Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 2/2009/ 1. Februar 2009


Inhalt

 1.) Wie viele Implantate brauchen Zahnlücken?
 2.) Experteninterview zum Thema Karies bei Kleinkindern und Jugendlichen
 3.)
Aufklärungspflicht nur für echte Alternativen
 4.) Was weiß und denkt die Bevölkerung über Krebs?
 5.)
Weit verbreitet: drei Irrtümer zum Thema Beikost
 6.) Freispruch für den Käse - Experten halten Lebensmittel nicht für Kopfschmerzauslöser
 7.)
Dem Salamander abgeschaut: Klebestoffe für die Wundheilung
 8.)
Heidelbeeren: Farbstoffe hemmen Enzym
 9.)
Rechtschutz für Patienten im Streit mit Ärzten
10.)
Deutsche gehen im Schnitt 18 mal pro Jahr zum Arzt
11.) Zahnzusatzversicherungen - Ergänzung zu unserer Meldung vom 1. Dezember 2008
12.) Kleine Poren, große Wirkung
13.)
Zum Schluss: DUDE(L)N - Das Weichei-Lexikon
 

 


1.) Wie viele Implantate brauchen Zahnlücken?

Die maßgebenden Verbände (BDO, DGMKG, DGI und DGZI) haben ein neues "Konsensuspapier" zu dieser Frage verabschiedet und folgende Indikationsklassen zur Implantattherapie erlassen:

"Die optimale Therapie des Zahnverlustes ist der Ersatz jedes einzelnen Zahnes durch ein Implantat. Dabei ist der Zahn 8 (Weisheitszahn) eines Quadranten in der Regel nicht zu ersetzen. Da die optimale Therapie aus verschiedensten Gründen (anatomische, aber auch wirtschaftliche) nicht immer durchgeführt werden kann, wurden die nachfolgenden Empfehlungen - Indikationsklassen - für Regelfallversorgungen aufgestellt:

Klasse I Einzelzahnersatz und Schaltlücke:
Klasse Ia Frontzahnersatz
Wenn Zähne der Oberkiefer-Front fehlen 1 Implantat je fehlendem Zahn
Wenn Zähne 32-42 der Unterkiefer-Front fehlen Indikation für 2 Implantate
Wenn Zähne 33-43 der Unterkiefer-Front fehlen Indikation für 2-4 Implantate unter Berücksichtigung der speziellen anatomischen Verhältnisse
Einzelzahnlücken der Unterkiefer-Front Indikation für 1 Implantat

Klasse II Reduzierter Restzahnbestand und Freiendlücke:
Grundsatz:
Bei der implantologischen Versorgung des reduzierten Restgebisses ist die Bezahnung des Gegenkiefers zu berücksichtigen. Darüber hinaus gelten die Regeln konventioneller Prothetik.
Für eine festsitzende Versorgung im Oberkiefer werden in der Regel 8 Pfeiler benötigt, im Unterkiefer in der Regel 6 Pfeiler. Natürliche Zähne können angerechnet werden, wenn diese an statisch günstiger Position stehen und eine gute Prognose aufweisen.
Für eine herausnehmbare Versorgung im Oberkiefer werden in der Regel 6 Pfeiler benötigt, im Unterkiefer in der Regel 4 Pfeiler. Natürliche Pfeilerzähne können angerechnet werden, wenn diese an statisch günstiger Position stehen und eine gute Prognose aufweisen

Klasse IIa Freiendlücke
Zahn 8 (Weisheitszahn) fehlt: in Ausnahmefällen Indikation zur Implantation
Zähne 7 und 8 fehlen: Indikation für 1 Implantat
Zähne 6 bis 8 fehlen: Indikation für 1-2 Implantate
Zähne 5 bis 8 fehlen: Indikation für 2-3 Implantate
Zähne 4 bis 8 fehlen: Indikation für 3 Implantate

Klasse III Zahnloser Kiefer :
Für die Verankerung eines festsitzenden Zahnersatzes
im zahnlosen Oberkiefer: 8 Implantate
im zahnlosen Unterkiefer: 6 Implantate"

Häufig müssen aus finanziellen Gründen ( Implantatkosten) Kompromisse eingegangen werden. Allerdings ist sorgfältig abzuwägen, ob dadurch der Implantaterfolg nicht nachhaltig gefährdet wird und deshalb besser auf konventionelle Methoden zurückgegriffen werden sollte. 

  [ ©:  https://secureserver.lohmar.com/juradent/sites/PDF/IndikationsklassenvierVerbaende.pdf ]

  Basics: Implantate auf www.Zahnwissen.de



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2.) Experteninterview zum Thema Karies bei Kleinkindern und Jugendlichen mit Prof. Dr. Norbert Krämer, Universität Dresden

Warum haben bereits so viele Zweijährige kariöse Zähne?

Gerade bei den Zwei- bis Dreijährigen nimmt die Karies massiv zu. Leider geben zu viele Eltern ihren Kleinen ein Fläschchen mit Saft oder Milch mit ins Bett, damit sie schneller und ruhiger einschlafen. Dadurch vermehren sich die Kariesbakterien enorm - selbst wenn der Saft mit Wasser verdünnt ist, steigt das Kariesrisiko extrem an. Ein weiterer Kariesverursacher ist zurzeit der Eistee. Sein PH-Wert ist für die Milchzähne viel zu sauer und der handelsübliche Tee ist zudem stark gesüßt.

Wirkt sich die Karieserkrankung negativ auf das Lebensgefühl der Kleinen aus?

Ja - die Kinder fühlen sich massiv beeinträchtigt. Denn die so genannte Nuckelkaries beginnt immer an den sichtbaren Frontzähnen und zwar häufig auf der schwer einsehbaren Innenseite der Zähne. Wird sie nicht behandelt, werden die Zähne mit der Zeit dunkelbraun und brechen sogar ab. Oftmals sind diese Kinder den Hänseleien von Spielkameraden ausgesetzt. Werden die Zähne zu spät behandelt, bleibt nur die Entfernung der Wurzelreste. Der Zahnarzt kann ihnen dann ab dem vierten Lebensjahr mit einer kindgerechten Zahnprothesen helfen.
Schmerzhaft für die Kleinen kann auch eine nicht behandelte Karies an den Backenzähnen werden. Denn im Laufe der Zeit können sich Fisteln, eitrige Entzündungen und Abszesse bilden, die unter Umständen auch die darunterliegenden bleibenden Zahnkeime in ihrer Entwicklung beeinträchtigen.

Warum sollte Karies an den Milchzähnen unbedingt behandelt werden?

Dafür gibt es einige Gründe: Kariöse Zähne haben beispielsweise eine raue Oberfläche, die sich mit der Zahnbürste nicht richtig reinigen lässt. Hat der Zahn eine glatte Füllung, ist das Reinigen kein Problem. Und: Wenn im Grundschulalter die zweiten Zähne durchbrechen, dann werden über einige Jahre hinweg die alten Milchzähne neben der so genannten zweiten Dentition im Mund sein.
Wenn die Milchzähne mit einer offenen nicht behandelten Karies befallen sind, dann gehen die Bakterien sehr leicht auf die gesunden neuen Zähne über. Bei den neuen Zähnen sind insbesondere die so genannten Sechsjahresbackenzähne schnell betroffen. Das liegt an den teilweise recht tiefen Fissuren, in denen sich die Bakterien richtig einnisten können und an den schwer zu reinigen Zahnzwischenräumen. Der Zahnarzt kann diese Vertiefungen versiegeln, so dass sie gegen die Kariesbakterien geschützt sind.

Wann sollten die Kinder zum ersten Mal zum Zahnarzt?

Die Vorgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen sehen die erste zahnärztliche Frühuntersuchung für den 30. Lebensmonat vor. Das ist viel zu spät. Viele Zwei- bis Dreijährige haben zu diesem Zeitpunkt bereits die ersten kariösen Zähne. Wir raten den Eltern zum Zahnarzt zu gehen, wenn der erste Zahn durchgebrochen ist. Dann geht es vor allem darum, die Hauptursache für die frühkindliche Karies - die "Nuckelflasche" - ab dem ersten Geburtstag zu eliminieren. Die American Academy of Pediatric Dentistry (AAPD) hat deutliche Empfehlungen für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr ausgesprochen: nicht mit der Flasche einschlafen, ab dem ersten Geburtstag aus der Tasse trinken, mit dem ersten Zahn die Mundhygiene kontrollieren, kein Zucker - damit ist auch Fruchtzucker, Milchzucker oder Traubenzucker gemeint - aus der Flasche oder Schnabeltasse und den ersten Zahnarztbesuch zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat vorsehen.

  [ ©:  Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V.  zahngesund@kilian.de ]

 Basics:  Behandlung von Milchzähnen  im Zahnlexikon-Online

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3.) Aufklärungspflicht nur für echte Alternativen

Ein Arzt muss einen Patienten vor der Operation nur über "echte Behandlungsalternativen" aufklären. Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt.
Der Patient habe nur dann tatsächlich eine Wahlmöglichkeit, wenn eine alternative Methode zumindest gewisse Erfolgsaussichten mit sich bringe. Das Gericht wies mit seinem in der Fachzeitschrift "OLG- Report" veröffentlichten Urteil die Schadensersatz- und Schmerzensgeldklage eines minderjährigen Patienten ab.

Der damals sechsjährige Junge musste sich einer Mandeloperation unterziehen, in deren Folge sein Hirn geschädigt wurde. Behandlungsfehler konnten dem Arzt nicht nachgewiesen werden.
Die Eltern machten allerdings auch geltend, der Behandler habe sie nicht über konservative Methoden wie etwa eine medikamentöse Therapie aufgeklärt, sondern immer nur von einer Operation gesprochen.

Das OLG wertete das Vorgehen des Mediziners gleichwohl als rechtmäßig. Gestützt auf das Gutachten eines Sachverständigen befanden die Richter, der Arzt habe die Eltern nicht über die Möglichkeit des "Zuwartens" aufklären müssen. Das Krankheitsbild des Jungen habe keine medikamentöse Behandlung ermöglicht.

  [ ©: zm-online  ]

 Basics: Aufklärung  im Zahnlexikon-Online

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4.) Was weiß und denkt die Bevölkerung über Krebs?

Mehr als 80 Prozent der Menschen in reichen Ländern glauben, dass eine Heilung bei Krebs möglich ist. Das geht aus einer Umfrage in 29 Ländern zu Prophylaxe und Therapie bei Krebs hervor, die die International Union Against Cancer (UICC) analysiert hat.

Zur ersten Auswertung, die auf den Antworten von fast 30 000 Personen basiert, wurden die Länder in drei Einkommensklassen eingeteilt: Länder mit hohem, mittlerem und niedrigem Einkommen, wie Dr. David Hill beim Weltkrebskongress in Genf berichtet hat. Die Menschen in reichen Ländern sind zu 83 Prozent der Ansicht, dass es gute Möglichkeiten zur Heilung von Krebserkrankungen gibt. In Ländern mit mittlerem und geringem Einkommen glauben dies dagegen nur 61 oder 52 Prozent der Befragten.

In reichen Ländern wird die Diagnose früher gestellt

Dieses Ergebnis ist damit zu erklären, dass Menschen in reichen Ländern eher Zugang zu mehreren Therapiemöglichkeiten haben und dort die Diagnose in früheren Stadien gestellt wird, in denen eine Therapie erfolgversprechender ist.
Je höher das Einkommen in einem Land, umso mehr Alkohol wird getrunken. So hatten in armen Ländern 77 Prozent der Befragten in den vergangenen zwölf Monaten keinen Alkohol getrunken. In den Ländern mit mittlerem und hohem Einkommen waren es dagegen nur 46 oder 24 Prozent. Und: Die Personen, die mehr Alkohol tranken, glaubten eher weniger an einen Zusammenhang zwischen Alkohol und Krebs.

Aus der Umfrage geht hervor, dass die Risikofaktoren für Krebs häufig falsch eingeschätzt werden. So glauben die meisten Menschen, dass Umweltverschmutzung das Krebsrisiko erhöht, tatsächlich ist sie aber nur von untergeordneter Bedeutung. Übergewicht sehen dagegen relativ wenig Befragte als Risikofaktor an, obwohl es ein wichtiger Risikofaktor für Krebs ist.

Adipositas als Risikofaktor für Krebs eher geleugnet

Menschen akzeptieren eher Risikofaktoren, die sie nicht direkt kontrollieren können, wie Umweltverschmutzung, als solche, an denen sie selbst beteiligt sind, etwa Adipositas (Fettleibigkeit).

Mehr Infos unter: www.uicc.org  oder www.cancervic.org.au/uicc

 [  ©:  Ärztezeitung ]

 Basics: Mundhöhlenkrebs  im Zahnlexikon-Online

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5.) Weit verbreitet: drei Irrtümer zum Thema Beikost

Essen und Trinken sind ein Riesenthema im ersten Jahr mit Baby. Und eines, zu dem es häufig widersprüchliche oder gar falsche Empfehlungen gibt. Zum Beispiel, wenn es um den Einsatz von Beikost geht. Die Zeitschrift ELTERN klärt  über die verbreitesten Irrtümer auf.

Beikost-Irrtum 1: "Breie und festere Nahrung sollen die Milchmahlzeiten möglichst bald ersetzen." Richtig ist: Muttermilch beziehungsweise Flaschenmilch ist im ersten Lebensjahr die Hauptnahrungsquelle. Feste Kost sollte die Milchnahrung nur ergänzen. Das heißt konkret: Weiter nach Bedarf zu stillen bzw. die Flasche zu geben ist genau richtig. Natürlich trinken Babys schrittweise weniger und kürzer, je mehr sie essen. Aber erst im zweiten Lebensjahr können sie ihren Nährstoffbedarf hauptsächlich übers Essen decken.

Beikost-Irrtum 2: "Die erste feste Kost muss Brei sein!" Richtig ist: Es gibt Babys, die einfach keinen Brei mögen. Vielleicht ist es die matschige Konsistenz, vielleicht der Löffel - wenn ein Kind Brei ausspuckt, den Mund fest verschließt oder gar weint, gilt: keinesfalls zum Essen zwingen! Besser zwanglos Fingerfood anbieten. Oft nehmen kleine Breiverweigerer Leckerbissen wie einen Apfelschnitz mit Freude in die Hand, nuckeln daran herum und schaffen so den Einstieg ins Beikost-Alter. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist dies kein Problem.

Beikost-Irrtum 3: "Zum Essen gehören Babys in den Hochstuhl!" Richtig ist: Viele Babys können mit fünf, sechs Monaten noch nicht allein sitzen. Ihr Rücken verkraftet die Belastung noch nicht. Bis etwa zum siebten Monat sollten Eltern ihr Baby deshalb auf den Schoß nehmen und, an den eigenen Bauch angelehnt, halb liegend füttern - oder auch kurz die Autoschale zu Hilfe nehmen.

  [ © Eva Kersting, E-mail: kersting.eva@guj.de ]

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6.) Freispruch für den Käse - Experten halten Lebensmittel nicht für Kopfschmerzauslöser

Die Liste der Verdächtigen ist lang: Käse, Salami, Rotwein, Schokolade und Zitrusfrüchte nennen Kopfschmerz-Patienten häufig als mögliche Verursacher von Kopfschmerzen.
Mediziner aber bezweifeln, dass diese Lebensmittel tatsächlich die Auslöser sind. "Grundsätzlich enthalten Lebensmittel keine gefährlichen Substanzen, die Kopfschmerzen verursachen", betont Dr. Stefanie Förderreuther von der Neurologischen Klinik der Universität München, Klinikum Innenstadt, in der "Apotheken Umschau". Im Zusammenhang mit der Migräne wird besonders deutlich, dass Lebensmittel zu Unrecht als Auslöser angeschuldigt werden: Zu Beginn einer Attacke fühlen sich viele Patienten nervös, unruhig, kribbelig - und langen dann übermäßig zu. Der dann folgende Kopfschmerz war also bereits im Entstehen.
Lediglich bei alkoholischen Getränken sehen die Experten ein Potential, Kopfschmerzen auslösen zu können. Dabei sei aber weniger der Alkohol ursächlich als andere Inhaltsstoffe. Deshalb haben zum Beispiel Rotwein und Mischgetränke ein weit höheres Kopfschmerzpotential als Hochprozentiges ohne Begleitstoffe wie etwa Wodka.
Weit bedeutendere Auslöser für Migräne sind Stress, Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus oder der Hormone.

 [  ©:  Apotheken Umschau ]

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7.) Dem Salamander abgeschaut: Klebestoffe für die Wundheilung

Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Universität Wien untersucht die Hautsekretabsonderungen von Salamandern, um daraus neue Klebstoffe für medizinische Anwendungen zu entwickeln. Dabei werden die Struktur der Klebedrüsen und die Zusammensetzung des Klebstoffes genau analysiert. Ziel ist es, der Natur nachgebaute, biomimetische, Klebstoffe für die Wundheilung zu gewinnen, die frei von gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen sind.

Die meisten medizinischen Klebstoffe, die derzeit für die Wundheilung als auch für die Haftung medizinischer oder dentaler Implantate im Gewebe verwendet werden, sind synthetisch und bestehen größtenteils aus gesundheitsschädlichen und nicht abbaubaren Substanzen.

Weil aber verschiedene Formen von "Klebern" in der Natur weit verbreitet sind, versuchen die jungen Wissenschaftler von den biologischen Strukturen und Prozessen dieser Naturkleber zu lernen: Die natürlichen Hafttricks von Pflanzen und Tieren dienen immer öfter als Vorlage für so genannte biomimetische Klebstoffe - Kleber nach dem Vorbild der Natur. ...

Lesen Sie den vollständigen Artikel unter: http://www.aerztezeitung.de

 [ ©:  Ärztezeitung ]

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8.) Heidelbeeren: Farbstoffe hemmen Enzym

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen ein Enzym, das bei Entzündungen eine Schlüsselrolle spielt. Das haben Forscher der Uni Würzburg in Laborversuchen herausgefunden. Ihre Ergebnisse sind möglicherweise für die Therapie von entzündlichen Darmerkrankungen von Bedeutung.
"Viele Menschen, die an entzündlichen Darmbeschwerden leiden, fühlen sich besser, wenn sie größere Mengen Heidelbeeren essen", sagt Bastian Knaup. Was könnte das wirksame Element in den Beeren sein? Dieser Frage ist der Würzburger Lebensmittelchemiker in seiner Doktorarbeit nachgegangen. Dabei hatte er spezielle Farbstoffe im Blick: die so genannten Anthocyane, denen die Heidelbeeren ihre intensive Färbung verdanken.
Im Laborversuch hemmen die Farbstoffe aus Heidelbeeren das Enzym Lipoxygenase unterschiedlich deutlich. Dieses Enzym spielt bei Entzündungsprozessen eine wichtige Rolle. Besonders stark wird es von dem Farbstoff Delphinidin unterdrückt, der für diesen Effekt mit jeweils einem Molekül der Zucker Glucose oder Galactose verknüpft sein muss.
"Auf diesem Weg könnten die Anthocyane eine gesundheitsfördernde Wirkung entfalten", meinen die Würzburger Lebensmittelchemiker. Das folgern sie aus ihren Laborversuchen; direkt am Menschen ist ihre Vermutung aber noch nicht bewiesen. Dennoch halten sie es für möglich, dass ihre Erkenntnisse einen vielversprechenden Ansatz für die Medizin bergen - zur Prävention und Therapie entzündlicher Darmerkrankungen wie zum Beispiel Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.

Farbstoffe im Darm wenig stabil

Bastian Knaup hat bei seiner Doktorarbeit auch nachgewiesen, dass die Farbstoffe der Heidelbeeren im Darm sehr unterschiedlich stabil sind - abhängig von ihrer chemischen Struktur. Gerade auch der Farbstoff, der das Enzym Lipoxygenase am stärksten hemmt, hat sich als nicht sonderlich beständig erwiesen. In der Würzburger Lebensmittelchemie untersuchen nun weitere Doktoranden, wie sich die interessanten Stoffe aus Heidelbeeren stabiler machen lassen. Die hemmende Wirkung auf das Enzym Lipoxygenase dürfen die Stoffe dadurch natürlich nicht verlieren.

Historisches über Heidelbeeren

Schon die alten Griechen und Römer verwendeten Heidelbeeren - unter anderem als Heilmittel gegen Darmerkrankungen. Im Mittelalter entdeckte Hildegard von Bingen den Wert der blauen Waldfrüchte als Heilpflanze wieder.
Bis heute ist es wissenschaftlich nicht belegt, ob die Früchte tatsächlich das Potenzial haben, um erfolgreich gegen Krankheiten eingesetzt zu werden. Extrakte aus Heidelbeeren sind vor allem in den USA auf dem Markt. Verkauft werden sie dort als Nahrungsergänzungsmittel.

Weitere Informationen: Dr. Anagnostis Valotis, T (0931) 888-5482, valotis@pharmazie.uni-wuerzburg.de

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9.) Rechtschutz für Patienten im Streit mit Ärzten

Mit einem bisher einzigartigen Patientenrechtschutz will die Versicherungsgruppe Ergo die Position von Patienten nach Behandlungsfehlern stärken. Versicherte erhalten damit Schutz bei Rechtsstreitigkeiten mit Ärzten, Kliniken, Heilpraktikern oder anderen Behandlern.
"Die Kunden erwarten in solchen Fällen Unterstützung, als Krankenversicherer stoßen wir dabei aber schnell an aufsichtsrechtliche Grenzen", sagt Dr. Elmar Terhorst, bei Ergo zuständig für die Entwicklung des Produkts, der "Ärzte Zeitung".

Anbieten werden es die beiden Ergo-Rechtschutzversicherer D.A.S und Hamburg-Mannheimer. Die Police richtet sich ausschließlich an Kunden der Deutschen Krankenversicherung (DKV) und der Victoria Kranken, egal ob sie eine Voll- oder eine Zusatzversicherung abgeschlossen haben. Die einzige Ausnahme sind Auslandsreisekrankenversicherungen. Eine Risikoprüfung gibt es beim Patientenrechtschutz nicht, ebenso wenig eine Wartezeit. Die Police deckt Kosten bis zu 300 000 Euro pro Fall, sie enthält einen Selbstbehalt von 150 Euro.
Der Spezialrechtschutz kostet 54 Euro im Jahr, versichert sind auch Familienangehörige. Er deckt die Kosten für Rechtsstreitigkeiten mit Behandlern in ganz Europa plus den Mittelmeeranrainerstaaten ab. Erfasst sind auch medizinisch nicht indizierte Eingriffe wie Schönheitsoperationen. Gerade sie erfolgen immer häufiger im Ausland. "Solche Behandlungen fallen zwar nicht in den Versicherungsschutz der Krankenversicherer, die Folgekosten in der Regel aber schon", sagt Terhorst.
"Unser Ansinnen ist es nicht, Patienten gegen Ärzte aufzuhetzen", betont Terhorst. Es gehe darum, den Kunden in der Krankenversicherung im Falle von Behandlungsfehlern Chancengleichheit mit den Behandlern zu verschaffen.

D.A.S und Hamburg-Mannheimer kooperieren mit einem Netzwerk von Juristen, die Versicherten sind in der Wahl des Anwalts aber frei. In der Erstberatung sollen die Patienten immer auf die Möglichkeit der außergerichtlichen Schlichtung hingewiesen werden, sagt Terhorst. "Häufig wissen die Patienten das nicht." Er hofft, dass im ersten Vertriebsjahr "mehrere 10 000 Policen" verkauft werden.

 
[
 © Ärztezeitung
 ]

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10.) Deutsche gehen im Schnitt 18 mal pro Jahr zum Arzt

In Deutschland gehen die Menschen häufiger zum Arzt als irgendwo anders auf der Welt. Rund 18 Mal suchte jeder Einwohner Deutschlands im Jahr 2007 einen Haus- oder Facharzt auf.
Das hat das Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (Iseg) in Hannover für den GEK-Report "Ambulant-ärztliche Versorgung 2008" ermittelt. 2004 waren es noch gut 16 Arztkontakte gewesen. Besuche in Zahnarztpraxen und Krankenhäusern sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Für den Vorstandsvorsitzenden der Gmünder Ersatzkasse, Rolf Ulrich Schlenker, belegt die hohe Zahl von Arztkontakten, dass Deutschland über ein hervorragend organisiertes und dichtes Ärztenetz habe, dass zudem eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung genieße.

Montags gehen die Menschen besonders häufig zum Arzt. Absoluter Spitzenreiter war Montag, der 1. Oktober 2007, als 9,7 Millionen Frauen und Männer eine Haus- oder Facharztpraxis aufsuchten. An normalen Wochentagen behandeln die 137 000 niedergelassenen Ärzte rund 5,2 Millionen Patienten.
Die Hälfte der Menschen in Deutschland hat 2007 die Dienste von vier oder mehr Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen in Anspruch genommen. Diese Entwicklung hält Schlenker für bedenklich: Freie Arztwahl darf nicht zu Ineffizienz führen, sagte er bei der Vorstellung des GEK-Reports gestern in Berlin. Er sprach sich für eine stärkere Lotsenfunktion des Hausarztes und den Ausbau der Hausarztprogramme aus.

  [ ©:  af / Ärztezeitung  ]

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11.) Zahnzusatzversicherungen - Ergänzung zu unserer Meldung vom 1. Dezember 2008

"Finanztest-Beitrag zu Zusatzversicherungen für Spange & CO:
 Kieferorthopäden kritisieren fachliche Grundlage
"

Der Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden (BDK) hält Empfehlungen für Eltern in der Januarausgabe der Zeitschrift FINANZTEST für dringend korrekturbedürftig. In dem Beitrag zu kieferorthopädischen Zusatzversicherungen wird vermittelt, dass vor dem 5. Lebensjahr eine Versicherung nicht sinnvoll sei, Zitat: "Schließen Eltern ... eine Zusatzversicherung für ihre Kinder bereits im Kindergartenalter ab, sind in der Regel noch keine Kieferprobleme festgestellt." Würden sich Eltern danach richten, könnten sie auf keine Erstattungsleistungen hoffen, wenn eine Therapie notwendig werden sollte, denn, so Dr. Gundi Mindermann, 1. Bundesvorsitzende des BDK: "Versichert sind, darauf weist der Beitrag sogar ausdrücklich hin, nur dann kieferorthopädische Maßnahmen, wenn die Behandlungsbedürftigkeit nicht bereits vor Versicherungsabschluss vorlag. Üblicherweise entwickeln besonders 'Lutschkinder' die Verformungen aber in frühester Kindheit. Eltern, die bis zum von FINANZTEST empfohlenen Termin warten, würden also eine böse Überraschung erleben: Die Behandlung wird nicht bezahlt."

Überholt ist zudem der Ansatz, die Kieferorthopädie als ausschließlich "reparierende Maßnahme" darzustellen. Längst stehen vorbeugende Verfahren im Vordergrund. Die üblichen Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt ergänzen die Fachzahnärzte für Kieferorthopädie mit Eltern-Beratung rund um die Kieferentwicklung - von Anleitungen zur Still-Haltung über die Auswahl des richtigen Schnullers bis zu Tipps zum Abgewöhnen. Mit vergleichsweise wenig Aufwand lassen sich zudem schon früh - meist ab Kindergartenalter - Kieferverformungen wieder ausgleichen, die in frühester Kindheit durch ungünstige Angewohnheiten entstanden sind. Später eventuell notwendig werdende aufwändige Therapien werden so zumeist verhindert. Auch aus diesem Grund decken die meisten Anbieter von Zahnzusatzversicherungen ganz bewusst auch "kieferorthopädische Frühbehandlung" ab.

Anders als 'Finanztest' darstellt, so der BDK, ist der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung bei Fünfjährigen nicht der richtige Zeitpunkt, um einzutreten - manchmal aber der richtige, um ev. wieder auszutreten: "Fachzahnärzte für Kieferorthopädie können in diesem Alter durchaus absehen, ob eine Behandlung in den Folgejahren überhaupt notwendig sein wird."

  [ ©:  info@zahndienst.de ]

  Basics: Zahnzusatzversicherungen  im Zahnlexikon-Online

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12.) Kleine Poren, große Wirkung

Offenporig wie ein Schwamm, leicht wie eine Feder und belastbar wie ein menschlicher Knochen - Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Produktionstechnischen Zentrums Hannover arbeiten innerhalb des Sonderforschungsbereiches 599 an dem Thema "Magnesiumschwämme als bioresorbierbare Implantate". Dahinter verbirgt sich eine Werkstoffstruktur, deren Eigenschaften ein schnelles Anwachsen am Knochen gewährleisten. Das Material löst sich während der Heilung des Knochendefektes von selbst rückstandsfrei im Körper auf.

Mehr als 700.000 Frakturen wurden laut Krankenhausdiagnose-Statistik 2006 in deutschen Krankenhäusern behandelt, darunter waren allein 50.000 gebrochene Hand- und Fußgelenke. Oft sind es komplizierte Verletzungen, die das Einsetzen von Stahl- oder Titanimplantaten notwendig machen. Bleiben diese Metallverbindungen über einen längeren Zeitraum im Körper, können sie zum Entzündungsherd werden. Deshalb sind Nachfolgeoperationen, wenn die Fraktur geheilt ist und der Nagel oder die Schraube wieder entfernt werden müssen, unausweichlich.

"Mit unseren Magnesiumschwämmen wollen wir dem menschlichen Knochen ziemlich nahe kommen", erläutert Dr.-Ing. Dirk Bormann, Leiter des Bereichs Biomedizintechnik und Leichtbau am Institut für Werkstoffkunde der Leibniz Universität Hannover. In seiner Hand liegt ein zwei Zentimeter langer Magnesiumstift, so dünn wie eine Salzstange. In dessen Oberfläche sind winzige Löcher erkennbar. Ein solcher Magnesiumschwamm mit poröser Struktur entsteht, wenn ein Platzhaltermaterial, z.B. Natriumchloridkörner, mit Magnesiumschmelze infiltriert wird und anschließend das Platzhaltermaterial herausgewaschen wird. Zwar hat das Stück Magnesiumschwamm den Durchmesser einer Salzstange, es ist aber längst nicht so zerbrechlich. "Metallische Schäume und Schwämme entsprechen dem natürlichen Aufbau von Knochenmaterial und bieten gute mechanische Festigkeiten", sagt Dr.-Ing. Bormann. Dies wurde anhand umfangreicher Stauch- und Zugversuche nachgewiesen. Das Korrosionsverhalten von Magnesium sei entscheidend für die Anwendung im medizinischen Bereich. Zudem verursachten Magnesiumlegierungen bei richtiger Auswahl keine allergischen Reaktionen im Körper.

Die Modelle der Magnesiumschwämme stellen die Maschinenbauer her, um sie anschließend gemeinsam mit den Forschungspartnern, dem Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI), der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zu testen. Das Zusammenspiel von Magnesium und organischen Zellen wird molekularbiologisch an Zellkulturen und histologisch im Tiermodell charakterisiert, um daraus Schlüsse für die Reaktionen im menschlichen Körper zu ziehen und zukünftige Einsatzgebiete zu definieren.

Ein weiterer Schritt in Richtung der Anwendung von Magnesiumschwämmen in der Medizintechnik wird mit einem Projekt getan, das im Frühjahr 2009 startet. Das Institut für Werkstoffkunde entwickelt gemeinsam mit Forschern aus Aachen und der Orthopädischen Klinik und Poliklinik der Medizinischen Hochschule Hannover sowie zwei Firmen Verfahren, bei denen die Poren der Schwämme mit einem medikamentbeladenen Polymer gefüllt werden können. Somit wird die Stabilität und Verträglichkeit der Implantate weiter gesteigert.

  [ © + weitere Infos:  Dr.-Ing. Dirk Bormann, bormann@iw.uni-hannover.de ]

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13.) Zum Schluss: DUDE(L)N - Das Weichei Lexikon
 

Allesgleicherlediger
Aufzeltlagerduschender
Sofaplatz-wegschnappen-Lasser
Maschendrahtzaun-von- Knallerbsenstrauch- Freihalter
Beimabtrocknenfrierer
Bis-zur-Hochzeitsnacht-Entsager
BH-mit-zwei-Händen-Aufmacher
Babypopo-Trockenföhner
Charterfluglandungsklatscher
Chilliverweigerer
Dackeltrainer
Dr.Best-Zahnbürsten-Verwender
Dunkelknutscher
Einmalkommer
Fahrradspangenträger
Frauenversteher
Gleich-nach-dem-Sex-Einschläfer
Jeden-Tag-in-die-Uni-Geher
Klamotten-am-Vortag-Rausleger
Klorollenumhäkler
Mitdabeisein-Dürfer
Nie-mit-nassen-Haaren-aus- dem- Haus-Geher
Orgasmusansager
Rufnummerunterdruecker
Saunauntensitzer

  [ ©: http://www.drachenstein.ch/index_fn.html?/Fun.var ]

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