, spürt der Zahnarzt oft erst beim Bohren oder wenn er das Gewinde für das Implantat in den Knochen schneidet. Und auch dieser Eindruck kann trügen: “Es fehlt eine verlässliche Methode, um schon vor dem zahnärztlichen Eingriff den Erfolg einer Zahnimplantation vorherzusagen”, sagt Professor Dr. med. Dr. med. dent. Robert Sader von der Klinik für Kiefer- u. Plastische Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Frankfurt.

Eine Lösung bietet laut DEGUM die Bestimmung der Dichte des Knochens mittels Ultraschall. Denn die Ausbreitung von Ultraschallwellen im Knochengewebe hängt von dessen Dichte ab: Je stabiler der Knochen, desto schneller durchdringen ihn die Wellen. “In der Diagnostik der Osteoporose wird diese Messung der Ultraschall-Transmissionsgeschwindigkeit (UTG) bereits mit Erfolg eingesetzt”, berichtet Professor Sader.

[ © PM  der DEGUM   ]

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3.) Zahnerosion für viele ein Fremdwort

Das Wissen über Zahnerosion in der Bevölkerung ist lückenhaft bis unzureichend: 42 Prozent wissen mit dem Begriff überhaupt nichts anzufangen, wie eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS/Infratest ergeben hat.

Im Auftrag der Sensodyne®-Forschung wurden 679 Personen zwischen 20 und 60 Jahren zum Thema Zahnerosion befragt. Ermittelt wurde das Wissen über die vorzeitige Zahnsubstanzabnutzung und häusliche Prophylaxemöglichkeiten. Außerdem wurde die Bereitschaft erfragt, Zahncremes zu verwenden, die gezielt gegen den Verlust von Zahnsubstanz vorgehen. Auch bei der Diagnose scheint es laut Umfrage große Defizite zu geben. Obwohl allein in der Altersgruppe der 46- bis 50-Jährigen 43 Prozent von einer Erosion der Kauflächen betroffen sind, wurde bei 88 Prozent der Befragten noch keine Zahnerosion diagnostiziert. Nicht verwunderlich, da im Anfangsstadium die Zahnsubstanz beschwerdefrei und unbemerkt abgetragen beziehungsweise aufgelöst wird. 89 Prozent der Fälle lassen sich auf die geänderten Ernährungsgewohnheiten in den westlichen Industrieländern zurückführen. Der häufige Konsum von Softdrinks bei Kindern und Jugendlichen sowie der beständige Verzehr von Zitrusfrüchten und Salaten mit essighaltigem Dressing begünstigen den säurebedingten Zahnschmelzabbau.

Auch der Trend zu mehreren kleinen Mahlzeiten setzt die Zähne häufiger einem Säureangriff aus. Fehlannahmen und Irrtümer sind hier weit verbreitet: So glauben 46 Prozent, dieses Ernährungsverhalten beuge Zahnerosion vor. Neben den Ernährungsgewohnheiten kann auch die Mundhygiene zum Problem Zahnerosion beitragen. Unmittelbares Zähneputzen nach dem Genuss von säurehaltigen Lebensmitteln kann den erweichten Zahnschmelz leichter abtragen. 71 Prozent der Befragten sind sich dessen nicht bewusst. Häufig wird Zahnerosion mit Karies verwechselt: 83 Prozent sind der Ansicht, die im Zahnbelag vorkommenden Bakterien und hoher Konsum von Zucker führen zu Zahnschmelzabbau. Bakterien spielen hier keine Rolle, sondern lediglich der direkte Kontakt mit Säuren. Ein weiterer fataler Irrtum besteht in der Annahme, abgebauter Zahnschmelz lasse sich wieder aufbauen: 43 Prozent glauben daran, obwohl die Krankheit irreversibel ist. "Diese ernüchternden Ergebnisse sind für uns Motivation und Herausforderung, mit Nachdruck über das Problem der Zahnerosion in der Bevölkerung aufzuklären und wirksame Präventionsmaßnahmen zu fördern", erklärt Dr. Frank Gonser, Zahnmediziner und wissenschaftlicher Experte aus Bühl.

Auch die Verwendung von hochkonzentriertem Fluoridgelée spielt nur für wenige eine Rolle bei der Mundhygiene: Gerade einmal 18 Prozent der Befragten benutzen das apothekenpflichtige Produkt, während 83 Prozent darauf verzichten. Dabei können diese Gelées den Zahnschmelz härten und ihn damit vor Säureattacken schützen. Die zugeführten Fluoridionen fördern einerseits die Einlagerung von Kalzium- und Phosphationen in das Kristallgitter des Zahnschmelzes, andererseits bilden die Fluoride mit den vorhandenen Kalziumionen an der Zahnoberfläche eine Kalziumfluoridschicht. Diese stellt eine Art Säureschutzschild dar, das die Zahnoberfläche bedeckt und den Zahn so vor dem Verlust von Mineralien aus dem Zahnschmelz (Demineralisation) bewahrt.

  [ © PM der GlaxoSmithKline Consumer Healthcare; jaretz@dkcommunications.de  ]

 Basics:  erosionsbedingte Zahnschäden  im Zahnlexikon-Online

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4.) Durch Augenbewegung Angst vorm Zahnarzt überwinden

Endlich wieder zum Zahnarzt gehen zu können, das ist das Behandlungsziel einer Studie, die der Bereich Psychosomatik in der Zahnheilkunde an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikum Münster (UKM) durchführt.
Circa 11 Prozent der Bevölkerung leiden unter einer so genannten Zahnbehandlungsphobie. "Studien belegen, dass wir bei einem Großteil der Betroffenen eine solche Phobie mit drei bis vier psychotherapeutischen Sitzungen zumindest erheblich lindern können, so dass eine Zahnarztbehandlung für die Betroffenen wieder möglich wird", erklärt Universitätsprofessor Dr. Stephan Doering, Psychosomatiker und wissenschaftlicher Leiter der Studie.
Wissenschaftler fanden heraus, dass Patienten mit einer krankhaften Angst vor der Zahnbehandlung sehr oft eine für sie belastende Situation bei einem Zahnarztbesuch - meist in der Kindheit - erlebt haben. Darüber hinaus zeigt ein Teil der Betroffenen einige der Symptome, die auch Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung haben. Diese Menschen leiden unter Alpträumen, die Erinnerung an die traumatisierende Situation läuft plötzlich und unkontrolliert immer wieder vor dem inneren Auge ab, Reizbarkeit und Ängstlichkeit verstärken sich über die Jahre. Die Folge: Alles, was mit der Belastung zu tun hat, wird vermieden. Relativ erfolgreich behandelbar sind solche Traumaerfahrungen mittels EMDR-Therapie. Dabei geht es darum, die beiden Gehirnhälften mittels Augenbewegungen abwechselnd zu stimulieren, nachdem zuvor die traumatischen Erinnerungen hervorgerufen wurden.
Und genau diese Form der Traumabehandlung, die seit Kurzem als psychotherapeutisches Verfahren von den Krankenkassen anerkannt ist, machen sich die Wissenschaftler am UKM jetzt zunutze. Denn was Traumapatienten hilft, könnte auch bei Zahnbehandlungsphobie wirken. Untersuchungen in Holland haben gezeigt, dass bei den dortigen Patienten die Dramatik der inneren Bilder nachließ, Angst und Panik bauten sich ab, die Vorstellung, zum Zahnarzt zu gehen, verlor schon während der Behandlung an Schrecken. In Münster erwartet man ähnliche Ergebnisse. Nach Abschluss der Behandlung steht ein Besuch in der Zahnklinik an, bei dem eine Zahnreinigung erfolgt. Danach kann - falls nötig - die weitere Zahnbehandlung wieder beim Hauszahnarzt erfolgen.

 
[ ©:  zahn-online / FVDZ  ]

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5.) Zahnlücken störender als Fehlstellungen?

Auch das schönste Gesicht wirkt kaum noch attraktiv, wenn plötzlich deutliche Zahnschäden zu sehen sind. Aber welche Schäden werden von der Bevölkerung am wenigsten akzeptiert – sichtbare Verfärbungen, Zahnfehlstellungen oder Karies? Die Initiative proDente wollte es genau wissen und befragte über 400 Versicherte. Resultat: Die Zahnlücke stört den optischen Eindruck am stärksten. Diese Auffassung vertraten 90 Prozent der Befragten.
Rund 60 Prozent empfinden demnach auch sichtbare Karies als sehr störend. Auf Platz drei folgen Verfärbungen (47 Prozent). Fehlstellungen bei anderen Menschen finden 46 Prozent der Befragten unästhetisch. Sieben Prozent gaben an, dass Zahnschäden prinzipiell nicht störend seien.

  [ aus zänd ]

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6.) Vorsorgeuntersuchungen - Deutsche BKK und KKH preschen vor

Die Deutsche BKK und die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) bieten versicherten Eltern für ihre Kinder ab 2008 drei neue Vorsorgeuntersuchungen an. Bis zu 80.000 Kinder sollen von diesem Angebot profitieren. Beide Kassen schlossen dazu einen Vertrag mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Kinder- und Jugendärzte erhalten für jede der Untersuchungen 50 Euro, davon 15 Euro für die Dokumentation.

Die neuen Vorsorgeleistungen U7a, U10 und U11 sollen die bestehenden Lücken bei Früherkennungsuntersuchungen für gesetzlich versicherte Kinder zwischen dem zweiten und vierten sowie dem fünften und zwölften Lebensjahr schließen.
Zudem richten sie ein besonderes Augenmerk auf heute häufige Entwicklungsstörungen wie Allergien, Verhaltensauffälligkeiten oder Übergewicht, erläuterte KKH-Vorstandsvorsitzender Ingo Kailuweit. Nach Meinung des Chefs der Deutschen BKK Ralf Sjuts sind die Zeitpunkte so gewählt, dass alterstypische Störungen vermieden werden können.

BVKJ-Präsident Dr. Wolfram Hartmann forderte andere Kassen auf, dem Beispiel zu folgen. Er warf den Kassen im Gemeinsamen Bundesausschuss vor, sie blockierten eine Ausweitung des Angebotes an Früherkennungsuntersuchungen.
Mit Blick auf den Rechtsanspruch privat versicherter Kinder auf jährliche Untersuchungen zwischen dem zweiten und 14. Lebensjahr sprach er von einer "Zweiklassenmedizin."

 [ © zm-online ]

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7.) Blutdruck messen: links oder rechts?

Nicht wenige Menschen haben unterschiedlich hohe Blutdruckwerte zwischen rechtem und linkem Arm. Experten raten daher zu einer Vergleichsmessung an beiden Armen. Wird ein Messunterschied von mehr als 10 mmHg festgestellt, sollte die Messung stets am Arm mit den höheren Werten erfolgen.
Geringe Blutdruckdifferenzen bis zu 10 mmHg zwischen beiden Oberarmen haben keine krankhafte Bedeutung und kommen auch bei gesunden Menschen häufiger vor. Die Unterschiede sind meist durch eine unterschiedliche Muskeldichte oder Spannung der Muskulatur der Oberarme bedingt. Größere Messunterschiede zwischen den Armen können dagegen auf anatomische oder pathologische Besonderheiten hinweisen. Der Verdacht liegt dann nahe, dass zuführende Arterien auf der Seite mit den niedrigeren Werten verengt sind. Patienten sollten in diesem Fall ihren Arzt aufsuchen und die genauen Ursachen abklären lassen.

Die richtige Messtechnik

Kaum eine physiologische Größe schwankt im Verlauf eines Tages stärker als der Blutdruck. Um die Messwerte miteinander vergleichen zu können, sollten die Messungen daher immer zur selben Zeit und unter vergleichbaren Bedingungen erfolgen. Am besten misst man auf einem unbekleideten Arm, allenfalls ein leichtes Hemd kann anbehalten werden. Beim Hochkrempeln der Ärmel sollte es jedoch keinen stauenden Wulst geben. Die wichtigste Regel lautet aber: Vor dem Messen Pause machen und einige Minuten entspannen, denn jede Anstrengung oder Aufregung treibt den Blutdruck kurzfristig in die Höhe.
Neben der Qualität des Messgerätes entscheidet vor allem die richtige Messtechnik über aussagekräftige Werte. "Da zu Weihnachten wieder viele Blutdruckmessgeräte verschenkt werden, möchten wir auf die richtige Technik beim Messen hinweisen", so Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der DeutschenSeniorenliga, "andernfalls besteht die Gefahr, dass die Geschenke ihren Zweck verfehlen"

Broschüre und Video

Ein neues Video auf www.dsl-bluthochdruck.de zeigt, was man beim Blutdruck messen beachten sollte. Tipps für die richtige Messtechnik gibt auch die Broschüre "Bluthochdruck natürlich senken" der Deutschen Seniorenliga. Sie hat die wichtigsten Informationen zu Ursachen, Risiken und Vorbeugung von Bluthochdruck zusammengestellt und erklärt, wie man selber durch ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung vorsorgen und oft auch bestehenden Beschwerden entgegenwirken kann. Der Ratgeber ist kostenfrei und kann schriftlich bei der DSL, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn oder im Internet unter www.dsl-bluthochdruck.de bestellt werden.

[ Kontakt: Monika Wohlert, Deutsche Seniorenliga e.V., E-Mail: wohlert@medcominternational.de  ]

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8.) Das Geheimnis des Sattwerdens - Kleine Tricks mit großer Wirkung

Jeder kennt das Gefühl, Hunger zu haben. Doch es besteht ein entscheidender Unterschied zwischen Hunger und Appetit. Das Verlangen nach einem bestimmten Gericht oder einer Süßigkeit hat mit dem echten Hunger nichts zu tun. Es ist vielmehr eine Art Reflex - häufig ausgelöst durch äußere Reize wie zum Beispiel Werbung oder Düfte. Hunger hingegen ist ein lebenswichtiges Signal des Körpers, wenn er nach Nährstoffen verlangt. Er wird zum Beispiel dann ausgelöst, wenn der Blutzuckerspiegel unter einen bestimmten Wert sinkt. Wer dieses Bedürfnis übergeht, wird schnell unruhig und unkonzentriert. Dauerhafter Hunger führt sogar zu Gesundheitsschäden.
In unserer Überflussgesellschaft ist dieses Problem aber in der Regel nicht vorhanden. Menschen essen häufig aus Lust. Anders als Tiere oder Säuglinge können viele Menschen nicht aufhören zu essen, obwohl sie satt sind.
Doch wie wird man eigentlich satt? Wer satt werden will, muss Nahrungsmittel zu sich nehmen, die ein großes Volumen haben wie zum Beispiel Salat oder Vollkornprodukte. Denn eine gedehnte Magenwand beseitigt das Hungergefühl. Der zweite wichtige Faktor für ein anhaltendes Sättigungsgefühl ist die Zusammensetzung der Nahrung. Proteine garantieren eine lang anhaltende Sättigung, Kohlenhydrate hingegen machen zwar schnell, dafür aber weniger dauerhaft satt. Das Geheimnis ist die richtige Mischung: Viel Gemüse oder Salat kombiniert mit Vollkornnudeln und magerem Fleisch oder Fisch macht lange satt und liefert wenig Fett. Wer abnehmen will, sollte vor allem regelmäßig essen. Denn wer Mahlzeiten auslässt, verspürt früher oder später einen unbändigen Heißhunger. Dann greift er besonders gerne zu fett- und zuckerreichen Speisen und die Hungerkur ist zu Ende.
Wissenschaftliche Studien belegen, dass regelmäßige Mahlzeiten helfen, abzunehmen. Drei Hauptmahlzeiten und ein bis zwei kleinere Zwischenmahlzeiten zu festen Zeiten reichen aus. Also kleine Mahlzeiten zwischendurch einplanen und sich darauf vorbereiten, indem zum Beispiel Obst oder ein belegtes Vollkornbrot bereit liegen. Essen Sie bewusst. Schalten Sie das Telefon und den Fernseher aus. Das trägt dazu bei, Essen als sinnliches Erlebnis wahrzunehmen. Dazu gehört auch, kleine Bissen zu nehmen und lange zu kauen. Der Körper benötigt 20 Minuten, bis sich ein Sättigungsgefühl einstellt. Wer sein Essen schnell herunterschlingt, isst deshalb oft mehr als er braucht.

[ ©:  PM aid  ]

 
Basics: Ernährungsempfehlungen aus zahnärztlicher Sicht  im Zahnlexikon-Online

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9.) Infos für Ärzte muslimischer Patienten

In der Medizin gehören Begegnungen mit Patienten aus anderen Kulturen zur alltäglichen Praxis. Ein neues Wissensportal der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zum Thema "Kultur und Gesundheit" soll helfen, Barrieren zu überwinden. Das Internetportal, das bei einem Forschungsprojekt über die Versorgung muslimischer Patienten im deutschen Gesundheitswesen entstand, soll Ärzte über die islamische Glaubenspraxis aufklären und damit zum besseren Verständnis für ihre Patienten beitragen.

"Wir haben festgestellt, dass eine enorme Wissenslücke über die kulturellen und religiösen Hintergründe von muslimischen Patienten besteht. Aber die Ärzte können schließlich nicht alles wissen", erklärt Projektleiter Ilhan Ilkilic. In der Bundesrepublik leben nach Angaben des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) rund 3,2 Millionen Muslime. Daher sollten Ärzte und angehende Mediziner besser auf den täglichen Umgang mit muslimischen Patienten vorbereitet werden. Die Nachfrage nach dem Internetportal sei sehr hoch, innerhalb von zwei Monaten sei die Seite von mehr als 5.000 Nutzern aus 35 Ländern aufgerufen worden, sagt Ilkilic.

WebSite: http://www.kultur-gesundheit.de/

[ ©:  PM von zm-online ]

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10.) Wissen, wo es herkommt - Neue Kennzeichnung für Obst und Gemüse

Einkaufen wird wieder ein Stück transparenter: Ab 1. Januar 2008 muss auf allen Obst- und Gemüsearten das Ursprungsland angegeben werden. Diese Kennzeichnungspflicht galt bisher nur für Obst und Gemüse, das den EG-Vermarktungsnormen unterlag. Dazu gehörten zum Beispiel Äpfel, Blumenkohl, Paprika oder Spinat. Die kommende EU-weite Kennzeichnung verbessert die Möglichkeiten der Verbraucher, ihre Lebensmittel nach deren Herkunft auszuwählen. Muss zum Beispiel Brokkoli aus Ägypten auf dem Teller liegen, wenn es auch einheimisches Gemüse gibt? Die Wahlfreiheit liegt jetzt in der Hand des Käufers.
Detailvorschriften gibt es momentan allerdings noch nicht. So kann auf dem Etikett zum Beispiel stehen "Isr. Thymian" oder "Chinakohl aus Spanien". In jedem Fall muss das Ursprungsland eindeutig hervorgehen. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz empfiehlt den Händlern, die Herkunft auf dem Kennzeichnungsfeld der jeweiligen Verpackung anzugeben.

  [ ©: aid, Franziska Röseberg ]

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11.) Zum Schluss: Wider die Heilsbotschaften der Gesundheitsapostel

Tu dies, lasse jenes, bleib' um alles in der Welt gesund: Immer mehr "Gläubige" lassen sich in den Bann ziehen von Heilsbotschaften, die selbst ernannte Priester, Apostel und Gesundheitspäpste - oft wohlwollend unterstützt von Massenmedien - öffentlich verkünden. Das Ergebnis ist aus Sicht von Manfred Lütz wenig überzeugend: "Die Leute rennen durch die Wälder, essen Körner und Schrecklicheres, und sterben dann doch."

Lütz ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Nervenarzt, Theologe, Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln, ein Buchautor und souveräner Schreiber, der locker formulieren kann, der mal bissig-ironisch, mal sympathisch-freundlich Menschen den Spiegel vorhält, die Gefahr laufen, dem Gesundheitswahn zu verfallen. Vor Jahren hat er mit seinem Buch "Lebenslust" für Aufsehen gesorgt, jetzt ist die Fortsetzung, dieses Buches erschienen.
Wenn Lütz Menschen beschreibt, die aus seiner Sicht dem Gesundheitswahn auf den Leim gegangen sind, dann liest sich das zum Beispiel so: "Manch 70-jähriger ewige Gigolo duzt inzwischen seinen Schönheitschirurgen und fällt immer wieder unangenehm bei der Beerdigung von Gleichaltrigen auf, weil er am Grab das einoperierte Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht bekommt. Da kann man leider nichts machen..."
Der peinliche Gigolo, Marionette einer Weltanschauung, die im Kern davon ausgeht, dass "Gesundheit das höchste Gut" sei: Diese in Deutschland bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit formulierte Botschaft erscheint Lütz hochgradig suspekt. Gesundheit - das höchste Gut? Politisch würde diese Botschaft, wenn man sie nur einen Moment lang ganz ernst nähme, zum sofortigen Zusammenbruch der finanziellen Grundlagen unserer Gesellschaft führen, sagt er. Denn wenn es wirklich so wäre, argumentiert Lütz, dann müssten maximale Diagnostik und maximale Therapie für jeden einzelnen Menschen absolutes und nicht diskutierbares Recht sein.
Die "völlig irrwitzige religiöse Aufladung des Gesundheitsbegriffs" - so Lütz - führe dazu, dass jeder Appell, im Bereich der Gesundheit Aufwendungen zu reduzieren, "geradezu gotteslästerlich klinge". Die Konsequenz: "Sobald Sie als Politiker sagen, was im Einzelnen medizinisch notwendig ist - und infolgedessen auch, was nicht (!) medizinisch notwendig ist -, sind Sie nicht mehr wählbar."

Wie aber sehen sie aus, mögliche Auswege aus diesem Dilemma? Die Medizin muss entlastet werden - von allen überzogenen Heilserwartungen, fordert der Autor. Seine überzeugend entwickelte Botschaft: Lebenskunst ist, Behinderung, Schmerzen, Krankheit und Leiden nicht als Defizite zu betrachten. Gelassener bleiben, der Welt gelassen zustimmen, darauf kommt es an. Lütz: "Gesund ist, wer mit seinen Einschränkungen glücklich leben kann."

Manfred Lütz: "Das Leben kann so leicht sein". Carl Auer Verlag, Heidelberg, 2007, 140 Seiten, 12,95 Euro.

  [ ©: gekürzt nach einer Buchbesprechung ]

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