Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 01/2010/ 1. Januar 2010

Ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr 2010. Als Prognose für 2010 schließen wir uns Erich Kästner an:

"wird's besser, wird's schlimmer?"
fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich:
Leben ist immer
lebensgefährlich!

Ihre ZahnNewsLetter Redaktion

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Inhalt

 1.) Acht von zehn Angstpatienten hilft Psychotherapie
 2.)
Kinder in Deutschland putzen zu wenig Zähne
 3.)
Weltmeister beim Jammern, Champion bei der Kostendämpfung
 4.) Lichtblicke in der dunklen Jahreszeit - Süßes zum Verwöhnen
 5.)
Klebrige Bakterien - Wie entstehen Infektionen?
 6.) Neues Gerät tötet resistente Bakterien
 7.)
Irrtümer rund um Allergien - Ziegen- oder Stutenmilch schützen Babys vor Allergien?
 8.)
Die schönste Nebensache der Welt? - Studie "Essen& Trinken in Deutschland"
 9.)
Labor auf dem Chip / Forscher entwickeln komplette Analyselabore auf Mikrochips
10.)
Neue Gesundheitskarte: Experten warnen vor Hackerangriffen
11.) Zum Jahreswechsel bevölkern fast sieben Milliarden Menschen die Erde
12.)
Zum Schluss: Handy im Kabeljau, Kakerlaken im Mund - Kurioses 2009
 


1.) Acht von zehn Angstpatienten hilft Psychotherapie

Zähne müssen möglichst früh sorgfältig gepflegt werden. Wenn zugleich die professionelle Pflege durch den Zahnarzt regelmäßig wahrgenommen wird, halten Zähne oft ein Leben lang. Darauf verwiesen Prof. Dr. Radlanski (Charité Berlin) und Prof. Dr. Jöhren (Universität Witten Herdecke) auf der Online-Pressekonferenz der Initiative proDente e.V. zum Thema "Der Weg zu schönen und gesunden Zähnen". Wenn Zähne dennoch erkranken, können Patienten sicher sein, eine individuelle Behandlung und Beratung zu genießen. "Hier ist die Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Zahntechnikermeister sehr wichtig", so Dr. Philipp Kohorst (Medizinische Hochschule Hannover). Der Patient hat durch die wohnortnahe Versorgung eine vollständige Transparenz, welche Materialien verwendet werden.

Was viele Menschen nicht wissen: Zähne sind schon im Embryo angelegt. Dementsprechend sind auch auf den ersten Blick zahnlose Babies mit allen Zähnen ausgestattet. Eltern sollten nach dem Durchbruch der ersten Zähne Wert auf zahngesunde Ernährung und regelmäßige Pflege legen. "Für die Eltern muss es normal sein - wie bei einer Inspektion des Autos - regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen und die Kinder sollten mitkommen", fordert Radlanski.

Angst wird erlernt

Fehlt diese Erfahrung oder wird ein negatives Erlebnis gemacht, kann eine Zahnbehandlungsangst entstehen. Kinder können Angst auch erlernen, wenn Eltern ängstlich vor einem Zahnarztbesuch sind. Der Nachwuchs entwickelt dann stellvertretend für Mama oder Papa eine Furcht vor dem Zahnarztbesuch.

Phobie kann psychotherapeutisch überwunden werden

"Vollnarkose macht wenig Sinn", so vehement plädiert Prof. Dr. Jöhren gegen eine Behandlung unter Vollnarkose. Das eigentliche Problem bleibt bei einer Vollnarkose ungelöst. "Der Patient wird ja nicht weniger ängstlich, weil sie ihn in den Schlaf versetzen", so Jöhren. Dagegen zeigen Untersuchungen eine Wirksamkeit der psychotherapeutischen Verfahren von 70 - 80 Prozent bei Phobiepatienten.

Angst vor Werkstoffen zumeist unbegründet

Im Vorfeld eines zahnmedizinischen Eingriffes hat der Patient die Qual der Wahl - er muss sich für ein Zahnersatz-Material entscheiden. "Dabei ist die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen dem Zahnarzt und dem zahntechnischen Labor sehr wichtig", erklärt Dr. Kohorst. "Der Patient erhält die exakte Information, welche Materialien in seiner Mundhöhle verwendet wurden" führt Kohorst weiter aus. In der hiesigen, modernen Zahntechnik werden ausschließlich Werkstoffe von hoher Qualität verarbeitet.

Sehen Sie sich ein   Video zu diesem Thema an.

  [ ©:  Initiative proDente  ]

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2.) Kinder in Deutschland putzen zu wenig Zähne

Jedes zehnte Kind in Deutschland hat mehr als zwei kariöse Zähne. Hauptursache ist die mangelnde Zahnpflege: Jeder dritte Sprössling putzt nur einmal täglich oder noch seltener die Zähne. Welche Folgen die unzureichende Zahnpflege hat, zeigt sich im späteren Erwachsenenalter. Nicht einmal ein Prozent der Deutschen kann mit einem kariesfreien Gebiss glänzen. Karies ist damit noch vor Herz-Kreislauferkrankungen die verkannte Volkskrankheit Nr. 1.

Prophylaxe bei Kindern A und O

Eltern nehmen bei der Vermittlung und Kontrolle der richtigen Zahnpflege eine Schlüsselrolle ein. Empfohlen wird, Kindern frühzeitig die Routine anzugewöhnen, nach jedem Essen die Zähne zu putzen. Auch der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt gehört für eine umfassende Vorsorge dazu. Eltern sollten sich nicht darauf verlassen, dass Kinder unter zwölf Jahre regelmäßig in Kindergärten und Schulen untersucht werden. So werden trotz gesetzlichen Auftrags vom Schulzahnarzt durchschnittlich nur ungefähr 70 Prozent der Sprösslinge erreicht. Die Individualprophylaxe beim Hauszahnarzt, auf die Kinder im Alter von sechs bis 18 Jahren einmal jährlich Anspruch haben, ist also unentbehrlich.

Im Rahmen der Individualprophylaxe werden auch die Kosten für die Versiegelung der bleibenden Backenzähne übernommen. Bei knapp jedem dritten Zwölfjährigen bleibt das allerdings aus. Dabei ist wissenschaftlich bestätigt, dass versiegelte Zähne nach vier bis fünf Jahren nur halb so viel Karies aufweisen wie die nicht versiegelten. "Zur konsequenten Mundhygiene sollten daher vier Grundsätze eingehalten werden", rät Frank Grunwald, Gesundheitsexperte vom Deutschen Ring, und fasst zusammen: "Regelmäßige Besuche beim Zahnarzt, zahnverträgliche Ernährung und systematische Zahnpflege sowie Fluoridierung". Gründlich gepflegt, könnten Zähne dann bis ins hohe Rentenalter gesund und schön erhalten bleiben. Umfassende Tipps zur gezielten Zahnpflege, Prävention und richtigen Ernährung werden unter www.deutscherring.de/RingGesundheitsWelt angeboten.

Erwachsene vermehrt von Wurzelkaries betroffen

Voraussetzung ist Kontinuität: Die regelmäßige Zahnpflege kombiniert mit prophylaktischen Maßnahmen sollte auch im Erwachsenenalter beibehalten werden. So ist beispielweise Wurzelkaries mit zunehmendem Alter immer verbreiteter. Das hängt häufig mit dem alters- und entzündungsbedingtem Zahnfleischrückgang zusammen. Dadurch liegt der Zahnhals frei und ist anfälliger für Karies. Bei den 65- bis 74-Jährigen ist Wurzelkaries in den letzten zehn Jahren vermehrt aufgetreten. 1997 war noch jeder fünfte von ihnen betroffen, mittlerweile ist es mehr als jeder dritte.

Aber auch die Zahl der Kronenkariesfälle und der Parodontalerkrankungen nehmen mit dem Alter zu. Besonders lästig: Ist ein Zahn einmal angegriffen, wird er nicht mehr richtig gesund. Er kann höchstens repariert oder ersetzt werden. Doch Präventionsmaßnahmen zahlen sich aus: Verglichen mit anderen chronischen Erkrankungen, verzeichnet die effektive Mundhygiene gerade bei Karies besondere Erfolge.

  [ ©:  PM  http://www.deutscherring.de/ ]

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3.) Weltmeister beim Jammern, Champion bei der Kostendämpfung

Lücken in der ärztlichen Versorgung, zu viele Mediziner in Ballungsregionen, Mangel auf dem Land, eine Diskussion, wie überbelastete Ärzte durch Aufwertung von Pflege- und Assistenzpersonal entlastet werden könnten, und nicht zuletzt gebetsmühlenartige Forderungen nach angemessener Honorierung - Deutschlands Ärztefunktionäre sind beim Jammern Weltmeister.

Mag sein, dass gemessen an einem paradiesischen Ideal Arbeitsbedingungen wie Arbeitsergebnisse im deutschen Gesundheitswesen höchst unbefriedigend erscheinen. Da aber das Paradies kein realistisches Gesellschaftsmodell ist, wäre ein Vergleich zwischen Deutschland und dem Rest der Welt eher sinnvoll. Und geeignet, die notorische deutsche Übellaunigkeit zu vertreiben. Als Stimmungsaufheller sei die jüngste OECD-Statistik "Health at a Glance 2009" empfohlen. Sie vergleicht für insgesamt 30 Industrieländer die wichtigsten Parameter.

Was heißt hier "teuer"? - Die Perspektive entscheidet

Ist Gesundheit in Deutschland (zu) teuer? Das kommt auf die Perspektive an. Die für Deutschland schlechteste ist der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt: Mit 10,4 Prozent (2007) haben die Deutschen das viertteuerste Gesundheitssystem der Welt - nach den USA, Frankreich und der Schweiz. Etwas günstiger sieht es dann aus, wenn man den Anteil der Gesundheitsausgaben am Konsum der Haushalte betrachtet: Mit 14,9 Prozent liegt Deutschland an sechster Stelle.

Betrachtet man jedoch die Pro-Kopf-Ausgaben, umgerechnet in Kaufkraft-Paritäten, dann erweist sich das deutsche Gesundheitssystem sogar als kostengünstig: Mit 3588 US-Dollar liegt Deutschland auf Platz 10. Neben dem Spitzenreiter USA (7290 Dollar) liegen Länder wie Norwegen, die Schweiz, Luxemburg oder sogar die Niederlande teils weit vor den Deutschen.

In einem Punkt ist Deutschland sogar Champion: bei der Kostendämpfung. In den Jahren von 1997 bis 2007 stiegen die realen Gesundheitsausgaben durchschnittlich jährlich nur um 1,7 Prozent. Im Durchschnitt aller OECD-Länder waren es 4,1 Prozent. Die als Sparbrötchen bekannten Niederländer hatten ein doppelt so hohes Wachstum wie die Deutschen (3,5 Prozent), und mit einem Wachstum von jährlich 4,9 Prozent versuchten die Briten, den Versorgungsengpässen in ihrer Staatsmedizin zu begegnen.

Im internationalen Vergleich relativiert sich auch die Klage über den Ärztemangel. 1,5 Allgemeinärzte kommen auf 1000 Einwohner in der Bundesrepublik - 0,9 sind es im OECD-Schnitt. Außerdem: "Regional sind die Ärzte in Deutschland gleichmäßiger verteilt als in fast allen anderen OECD-Ländern."

Wie berechtigt ist die Klage über unzureichende Vergütung niedergelassener Ärzte? Die OECD-Statistiker haben dies am Durchschnittslohn der jeweiligen Staaten gemessen: Danach verdient ein Allgemeinmediziner in Deutschland das 3,3-Fache des Durchschnittslohns. Nur in Großbritannien, Mexiko und den USA ist die Spreizung größer. Mit dem 4,1-Fachen finden sich die Fachärzte im Mittelfeld von 14 OECD-Ländern.

Besonders frappierend ist die Feststellung der OECD, dass der Nachwuchs bei Krankenpflegern und Krankenschwestern in Deutschland deutlich schlechter gesichert ist als bei den Ärzten. Die Lautstärke der öffentlichen Debatte darüber verhält sich reziprok. Anders als bei den Ärzten sind in der übrigen OECD Mitarbeiter in der Pflege deutlich besser bezahlt als in Deutschland.

Vehement beklagt wird seit Jahren die mangelnde Performance deutscher Medizin. 80 Jahre alt wird der Bundesbürger im Schnitt. Das ist nur Platz 14. Aber die Japaner, seit Langem Spitzenreiter, werden nur 2,6 Jahre älter, die weitaus meisten Länder mit besseren Werten als Deutschland liegen nur um wenige Monate günstiger. An der Medizin liegt dies kaum.

Defizitär ist die Prävention - vor allem bei Kindern

Die Daten zeigen aber auch dringenden Handlungsbedarf - vor allem bei der Prävention. Rund ein Fünftel der Kinder unter 15 raucht, das ist der drittschlechteste Platz. 16 Prozent der 15-jährigen Jungen sind übergewichtig, elf Prozent bei den Mädchen, und hier mit beängstigendem Zuwachs. Vom Niveau her ist das OECD-Durchschnitt. Aber wenn nichts passiert, nähert sich Deutschland den USA an: dort sind 30 Prozent der Jugendlichen übergewichtig.

  ©:  Ärztezeitung]

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4.) Lichtblicke in der dunklen Jahreszeit - Süßes zum Verwöhnen

Schokolade, Plätzchen & Co. haben gerade jetzt in den kalten, dunklen Wintermonaten Hochsaison. Sie schmecken und sie tun uns gut, verwöhnen Gaumen und Seele. Die süßen Genüsse spenden uns an trüben Tagen Energie und erfüllen uns mit Glücksgefühlen. Ein weiterer Grund für ein wohliges Lächeln gegen den Winterblues: Ein sauberer Zahn mit widerstandsfähigem Schmelz wird nicht krank. Denn Studien zeigen: Nicht der seufzende Verzicht auf die Naschereien, sondern nachweislich einzig die konsequente Mundhygiene mit fluoridhaltiger Zahnpasta hält die Karies wirksam in Schach. Die Zahnpasta sollte für Kinder maximal 500 ppm und für Erwachsene 1.500 ppm Fluoride enthalten. Diese müssen dann natürlich auch mit der Bürste an den Zahn gebracht werden – und zwar regelmäßig, also nach Möglichkeit dreimal täglich nach den Hauptmahlzeiten, mindestens aber einmal morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen. Dabei werden sowohl die bakteriellen Zahnbeläge als auch die an und zwischen den Zähnen haftenden Nahrungsreste entfernt, Fluoride dringen in den Zahnschmelz ein und härten ihn. Und darüber hinaus gilt: Wer sich regelmäßig bewegt, bei dem schlagen sich die süßen Genüsse nicht auf den Hüften nieder.

  [ ©:  IME Pressedienst 5/2009  ]

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5.) Klebrige Bakterien - Wie entstehen Infektionen?

Kieler Wissenschaftler haben in Kooperation mit Kollegen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und der Technischen Universität Dänemark in Lyngby ein neues Verfahren entwickelt, um die Anhaftungsmechanismen von Bakterien an Wirtszellen zu untersuchen. Dadurch lassen sich wichtige Rückschlüsse auf die Verbreitung von bakteriellen Infektionen und die Wirksamkeit von Medikamenten ziehen.
In der Zeitschrift Chemical Communications der Royal Society of Chemistry veröffentlichten Doktorandin Mirja Hartmann und Professorin Thisbe Lindhorst, beide Otto Diels-Institut für Organische Chemie der Christian-Albrechts-Universität, eine neue Methode, die den molekularen Mechanismen beim 'Andocken' von Bakterien an menschliche Zellen auf den Grund geht.

Bakterien spielen für den Menschen eine große Rolle. Sie bilden beispielsweise die Darmflora, die notwendig für die Verdauung ist. Sie können aber auch eine Vielzahl von Krankheiten hervorrufen, wie Meningitis oder andere Entzündungen. Alle Bakterien haben jedoch gemeinsam, dass sie sich zunächst an die Oberfläche ihrer Wirtszellen binden müssen, um ihre Wirkung zu entfalten. Dazu besitzen die meisten Arten sogenannte Fimbrien. Das sind haarähnliche Fäden von einem bis zwei µm Länge. (1 µm entspricht einem Tausendstel Millimeter. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von ca. 70 µm.) Die Enden dieser Fimbrien bleiben an den zuckrigen Außenschichten der Wirtszellen haften (Adhäsion genannt). So sind sie gegen das Wegspülen durch Blut oder ähnliche Sekrete geschützt und können ungehindert mit der Vermehrung beginnen.

"Jede einzelne Zelle ist von Zucker umgeben", erklärt Hartmann. "Doch welche Mechanismen dazu führen, dass die Fimbrien an der komplexen Oberfläche der Wirtszellen hängen bleiben, ist bisher nicht bekannt". In der neuen Methode geht es darum, die Zuckeroberfläche von Zellen auf Testplatten künstlich herzustellen. "Die synthetische Oberfläche erlaubt uns, einzelne Parameter zu kontrollieren und so die Bedingungen für ein Verkleben von Zelle und Bakterium zu simulieren", so Hartmann weiter. Nachdem die Zuckeroberfläche hergestellt ist, werden speziell präparierte Bakterien aufgebracht, die entweder fluoreszieren oder durch eine grünliche Färbung sichtbar werden. So lässt sich feststellen, unter welchen Bedingungen die Bakterien am besten haften und wie Moleküle geschaffen sein sollten, um antibakteriell zu wirken.

"In Zeiten von Antibiotikaresistenzen ist dies ein viel versprechender Ansatz", so Lindhorst. Immer mehr krankheitserregende Organismen bilden Schutzmechanismen gegen die traditionelle Behandlung mit Antibiotika aus. "Mit der Erforschung der bakteriellen Adhäsion kann man in Zukunft die molekularen Interaktionen auf der zuckerummantelten Zelloberfläche besser verstehen", erklärt Lindhorst weiter. Dadurch kann die pharmazeutische Chemie weiterentwickelt werden, um neue Wege für Umgehung von Antibiotikaresistenzen zu finden. Damit neue synthetische Wirkstoffe aber nicht auch die Ansiedlung lebensnotwendiger Bakterien und andere physiologische Prozesse verhindern, ist die Weiterführung der begonnenen Grundlagenforschung unerlässlich.

  [ ©:  PM http://idw-online.de/pages/de/news349202 ]

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6.) Neues Gerät tötet resistente Bakterien

Mit neuartigen Desinfektionsgeräten wollen Forscher des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching Bakterien den Garaus machen. Die Technik beruht auf einem Plasma, einem elektrisch leitenden Gas.

"Diese Geräte bringen große Hoffnungen für die Zukunft", sagte Professor Gregor Morfill, Direktor am MPE, am Donnerstag in München. So könnten sich Ärzte durch den Einsatz der Plasmageräte die zeitraubende Desinfektionsprozedur des Händeschrubbens sparen. Auch Fußpilzinfektionen könnten sogar durch Socken hindurch innerhalb weniger Sekunden behandelt werden.

Ein Plasma besteht aus geladenen Teilchen wie Ionen oder Elektronen. Durch das von den Forschern entwickelte Plasmagerät kommt es zu Entladungen in der Luft. Durch die entstehenden Mikroblitze werden etwa der molekulare Stickstoff und Sauerstoff in der Luft gespalten - es laufen über 200 chemischen Reaktionen ab. Unter anderem entsteht so das für Bakterien schädliche Wasserstoffperoxid.

"Auch medikamentenresistente Bakterien werden so gezielt getötet", sagt Morfill. Und sogar die Desinfizierung chronischer, nicht-heilender Wunden sei mit den Geräten möglich, weil das Plasma für Bakterien tödlich, für menschliche Zellen aber harmlos ist. "Statt Jod auf Wunden zu träufeln, könnte man Kratzer in Zukunft auch mit dem zahnbürstenkleinen Gerät desinfizieren - das tut nicht weh", wies Morfill auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Geräts hin.

 [  ©:  Ärztezeitung / dpa ]

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7.) Irrtümer rund um Allergien - Ziegen- oder Stutenmilch schützen Babys vor Allergien?

Irrtümer entstehen und verbreiten sich, wenn etwas logisch und einleuchtend klingt. Dafür bedarf es keiner wissenschaftlichen Beweise - es reicht, wenn man jemanden kennt, der es auch schon mal erlebt hat. Und so kennt fast jeder jemanden, dessen Kind oder Kinder möglicherweise allergiegefährdet sind oder bereits eine Allergie haben. Die meisten Allergien im Kleinkindalter betreffen Kuhmilch. Da ist die Annahme nahe liegend, dass Ziegen- oder Stutenmilch besser geeignet sein müssen, als Kuhmilch. Von einer Ziegen- oder Stutenmilchallergie hört man schließlich nie etwas. Aber so ist es eben nicht. Tatsächlich kommen Babys in unserem Kulturkreis, wenn sie nicht gestillt werden, als erstes mit kuhmilchhaltiger Säuglingsnahrung in Berührung. Manchmal reagieren sie allergisch auf das Eiweiß aus der Milch. Sie würden aber höchstwahrscheinlich auch eine Allergie gegen Ziegen- oder Stutenmilch entwickeln, denn das enthaltene Eiweiß ist dem aus Kuhmilch sehr ähnlich. Wenn ein allergiegefährdetes Baby in den ersten vier Lebensmonaten mit Fremdeiweiß in Kontakt kommt, ist das Risiko für eine Allergie gegen diesen Stoff erhöht. Übrigens ist auch die "Milch" aus Soja oder Getreide keine Alternative zu Kuhmilch. Diese Lebensmittel können genauso Allergien auslösen. Und was viel schwerer wiegt: Ziegen- und Stutenmilch wie auch Soja- oder Getreidemilch sind von der Zusammensetzung gar nicht für die Ernährung von Säuglingen geeignet. Babys, die mit diesen "Milchen" gefüttert werden, können sogar dramatische Mangelerscheinungen entwickeln. Für allergiegefährdete Babys, also Babys in deren Familie Allergien bekannt sind, ist HA-Nahrung der beste Muttermilchersatz. Dort ist das enthaltene Eiweiß in kleinere Bruchstücke gespalten und wird dadurch verträglicher (hypoallergen=HA). Und wenn ein Baby bereits allergisch auf Kuhmilcheiweiß reagiert, dann bekommt es am besten eine stark hydrolysierte Spezialnahrung, bei der die Eiweißbruchstücke so klein sind, dass sie in der Regel auch bei Allergien gut vertragen werden.

 [  ©: aid  ]

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8.) Die schönste Nebensache der Welt? - Studie "Essen& Trinken in Deutschland"

Während für die Mehrheit der Deutschen drei Hauptmahlzeiten und eine Stärkung am Nachmittag noch immer die Norm sind, tendieren die Jüngeren zu unregelmäßigen Essgewohnheiten. Gegessen und getrunken wird bei den 20- bis 24-Jährigen oftmals, wenn Hunger und Durst sich einstellen und gerade Zeit ist.
Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie "Essen& Trinken in Deutschland", die die GfK Panel-Services unter 4500 Verbrauchern im Alter von 16 bis 69 Jahren durchgeführt hat. Ob dieser deutliche Trend zu einer Verschiebung der klassischen Ernährungsstrukturen führe, würden die nächsten Jahre zeigen. Laut Befragung essen und trinken die 20- bis 24-Jährigen zudem auch am häufigsten unterwegs. Rund 40 Prozent ihrer Mahlzeiten nehmen sie außerhalb der eigenen Wohnung zu sich. Die Studie stützt sich auf ein neues ganzjährig online geführtes Ernährungstagebuch, das über 400 000 Verzehrssituationen rund um die Uhr erfasst hat.
Weitere interessante Ergebnisse der Studie: Die Deutschen lassen sich häufig beim Essen und Trinken ablenken. Nur knapp 19 Prozent aller Bundesbürger widmen sich bei den Mahlzeiten ausschließlich der Nahrungsaufnahme. 27 Prozent unterhalten sich beim Essen, 19 Prozent schauen dabei fern, 13 Prozent sitzen unterdessen am Computer, 12 Prozent essen während der Arbeit, 10 Prozent beim Radiohören und 8 Prozent lesen nebenbei. Darüber hinaus naschen Groß und Klein nach dem Abendessen noch gerne beim Fernsehen. Am liebsten greifen die Deutschen hier zu salzigen Knabbereien und Schokolade. Vor dem Computer dominieren mit Schokolade und Zuckerwaren hingegen die süßen Genüsse.
Da stellt sich die Frage: Gehören auch Essen und Trinken vielleicht schon bald zu den schönsten Nebensachen der Welt? Obwohl das Nebenbei-Essen auf den ersten Blick vielleicht effizient und zeitsparend scheint, ist es aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht empfehlenswert. Das Gehirn ist nämlich bei der Nahrungsaufnahme abgelenkt und sendet weiter Hungersignale an den Körper. Die zuviel gefutterten Kalorien lassen sich in Form von "Hüftgold" dann bekanntermaßen nur noch sehr mühevoll und zeitaufwändig abtrainieren.

  [ ©:  aid, Ira Schneider ]

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9.) Labor auf dem Chip / Forscher entwickeln komplette Analyselabore auf Mikrochips

Bei medizinischen Analysemethoden steht nach Angaben von Diagnostika-Herstellern eine Miniaturisierung bevor, die mit der Entwicklung von Großrechnern hin zu winzigen Prozessoren verglichen wird. Für so gut wie jede medizinische Fragestellung werde es bald eigene Schnelltests im Scheckkartenformat sowie handliche Lesegeräte zur Auswertung geben, heißt es in der "Apotheken Umschau". Auf wenige Millimeter bis Zentimeter großen Plättchen aus Glas oder Kunststoff, in die winzige Kanäle und Reaktionskammern eingraviert sind, finden bei dieser Technologie chemische, biologische oder medizinische Untersuchungen statt. Die neuen Diagnostiksysteme sind ideal, um Bakterien und Viren, Allergien oder Stoffwechselerkrankungen aufzuspüren. Auch der Traum einer "personalisierten Medizin" rückt dadurch näher - individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten. Die Laborchips sollen in Arztpraxen, Apotheken, aber auch zuhause beim Patienten einsetzbar sein. Heute funktionieren nach diesem Prinzip bereits Schwangerschafts- und Blutzuckertests. Komplexere "Lab-on-a-chip"-Systeme sind derzeit allerdings noch nicht so präzise wie herkömmliche Labormethoden. Diese sind auch noch weitaus preiswerter. Die Entwickler gehen davon aus, dass Massenproduktionsverfahren für die Laborchips diesen Nachteil bald ausgleichen werden.

 
[
 ©: Apothekenumschau
]

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10.) Neue Gesundheitskarte: Experten warnen vor Hackerangriffen

Harte Kritik übten die Referenten der Hamburger Veranstaltung von "Stoppt die E-Card" an der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in der geplanten Form. Sie wollen das weltweit größte IT-Projekt prüfen oder ganz stoppen.

"Die elektronische Gesundheitskarte ist ein teures, überflüssiges bürokratisches Monster", warnte der Arzneimittelexperte Professor Dr. Harald Schweim, ehemals Leiter des Instituts für Arzneimittelsicherheit im Bundesgesundheitsministerium (wir berichteten kurz). Das Versprechen, die neue Karte verbessere die Versorgung im Notfall sei "nur Makulatur", sagte Schweim. Derzeit gehe es bei den Kassen vor allem um den Onlinestammdatendienst, also die automatische Aktualisierung der Patienten-Stammdaten und um den Notfalldatensatz auf der Karte.

Zu der Hamburger Veranstaltung hatte die Aktion "Stoppt die E-Card" eingeladen. Silke Lüder, Hausärztin aus Hamburg und Sprecherin der Aktion, kritisierte die Kassen. "Sie wollen, dass wir in den Praxen bei Statusänderungen die Stammdaten unserer Patienten online ändern sollen. Damit werden uns Zeit raubende Aufgaben zugemutet, die eigentlich die Kassen zu erledigen hätten."

Auch Professor Hartmut Pohl, Sprecher des Präsidiumsarbeitskreises Datensicherheit der Gesellschaft für Informatik, erhob schwere Bedenken gegen die elektronische Gesundheitskarte. Zwar sei die Digitalisierung im Gesundheitswesen mit elf Milliarden Transaktionen im Jahr und einem Datenaufkommen von 23,6 Terabyte (ohne Bilddaten) unverzichtbar, so Pohl, aber die Einführung der E-Card berge "Risiken, die in einer Risikoanalyse umfassend bewertet werden müssen."

Nach Pohls Ansicht ist eine sichere Speicherung von Daten im Internet trotz Verschlüsselung und Pseudonomisierung unmöglich. Pohl: "Alle Computer, Server, Bridges et cetera können erfolgreich angegriffen werden." Außerdem könnten die gespeicherten Gesundheitsdaten beliebig verknüpft werden mit Daten aus Genom- , Maut- , oder den Verbindungsdaten von Bankkonten und Telefongesellschaften.

"Damit können Fragen gestellt werde wie: Wer wohnt in Köln, hat im letzten Jahr mehr als 25 000 Euro verdient, war zwei Mal in den USA, fuhr mehr als fünf Mal mit dem Auto nach Aachen, telefonierte wöchentlich mit München und leidet an Schwerhörigkeit?", sagte Pohl. "Und auf eine solche Frage wird es eine Antwort geben." Pohl erwartet vor der Einführung der Karte: "Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Verbindlichkeit mit Authentizität und Beherrschbarkeit" der E-Card. Hausärztin Lüder forderte: "Wir wollen, dass die Bundesregierung ein Moratorium initiiert, das den Nutzen der Karte prüft."

  [ ©:  Ärztezeitung ]

  Basics:  Elektronische Gesundheitskarte  im Zahnlexikon-Online

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11.) Zum Jahreswechsel bevölkern fast sieben Milliarden Menschen die Erde

Fast sieben Milliarden Menschen bevölkern die Erde. In der Nacht zum 1. Januar 2010 werden es voraussichtlich 6 834 509 600 Menschen sein, teilte die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) am Mittwoch in Hannover mit. Im Jahr 2009 wuchs die Bevölkerung weltweit um rund 83 Millionen Menschen - das entspricht etwa der Zahl der in Deutschland lebenden Bevölkerung.

Jede Sekunde werden durchschnittlich 2,6 Erdenbürger geboren. Prozentual wächst die Bevölkerung Afrikas am schnellsten. Im Jahr 2009 hat die Bevölkerung dieses Kontinents die Eine-Milliarde-Marke überschritten.

Die meisten Länder Afrikas können nach Angaben der Stiftung ihre Bevölkerung schon jetzt nicht mehr ausreichend versorgen. Das rasante Bevölkerungswachstum übe zusätzlichen Druck auf die natürlichen Ressourcen sowie auf Bildungs- und Gesundheitssysteme aus und verschärfe die Armut. Die Stiftung appellierte an die Bundesregierung, deutlich mehr Geld in Familienplanung in den Entwicklungsländern zu investieren. Dann erhielten die Menschen eine reelle Chance, langfristig Hunger und Armut zu entkommen. Die Investitionen lohnten sich auch wirtschaftlich: Nach Berechnungen des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) erspare jeder Euro, der in Familienplanung investiert wird, 31 Euro für die Bereitstellung von Wasser, Gesundheitssystemen und Bildung.

  [ ©:  Ärztezeitung ]

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12.) Zum Schluss: Handy im Kabeljau, Kakerlaken im Mund - Kurioses 2009

Was haben eine Bibel und ein BH gemeinsam? Sie retteten ihren Besitzern bei Überfällen von Straßenräubern das Leben. Schier unglaubliche Geschichten ereigneten sich im Laufe des vergangenen Jahres rund um den Globus.

So prallte am Drahtbügel des BHs einer Frau in Detroit die Kugel eines Gangsters ab, zurück blieb nur ein blauer Fleck. In Argentinien hielt ein Pastor bei einem Überfall eine Bibel schützend vor seine Brust - eine Kugel prallte vom harten Einband der Heiligen Schrift ab.

Seine letzte Mahlzeit rettete einen Python in Australien aus den Händen von Entführern: Die Schlange hatte ein Beuteltier gefressen, das zu Forschungszwecken mit einem Peilsender ausgestattet war und konnte so von der Polizei mühelos aufgespürt werden.

Ihre sieben Leben retteten wiederum eine kleine Katze im britischen Stonehaven: Sie überlebte einen 30-Grad-Spülgang in einer Waschmaschine.

Handy im Magen eines Fisches funktionierte noch

Als äußerst widerstandsfähig erwies sich auch ein Handy, das ein britischer Angler im Magen eines frisch an Land gezogenen Kabeljaus entdeckte. Da es noch funktionierte, konnte der Angler damit die Freundin des Besitzers erreichen, der das Handy eine Woche zuvor am Strand verloren hatte.

Ein funktionierendes Telefon fand ein überraschter Franzose auch in einer Salatpackung, die er im Supermarkt gekauft hatte. "Das beweist, dass der Salat frisch ist", meinte der Finder unbekümmert. Weniger gelassen nahm ein US-Amerikaner eine ungewöhnliche Beilage in seiner Cola-Dose hin. Nachdem er den ersten Schluck angewidert ausspucken musste, entdeckte er in der Dose eine Froschleiche.

Auch Kinder machten von sich reden: So konnte die Polizei drei Sprösslinge einer Patchwork-Familie im Alter zwischen fünf und sieben Jahren auf dem Hauptbahnhof Hannover im letzten Moment stoppen. Die mit Sonnenbrillen, Rollkoffern und Luftmatratzen ausgestatteten Kinder erklärten, sie seien auf Hochzeitsreise nach Afrika mit der Jüngsten im Bund als Trauzeugin. Nur wenige Tage später griff der Vater die hoffnungsvollen Flitterwöchner bei einem neuerlichen Ausreißversuch an einer Bushaltestelle auf.

Sechsjähriger wurde Vorstand des Nationalen Museums

Jüngster Vorstand eines Museums wurde ein sechsjähriger Brite: Er wurde als "Spaß-Direktor" ins Nationale Museum berufen. In seiner Bewerbung hatte er stolz darauf verwiesen, dass er bei seiner elektrischen Eisenbahn zwei Züge auf einmal kontrollieren könne.

Gestoppt wurde dagegen eine Zehnjährige aus dem ostenglischen Clacton, die ihre als "nervig" aber "zum Liebhaben" beschriebene Oma auf Ebay versteigern wollte. Denn die Internet-Plattform erlaubt solchen Menschenhandel nicht.

Brieftaube war schneller als das Internet

Einen Sieg in einem Hase-und-Igel-Rennen der besonderen Art konnte eine südafrikanische Brieftaube im Wettstreit mit dem Internet erringen: Taube "Winston" brachte ein 4-Gigabyte-Datenpaket innerhalb von einer guten Stunde vom Hauptsitz eines Internet-Providers zur 85 Kilometer entfernten Filiale. Inklusive des Herunterladens der Daten dauerte der Taubentransport gut zwei Stunden - das Internet benötigte dafür auf einer Hochgeschwindigkeitsleitung ganze zwei Tage.

Auch im Rennen zwischen einem Porsche und einem Jumbo-Jet auf dem Flughafen Singapur siegte der vermeintlich Schwächere: Das Auto ging nach 1,7 Kilometern "einen Wimpernschlag" vor dem Jet ins Ziel.

Um Rekorde zu erzielen, schrecken manche vor fast nichts zurück

Auf der Jagd nach Rekorden und einem kurzen Moment der Berühmtheit leisteten auch Menschen Unglaubliches: So stopfte sich ein US-Amerikaner 16 Kakerlaken gleichzeitig in den Mund, ein Australier zermatschte mit seinem Kopf 47 Wassermelonen innerhalb einer Minute und ein 31-jähriger Berliner stellte mit 111 Frauen in 60 Sekunden einen Weltrekord im Schnellküssen auf.

Daneben ging dagegen der Weltrekordversuch im Hundewaschen im niederbayerischen Kurort Bad Birnbach. Nach sieben Stunden und gut 400 geschrubbten Hunden war klar, dass es für die Bestmarke von mehr als 1000 schamponierten Hunden innerhalb von acht Stunden bei weitem nicht reichen würde.

Rekordhalter im Rekordhalten blieb übrigens der New Yorker Geschäftsmann Ashrita Furmann. Mit der Verlesung eines Gedichts in 111 Sprachen stellte er im April seinen 100. gültigen Rekord auf. Insgesamt hat er inzwischen schon 237 Bestmarken erzielt, die im Laufe der Zeit teils wieder überboten wurden. Seinen ersten Eintrag ins Guinness-Buch schaffte der 54-Jährige übrigens vor 30 Jahren mit 27 000 Hampelmann-Übungen.

Wer war der dümmste Ganove?

Doch auch für die Dummheit von Ganoven gab es wieder kaum Grenzen: So setzte ein ungeduldiger Bankräuber in Bielefeld mit einem Schlag auf den Kassencomputer den Rechner außer Betrieb - und musste ohne Beute abziehen, weil die Geldausgabe nach dem Totalausfall gesperrt war.

Ein Einbrecher ließ in Krefeld die Vorladung der Polizei wegen eines anderen Einbruchs liegen und hatte nach einer neuerlichen Vorladung den Ordnungshütern noch mehr zu erzählen.

In der Fahrradstadt Münster fuhr ein 41-Jähriger ausgerechnet mit einem gestohlenen Fahrrad zum Rathaus, um sich sein Führungszeugnis abzuholen. Nachdem er in eine Polizeikontrolle geraten war, musste er zumindest mit einem Eintrag im Zeugnis rechnen.

Mutter mit berechtigten Sorgen oder Stalkerin?

Zu Unrecht als Stalkerin verurteilt sah sich in Klagenfurt eine besorgte Mutter: Die 73-Jährige hatte ihren Sohn bis zu 49 Mal am Tag angerufen und musste dafür wegen Stalkings 360 Euro Geldstrafe zahlen. Vergeblich hatte die Mutter vor Gericht darauf gepocht, das sie nur mit ihrem Sohn habe reden wollen.

Ein ungewöhnliches Urteil fällte auch das Bundessozialgericht: Danach muss das Arbeitsamt einem Bordell keine Prostituierten vermitteln, weil dies gegen die "guten Sitten" verstoße.

Und das kurioseste Verkehrsschild steht sicherlich vor der englischen Bahn-Station Warrington Bank Quay. Verboten sind demnach Abschiedsküsse in der Haltebucht, in der Autofahrer Zuggäste absetzen können: So sollen Staus an dem Haltepunkt vermieden werden.

  [ ©:  Ärztezeitung / dpa]

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