Zahnärztliche NewsLetter Nr. 02/2003/ 1. Februar 2003

Wir begrüßen Sie bei der neusten Ausgabe des monatlich erscheinenden ZahnNewsLetters und sind sicher, dass wieder lesenswerte Neuigkeiten auch für Sie dabei sind!

Da einige Leser Kapazitätsprobleme mit Ihrer Online-Mailbox haben, können Sie diesen Letter auch durch Anklicken dieses Textes direkt im WEB lesen.


Inhalt:
 
1.)   Hollywood-Lächeln - Ein Gebiss zum Vorzeigen
  2.)   Neues Speisesalz mit Zusätzen von Fluorid, Jodid und Folsäure
  3.)   Im Test: Zahnseide und Mundspüllösungen
  4.)   Steuern sparen mit einer Zahnbehandlung
  5.)  
Parodontitis: Gefahr fürs Herz
  6.)   Gelobt sei was hart macht: Geräusche in einer Zahnarztpraxis
  7.)   Schon mal was vom Zahnbürstenbaum gehört?
 
8.)   Gegen Schmerzen, Fieber und Entzündungen: Weidenrinde neu entdeckt
  9.)  
Giftige Substanz in bestrahlten Lebensmitteln entdeckt       
10.)  
Zum Schluss: Gefängnishotel im schweizerischen Luzern

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1.)  Hollywood-Lächeln - Ein Gebiss zum Vorzeigen

Weil sich Ästhetik nicht normieren lässt, sondern häufig eine Geschmacksache ist, bleibt der Sinn u. Nutzen der sog. "Ästhetische Zahnmedizin" (Ä.Z.) nicht unumstritten: Geht die "klassische Zahnmedizin" von einer nach Möglichkeit an der Natur ausgerichteten individuellen Wiederherstellung des Gebisses durch Füllungen und Zahnersatz aus, so versucht die Ä. Z. durch vielfältige Maßnahmen (z.B. Bleichen von Zähnen (Bleaching), Zahnformkorrektur mittels Komposites und Veneers, kieferorthopädischer Behandlung im Erwachsenenalter, Jacketkronen usw.) häufig dem natürlichen Alter nicht angepasste Verschönerungen ("Verjüngungen") durchzuführen, wobei die daraus resultierende Funktion manchmal von eher untergeordneter Bedeutung ist. Und nicht zuletzt gibt es auch ernst zu nehmende Warnungen vor diesen Verschönerungen: "Die Zähne werden in der Regel nicht besser davon!" sagt z.B. Prof. Kerschbaum zu derartigen Eingriffen.
Da es für kosmetische Behandlungen keine Versicherung gibt, wird man kaum bei Behandlungen nach der Ä. Z. eine Position dafür in einer zahnärztlichen Gebührenordnung finden; eine Erstattung derartiger Behandlungen findet meist nicht statt; ein vorheriger "Kostenvoranschlag" bzw. eine Kostenzusage durch die Versicherung wird dringend empfohlen! Weiter können die Preise von Praxis zu Praxis stark variieren und Preisabschläge sind durchaus verhandelbar.
Nachfolgender Text ist einer Darstellung von n-tv entnommen:


"Ein schönes Lächeln hat seine Gesetze - und oft seinen Preis. Die Mundwinkel sollen die gleiche Höhe erreichen. Und vom Zahnfleisch darf nicht viel zu sehen sein, so umreißt die Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Zahlheilkunde (DGÄZ) die "Harmonie des Lächelns". 
Stars wie Tom Cruise oder Faye Dunaway haben - nach Jahren mit kleinen Makeln - durch perfekte Zähne Maßstäbe gesetzt. In den USA ist das künstliche "Hollywood"-Lächeln beinahe zum Muss für alle geworden, die es sich leisten können. Nun steigt in Deutschland die Nachfrage. Überall wird gebleicht, geschliffen und verblendet. Schließlich kann ein voll saniertes Gebiss in Zeiten sinkender Kassenleistungen als Statussymbol gelten. 
"Die Gruppe, die Wert auf Ästhetik legt und auch bereit ist, Geld, unter Umständen sehr viel Geld dafür auszugeben, wird immer größer", berichtet DGÄZ-Sprecher Hans-Otto Bermann aus Düsseldorf. Ein neu gestylter Zahn kann 1.000 Euro kosten, ein komplettes Gebiss mit Implantaten den Gegenwert eines Luxusautos. 
In vielen Großstädten öffnen verstärkt edle Zahn-Kliniken: mit Designermöbeln, dezenter Musik oder einem Fahrservice für VIPs. Sie kümmern sich nicht in erster Linie um Karies und Zahnfleischschwund, sondern um Schönheit im Mund. Und wenn der Kunde einen Diamanten auf dem Eckzahn wünscht, wird er aufgeklebt, wie ein Hamburger Ästhetik-Spezialist berichtet. Wobei all dies nicht von den Krankenversicherungen bezahlt wird, sondern privat. 
Parallel dazu rollt eine Zahnweiß-Welle. Zahnweiß-Pasten aus dem Supermarkt werden nicht mehr nur gegen Tabak- und Tee-Flecken eingesetzt. Verbraucherschützer mögen noch so laut vor Gesundheitsrisiken warnen oder die Wirkung mancher Mittel bezweifeln: Aufhellung ist angesagt. Das versprechen auch Zahnweiß-Kaugummis. Weißungsgels wiederum werden in zweistündigen Sitzungen in Dental-Kosmetikstudios aufgetragen oder als Set für eine zweiwöchige "Kur" zu Hause verschickt. Manche Zahnärzte kooperieren zudem mit Weißungs-Ketten wie der englischen "BriteSmile". 
Die Hintergründe des Trends sind vielschichtig: Schon Mitte der 90er Jahre registrierte das Wirtschaftsblatt "Impulse", dass die körperbewusste Manager-Generation gesunde und schöne Zähne zum "persönlichen Erfolgssymbol" erhob. In den USA galten fein gerichtete Zähne für Preise bis 50.000 Dollar schon länger als Statussymbol wie das Zweithaus oder der Gang zur Elite-Universität. Der Wunsch nach einem attraktiven Lächeln habe dort eine "Milliarden-Industrie" hervorgebracht, analysiert der Zahnmediziner Ronald E. Goldstein ("Change Your Smile"). 
Wissenschaftliche Neuerungen begleiten den Boom: zum Beispiel hauchdünne Keramikschalen (Veneers) für die Frontzähne. Sie werden mit Spezialklebern und einem handwerklich schwierigen, minimalen Zahnabschliff angewandt. So entfällt das radikale Entfernen der eigenen Zahnsubstanz, ganz anders als bei Jacketkronen. 
Die deutschen Mediziner sahen der rein ästhetischen Behandlung lange aus skeptischer Distanz zu. Der Wellness-Trend, der Run auf die Schönheitschirurgie und neue Forschungen zur Lebensqualität bewirkten bei manchen ein Umdenken. "Wenn die Zähne für die Menschen wichtig werden, wird auch ihre Gesundheit wichtig ", betont der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dietmar Oesterreich, heute. Aber: "Das schönste Lächeln ist das mit eigenen, gesunden Zähnen." Wichtig sei eine intensive Beratung. Zumal die Nachfrage vorhanden ist: Mindestens die Hälfte der Deutschen sind nach Umfragen bereit, mehr Geld als bisher in ein schönes Lächeln zu investieren. 
Genaue Zahlen, wie viele der rund 70.000 deutschen Zahnärzte sich auf "Gebiss-Kosmetik" spezialisiert haben, existieren nicht. DGÄZ-Sprecher Bermann verweist darauf, dass alle Praxen auch eine optisch gute Arbeit leisten müssten. Professor Thomas Kerschbaum von der Universität Köln stellt allerdings offen fest: "Ein Teil der Zahnmedizin ist heute durch den Kundenwunsch definiert. " 
Die "Kosmetiker" würden diesen Satz wohl unterschreiben. Sie wehren sich aber gegen Vorwürfe, auf einer Modewelle zu reiten. Seelisches Leid, und sei es durch einen verfärbten Zahn, sei eine vollwertige Indikation für ärztliches Handeln, betont die DGÄZ. Manche Verbandsmitglieder halten zwar den US-Standard eines "blau-weiß" gebleichten Gebisses, auf eine Linie begradigt wie ein "Gartenzaun", für hässlich - aber der Kunde entscheidet.
Zahnforscher Kerschbaum dagegen warnt: "In der Regel werden Zähne nicht besser durch solche Maßnahmen." "
==> http://www.dgaez.de/patienteninformation.html


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Quelle + ©:  Petra Kaminsky / n-tv  ]

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2.) Neues Speisesalz mit Zusätzen von Fluorid, Jodid und Folsäure

Speisesalz hat sich bei der Prophylaxe von Schilddrüsen und Zahnerkrankungen durch angereicherte Zusätze gut bewährt. Da der tägliche Kochsalzbedarf bei jedem Menschen ab dem 3.Lebensjahr - seinem Körpergewicht entsprechend - ähnlich ist, lässt sich entsprechende Zusätze gut dosieren, eine Vergiftung durch Überdosierung ist bei einem gesunden Menschen ausgeschlossen. Neu auf dem Markt ist ein Salz welches zu den bekannten Zusätzen von Jodiden und Fluoriden noch zusätzlich Folsäure enthält. Die Zeitschrift Ökotest befürwortet in ihrer Januar-Ausgabe das neue, mit Folsäure angereicherte Speisesalz:
Folsäure kommt natürlicherweise vor allem in Gemüse und Obst vor, aber kaum einer schafft es, ausreichende Mengen davon täglich zu essen. Um dieses Manko auszugleichen, gibt es das neue Folsäure-Salz: Seit September 2002 ist Bad Reichenhaller MarkenJodSalz mit Fluorid plus Folsäure im Handel. Zwei Gramm - das ist die Menge, die üblicherweise täglich pro Person im Haushalt verwendet wird - liefern die Hälfte der empfohlenen Folsäuretagesration. Wer das Salz wie gewohnt regelmäßig bei der Essenszubereitung einsetzt und darüber hinaus die grüne Gemüse- und Salatküche bevorzugt, kann damit aktiv etwas für seine Gesundheit tun.
Folsäure hat in der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Schlüsselrolle. Sie ist in der Lage, den Homocystein-Spiegel im Blut zu senken. Zu viel Homocystein ist ein Risikofaktor für den gefürchteten Herzinfarkt, aber auch für plötzlichen Herztod und Angina pectoris. Prof. Dr. Klaus Pietrzik vom Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Bonn: "Wir haben in Studien an unserem Institut belegen können, dass eine verbesserte Folsäureversorgung den Homocystein-Spiegel im Blut senkt." Ökotest gegenüber betonte der Experte die unzureichende Versorgung mit Folsäure hierzulande.
Die zweite wichtige Funktion von Folsäure kommt Frauen in der Schwangerschaft bzw. ihrem ungeborenen Kind zugute. Denn sie beugt schweren angeborenen Fehlbildungen, den so genannten Neuralrohrdefekten (z.B. "offener Rücken" oder Gehirnfehlbildungen) vor.
Das Bad Reichenhaller MarkenJodSalz mit Fluorid und Folsäure hat eine leicht gelbliche Farbe, denn Folsäure ist von Natur aus gelb.

[ Quelle: OTS / michel@llc.de   ]
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3.) Im Test: Zahnseide und Mundspüllösungen


a) Zahnseide

Die Zeitschrift "oeko-test" hat in ihrer Januarausgabe die gängigen Zahnseiden unter die Lupe genommen und schreibt dazu u.a.:

"Mit den dünnen Fäden lassen sich Beläge und Essensreste auch aus den engen Zahnzwischenräumen schaben. Da sich Bakterien in diesen Nischen ungestört vermehren können, entsteht gerade hier am häufigsten Karies.
Trotzdem fädeln die Deutschen äußerst spärlich. Nach den Empfehlungen der Zahnärzte müsste jeder Bundesbürger jährlich 150 bis 180 Meter Zahnseide durch seine Zähne ziehen. Doch der tatsächliche Verbrauch liegt bei nicht mal vier Metern, ergab eine Untersuchung der elmex-Forschung der Firma Gaba.
Wer glaubt, Zahnseide sei gleich Zahnseide, sieht sich in der Drogerie schnell eines Besseren belehrt. Da gibt es gewachste und ungewachste Produkte, solche, die mit Fluorid getränkt sind oder nach Minze schmecken, und dann kann man auch noch Zahnseiden kaufen, die antibakteriell ausgerüstet sind. ÖKO-TEST hat insgesamt 35 Produkte eingekauft und untersuchen lassen:

20 Zahnseiden sind rundum in Ordnung, weitere elf haben nur kleine Mängel und schnitten mit "gut" ab. An vier Produkten gibt es jedoch eine ganze Menge auszusetzen. Lediglich die Vömel Zahnseide, reine Naturseide mit Bienenwachs besteht noch aus dem Naturstoff Seide. Alle anderen Hersteller verwenden Kunststofffäden aus Teflon, Polyethylen oder Polyamid. Den Reinigungseffekt beeinflusst dies zwar nicht, die Anwendung von Seide wird aber als angenehmer empfunden.
Den ausführlichen Test können Sie unter:

http://www.oekotest.de/cgi/ot/otgs.cgi?doc=29023
oder im Heft 1/2003 nachlesen.

b) Mundspüllösungen - Krieg den Keimen

Mundspülungen sollen Keime beseitigen, Zahnbelag bekämpfen und für perfekte Zahnhygiene sorgen. Doch nur zwei Produkte schützen zuverlässig vor Karies und Plaque: Chlorhexamed Lösung 0,06% + F und Meridol Mundspül-Lösung. Jede Anwendung kostet 17 beziehungsweise 14 Cent. Die Markant/Firstline Dent Antiplaque Mint schützt immerhin sehr gut vor Karies. Eine Anwendung kostet nur 2 Cent. Die Antiplaque-Wirkung, die dieses Produkt zusätzlich verspricht, ist dagegen wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.
Mehr unter (kostenpflichtig):
http://www.warentest.de/
oder im Heft 1/2003

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4.) Steuern sparen mit einer Zahnbehandlung
Herr Eichel hat in 2002 kräftig hingelangt und wird dies auch in Zukunft nicht lassen können. Wenn Sie schon nichts gegen diese moderne Form einer Wegelagerei machen können, so sollten Sie wenigstens all die Möglichkeiten ausschöpfen, die legal sind und noch für jeden offen stehen: Gemeint sind die "Außergewöhnlichen Belastungen", so wie sie beispielsweise bei der Eingliederung von Zahnersatz oder dem Setzen von Implantaten vorkommen können. Nach Schätzungen von Steuerexperten wird von dieser Möglichkeit viel zu selten Gebrauch gemacht!
Zu möglichen Spareffekten teilt die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein mit:
 
Wenngleich in diesen Wochen steuerlich einiges in Bewegung ist, an den "außergewöhnlichen Belastungen" bei der Lohn- und Einkommensteuer wird wohl nicht gerüttelt. Die Liste der Aufwendungen, die sich steuermindernd auswirken können, ist lang und vielfältig. Der Eigenanteil bei der Zahnbehandlung gehört auf jeden Fall dazu. Ob dies im Einzelfall zu einer Steuerminderung führt, hängt ab von der Höhe des Einkommens, dem Familienstand und der Zahl der Kinder. Dazu hat jetzt die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein ein entsprechendes Informationsblatt mit dem Titel "Zahnbehandlung und Steuern" herausgegeben. Es liegt in diesen Wochen in allen schleswig-holsteinischen Zahnarztpraxen aus und ist dort kostenlos erhältlich.
Alle Kosten, die einem Patienten durch Eigenbeteiligung an den Krankheitskosten entstehen, also nicht von der Krankenkasse übernommen werden, können laut § 33 des Einkommensteuergesetzes zusammen mit anderen anerkannten Aufwendungen als "außergewöhnliche Belastung" abgesetzt werden. Im Internet bietet die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein die Möglichkeit, diese persönliche Grenze des jährlichen steuerlichen Grenzbetrags selbst zu ermitteln: www.zahnaerztekammer-sh.de , Rubrik "Patientenhotline".
So gilt auch für 2003: Belege sammeln und für die nächste Einkommensteuererklärung oder den Lohnsteuerjahresausgleich aufbewahren.

[ Quelle: Zahnärztekammer Schleswig-Holstein ]

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5.) Parodontitis: Gefahr fürs Herz

Bei rund 80 Prozent der Deutschen war schon einmal das Zahnfleisch entzündet. Bei jedem dritten Erwachsenen steckt eine Parodontitis (Zahnbett-Entzündung) dahinter, und die kann schwere gesundheitliche Folgen bis zum erhöhten Herzinfarktrisiko haben, wie die Zeitschrift VITAL in ihrer neuen Ausgabe berichtet.
"Zahlreiche Studien zeigen eine Wechselwirkung von Parodontitis mit anderen Erkrankungen", sagt der Hamburger Zahnarzt und Parodontitis-Spezialist Dr. Bernd Heinz im VITAL-Interview. Denn durch die Entzündung entstehe im Mund eine von außen nicht sichtbare Wunde. Durch sie gelangten Bakterien in die Blutbahn und könnten in weit entfernten Teilen eine Entzündung auslösen. Patienten hätten nach neuen Studien möglicherweise ein höheres Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko, sagt Heinz.
Rauchen steigert das Infarktrisiko zusätzlich noch um ein Mehrfaches. Bei Schwangeren könne eine Gebärmutter-Entzündung eine Frühgeburt verursachen. "Auch akute oder chronische Atemwegserkrankungen scheinen durch eine Parodontitis begünstigt zu werden", sagt der Experte.
Parodontitis wird durch Bakterien in der Mundhöhle ausgelöst. Ursache sind meist mangelnde Mundhygiene oder ein geschwächtes Immunsystem. Die bakteriellen Beläge reizen zunächst das Zahnfleisch, vermehren sich und greifen später von der Zahnwurzel aus den Knochen an, in den der Zahn eingebettet ist. Im schlimmsten Fall führt das zu Zahnausfall und Knochenrückbildung. Das Tückische an der Parodontitis ist, dass es für den Patienten meist schon zu spät ist, wenn er sie entdeckt. Zahnfleischbluten, Schwellungen und Rötungen sind Anzeichen, die absolut erst zu nehmen seien. "Fangen die Zähne dann an zu ´wandern´ oder bilden sich größere Lücken, baut sich bereits der Knochen ab. Dann hilft nur noch eine gezielte parodontologische Behandlung - je früher desto besser", sagt Dr. Heinz.
Als wichtigste Vorbeugungsmaßnahme nennt der Mediziner die Mundhygiene und dabei insbesondere auch die Reinigung der Zahnzwischenräume. "Außerdem sollte der Zahnarzt das Zahnfleisch regelmäßig mit einer Sonde kontrollieren", rät Dr. Heinz.
 

[ Quelle: Esther Langmaack, Redaktion VITAL, Tel.: 040/27 17 31 21   ]

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6.)   Gelobt sei was hart macht: Geräusche in einer Zahnarztpraxis

Zwar nichts jederfraus/-manns Sache, sich das gesamte Geräuschszenario einer Zahnarztpraxis am heimischen PC auch noch anzuhören, aber Psychologen vertreten die Ansicht, dass es bei ängstlichen Patienten durchaus hilfreich sein kann, wenn man sich zur Stressbewältigung schon vor einem Zahnarztbesuch mit diesen Tönen auseinandersetzt.
Unter der URL:
                      http://www.gutezaehne.de/geraeusch.htm
können Sie zur Genüge diesen "sanften Klängen" lauschen - die Redaktion hat nur kurz reingehört, da sie diese Geräusche tagtäglich live wahrnimmt.

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7.)  Schon mal was vom Zahnbürstenbaum gehört?

Günter Jauch mit seinem Millionenspiel hat ihn noch nicht entdeckt, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieser Begriff vielleicht zur "Eine Millionen Euro Frage" wird, da es ihn - zum großen Kummer der Zahnbürstenhersteller - wirklich gibt. Das Lexikon definiert:
Zahnbürstenbaum, engl.: tooth brush tree; in Afrika/dem Orient beheimateter Busch (Salvadora persica; Arrakbaum) mit charakteristischen, über den ganzen Busch verteilten, langen Knospen. Die noch grünen Knospen werden von der Urbevölkerung umfunktioniert: Ein Ende der Knospe wird solange zerkaut, bis es einer "ausgefransten Zahnbürste" ähnelt, welche dann zur Zahnreinigung verwendet wird. Die noch vorhandenen Holzteilchen werden immer wieder ausgespuckt.
Wurzeln und Zweige von Salvadora persica werden in den arabisch-islamischen Ländern als sog. Zahnhölzer zum Reinigen der Zähne und zur Massage der Gingiva verwendet. Auf diese Weise trägt der "Zahnbürstenbaum" in diesen Regionen zur Aufrechterhaltung der Mundhygiene bei. Noch heute findet man z.B. bei den Islamischen Sitten zur Gebetsverrichtung folgende Erwähnung: "... Die erforderlichen Vorschriften des Gebetes nach der Rechtsschule Hanefi sind im folgenden: Zahnbürste aus Zahnbürstenbaum zu benutzen. ..."

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8.) Gegen Schmerzen, Fieber und Entzündungen: Weidenrinde neu entdeckt

Es muss nicht immer künstliche Chemie sein, wenn es darum geht, Erkrankungen das Körpers zu behandeln. Präparate auf pflanzlicher Basis - sog. Phytopharmaka - hatten schon immer einen festen Platz in der Medizin und können, sinnvoll eingesetzt, erheblich zur Genesung beitragen. Auf eine neue Wiederentdeckung weißt die Frankfurter Rundschau in ihrer wissenschaftlichen Beilage vom 22.1. hin. Die bisherigen Ergebnisse mit diesem Naturpräparat sind viel versprechend und lassen vermuten, dass die Weidenrinde dem "Tausendsassa" Aspirin bald Konkurrenz machen könnte:

"In der Antike wurden die Blätter der Weide zur Behandlung von Schmerzen verwendet. Hippokrates zum Beispiel empfahl das Kauen von Weidenblättern zur Linderung des Geburtsschmerzes.
Mit der Entdeckung der neuen Welt gelangten auch neue Arzneipflanzen in die Lehrbücher, wie zum Beispiel die Chinarinde. Die Abhängigkeit von Importen aus Übersee brachte jedoch in Zeiten, in denen eine starke Seemacht den Handel weitgehend blockieren konnte, Versorgungsengpässe mit sich, und daraus das Bedürfnis, einheimische Alternativen zu finden.
So wurde die Weidenrinde als Ersatz für Chinarinde zur Behandlung des Sumpffiebers eingesetzt. Ein erster medizinischer Bericht über die fiebersenkende Wirkung gepulverter Weidenrinde wurde 1763 in England veröffentlicht. Der reine Wirkstoff, das Salicin, wurde erst 1828 in München aus der Weidenrinde isoliert.
Salicin wurde als der Wirkstoff der Weidenrinde betrachtet. Die Reinsubstanz wurde gut vertragen und verdrängte insbesondere in England die Verwendung der Weidenrinde zur Behandlung von Fieber und Schmerz. Erst im 19. Jahrhundert wurde erkannt, dass das Salicin bei der Aufnahme in den Körper in die wirksame Salizylsäure umgewandelt wird. Nach erfolgreicher Synthese der Salicylsäure, vor allem als 1896 durch Acetylierung der Salicylsäure eine besser verträgliche Variante billig hergestellt werden konnte, war der Siegeszug von Aspirin nicht aufzuhalten. Die Behandlung mit pflanzlichen Entzündungshemmern kam nahezu vollständig aus der Mode. Erst 1984 wurde das Erfahrungswissen um die Weidenrinde durch eine Kommission beim damaligen Bundesgesundheitsamt in einer Monographie zusammengefasst.
Bei Fieber, leichteren rheumatischen Beschwerden und Schmerzen wurden Zubereitungen aus der Weidenrinde mit 60 bis 120 Milligramm Salicin als mittlere Tagesdosis als wirksam und sinnvoll empfohlen.
Das Salicin und der daraus entstehende Wirkstoff Salicylsäure sind aber nicht das einzige Wirkprinzip der Weidenrinde. Offensichtlich existiert ein Wirksynergismus, bei dem andere Inhaltsstoffe wesentlich beteiligt sind. Denn die im Blut gemessenen Salicylsäurekonzentrationen aus der in der Tagesdosis enthaltenen Salicinmenge von 240 Milligramm entsprechen denen einer Dosis von 87 Milligramm Aspirin, sie sind also viel zu niedrig, um die ausgezeichnete Schmerzlinderung und Entzündungshemmung zu erklären. Der pflanzliche Wirkstoff Weidenrindenextrakt besitzt ein breiteres Wirkungsspektrum als synthetische Rheumamittel, die im allgemeinen nur an einer Stelle der Entzündungskaskade eingreifen und entweder die Bildung der Entzündungs-Botenstoffe "Prostaglandine" oder der "Zytokine" hemmen. Während die alte Generation der Schmerzmittel (Beispiel Aspirin oder Diclofenac) durch komplette Blockade beider Unterformen des Enzyms Cyclooxygenase bei bis zu 20 Prozent der Patienten Magen-Darm-Schäden verursacht, besitzt die neue Generation der Schmerzmittel, die so genannten COX-2-Hemmer, die nur die Unterform Cyclooxygenase 2 hemmen, kaum schädigende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt.
Je nach Herstellung enthält ein Extrakt aus der Weidenrinde andere Wirkbestandteile und damit möglicherweise ein anderes Wirkprofil. Die Übertragung der Ergebnisse des Spezialextrakts auf andere Extrakte oder Fertigarzneimittel wäre nur dann möglich, wenn die Gleichheit der Präparate nachgewiesen ist. Bislang steht fest, dass vergleichsweise niedrigere Dosierungen des Extraktes gleiche entzündungshemmende, schmerzhemmende und fiebersenkende Eigenschaften aufweisen wie um ein Mehrfaches höhere Dosierungen von Aspirin. In Bezug auf die Magenschleimhaut war eine eindeutig bessere Verträglichkeit des Extrakts gegenüber dem Aspirin zu beobachten.
Untersuchungen weisen darauf hin, dass der Weidenrinden-Spezialextrakt Assalix die über COX-2 vermittelten Botenstoffe (die Prostaglandine) hemmt sowie darüber hinaus auch andere Botenstoffe der Entzündung und Knorpeldestruktion, wie den Tumornekrosefaktor-a und die Interleukine IL-6 und IL- 1b. Darüber hinaus besitzt Weidenrindenextrakt auch eine starke antioxidative Wirkung. Zur Wirksamkeit liegen zurzeit nur Studien mit dem Weidenrinden-Spezialextrakt Assalix vor. Sie zeigen gute Wirkungen bei Gelenk- und Rückenschmerzen.
Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Behandlung, wenn die Wirksamkeit - wie im Fall des Assalix - nachgewiesen ist. In Anbetracht dessen, dass schwerwiegende Nebenwirkungen unter einer Behandlung mit Weidenrindenextrakt bisher nicht beobachtet wurden, sollte die schmerz- und entzündungslindernde Potenz der Weidenrinde ausgeschöpft werden, bevor klassische Schmerzmittel zum Einsatz kommen. Weidenrindenextrakt hat eine geringe Wirkung auf die Blutgerinnung, die aber sehr viel geringer ist als die von Aspirin. Deshalb ist unter einer Behandlung mit Gerinnungshemmern eine gleichzeitige Einnahme von Weidenrindenextrakt nicht sinnvoll.
Patienten mit bestehenden Magen- und Darmgeschwüren sollten ebenfalls von der Einnahme von Weidenrindenpräparaten absehen. Aufgrund noch ungenügender Datenlage sollten Weidenrindenpräparate während der Schwangerschaft und Stillperiode nicht eingenommen werden.

[ Quelle + ©:  Sigrun Chrubasik in Frankfurter Rundschau vom 22.1.2003 ]

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9.) Giftige Substanz in bestrahlten Lebensmitteln entdeckt
 
Es geht an dieser Stelle nicht darum, ob bestrahlte Lebensmittel wirklich gefährlich sind oder nicht und ob die Menge der festgestellten Gifte auch tatsächlich giftig sind, denn jeder Stoff ist ein Gift, es kommt nur auf die Dosierung an - eine seit altersher bekannte Weisheit. Verärgern tut es die Redaktion aber immer wieder, wenn Produkte verkauft und nicht entsprechend deklariert werden, so wie es erst jüngst wieder das WDR-Fernsehen (6.1.2003) aufgedeckt hat:

Bestrahlte Lebensmittel können nach neuen Forschungsergebnissen doch ein Risiko für die Gesundheit darstellen. Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe haben nach Recherchen der WDR ServiceZeit Kostprobe ermittelt, dass fetthaltige Lebensmittel wie Fleisch und Geflügel durch die Lebensmittelbestrahlung die giftige Substanzgruppe Alkyl- Cyclobutanone bilden. Diese strahlenspezifischen Substanzen erweisen sich als erbgutschädigend und krebsauslösend. Das haben Fütterungsversuche mit Ratten und Untersuchungen mit menschlichen Dickdarmzellen ergeben, wie das Ernährungsmagazin KostProbe (WDR Fernsehen) in seiner Sendung am 6.1.03 berichtete. Angesichts dieser ernsthaften toxikologischen Gefahren müssten die bisherigen Zulassungen für die Bestrahlung bestimmter Lebensmittel innerhalb der EU wieder zurückgenommen werden.

Bei einer Stichproben-Untersuchung der Lebensmittelbehörden in Baden-Württemberg wurde zudem herausgefunden, dass jedes fünfte Nahrungsergänzungsmittel bestrahlt war. Keines dieser bestrahlten Produkte war als solches deklariert - ein klarer Verstoß gegen die gängigen Vorschriften. Die amtlichen Untersuchungsämter entlarvten Algenpräparate, Kapseln mit Frucht- und Gemüsepulver sowie Gemüsepulver zum Aufschwemmen als bestrahlt.


[ Quelle: WDR-Pressestelle, Alexander Hack, Tel. 0221/220-4869 ]

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10.) Zum Schluss: Gefängnishotel im schweizerischen Luzern

Das ungewöhnlich spartanische Ambiente, mit geschichtsträchtigem Flair, bietet sich für ein ebenso effektives wie ungewöhnliches Fitnessprogramm an:
Für einen Tag oder ein Kurzwochenende können Sie den Pfad des Müßiggangs verlassen, um hinter Gefängnismauern geläutert, schlank und fit zu werden. Nach der Devise: "Knast statt Kloster" läuft eigentlich alles wie bei "normalen" Entschlackungs-Kuren ab, nur ist dieser Aufenthalt etwas mehr auf harte Jungs und Mädels abgestimmt: Der Schlafraum ist eine Einzelzelle, statt Designer-Dress tragen die Teilnehmer legere Sträflingsbekleidung - quergestreift ...

Mehr dazu unter:
http://www.knast-vital.de/

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