|
Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
03/2008/ 1. März 2008
Wegen eines Auslandseinsatzes für
die
zahnärztliche Hilfsorganisation (HDZ) in Südost-Asien, welcher über
den 1. März andauert, erscheint der ZahnNewsLetter diesmal ausnahmsweise früher
als gewohnt.
Ihre ZahnNewsLetter Redaktion
Inhalt
1.)
Rauchen und Mundgesundheit
2.)
Aufklärungsbedarf zu PAR ("Parodontose") ist hoch
3.) Wie Diabetes und
Parodontitis sich gegenseitig beeinflussen
4.) Grünes Licht für das rote Zahnmännchen
5.)
Neu im Programm vom Verein
für Zahnhygiene e.V.: Die CD "Elternarbeit"
6.)
Forscher räumen mit Mythen in der Medizin auf
7.)
Deutsche geben für Gesundheit mehr aus
8.)
Boom bei den Bio-Nahrungsmitteln
9.)
Die nicht erwünschte Kehrseite:
Rauchen und Schlemmen für Sozialsysteme
10.)
Diskussion um
Zuckeraustauschstoffe - Die Menge macht's
11.)
Zum Schluss: Zahnkontrolle per Webcam
1.)
Rauchen und Mundgesundheit
Im Februar 2008 hat das Deutsche Krebsforschungszentrum mit fachlicher
Unterstützung der Bundeszahnärztekammer zum Auftakt der Rauchstopp-Kampagne
"Rauchfrei 2008", in seiner blauen Reihe das Faktenpapier "Rauchen und
Mundgesundheit" veröffentlicht.
Zahnfleischerkrankungen
Tabakrauch enthält zahllose giftige und krebserzeugende Substanzen, die große
gesundheitliche Schäden anrichten können – auch in der Mundhöhle: Rauchen ist
ein bedeutender Risikofaktor für Erkrankungen des Zahnhalteapparates, führt
darüber auch zu Zahnausfall und verursacht Krebs im Mund- und Rachenraum. Eine
schwere Parodontalerkrankung betrifft in Deutschland etwa 20 Prozent der
erwachsenen Bevölkerung. Verbreitung und Schwere der Erkrankung kann somit für
Deutschland als hoch eingeschätzt werden. Bei dieser entzündlichen Erkrankung
des Zahnhalteapparates (Parodontitis) werden nach und nach bindegewebige und
knöcherne Strukturen, die den Zahn im Kiefer festhalten, abgebaut, bis sich die
Zähne lockern und unbehandelt letztendlich ausfallen. Dieser chronisch
verlaufende Abbau des Zahnhalteapparates beginnt im mittleren Alter, sodass die
schweren Formen mit starkem Abbau des Knochens und dem Verlust von Zähnen bei
Menschen höheren Alters auftreten.
Krebs
Tabakrauch enthält mehr als 70 Substanzen, die Krebs erzeugen oder im
Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Diese können das Erbgut (DNA) schädigen.
Infolge der DNA-Schäden können die Zellen entarten und zu Krebszellen werden.
Der Körper kann zwar grundsätzlich solche DNA-Schäden reparieren, bei Rauchern
ist diese Fähigkeit jedoch beeinträchtigt, sodass die Reparaturenzyme es dann
nicht mehr schaffen, die umfangreichen Schäden zu reparieren. Daher haben
Raucher ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen. Dieses Risiko ist umso höher,
je mehr Zigaretten ein Raucher täglich konsumiert, je tiefer er inhaliert, je
jünger er mit dem Rauchen begonnen hat und je länger er bis ins Alter raucht.
Raucher haben ein deutlich höheres Risiko für Krebs der Mundhöhle, des
Kehlkopfes, des Rachens und der Speiseröhre als Nichtraucher. Bis zu 90 Prozent
der Tumore an Organen, die direkt mit dem Tabakrauch in Verbindung kommen,
entstehen nur durch das Rauchen.
Positive Wirkung eines Rauchstopps
Ein Rauchstopp wirkt sich langfristig positiv auf die Mundgesundheit aus: So
verzögert ein Rauchstopp den Abbau des zahnfixierenden Knochens und verringert
die Tiefe der Zahnfleischtaschen. Entsprechend ist bei Exrauchern der Zustand
des Zahnfleischs und des Zahnknochens besser als bei Rauchern. Zudem sind
Exraucher mit chronisch destruktiver Parodontalerkrankung im Vergleich zu
Patienten, die fortgesetzt weiter rauchen, weniger schwer erkrankt. Ein
Rauchstopp senkt ebenso das Risiko, an Krebs zu erkranken bereits innerhalb
weniger Jahre. So sinkt das Risiko für Krebs der Mundhöhle deutlich innerhalb
von drei bis fünf Jahren nach einem Rauchstopp, 20 Jahre nach dem Rauchstopp ist
es etwa genauso niedrig wie das eines Nichtrauchers. Ein Rauchstopp könnte die
meisten neuen Fälle von Mundhöhlen-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs von
vorneherein verhindern sowie die meisten Todesfälle durch diese Krebsarten
vermeiden.
Lesen Sie das vollständige Faktenpapier ...
Basics: Mundhöhlenkarzinom,
Parodontitis-Risikofaktoren
im
Zahnlexikon-Online
2.)
Aufklärungsbedarf zu PAR ("Parodontose") ist hoch
Der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung zu
Parodontalerkrankungen ist hoch. Dies ist eines der Kernergebnisse
einer neuen repräsentativen Erhebung des Instituts der Deutschen
Zahnärzte (IDZ), Köln.
In der telefonischen Befragung wurden das subjektive
Begriffsverständnis, die Vorstellungen zu den Erkrankungsursachen
und Risikofaktoren, die vermuteten medizinischen Folgen und die
Möglichkeiten der Prophylaxe aus Sicht der Bevölkerung untersucht.
Es bestehe laut Studie umfassender Informationsbedarf, um
Bewusstsein für die Tatsache zu wecken, dass Parodontalerkrankungen
- neben Karies und Dysgnathien - die Haupterkrankungen im
Mundbereich darstellten.
Das Wissen um die Entstehung, Selbsterkennung und Vorbeugung sei
unzureichend, Aufklärung könne nur im Zusammenspiel der
unterschiedlichen Ebenen Schulbildung, Medien, Fachgesellschaften
und Zahnarztteam gedeckt werden.
Bereits bestehende Informationsangebote sollten fortgesetzt und
ausgebaut werden. Multidisziplinäre Ansätze seien gefragt, um die
Aufklärung risikogruppenorientiert und für alle Ebenen umsetzbar zu
entwickeln.
Exemplare der Studie gibt es kostenlos beim IDZ, Universitätsstr.
73, 50931 Köln, Fax: 0221/40 48 86 und sind auch unter
http://www.idz-koeln.de als Download
erhältlich.
[ ©
zm-online pr/pm ]
Basics: Parodontitis
und weitere Fachausdrücke
im
Zahnlexikon-Online
3.)
Wie Diabetes und
Parodontitis sich gegenseitig beeinflussen
Es gilt als allgemein bekannt, dass Diabetes mellitus schwerwiegende
Folgekrankheiten vor allem am Blutgefäßsystem nach sich ziehen kann – mit
Augen-, Nieren- und Nervenschäden oder diabetischem Fußsyndrom. Klinische
Studien belegen, dass auch Parodontitis zu diesen Folgekrankheiten gehört.
Gleichzeitig hat auch eine schwere, unbehandelte Parodontitis ungünstige
Auswirkungen auf den Diabetes. Häufig sind Diabetes-Patienten darüber nicht
ausreichend informiert.
„Die ständig steigenden Zahlen von Diabeteskranken – auch bei vielen Kindern
und Jugendlichen – zeigen die Notwendigkeit einer gemeinsamen Aufklärung zu
einer gesunden Lebensführung und Ernährung von allen Partnern im
Gesundheitswesen“, so der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dietmar
Oesterreich. Dies verdeutlicht, dass Medizin und Zahnmedizin bei der Bekämpfung
der Diabetes zum Wohl des Patienten immer näher zusammen rücken. Nach neueren
Erkenntnissen tragen Diabetiker im Vergleich zu Nicht-Diabetikern ein dreifach
höheres Risiko an Parodontitis zu erkranken. Umgekehrt kann sich die
Parodontitis negativ auf den Diabetes auswirken. Medizinische Untersuchungen
haben ergeben, dass die Entzündungsherde im Mund zu starker Schwankung und
Verschlechterung der Blutzuckerwerte führen können. Umso wichtiger ist es, dass
Diabetiker besonders auf ihre Mundgesundheit achten. Auf diese Weise kann die
Gefahr von Folgeschäden erheblich eingedämmt werden. „Eine gründliche tägliche
Mundpflege in Verbindung mit zahnärztlichen Kontroll- und Prophylaxe-Maßnahmen
ist dafür die beste Voraussetzung“, so Michael Warncke, Leiter der
Medizinisch-Wissenschaftlichen Abteilung der Colgate-Palmolive GmbH. Besonders
die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt (abgekürzt: PZR) ist ein
wesentlicher Baustein der Vorsorge und der notwendigen lebensbegleitenden
Therapie. Durch sie kann der Parodontitis vorgebeugt und eine vorhandene
Zahnbettentzündung eingedämmt werden, was durch Studien bereits in den Achtziger
Jahren bewiesen wurde. Die Häufigkeit der Durchführung einer PZR richtet sich
nach dem individuellen Erkrankungsrisiko. Im Gegensatz zur chirurgischen
Parodontitistherapie ist die PZR als Vor- und Nachbehandlung bei einer
Parodontitis nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen
Krankenkassen. .„Insbesondere für Diabetiker ist die regelmäßige professionelle
Zahnreinigung nicht nur eine lohnende Investition, um Mundkrankheiten
vorzubeugen und Verschlechterungen zu vermeiden sondern auch um die
Grunderkrankung und dadurch bedingte Komplikationen des Allgemeinbefindens
dauerhaft zu verbessern“, betont Dr. Dietmar Oesterreich von der
Bundeszahnärztekammer.
Wichtig ist auch die Mithilfe des Diabetes-Patienten. Er sollte seinen Zahnarzt
frühzeitig über seine Krankheit, den Verlauf und seine Blutzuckerwerte
informieren, damit dieser die Behandlung darauf abstimmen kann. Diese Behandlung
sollte in der häuslichen Prophylaxe eine sinnvolle Ergänzung finden, denn damit
kann der Patient selbst einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung seiner
Mundgesundheit und somit zur Risikoverringerung von Folgeerkrankungen leisten.
Eine weitere Gemeinsamkeit von Parodontitis und Diabetes: Beide Krankheiten
werden in hohem Maße durch entsprechende Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen
beeinflusst. Während beim Typ-II-Diabetes zu den auslösenden Faktoren vor allem
eine unausgewogene Ernährung und unzureichende Bewegung gehören, sind es bei der
Parodontitis eine unzureichende Mundhygiene, unausgewogene Ernährung und das
Rauchen.
Lesen Sie ausführlich ...
[
© PM der
Bundeszahnärztekammer
]
Basics: Diabetes
u.
Parodontitis-Risikofaktoren
im
Zahnlexikon-Online
4.)
Grünes Licht für das
rote Zahnmännchen
Das Signet Zahnmännchen, ein lachender weißer Zahn unter einem schützenden
Schirm, wurde von der Europäischen Kommission als HEALTH CLAIM akzeptiert und in
die so genannte Positivliste der nationalen Health Claims aufgenommen.
Zahnfreundlich vs. Antikaries
Mit dem Zahnmännchen und als "zahnfreundlich" werden ausschließlich
Lebensmittel ausgezeichnet, die wissenschaftlich getestet sind und nachweislich
weder Karies noch Schäden durch diätetische Säuren (Erosionen) an den
Zahnoberflächen verursachen. Nach weltweit anerkannten wissenschaftlichen
Prüfungskriterien wird für jedes einzelne Produkt ein wissenschaftliches
Gutachten erstellt.
Es existieren eine ganze Reihe von Logos oder Warenzeichen, die einen
zahngesundheitlichen Nutzen vermitteln sollen. Beispiele: Pro-Dental, Protex,
Dental oder auch die Illustration eines Zahnes. Derartige Beschreibungen werden
häufig als Synonyme für "zuckerfrei" genutzt. Sie sollen einen
zahngesundheitlichen Nutzen vermitteln, entbehren aber jeder wissenschaftlichen
Grundlage. In bestimmten zuckerfreien Produkten sind hohe Anteile von Apfel-
oder Zitronensäuren enthalten, die Erosionen (Säureschäden am Zahnschmelz)
verursachen und so die Zahngesundheit gefährden."
Krankheitsbezogene Aussagen für Lebensmittel wie etwa "Anti-Karies" sind nach
derzeitiger Regelung nicht zulässig. Dem gegenüber werden Aussagen, die sich auf
die Reduzierung eines Krankheitsrisikos beziehen, z.B. "Hilft Karies zu
vermeiden", nach der neuen Regelung möglich sein, bedürfen aber einer
wissenschaftlichen Prüfung und Genehmigung durch die Europäische Behörde für
Lebensmittelsicherheit (EFSA).
Lebensmittel vs. "oral cosmetics"
Auch Aussagen, die sich auf die Reduzierung von Plaque (Zahnbelag oder
Biofilm) beziehen, müssen wahrscheinlich als impliziter Zahngesundheits-Claim
gesehen werden und müssen daher entweder in die Liste erlaubter Claims
aufgenommen sein oder bedürfen eines wissenschaftlichen Nachweises und einer
positiven Bewertung durch die EFSA.
Einige Unternehmen versuchen ihre Produkte außerhalb der Lebensmittel-
Bestimmungen als Kosmetikprodukte zu positionieren. Sie argumentieren, dass
Minz-Tabletten, Zahnpflegekaugummis oder bestimmte Bonbons eher als "Erfrischung
für den Atem" oder als "Mund-Deodorant" denn als Lebensmittel genommen werden.
[
© PM der Aktion zahnfreundlich, Hedi von Bergh,
presse@zahnmaennchen.de ]
Basics:
Aktion zahnfreundlich im
Zahnlexikon-Online
5.)
Neu im Programm vom
Verein für Zahnhygiene e.V.: Die CD "Elternarbeit"
Der traditionelle Elternabend hat immer das gleiche Problem: Es kommen nur
wenige Eltern und immer die Falschen! Die Lösung des Problems bietet die neue CD
"Elternarbeit" vom Verein für Zahnhygiene e.V. (VFZ). Eine Vielzahl von
Alternativen zum Elternabend, nämlich ELTERNARBEIT verbunden mit nur einem Ziel:
Mehr Zahngesundheit im Milch- und Wechselgebiss! Das Angebot will mit neuen
Ideen allen Multiplikatoren in der Gruppenprophylaxe,
Patenschaftszahnarzt-Teams, ErzieherInnen und LehrerInnen die Ansprache von
Eltern erleichtern.
Konzipiert von Zahnärztin und Kinderprophylaxe-Expertin Dr. Andrea Thumeyer
finden sich auf der CD Druckvorlagen und Infomaterialien für die Elternarbeit
z.B. beim Kindergartensommerfest und im Kindergartenfoyer, fürs schwarze Brett (inclusive
vieler Texte in 14 Sprachen), für das Eltern-Frühstück, den
Mutter-Kind-Nachmittag, die Zahnputz-Zauber-Stunde oder den Neulingselternabend,
Bastelvorlagen für die Wege übers Kind und Illustrationen nebst entsprechenden
Checklisten. So können alle Beteiligten frei nach dem Prinzip "Print on demand"
die erforderlichen Unterlagen bei Bedarf ausdrucken und für eine zielgerichtete
Elternarbeit verwenden.
Erhältlich ist die CD ab sofort beim Verein für Zahnhygiene e.V. (VFZ),
Liebigstraße 25, 64293 Darmstadt, Fax: 06151-13737-30 zum Preis von 9,80 €.
Basics: Informationsmaterial
im
Zahnlexikon-Online
6.)
Forscher räumen mit
Mythen in der Medizin auf
Haare und Fingernägel wachsen nach dem Tod weiter, und wer bei
gedämpftem Licht liest, ruiniert seine Sehkraft: Zwei Behauptungen,
bei denen es sich um medizinische Mythen handelt, die im Laufe der
Jahrzehnte so oft wiederholt wurden, dass viele sie für wahr halten.
Auch bei Ärzte halten sich medizinische Mythen, deren
Überzeugungskraft weniger auf Fakten, denn auf häufige Wiederholung
gründet. Zwei US-Wissenschaftler haben sieben dieser Legenden
entmystifiziert. Das reicht von der häufig vorgetragenen Empfehlung,
täglich zweieinhalb Liter Wasser zu trinken bis hin zu Spekulationen
über Handy-Gebrauch im Krankenhaus. Durch logische Erklärungen,
Benennung von Studien und Recherchen können die Wissenschaftler die
Mythen entzaubern.
Handys erzeugen elektromagnetische Störungen in
Krankenhäusern:
Forscher haben keinen einzigen dokumentierten Fall entdeckt, wonach der Gebrauch
eines Handys im Krankenhaus zu Fehlalarmen oder -funktionen geführt hat. Weder
Monitore noch Infusionspumpen seien durch Handys jemals beeinträchtigt worden.
Eine britische Studie habe zwar ergeben, dass Handys, die weniger als einen
Meter von medizinischen Apparaturen entfernt benutzt wurden, in vier Prozent
aller Fälle jene beeinflusst hätten; die Effekte jedoch seien nur in 0,1 Prozent
von Bedeutung gewesen.
Haare und Fingernägel wachsen nach dem Tod weiter:
Dieser Mythos, so die US-Wissenschaftler, hat seine Wurzeln in einem
biologischen Phänomen, das nach dem Tod einsetzt: Die Austrocknung des Körpers
führt dazu, dass sich die Haut zusammenzieht. Dadurch treten Finger- und
Fußnägel sowie die Haare stärker hervor. Aber natürlich endet mit dem Tod eines
Menschen auch dessen Zellwachstum.
Wer bei gedämpftem Licht liest, ruiniert sein
Augenlicht:
Der Ursprung dieser Legende ist in einer Alltagserfahrung zu suchen, vermuten
die US-Forscher. Bei schlechtem Licht haben Menschen Schwierigkeiten, Dinge zu
fokussieren. Außerdem strengt das Lesen bei gedämpftem Licht an, die Augen
ermüden schneller. Allerdings seien diese Effekte nicht dauerhaft, nach einer
Mütze Schlaf sei die ursprüngliche Sehschärfe rasch wieder hergestellt.
Lesen Sie ausführlich ...
[
©
Deutsches Ärzteblatt ]
7.)
Deutsche geben für
Gesundheit mehr aus
Die Deutschen geben immer mehr Geld für Gesundheit aus. Die größten
Wachstumsbringer sind dabei Schönheit und Fitness. Dies stellt eine
Studie der Deutschen Bank fest. Grund für die Entwicklung sei die
steigende Zahl älterer Menschen: 2015 sollen fast ein Drittel mehr
Menschen über 80 Jahre alt sein als heute.
Der Studie zufolge wächst der Gesundheitssektor inzwischen stärker als die
gesamte Wirtschaft. 2015 soll der Anteil der Gesundheitsausgaben am
Bruttoinlandsprodukt 12 Prozent betragen. Derzeit sind es fast 11 Prozent. Schon
jetzt sei die Branche mit 4,3 Millionen Beschäftigten größer als die Auto- und
Elektroindustrie. Quer durch alle Bevölkerungsschichten stellt die Studie eine
steigende Zahlungsbereitschaft für bessere Gesundheit und besseres Aussehen
fest: „Eitelkeit wird immer mehr zum Impulsgeber." Alte Menschen wollten länger
jung aussehen. Anti-Falten-Mittel, Fettreduzierer und Potenzmittel würden bis
2010 Wachstumsraten zwischen 10 und 30 Prozent haben. Viele Zahnärzte
spezialisierten sich auf ästhetische Zahnkorrekturen. Der Trend, dass immer mehr
Ärzte ihre Einnahmen über privatwirtschaftliche Leistungen erhöhen, setze sich
fort. So rechneten westdeutsche Zahnärzte bereits die Hälfte ihrer Leistungen
privat ab. Der Sparzwang der Krankenkassen führe aber weiter zu Einschnitten in
der Versorgung.
[ ©:
DZW ]
Basics:
Gesundheitskosten im
Zahnlexikon-Online
8.)
Boom bei den Bio-Nahrungsmitteln
Vogelpest und Gammelfleisch haben ihre Spuren
hinterlassen: Der Absatz von Bio-Produkten wächst seit Jahren. Vorbei
die Zeiten, da Bio mit „Müsli“ gleichgesetzt wurde – heute ist Bio
schick. Selbst Discounter und Supermärkte bieten inzwischen reichlich
unbelastete Ware feil. Mancherorts kann aufgrund der hohen Nachfrage mit
der Lieferung nicht Schritt gehalten werden.
Bis vor wenigen Jahren fanden Verbraucher Bioprodukte fast nur in Bioläden,
Reformhäusern oder direkt beim Erzeuger. Mittlerweile jedoch haben sie sich auch
bei „herkömmlichen“ Anbietern einen festen Platz im Regal erobert. Zudem bieten
neben einer wachsenden Zahl von Biosupermärkten auch Discounter und herkömmliche
Supermärkte ökologisch produzierte Ware an. Hinter dieser Entwicklung steht das
gesteigerte Interesse, das durch die aktuelle Umfrage erneut bestätigt wurde:
Hatten 2005 noch 3 Prozent der Verbraucher „ständig“ Bioprodukte gekauft, so
waren es 2006 bereits 4 Prozent und in der jüngsten Umfrage sogar 6 Prozent.
Noch allerdings kommen Bioprodukte eher unregelmäßig in den Einkaufswagen: So
kaufen insgesamt rund drei Viertel (73 Prozent) „nur einige ganz bestimmte“ oder
„gelegentlich“ Bioprodukte.
Andera Gadeib, Gründerin und CEO von Dialego: „Bioprodukte sind derzeit noch das
I-Tüpfelchen im Einkaufswagen. Angesichts des insgesamt knappen Angebots
frischer Bioware auf dem Markt ist das auch besser so, denn die Nachfrage könnte
sonst gar nicht befriedigt werden. Insgesamt wird der Marktanteil auch in
Zukunft wachsen.“ In dieses Bild passt ebenfalls der Umstand, dass lediglich ein
Prozent aller Befragten ausschließlich ökologisch produzierte Lebensmittel
kauft.
Der Markt befindet sich noch in der frühen Wachstumsphase – auch in Sachen
Marke. Bezeichnend dafür ist die Tatsache, dass im Gegensatz zum herkömmlichen
Lebensmittelsektor bei Bioware Marke noch kein Thema für den Konsumenten ist. So
gab knapp die Hälfte (49 Prozent) der Befragten an, bei Bioprodukten keinen Wert
auf Markenartikel zu legen. Gadeib: „In einem so markengeprägten Umfeld wie dem
Lebensmitteleinzelhandel ist dies äußerst bemerkenswert. Hier sind in Zukunft
große Veränderungen zu erwarten.“ Während der Absatz von Bioprodukten bei
Discountern und Supermärkten von Jahr zu Jahr zulegt, bleiben die Reformhäuser
hinter dieser Entwicklung zurück. So sank die Anzahl der Verbraucher, die dort
Bioprodukte einkaufen von rund einem Viertel (26 Prozent) in 2005 auf 23 Prozent
in 2006 und auf 22 Prozent im Jahr 2007. Im selben Zeitraum haben herkömmliche
Supermärkte als Einkaufstätten für Bioprodukte von 68 Prozent in 2005 auf 76
Prozent zugelegt, die Discounter sogar von 40 Prozent (2005) auf 54 Prozent.
Gadeib: „Offensichtlich findet in der Wahl der Einkaufsstätten für Bioprodukte
ein tief greifender Wandel statt.“
Zur DIALEGO-Studie ...
[ ©: PM DIALEGO ]
Basics:
Ernährungsempfehlungen aus zahnärztlicher Sicht im
Zahnlexikon-Online
9.)
Die nicht erwünschte Kehrseite: Rauchen und Schlemmen für Sozialsysteme
An dem oft zitierten "sozial verträglichen Frühableben" ist offenbar etwas
dran: Zumindest nach Daten einer neuen Studien aus den Niederlanden kommen
Raucher und Dicke für die Gesellschaft billiger als dünne Nichtraucher.
Im Auftrag des niederländischen Gesundheitsministeriums hatten Forscher um Dr.
Peter van Baal aus Bilthoven die Gesundheitskosten berechnet, die Raucher und
Adipöse im Laufe ihres Lebens verursachen. Diese hatten sie mit den Kosten
verglichen, die bei normalgewichtigen Nichtrauchern (BMI 18,5 bis 25) entstehen.
Das Ergebnis der Simulation: Bis zum Alter von 56 Jahren sind die Kosten bei den
Adipösen am höchsten. Aufgrund der geringeren Lebenserwartung verursachen Dicke
und Raucher insgesamt jedoch weniger Kosten. So ermittelten die Forscher für
schlanke Nichtraucher einen Betrag von 281 000 Euro (bezogen auf eine
Lebenserwartung von im Schnitt 84 Jahren).
Bei Adipösen betrugen die Gesundheitskosten 250 000 Euro (Lebenserwartung: 80
Jahre). Raucher mit einer Lebenserwartung von im Schnitt nur 77 Jahren
verursachen nach dieser Berechnung dagegen mit 220 000 Euro die geringsten
Kosten (PLoS Medicine 5, 2008 e29).
[ ©:
Ärztezeitung ]
10.)
Diskussion um
Zuckeraustauschstoffe - Die Menge macht's
Verbraucherschutz und Produktsicherheit zählen heute ebenso zu den
Selbstverständlichkeiten wie Patienten- und Verbraucheraufklärung. Um eine
unerwünschte Nebenwirkung von vornherein oder weitestgehend zu vermeiden, gilt
nicht nur für OTC-Produkte der viel zitierte Satz "Zu Risiken und Nebenwirkungen
lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker". Auch
auf vielen Lebensmitteln findet der Verbraucher Empfehlungen oder Hinweise auf
mögliche unerwünschte Nebenwirkungen - wie z. B. auf Kaugummi oder Süßwaren mit
Zuckeraustauschstoffen.In den gerade von den Tagesmedien aufgegriffenen
Fällen aus der Berliner Charité, bei denen es durch übermäßigen Genuss von
sorbithaltigem Kaugummi zu einer Diarrhöe und zu erheblichem Gewichtsverlust
gekommen war, sieht Prof. Dr. Stefan Zimmer von der Poliklinik für Zahnerhaltung
und Präventive Zahnheilkunde der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf nicht nur
die Gefahr einer "eigentlich unnötigen Verbraucher-Verunsicherung". Der 1.
Vorsitzende der Aktion zahnfreundlich e. V. (Berlin) warnt auch vor einem
möglichen Missbrauch von Produkten mit Zuckeraustauschstoffen.
Großer Nutzen und ein Nachteil "Die
zahnmedizinische Bedeutung von Zuckeraustauschstoffen (Polyole, Zuckeralkohole)
für die Kariesprophylaxe ist wissenschaftlich bewiesen und unzweifelhaft",
betont Prof. Zimmer. Zuckeraustauschstoffe wie Isomalt, Maltit, Mannit, Sorbit
und Xylit können von den Mundbakterien nicht oder kaum zu zahnschädigenden
Säuren abgebaut werden. "Neben Fluoriden und der täglichen Mundhygiene sind
zuckerfreie, zahnfreundlich getestete Produkte wichtiger Bestandteil der
Kariesprophylaxe", so Zimmer. Voraussetzung für die Empfehlung von Süßwaren mit
Zuckeraustauschstoffen zur Kariesbekämpfung sei natürlich ihre gesundheitliche
Unbedenklichkeit und die Verwendung von Substanzen, die für Lebensmittel
ausdrücklich zugelassen sind.
Abgesehen von dem Nutzen für die Kariesprophylaxe sei allerdings auch bekannt,
dass alle Polyole - und nicht nur Sorbit - bei übermäßigem Verzehr eine laxative
Wirkung haben können. "Das kann der Verbraucher auch auf den entsprechenden
Verpackungen lesen. Denn aufgrund einer Entscheidung des Wissenschaftlichen
Lebensmittelausschusses der EU müssen die Hersteller von Produkten mit
Zuckeraustauschstoffen darauf hinweisen, dass bei ‚hohen Verzehrsmengen
Laxationen' auftreten können." Auch ein Appell an
die Verbraucherverantwortung Diese "unerwünschte Nebenwirkung"
darf aber in keinem Fall dazu verführen, Produkte mit Zuckeraustauschstoffen als
"Hilfe zum Abnehmen" zu missbrauchen. Ein solcher Missbrauch kann zu
Mangelernährung und damit zu nachhaltigen Gesundheitsschäden führen. "Bei der
Ernährungsberatung sollte deswegen nicht nur umfassend aufgeklärt, sondern auch
an die Patienten- und Verbraucherverantwortung appelliert werden. "Die
Motivation für die Zahnpflege unterwegs ein Kaugummi zu kauen, oder für den
Süßhunger zwischendurch zahnfreundlich zu Naschen, impliziert den vernünftigen
Umgang damit. Auch hier gilt: Lesen macht schlauer und wer zu viel isst (oder
auch zu viel trinkt), kann davon krank werden."
Übrigens:
Zucker wird von bestimmten Bakterien im Zahnbelag (Plaque oder
Biofilm) sofort in Säuren, vor allem Milchsäuren, umgewandelt, die poröse
Stellen im Zahnschmelz verursachen, in die anschließend Bakterien aus der Plaque
einwandern und so den Zahn von innen heraus zerstören.
Zuckeraustauschstoffe werden aus natürlichen Substanzen (z. B. Mais,
Zuckerrüben) gewonnen. Sie sind nicht kariogen.
Sorbit kommt in vielen Obstsorten wie Pflaumen, Äpfeln, Birnen vor - 100 Gramm
getrockneter Pflaumen enthalten beispielsweise die gleiche Sorbit-Menge wie 20
Gramm Kaugummi, auch ein Kilo frischer Birnen kann diese Menge enthalten.
Süßstoffe sind chemisch hergestellte Substanzen und nicht kariogen.
[
© PM der Aktion zahnfreundlich, Hedi von Bergh,
presse@zahnmaennchen.de ]
Basics:
Aktion zahnfreundlich im
Zahnlexikon-Online
11.)
Zum Schluss: Zahnkontrolle per Webcam
Ein Londoner Zahnarzt bietet seinen Patienten einen Check-up übers
Internet! Jerry Watson untersucht ihre Zähne via Webcam und entscheidet
am Bildschirm, ob er die Patienten in seine Praxis einbestellen muss
oder nicht, berichtet die Tageszeitung "The Sun".
Allerdings können die Londoner den Service noch nicht von Daheim in
Anspruch nehmen, sondern müssen dazu in eine Klinik, wo sie für
umgerechnet 75 Euro eine mundhygienische Therapie erhalten.
Währenddessen schaut der Zahnarzt seinen Patienten auf Wunsch von seiner
Praxis aufs Gebiss.
Watson glaubt, dass sich die Technologie in Zukunft durchsetzen wird.
"Es gibt keinen Grund dafür, dass man die Leute künftig nicht auch von
Daheim begutachten sollte - wenn sie eine hochwertige Kamera besitzen."
Und er denkt noch einen Schritt weiter: "Was wir in Zukunft brauchen,
sind Kameras in elektrischen Zahnbürsten - das wäre fantastisch!"
[
©:
Fundsache im Deutschen Ärzteblatt ]
Direkter
WEB-Zugriff auf diesen Letter

Zum Archiv 2001 - 2008
NewsLetter abonnieren
Impressum
Herausgeber: Dr. Klaus de Cassan, GF der ZiiS-GmbH
Verantwortlich: Dr. Klaus de Cassan
Gesetzliche Pflichtangaben unter:
http://www.ziis.de/impressum.htm
Alle Rechte vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung oder
Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der
schriftlichen Zustimmung der ZiiS-GmbH.
Bitte beachten Sie das
Copyright (c) 2001-2008:
Copyright
Abmelden
----------
Der Bezug der ZahnNewsLetter ist kostenlos. Er wird ausschließlich an
User versandt, die sich zuvor
persönlich angemeldet und ein Kennwort
erhalten haben.
Wenn Sie den ZahnNewsLetter abbestellen wollen, so senden Sie bitte eine
E-Mail mit Angabe Ihres Kennwortes und dem Vermerk UNSUBSCRIBE
in der Betreff-Zeile an die Adresse
|