Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 3/2009/ 1. März 2009

So gut das klingen mag, so populistisch ist die Botschaft. Eine„ BigMac-Abgabe" für Dinge, die krank machen, ist wohl kaum der richtige Weg, um die Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen. Geschweige denn, um das Gesundheitswesen gerechter zu finanzieren. Denn wer will definieren, ab wann was krank macht, und was gerade noch bei wem geht, um der„ Strafsteuer" zu entkommen.
Ein besser Ansatz wäre, an Prävention und Eigenverantwortung in der Bevölkerung zu appellieren, um Gesundheitsbewusstsein zu schüren und Krankheiten im Vorfeld zu vermeiden. Im Sinne der Gesundheitsförderung ist es effektiver, eigenverantwortlich das Übel bei der Wurzel zu packen und präventive Ansätze zu stärken, statt das Pferd von hinten aufzuzäumen und Sanktionen zu verteilen.

Gabriele Prchala in zm-online


Inhalt

 1.) Leitungs- und Infiltrationsanästhesie sind nicht der einzige Weg zur Schmerzausschaltung in der Praxis
 2.) Mundhöhlenkrebs: Vorsicht ist geboten
 3.)
Joghurt für den Zahn - Essen als Zahnschutz
 4.) Landkarte der Geldflüsse - mehr Transparenz im Gesundheitswesen
 5.)
Weltpremiere für den ersten zahnfreundlichen Eistee
 6.) Mit 30.000 Schwingungen pro Sekunde unsichtbarem Zahnstein auf der Spur
 7.)
Parodontitis: Vorbeugung - Früherkennung und Behandlung
 8.)
Achten Sie aufs Etikett - Kennzeichnung von Lebensmitteln
 9.)
Mit Kassenzuzahlung in den Wellness-Urlaub
10.)
Von Aktivität bis Zahnhygiene - zur Prävention von Schlaganfällen
11.) Tag der Zahngesundheit 2009: Gesund beginnt im Mund - krank sein oftmals auch
12.) Parodontitis und Herzinfarkt: Zusammenhang genetisch belegbar
13.)
Zum Schluss: Jetzt bewiesen - Handys ungesund
 

 


1.) Leitungs- und Infiltrationsanästhesie sind nicht der einzige Weg zur Schmerzausschaltung in der Praxis

Nach Abschluss einer zahnärztlichen Behandlung hält die Wirkung der Lokalanästhesie häufig noch Stunden an, was den Patienten oftmals so beeinträchtigt, dass er seinen beruflichen, sozialen oder privaten Verpflichtungen nur unzureichend nachkommen kann.
Immer mehr erfahrene Praktiker sehen deshalb die intraligamentäre Anästhesie (ILA) als eine Alternativvariante zu den gelehrten Methoden der Anästhesie des N. alveolaris inferior und der Infiltrationsanästhesie. In der Vergangenheit haben vor allem die Parodontologen immer warnend den Finger gehoben, wenn diese Lokalanästhesiemethode angesprochen wurde: Für Extraktionen ja, für zahnerhaltende Therapien nur, wenn die konventionellen Methoden versagt haben; so steht es praktisch in allen Lehrbüchern.
In den vergangenen zehn Jahren hat es eine Vielzahl neuer Erkenntnisse zu dieser Lokalanästhesie-Methode gegeben. Neue Entwicklungen bei Injektionssystemen für intraligamentale Injektionen scheinen die angesprochenen Befürchtungen von Gewebsschädigungen durch Druckinjektionen ins Desmodont zu relativieren. Spritzensysteme ohne kraftverstärkende Hebelsysteme und auch elektronisch gesteuerte Injektionssysteme sollen es dem Behandler ermöglichen, den für intraligamentale Injektionen erforderlichen Druck so weit zu reduzieren, dass er den anatomischen Gegebenheiten des Patienten weitgehend angepasst ist. Bahn frei für einen Weg weg von den gelehrten und weitgehend praktizierten Methoden der Schmerzausschaltung?
Die publizierten Ergebnisse diverser klinischer Vergleichsstudien zeigen, dass die intraligamentäre Anästhesie bei den definierten Indikationen den beiden konventionellen Methoden der Lokalanästhesie, der Leitungs- und der Infiltrationsanästhesie, bei allen verglichenen Aspekten signifikant überlegen ist, wenn ihre Durchführung beherrscht wird. Sie bietet in hohem Maße Sicherheit der Schmerzausschaltung ohne die befürchteten Nebenwirkungen für einen großen Teil der Behandlungen einzelner Zähne – wie endodontische und konservierende Maßnahmen, Kavitäten- und Kronenpräparationen oder Extraktionen.
Die intraligamentäre Anästhesie als Methode der Einzelzahnanästhesie ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt und inzwischen umfassend dokumentiert. Sie wird bisher weitgehend zur Komplettierung der konventionellen Methoden der Lokalanästhesie angewandt.
Seit Mitte 1997 steht für intraligamentale Injektionen ein Instrumentarium mit einem neuartigen Mechanismus der Kraftverstärkung zur Verfügung, das Injektionen mit einem sehr geringen Druck ermöglicht. Die Druckübertragung erfolgt über ein Dosierrad ohne zwischengelagerte Hebel. Der Injektionsdruck kann dadurch vom Behandler den anatomischen Verhältnissen des Patienten individuell angepasst werden. Bei elektronisch gesteuerten Injektionssystemen wird das Anästhetikum gegen den „interstitiellen Gewebedruck“ mit angemessenem eigenem Druck – sehr langsam – injiziert.
Verletzungen des Zahnhalteapparates durch zu hohen Injektionsdruck sollen damit ausgeschlossen werden. Auch die in der Literatur beschriebenen (iatrogenen?) Nebenwirkungen der intraligamentären Anästhesie (Empfinden von Druckschmerz oder Elongationsgefühl nach Abklingen der Anästhesie) sollen bei Verwendung der Dosierrad-Spritzen oder der elektronisch gesteuerten STA-Systeme vermieden werden können.
Alle abgeschlossen Studien zeigen vergleichbare Ergebnisse: Die intraligamentäre Anästhesie (ILA) hat Grenzen. Für lang dauernde und großflächige chirurgische Eingriffe ist die Anästhesie nicht ausreichend.
Bei allen anderen zahnerhaltenden Therapien und bei allen Patienten (Kinder, Junge, Alte) kann die intraligamentäre Anästhesie problemlos angewandt werden. Bei Risikopatienten – Ausnahme: Endokarditisrisiko – ist die ILA die Methode der Wahl. Sie ist den konventionellen Methoden der Lokalanästhesie signifikant überlegen und sollte als primäre Methode der Lokalanästhesie angewandt werden.

  [ ©: Lothar Taubenheim, Erkrath in DZW]

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2.) Mundhöhlenkrebs: Vorsicht ist geboten

Weiße Verfärbungen im Mund können Anzeichen für die Vorstufe eines Mundhöhlen-Karzinoms sein. Mundhöhlenkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland.
Die weißen Verfärbungen, sogenannte orale Leukoplakien, können schwerwiegende Folgen haben: „Bösartige Leukoplakien sind die erste Vorstufe eine Mundhöhlen-Karzinoms", warnt Prof. Peter Altmeyer, Dermatologe an der Ruhr-Universität Bochum. Die weißen Stellen, auch als Weißschwielenkrankheit bekannt, stellen eine krankhafte Veränderung der Schleimhaut dar, wobei die betroffenen Areale von wenigen Millimeter kleinen Flecken bis zu größeren Bereichen von bis zu drei Zentimetern Durchmesser reichen können.

Bisher kaum bekannt

Unter Ärzten ist die Krankheit kaum bekannt. Außerdem verursachen Leukoplakien kaum Beschwerden - daher werden die meisten Fälle nur durch Zufall erkannt, obwohl drei Prozent der Bevölkerung diese Krankheit aufweisen.
Dabei gelten die weißen Flecken als häufigste Krebsvorstufe (Präkanzerose) in der Mundhöhle. Auf jeden Fall müsse daher eine Gewebeprobe genommen werden, rät der Kölner Hautarzt Dr. Hans-Georg Dauer. Das entstehende Karzinom sei in der Lage, Tochterzellen in den Blut- oder Lymphkreislauf abzugeben. Die Folge: eine breite Streuung der Krebszellen im Körper.
Besonders betroffen sind männliche Raucher ab dem 40. Lebensjahr. Hochprozentiger Alkohol, mangelnde Mundhygiene und mechanische Reize wie schlecht sitzende Gebisse oder Zahnspangen, mahlende Zähne oder Kauen auf der Wange sind Faktoren, die die Krankheit begünstigen. Darüber hinaus beeinflusst eine einseitige und vitaminarme Ernährung die Entstehung der Krankheit.

Regelmäßige Kontrolle beim Arzt

Ist die Schleimhaut von Leukoplakien betroffen, müssen sie möglichst schnell operativ entfernt werden, sobald bösartige Zellveränderungen nachgewiesen sind. Ist die Verfärbung jedoch harmlos, reicht es aus, die Reizquelle, beispielsweise das drückende Gebiss, auszuschalten. Allerdings können die Leukoplakien jederzeit neue Herde bilden - deswegen ist eine regelmäßige Kontrolle beim Arzt unbedingt notwendig.
Jährlich erkranken zwischen 4000 und 6000 Menschen in Deutschland an Mundhöhlenkrebs. Damit gehört diese Krankheit bei uns zu den 10 häufigsten Krebsarten.

  [ ©:  mt / SPECTATOR DENTISTRY  ]

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3.) Joghurt für den Zahn - Essen als Zahnschutz

Forscher wollen Joghurtbakterien so manipulieren, dass sie den Zahnschmelz vor Angreifern schützen. Die Wirkung soll selbst nach einmaligem Verzehr wochenlang anhalten.

Lactobacillus bulgaricus:

Eigentlich spaltet das Bakterium Lactose unter anderem in Glucose. Jetzt ist es US-amerikanischen Forschern gelungen, es für die Mundgesundheit einzusetzen. So soll demnächst ein Peptid, das dafür bekannt ist, Bakterien davon abzuhalten, sich an die Zähne zu heften, in das Joghurtbakterium eingepflanzt werden. So soll beispielsweise ein Bakterium wie Streptococcus mutans, das im Zahnbelag zu finden ist und Säuren abgibt, die den Zahnschmelz angreifen, bekämpft werden können.
Demnach wäre es ausreichend, den manipulierten Joghurt zu essen, der sich dann auf den Zähnen anlagert, wo das Peptid produziert würde. Damit stellt das Lebensmittel eine wahre Alternative zu Antibiotika dar: „Das fertige Milchprodukt würde vermutlich besser funktionieren als ein antibakterieller Wirkstoff, der einfach alles abtötet", betont ein Berater des Forscherteams. „Wir gehen hier nur die gefährlichen Dinge im Mundraum an."
Die Wissenschaftler nutzen bei ihren Studien die synthetische Biologie. Hierbei werden neue Mikroorganismen, die nützliche Funktionen erfüllen, gezüchtet. Vor allem auf die Milliarden natürlicher Bakterien, die im menschlichen Körper existieren, greift die synthetische Biologie zurück. Zurzeit beabsichtigen die Forscher nicht, aus ihrem zahnschützenden Joghurt ein kommerzielles Produkt zu machen. Allerdings könnten die biologischen Teile, die sie zur Perfektionierung entwickeln, einmal bei anderen Anwendungen nützlich sein, wie etwa zur Erhöhung des Nährwertes von Joghurt, in dem das Bakterium ein bestimmtes Vitamin produziert.

  [ ©:  mt / SPECTATOR DENTISTRY  ]

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4.) Landkarte der Geldflüsse - mehr Transparenz im Gesundheitswesen

Das imedo-Gesundheitskostenplakat erklärt die Kosten und Strukturen des deutschen Gesundheitswesens.

"Intransparenz, gegenseitiges Misstrauen, Geldgier und soziale Verantwortungslosigkeit, der tägliche gruppenegoistische Kampf um das knappe Geld lähmen die Produktivität des Gesundheitssystems und das organisatorische Wachstum der Gesundheitswirtschaft. Jeder im Gesundheitswesen misstraut jedem, alle fühlen sich benachteiligt und verkannt, keiner blickt wirklich durch und alle sind immer unzufrieden und kranke Menschen wissen nicht mehr, auf wen sie sich noch verlassen können", erklärte Dr. Ellis Huber gestern bei der Präsentation des Gesundheitskostenplakats.

Das Gesundheitsportal www.imedo.de zeigt mit dem Gesundheitskostenplakat erstmalig die Verteilung der Ein- und Ausgaben im Gesundheitswesen. Die Gesamtkosten des Gesundheitswesens belaufen sich auf 245 Mrd. Euro - das entspricht 86,5 Prozent des Bundeshaushaltes und ist 2,3 mal mehr wert als die in Fort Nox eingelagerten Goldreserven.

Der Bundesbürger gibt vier Prozent seines Einkommens für die Gesundheitspflege aus. Bei einem Durchschnittseinkommen von 2500 Euro brutto monatlich entspricht das 100 Euro. Die Deutschen liegen über dem europäischen Durchschnitt von 3,4 Prozent.

78,7 Mio. Menschen sind in Deutschland krankenversichert, 89 Prozent bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Etwa 8,5 Mio. Bundesbürger haben sich privat versichert. Gemessen an den Ausgaben bedeutet das, dass ein gesetzlich Versicherter 1991 Euro jährlich kostet, ein privat Versicherter 2650 Euro.

Die Präventionsausgaben betragen 9,3 Mrd. Euro - das entspricht 3,8 Prozent des Gesamthaushaltes des Gesundheitswesens. Innerhalb der Vorsorge nimmt die Gesundheitsförderung mit 53 Prozent den größten Stellenwert ein. Aufklärung zu Zahnprophylaxe, Schutzimpfungen, Essstörungen und HIV stehen im Vordergrund.

Wer annimmt, dass Arzneimittel im Gesundheitswesen besonders schwer ins Gewicht fallen, der irrt. Die meisten Kosten werden durch ärztliche, pflegerische und therapeutische Leistungen verursacht. Arzneimittel stehen mit 39,6 Mrd. Euro an dritter Stelle der Gesamtausgaben.

Das Gesundheitskostenplakat ist unter: http://www.imedo.de/artikel/gesundheitswesen  abrufbar

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5.) Weltpremiere für den ersten zahnfreundlichen Eistee

Das neue Getränk des Schweizer Getränkeherstellers Bischofszell ist mit Isomaltulose gesüßt. Es wurde von der Universität Zürich wissenschaftlich getestet und erhielt das Prädikat "zahnfreundlich". Nach der Einführung in der Schweiz im Frühjahr 2009 soll das weltweit erste mit dem Zahnmännchen ausgezeichnete Getränk auch in deutschen Supermärkten zur Verfügung stehen.

In wissenschaftlichen Prüfungen des Zahnärztlichen Instituts der Universität Zürich wurde in zwei unterschiedlichen Tests unzweifelhaft nachgewiesen, dass die neue Eistee-Produktlinie von Bischofszell weder Karies noch sonstige Säureschäden an der Zahnoberfläche - so genannte Erosionen - verursacht. Anhand der pH-Telemetrie wurde eindeutig festgestellt: Durch den Genuss des Eistees wird die kritische Grenze des pH-Wertes von 5,7 nicht unterschritten. Fällt der Säurewert unter 5,7 kann Karies entstehen. Genau so wichtig ist, dass der neue Eistee nachweislich keine Erosionen (Säureschäden am Zahnschmelz) verursacht.

Kriterien für den "Toothfriendly Claim" erfüllt

Damit ist der Ice Tea von Bischofszell weltweit das erste Getränk, das die Kriterien für den "Toothfriendly Claim" erfüllt. Der Eistee wurde deshalb von Toothfriendly International (Basel), der Dachorganisation der Aktion zahnfreundlich in Deutschland, mit dem exklusiven Label 'Happy Tooth' (Zahnmännchen) ausgezeichnet. Wie der deutsche Verein ist auch Toothfriendly International eine Non-Profit-Organisation, deren Ziel es ist, die Zahngesundheit zu fördern, und die weltweit von zahnärztlichen Organisationen unterstützt wird. So arbeitet die Aktion zahnfreundlich in Deutschland eng mit der Bundeszahnärztekammer zusammen.

"Als Zahnarzt freue ich mich über den ersten zahnfreundlichen Eistee", so Prof. Dr. Stefan Zimmer, Leiter der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin und Dekan der Fakultät für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Witten/Herdecke sowie 1. Vorsitzender der Aktion zahnfreundlich e. V.: "Ein Softdrink ohne kariogenes und erosives Potenzial ist eine wirkliche Innovation, die sicher von allen Zahnmedizinern und besonders im Hinblick auf die seit Jahren ständig zunehmenden Erosionsschäden an den Zähnen begrüßt wird."

Dr. Albert Bär von Toothfriendly International betont zusätzlich: "Bis jetzt sind viele Versuche, ein zahnfreundliches Getränk zu entwickeln, aufgrund des meist exzessiv hohen Fruchtsäuregehaltes fehlgeschlagen." Fruchtsäuren werden normalerweise zur Geschmacksabrundung und zur Haltbarkeit eingesetzt. Besonders zuckerfreie "Diät-Softdrinks" beinhalten oft hohe Anteile von Fruchtsäuren.

Das Geheimnis: Isomaltulose

Das "Geheimnis" des neuen Eistees liegt einmal in einem speziellen Abfüllprozess, der eine säurefreie Getränke-Komposition erlaubt, und zum anderen in Isomaltulose, einem mild-süßem natürlichem Disaccharid, das in geringen Konzentrationen in Honig und Zuckerpflanzen vorkommt. Isomaltulose ist ein Zucker und besteht wie Sucrose aus Glucose und Fructose. Der wichtige Unterschied für die (Zahn-)Gesundheit: Isomaltulose kann von den Kariesbakterien nicht zu zahnschädigenden Säuren abgebaut werden und wirkt nicht laxativ (abführend).

  [ © Hedi von Bergh, presse@zahnmaennchen.de , www.zahnmaennchen.de  ]

 Basics: Aktion Zahnfreundlich  im Zahnlexikon-Online

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6.) Mit 30.000 Schwingungen pro Sekunde unsichtbarem Zahnstein auf der Spur

Zahnmediziner der Universität Greifswald und Ingenieure der TU Clausthal haben ein "intelligentes" und hochsensibles Ultraschallgerät entwickelt, das erstmals gleichzeitig schädlichen Zahnstein erkennen und wirkungsvoll abtragen kann. Das vielfach prämierte Medizingerät PerioScan hat inzwischen die Zulassungen für den australischen, amerikanischen und kanadischen Markt und wird somit weltweit die Behandlung von unerwünschten Ablagerungen im Mundraum erleichtern.
Der PerioScan ist eines von zwölf Musterbeispielen einer Anfang des Jahres veröffentlichen Broschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung über 30 Jahre erfolgreiche Gesundheitsforschung.
Anhand des neuartigen Ultraschallgerätes wird exemplarisch aufgezeigt, wie mit gezielten Fördermaßnahmen und interdisziplinärer Zusammenarbeit die Umsetzung von medizinischem Fortschritt aus den Laboren der Universitäten und Unternehmen in die Krankenhäuser und Arztpraxen befördert wird und den Patienten zugute kommt. "Nach sieben Jahren intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit startete Ende 2007 die Serienproduktion für den deutschen Markt", erläuterte der Greifswalder Zahnmediziner Prof. Thomas Kocher, der gemeinsam mit dem Magdeburger Professor und Ingenieur Jens Strackeljan das Projekt leitete.

Das Problem in der Zahnfleischtasche

Der Übergang von Zahnhals und Zahnfleischsaum ist eine offene Schwachstelle. Hier können Bakterien eindringen und einen Belag an der Zahnwurzel bilden, der Rötungen, Schwellungen und Blutungen des Zahnfleisches auslöst. Wird der Belag nicht regelmäßig entfernt, mineralisiert er zu hartnäckig haftendem Zahnstein. Schmerzhafte Entzündungen, Vereiterungen, Knochenabbau und schließlich Zahnausfall können die Folge sein ("Parodontitis"). Nur in der Zahnarztpraxis kann der tief in den Taschen festsitzende Zahnstein entfernt werden. Ein grundsätzliches Problem der Zahnsteinentfernung war jedoch, dass der Zahnarzt die Behandlungsstelle in der Zahnfleischtasche nicht einsehen und daher kaum beurteilen konnte, ob er alles entfernt hat. Daher wurden Zahnsteinreste häufig übersehen oder bereits saubere Stellen mit abgeschabt.

Von der Vision bis zum Produkt

"Die feine Spitze ermöglicht es, mittels Ultraschall auch an uneinsehbaren Stellen Zahnstein von gesunder Zahnoberfläche zu unterscheiden und zu entfernen", erläuterte der Parodontologe. Dazu analysiert der PerioScan das physikalische Schwingungsmuster des jeweils berührten Zahnmaterials. Das Ergebnis wird unmittelbar durch eine ringförmige LED-Leuchte am Handstück angezeigt. Bei einer gesunden Wurzeloberfläche leuchtet sie grün, blaues Licht zeigt Verkalkungen an. Die schädlichen Ablagerungen werden dann mit bis zu 30.000 Schwingungen pro Sekunde präzise und schonend abgeschliffen. Sobald der verdeckte Zahnstein abgetragen ist, springt der Sensor wieder auf grünes Licht um. "Gegen das Verfahren hat Zahnstein keine Chance mehr, egal wie tief sich die Ablagerungen in der Zahntasche befinden", so Kocher.

Mit der Patentierung wurde die Firma Sirona Dental Systems aus Bensheim, ein international führendes Zahnmedizintechnologieunternehmen (http://www.sirona.de) als industrieller Partner gewonnen. Im September 2007 kamen die ersten Geräte in den Zahnarztpraxen zum Einsatz. Schon in den ersten Monaten wurden hunderte Geräte an Zahnärzte ausgeliefert und mit sehr guten Ergebnissen im Praxisalltag getestet. Seit Anfang 2008 ist der feinfühlige Zahnsteinkiller für 6.500,00 Euro auf internationalem Erfolgskurs.

"Die Innovation kann helfen, die zunehmende Anzahl an Zahnfleischentzündungen wesentlich effektiver zu behandeln und damit kostenintensive und unangenehme Folgeerkrankungen zu vermeiden", unterstrich der Greifswalder Wissenschaftler. "Die Fördergelder des Bundes haben uns sehr geholfen, die kostenintensive und risikoreiche Grundlagenentwicklung voranzutreiben und die klinischen Studien durchzuführen, damit aus einer Vision ein funktionierendes Gerät wurde."

 [  ©:  kocher@uni-greifswald.de  ; www.klinikum.uni-greifswald.de ]

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7.) Parodontitis: Vorbeugung - Früherkennung und Behandlung

War früher vor allem die Karies Hauptursache für Zahnverlust, so ist es heute die Parodontitis (im Volksmund Parodontose genannt) – eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates – die zum Zahnverlust führen kann. Zahlen aus einer groß angelegten wissenschaftlichen Untersuchung, der Deutschen Mundgesundheitsstudie IV aus dem Jahr 2006, belegen, dass die Parodontitis eine weit verbreitete Krankheit ist, Experten sprechen sogar von einer Volkskrankheit: 75 Prozent der Bevölkerung über 35 Jahre haben Parodontitis, 40 Prozent der Bevölkerung zeigen Symptome einer mittelschweren Erkrankung und 6 Prozent der 35- bis 44-Jährigen, 18 Prozent der Senioren im Alter von 65 bis 74 Jahren leiden gar an einer schweren Erkrankungsform. Das Heimtückische an der Erkrankung ist, dass sie meist ohne Schmerzen schleichend fortschreitet und oftmals zunächst nicht vom Patienten erkannt wird. Gefährlich wird es dadurch, dass eine unbehandelte Parodontitis zum Teil schwerwiegende Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit haben kann. Siehe auch Punkt 12.)

Auf 20 Seiten informiert die Broschüre der Bayerischen Landeszahnärztekammer über Ursachen für die Entstehung der Parodontitis, woran man sie erkennt, welchen Einfluss die Erkrankung auf die Allgemeingesundheit hat, wie man vorbeugen kann, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, sowie über die Notwendigkeit einer gewissenhaften und systematischen Nachsorge. Ein Selbsttest mit zwölf Fragen zum Ausfüllen hilft dem Patienten, das individuelle Parodontitisrisiko zu ermitteln. Eine Seite für Notizen rundet den praktischen Nutzen ab. Die Broschüre im DIN-A5-Format ist reich illustriert. Die wichtigsten Informationen sind farblich hervorgehoben, Merksätze sind als Randnotizen auf einen Blick zu erfassen. Die Broschüre soll die Fragen des Patienten zur Parodontitis beantworten.

Download:
Die Broschüre "Parodontitis: Vorbeugung - Früherkennung und Behandlung" ist im Internet unter http://www.blzk.de/service/shop/down.asp?i=339
abrufbar.

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8.) Achten Sie aufs Etikett - Kennzeichnung von Lebensmitteln

Gerade einmal 16 Seiten Umfang hatte das erste aid-Heft "Achten Sie aufs Etikett" vor 25 Jahren, heute sind es 88 Seiten. Nicht nur die Produktvielfalt hat seitdem zugenommen, es gibt auch eine Vielzahl neuer Kennzeichnungsregelungen. Kurz und verständlich gibt das aid-Heft eine Einführung in die grundlegenden Kennzeichnungsbestimmungen bei verpackten und unverpackten Lebensmitteln - von der Herstellerangabe bis zum Zusatzstoff. Es behandelt spezielle Regelungen für Eier, Obst und Gemüse, Fette und Fisch, aber auch die Vorschriften für allergen wirkende Zutaten, Bio-Lebensmittel oder gentechnisch veränderte Zutaten. Neu mit aufgenommen wurden die Kennzeichnungsvorschriften von Nahrungsergänzungsmitteln sowie der aktuelle Stand bei den nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben nach der Claims-Verordnung. Verbraucherfragen und Antworten aus dem aid-Internetportal www.was-wir-essen.de und eine Übersicht zu den bekanntesten Qualitätssiegeln ergänzen die Fachinformationen.

aid-Heft "Achten Sie aufs Etikett"
88 Seiten, Bestell-Nr. 61-1140, ISBN 978-3-8308-0785-8, Preis: 3,50 EUR (Rabatte ab 10 Heften), zzgl. einer Versandkostenpauschale von 3,00 EUR gegen Rechnung

aid-Vertrieb DVG, Birkenmaarstraße 8, 53340 Meckenheim
Tel.: 02225 926146, Fax: 02225 926118
Österreich: ÖAV, av Buch, Sturzgasse 1A, 1140 Wien
E-Mail: Bestellung@aid.de , Internet: www.aid-medienshop.de

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9.) Mit Kassenzuzahlung in den Wellness-Urlaub

Die AOK Westfalen-Lippe stellt ihren Versicherten ein „Gesundheitsbudget“ von 500 Euro zur Verfügung. Bis zu dieser Summe können sich die Versicherten der AOKHomepage zufolge „AOK-Wohlfühlkurse“ und „qualitätsgesicherte Kurse anderer Anbieter“ besuchen. Für AOK-eigene Kurse muss der Versicherte demzufolge nichts bezahlen. Bei den Fremdanbietern übernimmt die Kasse immerhin 80 Prozent der Kursgebühr.
 „Unser Angebot richtet sich an alle, die ihre Gesundheit bewahren und deshalb etwas für sich tun wollen. Mit unseren Kursen können Sie zum Beispiel gezielt Ihr Wohlfühlgewicht erreichen. Oder den ersten Schritt für Ihr regelmäßiges Lauftraining gehen“, heißt es. Eine Barauszahlung des „Gesundheitsbudgets“ sei nicht möglich. Wem die „Wohlfühlkurse“ in der Heimat nicht reichen, dem bietet die Kassen einen großzügigen Zuschuss für einen Urlaub an.

 Das Online-Portal „Urlaub perfekt“ schreibt: „Eine Zuzahlung zum Wellness-Urlaub kann jeder Versicherte einer gesetzlichen Krankenkasse grundsätzlich erhalten. Seit 2000 fällt die Gesundheitsvorbeugung in den Aufgabenbereich der Krankenversicherung. Allerdings gibt es das Geld der Kassen nicht für Hotel oder Verpflegung, sondern für spezielle Gesundheitskurse.“ Im Schnitt zahlten die Kassen 75 Euro pro Kurs beziehungsweise 150 Euro pro Reise und Jahr. Bei der AOK Hessen gebe es sogar 200 Euro dazu. Einen Überblick, welche Kassen mit welchem Anbieter kooperieren und wie viel Geld es für den Urlaub dazu gibt, liefert das Portal gleich mit.

 
[
 ©
bk in "Arzt am Abend"]

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10.) Von Aktivität bis Zahnhygiene - zur Prävention von Schlaganfällen gehört eine ganze Menge

Um Schlaganfälle zu verhindern, reichen Arzneien nicht aus. Meist ist eine Änderung des Lebensstils unerlässlich. Das fängt beim Abnehmen und bei mehr Bewegung im Alltag an und reicht bis zur Verbesserung der Zahnhygiene.

Die nichtmedikamentöse Schlaganfallprävention geht jeden an. Maßnahmen von der Gewichtsreduktion bis zur Zahnhygiene müssten ebenso große Priorität haben wie die Gerinnungskontrolle bei Antikoagulation oder die Blutdruckmessung bei Antihypertensiva-Behandlung, fordert der Kölner Neurologe Privatdozent Jan Sobesky.

Leider würden nichtmedikamentöse Therapieansätze nur unzureichend umgesetzt, beklagt er in "Der Nervenarzt" (79, 2008, 1156). Angesichts einer Neuerkrankungsrate von 150 bis 200 pro 100 000 Einwohnern im Jahr und einer Schlaganfall-Prävalenz von 700 pro 100 000 müsse mehr getan werden als nur pharmakologisch evidenzbasiert zu handeln, angefangen mit der Nikotinkarenz und dem Schutz vor Passivrauchen. Änderungen des Lebensstils bessern nachgewiesenermaßen sehr effizient das individuelle Risikoprofil, belegt der Neurologe von der Universitätsklinik Köln detailliert anhand der aktuellen wissenschaftlichen Literatur.

So sei zum Beispiel postprandial analog zum steilen Blutzuckeranstieg auch von einem mehrstündigen Lipidspiegelanstieg mit oxidativem Stress für das Gefäßendothel auszugehen. Dieser zeigt sich nur ungenügend am Cholesterin-Nüchternwert und wird von Statinen nur unvollständig abgefangen. Diese dynamische Endothelbelastung kann gemindert werden, indem die Cholesterinaufnahme reduziert und stattdessen eine an Antioxidantien reiche Kost bevorzugt wird, etwa mit einer Ernährung, die allgemein als mediterrane Diät bezeichnet wird. Dabei werden gesättigte durch ungesättigte Fettsäuren ersetzt, nicht aber durch Kohlenhydrate. So war zum Beispiel in der DASH*-Studie (DASH bedeutet Dietary Approaches to Stop Hypertension Study) mit mediterraner Kost der Blutdruck signifikant um durchschnittlich 5,5 zu 3 mmHg gesenkt worden. Das Schlaganfallrisiko war in der Langzeitbeobachtung um 11 Prozent reduziert, die kardiovaskuläre Sterbe- und Erkrankungsrate waren um etwa 60 Prozent erniedrigt.

Körperliche Bewegung und Sport haben viele positive Auswirkungen. Bemerkenswert ist, dass Menschen in körperlich fordernden Berufen ein um 43 Prozent niedrigeres Schlaganfallrisiko haben als Menschen mit sitzenden Tätigkeiten. Körperliche Betätigung verbessert die Energie- und Lipidbilanz, reduziert das Körpergewicht und optimiert Herzfrequenz und Blutdruck. Außerdem reagiere der Körper auf Stress mit stabilen Reaktionsmustern, was sich kardiovaskulär protektiv auswirke, so Sobesky.

Keine allgemeinen Empfehlungen gibt Sobesky jedoch zum Alkohol- und Kaffeekonsum sowie für Vitamine und Nahrungszusätze. Zwar sei besonders für Rotwein ein gewisser schützender Effekt bei Genuss mäßiger Mengen anzunehmen. Angesichts eindeutig neurotoxischer Wirkungen des Alkohols möchte der Neurologe jedoch regelmäßigen Alkoholgenuss nicht empfehlen. Vom Kaffee sind nach seinen Angaben sowohl ungünstige wie günstige Effekte zu erwarten. Studien, in denen der Zusammenhang zwischen Kaffeegenuss und Schlaganfallrisiko untersucht worden war, hatten widersprüchliche Ergebnisse erbracht. Und auch für Multivitamin- und Mineralpräparate sei die Datenlage inhomogen, so dass keine anwendbaren Hinweise abgeleitet werden können.

Dagegen sollten die Erfassung des Zahnstatus und die Motivation für eine gute Zahnhygiene Teil ärztlicher Empfehlungen zur kardiovaskulären Prävention sein. Seit zwei Jahrzehnten ist der Zusammenhang zwischen Gingivitis und Parodontitis sowie kardiovaskulären Erkrankungen bekannt. So nimmt die Intima-Media-Dicke als Atherosklerose-Parameter mit dem Zahnverlust sowie mit der Ausprägung einer Parodontitis zu. Bei Männern sei die Parodontitis sogar ein unabhängiger Risikofaktor für den Schlaganfall, betont Sobesky.

Schließlich macht Sobesky noch auf das obstruktive Schlafapnoesyndrom aufmerksam. Es erhöht das Risiko für die arterielle Hypertonie und für den Schlaganfall. Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe haben öfter Karotisstenosen als andere Menschen. Sobesky rät daher zur routinemäßigen (Fremd-) Anamnese der Schlafgewohnheiten und gegebenenfalls zu einer polysomnografischen Diagnostik.

  [ ©:  Thomas Meißner / Ärztezeitung  ]

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11.) Tag der Zahngesundheit 2009: Gesund beginnt im Mund - krank sein oftmals auch

Die rund 30 Mitglieder des Aktionskreises zum Tag der Zahngesundheit haben den thematischen Schwerpunkt für das Jahr 2009 auf den Zusammenhang von Mundgesundheit und Allgemeingesundheit gelegt. Mit dem Motto "Gesund beginnt im Mund - krank sein manchmal auch" soll dieser Zusammenhang sowohl der Bevölkerung wie auch verstärkt der Ärzteschaft nahe gebracht werden. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse belegen zunehmend die enge Verbindung von Mundgesundheit und Allgemeingesundheit und erfordern eine breite Aufklärung der Öffentlichkeit.

Erkrankungen des Zahn-, Mund- und Kieferbereiches wirken sich einerseits auf den gesamten Organismus aus. Bei einer Parodontitis beispielsweise ist von einer erhöhten Keimbelastung anderer Organe auszugehen, gleichzeitig stellt die damit verbundene Entzündung ihrerseits eine Belastung für den gesamten Körper dar.
Andererseits gibt es Allgemeinerkrankungen, die direkt die Mundgesundheit beeinflussen, wie z.B. Diabetes, der eine Parodontitis verstärken kann.

Wichtig ist auch die Darstellung des Themas Ernährung: Je nach Auswahl und Verhalten kann die Ernährung das Biotop Mund aus dem System bringen und beispielsweise Karies auslösen, die die Zähne zerstört. Falsche/ungesunde Ernährung kann zu Übergewicht und hierdurch auch zu Diabetes Typ 2 führen - und damit wiederum kritische Folgen für die Mundgesundheit entwickeln. Auch Rauchen ist ein "Mund-Thema" - der Nikotinkonsum hat nicht nur vielfältige negative Einflüsse auf den gesamten Körper und seine Funktionen, sondern auch auf die Mundgesundheit. Nicht unwesentlich sind zudem kiefergesundheitliche Aspekte zur Vorbeugung von Fehlentwicklungen, die über den Mund die Atmung bzw. das skelettale System beeinflussen können - und umgekehrt.

Zahlreiche Erkrankungen lassen sich präventiv beeinflussen. Somit steht der Präventionsansatz in der Zahnmedizin in einem engen Kontext zur Medizin und bietet die Chance, nicht nur das Risiko für Erkrankungen der Mundhöhle zu vermindern, sondern auch wichtige allgemeingesundheitliche Störungen zu reduzieren.

Der Aktionskreis zum Tag der Zahngesundheit macht traditionell keine detaillierten Vorgaben für die vermutlich wieder Tausende von kleinen und größeren Aktionen in ganz Deutschland rund um den 25. September, der seit 1991 als "Tag der Zahngesundheit" das Thema "Mundgesundheit" in den Blickpunkt stellt und inzwischen zu einem bundesweit bekanntem Datum in der öffentlichen Wahrnehmung geworden ist. Über die vielen Jahre hinweg hat sich bewährt, dass jeweils ein grundsätzliches Thema vorgeschlagen wird, das - lokal, regional oder je nach Organisation auch bundesweit - individuell interpretiert und für die entsprechende Zielgruppe kreativ vermittelt werden kann.

In diesem Jahr geht es um die Förderung des Verständnisses für gesamtgesundheitliche Zusammenhänge und eine verbesserte Motivation zu umsichtigerem Mundgesundheitsverhalten. Der Zusammenhang Allgemeingesundheit-Mundgesundheit lädt auch dazu ein, rund um den 25. September gemeinsame Veranstaltungen mit Ärzten,
anderen Gesundheitsberufen und auch Patienten-Selbsthilfegruppen (z.B. zum Thema Diabetes) zu initiieren.
Terminhinweis für die Redaktionen:
Die zentrale Pressekonferenz zum diesjährigen Tag der Zahngesundheit findet wieder in Berlin im Haus der Bundespressekonferenz statt, und zwar am 11.9.09 um 10.30 Uhr.

  [ ©: Birgit Dohlus, dental relations, T: 030 / 3082 4682, info@zahndienst.de ]

 Basics: Tag der Zahngesundheit  im Zahnlexikon-Online

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12.) Parodontitis und Herzinfarkt: Zusammenhang genetisch belegbar

Ein Zusammenhang zwischen aggressiver Parodontitis und Herzinfarkt ist in der Vergangenheit bereits beobachtet worden. Wissenschaftler der Universitäten Kiel, Dresden, Amsterdam und Bonn konnten nun auch dieselben Genveränderungen auf Chromosom 9 nachweisen, wie sie in der neusten Ausgabe der Fachzeitschrift PLoS Genetics berichten.
Der Erstautor, Dr. Arne Schaefer, vom Institut für Klinische Molekularbiologie der Universität Kiel sieht eindeutige Übereinstimmungen in der genetischen Veranlagung: "Wir haben die aggressive Form der Parodontitis untersucht, eine in sehr jungem Alter einsetzende, sehr heftig verlaufende, entzündliche Krankheitsform der Parodontose. Die mit diesem Krankheitsbild assoziierte genetische Variante ist identisch mit der von Patienten, die unter einer Erkrankung der Herzkranzgefäße leiden und bereits einen Herzinfarkt erlebt hatten."

Da es anzunehmen ist, dass es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen aggressiver Parodontitis und Herzinfarkt gibt, sei es an den Zahnärzten, die Parodontose ernst zu nehmen, frühzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln. "Die aggressive Parodontitis hat sich immerhin als Vorbote einer Krankheit mit späterer möglicher Todesfolge erwiesen", mahnt Schaefer. Darüber hinaus könne das Wissen über das Herzinfarktrisiko Patienten mit Parodontose bewegen, die Risikofaktoren einzudämmen und sich um präventive Maßnahmen zu kümmern.
Siehe auch Punkt 7.)

  [ ©: Dr. Arne Schaefer Tel. 0431/597-3882 a.schaefer@ikmb.uni-kiel.de]

 
Basics: Parodontitis im Zahnlexikon-Online

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13.) Zum Schluss: Jetzt bewiesen - Handys ungesund

Lange hat man gemunkelt, ob das Telefonieren mit Handys nicht irgendwelche Schäden verursacht. Die hochfrequente Strahlung stand im Verdacht, die kleinen grauen Zellen zu verwirren oder sie gar auf den Pfad der unkontrollierten Vermehrung zu locken. Jetzt hat eine Studie endlich Klarheit geschaffen. Ja, Handys sind gefährlich, sogar lebensgefährlich: Viele Menschen ziehen sich ernsthafte Schäden zu - weil sie telefonierend die Straße überqueren.

In einer Virtual-Reality-Simulation mussten 77 Kinder einmal mit und einmal ohne Ohr oder Finger am Telefon eine Straße kreuzen. Taten sie dies telefonierend oder SMS-schreibend, wurden sie knapp 50 Prozent häufiger von virtuellen Autos überfahren als Kinder, die sich auf den Verkehr konzentrierten. Was sie dabei sagten, ist nicht bekannt. Vielleicht: "Ich steh gerade auf ner Kreuzung, hey, da kommt ja‘ n Auto!"

  [ ©: Ärztezeitung ]

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