Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 02/2008/ 1. Februar 2008


Inhalt

 1.) Zähne - Nicht jede Volksweisheit stimmt!
 2.) elmex Forschung warnt: Bei älteren Menschen nimmt Kariesrisiko zu
 3.)
Gefahr für Kinderzähne: Zuckerhaltige Getränke in Nuckelflaschen
 4.) Video über das Berufsbild der Zahnärztlichen Fachangestellten (ZFA)
 5.)
Gesundheitswesen - ein Jobmotor?
 6.) Alkohol ist das schlimmste Gift für Ungeborene - Für geschädigte Kinder gibt es kaum Therapien
 7.)
Auch Fruchtsäfte sind Dickmacher - stattdessen zu Obst zu greifen
 8.)
Keine starren Grenzwerte für Cholesterin - Persönliches Gesamtrisiko zählt
 9.)
www.be-kuessed.de - Spielerisch die Klassenkasse aufbessern
10.)
Zuzahlung sparen - Das Sammeln von Belegen zahlt sich aus
11.)
Zum Schluss: Fäkale Wölkchen
 

 


1.) Zähne - Nicht jede Volksweisheit stimmt!

"Jedes Kind kostet einen Zahn" oder "Nach jeder Mahlzeit schleunigst putzen" - von klein an begleiten uns diese Weisheiten. Eine aktuelle Studie der "Initiative proDente" zeigt, dass wir uns diese Merksätze tief eingeprägt haben, leider nicht zu unserem Vorteil, denn Forschungsergebnisse zeigen: der Volksmund hat nicht immer recht. Es lohnt sich, die einzelnen ‚Regeln' genauer unter die Lupe zu nehmen:

Jedes Kind kostet einen Zahn!
Über 30 % der befragten Studienteilnehmer halten diesen Spruch für richtig. Hier ist Entwarnung angesagt. Sorgfältige Mundhygiene, eine ausgewogene Ernährung und der regelmäßige Gang zum Zahnarzt können einen Zahnverlust verhindern. Wichtig ist ferner die ausreichende Mineralstoffversorgung der werdenden Mutter. So ist z.B. der Bedarf an Kalzium (wichtig für Knochenbau und Zähne) in der Schwangerschaft wesentlich erhöht - im Laufe der neun Monate muss der Organismus des Babys 30g davon einbauen, die er nur über die Mutter bekommen kann. Wenn bei der Schwangeren ein Mangel besteht, wird das Baby trotzdem versuchen, seinen Bedarf zu decken. Um vorzubeugen, empfiehlt es sich, regelmäßig Milchprodukte auf den Speiseplan zu setzen.
Außerdem ist in dieser Zeit eine gute Mundhygiene enorm wichtig, weil Erkrankungen der Mundhöhle zu gesundheitlichen Problemen des gesamten Körpers und insbesondere entzündliche Erkrankungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) sogar Frühgeburten auslösen können.

Nach jeder Mahlzeit schleunigst putzen!
Stimmt nur bedingt. Direkt nach dem Essen die Zähne zu putzen, kann auch schädlich sein - es kommt ganz darauf an, was man gegessen hat. So gilt: nach Saurem Finger weg von der Zahnbürste. Säurehaltige Speisen und Getränke weichen den Zahnschmelz durch Entzug von Mineralien auf. Durch zu frühes Putzen wird der aufgeweichte Schmelz mit weg geputzt. Klüger ist es, 30 bis 60 Minuten zu warten und so dem Speichel das Feld zu überlassen. Dieser neutralisiert nicht nur die Säure, sondern versorgt die Zähne auch mit Mineralstoffen und lässt den Zahnschmelz dadurch wieder hart werden. Ein paar Schlucke Wasser helfen, Säure zu entfernen, und machen Orangensaft und co. weniger schädlich.

Milchzähne fallen eh aus und müssen nicht gepflegt werden!
Über 30 % der Befragten halten die Aussage für korrekt. Aus zahnärztlicher und kieferorthopädischer Sicht ist die gründliche Pflege und der Erhaltung der Milchzähne jedoch äußerst wichtig. Hat sich im Milchgebiss erst mal Karies ausgebreitet ist das Risiko für das bleibende Gebiss deutlich erhöht. Außerdem ermöglicht ein gesundes Milchgebiss problemloses Kauen, eine gute Aussprache und nicht zuletzt eine normale Gebissentwicklung.

Fluoride sind nicht so wichtig!
Keineswegs. Zahnmediziner empfehlen Zahnpasta mit Fluoriden. Der Mineralstoff härtet den Zahnschmelz, hemmt die Entkalkung und das Bakterienwachstum und hilft zudem bei der Remineralisierung der Zahnoberfläche. Bezüglich der Kariespropyhlaxe hat sich herausgestellt, dass eine ausreichende Versorgung mit Fluoriden das Auftreten von Karies deutlich verringert. Dabei wirkt das Fluorid vor allem lokal am Zahn und weniger über den Blutkreislauf.
Gleichzeitig sollte jodiertes und fluoridiertes Speisesalz für die gesamte Familie verwendet werden. Das Speisesalz führt bei der Nahrungsaufnahme das Fluorid direkt an den Zahn heran.

Feste schrubben bringt am meisten!
Im Gegenteil. Harte Borsten und zu viel Krafteinsatz beim Putzen bergen die Gefahr, den Zahnschmelz allmählich ab zu tragen und das Zahnfleisch so zu verletzen, dass es sich nach und nach zurückzieht - schmerz- und kariesanfällige freiliegende Zahnhälse sind die Folge. Kleine, fegende Putzbewegungen von rot nach weiß, also vom Zahnfleisch hin zum Zahn, reinigen optimal und verhindern Verletzungen.

Kaugummikauen ersetzt das Zähneputzen!
Zahnpflegekaugummis sind eine gute Unterstützung der Mundhygiene nach dem Essen. Zusätzlich wird durch den Bestandteil Xylit eine hemmende Wirkung auf kariesrelevante Bakterien ausgelöst. Insgesamt bewirkt die Kauaktivität einen erhöhten Speichelfluss. Durch den Speichel wird die "Selbstreinigung" im Mund verbessert und den Zähnen vermehrt Mineralien zugeführt. Diese Mineralien können die angegriffene Zahnschmelzoberfläche durch Säuren aus der Nahrung wieder reparieren. Zahnpflegekaugummis ergänzen jedoch nur das tägliche Zähnputzen und ersetzen es keineswegs.

[ © PM  der Initiative proDente e.V. ]

 
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2.) elmex Forschung warnt: Bei älteren Menschen nimmt Kariesrisiko zu

Ältere Erwachsene erhalten immer länger ihre Zähne; Teil- und Vollprothesen gibt es immer seltener. Diese positive Entwicklung hat allerdings eine Schattenseite. Denn aus der längeren Erhaltung der Zähne resultiert ein höheres Risiko für Karies und Parodontalerkrankungen. Vor allem Wurzelkaries ist bei älteren Menschen auf dem Vormarsch. So hatten 2005 45% der Deutschen zwischen 65 und 74 mindestens eine kariöse oder gefüllte Wurzeloberfläche. "Für diese Entwicklung gibt es verschiedene Gründe", stellt Bärbel Kiene von der elmex Forschung fest. "Zum einen kann eine Zahnwurzel nach der chirurgischen Behandlung einer Parodontalerkrankung freiliegen, zum anderen kann das Zahnfleisch durch eine falsche Putztechnik mit einer zu harten Bürste im Laufe der Zeit regelrecht weggebürstet werden. Das freiliegende Dentin ist weicher und damit kariesanfälliger als der Zahnschmelz."

Prof. Elmar Hellwig (Universitätsklinik Freiburg) sieht im steigenden Kariesrisiko bei älteren Patienten eine Herausforderung für die zahnmedizinische Prophylaxearbeit: "Zum einen sollte nach Wegen gesucht werden, Patienten, die erst bei Schmerzen zum Zahnarzt gehen, früher zu erreichen. Zum anderen müssen auch ältere Menschen konstant zu sorgfältiger häuslicher Mund- und Zahnpflege motiviert werden." Die regelmäßige Anwendung fluoridhaltiger Spüllösungen könne helfen, das Wurzelkariesrisiko zu senken.

[ © presse@gaba.com  ]

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3.) Gefahr für Kinderzähne: Zuckerhaltige Getränke in Nuckelflaschen

Trotz eines allgemeinen Kariesrückgangs ist die Rate an unversorgten Milchzähnen in Deutschland nach wie vor erschreckend hoch. Wissenschaftliche Studien gehen davon aus, dass mehr als 25 Prozent aller Dreijährigen unter frühkindlicher Karies leiden. Und oft kommen die Kinder erst dann zu einem Kinderzahnarzt, wenn auch die Eltern anhand der zusammenbrechenden Frontzähne die Karies erkennen. "Jedes Jahr werden uns über 700 neue Patienten vorgestellt, knapp die Hälfte leidet an frühkindlicher Karies. Bei 75 Prozent dieser Kinder sind schon so viele Zähen kariös, dass wir sie aufgrund des geringen Alters nur noch unter Narkose behandeln können", berichtet Professor Norbert Krämer, Leiter der Abteilung Kinderzahnheilkunde des Universitätsklinikums der Universität Dresden und Fortbildungsreferent der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde.

Hauptursache der frühkindlichen Karies ist der häufige Konsum zuckerhaltiger Getränke aus Nuckelflaschen oder Trink-Lerntassen nach dem 1. Geburtstag. Zucker gilt als entscheidender Auslöser von Karies. Er ist idealer Energielieferant für die im Mund vorhandenen über 500 Bakterienarten. Etwa 30 bis 50 davon können Zahnfäule auslösen, indem sie den Zucker in Säure umwandeln, die dem Zahnschmelz wichtige Mineralien entzieht.
"Kleinkinder, die sehr oft über den Tag verteilt und vor allem in der Nacht zuckerhaltige Getränke aus der Nuckelflasche trinken, umspülen damit permanent ihre Zähne", erklärt Professor Krämer. Deshalb sollten Kinder nicht regelmäßig aus Flaschen oder Lerntassen trinken - weder solchen mit Nuckel noch mit Trinkhilfen, wie sie auch bei Fahrradflaschen üblich sind.

Frühkindliche Karies kann auch zu schwerwiegenden Entwicklungsstörungen führen: "Unbehandelt kann die Erkrankung Zahnfehlstellungen verursachen und die Kieferentwicklung beeinflussen. Dies wiederum kann Auswirkungen auf das Ernährungsverhalten und die Sprachentwicklung des Kindes haben", warnt Krämer.
Vermeiden lässt sich die frühkindliche Karies am besten durch den Verzicht auf gesüßte Getränke aus diesen Trinkgefäßen. Dazu zählen auch Fruchtsäfte. "Naturbelassener Apfelsaft beispielsweise enthält ebenfalls Fruchtzucker. Dieser Anteil bleibt auch noch in verdünnter Form bei mehreren Prozenten", so der Kinderzahnarzt. Empfehlenswert sind dagegen etwa kohlensäurefreie Mineralwässer oder Kräutertees. Nuckelflaschen sollten nur zum kurzzeitigen Trinken gegeben werden. Ab dem ersten Geburtstag sollten dem Kind Getränke im Becher oder in der Tasse ohne Trinkhilfen angeboten werden.

Wichtig ist außerdem eine regelmäßige Zahnpflege: Ab dem Durchbruch der ersten Milchzähne können die Zähne bereits einmal täglich mit einer weichen Kinderzahnbürste und einer erbsengroßen Menge Kinderzahncrème gereinigt werden, etwa ab dem zweiten Lebensjahr zweimal täglich. Der Fluoridgehalt der Zahncrème kann gegebenenfalls mit dem Kinderzahnarzt abgesprochen werden.
Durch das Vorbild und die Anleitung der Eltern lernen Kinder frühzeitig die tägliche Mundhygiene. Kreisende Bewegungen sind zur Reinigung der Zahnflächen bei Kindern besonders gut geeignet. Für Kinder ab drei Jahren eignen sich auch spezielle elektrische Kinderzahnbürsten mit oszillierend-rotierender Putztechnik, die schonend und effektiv reinigen. "Eltern müssen das Zähnputzen ihrer Kinder auf jeden Fall überwachen und bis zum Grundschulalter die Zähne nachputzen - vor allem die Backenzähne und den Bereich der Zahnzwischenräume", betont Professor Krämer. Auch ein erster Zahnarztbesuch vor dem ersten Geburtstag, der auch zur Beratung der Eltern dient, ist sinnvoll.

  [ © PM von zahngesund@kilian.de   ]

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4.) Video über das Berufsbild der Zahnärztlichen Fachangestellten (ZFA)

Das alte Berufsbild der „Zahnarzthelferin“ hat sich enorm verändert. Der oder die Zahnmedizinische(r) Fachangestellte(r) lernt sehr viel mehr in der Ausbildung und übernimmt in der Praxis verantwortungsvolle Aufgaben bei der Betreuung der Patienten, bei ihrer Behandlung und in der Büroorganisation. Guter Nachwuchs wird bundesweit gesucht.

Um den Berufnachwuchs zu fördern, haben die Zahnärztekammern Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg ein aktuelles Video über das Berufsbild der ZFA produziert, welches über das Internet angeschaut werden kann:

http://www.jobtv24.de/video.php?ct=88&vid=9669 

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5.) Gesundheitswesen - ein Jobmotor?

Gesundheitsleistungen sind zweifellos ein Zukunftsmarkt. Seit Jahren zeichnet sich der Trend ab, doch was für das Wetter und die gefühlten Temperaturen gilt, gilt auch für die Beurteilung des Gesundheitsmarktes. Eine nüchterne Betrachtung statistischer Zahlen spricht eine andere Sprache. Demnach ist das deutsche Gesundheitswesen kein Jobmotor wie immer behauptet. Die Zahl der Beschäftigten wächst nur marginal, das Arbeitsvolumen aber – gemessen an Vollzeitäquivalenten – geht sogar spürbar zurück. Das illustrieren die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes für die Jahre 1997 bis 2005. Ob der im vergangenen Jahr angelaufene und anhaltende gesamtwirtschaftliche Konjunkturaufschwung hierzulande auch der Gesundheitswirtschaft Auftrieb geben wird – und falls ja in welchem Ausmaß –, ist ungewiss und erscheint eher fraglich zu sein. Denn die Rahmenbedingungen der „Gesundheitswirtschaft“ werden wesentlich von der Gesundheitspolitik gesetzt – und diese wirkt explizit gewollt restriktiv.

Minus 53.000 Vollzeitjobs in Arztpraxen, 66.000 weniger Stellen in Krankenhäusern, je 30.000 Vollzeitkräfte verloren in Zahnarztpraxen sowie im Gesundheitshandwerk/-Einzelhandel ihren Job, 7.000 Vollkräfte bei Pharmaherstellern weg und 4.000 Stellen in der Medizintechnikindustrie vernichtet: Das sind ausgewählte Arbeitsplatzbilanzen aus der deutschen Gesundheitswirtschaft zwischen 1997 und 2005. Bilanzen, die sich auf Vollzeitäquivalente beziehen, also das Arbeitsvolumen ausgedrückt durch Umrechnung der Beschäftigtenzahl auf Vollzeitkräfte.

BMG sagt nur die „halbe Wahrheit“

Die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen sei „2005 um 27.000 weiter gestiegen“ – auf knapp 4,3 Mio. – verkündet das Bundesgesundheitsministerium (BMG) in einer bundesweiten Kampagne auf großen Anzeigen-Seiten in Tageszeitungen und Plakatierungen zur Gesundheitsreform. Das hauseigene PR-Instrument, „Die Gesunde Zeitung“, transportiert solche guten Nachrichten. Was das BMG verkündet ist nicht falsch, aber nur die halbe Wahrheit. Es stimmt zwar, die Anzahl der Beschäftigten in der deutschen Gesundheitswirtschaft ist 2005 im Vergleich zum Vorjahr wie angegeben um 0,6 Prozent gestiegen. Das ist jedoch nur eine Kopfzahl der in dieser Branche arbeitenden Menschen – ohne Berücksichtigung der geleisteten Arbeitszeit: Menschen mit Vollzeit-, Teilzeit- und Minijobs werden dabei addiert. Und die Zahl der Teilzeit- und Minijobs im Gesundheitswesen wächst überdurchschnittlich stark. Von den 4,26 Mio. Beschäftigten 2005 im Gesundheitswesen arbeiteten 1,2 Mio. – und damit mehr als ein Viertel – in Teilzeit, berichtet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Umgerechnet auf tarifliche Vollarbeitszeit jedoch ist die Beschäftigung in der deutschen Gesundheitswirtschaft 2005 insgesamt erneut gesunken – alleine im Vergleich zu 2004 um 26.000 Vollzeitjobs, ein Minus von immerhin 0,8 Prozent. Das ist offensichtlich die aussagekräftigere Zahl.
Tatsächlich sind seit 1997 (bis 2005) insgesamt rechnerisch 43.000 Vollzeitjobs im Gesundheitswesen verloren gegangen. Das Arbeitsvolumen ist also gesunken. In absoluten Zahlen hat der Jobverlust in diesen acht Jahren die Krankenhäuser mit minus 66.000 (-8 Prozent) und die Arztpraxen mit minus 53.000 (-9,2 Prozent) besonders heftig gebeutelt. Relativ aber traf der Abbau am stärksten die Sektoren Gesundheitshandwerk/-Einzelhandel mit -17 Prozent (minus 30.000 Vollzeitjobs), Gesundheitsschutz (Behörden/Ämter) mit -13,3 Prozent (minus 5000 Vollzeitjobs) sowie die Zahnarztpraxen mit -10 Prozent (minus 30.000 Vollzeitjobs)

  [ gekürzt nach © univadis ]

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6.) Alkohol ist das schlimmste Gift für Ungeborene - Für geschädigte Kinder gibt es kaum Therapien

"Die größte Gefahr für die Entwicklung eines ungeborenen Babys liegt heute weder in Medikamenten noch Drogen oder Umweltgiften, sondern im Alkoholkonsum der Mutter." Das betont die Stiftung Kindergesundheit aus München. Nach ihren Angaben kommen in Deutschland pro Jahr etwa 2200 Kinder alkoholgeschädigt zur Welt und damit mehr als doppelt so viele wie Kinder mit Down-Syndrom. Die Stiftung appelliert an Ärzte, Schwangere noch stärker als bisher zu motivieren, auf Alkohol zu verzichten. Denn schon kleinste Mengen Alkohol können Ungeborenen schaden.

Den Effekt von geringen Alkoholmengen haben britische Forscher aus Bristol in einer Studie mit über 9000 jungen Müttern und ihren Kindern untersucht. 44 Prozent der Mütter tranken während der Schwangerschaft gar keinen Alkohol, 40 Prozent weniger als ein Glas und 16 Prozent mehr als ein Glas pro Woche. Die im Alter von vier, sieben und neun Jahren nachuntersuchten Kinder wurden auf Verhaltensauffälligkeiten geprüft. Das überraschende Ergebnis: Vor allem viele Mädchen unter den untersuchten Kindern hatten schon bei einem Glas Bier oder Wein in der Woche zwar leichte aber anhaltend negative Folgen in ihrer Entwicklung.
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 [ ©  Helga Brettschneider ]

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7.) Auch Fruchtsäfte sind Dickmacher - stattdessen zu Obst zu greifen

Auch Fruchtsäfte sind Dickmacher - nicht nur zuckerhaltige Limonaden. Darauf weist das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) an der Universität Bonn anlässlich einer aktuellen Auswertung seiner langjährigen DONALD-Studie hin. Dabei haben die Wissenschaftler die Ernährungsgewohnheiten von 244 Kindern und Jugendlichen untersucht. Eine Zunahme im Konsum zuckerhaltiger Getränke ging bei den untersuchten Mädchen mit einem signifikant höheren Body-Mass-Index (BMI) einher. Nicht nur die zuckerhaltigen Getränke zusammen, sondern auch Säfte alleine hatten dabei erstaunlicherweise einen Effekt. Bei Jungen ließ sich dagegen kein Zusammenhang nachweisen. Das FKE rät, an Stelle zuckerhaltiger Getränke zu Wasser zu greifen und Obst eher in fester Form zu sich zu nehmen.

Säfte haben einen besonders starken Effekt

Der Verzehr zuckerhaltiger Getränke scheint zumindest bei Mädchen Auswirkungen auf das Gewicht zu haben: Bei Teilnehmerinnen, die im Laufe der 5-Jahres-Periode immer mehr Fruchtsäfte und Limonaden zu sich nahmen, ging auch der Body-Mass-Index (BMI) in die Höhe. Beim Verzehr von Säften war dieser Effekt besonders stark. Der BMI ist eine Maßzahl, die das Körpergewicht in Relation zur Größe setzt; ein zu hoher BMI signalisiert Übergewicht.

Einen direkten Zusammenhang mit dem (geschätzten) Körperfettanteil der Teilnehmerinnen fand das FKE nicht. "Dennoch zeigen unsere Ergebnisse zumindest bei Mädchen eindeutig in eine Richtung", erklärt FKE-Forscherin Dr. Mathilde Kersting: "Softdrinks und Fruchtsäfte sind Dickmacher und deshalb nicht die geeigneten Durstlöscher." Grund ist ein weiterer Effekt, den die Wissenschaftler fanden: Trotz der enthaltenen Kalorien scheinen zuckerhaltige Getränke nicht so sehr den Hunger zu stillen wie feste Nahrung. "Die beim Trinken aufgenommenen Kalorien werden nicht etwa beim Essen wieder eingespart", betont Kersting. "Wir empfehlen daher eher, bei Hunger zu Obst zu greifen und den Durst mit Wasser zu löschen."

Bei den befragten Jungen sahen die Wissenschaftler übrigens keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Trinkgewohnheiten und BMI. Bei ihnen geht die Pubertät allerdings mit weit größeren Änderungen des Energiehaushalts einher als bei Mädchen - möglicherweise macht sich eine hohe Zufuhr flüssiger Energie daher erst im höheren Alter bemerkbar.

[ Kontakt: Privatdozentin Dr. Mathilde Kersting Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund Institut an der Universität Bonn Telefon: 0231/79-221018 E-Mail: kersting@fke-do.de   ]

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8.) Keine starren Grenzwerte für Cholesterin - Persönliches Gesamtrisiko zählt

Mit dem Cholesterinwert steigt das Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten, insbesondere für den Herzinfarkt. Dieser Zusammenhang wurde in vielen Studien eindeutig belegt. Weniger eindeutig ist bislang die Interpretation der Cholesterinwerte im Blut. Der Cholesterinspiegel ist zwar ein wichtiger Mosaikstein bei der Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen, das Gesamtrisiko lässt sich jedoch erst im Zusammenspiel mit den anderen Faktoren, wie Bluthochdruck, Zigarettenrauchen, Diabetes, Übergewicht, Stress oder Bewegungsmangel einschätzen. Mit jedem weiteren Risikofaktor vervielfältigt sich das Risiko für eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems.

Es gibt also keinen starren Normwert, der für jedermann gilt. Darauf macht die Lipid-Liga in einer aktuellen Stellungnahme noch einmal aufmerksam. Die Bestimmung des Gesamtcholesterins reiche nicht aus, um eine Behandlung in die Wege zu leiten. Werte von über 200 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) Blut müssen jedoch Anlass für eine Bestimmung des "schlechten" LDL- und des "guten" HDL-Cholesterins sein. Je nach Vorliegen anderer Risikofaktoren lassen sich anschließend die so genannten LDL-Zielwerte festlegen. Je mehr Risikofaktoren vorhanden sind, desto niedriger ist der Zielwert: Liegt außer einem erhöhten LDL-Wert kein oder nur ein zusätzlicher Risikofaktor vor, ist ein LDL-Wert bis 160 mg/dl tolerabel. Bei zwei oder mehr zusätzlichen Risikofaktoren sollte das LDL-Cholesterin maximal 130 mg/dl betragen. Höchstens 100 mg/dl sollten Patienten anstreben, die bereits an einer Herzgefäßerkrankung leiden oder einen Herzinfarkt hatten. Dieser Wert gilt auch für Patienten, bei denen die Arterienverengung nicht das Herz, sondern andere Organe betrifft - etwa Durchblutungsstörungen im Gehirn oder aber in den Beinen, auch Schaufensterkrankheit genannt. Und für Patienten, bei denen das Herzinfarktrisiko zum Beispiel durch eine gleichzeitige Diabeteserkrankung zusätzlich erhöht ist, liegt der LDL-Zielwert unter 70 mg/dl.

[ ©: Dorothee Hahne, PM aid  ]

 
Basics: Ernährungsempfehlungen aus zahnärztlicher Sicht  im Zahnlexikon-Online

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9.) www.be-kuessed.de - Spielerisch die Klassenkasse aufbessern

Deine Zunge fährt langsam über deine Zähne. Sie fühlen sich glatt an - die Zunge gleitet ungehindert über die Oberfläche: AHHHH!!! Was du geschafft hast, dazu brauchen andere Unterstützung. Welche spielerische Motivationshilfe für eine regelmäßige Mundhygiene würdest du ihnen zukommen lassen?

Der be-küssed-Wettbewerb für Schulklassen geht in die zweite Runde.
Diesmal lautet die Aufgabe: Erfindet ein Spiel! Natürlich nicht irgendein Spiel. Sondern ein Motivationsspiel rund um die Zahn- und Mundgesundheit, das möglichst über das Internet Verbreitung finden soll! Verpackt die schlauen Tipps der „be-küssed“- Website in einen kurzweiligen, unterhaltsamen oder spannenden Rahmen. Ob traditionelle Brettspiele, aktuelle Computerspiele, Singspiele oder Bewegungsspiele die Vorlage für euer innovatives Internetspiel geben, ist egal – alle sind erlaubt.

Die be-küssed-Jury ist wieder ungeheuer gespannt auf eure tollen Ideen. Den Siegerklassen winken folgende Preise:
1. Preis: 500 EUR für die Klassenkasse
2. Preis: 250 EUR für die Klassenkasse
3. Preis: 100 EUR für die Klassenkasse
Sonderpreis: für Klassen von Bildungsgängen, die schwerpunktmäßig zum Hauptschulabschluss führen

Teilnahmebedingungen:  http://www.be-kuessed.de/win_4_wettbewerb2008.html

[ ©:  PM der Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e.V. ;  www.daj.de , info@daj.de ]

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10.) Zuzahlung sparen - Das Sammeln von Belegen zahlt sich aus

Zu Beginn des neuen Jahres sollten sich die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen wieder einen Ordner anlegen, in dem sie alle Quittungen über Zuzahlungen sammeln - zum Beispiel für Arzneien, Krankenhausaufenthalte oder Praxisgebühren. Das rät das "HausArzt-PatientenMagazin" in seiner aktuellen Januar-Ausgabe. Nur mit diesen Belegen erhalten die Versicherten später eventuell eine Befreiung von der Kasse. Die Belastungsgrenze liegt bei zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens, abzüglich von Freibeträgen. Chronisch Kranke müssen höchstens ein Prozent aufwenden, alle unter 18-Jährigen sind ganz befreit.

  [ ©: PM von "HausArzt" ]

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11.) Zum Schluss: Fäkale Wölkchen

Frage:
"Im Radio habe ich gehört, dass man seine Zahnbürste desinfizieren soll. Als Begründung wurde genannt, dass im Bad die Zahnbürste meist relativ nah am Klo aufbewahrt wird und dass bei jedem Spülen viele Bakterien durch die Luft wirbeln, die sich im ganzen Bad, auch auf der Zahnbürste, verteilen."
Karina Strasky, Cambridge (England)

Antwort:
"Wenn wir die Toilettenspülung bedienen, wird ein Teil des Spülwassers zum Aerosol – also zu einem Wölkchen aus feinsten Tropfen, die nicht sofort zu Boden fallen, sondern bis zu sechs Meter durch den Raum schweben. Das jedenfalls hat Philip M. Tierno vom Medical Center der New York University gemessen. Dann erst lassen sie sich nieder und mit ihnen die Bakterien, die sie enthalten. Fäkale Kolibakterien sind praktisch überall im Bad nachweisbar, auch auf offen herumstehenden Zahnbürsten. Tiernos Kollege Charles Gerba, ein Mikrobiologe von der University of Arizona, ließ sich zu dem geschmacklosen Vergleich hinreißen, ein mikroskopischer Blick auf diese Keime erinnere an »Bagdad bei Nacht während einer US-Militärattacke«.
Das klingt äußerst abstoßend. Aber ist es gesundheitsgefährdend? Bakterien lassen sich mit modernen Methoden fast überall nachweisen, und das Bad sollte uns dabei am wenigsten Sorge machen. Ein weiterer drastischer Spruch von Gerba: »Wenn ein Außerirdischer zu uns käme und die Bakterien zählen würde, so käme er wahrscheinlich zu dem Schluss, er solle seine Hände in der Toilette waschen und in die Küchenspüle scheißen.« Denn dort, insbesondere auf dem Spüllappen, siedeln mit Abstand die meisten Keime.
Trotzdem kann es sicher nicht schaden, beim Spülen den Klodeckel zu schließen und die Zahnbürste in einem verschließbaren Schränkchen aufzubewahren."

Christoph Drösser in "Die Zeit"

  [ ©: "Stimmt's  ]

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