Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 03/2008/ 1. März 2008

Wegen eines Auslandseinsatzes für die zahnärztliche Hilfsorganisation (HDZ) in Südost-Asien, welcher über den 1. März andauert, erscheint der ZahnNewsLetter diesmal ausnahmsweise früher als gewohnt.

Ihre ZahnNewsLetter Redaktion


Inhalt

 1.) Rauchen und Mundgesundheit
 2.) Aufklärungsbedarf zu PAR ("Parodontose") ist hoch
 3.)
Wie Diabetes und Parodontitis sich gegenseitig beeinflussen
 4.) Grünes Licht für das rote Zahnmännchen
 5.)
Neu im Programm vom Verein für Zahnhygiene e.V.: Die CD "Elternarbeit"
 6.) Forscher räumen mit Mythen in der Medizin auf
 7.)
Deutsche geben für Gesundheit mehr aus
 8.)
Boom bei den Bio-Nahrungsmitteln
 9.)
Die nicht erwünschte Kehrseite: Rauchen und Schlemmen für Sozialsysteme
10.)
Diskussion um Zuckeraustauschstoffe - Die Menge macht's
11.)
Zum Schluss: Zahnkontrolle per Webcam
 

 


1.) Rauchen und Mundgesundheit

Im Februar 2008 hat das Deutsche Krebsforschungszentrum mit fachlicher Unterstützung der Bundeszahnärztekammer zum Auftakt der Rauchstopp-Kampagne "Rauchfrei 2008", in seiner blauen Reihe das Faktenpapier "Rauchen und Mundgesundheit" veröffentlicht.

Zahnfleischerkrankungen

Tabakrauch enthält zahllose giftige und krebserzeugende Substanzen, die große gesundheitliche Schäden anrichten können – auch in der Mundhöhle: Rauchen ist ein bedeutender Risikofaktor für Erkrankungen des Zahnhalteapparates, führt darüber auch zu Zahnausfall und verursacht Krebs im Mund- und Rachenraum. Eine schwere Parodontalerkrankung betrifft in Deutschland etwa 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Verbreitung und Schwere der Erkrankung kann somit für Deutschland als hoch eingeschätzt werden. Bei dieser entzündlichen Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) werden nach und nach bindegewebige und knöcherne Strukturen, die den Zahn im Kiefer festhalten, abgebaut, bis sich die Zähne lockern und unbehandelt letztendlich ausfallen. Dieser chronisch verlaufende Abbau des Zahnhalteapparates beginnt im mittleren Alter, sodass die schweren Formen mit starkem Abbau des Knochens und dem Verlust von Zähnen bei Menschen höheren Alters auftreten.

Krebs

Tabakrauch enthält mehr als 70 Substanzen, die Krebs erzeugen oder im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Diese können das Erbgut (DNA) schädigen. Infolge der DNA-Schäden können die Zellen entarten und zu Krebszellen werden. Der Körper kann zwar grundsätzlich solche DNA-Schäden reparieren, bei Rauchern ist diese Fähigkeit jedoch beeinträchtigt, sodass die Reparaturenzyme es dann nicht mehr schaffen, die umfangreichen Schäden zu reparieren. Daher haben Raucher ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen. Dieses Risiko ist umso höher, je mehr Zigaretten ein Raucher täglich konsumiert, je tiefer er inhaliert, je jünger er mit dem Rauchen begonnen hat und je länger er bis ins Alter raucht. Raucher haben ein deutlich höheres Risiko für Krebs der Mundhöhle, des Kehlkopfes, des Rachens und der Speiseröhre als Nichtraucher. Bis zu 90 Prozent der Tumore an Organen, die direkt mit dem Tabakrauch in Verbindung kommen, entstehen nur durch das Rauchen.

Positive Wirkung eines Rauchstopps

Ein Rauchstopp wirkt sich langfristig positiv auf die Mundgesundheit aus: So verzögert ein Rauchstopp den Abbau des zahnfixierenden Knochens und verringert die Tiefe der Zahnfleischtaschen. Entsprechend ist bei Exrauchern der Zustand des Zahnfleischs und des Zahnknochens besser als bei Rauchern. Zudem sind Exraucher mit chronisch destruktiver Parodontalerkrankung im Vergleich zu Patienten, die fortgesetzt weiter rauchen, weniger schwer erkrankt. Ein Rauchstopp senkt ebenso das Risiko, an Krebs zu erkranken bereits innerhalb weniger Jahre. So sinkt das Risiko für Krebs der Mundhöhle deutlich innerhalb von drei bis fünf Jahren nach einem Rauchstopp, 20 Jahre nach dem Rauchstopp ist es etwa genauso niedrig wie das eines Nichtrauchers. Ein Rauchstopp könnte die meisten neuen Fälle von Mundhöhlen-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs von vorneherein verhindern sowie die meisten Todesfälle durch diese Krebsarten vermeiden.

Lesen Sie das vollständige Faktenpapier ...

 
Basics: Mundhöhlenkarzinom, Parodontitis-Risikofaktoren  im Zahnlexikon-Online

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2.) Aufklärungsbedarf zu PAR ("Parodontose") ist hoch

Der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung zu Parodontalerkrankungen ist hoch. Dies ist eines der Kernergebnisse einer neuen repräsentativen Erhebung des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ), Köln.
In der telefonischen Befragung wurden das subjektive Begriffsverständnis, die Vorstellungen zu den Erkrankungsursachen und Risikofaktoren, die vermuteten medizinischen Folgen und die Möglichkeiten der Prophylaxe aus Sicht der Bevölkerung untersucht.
Es bestehe laut Studie umfassender Informationsbedarf, um Bewusstsein für die Tatsache zu wecken, dass Parodontalerkrankungen - neben Karies und Dysgnathien - die Haupterkrankungen im Mundbereich darstellten.
Das Wissen um die Entstehung, Selbsterkennung und Vorbeugung sei unzureichend, Aufklärung könne nur im Zusammenspiel der unterschiedlichen Ebenen Schulbildung, Medien, Fachgesellschaften und Zahnarztteam gedeckt werden.
Bereits bestehende Informationsangebote sollten fortgesetzt und ausgebaut werden. Multidisziplinäre Ansätze seien gefragt, um die Aufklärung risikogruppenorientiert und für alle Ebenen umsetzbar zu entwickeln.

Exemplare der Studie gibt es kostenlos beim IDZ, Universitätsstr. 73, 50931 Köln, Fax: 0221/40 48 86 und sind auch unter http://www.idz-koeln.de  als Download erhältlich.

[ © zm-online pr/pm  ]

 Basics:  Parodontitis  und weitere Fachausdrücke im Zahnlexikon-Online


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3.) Wie Diabetes und Parodontitis sich gegenseitig beeinflussen

Es gilt als allgemein bekannt, dass Diabetes mellitus schwerwiegende Folgekrankheiten vor allem am Blutgefäßsystem nach sich ziehen kann – mit Augen-, Nieren- und Nervenschäden oder diabetischem Fußsyndrom. Klinische Studien belegen, dass auch Parodontitis zu diesen Folgekrankheiten gehört. Gleichzeitig hat auch eine schwere, unbehandelte Parodontitis ungünstige Auswirkungen auf den Diabetes. Häufig sind Diabetes-Patienten darüber nicht ausreichend informiert.

„Die ständig steigenden Zahlen von Diabeteskranken – auch bei vielen Kindern und Jugendlichen – zeigen die Notwendigkeit einer gemeinsamen Aufklärung zu einer gesunden Lebensführung und Ernährung von allen Partnern im Gesundheitswesen“, so der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dietmar Oesterreich. Dies verdeutlicht, dass Medizin und Zahnmedizin bei der Bekämpfung der Diabetes zum Wohl des Patienten immer näher zusammen rücken. Nach neueren Erkenntnissen tragen Diabetiker im Vergleich zu Nicht-Diabetikern ein dreifach höheres Risiko an Parodontitis zu erkranken. Umgekehrt kann sich die Parodontitis negativ auf den Diabetes auswirken. Medizinische Untersuchungen haben ergeben, dass die Entzündungsherde im Mund zu starker Schwankung und Verschlechterung der Blutzuckerwerte führen können. Umso wichtiger ist es, dass Diabetiker besonders auf ihre Mundgesundheit achten. Auf diese Weise kann die Gefahr von Folgeschäden erheblich eingedämmt werden. „Eine gründliche tägliche Mundpflege in Verbindung mit zahnärztlichen Kontroll- und Prophylaxe-Maßnahmen ist dafür die beste Voraussetzung“, so Michael Warncke, Leiter der Medizinisch-Wissenschaftlichen Abteilung der Colgate-Palmolive GmbH. Besonders die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt (abgekürzt: PZR) ist ein wesentlicher Baustein der Vorsorge und der notwendigen lebensbegleitenden Therapie. Durch sie kann der Parodontitis vorgebeugt und eine vorhandene Zahnbettentzündung eingedämmt werden, was durch Studien bereits in den Achtziger Jahren bewiesen wurde. Die Häufigkeit der Durchführung einer PZR richtet sich nach dem individuellen Erkrankungsrisiko. Im Gegensatz zur chirurgischen Parodontitistherapie ist die PZR als Vor- und Nachbehandlung bei einer Parodontitis nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen. .„Insbesondere für Diabetiker ist die regelmäßige professionelle Zahnreinigung nicht nur eine lohnende Investition, um Mundkrankheiten vorzubeugen und Verschlechterungen zu vermeiden sondern auch um die Grunderkrankung und dadurch bedingte Komplikationen des Allgemeinbefindens dauerhaft zu verbessern“, betont Dr. Dietmar Oesterreich von der Bundeszahnärztekammer.
Wichtig ist auch die Mithilfe des Diabetes-Patienten. Er sollte seinen Zahnarzt frühzeitig über seine Krankheit, den Verlauf und seine Blutzuckerwerte informieren, damit dieser die Behandlung darauf abstimmen kann. Diese Behandlung sollte in der häuslichen Prophylaxe eine sinnvolle Ergänzung finden, denn damit kann der Patient selbst einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung seiner Mundgesundheit und somit zur Risikoverringerung von Folgeerkrankungen leisten.

Eine weitere Gemeinsamkeit von Parodontitis und Diabetes: Beide Krankheiten werden in hohem Maße durch entsprechende Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen beeinflusst. Während beim Typ-II-Diabetes zu den auslösenden Faktoren vor allem eine unausgewogene Ernährung und unzureichende Bewegung gehören, sind es bei der Parodontitis eine unzureichende Mundhygiene, unausgewogene Ernährung und das Rauchen.

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  [ © PM der Bundeszahnärztekammer  ]

 Basics:  Diabetes u. Parodontitis-Risikofaktoren  im Zahnlexikon-Online

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4.) Grünes Licht für das rote Zahnmännchen

Das Signet Zahnmännchen, ein lachender weißer Zahn unter einem schützenden Schirm, wurde von der Europäischen Kommission als HEALTH CLAIM akzeptiert und in die so genannte Positivliste der nationalen Health Claims aufgenommen.

Zahnfreundlich vs. Antikaries

Mit dem Zahnmännchen und als "zahnfreundlich" werden ausschließlich Lebensmittel ausgezeichnet, die wissenschaftlich getestet sind und nachweislich weder Karies noch Schäden durch diätetische Säuren (Erosionen) an den Zahnoberflächen verursachen. Nach weltweit anerkannten wissenschaftlichen Prüfungskriterien wird für jedes einzelne Produkt ein wissenschaftliches Gutachten erstellt.
Es existieren eine ganze Reihe von Logos oder Warenzeichen, die einen zahngesundheitlichen Nutzen vermitteln sollen. Beispiele: Pro-Dental, Protex, Dental oder auch die Illustration eines Zahnes. Derartige Beschreibungen werden häufig als Synonyme für "zuckerfrei" genutzt. Sie sollen einen zahngesundheitlichen Nutzen vermitteln, entbehren aber jeder wissenschaftlichen Grundlage. In bestimmten zuckerfreien Produkten sind hohe Anteile von Apfel- oder Zitronensäuren enthalten, die Erosionen (Säureschäden am Zahnschmelz) verursachen und so die Zahngesundheit gefährden."
Krankheitsbezogene Aussagen für Lebensmittel wie etwa "Anti-Karies" sind nach derzeitiger Regelung nicht zulässig. Dem gegenüber werden Aussagen, die sich auf die Reduzierung eines Krankheitsrisikos beziehen, z.B. "Hilft Karies zu vermeiden", nach der neuen Regelung möglich sein, bedürfen aber einer wissenschaftlichen Prüfung und Genehmigung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).

Lebensmittel vs. "oral cosmetics"

Auch Aussagen, die sich auf die Reduzierung von Plaque (Zahnbelag oder Biofilm) beziehen, müssen wahrscheinlich als impliziter Zahngesundheits-Claim gesehen werden und müssen daher entweder in die Liste erlaubter Claims aufgenommen sein oder bedürfen eines wissenschaftlichen Nachweises und einer positiven Bewertung durch die EFSA.
Einige Unternehmen versuchen ihre Produkte außerhalb der Lebensmittel- Bestimmungen als Kosmetikprodukte zu positionieren. Sie argumentieren, dass Minz-Tabletten, Zahnpflegekaugummis oder bestimmte Bonbons eher als "Erfrischung für den Atem" oder als "Mund-Deodorant" denn als Lebensmittel genommen werden.

  [ © PM  der Aktion zahnfreundlich,  Hedi von Bergh,  presse@zahnmaennchen.de   ]

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5.) Neu im Programm vom Verein für Zahnhygiene e.V.: Die CD "Elternarbeit"

Der traditionelle Elternabend hat immer das gleiche Problem: Es kommen nur wenige Eltern und immer die Falschen! Die Lösung des Problems bietet die neue CD "Elternarbeit" vom Verein für Zahnhygiene e.V. (VFZ). Eine Vielzahl von Alternativen zum Elternabend, nämlich ELTERNARBEIT verbunden mit nur einem Ziel: Mehr Zahngesundheit im Milch- und Wechselgebiss! Das Angebot will mit neuen Ideen allen Multiplikatoren in der Gruppenprophylaxe, Patenschaftszahnarzt-Teams, ErzieherInnen und LehrerInnen die Ansprache von Eltern erleichtern.

Konzipiert von Zahnärztin und Kinderprophylaxe-Expertin Dr. Andrea Thumeyer finden sich auf der CD Druckvorlagen und Infomaterialien für die Elternarbeit z.B. beim Kindergartensommerfest und im Kindergartenfoyer, fürs schwarze Brett (inclusive vieler Texte in 14 Sprachen), für das Eltern-Frühstück, den Mutter-Kind-Nachmittag, die Zahnputz-Zauber-Stunde oder den Neulingselternabend, Bastelvorlagen für die Wege übers Kind und Illustrationen nebst entsprechenden Checklisten. So können alle Beteiligten frei nach dem Prinzip "Print on demand" die erforderlichen Unterlagen bei Bedarf ausdrucken und für eine zielgerichtete Elternarbeit verwenden.
Erhältlich ist die CD ab sofort beim Verein für Zahnhygiene e.V. (VFZ), Liebigstraße 25, 64293 Darmstadt, Fax: 06151-13737-30 zum Preis von 9,80 €.

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6.) Forscher räumen mit Mythen in der Medizin auf

Haare und Fingernägel wachsen nach dem Tod weiter, und wer bei gedämpftem Licht liest, ruiniert seine Sehkraft: Zwei Behauptungen, bei denen es sich um medizinische Mythen handelt, die im Laufe der Jahrzehnte so oft wiederholt wurden, dass viele sie für wahr halten.
Auch bei Ärzte halten sich medizinische Mythen, deren Überzeugungskraft weniger auf Fakten, denn auf häufige Wiederholung gründet. Zwei US-Wissenschaftler haben sieben dieser Legenden entmystifiziert. Das reicht von der häufig vorgetragenen Empfehlung, täglich zweieinhalb Liter Wasser zu trinken bis hin zu Spekulationen über Handy-Gebrauch im Krankenhaus. Durch logische Erklärungen, Benennung von Studien und Recherchen können die Wissenschaftler die Mythen entzaubern.
 

Handys erzeugen elektromagnetische Störungen in Krankenhäusern:
Forscher haben keinen einzigen dokumentierten Fall entdeckt, wonach der Gebrauch eines Handys im Krankenhaus zu Fehlalarmen oder -funktionen geführt hat. Weder Monitore noch Infusionspumpen seien durch Handys jemals beeinträchtigt worden. Eine britische Studie habe zwar ergeben, dass Handys, die weniger als einen Meter von medizinischen Apparaturen entfernt benutzt wurden, in vier Prozent aller Fälle jene beeinflusst hätten; die Effekte jedoch seien nur in 0,1 Prozent von Bedeutung gewesen.

Haare und Fingernägel wachsen nach dem Tod weiter:
Dieser Mythos, so die US-Wissenschaftler, hat seine Wurzeln in einem biologischen Phänomen, das nach dem Tod einsetzt: Die Austrocknung des Körpers führt dazu, dass sich die Haut zusammenzieht. Dadurch treten Finger- und Fußnägel sowie die Haare stärker hervor. Aber natürlich endet mit dem Tod eines Menschen auch dessen Zellwachstum.

Wer bei gedämpftem Licht liest, ruiniert sein Augenlicht:
Der Ursprung dieser Legende ist in einer Alltagserfahrung zu suchen, vermuten die US-Forscher. Bei schlechtem Licht haben Menschen Schwierigkeiten, Dinge zu fokussieren. Außerdem strengt das Lesen bei gedämpftem Licht an, die Augen ermüden schneller. Allerdings seien diese Effekte nicht dauerhaft, nach einer Mütze Schlaf sei die ursprüngliche Sehschärfe rasch wieder hergestellt.

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 [ © Deutsches Ärzteblatt ]

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7.) Deutsche geben für Gesundheit mehr aus

Die Deutschen geben immer mehr Geld für Gesundheit aus. Die größten Wachstumsbringer sind dabei Schönheit und Fitness. Dies stellt eine Studie der Deutschen Bank fest. Grund für die Entwicklung sei die steigende Zahl älterer Menschen: 2015 sollen fast ein Drittel mehr Menschen über 80 Jahre alt sein als heute.

Der Studie zufolge wächst der Gesundheitssektor inzwischen stärker als die gesamte Wirtschaft. 2015 soll der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt 12 Prozent betragen. Derzeit sind es fast 11 Prozent. Schon jetzt sei die Branche mit 4,3 Millionen Beschäftigten größer als die Auto- und Elektroindustrie. Quer durch alle Bevölkerungsschichten stellt die Studie eine steigende Zahlungsbereitschaft für bessere Gesundheit und besseres Aussehen fest: „Eitelkeit wird immer mehr zum Impulsgeber." Alte Menschen wollten länger jung aussehen. Anti-Falten-Mittel, Fettreduzierer und Potenzmittel würden bis 2010 Wachstumsraten zwischen 10 und 30 Prozent haben. Viele Zahnärzte spezialisierten sich auf ästhetische Zahnkorrekturen. Der Trend, dass immer mehr Ärzte ihre Einnahmen über privatwirtschaftliche Leistungen erhöhen, setze sich fort. So rechneten westdeutsche Zahnärzte bereits die Hälfte ihrer Leistungen privat ab. Der Sparzwang der Krankenkassen führe aber weiter zu Einschnitten in der Versorgung.

[ ©: DZW  ]

 
Basics: Gesundheitskosten  im Zahnlexikon-Online

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8.) Boom bei den Bio-Nahrungsmitteln

Vogelpest und Gammelfleisch haben ihre Spuren hinterlassen: Der Absatz von Bio-Produkten wächst seit Jahren. Vorbei die Zeiten, da Bio mit „Müsli“ gleichgesetzt wurde – heute ist Bio schick. Selbst Discounter und Supermärkte bieten inzwischen reichlich unbelastete Ware feil. Mancherorts kann aufgrund der hohen Nachfrage mit der Lieferung nicht Schritt gehalten werden.

Bis vor wenigen Jahren fanden Verbraucher Bioprodukte fast nur in Bioläden, Reformhäusern oder direkt beim Erzeuger. Mittlerweile jedoch haben sie sich auch bei „herkömmlichen“ Anbietern einen festen Platz im Regal erobert. Zudem bieten neben einer wachsenden Zahl von Biosupermärkten auch Discounter und herkömmliche Supermärkte ökologisch produzierte Ware an. Hinter dieser Entwicklung steht das gesteigerte Interesse, das durch die aktuelle Umfrage erneut bestätigt wurde: Hatten 2005 noch 3 Prozent der Verbraucher „ständig“ Bioprodukte gekauft, so waren es 2006 bereits 4 Prozent und in der jüngsten Umfrage sogar 6 Prozent. Noch allerdings kommen Bioprodukte eher unregelmäßig in den Einkaufswagen: So kaufen insgesamt rund drei Viertel (73 Prozent) „nur einige ganz bestimmte“ oder „gelegentlich“ Bioprodukte.
Andera Gadeib, Gründerin und CEO von Dialego: „Bioprodukte sind derzeit noch das I-Tüpfelchen im Einkaufswagen. Angesichts des insgesamt knappen Angebots frischer Bioware auf dem Markt ist das auch besser so, denn die Nachfrage könnte sonst gar nicht befriedigt werden. Insgesamt wird der Marktanteil auch in Zukunft wachsen.“ In dieses Bild passt ebenfalls der Umstand, dass lediglich ein Prozent aller Befragten ausschließlich ökologisch produzierte Lebensmittel kauft.
 Der Markt befindet sich noch in der frühen Wachstumsphase – auch in Sachen Marke. Bezeichnend dafür ist die Tatsache, dass im Gegensatz zum herkömmlichen Lebensmittelsektor bei Bioware Marke noch kein Thema für den Konsumenten ist. So gab knapp die Hälfte (49 Prozent) der Befragten an, bei Bioprodukten keinen Wert auf Markenartikel zu legen. Gadeib: „In einem so markengeprägten Umfeld wie dem Lebensmitteleinzelhandel ist dies äußerst bemerkenswert. Hier sind in Zukunft große Veränderungen zu erwarten.“ Während der Absatz von Bioprodukten bei Discountern und Supermärkten von Jahr zu Jahr zulegt, bleiben die Reformhäuser hinter dieser Entwicklung zurück. So sank die Anzahl der Verbraucher, die dort Bioprodukte einkaufen von rund einem Viertel (26 Prozent) in 2005 auf 23 Prozent in 2006 und auf 22 Prozent im Jahr 2007. Im selben Zeitraum haben herkömmliche Supermärkte als Einkaufstätten für Bioprodukte von 68 Prozent in 2005 auf 76 Prozent zugelegt, die Discounter sogar von 40 Prozent (2005) auf 54 Prozent. Gadeib: „Offensichtlich findet in der Wahl der Einkaufsstätten für Bioprodukte ein tief greifender Wandel statt.“

Zur DIALEGO-Studie ...

[ ©: PM DIALEGO ]


 
Basics: Ernährungsempfehlungen aus zahnärztlicher Sicht  im Zahnlexikon-Online

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9.) Die nicht erwünschte Kehrseite: Rauchen und Schlemmen für Sozialsysteme

An dem oft zitierten "sozial verträglichen Frühableben" ist offenbar etwas dran: Zumindest nach Daten einer neuen Studien aus den Niederlanden kommen Raucher und Dicke für die Gesellschaft billiger als dünne Nichtraucher.
Im Auftrag des niederländischen Gesundheitsministeriums hatten Forscher um Dr. Peter van Baal aus Bilthoven die Gesundheitskosten berechnet, die Raucher und Adipöse im Laufe ihres Lebens verursachen. Diese hatten sie mit den Kosten verglichen, die bei normalgewichtigen Nichtrauchern (BMI 18,5 bis 25) entstehen.

Das Ergebnis der Simulation: Bis zum Alter von 56 Jahren sind die Kosten bei den Adipösen am höchsten. Aufgrund der geringeren Lebenserwartung verursachen Dicke und Raucher insgesamt jedoch weniger Kosten. So ermittelten die Forscher für schlanke Nichtraucher einen Betrag von 281 000 Euro (bezogen auf eine Lebenserwartung von im Schnitt 84 Jahren).
Bei Adipösen betrugen die Gesundheitskosten 250 000 Euro (Lebenserwartung: 80 Jahre). Raucher mit einer Lebenserwartung von im Schnitt nur 77 Jahren verursachen nach dieser Berechnung dagegen mit 220 000 Euro die geringsten Kosten (PLoS Medicine 5, 2008 e29).

[ ©:  Ärztezeitung ]

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10.) Diskussion um Zuckeraustauschstoffe - Die Menge macht's

Verbraucherschutz und Produktsicherheit zählen heute ebenso zu den Selbstverständlichkeiten wie Patienten- und Verbraucheraufklärung. Um eine unerwünschte Nebenwirkung von vornherein oder weitestgehend zu vermeiden, gilt nicht nur für OTC-Produkte der viel zitierte Satz "Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker". Auch auf vielen Lebensmitteln findet der Verbraucher Empfehlungen oder Hinweise auf mögliche unerwünschte Nebenwirkungen - wie z. B. auf Kaugummi oder Süßwaren mit Zuckeraustauschstoffen.

In den gerade von den Tagesmedien aufgegriffenen Fällen aus der Berliner Charité, bei denen es durch übermäßigen Genuss von sorbithaltigem Kaugummi zu einer Diarrhöe und zu erheblichem Gewichtsverlust gekommen war, sieht Prof. Dr. Stefan Zimmer von der Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf nicht nur die Gefahr einer "eigentlich unnötigen Verbraucher-Verunsicherung". Der 1. Vorsitzende der Aktion zahnfreundlich e. V. (Berlin) warnt auch vor einem möglichen Missbrauch von Produkten mit Zuckeraustauschstoffen.

Großer Nutzen und ein Nachteil

"Die zahnmedizinische Bedeutung von Zuckeraustauschstoffen (Polyole, Zuckeralkohole) für die Kariesprophylaxe ist wissenschaftlich bewiesen und unzweifelhaft", betont Prof. Zimmer. Zuckeraustauschstoffe wie Isomalt, Maltit, Mannit, Sorbit und Xylit können von den Mundbakterien nicht oder kaum zu zahnschädigenden Säuren abgebaut werden. "Neben Fluoriden und der täglichen Mundhygiene sind zuckerfreie, zahnfreundlich getestete Produkte wichtiger Bestandteil der Kariesprophylaxe", so Zimmer. Voraussetzung für die Empfehlung von Süßwaren mit Zuckeraustauschstoffen zur Kariesbekämpfung sei natürlich ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit und die Verwendung von Substanzen, die für Lebensmittel ausdrücklich zugelassen sind.
Abgesehen von dem Nutzen für die Kariesprophylaxe sei allerdings auch bekannt, dass alle Polyole - und nicht nur Sorbit - bei übermäßigem Verzehr eine laxative Wirkung haben können. "Das kann der Verbraucher auch auf den entsprechenden Verpackungen lesen. Denn aufgrund einer Entscheidung des Wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses der EU müssen die Hersteller von Produkten mit Zuckeraustauschstoffen darauf hinweisen, dass bei ‚hohen Verzehrsmengen Laxationen' auftreten können."

Auch ein Appell an die Verbraucherverantwortung

Diese "unerwünschte Nebenwirkung" darf aber in keinem Fall dazu verführen, Produkte mit Zuckeraustauschstoffen als "Hilfe zum Abnehmen" zu missbrauchen. Ein solcher Missbrauch kann zu Mangelernährung und damit zu nachhaltigen Gesundheitsschäden führen. "Bei der Ernährungsberatung sollte deswegen nicht nur umfassend aufgeklärt, sondern auch an die Patienten- und Verbraucherverantwortung appelliert werden. "Die Motivation für die Zahnpflege unterwegs ein Kaugummi zu kauen, oder für den Süßhunger zwischendurch zahnfreundlich zu Naschen, impliziert den vernünftigen Umgang damit. Auch hier gilt: Lesen macht schlauer und wer zu viel isst (oder auch zu viel trinkt), kann davon krank werden."

Übrigens:

  Zucker wird von bestimmten Bakterien im Zahnbelag (Plaque oder Biofilm) sofort in Säuren, vor allem Milchsäuren, umgewandelt, die poröse Stellen im Zahnschmelz verursachen, in die anschließend Bakterien aus der Plaque einwandern und so den Zahn von innen heraus zerstören.

  Zuckeraustauschstoffe werden aus natürlichen Substanzen (z. B. Mais, Zuckerrüben) gewonnen. Sie sind nicht kariogen.
Sorbit kommt in vielen Obstsorten wie Pflaumen, Äpfeln, Birnen vor - 100 Gramm getrockneter Pflaumen enthalten beispielsweise die gleiche Sorbit-Menge wie 20 Gramm Kaugummi, auch ein Kilo frischer Birnen kann diese Menge enthalten.

  Süßstoffe sind chemisch hergestellte Substanzen und nicht kariogen.

  [ © PM  der Aktion zahnfreundlich,  Hedi von Bergh,  presse@zahnmaennchen.de   ]

  Basics:  Aktion zahnfreundlich im Zahnlexikon-Online

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11.) Zum Schluss: Zahnkontrolle per Webcam

Ein Londoner Zahnarzt bietet seinen Patienten einen Check-up übers Internet! Jerry Watson untersucht ihre Zähne via Webcam und entscheidet am Bildschirm, ob er die Patienten in seine Praxis einbestellen muss oder nicht, berichtet die Tageszeitung "The Sun".

Allerdings können die Londoner den Service noch nicht von Daheim in Anspruch nehmen, sondern müssen dazu in eine Klinik, wo sie für umgerechnet 75 Euro eine mundhygienische Therapie erhalten. Währenddessen schaut der Zahnarzt seinen Patienten auf Wunsch von seiner Praxis aufs Gebiss.

Watson glaubt, dass sich die Technologie in Zukunft durchsetzen wird. "Es gibt keinen Grund dafür, dass man die Leute künftig nicht auch von Daheim begutachten sollte - wenn sie eine hochwertige Kamera besitzen." Und er denkt noch einen Schritt weiter: "Was wir in Zukunft brauchen, sind Kameras in elektrischen Zahnbürsten - das wäre fantastisch!"

  [ ©: Fundsache im Deutschen Ärzteblatt ]

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