Zahnärztliche NewsLetter Nr. 02/2002 / 01. Februar 2002


In eigener Sache:
Zahlreiche Anfragen nach der neuen Adresse von Zahngesund.de lassen mich nochmals auf den letzten NewsLetter verweisen: Das zahnärztlich Lexikon finden Sie - zur schnelleren Abrufbarkeit in einer Datenbank gespeichert - ab 1.1.2002 unter der URL www.gesundezaehne24.de/html/lexikon.html, die anderen Inhalte sind unter der URL www.gesundezaehne24.de erreichbar.


Inhalt:
  1.)  
Neue Naturpräparate in der Zahnmedizin - eine Alternative?
          a) Teebaumöl
          b) Propolis
          c) Kava-Kava
  2
.)   Selber schuld, wenn die Zähne zu wackeln beginnen?
  3.)  
Wirklich auf Dauer günstiger - Kassen mit Niedrigbeiträgen?
  4.)   Kaum zu glauben - Schönheit durch ein Nervengift
  5.)   Zum Anklicken: Zahnimplantate im deutschen Internet
  6.)   Neues vom Zahnbürstenmarkt

            a) "Motion" - eine preislich sensationelle Elektrische
          b) Eine neue Hightech-Handzahnbürste

  7.)  
Fastenzeit - aber nicht zu gründlich
  8.)   Von "umami" und dem 6. Geschmackssinn
  9.)   Zahnfleischerkrankungen - das Risiko eines Schlaganfalls ist stark erhöht
 10.) 
Wahrheit lindert Zahnschmerzen
 11.) 
Zum Lesen: "Als der Mond vor die Sonne trat"
 12.) 
Zum Schluss: Der EURO - oder die Hälfte vom Doppelten

**********************************************

1.)   Neue Naturpräparate in der Zahnmedizin - eine Alternative?
         
Medikamente auf pflanzlicher Basis haben in Deutschland Hochkonjunktur nach dem Motto " das ist völlig ungefährlich, da auf pflanzlicher Basis" - zu sehr haben medienwirksame Veröffentlichungen über gravierende Nebenwirkungen der etablierten Pharmaka in der breiten Bevölkerung Misstrauen und Verunsicherung ausgelöst. Aber: Schon Paracelsus stellte im Altertum fest: "Jedes Mittel ist ein Gift, es kommt nur auf die Dosierung an". Davon sind auch pflanzliche Präparate nicht ausgenommen, oder ist für Sie beispielsweise der Genuss des grünen Knollenblätterpilzes oder eines Fliegenpilzes ungefährlich?

a) Teebaumöl

Als ein ausgesprochener Renner "gegen/für fast alles" hat sich in den letzten Jahren das aus Australien stammende Teebaumöl entwickelt. In der Zahnmedizin soll damit beispielsweise ein Befall mit Zahnbelägen (Plaque) vermieden und damit den Zahnfleischentzündungen ("Parodontose") vorgebeugt werden. Begründet wird der Einsatz des Teebaumöls dabei mit der antibakteriellen Wirkung auf die sichtbaren Zahnbeläge und dies wird auch mit wissenschaftlichen Studien belegt. Der Haken dabei ist nur der, dass diese Studien "im Reagenzglas" (in vitro) stattfanden und nicht an die Gegebenheiten im Mund angepasst waren (siehe NewsLetter 6/2001): Die Zahnbeläge bestehen nicht aus vielen einzelnen Bakterien, die es abzutöten gilt, sondern organisieren sich in den sog. "Biofilmen", wodurch sie sehr viel schwerer angreifbar sind. So wirken auch andere bewährte Mundspüllösungen im Reagenzglas der Forschungslaboratorien schon in relativ geringer Konzentration - im Mund hingegen ist manchmal erst die 100-fache Konzentration erfolgreich. Hinzu kommt, dass die Wirkstoffe von Mundspüllösungen wegen des ständig neu gebildeten Speichels relativ rasch ausgewaschen oder inaktiviert werden - hier sind also Medikamente gefragt, die sich über einen längeren Zeitraum trotzdem am geplanten Wirkungsort festsetzen können.
Frau Dr. Nicole Arweiler von der Freiburger Universitäts-Zahnklinik hat eine nach Herstellerangaben vorbereitete Lösung des Teebaumöls an Patienten nach wissenschaftlichen Kriterien getestet und stellte fest: "...Die Teebaumölemulsion konnte weder den Plaque Index (Anm.: eine Messzahl für den Grad der Zahnbeläge) noch die prozentuale Plaquebedeckung signifikant reduzieren.  ...  Die Ergebnisse deuten auf eine stärkere Plaquentwicklung hin gegenüber dem Spülen mit Wasser...."

Fazit: Nach heutigem Wissensstand: unwirksam, wenn auch nicht schädlich. Wissenschaftliche Untersuchungen zu dem von Patienten berichteten Gefühl der "straffenden" und "pflegenden" Wirkung auf das Zahnfleisch bei gleichzeitigem Zähneputzen müssen noch abgeklärt werden.


b) Propolis

Bienen betreiben für Ihren Stock einen "vorbeugenden Infektionsschutz", indem sie das Harz von bestimmten Koniferen mit ihrem Speichel vermischen und damit die Waben "überziehen". Schon im Altertum bekannt, wird Propolis auch als "natürliches Antibiotikum" bezeichnet. Eine nachgewiesene Besserung von Zahnfleischerkrankungen ist bisher wissenschaftlich in größeren Patientenstudien nicht belegt worden.

c) Kava-Kava zur Angstminderung vor zahnärztlichen Eingriffen

Der Entdecker James Cook trank es, die englische Queen auch und zahnärztliche Eingriffe sollen unter weniger Angst und Stress verlaufen. Jetzt ist der Extrakt aus der Wurzel des Rauschpfeffers, der traditionelle Begrüßungstrunk der Südsee, in Verruf geraten.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat ein Stufenplanverfahren für Kava-Kava (Piper methysticum)-haltige pflanzliche Arzneimittel in Gang gesetzt zwecks Widerruf der Zulassung. Am 8. November 2001 hat die Bundesbehörde die 14 Hersteller von Kava-Präparaten mit der Indikation Angststörungen und Spannungszustände aufgefordert, innerhalb von vier Wochen zu Lebervergiftungen Stellung zu nehmen. 24 Spontanberichte über Verdachtsfälle unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW) mit Leberbeteiligung liegen vor. Bei einem Patienten verlief die UAW tödlich. Welche Inhaltsstoffe der Phytotherapeutika die Ursache sind, ist noch nicht völlig klar; hauptverdächtigt werden die in vielen Naturstoffen enthaltenen Pyrrolizidine. Und zusätzlich heißt es aus dem Bonner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, dass den schweren Nebenwirkungen, "keine hinreichend belegte therapeutische Wirksamkeit gegenüber stehe".
Der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht beim Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArm) beschloss am 22. Januar, dass die Pflanzenmedikamente mit dem Inhaltstoff Kava-Kava der Verschreibungspflicht unterstellt werden sollen.

[ Quellen: Dr. Nicole Arweiler in ZBW 1.2002 / natur und kosmos, Februar 2002 ]  

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2.)  Zahnfleischerkrankungen - Schicksal aus heiterem Himmel?

Noch vor ein paar Jahrzehnten war es eine einfache Sache mit der Ursache von Zahnfleischerkrankungen: Nach dem Motto "Ein gepflegter Zahn wird selten krank", waren Zahnfleischerkrankung meist ein Abbild schlechter Mundhygiene - also: Selber schuld, wenn die Zähne zu wackeln beginnen?
Die moderne Wissenschaft unterteilt heute (nach Genco) 4 Umstände, die zu einer Erkrankung des Zahnhalteapparates ("Parodontose") führen:

Risikofaktoren:
die sich in der Zahnfleischtasche befindliche (subgingivale) Plaque ist ein idealer Nährboden für etwa 300 bis 500 versch. Bakterienarten. Mit bestimmten Testungen lassen sich die für Zahnfleischerkrankungen ursächlichen Bakterien bestimmen und gezielt behandeln. Wegen des damit verbundenen Aufwands werden derartige Testungen aber nicht bei jeder Parodontitis empfohlen, sondern nur bei den schweren oder widerstandsfähigen Formen bzw. bei systemischen (allgemein-körperlichen) Erkrankungen.
Gut untersucht ist der Nikotin-Konsum als eindeutiger Risikofaktor: Das Risiko für einen Knochenverlust des Zahnhalteapparates wird für leichte Raucher mit 1,5 und für starke Raucher mit 7,3 angegeben; insofern sieht man den Verbrauch von 10 Zigaretten und mehr pro Tag schon als ein starkes Risiko an. Ähnlich sehen die Zahlen für einen Verlust des fest anhaftenden (attached) Zahnfleisches aus und bei den (schweren) refraktären Parodontitisfällen werden fast 90 % auf starkes Rauchen zurückgeführt. Erklärt wird der Nikotin-Einfluss zum einen mit der Freisetzung von Entzündungsboten-Stoffen, andererseits mit einem chronischen Sauerstoffmangel, welcher besonders die Ansiedlung von "Parodontitis-Keimen" begünstigt. Hinzu kommt, dass durch eine nikotin-gestörte Zellminderfunktion die Heilung generell schlechter ist; chirurgische Eingriffe am Zahnfleisch sind mit einem höheren Risiko der Erfolglosigkeit behaftet.  
Ein gut eingestellter und überwachter Diabetes zählt heute nicht mehr zu den Risikofaktoren, wohl aber die unbehandelten oder schlecht eingestellten Zucker-Erkrankungen. Ursache für die Parodontitis-Anfälligkeit ist die bekannte Tatsache, dass Diabetiker im Vergleich zu gesunden Menschen mit einer stärkeren Entzündungsantwort reagieren.

Risikoindikatoren:
Es sind eine Vielzahl von Risikoindikatoren bekannt; ihre Auswirkungen auf Zahnfleischerkrankungen sind in Querschnittsstudien und Fallberichten dokumentiert, wenn auch noch nicht wissenschaftlich eindeutig gesichert:
»  allgemeine (systemische) Erkrankungen wie z.B. HIV-1; Down-Syndrom, Osteoporose,
»  die Regelmäßigkeit eines Zahnarztbesuches: Personen, die nur unregelmäßig oder nur bei Beschwerden eine Praxis aufsuchen, weisen ein erhöhtes Risiko auf,
»  psychosoziale Faktoren: Stress gilt ebenfalls als Risiko; vermutet wird, dass die dabei auftretende erhöhte Glukokortikosteroid-Ausschüttung das Immunsystem des Körpers hemmt. Ebenso gelten finanzielle Sorgen und Depressionen als auslösende Faktoren,
»  bestimmte Medikamente, wie z.B. Calcium-Antagonisten oder Ciclosporine können zu Zahnfleischwucherungen (Hyperplasien) führen. Die Einnahme empfängnisverhütender Mittel wird bei Frauen unterschiedlich diskutiert,
»  die Anwesenheit von Plaque ist ein sicherer Risikoindikator, wobei weniger die Menge als deren Aggressivität eine Rolle spielt. So zeigen viele Studien, dass Leute mit ausgezeichneter Mundhygiene kaum Zahnfleischerkrankungen aufweisen, ebenso wie nach Zahnfleischbehandlungen eine weitgehende Plaquefreiheit den Langzeiterfolg garantiert.

Risikomarker:
»  Zunehmende Zahfleischtaschen-Tiefe und ein damit verbundener Verlust von anhaftendem Zahnfleisch bilden ein gutes Reservoir für die Plaque und lassen die Biofilme der Bakterien unter optimalen Lebensbedingungen wachsen. 
»  Ebenso zeigt eine Blutung in der Tasche auf Sondierung einen evtl. Behandlungsbedarf, während reine Blutungen aus dem Zahnfleisch heraus mehr für die Unzulänglichkeit der häuslichen Mundhygiene sprechen. 
»  Die Temperatur in der erkrankten Zahnfleischtasche ist um etwa 0,6 ° C erhöht und deutet auf eine Entzündung hin.
Das Enzym Aspartat-Aminotransferase wird in erhöhten Konzentrationen in der Sulkusflüssigkeit von erkrankten Zahnfleischtaschen gefunden; allerdings ist eine Testung (Hawe Perimonitor-Test) hierauf nur schwer durchzuführen.

Hintergrundfaktoren:
Diese Einflüsse sind zahnärztlich nur wenig zu beeinflussen:
»  einfache Schulbildung, dörfliche Umgebung und geringes Einkommen gehen nach mehreren Mundgesundheitsstudien des Institutes Deutscher Zahnärzte parallel mit der Häufigkeit und Schwere von Zahnfleischerkrankungen.
»  aus biologischen Gründen bedingt ein fortschreitendes Alter eine größere Bereitschaft des Organismus zu Zahnfleischerkrankungen, vor allem wegen des sich zurückbildenden Kieferknochens.
»  Ein gesicherter genetischer Faktor ist eine bestimmte Konstellation des Interleukin-1ß-Genclusters, welches zu einem erhöhten Attachment-Verlust führt, dies insbesondere bei starkem Nikotingenuss. Bei Vorliegen eines positiven Genotyps ist das Risiko - trotz entsprechender Zahnfleischbehandlung
-  die Erkrankung nicht zum Stillstand zu bringen, um das 2,7fache erhöht.

[ Quelle mit ausführlichen internen und externen Links: www.gesundezaehne24.de/lexikon ]

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3.) Wirklich auf Dauer günstiger - Kassen mit Niedrigbeiträgen?

Das deutsche Gesundheitswesen ist - besonders was die Finanzierung anbelangt - aus dem Tritt. Das Aufbürden einer Vielzahl krankenkassenfremder Leistungen in die gesetzlichen Krankenkassen verbunden mit einem den Wettbewerb stark verzerrenden Risikostrukturausgleich, haben die Beiträge auch für Mitglieder sonst "gesunder Krankenkassen" um monatlich etliche Euros steigen lassen. Hier heißt es, den Markt und den Service zu beobachten und zu vergleichen - "Billigkassen" sind z.Zt. "IN". Aber: Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass irgendwann auch die "günstigen Kassen" ihre Beiträge nach oben anpassen oder auf einen Großteil ihres Service verzichten müssen. Deshalb sollte ein Kassenwechsel immer gut überlegt sein, da der Gesetzgeber das "Kassenhopping" stark eingeschränkt hat:

Beispiel:
Kündigung bis zum 31. Januar bei Kasse A, Mitgliedschaft endet zum 31.03., neue Kasse (B) ab 01.04.
Die Bindungsfrist an die neue Kasse (B) beträgt 18 Monate (bisher 12 Monate), Ausnahme: Falls "B" den Beitragssatz erhöht, kann vom Sonderkündigungsrecht mit einer Frist von drei Monaten Gebrauch gemacht werden. Kein Sonderkündigungsrecht besteht dagegen, wenn man mit dem Service der neuen Kasse nicht zufrieden ist.

Nach Recherchen des Nachrichtenmagazins "Focus" (3/2002) sind die BKK Gothaer VuD
und die Taunus BKK mit einem Beitragssatz von 11,9 Prozent die derzeit günstigsten, bundesweit geöffneten gesetzlichen Krankenkassen. Im Hinblick auf den ersten Kündigungsstichtag des Jahres 2002 (siehe obiges Beispiel) unter den geänderten Wechselbedingungen wird dies für viele Versicherte Grund genug sein, über einen Kassenwechsel nachzudenken. Wer in Bayern, Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz oder Schleswig-Holstein wohnt, hat die Möglichkeit in die im Augenblick preiswerteste aller Kassen Deutschlands einzutreten: Dies ist mit unschlagbaren 11,2 Prozent die
Betriebskrankenkasse Mobil Oil.

[Quelle: u.a. FreiFax vom 21.01.02 ]

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4.) Kaum zu glauben - Schönheit durch ein Nervengift

Schon 0,01 mg des Ausscheidungsproduktes von Botulinusbazillen - selbst feine Präzisionswaagen haben bei dieser Menge Probleme  - führen durch Nervlähmung zum Tod; damit ist dieses Nervengift etwa eine Millionen mal stärker als Zyankali. Aber wie schon unter Punkt 1.) beschrieben, kommt es immer auf die richtige Dosierung an:

Das Gift verhindert in richtiger Dosierung die Übertragung von Nervenimpulsen auf die Muskulatur, blockiert aber auch die Anregung der Schweiß- und Speicheldrüsen. Somit kann der Arzt gezielt die Arbeit einzelner Muskeln oder der Schweiß- und Speicheldrüsen vermindern oder ganz ausschalten. Das Medikament wird unter anderem bei krankhaftem Zähneknirschen, chronischen Gesichtsschmerzen oder übermäßigem Schwitzen verabreicht. Auch die ästhetische Medizin hat die Substanz für sich entdeckt: Bei Injektion in die Gesichtshaut erschlafft lokal die Muskulatur; störende Gesichtsfalten verschwinden oder sind längst nicht mehr so markant.
Die Therapie mit Botulinumtoxin in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie eröffnet völlig neue Behandlungsmöglichkeiten. Aufgrund der geringen Belastung des Patienten und fehlender Nebenwirkungen hat sie z. T. bereits aufwändige chirurgische Maßnahmen abgelöst. Viele dieser Behandlungsstrategien wurden erst in jüngster Zeit in der gesichtschirurgischen Klinik der Universität Bonn erarbeitet.

[ weitere Infos: Dr. Dr. J. J. von Lindern, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Universität Bonn (Direktor: Prof. Dr. Dr. R. H. Reich), Tel.: 0228/287-5203, Fax: 0228/287-4334, E-Mail: vonlindern@mkgchirurg.de ]

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5.) Zum Anklicken: Zahnimplantate im deutschen Internet

Patientenverständliche und seriöse Darstellung - so wie Sie dies von GesundeZaehne24 her kennen - dieser hohen Kunst der Zahnmedizin sind im Internet nicht leicht zu finden. Empfehlenswert ist der Redaktion die Adresse:

www.implantate.com

Der niedergelassene Implantologe Dr. Dr. Bijan Zahedi erklärt auf seiner Site ausführlich das "Einpflanzen neuer Zähne" und steht in seinem Diskussionsforum den speziellen Nachfragen qualifiziert zur Seite. Ausführlich wird auch auf den Behandlungsverlauf und die häufig nicht unerheblichen Kosten der von den gesetzlichen Krankenkassen i.d.R. nicht übernommenen Leistungen eingegangen.

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6.) Neues vom Zahnbürstenmarkt

a) "Motion" - eine preislich sensationelle Elektrische

Revolutionieren will Colgate Palmolive den Markt der elektrischen Zahnbürsten - zumindest was den Preis angeht:
Ab 1. Februar 2002 ist die neue batteriebetriebene Zahnbürste "Motion" in sechs frischen Trendfarben im Handel erhältlich. Der unverbindliche Verkaufspreis beträgt 7,49 Euro. Ein Preis der die um ein Vielfaches teurere Konkurrenz aufhorchen lassen wird, zumal - nach Herstellerangaben - die Ausstattung der einer modernen Hightech-Elektrischen entspricht.
Leider liegen der Redaktion weder erste klinische Studien, noch das Modell selbst vor, sodass die Werbeaussagen nicht kritisch überprüft werden können. Beim Kauf sollte unbedingt auf die Folgekosten geachtet werden: Wie teuer sind entsprechende Ersatzbürsten, welche und wie viele Batterien werden benötigt und wie viele Putzvorgänge können damit durchgeführt werden? 

b) Eine neue Hightech-Handzahnbürste

Massagen lösen Verspannungen und fördern die Durchblutung. Sie verschaffen ein besseres Körpergefühl, bringen Körper und Geist in Einklang. Auch Massagen für Zähne und Zahnfleisch wirken sich positiv aus. Mit der innovativen Hightech-Zahnbürste blend-a-dent Massage+, ist eine gezielte Massage des empfindlichen Zahnfleisches möglich.
Eine Neuheit sind die zusätzlichen Massage-Tips aus weichem Kunststoff. Sie bringen das Zahnfleisch durch sanfte Massage auf Vordermann und helfen so, Zahn- und Zahnfleischproblemen vorzubeugen. Die blend-a-dent Massage+ ist mit mehr Borsten ausgestattet als herkömmliche Zahnbürsten. Die optimale Abrundung der Borsten sorgt für eine besonders gründliche Reinigung der Zähne. Die Dichte der Borsten steigert die Reinigungskraft, ohne dass man die Bürste stärker aufdrücken muss. Diese neue "Wellness" für den Mund ist für ca. 3,79 € im Handel erhältlich.

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7.) Fastenzeit - aber nicht zu gründlich
     

a)

Vor dem Fasten, dem "Heil"fasten und der Nulldiät warnt das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) nachdrücklich, denn eine Nullkalorienzufuhr kann tödlich enden, betont Institutssprecher Sven-David Müller. Ohne eine ärztliche Aufsicht, möglichst in einer Klinik, sollte nach Angaben des ernährungsmedizinischen Instituts überhaupt keine "Fasten-Kur" durchgeführt werden. Zur Gewichtsreduktion ist Fasten ungeeignet, da der Körper insbesondere Flüssigkeit verliert und Muskulatur abbaut. Das Fettgewebe bleibt bei einer kurzfristigen "Fastenkur" weitgehend erhalten, aber der Jo-Jo-Effekt wird ausgelöst. Während dem Fasten ursprünglich religiöse Motive zugrunde lagen, dient es heute oftmals der Gewichtsreduktion. Ein falsches und teilweise sogar gefährliches Mittel, betont Sven-David Müller. Übergewichtige können sich werktags unter 0241-4450600 an den ernährungsmedizinischen Beratungsdienst des DIET wenden, um zu erfahren, wie sie wirksam und gesund abnehmen können.

Während jeder Nullkalorienzufuhr greift der Organismus auf die Eiweißreserven des Körpers zurück. Dabei greift er auch den Herzmuskel an und dadurch auftretende Veränderungen wie beispielsweise Herzrhythmusstörungen und Kammerflimmern können zum Tode führen, betont Müller. Außerdem kann es zu einer Blutübersäuerung (Azidose) kommen, wenn eine "Fasten-Kur" länger als einige Tage andauert. Häufig kommt es beim Fasten zu schmerzhaften Gichtanfällen, berichtet Müller. Durch die hohen Flüssigkeits- und Elektrolytverluste kann Fasten zu niedrigem Blutdruck, Schwäche, Kopfschmerzen, Müdigkeit, trockener Haut und Schleimhaut, Mundgeruch sowie erhöhtem Kälteempfinden führen. Bedenklich ist längerfristiges Fasten durch die fehlende Zufuhr lebensnotwendiger Fettsäuren, so Müller. Überhaupt nicht fasten dürfen nach Auskunft der Aachener Ernährungsexperten Schwangere, Stillende, Herzkranke, Leberkranke, Nierenkranke, Krebskranke, Senioren, Kinder sowie Diabetiker. Heilfasten ist unmöglich, denn die von Anhängern dieser Außenseiterkostform beschriebene Entschlackung ist ausgeschlossen. Im menschlichen Organismus fällt keine Schlacke an. Schlacke bleibt als Rückstand im Ofen oder der Metallverarbeitung zurück, ergänzt Müller. Der Duden erklärt Schlacke mit "Rückstand beim Verbrennen, besonders von Koks". Da beim Menschen keine Schlacke anfällt, ist auch keine "heilende" Entschlackung möglich, so Müller nachdrücklich.

Nachdem nun die Weihnachts- und Schlemmerzeit vorbei ist und die Waage mehr anzeigt, als so manchem lieb ist, könnte eine Ernährungsumstellung Abhilfe schaffen. Die Ernährungsexperten des DIET empfehlen eine ballaststoffreiche aber fettarme Kost, die satt macht und Fettreserven langsam aber sicher abbaut. Ebenfalls zur Gewichtsreduktion ist das proteinmodifizierte Fasten gut geeignet, da es den Eiweißbedarf des Körpers deckt und ein unerwünschter sowie gefährlicher Muskelabbau deutlich verringert.
Tel.-Info: werktags von 8:30 bis 17:30 Uhr über 0241-4450600

b)
Bei den verschiedenen Diätkuren sind nach Angaben der Zeitschrift "Laura" (HBV / 3/2002) die Frauen Profis:
Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der wöchentlichen Frauenzeitschrift Laura, haben 71 Prozent aller Frauen zwischen 25 und 55 Jahren bis zu zehn Abspeckkuren hinter sich. 22 Prozent bringen es sogar auf 20 Diäten und mehr. Doch die guten Vorsätze sind oft schnell wieder weg und die Diät wird wieder abgebrochen. Grund: 24 Prozent aller Frauen sagen, dass ihnen Diätgerichte nicht schmecken. 38 Prozent finden Einkaufen und Zubereitung viel zu umständlich. Und auch der Erfolg lässt zu wünschen übrig:
38 Prozent aller Frauen haben zwar im Laufe der Diät vorübergehend abgenommen, dann aber wieder zugenommen. Bei weiteren 32 Prozent waren die Pfunde sogar sofort nach Abschluss der Abspeckkur wieder da. Befragt wurden vom Meinungsforschungsinstitut Gewis insgesamt 1018 Frauen zwischen 25 und 55 Jahren.

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8.) Von "umami" und dem 6. Geschmackssinn

Früher galten die Geschmacksrichtungen süß, salzig, sauer und bitter als das, was die Zunge in der Lage ist zu schmecken - alles andere war pure Einbildung oder wurde einer Geschmacks-Geruchskombination zugeschrieben. Vor ein paar Jahren wurde dann der 5. Geschmackssinn "umami" entdeckt, welcher auf den Geschmacksverstärker Glutamat anspricht und nun scheint es noch einen 6. Geschmackssinn - einen "fettigen" - auf der Zunge zu geben. Wissenschaft-Online berichtet:

Man muss kein Feinschmecker sein, um den Unterschied zwischen fettreduziertem und Vollfett-Käse zu bemerken. Bislang dachte man, dies liegt an der Eigenschaft von Fetten, als Geschmacksverstärker zu wirken und auch Düfte zu transportieren. Reines Fett hingegen hielt man dagegen für völlig geschmacklos beziehungsweise neutral.

Doch so dachte man nicht immer. Im fünfzehnten Jahrhundert propagierte der französische Physiker und Philosoph Jean Fernell, dass Menschen in der Lage seien, Fett zu schmecken. Als kein entsprechender Mechanismus entdeckt werden konnte, geriet dies allerdings bald wieder in Vergessenheit. Erst vor kurzem begannen die Forscher, die Geschmacksarmut wieder zu bezweifeln, als Studien zeigten, dass Fett die Geschmacksknospen von Ratten elektrisch aus dem Gleichgewicht bringen konnte. Offensichtlich gab es ein chemisches Detektionssystem. Doch dies überzeugte die Fachwelt nicht restlos. Einige Forscher glaubten noch immer, dass Fett keinen Geschmack besitzt, sondern die Versuchstiere Fett nur durch seinen Geruch feststellten. Auch Richard Mattes vom Foods and Nutrition Department der Purdue University schrieb am Anfang seiner Studien dem Fettgeruch die entscheidende Rolle zu. Als er mit seinem Team jedoch feststellte, dass sich der Blutfettwert der Versuchspersonen änderte, wenn sie Fett in den Mund nahmen, überdachten sie ihre Einstellung noch einmal. "Dies legte uns nahe, dass es eine Art von chemischer Detektion gab. Aber wir wussten nicht, ob es ein Geschmack oder Geruch war", sagte Mattes.
Um dem auf den Grund zu gehen, ließ Mattes Versuchspersonen in einen schön fettigen Käse beißen. Einige konnten dabei sowohl Geruchs- als auch Geschmackssinn einsetzen, während eine andere Gruppe durch eine Klammer auf der Nase am Schnuppern gehindert wurde. Die dritte Gruppe wiederum durfte nur riechen, ohne eine geschmackliche Kostprobe zu nehmen. Zur Kontrolle dienten Freiwillige, die den Käse weder riechen noch schmecken durften. Bei allen Probanden wurde nach der Verköstigung der Blutfettwert untersucht.
Während diejenigen, die beide Sinne einsetzen durften, einen Anstieg des Blutfettes um den dreifachen Wert zeigten, stieg er bei denjenigen, die nur eine Nase voll nehmen durften, überhaupt nicht. Erstaunlicherweise kletterte der Fettwert bei Trägern von Nasenklammern ebenso um das dreifache. "Dies zeigt uns, dass der Geschmack der Reiz ist, der den Anstieg im Blutfett verursacht. Auf den Geschmack, nicht auf den Geruch reagiert der Körper," beschreibt Mattes. Sollte sich der sechste Sinn auf der Zunge in zukünftigen Studien bestätigen lassen, könnte für die Industrie von "low fat"-Produkten eine schwere Zeit anbrechen.

[ Dagmar Knopf © wissenschaft-online ]

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9.) Zahnfleischerkrankungen - das Risiko eines Schlaganfalls ist stark erhöht

Die Auswirkungen von Zahnfleischerkrankungen auf den übrigen Körper sind unbestritten, wenn auch die eigentlichen Zusammenhänge wissenschaftlich noch nicht sicher abgeklärt sind.
Nachdem einige internationale Studien einen Zusammenhang zwischen Infektionen und Schlaganfall nahegelegt hatten, begannen Heidelberger Forscher, das eigene Kollektiv daraufhin zu untersuchen. So verglichen sie die Zahngesundheit von 300 Schlaganfallpatienten mit jener bei derselben Zahl von Personen mit anderen Krankheiten. Parameter war die Haftung der Zähne. Ihre Verringerung ist eine Folge von Paradontitis ("Parodontose").
Eine stark verminderte Zahnhaftung im Halteapparat ist mit einem 4,8fach erhöhten Risiko für einen Hirninfarkt assoziiert, wie Privatdozent Armin Grau vom Zentrum für Neurologie an der Universitätsklinik Heidelberg bei der 94. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Aachen berichtet hat. Oralpathogene Keime fänden sich in den Plaques der Karotis. Eine Untersuchung von Kollegen mit allerdings nur 214 Probanden hatte ein doppelt höheres Schlaganfallrisiko für Patienten mit Paradontitis ergeben. Auch andere, vor allem fieberhafte Infektionen, haben in diesem Zusammenhang eine Bedeutung. Ein Viertel von knapp 400 Schlaganfallpatienten unter 80 Jahren aus Heidelberg habe in der Woche vor der Ischämie einen Infekt gehabt.
Von Kindern und Jugendlichen, die einen Schlaganfall erlitten, sei bekannt, dass sich das Risiko dafür durch eine fieberhafte Infektion um das Neunfache erhöhe. Die beiden eigenen Studien zu diesem Zusammenhang hätten eine Risikosteigerung in der gesamten Gruppe der Schlaganfallpatienten von 4,3 für Atemwegsinfekte und jeweils um das Dreifache für andere bakterielle oder virale Infekte ergeben.

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 10.) Wahrheit lindert Zahnschmerzen

Der Besuch beim Zahnarzt ist für die meistem Kinder eine Qual.
Doch die Angst vor dem Bohrer kann man ihnen nehmen, meint Carl von Baeyer von der University of Saskatchewan: "Die beste Vorgehensweise ist, ihnen ehrlich zu sagen, was auf sie zukommt." Der Forscher zeigte in einer Untersuchung mit 60 Kindern, dass seine Strategie funktioniert.
Alle Kinder sollten ein Ohrpiercing bekommen. Die Hälfte der Kinder wurde vorgewarnt, dass es etwas wehtun könnte. Der andere Teil, der nicht vorgewarnt wurde, empfand deutlich mehr Schmerzen.

[
Quelle: Behavier Research and Therapy; Wams 4/2002 ]

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11.) Zum Lesen: "Als der Mond vor die Sonne trat"
                            
Schicksal Krebs

Die Diagnose "Krebs" trifft viele Menschen wie ein Blitzschlag. Sehr niederdrückend ist die Situation für die Kinder, die oft nur spüren, dass etwas nicht in Ordnung ist, aber noch nicht verstehen, was passiert.
Wie man Kindern eine solche Situation behutsam erklären kann, schildert ein neues Buch. Autor Gerhard Trabert, Sozialpädagoge und Professor für Medizin und Sozialmedizin, stellt sich in dem erzählenden Kindersachbuch "Als der Mond vor die Sonne trat" diesem schwierigen Thema. Es ist ein Buch für Kinder und Erwachsene, zum Lesen und Vorlesen, einfühlsam geschrieben und begleitet von Aquarellen von Ruth Krisam. Diese helfen dabei, jene warme Atmosphäre zu vermitteln, die so schnell verloren geht und die doch so heilsam sein kann.

M. Handrick in ZBW 1.2002

Gerhard Trabert/Ruth Krisam: Als der Mond vor die Sonne trat; Editions Mathieu, Heidelberg, ca. 30 Seiten, Hardcover durchgehend vielfarbig illustriiert, ISBN: 3-9805815-8-6 , € 10,12

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12.) Zum Schluss: Der EURO - oder die Hälfte vom Doppelten

Auch wenn die Mark jetzt nur noch 51 Cent wert ist: Die Umstellung auf die neue Währung hat besser geklappt, als sich die Europäische Zentralbank das wohl jemals erträumt hätte. Starterkit-Euphorie unterm Tannenbaum, Kilometer lange Schlangen vor den Bankschaltern und Kaufrausch-Wochenenden in den Innenstädten - das bedeutete pure Emotionen und klingelnde Einzelhandels-Kassen. Warum bloß? Genau, weil alles nur noch die Hälfte kostete. Zumindest sah das auf den ersten Blick so aus. Da wird gerne mal doppelt zugegriffen. Der reinste Psycho- Trick.
Wo das mit dem Euro doch so super geklappt hat - sollte jetzt nicht direkt über weitere Halbierungs-Reformen nachgedacht werden? Wie wär's zum Beispiel mit einer neuen Zeitrechnung? Der Tag hätte dann nicht mehr 24, sondern nur noch zwölf Stunden. Was das für psychologische Vorteile hätte!
Die Deutsche Bahn würde sich nur noch um anderthalb statt drei Minuten verspäten. Der Arbeitstag wäre bereits um kurz nach eins zu Ende. An der Supermarkt-Kasse müsste nur noch halb so lang gewartet werden. Und auch der Handy-Akku wäre schneller aufgeladen.
Na gut, es gäbe vielleicht auch ein paar Nachteile.
Kinofilme etwa wären schon nach einer Stunde zu Ende. Chopins Minutenwalzer dauerte nicht viel länger als 30 Sekunden. Für die Mittagspause hätte die Belegschaft mal gerade ein Viertelstündchen Zeit. Und auch Liebesnächte wären deutlich schneller vorbei als früher .
Was aber nicht heißt, dass diese Reform nicht kommen wird. Im Gegenteil, für einige ist sie schon da. Etwa für die Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, Heide Simonis. Die klagte kürzlich nämlich über ihren stressigen job: "Mein Tag hat schließlich auch nur zwölf Stunden."

[
Quelle: zm 92, Nr. 2, 76. 7. 2002, (784) ]

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