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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
03/2007/ 1. März 2007
Im letzten ZahnNewsLetter setzten wir uns kritisch mit einem unbedachten
Kassenwechsel ausschließlich aus finanziellen Gesichtspunkten auseinander. Inzwischen
ist die Materie noch komplizierter geworden. Die Ärztezeitung schreibt dazu:
"Versicherte, die angesichts steigender Beiträge die Krankenkasse wechseln
möchten, sollten sich das nach Ansicht der AOK Bayern genau überlegen.
Hintergrund: Wer die Krankenkasse wechselt, ist 18 Monate lang an die neue Kasse
gebunden, bei Abschluss eines Wahltarifs sogar drei Jahre. Und das könnte
hinderlich sein, wenn die Krankenkassen ab 1. April Wahltarife anbieten dürfen.
Wer sich für die neuen Wahltarife ernsthaft interessiert, sollte abwarten, bis
die Krankenkassen konkrete und nachprüfbare Angebote vorgelegt haben, rät die
AOK Bayern. Erst dann seien aussagekräftige Vergleiche über Einsparungen und
Leistungen möglich."
Ihre ZahnNewsLetter Redaktion
Inhalt
1.)
PKVen sehen Chancen in der
Kombination Basistarif mit Zusatzversicherungen
2.)
NUK-Fibel "Mund und Zähne"
3.) Kinderzahnpasta nur
für Milchzähne anwenden
4.) Medikamenten-Depot im Zahn
5.)
Private Krankenversicherung
- Beiträge verdoppeln sich alle zwölf Jahre
6.)
Schmerzgentests sagen bald Therapieerfolg voraus
7.)
Unverdient schlechtes Image -
Bisphenol A unbedenklich mit Grenzwert
8.)
Sichere und wirksame Arznei für
Kinder
9.)
Nicht die ganze Wahrheit:
Arztsuchportale ohne Qualitätsaussage
10.)
Bundesbürger sparen an Obst
und Gemüse
11.)
Arzthonorare: Direkte Abrechnung der Arztleistungen wird kaum
angenommen
12.)
Nahrungsergänzungsmittel - Tops und Flops - teure
Pflanzenpülverchen sind In
13.)
Zum Schluss: Ursache für das
Zähneknirschen gefunden ;-)
1.)
PKVen sehen Chancen in der Kombination Basistarif mit
Zusatzversicherungen
Bei zwei wichtigen Themen, die den Privaten
Krankenversicherungen (PKVen) wirklich am Herzen lagen, ist es der gut
funktionierenden Lobby der PKV im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens zur jüngsten
Gesundheitsreform in Berlin gelungen, das Schlimmste abzuwehren. So sollten
ursprünglich zum Beispiel auch die privaten Versicherer in das Sammel- und
Verteilungssystem eines gemeinsamen Gesundheitsfonds, also in den
Risikostrukturausgleich innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)
einbezogen werden. Das hätte nach PKV-Berechnungen bis zu 25 Prozent
Beitragssteigerungen für die privaten Versicherer ausgelöst. Ebenfalls
weitgehend verhindern konnten die PKVen den Wettbewerb untereinander um
Versicherte. Die Mitnahme der Rückstellungen, lange Zeit für einen Wechsel von
Versicherung zu Versicherung auch von den Unionsparteien gefordert, wurde auf
einen einzigen Fall eingeschränkt – den einmaligen Wechsel in den Basistarif
eines anderen Versicherers, begrenzt auf ein halbes Jahr Wechselzeit.
Beim öffentlich von den Medien so bekämpften Basistarif mit GKV-Leistungsangebot
hat es zum einen immer eine sehr differenzierte Haltung in den PKVen selbst
gegeben, zum anderen sehen die meisten Versicherer darin eher große Chancen. Ein
Großteil der privaten Krankenversicherer hat keinen Volltarif, ist also nicht
betroffen. Sie setzen nun verstärkt auf Zusatzversicherungen, auch in
Kooperation mit gesetzlichen Kassen. Die Vollversicherer glauben, im
Kombinationsangebot Basistarif mit Zusatzversicherungen den gesetzlichen
Krankenkassen viele freiwillig Versicherte abspenstig machen zu können. Die
wirklichen Verlierer im Basistarif scheinen Ärzte, Krankenhäuser und deren
Chefärzte zu sein. Dort prognostizieren die Kammerorganisationen Verluste bis zu
30 Prozent der bisherigen Privathonorareinnahmen. Insgesamt haben 8,37 Millionen
Menschen in Deutschland eine private Vollversicherung. Bei Zahnärzten werden die
Verluste geringer eingeschätzt, da viele „Vollversicherte“ teilweise nur einen
begrenzten Versicherungsschutz bei zahnärztlichen Leistungen gewählt haben und
sich mit dem Basistarif eher eine Öffnung zu Zusatzleistungen ergeben könnte.
Die Gefahr für Honorarverluste könnte sich hier aus Veränderungen bei Beihilfe
ergeben.
Rund die Hälfte der 8,37 Millionen Vollversicherten in der PKV (Stand Ende
2005), nämlich 4,1 Millionen, sind sogenannte beihilfeberechtigte Mitglieder:
Beamte und Pensionäre des Staates mit ihren Angehörigen. Mit einer kleinen
Zusatzversicherung, von der die Differenz zwischen Beihilfe und Gesamtrechnung
von Arzt, Apotheker oder Krankenhaus ausgeglichen wird, können sich die
öffentlich Bediensteten die aus der Sicht eines AOK-Mitglieds luxuriöse und
teure Gesundheitsversorgung des Privatpatienten leisten. Doch unter dem Druck
von Personalkosten, die in einigen öffentlichen Haushalten schon mehr als 70
Prozent des Etats ausmachen, hat es schon vor dem Reformgesetz erste Ansätze
gegeben, den beihilfefähigen Leistungskatalog für die Beamten
zusammenzustreichen. Als Betroffene in Niedersachsen deswegen 2003 vor das
Bundesverfassungsgericht zogen, machten die obersten Richter klar, dass
öffentliche Arbeitgeber zu solchen Kürzungen berechtigt sind. Die
„Fürsorgepflicht“ des Staates für seine Bediensteten, so die Verfassungsrichter,
gebiete nicht zwingend , dass „einem Beamten als Krankenhausversorgung mehr zu
gewährleisten sei als den Mitgliedern der Gesetzlichen Krankenversicherung.“
Der neue erzwungene Basistarif der PKV wird die immer unter Geldnot leidenden
Haushälter der öffentlichen Etats wohl schon bald neugierig machen. Es bietet
sich an, nach und nach den aus Politiker-Sicht „horrend teuren Leistungskatalog“
der Beihilfe in Richtung Basistarif und damit GKV-Versorgung
zusammenzustreichen. „Vor allem die Beamten der unteren und mittleren Laufbahn
werden sich die privaten Zusatzversicherungen als Ersatz für die wegfallende
Beihilfe nicht leisten können“, sagte Debeka-Vorstandsmitglied Roland Weber der
Wirtschaftswoche. In den Ministerien werde, so das Blatt weiter, schon an
Sparprogrammen gebastelt. Im für die Beamten zuständigen Ressort, dem
Innenministerium, werden Kürzungen jedenfalls nicht ausgeschlossen.
[ ©: Die
Zahnarztwoche ]
Basics: Basistarif
,
Beihilfe ,
Private Krankenversicherung -PKV
im
Zahnlexikon-Online
2.)
NUK-Fibel "Mund und
Zähne"
Neu erschienen ist vom "Schnullerhersteller" NUK eine
ausgezeichnete Broschüre für die Zeit von der beginnenden
Schwangerschaft bis hin zum ersten Zahnartbesuch des Kleinkindes.
Unter wissenschaftlicher Begleitung eines Kieferorthopäden wird eine
ausführliche und verständliche Information zu vielen Fragen in
dieser Zeit gegeben, praktische und nicht weltfremde Tipps runden
das kostenlose Angebot ab. Aus dem Inhalt:
* Bedeutung einer gesunden Mundentwicklung
* Zahnpflege während der Schwangerschaft
* Wachstum von Ober- und Unterkiefer sowie des Milchgebisses
* Bedeutung der Mundfunktionen, einschließlich Atmung und Sprechen
* Tipps zur Zahnpflege, der erste Besuch beim Zahnarzt u.v.m.
Die Broschüre ist zum kostenlosen Download bereit oder kann beim
Unternehmen bestellt werden.
Mapa GmbH
NUK Eltern-Service
Industriestr. 21-25
27404 Zeven
E-Mail: nuk-info@mapa.de ;
Download:
www.nuk.de/bibliothek/mundundzahnfibel/die_nuk_fibel_mund_und_zaehne.html
Basics: Schwangerschaft
,
Kinderzähne
auf
www.Zahnwissen.de
3.)
Kinderzahnpasta nur für
Milchzähne anwenden
Sobald die bleibenden Zähne kommen, sollten die Kinder sich auf
Zahnpasta für Erwachsene umstellen. Kinderzahnpasta ist nur für
Milchzähne geeignet, für die bleibenden Zähne enthält sie nicht
genug Fluorid. Darauf verwies Prof. Elmar Hellwig vom
Universitätsklinikum Freiburg auf der 13. Jahrestagung der deutschen
Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde. Der Experte betonte, sobald
die bleibenden Zähne bei den Kindern durchbrächen, müssten diese mit
der Zahnpasta für Erwachsene geputzt werden, um eine ausreichende
Versorgung der Zähne mit Fluorid zu gewährleisten.
Der Informationskreis Mundhygiene und Ernährung (IME) veröffentlicht
dazu in seinem Pressedienst eine Notiz, in der Prof. Hellwig weiter
ausführt: „Dieser Umgewöhnungsprozess erfordert das besondere
pädagogische Geschick der Eltern, da die Zahnpasten für Erwachsene
nicht mehr so mild im Geschmack sind, wie die für Kinder. Aber das
muss man durchstehen", knüpft Hellwig an seine eigenen Erfahrungen
als Vater an.
Ferner wies der Referent darauf hin, dass die bei Kindern zur
Kariesvorbeugung eingesetzten Fluoridtabletten nur wirken, wenn sie
gelutscht und nicht zerkaut werden. Nur durch das Lutschen wird die
notwendige Verweildauer im Mund gewährleistet, damit die Fluoride
ihre Zahn schützende Wirkung voll entfalten. Die häusliche Anwendung
von Fluoridgel sollte nach Hellwig nicht vor dem sechsten Lebensjahr
erfolgen, beziehungsweise erst dann, wenn die Kinder richtig
ausspucken können.
[ ©: Die
Zahnarztwoche ]
Basics:
Kinder
auf
www.Zahnwissen.de
4.)
Medikamenten-Depot im
Zahn
Häufiges Tablettenschlucken ist lästig. Forscher entwickeln daher eine
Zahnprothese, die die Dosierung der Medikamente übernimmt. Sie wird mit dem
Wirkstoff gefüllt und gibt die entsprechenden Mengen selbstständig an die
Mundschleimhäute des Patienten ab.
Wann sollte man noch gleich die Tabletten nehmen? Und wie viele davon? Chronisch
Kranke sind vom ständigen Pillenschlucken oft genervt, demente Menschen
überfordert. Die regelmäßigen Tabletteneinnahmen sollen schon bald der
Vergangenheit angehören: Wissenschaftler eines EU-Konsortiums entwickeln eine
Prothese, die die benötigten Medikamente kontinuierlich und richtig dosiert
abgibt. Konzentrationsspitzen, die bei der Einnahme von Tabletten entstehen und
Nebenwirkungen erhöhen, werden so vermieden. Das Besondere an der Prothese
Intellidrug: Im Gegensatz zu bereits existierenden Medikamenten-Prothesen und
Implantaten ist sie recht klein - sie findet in zwei künstlichen Backenzähnen
Platz. Im Mundraum ist sie gut zugänglich und kann einfach gewartet und wieder
befüllt werden.
"Die Zahnprothese besteht aus einem Reservoir, in dem sich das Medikament
befindet, einem Ventil, zwei Sensoren sowie elektronischen Komponenten", erklärt
Dr. Oliver Scholz vom Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in
St. Ingbert, wo die Sensoren und die Elektronik entwickelt wurden. "Über eine
Membran gelangt Speichel in das Reservoir, löst einen Teil des festen
Medikaments und fließt über einen kleinen Kanal in den Mundraum. Hier wird es
von den Schleimhäuten der Wangen aufgenommen." Zwei Sensoren am Kanal
überwachen, wie viel Wirkstoff in den Körper gelangt: Ein Flusssensor misst die
Menge der Flüssigkeit, die durch den Kanal in den Mund gelangt, ein weiterer
Sensor die Konzentration des Wirkstoffs in der Flüssigkeit. Anhand der
Messergebnisse öffnet oder schließt die Elektronik ein Ventil am Ende des Kanals
und steuert so die Dosierung. Ist der Wirkstoff aufgebraucht, weist die
Elektronik den Patienten mit einer Fernbedienung, die ebenfalls am IBMT
entwickelt wurde, darauf hin. Mit dieser lässt sich Intellidrug drahtlos
bedienen - über sie kann der Patient oder der Arzt beispielsweise einstellen,
welche Dosis des Medikaments abgegeben werden soll.
In Abständen von einigen Wochen muss der Patient den Wirkstoff nachfüllen
lassen. "Dies könnte über ein Pfandsystem geschehen: Der Patient tauscht die
leere Prothese gegen eine neu befüllte. Im gleichen Zuge können der
Batteriewechsel und die Wartung vorgenommen werden", sagt Scholz. Intellidrug
soll in diesem Jahr klinisch geprüft werden - gefüllt mit dem Medikament
Naltrexon, das drogenabhängige Patienten während des Entzugs einnehmen.
[
weitere Infos unter:
http://www.fraunhofer.de/ ]
5.)
Private
Krankenversicherung - Beiträge verdoppeln sich alle zwölf Jahre
Die Beiträge in der Privaten Krankenversicherung (PKV) verdoppeln sich im
Schnitt alle zwölf Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest nach
einer Auswertung von Beitragsunterlagen der Leser ihrer Zeitschrift Finanztest.
Jährliche Beitragssteigerungen um 6 Prozent seien bei den Privatversicherungen
an der Tagesordnung, hieß es.
Im Zuge der Gesundheitsreform wird es für PKV Kunden ohnehin noch einmal teurer.
„Wer jetzt privat krankenversichert ist, muss damit rechnen, dass seine Beiträge
um bis zu 10 Prozent steigen können", sagte eine Sprecherin des
PKV-Branchenverbands. Laut Stiftung Warentest waren Privatpatienten trotz
mitunter drastischer Preiserhöhungen immer noch deutlich günstiger versichert
als in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Dies sei nur dann nicht mehr
der Fall, wenn der Versicherte eine Familie gründe oder aus dem Erwerbsleben
ausscheide und als Rentner ein geringeres Einkommen habe. Dann können ihm die
Kosten laut Finanztest schnell über den Kopf wachsen.
Die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen erhöhten sich in den vergangenen 20
Jahren den Angaben der Finanztester zufolge um durchschnittlich 3,34 Prozent.
Seit Januar 2007 zahlen die meisten gesetzlich Versicherten wegen indirekter
Wirkungen der Gesundheitsreform ebenfalls höhere Beiträge - im Schnitt monatlich
zwölf Euro mehr. Der PKV-Verband wies darauf hin, dass in den 20 Jahren
zahlreiche Leistungen aus dem Katalog der gesetzlichen Kassen gestrichen worden
seien. Die einmal vereinbarten Leistungen der Privatversicherungen blieben
hingegen gleich.
[
©: Die
Zahnarztwoche ]
6.)
Schmerzgentests sagen
bald Therapieerfolg voraus
Schmerzgentests werden schon bald die Medizin verändern: Mit ihrer
Hilfe können Orthopäden in Zukunft herausfinden, auf welche
Behandlungsform ihre Patienten am Besten ansprechen. "In Zukunft
kann durch spezielle Gentests die Prognose von Therapien genauer
festgelegt werden. Zum Beispiel geht es darum, ob bei einem
Bandscheibenvorfall eine Operation oder eine konservative Therapie
besser wirken würde. Gentests könnten auch anzeigen, ob bei einer
Knie- oder Hüftendoprothese Probleme zu erwarten sind", sagte Prof.
Dr. Peter Wehling, Leiter des Arbeitskreises Gentherapie und
Molekularbiologie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie.
Die Anfälligkeit für chronische muskuloskeletale Erkrankungen wie
Arthrose, Fibromyalgie, Kiefergelenkschmerzen und degenerative
Wirbelsäulenerkrankungen wird genetisch mitbestimmt; sie betreffen
15-30 Prozent der westlichen Bevölkerung und sind die Hauptursachen
für Schmerzen und Immobilität im Alter.
[ weitere Infos: Prof. Dr. med. Peter
Wehling, Zentrum für Molekulare Orthopädie, Düsseldorf,
p.wehling@gmx.de ]
7.)
Unverdient
schlechtes Image - Bisphenol A unbedenklich mit Grenzwert
Gute Nachrichten für alle, die Ihren Coffee-to-Go gern aus dem
Plastikbecher trinken oder ihren Kindern die Milch aus dem Fläschchen
füttern: Der Weichmacher Bisphenol A (BPA), der in verschiedenen
Plastikprodukten enthalten ist, beeinflusst weder die Fortpflanzung noch
das Hormonsystem. Zumindest die tägliche Aufnahme von 0,05 Milligramm
pro Kilogramm Körpergewicht ist unbedenklich. Zu diesem Ergebnis kommt
die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nach Prüfung
von rund 200 aktuellen Studien. Sie definierte daher die genannte Menge
als vollständigen Wert der tolerierbaren täglichen Aufnahme (TDI,
tolerable daily intake). Bislang hatte es nur einen vorläufigen TDI-Wert
gegeben. Experten der EFSA gehen davon aus, dass die tatsächliche
BPA-Zufuhr deutlich unter der vollständigen, aktuellen TDI-Grenze von
0,05 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht liegt.
Das Polycarbonat Bisphenol A hatte in der Vergangenheit wiederholt für
Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Es wird unter anderem als Bestandteil von
Plastikgeschirr und in der Beschichtung von Konservendosen eingesetzt.
Von dort kann es jedoch in die Nahrung übergehen. Dies wurde bislang von
einigen Experten als problematisch eingeschätzt, da über die
gesundheitlichen Auswirkungen des Stoffes keine verbindlichen Aussagen
möglich waren. Verschiedene Erkrankungen und Entwicklungsstörungen
wurden mit BPA in Verbindung gebracht.
Tierversuche an Ratten hatten die Vermutung genährt, dass auch für den
Menschen der bislang gültige, vorläufige Grenzwert keine ausreichende
Sicherheit biete. Das zuständige EFSA-Gremium bewertete diese Studien
jetzt jedoch als nicht überzeugend: Zu groß sind die Unterschiede
zwischen Mensch und Nagetier. Der Mensch kann BPA wesentlich schneller
als Ratten oder Mäuse verstoffwechseln und ausscheiden. Doch selbst in
Bezug auf Mäuse zeigen neuere Studien an den Versuchstieren und zwei
Generationen von Nachkommen keine schädigende Wirkung.
[ ©:
aid, Johanna
Thelemann ]
Basics: Bisphenol
im
Zahnlexikon-Online
8.)
Sichere und wirksame
Arznei für Kinder
Die Legislative der Europäischen Union arbeitet langsam, aber gründlich. Fast
neun Jahre hat es gedauert, bis aus der ersten Initiative, grundsätzlich alle
Arzneimittel auch auf ihre Anwendung bei Kindern hin zu überprüfen, ein Gesetz
geworden ist. Vor wenigen Tagen ist die EU-Verordnung für Kinderarzneimittel in
Kraft getreten. Müssen nun generell getestet werden: Wirksamkeit und Sicherheit
von Kinderarzneimitteln. Foto: imago Im Unterschied zu Richtlinien, die von den
EU-Mitgliedstaaten (oft mit jahrelangen Verzögerungen) in eigene nationale
Gesetze gefasst werden müssen, sind Verordnungen des Europäischen Parlaments
unmittelbar geltendes Recht, von dem die 456 Millionen EU-Bürger ab sofort
profitieren.
Vor neun Jahren kam die erste Initiative von
Kinderärzten
"Erstmals stehen Kinder im Mittelpunkt einer Arzneimittelgesetzgebung, begrüßt
Hansjörg Seyberth von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin,
die neue Verordnung. Den Kern des EU-Gesetzes umschreibt Seyberth so: "Von nun
an wird vor jedem Antrag auf eine Neuzulassung eines Arzneimittels hinterfragt,
ob dieses Medikament auch für Kinder einen relevanten Nutzen mit vertretbarem
Risiko haben könnte. Ist dies der Fall, muss ein umfassendes Prüfkonzept
erarbeitet werden, das genau auf die Altersgruppe - vom sehr kleinen
Frühgeborenen bis hin zum Jugendlichen - zugeschnitten ist."
Den Anstoß zu dieser Entwicklung hatte ein Expertengespräch von Pädiatern und
Arzneimittelspezialisten bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMEA im
Dezember 1997 gegeben. Die Diagnose: Über 50 Prozent der in Europa zur
Behandlung von Kindern eingesetzten Arzneimittel sind nicht an Kindern geprüft
und nicht eigens zur Behandlung von Kindern zugelassen. Die Folge war ein für
Kinder und die sie behandelnden Ärzte unsicherer Off-Label-Use mit
Arzneimitteln, die bislang nur an Erwachsenen getestet worden waren.
Eine ähnliche Situation hatte Europa bis Ende der 90er Jahre auch für die
Behandlung seltener Krankheiten (Orphan Diseases) geduldet. Auch hierfür gab es
in der EU keine Regulatorien - dementsprechend wenig Arzneimittel waren
verfügbar. Die Problemlage bei Orphan Diseases und Kinderkrankheiten ist
ähnlich: Das Marktvolumen ist klein, die Refinanzierung von Forschung und
Entwicklung ist für die pharmazeutischen Hersteller ungewiss. Das hatten die USA
schon Anfang der 80er Jahre festgestellt und für Orphan Drugs und
Kinderarzneimittel spezielle Rechtsvorschriften in Kraft gesetzt, um die
systematische Erforschung und Entwicklung voranzutreiben. Mit fast 20 Jahren
Verspätung reagierten die Europäer.
Anreize für Hersteller sollen die Forschung
triggern
Anfang 2000 trat die EU-Verordnung über Orphan Drugs in Kraft - sie wurde eine
Erfolgsgeschichte: Seitdem sind 400 neue Arzneien gegen seltene, schwere, teils
lebensbedrohliche Erkrankungen neu zugelassen worden. Eine Mitursache für den
Erfolg sind auch die Anreize für die Hersteller: vor allem die zehnjährige
Exklusivität bei der Vermarktung einschließlich eines Schutzes vor
Me-too-Entwicklungen. Nach ähnlichem Muster verfuhr die EU-Kommission bei der
Entwicklung der Verordnung für Kinderarzneimittel: sie verknüpfte neue
Verpflichtungen für die Hersteller mit wirtschaftlichen Anreizen und Schaffung
von Institutionen, die einen rationellen und fachlich hoch stehenden
Verfahrensablauf sichern.
[ ©:
Helmut Laschet, Ärztezeitung
]
9.)
Europa-Vergleich - Deutsche besonders gesundheitsbewusst
So nehmen die Deutschen regelmäßig Vitamine und Mineralstoffe
und bemühen sich, ihr Gewicht zu reduzieren. 41 Prozent gaben an, sich
in drei und mehr Aktivitäten sportlich fit zu halten, um ihre Gesundheit
zu verbessern - im europäischen Schnitt lag der Anteil bei 37 Prozent.
Schlusslicht sind die Russen mit einem Anteil von nur 19 Prozent,
Spitzenreiter die Finnen mit 48 Prozent.
Bei Medikamenten spiele für die Deutschen nicht der Preis die größte
Rolle, sondern die Empfehlung des Arztes oder Apothekers sowie die
eigene Erfahrung mit dem Produkt. Dennoch greifen 68 Prozent gern auf
günstigere Generika zurück.
Insgesamt verstehen sich der Studie zufolge die Deutschen als
aufgeklärte Patienten: 87 Prozent fühlen sich sehr gut informiert über
Gesundheitsthemen. Den Spitzenwert belegen jedoch die Schweizer mit 92
Prozent. Der europäische Durchschnitt liegt bei 72 Prozent.
Als Informationsquelle zu Gesundheitsthemen genießen Ärzte sowohl in
Deutschland als auch in den anderen europäischen Ländern das größte
Vertrauen.
Für die Studie wurden mehr als 25.000 Europäer - darunter gut 9.400
Menschen in Deutschland - aus insgesamt 15 Ländern im Zeitraum zwischen
Mai und Juli 2006 befragt.
[ ©:
zm-online / ck/dpa
]
10.)
Nicht die ganze
Wahrheit: Arztsuchportale ohne Qualitätsaussage
Die Fakten über einen niedergelassenen Arzt und Psychotherapeuten sind
schnell zu bekommen: Geht es um das Wo und Was, sind nach Ansicht von Christoph
Kranich, Gesundheitsexperte der Verbraucherzentrale Hamburg, die Datenbanken der
Ärztekammern eine gute Hilfe: Im Deutschen Ärztenetz, das von den
Kassenärztlichen Vereinigungen, Ärztekammern und anderen ärztlichen
Organisationen getragen wird, sind Links zu regionalen Adressverzeichnissen zu
finden. In 11 von 16 Bundesländern – Ausnahmen sind Bayern, Sachsen, Hessen,
Niedersachsen und das Saarland – bieten die Ärztekammern oder Kassenärztlichen
Vereinigungen eine telefonische Beratung an.
Wer kommerzielle Gesundheitsportale wie Netdoktor, Onmeda, Lifeline,
GesundheitPro und die Webseiten vieler Versicherungen aufruft, landet bei einer
Ärzte-Datenbank, die von der in Hamburg ansässigen Stiftung Gesundheit gepflegt
wird. Die Datenbank kann auch ohne Umweg direkt über Arzt-Auskunft.de
angesteuert werden. Nach Angaben der Stiftung umfasst sie deutschlandweit alle
niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte, Kliniken und Chefärzte. Die Mediziner können
anhand von Therapieschwerpunkten und Diagnoseverfahren unterschieden werden. Die
Arzt-Auskunft ist zudem über eine Telefonhotline erreichbar.
Um schnell den passenden Arzt zu finden, ist es ratsam, das Suchbild
festzulegen. "Fragen Sie sich, was der Arzt für Kompetenzen haben soll. Welche
Fachrichtungen soll er beherrschen?", rät Judith Storf, Sprecherin der
Bundesarbeitsgemeinschaft der PatientInnenstellen (BAGP) in München. "Soll er
ganzheitliche Methoden kennen, Akupunktur beherrschen und Homöopathie?" Oder
soll es ein Experte für exotische Krankheiten sein? Patienten interessieren sich
nach Angaben von Judith Storf neben der medizinischen Kompetenz vor allem für
die kommunikativen Fähigkeiten eines Arztes: "Eine typische Rückmeldung ist: Ich
hatte keine Zeit, Fragen zu stellen. Ich bin über die Therapie und die Diagnose
nicht aufgeklärt worden", erzählt sie.
Alle bisher vorgestellten Ärzteverzeichnisse haben eine Schwachstelle: "Aussagen
über die Qualität eines Arztes beinhalten sie nicht", kritisiert Storf. "So was
gibt es leider in Deutschland nicht. Es gibt auch kein unabhängiges Institut,
das die Qualität der Ärzte testet." Es fehle eine zentrale Datenbank oder ein
Bewertungsportal für ärztliche Leistungen. "Niedergelassene Ärzte unterliegen
als Einzelunternehmer dem Personendatenschutz", erklärt Verbraucherschützer
Christoph Kranich. Der Datenschutz stehe in dem Fall über der Transparenz. Das
heißt: Offensichtliche Pfuscher dürfen nicht als solche gebrandmarkt werden.
"Man darf nicht mal die Patientenmeinungen in einer Datei sammeln."
[ gekürzt nach ©: heise-online , dpa ]
11.)
Arzthonorare: Direkte Abrechnung der Arztleistungen wird kaum angenommen
Die Nachfrage nach der seit Anfang 2004 möglichen direkten
Abrechnung von Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen mit dem Arzt
ist verschwindend gering geblieben. "Von unseren mehr als 25 Millionen
Versicherten machen das vielleicht einige Hundert", schätzt AOK-Sprecher
Udo Barske in der "Apotheken Umschau". Die Techniker-Krankenkasse
beziffert die Zahl auf etwa 20000 unter ihren mehr als sechs Millionen
Versicherten. Das Gesundheitsministerium wollte mit der direkten
Abrechnung die Attraktivität der gesetzlichen Kassen für Menschen
erhöhen, die sich auch privat versichern könnten. Verbraucherschützer
warnen allerdings, Patienten hätten fast nur Nachteile. "Die Patienten
werden nie den vollen Betrag, mitunter nicht einmal die Hälfte erstattet
bekommen", warnt Wolfgang Schuldzinski, Gesundheitsexperte der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Selbst Ärzte stehen nicht
einheitlich hinter der Regelung, die ihnen die Möglichkeit gibt,
Privathonorare von gesetzlich Versicherten zu erhalten. Manfred King,
Sprecher des Deutschen Hausärzteverbandes, befürchtet die Anwanderung
von Hausärzten in einkommensstarke Regionen und eine Mangelversorgung in
ärmeren Gebieten, wo private Honorare kaum realisierbar sind.
[ ©:
PM Apotheken Umschau" 2/2007 A ]
12.)
Nahrungsergänzungsmittel - Tops und Flops - teure Pflanzenpülverchen
sind In
(aid) - Eigentlich sieht es eng aus auf dem Markt für
freiverkäufliche Arznei- und Gesundheitsmittel, berichtete Ralf
Voigt, Marketing Manager beim Marktforschungsinstitut IMS-Health auf
der 7. Euroforum Jahrestagung Nahrungsergänzungsmittel in Frankfurt.
Der Umsatz in Apotheken ging gegenüber dem Vorjahr um 2 % zurück.
Einen positiven Trend gibt es lediglich bei den Gesundheitsmitteln.
Darunter versteht Voigt Nahrungsergänzung, Diätetische Lebensmittel
und Medizinprodukte. Gut 1,4 Millionen Euro investierten die
deutschen Verbraucher von Oktober 2005 bis September 2006 in
Nahrungsergänzungsmittel.
Zu den umsatzstarken Produktgruppen gehören Mittel zur
Hustenlinderung, Mineralstoffe, Multivitaminpräparate mit
Mineralstoffen und Vitamin-C-Produkte. Starke Zuwächse gab es unter
anderem bei Produkten für die Gelenkfunktion, Augenpräparaten und
Mitteln gegen Hautpilz. Gut läuft auch das Geschäft mit der
Schönheit. Unter den Shooting Stars des letzten Jahres befinden sich
hochpreisige Mittel auf der Basis von Pflanzenpulvern, zum Beispiel
Süßgras- und Arugolakapseln, die für gut 30 bis 50 Euro pro Packung
über den Ladentisch gehen. Hinter Süßgraskapseln verbirgt sich im
wesentlichen Hirsepulver mit Vitaminen und anderen Pflanzenpulvern.
Es soll nach Herstellerangaben einen Beitrag zu Haut- und Haarpflege
leisten. Arugola-Kapseln enthalten unter anderem Rucolapulver und
Guaranaextrakt. Sie bedienen das Segment der Schlankheitsmittel,
schmücken sich aber auch mit der Aura eines mittelalterlichen
Potenzmittels.
Insgesamt waren von den Umsatzplus allerdings nur Apotheken und
Drogeriemärkte betroffen, Verbrauchermärkte verkauften 7 % weniger
Nahrungsergänzungsmittel als im Vorjahr.
Professor Dr. Gerhard Eisenbrand, DFG-Senatskommission für
Lebensmittelsicherheit an der Universität Kaiserslautern,
bescheinigte Präparaten mit Inhaltstoffen und Extrakten aus
pflanzlichem oder tierischem Material eine besondere Problematik.
Dosierungsempfehlungen wären zum Teil willkürlich, teilweise würden
sogar arzneilich wirksame Stoffe verwendet, deren Unbedenklichkeit
nicht nachgewiesen ist. Neben dem Nachweis von Sicherheit und
Wirksamkeit eines Präparates fordert die Senatskommission
wissenschaftlich fundierte Standards für die Rohstoffe, die
Herstellungsverfahren und die Inhaltstoffe.
[ ©
aid, Gesa Maschkowski ]
13.)
Zum Schluss: Ursache für das Zähneknirschen gefunden ;-)

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