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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
01/2010/ 1. Januar 2010
Ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr 2010. Als Prognose für 2010
schließen wir uns Erich Kästner an:
"wird's besser, wird's schlimmer?"
fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich:
Leben ist immer
lebensgefährlich!
Ihre ZahnNewsLetter Redaktion
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Inhalt
1.)
Acht von zehn Angstpatienten hilft Psychotherapie
2.)
Kinder in
Deutschland putzen zu wenig Zähne
3.)
Weltmeister beim Jammern, Champion bei der Kostendämpfung
4.) Lichtblicke in der dunklen Jahreszeit -
Süßes zum Verwöhnen
5.)
Klebrige Bakterien - Wie
entstehen Infektionen?
6.) Neues Gerät
tötet resistente Bakterien
7.)
Irrtümer rund um Allergien - Ziegen-
oder Stutenmilch schützen Babys vor Allergien?
8.)
Die schönste Nebensache der Welt? -
Studie "Essen& Trinken in Deutschland"
9.)
Labor auf dem Chip / Forscher entwickeln komplette
Analyselabore auf Mikrochips
10.)
Neue Gesundheitskarte:
Experten warnen vor Hackerangriffen
11.)
Zum Jahreswechsel bevölkern fast sieben Milliarden
Menschen die Erde
12.)
Zum Schluss:
Handy im Kabeljau,
Kakerlaken im Mund - Kurioses 2009
1.)
Acht von zehn Angstpatienten hilft Psychotherapie
Zähne müssen möglichst früh sorgfältig gepflegt werden. Wenn zugleich
die professionelle Pflege durch den Zahnarzt regelmäßig wahrgenommen
wird, halten Zähne oft ein Leben lang. Darauf verwiesen Prof. Dr.
Radlanski (Charité Berlin) und Prof. Dr. Jöhren (Universität Witten
Herdecke) auf der Online-Pressekonferenz der Initiative proDente e.V.
zum Thema "Der Weg zu schönen und gesunden Zähnen". Wenn Zähne dennoch
erkranken, können Patienten sicher sein, eine individuelle Behandlung
und Beratung zu genießen. "Hier ist die Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt
und Zahntechnikermeister sehr wichtig", so Dr. Philipp Kohorst
(Medizinische Hochschule Hannover). Der Patient hat durch die
wohnortnahe Versorgung eine vollständige Transparenz, welche Materialien
verwendet werden.
Was viele Menschen nicht wissen: Zähne sind schon im Embryo angelegt.
Dementsprechend sind auch auf den ersten Blick zahnlose Babies mit allen
Zähnen ausgestattet. Eltern sollten nach dem Durchbruch der ersten Zähne
Wert auf zahngesunde Ernährung und regelmäßige Pflege legen. "Für die
Eltern muss es normal sein - wie bei einer Inspektion des Autos -
regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen und die Kinder sollten mitkommen",
fordert Radlanski.
Angst wird erlernt
Fehlt diese Erfahrung oder wird ein negatives Erlebnis gemacht, kann
eine Zahnbehandlungsangst entstehen. Kinder können Angst auch erlernen,
wenn Eltern ängstlich vor einem Zahnarztbesuch sind. Der Nachwuchs
entwickelt dann stellvertretend für Mama oder Papa eine Furcht vor dem
Zahnarztbesuch.
Phobie kann psychotherapeutisch überwunden
werden
"Vollnarkose macht wenig Sinn", so vehement plädiert Prof. Dr. Jöhren
gegen eine Behandlung unter Vollnarkose. Das eigentliche Problem bleibt
bei einer Vollnarkose ungelöst. "Der Patient wird ja nicht weniger
ängstlich, weil sie ihn in den Schlaf versetzen", so Jöhren. Dagegen
zeigen Untersuchungen eine Wirksamkeit der psychotherapeutischen
Verfahren von 70 - 80 Prozent bei Phobiepatienten.
Angst vor Werkstoffen zumeist unbegründet
Im Vorfeld eines zahnmedizinischen Eingriffes hat der Patient die Qual
der Wahl - er muss sich für ein Zahnersatz-Material entscheiden. "Dabei
ist die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen dem Zahnarzt und dem
zahntechnischen Labor sehr wichtig", erklärt Dr. Kohorst. "Der Patient
erhält die exakte Information, welche Materialien in seiner Mundhöhle
verwendet wurden" führt Kohorst weiter aus. In der hiesigen, modernen
Zahntechnik werden ausschließlich Werkstoffe von hoher Qualität
verarbeitet.
Sehen Sie sich ein
Video zu diesem Thema an.
[
©:
Initiative
proDente ]
Basics:
Angst
im
Zahnlexikon-Online
2.)
Kinder in Deutschland
putzen zu wenig Zähne
Jedes zehnte Kind in Deutschland hat mehr als zwei
kariöse Zähne. Hauptursache ist die mangelnde Zahnpflege: Jeder dritte
Sprössling putzt nur einmal täglich oder noch seltener die Zähne. Welche
Folgen die unzureichende Zahnpflege hat, zeigt sich im späteren
Erwachsenenalter. Nicht einmal ein Prozent der Deutschen kann mit einem
kariesfreien Gebiss glänzen. Karies ist damit noch vor
Herz-Kreislauferkrankungen die verkannte Volkskrankheit Nr. 1.
Prophylaxe bei Kindern A und O
Eltern nehmen bei der Vermittlung und Kontrolle der richtigen Zahnpflege
eine Schlüsselrolle ein. Empfohlen wird, Kindern frühzeitig die Routine
anzugewöhnen, nach jedem Essen die Zähne zu putzen. Auch der regelmäßige
Besuch beim Zahnarzt gehört für eine umfassende Vorsorge dazu. Eltern
sollten sich nicht darauf verlassen, dass Kinder unter zwölf Jahre
regelmäßig in Kindergärten und Schulen untersucht werden. So werden
trotz gesetzlichen Auftrags vom Schulzahnarzt durchschnittlich nur
ungefähr 70 Prozent der Sprösslinge erreicht. Die Individualprophylaxe
beim Hauszahnarzt, auf die Kinder im Alter von sechs bis 18 Jahren
einmal jährlich Anspruch haben, ist also unentbehrlich.
Im Rahmen der Individualprophylaxe werden auch die Kosten für die
Versiegelung der bleibenden Backenzähne übernommen. Bei knapp jedem
dritten Zwölfjährigen bleibt das allerdings aus. Dabei ist
wissenschaftlich bestätigt, dass versiegelte Zähne nach vier bis fünf
Jahren nur halb so viel Karies aufweisen wie die nicht versiegelten.
"Zur konsequenten Mundhygiene sollten daher vier Grundsätze eingehalten
werden", rät Frank Grunwald, Gesundheitsexperte vom Deutschen Ring, und
fasst zusammen: "Regelmäßige Besuche beim Zahnarzt, zahnverträgliche
Ernährung und systematische Zahnpflege sowie Fluoridierung". Gründlich
gepflegt, könnten Zähne dann bis ins hohe Rentenalter gesund und schön
erhalten bleiben. Umfassende Tipps zur gezielten Zahnpflege, Prävention
und richtigen Ernährung werden unter
www.deutscherring.de/RingGesundheitsWelt angeboten.
Erwachsene vermehrt von Wurzelkaries betroffen
Voraussetzung ist Kontinuität: Die regelmäßige Zahnpflege kombiniert mit
prophylaktischen Maßnahmen sollte auch im Erwachsenenalter beibehalten
werden. So ist beispielweise Wurzelkaries mit zunehmendem Alter immer
verbreiteter. Das hängt häufig mit dem alters- und entzündungsbedingtem
Zahnfleischrückgang zusammen. Dadurch liegt der Zahnhals frei und ist
anfälliger für Karies. Bei den 65- bis 74-Jährigen ist Wurzelkaries in
den letzten zehn Jahren vermehrt aufgetreten. 1997 war noch jeder fünfte
von ihnen betroffen, mittlerweile ist es mehr als jeder dritte.
Aber auch die Zahl der Kronenkariesfälle und der Parodontalerkrankungen
nehmen mit dem Alter zu. Besonders lästig: Ist ein Zahn einmal
angegriffen, wird er nicht mehr richtig gesund. Er kann höchstens
repariert oder ersetzt werden. Doch Präventionsmaßnahmen zahlen sich
aus: Verglichen mit anderen chronischen Erkrankungen, verzeichnet die
effektive Mundhygiene gerade bei Karies besondere Erfolge.
[
©:
PM
http://www.deutscherring.de/ ]
Basics:
Zahnlexikon-Online
3.)
Weltmeister beim Jammern,
Champion bei der Kostendämpfung
Lücken in der ärztlichen Versorgung, zu viele Mediziner in
Ballungsregionen, Mangel auf dem Land, eine Diskussion, wie
überbelastete Ärzte durch Aufwertung von Pflege- und Assistenzpersonal
entlastet werden könnten, und nicht zuletzt gebetsmühlenartige
Forderungen nach angemessener Honorierung - Deutschlands
Ärztefunktionäre sind beim Jammern Weltmeister.
Mag sein, dass gemessen an einem paradiesischen Ideal Arbeitsbedingungen
wie Arbeitsergebnisse im deutschen Gesundheitswesen höchst
unbefriedigend erscheinen. Da aber das Paradies kein realistisches
Gesellschaftsmodell ist, wäre ein Vergleich zwischen Deutschland und dem
Rest der Welt eher sinnvoll. Und geeignet, die notorische deutsche
Übellaunigkeit zu vertreiben. Als Stimmungsaufheller sei die jüngste
OECD-Statistik "Health at a Glance 2009" empfohlen. Sie vergleicht für
insgesamt 30 Industrieländer die wichtigsten Parameter.
Was heißt hier "teuer"? - Die Perspektive
entscheidet
Ist Gesundheit in Deutschland (zu) teuer? Das kommt auf die Perspektive
an. Die für Deutschland schlechteste ist der Anteil der
Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt: Mit 10,4 Prozent (2007)
haben die Deutschen das viertteuerste Gesundheitssystem der Welt - nach
den USA, Frankreich und der Schweiz. Etwas günstiger sieht es dann aus,
wenn man den Anteil der Gesundheitsausgaben am Konsum der Haushalte
betrachtet: Mit 14,9 Prozent liegt Deutschland an sechster Stelle.
Betrachtet man jedoch die Pro-Kopf-Ausgaben, umgerechnet in
Kaufkraft-Paritäten, dann erweist sich das deutsche Gesundheitssystem
sogar als kostengünstig: Mit 3588 US-Dollar liegt Deutschland auf Platz
10. Neben dem Spitzenreiter USA (7290 Dollar) liegen Länder wie
Norwegen, die Schweiz, Luxemburg oder sogar die Niederlande teils weit
vor den Deutschen.
In einem Punkt ist Deutschland sogar Champion: bei der Kostendämpfung.
In den Jahren von 1997 bis 2007 stiegen die realen Gesundheitsausgaben
durchschnittlich jährlich nur um 1,7 Prozent. Im Durchschnitt aller
OECD-Länder waren es 4,1 Prozent. Die als Sparbrötchen bekannten
Niederländer hatten ein doppelt so hohes Wachstum wie die Deutschen (3,5
Prozent), und mit einem Wachstum von jährlich 4,9 Prozent versuchten die
Briten, den Versorgungsengpässen in ihrer Staatsmedizin zu begegnen.
Im internationalen Vergleich relativiert sich auch die Klage über den
Ärztemangel. 1,5 Allgemeinärzte kommen auf 1000 Einwohner in der
Bundesrepublik - 0,9 sind es im OECD-Schnitt. Außerdem: "Regional sind
die Ärzte in Deutschland gleichmäßiger verteilt als in fast allen
anderen OECD-Ländern."
Wie berechtigt ist die Klage über unzureichende Vergütung
niedergelassener Ärzte? Die OECD-Statistiker haben dies am
Durchschnittslohn der jeweiligen Staaten gemessen: Danach verdient ein
Allgemeinmediziner in Deutschland das 3,3-Fache des Durchschnittslohns.
Nur in Großbritannien, Mexiko und den USA ist die Spreizung größer. Mit
dem 4,1-Fachen finden sich die Fachärzte im Mittelfeld von 14
OECD-Ländern.
Besonders frappierend ist die Feststellung der OECD, dass der Nachwuchs
bei Krankenpflegern und Krankenschwestern in Deutschland deutlich
schlechter gesichert ist als bei den Ärzten. Die Lautstärke der
öffentlichen Debatte darüber verhält sich reziprok. Anders als bei den
Ärzten sind in der übrigen OECD Mitarbeiter in der Pflege deutlich
besser bezahlt als in Deutschland.
Vehement beklagt wird seit Jahren die mangelnde Performance deutscher
Medizin. 80 Jahre alt wird der Bundesbürger im Schnitt. Das ist nur
Platz 14. Aber die Japaner, seit Langem Spitzenreiter, werden nur 2,6
Jahre älter, die weitaus meisten Länder mit besseren Werten als
Deutschland liegen nur um wenige Monate günstiger. An der Medizin liegt
dies kaum.
Defizitär ist die Prävention - vor allem bei
Kindern
Die Daten zeigen aber auch dringenden Handlungsbedarf - vor allem bei
der Prävention. Rund ein Fünftel der Kinder unter 15 raucht, das ist der
drittschlechteste Platz. 16 Prozent der 15-jährigen Jungen sind
übergewichtig, elf Prozent bei den Mädchen, und hier mit beängstigendem
Zuwachs. Vom Niveau her ist das OECD-Durchschnitt. Aber wenn nichts
passiert, nähert sich Deutschland den USA an: dort sind 30 Prozent der
Jugendlichen übergewichtig.
[
©:
Ärztezeitung]
4.)
Lichtblicke in der
dunklen Jahreszeit - Süßes zum Verwöhnen
Schokolade, Plätzchen & Co. haben gerade jetzt in den kalten, dunklen
Wintermonaten Hochsaison. Sie schmecken und sie tun uns gut, verwöhnen
Gaumen und Seele. Die süßen Genüsse spenden uns an trüben Tagen Energie
und erfüllen uns mit Glücksgefühlen. Ein weiterer Grund für ein wohliges
Lächeln gegen den Winterblues: Ein sauberer Zahn mit widerstandsfähigem
Schmelz wird nicht krank. Denn Studien zeigen: Nicht der seufzende
Verzicht auf die Naschereien, sondern nachweislich einzig die
konsequente Mundhygiene mit fluoridhaltiger Zahnpasta hält die Karies
wirksam in Schach. Die Zahnpasta sollte für Kinder maximal 500 ppm und
für Erwachsene 1.500 ppm Fluoride enthalten. Diese müssen dann natürlich
auch mit der Bürste an den Zahn gebracht werden – und zwar regelmäßig,
also nach Möglichkeit dreimal täglich nach den Hauptmahlzeiten,
mindestens aber einmal morgens nach dem Frühstück und abends vor dem
Schlafengehen. Dabei werden sowohl die bakteriellen Zahnbeläge als auch
die an und zwischen den Zähnen haftenden Nahrungsreste entfernt,
Fluoride dringen in den Zahnschmelz ein und härten ihn. Und darüber
hinaus gilt: Wer sich regelmäßig bewegt, bei dem schlagen sich die süßen
Genüsse nicht auf den Hüften nieder.
[ ©:
IME Pressedienst 5/2009 ]
Basics:
Aktion zahnfreundlich im
Zahnlexikon-Online
5.)
Klebrige Bakterien - Wie entstehen Infektionen?
Kieler Wissenschaftler haben in Kooperation mit Kollegen des
Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und der Technischen Universität Dänemark
in Lyngby ein neues Verfahren entwickelt, um die Anhaftungsmechanismen von
Bakterien an Wirtszellen zu untersuchen. Dadurch lassen sich wichtige
Rückschlüsse auf die Verbreitung von bakteriellen Infektionen und die
Wirksamkeit von Medikamenten ziehen.
In der Zeitschrift Chemical Communications der Royal Society of Chemistry
veröffentlichten Doktorandin Mirja Hartmann und Professorin Thisbe Lindhorst,
beide Otto Diels-Institut für Organische Chemie der
Christian-Albrechts-Universität, eine neue Methode, die den molekularen
Mechanismen beim 'Andocken' von Bakterien an menschliche Zellen auf den Grund
geht.
Bakterien spielen für den Menschen eine große Rolle. Sie bilden beispielsweise
die Darmflora, die notwendig für die Verdauung ist. Sie können aber auch eine
Vielzahl von Krankheiten hervorrufen, wie Meningitis oder andere Entzündungen.
Alle Bakterien haben jedoch gemeinsam, dass sie sich zunächst an die Oberfläche
ihrer Wirtszellen binden müssen, um ihre Wirkung zu entfalten. Dazu besitzen die
meisten Arten sogenannte Fimbrien. Das sind haarähnliche Fäden von einem bis
zwei µm Länge. (1 µm entspricht einem Tausendstel Millimeter. Zum Vergleich: Ein
menschliches Haar hat einen Durchmesser von ca. 70 µm.) Die Enden dieser
Fimbrien bleiben an den zuckrigen Außenschichten der Wirtszellen haften
(Adhäsion genannt). So sind sie gegen das Wegspülen durch Blut oder ähnliche
Sekrete geschützt und können ungehindert mit der Vermehrung beginnen.
"Jede einzelne Zelle ist von Zucker umgeben", erklärt Hartmann. "Doch welche
Mechanismen dazu führen, dass die Fimbrien an der komplexen Oberfläche der
Wirtszellen hängen bleiben, ist bisher nicht bekannt". In der neuen Methode geht
es darum, die Zuckeroberfläche von Zellen auf Testplatten künstlich
herzustellen. "Die synthetische Oberfläche erlaubt uns, einzelne Parameter zu
kontrollieren und so die Bedingungen für ein Verkleben von Zelle und Bakterium
zu simulieren", so Hartmann weiter. Nachdem die Zuckeroberfläche hergestellt
ist, werden speziell präparierte Bakterien aufgebracht, die entweder
fluoreszieren oder durch eine grünliche Färbung sichtbar werden. So lässt sich
feststellen, unter welchen Bedingungen die Bakterien am besten haften und wie
Moleküle geschaffen sein sollten, um antibakteriell zu wirken.
"In Zeiten von Antibiotikaresistenzen ist dies ein viel versprechender Ansatz",
so Lindhorst. Immer mehr krankheitserregende Organismen bilden Schutzmechanismen
gegen die traditionelle Behandlung mit Antibiotika aus. "Mit der Erforschung der
bakteriellen Adhäsion kann man in Zukunft die molekularen Interaktionen auf der
zuckerummantelten Zelloberfläche besser verstehen", erklärt Lindhorst weiter.
Dadurch kann die pharmazeutische Chemie weiterentwickelt werden, um neue Wege
für Umgehung von Antibiotikaresistenzen zu finden. Damit neue synthetische
Wirkstoffe aber nicht auch die Ansiedlung lebensnotwendiger Bakterien und andere
physiologische Prozesse verhindern, ist die Weiterführung der begonnenen
Grundlagenforschung unerlässlich.
[ ©:
PM
http://idw-online.de/pages/de/news349202
]
Basics:
Bakterien im
Zahnlexikon-Online
6.)
Neues Gerät tötet
resistente Bakterien
Mit neuartigen Desinfektionsgeräten wollen Forscher des
Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching
Bakterien den Garaus machen. Die Technik beruht auf einem Plasma,
einem elektrisch leitenden Gas.
"Diese Geräte bringen große Hoffnungen für die Zukunft", sagte
Professor Gregor Morfill, Direktor am MPE, am Donnerstag in München.
So könnten sich Ärzte durch den Einsatz der Plasmageräte die
zeitraubende Desinfektionsprozedur des Händeschrubbens sparen. Auch
Fußpilzinfektionen könnten sogar durch Socken hindurch innerhalb
weniger Sekunden behandelt werden.
Ein Plasma besteht aus geladenen Teilchen wie Ionen oder Elektronen.
Durch das von den Forschern entwickelte Plasmagerät kommt es zu
Entladungen in der Luft. Durch die entstehenden Mikroblitze werden
etwa der molekulare Stickstoff und Sauerstoff in der Luft gespalten
- es laufen über 200 chemischen Reaktionen ab. Unter anderem
entsteht so das für Bakterien schädliche Wasserstoffperoxid.
"Auch medikamentenresistente Bakterien werden so gezielt getötet",
sagt Morfill. Und sogar die Desinfizierung chronischer,
nicht-heilender Wunden sei mit den Geräten möglich, weil das Plasma
für Bakterien tödlich, für menschliche Zellen aber harmlos ist.
"Statt Jod auf Wunden zu träufeln, könnte man Kratzer in Zukunft
auch mit dem zahnbürstenkleinen Gerät desinfizieren - das tut nicht
weh", wies Morfill auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des
Geräts hin.
[
©:
Ärztezeitung / dpa
]
Basics:
Sterilisation im
Zahnlexikon-Online
7.)
Irrtümer rund um
Allergien - Ziegen- oder Stutenmilch schützen Babys vor Allergien?
Irrtümer entstehen und verbreiten sich, wenn etwas logisch und
einleuchtend klingt. Dafür bedarf es keiner wissenschaftlichen Beweise -
es reicht, wenn man jemanden kennt, der es auch schon mal erlebt hat.
Und so kennt fast jeder jemanden, dessen Kind oder Kinder möglicherweise
allergiegefährdet sind oder bereits eine Allergie haben. Die meisten
Allergien im Kleinkindalter betreffen Kuhmilch. Da ist die Annahme nahe
liegend, dass Ziegen- oder Stutenmilch besser geeignet sein müssen, als
Kuhmilch. Von einer Ziegen- oder Stutenmilchallergie hört man
schließlich nie etwas. Aber so ist es eben nicht. Tatsächlich kommen
Babys in unserem Kulturkreis, wenn sie nicht gestillt werden, als erstes
mit kuhmilchhaltiger Säuglingsnahrung in Berührung. Manchmal reagieren
sie allergisch auf das Eiweiß aus der Milch. Sie würden aber
höchstwahrscheinlich auch eine Allergie gegen Ziegen- oder Stutenmilch
entwickeln, denn das enthaltene Eiweiß ist dem aus Kuhmilch sehr
ähnlich. Wenn ein allergiegefährdetes Baby in den ersten vier
Lebensmonaten mit Fremdeiweiß in Kontakt kommt, ist das Risiko für eine
Allergie gegen diesen Stoff erhöht. Übrigens ist auch die "Milch" aus
Soja oder Getreide keine Alternative zu Kuhmilch. Diese Lebensmittel
können genauso Allergien auslösen. Und was viel schwerer wiegt: Ziegen-
und Stutenmilch wie auch Soja- oder Getreidemilch sind von der
Zusammensetzung gar nicht für die Ernährung von Säuglingen geeignet.
Babys, die mit diesen "Milchen" gefüttert werden, können sogar
dramatische Mangelerscheinungen entwickeln. Für allergiegefährdete
Babys, also Babys in deren Familie Allergien bekannt sind, ist
HA-Nahrung der beste Muttermilchersatz. Dort ist das enthaltene Eiweiß
in kleinere Bruchstücke gespalten und wird dadurch verträglicher (hypoallergen=HA).
Und wenn ein Baby bereits allergisch auf Kuhmilcheiweiß reagiert, dann
bekommt es am besten eine stark hydrolysierte Spezialnahrung, bei der
die Eiweißbruchstücke so klein sind, dass sie in der Regel auch bei
Allergien gut vertragen werden.
[ ©: aid ]
Basics:
Allergien im
Zahnlexikon-Online
8.)
Die schönste Nebensache der
Welt? - Studie "Essen& Trinken in Deutschland"
Während für die Mehrheit der Deutschen drei
Hauptmahlzeiten und eine Stärkung am Nachmittag noch immer die Norm
sind, tendieren die Jüngeren zu unregelmäßigen Essgewohnheiten. Gegessen
und getrunken wird bei den 20- bis 24-Jährigen oftmals, wenn Hunger und
Durst sich einstellen und gerade Zeit ist.
Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie "Essen& Trinken in
Deutschland", die die GfK Panel-Services unter 4500 Verbrauchern im
Alter von 16 bis 69 Jahren durchgeführt hat. Ob dieser deutliche Trend
zu einer Verschiebung der klassischen Ernährungsstrukturen führe, würden
die nächsten Jahre zeigen. Laut Befragung essen und trinken die 20- bis
24-Jährigen zudem auch am häufigsten unterwegs. Rund 40 Prozent ihrer
Mahlzeiten nehmen sie außerhalb der eigenen Wohnung zu sich. Die Studie
stützt sich auf ein neues ganzjährig online geführtes
Ernährungstagebuch, das über 400 000 Verzehrssituationen rund um die Uhr
erfasst hat.
Weitere interessante Ergebnisse der Studie: Die Deutschen lassen sich
häufig beim Essen und Trinken ablenken. Nur knapp 19 Prozent aller
Bundesbürger widmen sich bei den Mahlzeiten ausschließlich der
Nahrungsaufnahme. 27 Prozent unterhalten sich beim Essen, 19 Prozent
schauen dabei fern, 13 Prozent sitzen unterdessen am Computer, 12
Prozent essen während der Arbeit, 10 Prozent beim Radiohören und 8
Prozent lesen nebenbei. Darüber hinaus naschen Groß und Klein nach dem
Abendessen noch gerne beim Fernsehen. Am liebsten greifen die Deutschen
hier zu salzigen Knabbereien und Schokolade. Vor dem Computer dominieren
mit Schokolade und Zuckerwaren hingegen die süßen Genüsse.
Da stellt sich die Frage: Gehören auch Essen und Trinken vielleicht
schon bald zu den schönsten Nebensachen der Welt? Obwohl das
Nebenbei-Essen auf den ersten Blick vielleicht effizient und zeitsparend
scheint, ist es aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht
empfehlenswert. Das Gehirn ist nämlich bei der Nahrungsaufnahme
abgelenkt und sendet weiter Hungersignale an den Körper. Die zuviel
gefutterten Kalorien lassen sich in Form von "Hüftgold" dann
bekanntermaßen nur noch sehr mühevoll und zeitaufwändig abtrainieren.
[
©:
aid, Ira Schneider ]
9.)
Labor auf dem Chip / Forscher entwickeln komplette Analyselabore auf
Mikrochips
Bei medizinischen Analysemethoden steht nach Angaben von
Diagnostika-Herstellern eine Miniaturisierung bevor, die mit der Entwicklung von
Großrechnern hin zu winzigen Prozessoren verglichen wird. Für so gut wie jede
medizinische Fragestellung werde es bald eigene Schnelltests im
Scheckkartenformat sowie handliche Lesegeräte zur Auswertung geben, heißt es in
der "Apotheken Umschau". Auf wenige Millimeter bis Zentimeter großen Plättchen
aus Glas oder Kunststoff, in die winzige Kanäle und Reaktionskammern eingraviert
sind, finden bei dieser Technologie chemische, biologische oder medizinische
Untersuchungen statt. Die neuen Diagnostiksysteme sind ideal, um Bakterien und
Viren, Allergien oder Stoffwechselerkrankungen aufzuspüren. Auch der Traum einer
"personalisierten Medizin" rückt dadurch näher - individuell auf den einzelnen
Patienten zugeschnitten. Die Laborchips sollen in Arztpraxen, Apotheken, aber
auch zuhause beim Patienten einsetzbar sein. Heute funktionieren nach diesem
Prinzip bereits Schwangerschafts- und Blutzuckertests. Komplexere "Lab-on-a-chip"-Systeme
sind derzeit allerdings noch nicht so präzise wie herkömmliche Labormethoden.
Diese sind auch noch weitaus preiswerter. Die Entwickler gehen davon aus, dass
Massenproduktionsverfahren für die Laborchips diesen Nachteil bald ausgleichen
werden.
[ ©:
Apothekenumschau
]
10.)
Neue Gesundheitskarte: Experten warnen vor Hackerangriffen
Harte Kritik übten die Referenten der Hamburger
Veranstaltung von "Stoppt die E-Card" an der Einführung der elektronischen
Gesundheitskarte in der geplanten Form. Sie wollen das weltweit größte
IT-Projekt prüfen oder ganz stoppen.
"Die elektronische Gesundheitskarte ist ein teures, überflüssiges bürokratisches
Monster", warnte der Arzneimittelexperte Professor Dr. Harald Schweim, ehemals
Leiter des Instituts für Arzneimittelsicherheit im Bundesgesundheitsministerium
(wir berichteten kurz). Das Versprechen, die neue Karte verbessere die
Versorgung im Notfall sei "nur Makulatur", sagte Schweim. Derzeit gehe es bei
den Kassen vor allem um den Onlinestammdatendienst, also die automatische
Aktualisierung der Patienten-Stammdaten und um den Notfalldatensatz auf der
Karte.
Zu der Hamburger Veranstaltung hatte die Aktion "Stoppt die E-Card" eingeladen.
Silke Lüder, Hausärztin aus Hamburg und Sprecherin der Aktion, kritisierte die
Kassen. "Sie wollen, dass wir in den Praxen bei Statusänderungen die Stammdaten
unserer Patienten online ändern sollen. Damit werden uns Zeit raubende Aufgaben
zugemutet, die eigentlich die Kassen zu erledigen hätten."
Auch Professor Hartmut Pohl, Sprecher des Präsidiumsarbeitskreises
Datensicherheit der Gesellschaft für Informatik, erhob schwere Bedenken gegen
die elektronische Gesundheitskarte. Zwar sei die Digitalisierung im
Gesundheitswesen mit elf Milliarden Transaktionen im Jahr und einem
Datenaufkommen von 23,6 Terabyte (ohne Bilddaten) unverzichtbar, so Pohl, aber
die Einführung der E-Card berge "Risiken, die in einer Risikoanalyse umfassend
bewertet werden müssen."
Nach Pohls Ansicht ist eine sichere Speicherung von Daten im Internet trotz
Verschlüsselung und Pseudonomisierung unmöglich. Pohl: "Alle Computer, Server,
Bridges et cetera können erfolgreich angegriffen werden." Außerdem könnten die
gespeicherten Gesundheitsdaten beliebig verknüpft werden mit Daten aus Genom- ,
Maut- , oder den Verbindungsdaten von Bankkonten und Telefongesellschaften.
"Damit können Fragen gestellt werde wie: Wer wohnt in Köln, hat im letzten Jahr
mehr als 25 000 Euro verdient, war zwei Mal in den USA, fuhr mehr als fünf Mal
mit dem Auto nach Aachen, telefonierte wöchentlich mit München und leidet an
Schwerhörigkeit?", sagte Pohl. "Und auf eine solche Frage wird es eine Antwort
geben." Pohl erwartet vor der Einführung der Karte: "Vertraulichkeit,
Integrität, Verfügbarkeit und Verbindlichkeit mit Authentizität und
Beherrschbarkeit" der E-Card. Hausärztin Lüder forderte: "Wir wollen, dass die
Bundesregierung ein Moratorium initiiert, das den Nutzen der Karte prüft."
[
©:
Ärztezeitung ]
Basics:
Elektronische Gesundheitskarte im
Zahnlexikon-Online
11.)
Zum Jahreswechsel bevölkern fast sieben Milliarden Menschen die Erde
Fast sieben Milliarden Menschen bevölkern die Erde. In der Nacht
zum 1. Januar 2010 werden es voraussichtlich 6 834 509 600 Menschen
sein, teilte die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) am Mittwoch
in Hannover mit. Im Jahr 2009 wuchs die Bevölkerung weltweit um rund
83 Millionen Menschen - das entspricht etwa der Zahl der in
Deutschland lebenden Bevölkerung.
Jede Sekunde werden durchschnittlich 2,6 Erdenbürger geboren.
Prozentual wächst die Bevölkerung Afrikas am schnellsten. Im Jahr
2009 hat die Bevölkerung dieses Kontinents die Eine-Milliarde-Marke
überschritten.
Die meisten Länder Afrikas können nach Angaben der Stiftung ihre
Bevölkerung schon jetzt nicht mehr ausreichend versorgen. Das
rasante Bevölkerungswachstum übe zusätzlichen Druck auf die
natürlichen Ressourcen sowie auf Bildungs- und Gesundheitssysteme
aus und verschärfe die Armut. Die Stiftung appellierte an die
Bundesregierung, deutlich mehr Geld in Familienplanung in den
Entwicklungsländern zu investieren. Dann erhielten die Menschen eine
reelle Chance, langfristig Hunger und Armut zu entkommen. Die
Investitionen lohnten sich auch wirtschaftlich: Nach Berechnungen
des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) erspare jeder
Euro, der in Familienplanung investiert wird, 31 Euro für die
Bereitstellung von Wasser, Gesundheitssystemen und Bildung.
[
©:
Ärztezeitung ]
12.)
Zum Schluss: Handy
im Kabeljau, Kakerlaken im Mund - Kurioses 2009
Was haben eine Bibel und ein BH gemeinsam? Sie retteten ihren
Besitzern bei Überfällen von Straßenräubern das Leben. Schier
unglaubliche Geschichten ereigneten sich im Laufe des vergangenen Jahres
rund um den Globus.
So prallte am Drahtbügel des BHs einer Frau in Detroit die Kugel eines
Gangsters ab, zurück blieb nur ein blauer Fleck. In Argentinien hielt
ein Pastor bei einem Überfall eine Bibel schützend vor seine Brust -
eine Kugel prallte vom harten Einband der Heiligen Schrift ab.
Seine letzte Mahlzeit rettete einen Python in Australien aus den Händen
von Entführern: Die Schlange hatte ein Beuteltier gefressen, das zu
Forschungszwecken mit einem Peilsender ausgestattet war und konnte so
von der Polizei mühelos aufgespürt werden.
Ihre sieben Leben retteten wiederum eine kleine Katze im britischen
Stonehaven: Sie überlebte einen 30-Grad-Spülgang in einer Waschmaschine.
Handy im Magen eines Fisches funktionierte noch
Als äußerst widerstandsfähig erwies sich auch ein Handy, das ein
britischer Angler im Magen eines frisch an Land gezogenen Kabeljaus
entdeckte. Da es noch funktionierte, konnte der Angler damit die
Freundin des Besitzers erreichen, der das Handy eine Woche zuvor am
Strand verloren hatte.
Ein funktionierendes Telefon fand ein überraschter Franzose auch in
einer Salatpackung, die er im Supermarkt gekauft hatte. "Das beweist,
dass der Salat frisch ist", meinte der Finder unbekümmert. Weniger
gelassen nahm ein US-Amerikaner eine ungewöhnliche Beilage in seiner
Cola-Dose hin. Nachdem er den ersten Schluck angewidert ausspucken
musste, entdeckte er in der Dose eine Froschleiche.
Auch Kinder machten von sich reden: So konnte die Polizei drei
Sprösslinge einer Patchwork-Familie im Alter zwischen fünf und sieben
Jahren auf dem Hauptbahnhof Hannover im letzten Moment stoppen. Die mit
Sonnenbrillen, Rollkoffern und Luftmatratzen ausgestatteten Kinder
erklärten, sie seien auf Hochzeitsreise nach Afrika mit der Jüngsten im
Bund als Trauzeugin. Nur wenige Tage später griff der Vater die
hoffnungsvollen Flitterwöchner bei einem neuerlichen Ausreißversuch an
einer Bushaltestelle auf.
Sechsjähriger wurde Vorstand des Nationalen
Museums
Jüngster Vorstand eines Museums wurde ein sechsjähriger Brite: Er wurde
als "Spaß-Direktor" ins Nationale Museum berufen. In seiner Bewerbung
hatte er stolz darauf verwiesen, dass er bei seiner elektrischen
Eisenbahn zwei Züge auf einmal kontrollieren könne.
Gestoppt wurde dagegen eine Zehnjährige aus dem ostenglischen Clacton,
die ihre als "nervig" aber "zum Liebhaben" beschriebene Oma auf Ebay
versteigern wollte. Denn die Internet-Plattform erlaubt solchen
Menschenhandel nicht.
Brieftaube war schneller als das Internet
Einen Sieg in einem Hase-und-Igel-Rennen der besonderen Art konnte eine
südafrikanische Brieftaube im Wettstreit mit dem Internet erringen:
Taube "Winston" brachte ein 4-Gigabyte-Datenpaket innerhalb von einer
guten Stunde vom Hauptsitz eines Internet-Providers zur 85 Kilometer
entfernten Filiale. Inklusive des Herunterladens der Daten dauerte der
Taubentransport gut zwei Stunden - das Internet benötigte dafür auf
einer Hochgeschwindigkeitsleitung ganze zwei Tage.
Auch im Rennen zwischen einem Porsche und einem Jumbo-Jet auf dem
Flughafen Singapur siegte der vermeintlich Schwächere: Das Auto ging
nach 1,7 Kilometern "einen Wimpernschlag" vor dem Jet ins Ziel.
Um Rekorde zu erzielen, schrecken manche vor
fast nichts zurück
Auf der Jagd nach Rekorden und einem kurzen Moment der Berühmtheit
leisteten auch Menschen Unglaubliches: So stopfte sich ein US-Amerikaner
16 Kakerlaken gleichzeitig in den Mund, ein Australier zermatschte mit
seinem Kopf 47 Wassermelonen innerhalb einer Minute und ein 31-jähriger
Berliner stellte mit 111 Frauen in 60 Sekunden einen Weltrekord im
Schnellküssen auf.
Daneben ging dagegen der Weltrekordversuch im Hundewaschen im
niederbayerischen Kurort Bad Birnbach. Nach sieben Stunden und gut 400
geschrubbten Hunden war klar, dass es für die Bestmarke von mehr als
1000 schamponierten Hunden innerhalb von acht Stunden bei weitem nicht
reichen würde.
Rekordhalter im Rekordhalten blieb übrigens der New Yorker Geschäftsmann
Ashrita Furmann. Mit der Verlesung eines Gedichts in 111 Sprachen
stellte er im April seinen 100. gültigen Rekord auf. Insgesamt hat er
inzwischen schon 237 Bestmarken erzielt, die im Laufe der Zeit teils
wieder überboten wurden. Seinen ersten Eintrag ins Guinness-Buch
schaffte der 54-Jährige übrigens vor 30 Jahren mit 27 000
Hampelmann-Übungen.
Wer war der dümmste Ganove?
Doch auch für die Dummheit von Ganoven gab es wieder kaum Grenzen: So
setzte ein ungeduldiger Bankräuber in Bielefeld mit einem Schlag auf den
Kassencomputer den Rechner außer Betrieb - und musste ohne Beute
abziehen, weil die Geldausgabe nach dem Totalausfall gesperrt war.
Ein Einbrecher ließ in Krefeld die Vorladung der Polizei wegen eines
anderen Einbruchs liegen und hatte nach einer neuerlichen Vorladung den
Ordnungshütern noch mehr zu erzählen.
In der Fahrradstadt Münster fuhr ein 41-Jähriger ausgerechnet mit einem
gestohlenen Fahrrad zum Rathaus, um sich sein Führungszeugnis abzuholen.
Nachdem er in eine Polizeikontrolle geraten war, musste er zumindest mit
einem Eintrag im Zeugnis rechnen.
Mutter mit berechtigten Sorgen oder Stalkerin?
Zu Unrecht als Stalkerin verurteilt sah sich in Klagenfurt eine besorgte
Mutter: Die 73-Jährige hatte ihren Sohn bis zu 49 Mal am Tag angerufen
und musste dafür wegen Stalkings 360 Euro Geldstrafe zahlen. Vergeblich
hatte die Mutter vor Gericht darauf gepocht, das sie nur mit ihrem Sohn
habe reden wollen.
Ein ungewöhnliches Urteil fällte auch das Bundessozialgericht: Danach
muss das Arbeitsamt einem Bordell keine Prostituierten vermitteln, weil
dies gegen die "guten Sitten" verstoße.
Und das kurioseste Verkehrsschild steht sicherlich vor der englischen
Bahn-Station Warrington Bank Quay. Verboten sind demnach Abschiedsküsse
in der Haltebucht, in der Autofahrer Zuggäste absetzen können: So sollen
Staus an dem Haltepunkt vermieden werden.
[
©:
Ärztezeitung / dpa]

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