Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 1/2009/ 1. Januar 2009

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos!

Erich Kästner, Gesammelte Schriften für Erwachsene
Atrium Verlag, Zürich, 1969

Für das Jahr 2009 wünschen wir Ihnen eine stabile (Zahn-)Gesundheit, Erfolg und Glück!

Ihre ZahnNewsLetter Redaktion


Inhalt

 1.) Zwei Drittel der Patienten sind nicht ehrlich zum Arzt
 2.) Keramik-Zahnimplantate sind noch keine Alternative
 3.)
Schallzahnbürsten noch nicht überzeugend
 4.) 2009 wird das millionste Implantat inseriert
 5.)
Weiche Knochen dank Softdrinks?
 6.) Die größten Naschkatzen wohnen in Berlin
 7.)
Kein Schwarzer Tee für Schwangere!
 8.)
Dick und unbeweglich - Studie: Junge Berufseinsteiger wenig belastbar
 9.)
Versorgungslücke bei Kinderkaries befürchtet
10.)
Nachts zu essen macht doch nicht dick - Mythen überprüft
11.) Gesetzliche Krankenkassen nach Leistung und Service bewertet
12.) Laser verschließt Wunden
13.)
Zum Schluss: Ich wünsch' mir zum Geburtstag einen Vorderzahn
 

 


1.) Zwei Drittel der Patienten sind nicht ehrlich zum Arzt

Obwohl der Arzt in Deutschland noch immer einen hohen Stellenwert bei den Menschen genießt, scheuen Patienten offenbar nicht davor zurück, bei einem Besuch in der Praxis die Unwahrheit zu sagen. Eine repräsentative Meinungsumfrage für das Magazin Reader's Digest ergab, dass Patienten vor allem unehrlich sind, wenn es um die Frage nach den Lebensgewohnheiten geht. Demnach glauben nur 34 Prozent der Ärzte, dass die Patienten ehrlich auf Themen wie Essgewohnheiten, Alkoholkonsum, Rauchen oder Sport antworten. 66 Prozent der Mediziner gehen hingegen davon aus, dass sie eine falsche Antwort erhalten.

Der Ärger der Ärzte, dass die Patienten nicht wie gefordert ihre Lebensgewohnheiten ändern, hält sich aber in Grenzen. 46 Prozent der Ärzte sind enttäuscht, dass ihre Behandlungsratschläge nicht befolgt werden. Aber 54 Prozent ist es offenbar egal, wenn ihre Heilungstipps nicht befolgt werden.
In der neuen Ausgabe schildern zahlreiche Ärzte ihre Alltagserfahrungen im Umgang mit Patienten. Vor allem die Ungeduld scheint dabei zunehmend ein Ärgernis zu sein.

"Es ist schon auffällig, dass bei Sonderangeboten stundenlang vor Öffnung des Ladens angestanden, aber beim Arzt oft nur sehr ungeduldig gewartet wird", schreibt zum Beispiel ein Mediziner aus Innsbruck. Etwas mehr Geduld, so der Tenor der meisten Ärzte, wäre gut. "Wartezeiten sind für alle unangenehm. Sie entstehen aber nicht durch unsere Unfähigkeit, die Praxis zu organisieren, sondern dadurch, dass es jemandem so schlecht ging, dass ich ihm unvorhergesehen viel Zeit widmen musste. Das nächste Mal könnten auch Sie davon profitieren", meint ein Internist aus Esslingen.
Unabhängig von Notsituationen wünschen sich viele Ärzte, dass ihre Patienten besser vorbereitet zum Behandlungstermin kommen: "Bringen Sie Ihre Medikamente mit oder eine aktuelle Liste der Mittel, die Sie einnehmen. So vermeiden Sie Probleme", wirbt ein Arzt aus Baden-Württemberg.
Ein anderes Problem sind offenbar immer wieder Eltern, die mit dem Wechsel zu einem anderen Arzt drohen, wenn nicht das gewünschte Medikament verschrieben wird. "Es gibt Eltern, die erst zufrieden sind, wenn sie mit einem Medikament - meist Antibiotika - aus der Praxis gehen", meint ein Kinderarzt aus Baden-Württemberg.
Ein häufig wieder kehrendes Ärgernis ist offenbar auch die mangelnde Hygiene. "Ich würde mir wünschen, dass die Patienten einfach öfter die Zähne putzen. Denn wenn ich als Augenärztin einen Patienten untersuche, sitzt der sehr nah vor mir", betont eine Expertin aus München.
Ähnlich argumentiert ein Internist aus Oberschwaben: "Manchmal bin ich in Versuchung zu sagen: ,So wie Sie hier erscheinen, würde ich mich nicht ins Bett legen.' So mancher kommt ungewaschen und mit beschmutzter Wäsche - und das nicht etwa bei einem Notfall, sondern zu einem vereinbarten Termin." Vor allem stark alkoholisierte Menschen sind für Ärzte zumeist ein Graus: "Was mir in meinem Job gar keinen Spaß macht, ist die Versorgung von Alkoholleichen", sagt ein Rettungsmediziner aus Bayern.
Nicht zuletzt spielt die Psychologie eine wichtige Rolle, wenn es um das gute Verhältnis zwischen Arzt und Patient geht. "Wenn Sie Ihren Kindern die Angst vor dem Zahnarzt nehmen wollen, sollten Sie nicht ständig betonen: ,Du musst keine Angst haben, es wird nicht wehtun'", schreibt eine Zahnärztin aus Karlsruhe. Damit werde unnötigerweise die Angst von Vater oder Mutter auf die Kinder projiziert. Und auch der Ruf nach dem Chefarzt, der als vermeintlich bester Operateur der Klinik gilt, macht kaum Sinn. Meist sind diese Ärzte viel am Schreibtisch, in der Forschung oder unterwegs bei Vorträgen. "Ein Oberarzt oder langjähriger Assistent ist deshalb oft die bessere Wahl", rät ein Anästhesist aus Tübingen.

  [ ©:  Reader's Digest Deutschland, E-mail: presse@readersdigest.de ]

 Basics: Compliance  im Zahnlexikon-Online



Anfang


2.) Keramik-Zahnimplantate sind noch keine Alternative

Ein Werkstoff, der zurzeit die Dentalwelt insgesamt bewegt, ist das Zirkoniumdioxid. Zur Frage nach seiner Bewährung als Implantatmaterial nahm Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang Stellung. Er ist der Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Kiel.
Nach wie vor sei Titan der „Goldstandard“ für Implantate. Daran müssten sich andere Werkstoffe messen lassen. Zirkoniumdioxidkeramiken bezeichnete er als neue Hoffnungsträger. Immerhin sei das Material chemisch inert und dem Titan hinsichtlich Ästhetik und Plaqueresistenz überlegen, in vielen anderen Charakteristiken jedoch nicht.


        

Implantat-Werkstoffe:
Vergleich Titan vs. Zirkoniumdioxid

  [ ©:  Die Zahnarztwoche ]

  Basics: Implantate auf www.Zahnwissen.de 

Anfang


3.) Schallzahnbürsten noch nicht überzeugend

Mit rund 30000 Schwingungen pro Minute - viermal so viel als herkömmliche elektrische Zahnbürsten - vibriert der längliche Kopf einer Schallzahnbürste. Experten aber haben viel Kritik an der teuren Neuerung. Tests am Putzroboter der Universität Münster konnten nicht nachweisen, dass schneller auch besser heißt, berichtet das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". Schallbürsten sollen weniger aggressiv sein, denn bei kräftigem Aufdrücken lassen die Schwingungen nach. "Zu wenig Druck lässt die Borsten aber stärker schwingen, Schäden sind dann auch hier möglich", kritisiert Dr. Markus Kaup von der Poliklinik für Zahnerhaltung in Münster.
Ein vom Hersteller behaupteter Effekt, der Flüssigkeitsströme im Mund erzeuge und dadurch schwer zugängliche Zahnzwischenräume erreiche, sei nicht belegt. Zahnseide oder Interdentalbürsten blieben unverzichtbar.

  [ ©: http://www.gesundheitpro.de/  ]

  Basics: Mundhygiene auf www.Zahnwissen.de 

Anfang


4.) 2009 wird das millionste Implantat inseriert

Implantate werden bald wirklich in aller Munde sein. Darauf machte die Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) im Rahmen einer Pressekonferenz anlässlich der DGI-Jahrestagung in Frankfurt deutlich.

"Wir rechnen in 2009 mit dem einmillionsten Implantat", äußerste sich der Präsident der Gesellschaft Prof. Dr. Günter Dhom aus Ludwigshafen. Denn Fortschritte in der Diagnostik, die durch moderne bildgebende Verfahren möglich sind, machen die Eingriffe schonender - wie auch durch die Anfertigung von individuellen Bohrschablonen. "Der Implanteur braucht dann nur noch das Loch zu bohren, die früher erforderliche Freilegung des Kieferkamms ist dadurch obsolet geworden".

 [  ©:  zm-online.de  ]

  Basics: Implantate auf www.Zahnwissen.de

Anfang


5.) Weiche Knochen dank Softdrinks?

Jugendliche, die ihren Durst häufig mit Softdrinks löschen, haben im Schnitt weniger mineralhaltige - und damit weniger stabile - Knochen. Das zeigt eine Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE), das der Universität Bonn angegliedert ist. Worauf dieser Effekt zurückzuführen ist, ist noch nicht vollständig geklärt. Die Konsequenz könnte aber im Erwachsenen-Alter eine erhöhte Osteoporose-Gefahr sein.
"Je mehr derartiger Limonaden Jugendliche zu sich nehmen, desto geringer der Mineralgehalt ihrer Knochen", bringt Studienleiter Professor Dr. Thomas Remer das Hauptergebnis auf den Punkt. "Prinzipiell zeigten sich zwei Effekte: Zumindest bei koffeinhaltigen Softdrinks haben wir eine direkte Auswirkung auf den Knochenstoffwechsel festgestellt - worauf genau diese beruht, wissen wir allerdings noch nicht."

Dazu kommt noch ein indirekter Effekt: Wer seinen Durst meist mit Cola, Apfelschorle oder Zitronenlimo stillt, nimmt im Schnitt weniger Protein mit der Nahrung zu sich. Protein ist bei einer ausgewogenen Ernährung wichtig für die Knochenentwicklung. Bislang hatten Forscher den negativen Einfluss der Softdrinks eher darauf zurückgeführt, dass die Limonaden Milch als Getränk ersetzen. "Wir konnten allerdings keinen spezifischen Zusammenhang zwischen Milchkonsum und Knochenmineralgehalt feststellen", betont der Autor der Studie Lars Libuda.
Stattdessen ist ein hoher Softdrink-Konsum wohl eher Ausdruck einer generell unausgewogenen Ernährung. Eine weitere Studie der FKE-Forscher bestätigt das: Wer auf zuckersüße Limonaden steht, bevorzugt demnach eine insgesamt kohlenhydratreichere und proteinärmere Kost.

Die Folgen können gravierend sein: "Mit dem, was wir in jungen Jahren essen und trinken, bestimmen wir bis ins hohe Alter die Stabilität unserer Knochen mit", betont Libuda. "Eine gesunde Ernährung in der Jugend ist daher die beste Osteoporose-Vorbeugung."

  [ © Lars Libuda, Forschungsinstitut für Kinderernährung, E-Mail: libuda@fke-do.de  ]

Anfang


6.) Die größten Naschkatzen wohnen in Berlin

Nicht nur zur Weihnachtszeit essen die Deutschen zu oft Süßigkeiten. Die größten Naschkatzen wohnen in der Hauptstadt. 27 Prozent der Berliner greifen täglich zu Süßigkeiten, weitere 35 Prozent mindestens zweimal pro Woche. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative infas-Umfrage an 3.370 Bundesbürgern ab 16 Jahren im Auftrag der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Im Bundesdurchschnitt isst jeder Fünfte täglich Schokoriegel oder Bonbons, jeder Zweite nascht mindestens zweimal pro Woche. Das erfreuliche Schlusslicht ist Thüringen, dort naschen nur 10 Prozent täglich. Alarmierend ist, dass in 30 Prozent der Haushalte mit Kleinkindern täglich, in weiteren 49 Prozent häufiger als zweimal pro Woche genascht wird. In Haushalten mit Schulkindern sind es 26 bzw. 43 Prozent.

"Was oft vergessen wird: Süßigkeiten enthalten nicht nur viel Zucker, sondern meist auch sehr viel Fett. Größere Mengen an Süßigkeiten fördern Übergewicht, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen. Plätzchen, Schokolade und Co. deshalb nur selten in kleinen Mengen essen und in Ruhe genießen", so Magdalene Linz, Präsidentin der Bundesapothekerkammer.

 [  ©:  u.sellerberg@abda.aponet.de ]

Anfang


7.) Kein Schwarzer Tee für Schwangere!

Schwangere sollten möglichst auf Schwarztee, Kaffee, Cola und Schokolade verzichten. Ärzte, die ihnen dazu raten, können sich auf die Empfehlung britischer Forscher berufen, die herausgefunden haben: je höher der Koffein-Konsum, um so geringer das Geburtsgewicht des Babys.

Koffein verzögere das Wachstum des Fetus ebenso stark wie Alkohol, warnen die Forscher aus Leicester (BMJ 337, 2008, a2332). Das gilt für alle drei Trimester: Es gibt kein Zeitfenster, in dem Koffein sich weniger schädlich auswirken würde. Ebenso wenig lässt sich eine Koffein-Menge definieren, die harmlos wäre, woraus sich schließen lässt, dass völliger Verzicht am besten ist.

Ein paar Zahlen: Mehr als 200 mg Koffein täglich reduzieren das Geburtsgewicht um 60 bis 70 g. Dabei besteht zwischen Koffein und verringertem Gewicht eine lineare Dosis-Wirkungs-Beziehung. Im Vergleich zu einer Aufnahme von weniger als 100 mg täglich ist das Risiko bei 100 bis 200 mg um 20 Prozent erhöht, bei 200 bis 300 mg um 50 Prozent. Dem Kind besonders abträglich ist Koffein bei Müttern, die das Alkaloid durch erhöhte Aktivität von Cytochrom P450 rasch umsetzen, wie die Wissenschaftler durch Messung der Clearance-Raten feststellten.

Für ihre Studie haben sie bei rund 2600 Schwangeren die Koffein-Aufnahme retrospektiv vier Wochen vor der Konzeption und prospektiv bis zur Geburt bestimmt. Durchschnittlich betrug die Menge während der Schwangerschaft rund 160 mg am Tag. Dabei schränkten die Frauen ihren Konsum von zuvor über 200 mg im ersten Trimenon um 100 mg ein, hielten dieses Niveau im zweiten, stockten im dritten aber wieder etwas auf. 62 Prozent des Koffeins nahmen sie mit Tee zu sich, 14 Prozent mit Kaffee, 12 Prozent mit Cola und acht Prozent mit Schokolade.

Das Stimulanz sei der von Schwangeren am meisten konsumierte Fremdstoff, erläutern die Autoren. Es wird rasch resorbiert und gelangt frei in den Kreislauf des Kindes. Einer Studie zufolge reduziert die Aufnahme von 200 mg den Blutfluss im intervillösen Raum der Placenta um ein Viertel.

Übrigens: Bei Raucherinnen war das Risiko einer Wachstumsverzögerung des Fetus doppelt so hoch wie bei Nichtraucherinnen: Ihre Babys wogen im Schnitt 180 g weniger.

Koffein-Gehalt einiger Genussmittel

Koffein ist die am häufigsten konsumierte pharmakologisch aktive Substanz. Eine Tasse Kaffee enthält 30 bis 100 mg, ein Espresso etwa 40 mg, eine Tasse Schwarztee bis 50 mg. 100 g Teeblätter enthalten mehr Koffein als die gleiche Menge gerösteter Kaffeebohnen. Eine Tafel Vollmilchschokolade hat etwa 15 mg, Bitterschokolade bis zu 90 mg. Koffein gelangt innerhalb von 45 Minuten und nahezu vollständig über den Magen-Darm-Trakt ins Blut. (ars)

 [ ©:  Ärztezeitung ]

  Basics:
Schwangerschaft auf www.Zahnwissen.de

Anfang


8.) Dick und unbeweglich - Studie: Junge Berufseinsteiger wenig belastbar

Dass viele Kids zu dick sind, ist bekannt. Wie drastisch falsche Lebensgewohnheiten aber auch unter jungen Erwachsenen beim wichtigen Übergang in die Berufswelt verbreitet sind, zeigt nun erstmals eine Untersuchung der Deutschen Sporthochschule in Köln mit fast 13 000 Teilnehmern. Die Folgen sind für Berufseinsteiger und so manches Unternehmen besorgniserregend, betont die "Fit fürs Leben"-Studie.

So ist unter den 25 Jahre alten Männern schon jeder zweite zu dick, 60 Prozent rauchen, ein Drittel treibt nie Sport. Rund 25 Prozent der 25-jährigen Frauen haben Übergewicht, nur noch 19 Prozent sind im Sportverein aktiv, ebenfalls rund 60 Prozent rauchen. Von allen 12 835 Probanden haben drei Viertel Risiken, sich infolge ihres ungesunden Lebensstils eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zuzuziehen.

Mit sinkendem Bildungsstand wachsen die negativen Auffälligkeiten

"Dieses Problem ist gravierend für die jungen Leute, die im Übergang zwischen Schule und Beruf stehen und damit in einer entscheidenden Phase ihres Lebens", erklärt Max Wunderlich vom Kölner Wissenschaftlerteam. Mit sinkendem Bildungsstand wachsen die negativen Auffälligkeiten. Die Entwicklung sei zudem brisant für Arbeitsmarkt und Gesundheitssystem.
"Betroffen sind Berufe, bei denen ein Mindestmaß an körperlicher Leistungsfähigkeit erforderlich ist, also vor allem handwerkliche Tätigkeiten." Auch im Produktionsbereich oder etwa bei der Polizei könnten Übergewicht, mangelnde Ausdauer und Schnelligkeit zu ernsten Nachwuchsproblemen führen. "Der aktuelle Fachkräftemangel nimmt zu, auf Firmen könnte eine erhöhte Ausfallquote und eine frühere Erwerbsunfähigkeit zukommen."
Politik und Wirtschaft müssten gegensteuern, fordern die Kölner Wissenschaftler um Professor Dieter Leyk, dessen Studie über zu dicke Bundeswehr-Bewerber und deren drastisch sinkende Fitness erst jüngst für Aufsehen gesorgt hatte.
Erste Betriebe haben Wunderlich zufolge mit gezielten Bewegungs- und Ernährungsangeboten reagiert. Im Handwerk seien häufiger einzelne Fälle aufgetaucht, in denen ein Traumberuf an der Fettleibigkeit des jungen Einsteigers scheiterte, bestätigt Alexander Legowski als Sprecher des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Zahlen gebe es aber noch nicht.
In der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren kann Prävention nach Mediziner-Einschätzung noch sehr viel bewirken - und damit auch zusätzliche Kosten für das Gesundheitswesen verhindern. Krankheiten wegen falscher Ernährung und ungesunder Lebensweise verursachen den gesetzlichen Krankenkassen jährliche Kosten in Milliardenhöhe. Begleiterkrankungen sind neben Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch chronische Rückenleiden, Skelett- und Knochenerkrankungen, Magen- und Darmkrebs sowie Karies, wie eine Sprecherin des GKV-Spitzenverbands aufzählt.

Betriebssport habe häufig noch "Turnbeutel-Charakter", bewege aber nichts, so Experten

Betriebssport habe häufig noch "Turnbeutel-Charakter", bewege aber nichts, meint der Kölner Experte Wunderlich. "Es reicht auch nicht, wenn die Betriebskrankenkasse Flyer in den Kantinen verteilt." Sport müsse Priorität an den Berufsschulen haben statt weiter gekürzt oder gestrichen zu werden. Betriebe sollten Teile der Arbeitszeit für den Sport zur Verfügung stellen. In Schulen und Berufsschulen müsse bei jedem Einzelnen mehr Bewusstsein geschaffen werden.
So hat das Team der Sporthochschule Unterrichtsmodule erarbeitet, in denen jeder genau seine Ernährung und Bewegung in Wochenplänen dokumentieren muss. Wunderlich: "Die Leute sind ja nicht absichtlich unbeweglich, falsch- oder überernährt. Es ist kaum zu glauben, wie viel Unwissenheit auch bei jungen Erwachsenen herrscht."

 [ ©:  Ärztezeitung / dpa ]

Anfang


9.) Versorgungslücke bei Kinderkaries befürchtet

Die Versorgung von Kleinkindern mit schweren kariösen Gebisszerstörungen und erblichen Zahnkrankheiten, aber auch von extrem ängstlichen und behinderten Kindern ist nach Ansicht von Fachverbänden ab Januar 2009 gefährdet.

Die Versorgungslücke drohe, weil mit der beschlossenen Honorarabsenkung die notwendige Vollnarkose zur Zahnbehandlung von Kindern bis zu zwölf Jahren ab Jahresbeginn nicht mehr ausreichend finanziert werde, berichten der Bundesverband der Kinderzahnärzte (BuKiZ), die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DKG) und der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA).

Mit dem ab Januar geltende Regelleistungsvolumen (RLV) für Anästhesisten sollen den Verbänden zufolge bei zahnärztlichen Narkosen künftig lediglich 29 bis 49 Euro gezahlt werden. Dies entspreche einem Fünftel der realen Gesamtkosten. Die Kinderzahnärzte fordern daher, die Budgetierung für die Zahnbehandlung des Nachwuchses aufzuheben.

Bis zu 15 Prozent der deutschen Kleinkinder leiden den Verbänden zufolge an schweren Zahnproblemen, die oftmals ohne ambulante Narkosen nicht behoben werden können. Betroffen seien etwa 70.000 Mädchen und Jungen pro Geburtsjahrgang. Bei Nichtbehandlung drohten enorme allgemein- und zahnmedizinische Schäden sowie Folgekosten.

 
[
 ©
zm-online ]

Anfang


10.) Nachts zu essen macht doch nicht dick - Mythen überprüft

Ein spätes Abendessen macht nicht dick, jedenfalls nicht dicker als ein frühes. Alleine auf die Kalorienmenge komme es an. Im Volksmund heißt es, dass eine nächtliche Mahlzeit besonders zuschlage, da um diese Zeit der Stoffwechsel abgebremst sei. Keine Studie habe diesen Mythos jemals bestätigt, so Kollegen von der Universität Indiana in Indianapolis.
Aus der Luft gegriffen sind nach Angaben der Mediziner weitere Volksweisheiten, die sie widerlegen. Weihnachtssterne sind nicht giftig, zur Weihnachtszeit begehen nicht mehr Menschen Selbstmord als im Sommer und weder Aspirin noch saure Gurken helfen nachweislich gegen den morgendlichen Kater nach Silvester.

Der im Winter beliebte Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) gilt vielen als giftige Pflanze. Sowohl Tierversuche als auch die Aufzeichnungen der amerikanischen Giftzentrale hätten jedoch das Gegenteil bewiesen, schreiben Dr. Rachel Vreeman und Dr. Aaron Carroll von der Universität Indiana in Indianapolis. Selbst Ratten, die Stoffe von umgerechnet mehr als 500 Weihnachtsstern-Blätter gefressen hatten, zeigten keine Vergiftungserscheinungen. Und kein einziger Mensch sei jemals gestorben, weil er Kontakt mit der Zimmerpflanze gehabt oder Teile davon zu sich genommen habe.

Ein weit verbreiteter Volksglaube besagt, dass zur Weihnachtszeit die Zahl der Selbstmorde ansteigt. Zerstrittene Familien, die Traurigkeit einsamer Menschen und Depressionen aufgrund der dunklen und kalten Jahreszeit gelten allgemein als Ursache. Amerikanische und irische Studien hätten hingegen keinen Zusammenhang zwischen der Weihnachtszeit und der Selbstmordrate gefunden, so die Ärzte. Nach ihren Angaben bringen sich in den wärmeren Monaten sogar mehr Menschen um als im Winter: Finnland zähle im Herbst die höchste Selbstmordrate, Ungarn im Sommer, Indien im April und Mai.

Aber auch ermutigende Weisheiten lösen sich in Luft auf: Es gibt laut Vreeman und Carroll kein nachweislich wirksames Mittel gegen einen morgendlichen Kater. Zwar offeriert eine Internetsuche unendliche Tipps, wie man dem Unwohlsein vorbeugen oder es kurieren könnte. Beliebt sind beispielsweise saure Gurken, Rollmops und Kopfschmerzmittel wie Aspirin. In medizinischen Studien habe sich jedoch nicht ein einziges Mittel als wirksam erwiesen, enttäuschen die Wissenschaftler ihre Leser. Nur weniger Alkohol zu trinken, beuge nachweislich einem Kater vor.

  [ ©:  dpa / Ärztezeitung  ]

Anfang


11.) Gesetzliche Krankenkassen nach Leistung und Service bewertet

"Es gibt nicht die beste Krankenkasse in Deutschland! Es gibt nur eine beste für jeden Versicherten. Wenn 2009 alle gesetzlichen Krankenkassen gleich viel kosten, suche ich doch diejenige mit dem besten Angebot für mich aus," so beschreibt Heiko Schnitzler, Geschäftsführer des Krankenkassen-Kompass die Vorteile für die Versicherten.
Der "DEUTSCHE KRANKENKASSEN-KOMPASS", die periodisch erscheinende "Top 30" der gesetzlichen Krankenkassen, die auf dem (statistischen) "Otto Normalversicherten" fußt, ist kostenfrei. Krankenkassen-Kompass ist vollkommen unabhängig.
Schnitzler weiter: "Für uns steht der einzelne Versicherte, im Mittelpunkt. Er kann angeben, welche Dienstleistungen, z.B. Rückenschule oder Kur-Zuzahlungen, etc. ihm persönlich wichtig sind. Diese Gewichtungen und die vom Krankenkassen-Kompass bewerteten Angebote der Kassen gehen dann in die individuellen Auswertungen ein. Das kann kein Versicherter alleine leisten, wenn man auf der Suche nach einer neuen Kasse ist."

Krankenkassen-Kompass fokussiert nicht mehr auf den Beitragssatz (Preis) als zentrales Vergleichskriterium. Vielmehr wird das inzwischen stark angewachsene und mittlerweile unübersichtliche Leistungs- und Serviceangebot aller Krankenkassen in Deutschland detailliert betrachtet und für alle Versicherten durch Noten von A bis D sowie Prozentangaben vergleichbar gemacht. Namhafte Experten haben Krankenkassen-Kompass in den Disziplinen Gesundheitsökonomie, Statistische Messverfahren, Transparenz und Nachvollziehbarkeit, Wettbewerb positiv bewertet.

Zum Kompass ...

 Basics: Beitragssatz  im Zahnlexikon-Online

Anfang


12.) Laser verschließt Wunden

Wärme statt Nadel: Chirurgen können mit Laser-Instrumenten nicht nur schneiden, sondern auch Wunden verschließen. Eine Pilotstudie zeigt, dass auf diese Weise zusammengelötete Wundränder besser heilen als konventionell genähte, berichtet Technology Review.

Seit mehr als zehn Jahren arbeiten Forscher an der Idee, Laserstrahlen auch zur Wundheilung einzusetzen. Das Prinzip dahinter: Wird ein auf die Wundränder aufgetragenes Protein mit dem Laser erhitzt, gerinnt es und bildet einen luftdichten Verschluss. Bislang hielten solche Wunden nicht dicht, weil die Intensität von CO2-Lasern, die in medizinischen Geräten oft eingesetzt werden, zu stark schwankt.

Abraham Katzir von der Tel Aviv University hat deshalb einen Laser mit Temperaturkontrolle entwickelt. Dieser misst die vom Löt-Protein zurückgesandte Infrarot-Strahlung und korrigiert die Intensität des Lasers, wenn die Temperatur außerhalb des Optimums von 60 bis 65 Grad liegt. In einer Pilotstudie mit Menschen hielten gelötete Wunden 30 Tage lang genauso gut wie genähte, heilten besser und entzündeten sich seltener.

  [ ©:  Heise-Newsticker  ]

 Basics: Laser im Zahnlexikon-Online

Anfang


13.) Zum Schluss: Ich wünsch' mir zum Geburtstag einen Vorderzahn
 

Lilli Walzer: Wiener Lieder

In vierzehn Tagen habe ich Geburtstag
und wieder wird es sein wie jedes Jahr;
Die Mutter macht mir einen Braten,
die Schwester kauft mir was auf Raten
und der Vater sagt beim Essen:
"Ich hab wieder dran vergessen!"
Eine wünscht sich zum Geburtstag ein Paar Nylons,
oder gar ein' echten Mantel aus Flanell.
Ich hab auch ein' Wunsch, an stillen,
doch der wird sich nicht erfüllen,
denn für solche Luxussachen muß ma 'n Totozwölfer machen:

Ich wünsch' mir zum Geburtstag einen Vorderzahn,
den meinen schlug der Ferdinand mir ein.
Ich weiß bis heute nicht, warum er das getan.
Aus Liebe kann das nicht gewesen sein.

Es hat vorher nie den kleinsten Streit gegeben
Als er plötzlich mich von seiner Seite stieß
und in meinem jungen, ihm geweihten Leben
plötzlich diese große Lücke hinterließ.
Die Krankenkasse sagt, das ginge sie nichts an,
denn das wär' schließlich meine Schuld allein.
Wenn sie das zahlert, käme ja ein jeder dann
und hauert sich die Vorderzähne ein.

Ich weiß nicht, was ich ohne Zahn werd' machen,
es geht mir Tag und Nacht nicht aus dem Sinn,
ich könnt' alles dafür geben,
selbst ein Jahr aus meinen Leben
und wenn's sein müßt', auch das Tascherl
mit dem schwarzen Ledermascherl.
Neulich träumte mir, ich wär' in einem Garten,
da erschien mir unsre Nachbarin als Fee
und sie sprach, wenn ich was wolle,
daß ich mir was wünschen solle.
Kleider oder sonst was Feines,
doch ich sprach, ich will nur eines:

Ich wünsch' mir zum Geburtstag einen Vorderzahn,
den meinen schlug der Ferdinand mir ein.
Ich weiß bis heute nicht, warum er das getan.
Aus Ärger kann das nicht gewesen sein.

Wir sind am Sonntagabend noch beim Tanz gewesen
Und er tanzte mit der Mizzi, die ich nicht mag.
Und ich sagte noch: "Du tanzt mit diesem Besen?",
als mein Vorderzahn auch schon am Boden lag.
Mein Bruder sah sich tags drauf die Bescherung an
und sprach, "das büßt die Mizzi, dieses Stück!
S' geht Aug um Aug und Vorderzahn und Vorderzahn!"
Doch das bringt mir den meinen nicht zurück.

Wir haben einen Herrn, der unter uns wohnt.
Mit dem tu ich seit gestern kokettier'n.
Ich war niemals eine Circe, das weiß jeder im Bezirke.
Doch wenn der mich möchte fragen,
dem könnt ich mich nicht versagen.
Er ist lang zwar nicht so schön als wie der Ferdl,
und er hat zwei linke Füße, das ist war.
Doch wenn auch nach meiner Meinung
seine äußere Erscheinung
nicht von einem Tenorist ist,
Hautsach', daß er ein Dentist ist!

Denn
Ich wünsch' mir zum Geburtstag einen Vorderzahn,
den meinen schlug der Ferdinand mir ein.
Ich weiß bis heute nicht, warum er das getan.
Es muß aus Liebe doch gewesen sein.
Was sich liebt, das schlägt sich, hört man oftmals sagen.
Bitte sehr, es ist vielleicht ja kein Genuß!
Doch wenn er mir gar den Zahn hat eingeschlagen,
kann man vorstell'n sich, wie der mich lieben muß.
Vielleicht kommt er sogar an mein' Geburtstag an
und wenn mir der Dentist die Liebe tut,
dann lächle ich mit meinem neuen Vorderzahn
damit er sieht, s' ist alles wieder gut.

  [ ©: http://www.sloat.de/x/nowak/4.htm ; als Audio-File: http://www.sloat.de/x/nowak/zahn.wav   ]

Anfang


NewsLetter ausdrucken

Erläuterungen zu Fachbegriffen unter http://www.zahnlexikon-online.de

Direkter WEB-Zugriff auf diesen Letter

disclaimer/rechtliches

Zum Archiv 2001 - 2008
NewsLetter abonnieren

Impressum

Herausgeber:    Dr. Klaus de Cassan, GF der ZiiS-GmbH
Verantwortlich:  Dr. Klaus de Cassan
Gesetzliche Pflichtangaben unter: http://www.ziis.de/impressum.htm

Alle Rechte vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung der ZiiS-GmbH.
Bitte beachten Sie das Copyright (c) 2001-2009:
Copyright

Abmelden
----------
Der Bezug der ZahnNewsLetter ist kostenlos. Er wird ausschließlich an User versandt, die sich zuvor persönlich angemeldet und ein Kennwort erhalten haben.
Wenn Sie den ZahnNewsLetter abbestellen wollen, so senden Sie bitte eine E-Mail mit Angabe Ihres Kennwortes und dem Vermerk  UNSUBSCRIBE  in der Betreff-Zeile an die Adresse