Zahnärztliche NewsLetter Nr. 04/2002 / 01. April 2002

Herzlich willkommen bei der Aprilausgabe der zahnärztlichen NewsLetter. Wenn auch der "1. April" als Erscheinungsdatum vermerkt ist, so sind die nachfolgenden Beiträge garantiert sch(m)erzfrei!
Erholsame und sonnige Ostertage, die vom Wetter her den ganzen April begleiten mögen, wünscht Ihnen die NewsLetter-Redaktion.


Inhalt:
  1.)  
Überempfindliche Zähne - dem Schmerz den Zahn ziehen
  2
.)   Muss er nun raus oder nicht? - der Weisheitszahn
  3.)   So macht das Putzen Spaß
  4.)   Das Gesundheitswesen in der EU: Auf den Zahn gefühlt
  5.)   Calcium - Hansdampf in allen Gassen
  6.)   Die Deutschen sind sooo süß...
  7.)  
Der Trick: Preiswertere Medikamente
  8.)   Zum Lesen: Lexikon der rätselhaften Körpervorgänge        

  9.)   Ratten haben's besser: Mundwasser gegen Karies
 10.) 
Allergie-Vorsorge: Keine Kuhmilch für Säuglinge
 11.)  Homöopathie kann das Abnehmen unterstützen
 12.)  Zum Schluss: Dumme Fragen (ohne Antworten) zum 1. April

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1.)   Überempfindliche Zähne - dem Schmerz den Zahn ziehen

Wer überempfindliche Zahnhälse hat, kennt den Schmerz, den ein kalter Eisbecher oder saure Gurken auslösen können. Erleichterung bringen spezielle fluoridhaltige Zahnpasten und Spüllösungen. Warum und wie sie wirken, untersuchen Wissenschaftler in Halle.

"Autsch", jammert die nette junge Dame in der Fernsehwerbung und verzieht das Gesicht. "Wenn Saures, Süßes, Heißes oder Kaltes an den Zähnen schmerzt, nehmen Sie Zahnpasta XY!", so die frohe Botschaft.
Zahnärzte wissen: Überempfindliche Zahnhälse stellen bei Erwachsenen ein zunehmendes Problem dar - immerhin ist etwa jeder Fünfte davon betroffen. In der Tat können speziell dafür entwickelte fluoridhaltige Zahnpasten und Spüllösungen die Schmerzen beseitigen. Doch wie dies im Einzelnen geschieht, darüber gab es bisher nur Annahmen. Hersteller von Zahnpflegemitteln wollten jedoch Genaueres wissen, um ihre Produkte zu optimieren.

Solchen Fragen widmen sich seit fünf Jahren Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM. Sie behandeln gezogene Weisheitszähne unter definierten Bedingungen mit fluoridhaltigen Lösungen und kommerziellen Zahnpflegemitteln. Anschließend begutachteten sie elektronenmikroskopisch Oberflächen und Querschnitte der Zähne. "Bei hoher Vergrößerung sehen wir, dass das Zahnbein - also das weiche Material am freiliegenden Zahnhals - von vielen winzigen Kanälchen durchzogen wird", erläutert Dr. Matthias Petzold vom Institutsteil in Halle. "Durch diese Tubuli werden mechanische oder chemische Reize von der Mundhöhle an den Nerv weitergeleitet. Nach der Behandlung mit fluoridhaltigen Präparaten ist die Zahnoberfläche mit vielen winzigen Partikeln belegt, die je nach ihrer Größe und Anzahl die Tubuli verschließen können." Die Forscher analysieren auch die chemische Zusammensetzung ihrer Proben: Die Partikelchen bestehen im Wesentlichen aus schwerlöslichem Kalziumfluorid. Gebildet haben sie sich aus mineralischen Bestandteilen des Zahnbeins und dem zugegebenen Fluorid.

"Neben den Produzenten wollen natürlich auch die Anwender Empfehlungen für den Gebrauch der Präparate", ergänzt Petzold. "Selbst bei geringen Fluoridkonzentrationen und kurzen Kontaktzeiten von wenigen Minuten bilden sich die Partikel bereits. Dabei reduzieren sie nicht nur die Sensibilität der Zähne, sondern stellen auch ein Depot für Fluorid dar. Neben Ernährungsweise und Putztechnik vermindert dies die Gefahr, dass sich Karies bilden kann."
[ Quellen: Dr. Matthias Petzold Telefon 03 45 / 55 89-1 30, Fax 03 45 / 55 89-1 01, pe@iwmh.fraunhofer.de
Basics: http://www.gesundezaehne24.de/lexikon=1893  

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2.)  Muss er nun raus oder nicht? - der Weisheitszahn

Einer der wohl gefürchtesten Eingriffe in der zahnärztlichen Praxis - mehr vom Patienten wie vom Zahnarzt - ist die Entfernung der Weisheitszähne, einem Relikt unserer Vorfahren, auf den die PISA-Studie ihre ganze Hoffnung setzt ;-) . Und ist er erst einmal draußen, so fängt das Leiden häufig erst an, denn die Abheilung verläuft meist nicht so unkompliziert wie bei einem anderen Zahn. Deshalb wird häufig die Frage gestellt: "Kann er nicht drin bleiben, wo er doch nicht weh tut?"

 Dabei kann man diesen Eingriff von seiner Schwere und Komplikationsanfälligkeit her nicht pauschal beurteilen:
  • obere Weisheitszähne lassen sich meist problemlos chirurgisch entfernen und bereiten selten Wundheilungsstörungen. Nur mitunter kann eine weit hinten im Kiefer liegende Position und die Nähe zur Kieferhöhle diesen Eingriff komplizieren bzw. vom Operateur entsprechendes Geschick abverlangen.
  • bei unteren Weisheitszähne unterscheidet man für die Schwierigkeit des Eingriffs zwischen:
     
    • retinierten Zähnen; d.h. die Zähne stehen regelrecht im Kiefer (meist mit voller Wurzelausbildung), sind aber nicht in die Zahnreihe durchgebrochen (Abb. oben)
    • verlagerten Zähnen; d.h. sie befinden sich von ihrer Achsrichtung her nicht regelrecht im Kiefer; befinden sich vollständig im Knochen oder ragen nur mit einem kleinen Teil der Zahnkrone in die Mundhöhle (2. Abb.)
    • Zähnen mit abnormer Wurzelkrümmung bzw. einem Hineinragen oder Umschließen des Unterkiefer-Nerv-Blugfäß-Kanals (Mandibularkanal). (3. Abb.)
    • einer Kombination oben aufgeführter Abnormitäten (Abb. unten)

Eine Antwort auf die Frage "raus oder nicht" kann nicht pauschal gegeben werden, da diese in erster Linie davon abhängt, ob in der Umgebung krankhafte Veränderungen eingetreten oder zu erwarten sind, beispielsweise indem die Weisheitszähne (W.) auf die Wurzel des davor liegenden Zahnes drücken und dadurch unklare Gesichts- bzw. Ohrenschmerzen verursachen, das Zahnfleisch in der Umgebung häufiger entzünden oder aber, dass das Zahnsäckchen zystisch entartet. Dabei sollte dieser Eingriff so früh wie möglich (etwa ab dem 17. Lebensjahr) erfolgen, denn etwa ab dem 25. Lebensjahr verdichtet sich der Kieferknochen stärker und das meist "krumme" Wurzelwachstum ist abgeschlossen -  Umstände, welche die Entfernung und den Heilungsprozess unnötig komplizieren.
Die Frage, ob man beim Erwachsenen jenseits des 25. Lebensjahres reaktionslose W. auch noch prophylaktisch entfernen sollte, gibt es unterschiedliche Auffassungen. Nach einer jüngsten amerikanischen Studie müssen nur etwa 2% der W. in diesem Alter wegen Entzündungen, unklaren Beschwerden oder Zysten operiert werden; symptomlose W. sollten danach bei älteren Patienten besser im Kiefer belassen werden. Inwieweit nicht durchgebrochene W. für ein Herdgeschehen verantwortlich sind, ist fachlich umstritten.
Die prophylaktische Entfernung von W. aus kieferorthopädischen Gründen wird unterschiedlich diskutiert und zunehmend in vielen Fällen als unwirksam betrachtet.
 

[ http://www.gesundezaehne24.de/lexikon=1866 ]

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3.) So macht das Putzen Spaß

Eine lustige Zahnbürste und noch ein passender Becher dazu: So etwas interessiert auch die Kleinsten, wenn es mal keine Elektrische ist. Zahnbürste und Becher haben ein fideles Innenleben. Auf einer blauen welle schwimmen Fische und geraten bei Bewegung heftig in Brandung. Das Spiel mit Meer und Wellen in diesem Mikrokosmos bringt Laune in die Routine der Mundhygiene - und das nicht nur bei den Kleinen!
Mehr unter:
http://www.nur4.de/

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4.) Das Gesundheitswesen in der EU: Auf den Zahn gefühlt
      
Mit dem Euro soll Europa wirtschaftlich zusammen wachsen - doch wie ist es mit dem Gesundheitswesen in der Gemeinschaft bestellt? Eine Frage, die das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften (EUROSTAT) in Luxemburg aktuell in der Studie I/Eckzahlen in Gesundheit 2000" untersucht hat. Eine Rubrik dieser wahrhaft enzyklopädischen Arbeit befasst sich auch mit der Zahngesundheit der Europäer und der Verteilung der Zahnärzte in Europa. Interessante Zahlen lieferte ferner die Untersuchung der Zufriedenheit der Bürger in den einzelnen EU-Ländern mit dem jeweiligen Gesundheitswesen.

Ein zentrales Kapitel der umfangreichen Studie widmet sich den unterschiedlichen wirtschaftlichen Systemen der Gesundheitsfürsorge in Europa und der Zufriedenheit der Bürger damit. Die Südeuropäer beklagen sich beispielsweise am meisten über ihr Gesundheitswesen. Die Portugiesen sind zu 73 Prozent unzufrieden, die Griechen zu 65 Prozent, die Italiener zu 50 Prozent. Der Prozentsatz der Bürger, die weder zufrieden noch unzufrieden sind, ist mit 39 Prozent in Spanien am höchsten. "Sehr zufrieden" mit ihrem Gesundheitswesen sind die Finnen mit 78 Prozent, gefolgt von den Österreichern zu 71 Prozent, die Niederländer zu 70 Prozent, die Franzosen zu 60 Prozent und die Belgier zu 56 Prozent.

Untersucht wurde auch die Übergewichtigkeit der EU-Bürger. Spitzenreiter sind hierbei die Griechen, die es auf 35 Prozent übergewichtige Männer bringen. Vielleicht hängt damit auch zusammen, dass es in Griechenland die meisten Kardiologen in Europa gibt. Die Facharzt-Dichte ist in Europa praktisch in jeder Fachrichtung äußerst unterschiedlich.
Natürlich war in diesem Kontext auch die Zahnarzt- Verteilung in der EU Gegenstand der Untersuchung. In diesem Vergleich weist Deutschland zwar die meisten Zahnärzte in Europa auf (62.024), liegt aber bezogen auf das Verhältnis von Zahnärzten pro Patienten relativ im Mittelfeld (siehe Grafik). Nach Deutschland gibt es rein quantitativ in Frankreich (39.545) die meisten Zahnmediziner, gefolgt von Italien (30.464), Spanien (16.133), Griechenland (11.638) und Belgien (7.106). Die geringste Zahnarzt-Verteilung hat nach dieser Messung Irland (1.794). Ein weiterer Aspekt des zahnmedizinischen Teiles der Studie befasst sich mit der Zufriedenheit der Europäer mit ihren Zähnen. 75,4 Prozent der Europäer sind demnach mit ihren Zähnen zufrieden und nur 12,5 Prozent wünschen sich eine Verbesserung. Die höchste Zufriedenheit mit ihrem Gebiss verzeichnen die Dänen (88,9 Prozent) und die niedrigste die Griechen (58,5 Prozent).

[ Quelle: M. Handrick in ZBW  3/2002 ]
  

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5.) Calcium - Hansdampf in allen Gassen

Wer von Calcium hört, denkt zunächst an Kalk, Zähne oder Knochen, die von diesem Element mit aufgebaut werden. Dass Calcium darüber hinaus eine Vielzahl von Lebensvorgängen der Zelle steuert, ist vielfach unbekannt.
In den letzten Jahren haben Forscher herausgefunden, dass Änderungen in der Konzentration von Calcium vielerlei Prozesse im Organismus steuern: Sie nehmen Einfluss auf die Kommunikation zwischen Nervenzellen in den so genannten Synapsen, den Kontaktstellen zwischen Nervenzellen. Sie bestimmen, wie aktiv Enzyme und Gene sind und wann Hormone und Enzyme von einer Zelle ins Gewebe abgegeben werden. Sie beeinflussen sowohl die Zellteilung und damit das Wachstum als auch den Zelltod. All diese Aufgaben werden in Gang gebracht, wenn sich die Calciumkonzentration kurzfristig verändert. Erst in jüngster Zeit beginnen Wissenschaftler zu lernen, wie die außerordentlich komplizierten und vielfältigen Steuervorgänge ablaufen, die von diesen Signalen ausgelöst werden. Kommt es zu einer Störung der Calciumsignale, laufen Lebensvorgänge aus dem Ruder. Krankheiten sind die Folge.
Krankhafte Veränderungen der Calcium-Steuerung können beispielsweise zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung führen. Dies wird Ole H. Petersen, Zellphysiologe an der Universität in Liverpool und wissenschaftlicher Organisator des Workshops in Heidelberg, erläutern. Normalerweise steuern Calciumsignale die Abgabe von Verdauungsenzymen durch die Bauchspeicheldrüse. Verändern sich die Signale pathologisch, dann werden die Verdauungsenzyme nicht mehr abgesondert, sondern innerhalb der Zellen aktiviert. Dies führt dazu, dass die Zellen zerstört werden. Es kommt zur Bauchspeicheldrüsenentzündung. Diese Krankheit ist oft tödlich. Die Aufklärung der Krankheitsauslösenden Vorgänge ist ein erster Schritt, um Gegenmaßnahmen zur Verhinderung der Krankheit zu entwickeln.

[ Quelle:
Prof. Ole H. Petersen, The University of Liverpool, Crown Street, Liverpool L69 3BX, UK ,
Tel: +44 (0)151 794 5342; Fax: +44 (0)151 794 5323; E-mail: o.h.petersen@liverpool.ac.uk
]

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6.) Die Deutschen sind sooo süß...

Durchschnittlich 8,27 Kilogramm Schokolade haben sich die Deutschen im vergangenen Jahr schmecken lassen. Damit hat jeder Bundesbürger umgerechnet 43 583 Kilokalorien in Form von Schokolade zu sich genommen, davon 2,481 Kilogramm reines Fett, wie das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen vorrechnet.

Das Institut rät den "süßen Deutschen", öfter mal aufs Naschen zu verzichten. Schließlich entsprächen die 8,27 Kilogramm Schokolade im Jahr allein schon sechs Prozent des durchschnittlichen Energiebedarfs pro Jahr.

[ Quelle: Ärztezeitung vom 6.3.02 ]

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7.) Der Trick: Preiswertere Medikamente

Die meisten Kassenpatienten können sich die Zuzahlung bei Arzneimitteln komplett sparen, auch wenn sie nicht von den Zuzahlungen befreit sind. Der Trick: Sie müssen ihr Rezept nur an eine bestimmte niederländische Versandapotheke schicken. Das haben Recherchen des WDR-Wirtschaftsmagazins "markt" ergeben. Ein Risiko gehen Patienten dabei nicht ein. Von den über 500 Krankenkassen in Deutschland zahlen nur einige wenige die Arzneimittel nicht, die per Versand aus Holland bezogen wurden.

Die betreffende Versandapotheke "Doc Morris" (0800DocMorris.com) bestätige gegenüber "markt": "Wir arbeiten praktisch mit allen deutschen Krankenkassen zusammen". Eine Zuzahlung entfalle dann. Doch die wenigsten Kassen geben die Zusammenarbeit mit der niederländischen Apotheke offen zu. Der Sprecher einer AOK zu "markt": "Das ist ein ganz heißes Eisen. Da können wir uns offiziell überhaupt nicht äußern".

Grund für diese Zurückhaltung sind rechtliche Unsicherheiten. Noch ist der Versandhandel mit Medikamenten in Deutschland verboten. Das Bundesversicherungssamt untersagte den Kassen ausdrücklich die Kostenerstattung von Medikamenten, die per Versand bezogen werden. Doch kaum eine Krankenkasse hält sich daran. Einige geben die Zusammenarbeit sogar offen zu, darunter die Techniker Krankenkasse (TK), die Gmünder Ersatzkasse (GEK) und der Landesverband Bayern der BKK. Rechtliche Bedenken habe man nicht, weil innerhalb der EU der freie Warenverkehr garantiert sei. Für die Kassen hat die Zusammenarbeit Vorteile: Die Preise bei Doc Morris liegen im Schnitt um zehn Prozent unter denen deutscher Apotheken. Man hoffe auf erhebliche Kosteneinsparungen bei Arzneimitteln, teilte der Verband der Betriebskrankenkassen in Bayern mit.
 
Nach Aussagen von Doc Morris werden die bei ihnen eingereichten Kassenrezepte in der Regel innerhalb 48 Stunden beliefert und ohne Probleme auf dem üblichen Weg mit – bis auf wenige Ausnahmen – allen Krankenkassen abgerechnet. Von Beginn an wurde Doc Morris vor allem von den deutschen Apothekenverbänden schwer unter Beschuss genommen. Mittlerweile gibt es eine Reihe teilweise divergierender Gerichtsentscheidungen zur Rechtmäßigkeit der Vorgehensweise von Doc Morris. Insgesamt betrachtet stellt sich die Lage als verworren und unübersichtlich dar, zumal sich Doc Morris auf EU-Recht beruft, das gegenüber dem deutschen Arzneimittelgesetz Vorrang hat. Das letzte Wort hierzu ist also noch nicht gesprochen; mit einer Entscheidung nicht vor dem Jahr 2003 rechnen.
[ Quelle: WDR, markt-Redaktion vom 24.3.2002 und Berliner Budget-Bulletin 03/01 ]

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8.) Zum Lesen: Lexikon der rätselhaften Körpervorgänge

Unser Körper, das unbekannte Wesen. Eigentlich müssen wir zugeben, dass wir viele Dinge, die wir tun, nicht ohne Weiteres erklären können: Warum gestikulieren wir beim Telefonieren, wie entstehen dunkle Ringe um die Augen, warum schlafen wir, und woher kommen die Schmetterlinge im Bauch, wenn wir verliebt sind?

Das Lexikon der rätselhaften Körpervorgänge erklärt in verständlicher und lockerer Weise, dabei mit medizinischer Kompetenz, was hinter diesen Rätseln versteckt - von der Frage, warum Angstschauder uns über den Rücken laufen und nicht über den Bauch, bis hin zur Klärung des Gerüchts, ob jede Schwangerschaft die Mutter "einen Zahn kostet" Dieses Buch ist für jeden medizinisch Interessierten geeignet und liefert dabei leicht verständliche Antworten für mehr als 500 alltägliche Rätsel unseres Körpers. Dr. Jürgen Brater, Jahrgang 1949, hat Medizin und Zahnmedizin studiert und führte jahrzehntelang eine eigene Praxis.

Auszug: "Warum haben Kinder so große Schneidezähne?
Manchmal erschrickt man geradezu, wenn man von einem sechs- oder siebenjährigen Kind angelacht wird. Denn die Zähne, die einem da aus dem kindlichen Mund entgegenblitzen, sehen eher aus wie Schaufeln, so groß sind sie.
Aber das ist ein Trugschluss. Nicht die Zähne sind zu groß, das Gesicht ist zu klein. Denn die zweiten Zähne, die wir ab dem sechsten Lebensjahr bekommen, wachsen ja nicht mehr. Sie bleiben bis zu unserem Tod oder bis wir sie krankheitsbedingt verlieren, gleich groß; infolge Abnutzung werden sie mit der Zeit sogar kürzer. Wenn der kindliche Kopf im Lauf der Jahre wächst, normalisiert sich das Verhältnis zu den Zähnen und - von wenigen Ausnahmen abgesehen - passen diese dann größenmäßig genau zum Gesicht."

[ Quelle: Jürgen Brater. "Lexikon der rätselhaften Körpervorgänge" Von Alkoholrausch bis Zähneknirschen, 22,90 Euro, 498 Seiten, Eichborn Verlag Frankfurt (Main), 2002, ISDN 3-8218-3916-3 .  Übernommen aus DZW 12/02 ]

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9.) Ratten haben's besser: Mundwasser gegen Karies

Nach einer einmaligen fünfminütigen Spülung soll ein neues gentechnisch-verändertes Mundwasser, das Wissenschaftler an der Universität von Florida entwickelt haben, das Problem der Mundfäule ein für alle Mal verschwinden lassen. Die Mundspülung wurde beim Treffen der amerikanischen Wissenschaftsorganisation AAAS in Boston vorgestellt. Die für Karies verantwortlichen Bakterien wandeln Zucker in Milchsäure um, welche den Zahnschmelz angreift und Karies verursacht.
Jeffrey Hillman, Mikrobiologe von der Universität von Florida, hat das Bakterium Streptococcus mutans so verändert, dass es keine Milchsäure mehr bildet. Daher kann es auch keine Mundfäule bilden. Es gelang ihm bereits in Tierversuchen, das genetisch veränderte Bakterium im Mundraum anzusiedeln. Selbst bei hohem Zuckerkonsum zeigten sich im Mundraum von, Ratten nach Verabreichung der genetisch veränderten Mundbakterien keine Anzeichen von Mundfäule. Vielmehr helfe der Zucker zur Ansiedlung der neuen Bakterien, so Hillman. Das neu entwickelte Bakterium sei genetisch sicher und stabil und stelle kein Gesundheitsrisiko dar. Ende des Jahres soll das Produkt in Europa und den USA klinisch getestet werden.

[ Quelle: Dental-Magazin 1/02 ]

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10.)
Allergie-Vorsorge: Keine Kuhmilch für Säuglinge

Die Veranlagung für Allergien ist zum Teil erblich, dagegen können Eltern, die selbst Allergiker sind, nichts tun. Doch das Risiko, dass die Kinder tatsächlich eine Allergie entwickeln, lässt sich durch Vorsorgemaßnahmen etwas verringern. So raten Experten, Säuglinge, wenn möglich, mindestens vier bis sechs Monate voll zu stillen. Die Kleinen sollten auch keine Kuhmilch erhalten. Wird nicht gestillt, empfiehlt sich hypoallergene Säuglingsmilch, bis später auf feste Nahrung umgestellt werden kann. Außerdem sollten Eltern ihren Kindern im ersten Lebensjahr keine Nahrungsmittel anbieten, die gehäuft Allergien auslösen, wie etwa Fisch, Nüsse, Zitrusfrüchte, Schokolade, Tomaten oder Erdbeeren. Außerdem ist es ratsam, vorbeugend auf Haustiere zu verzichten und in Gegenwart der Kinder nicht zu rauchen. Mit speziellen Bettbezügen kann man die Belastung durch Milben senken.

[
Quelle: Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit, März 2002 ]

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11.) Homöopathie kann das Abnehmen unterstützen

Das pflanzliche Präparat Cefamadar soll übergewichtige Menschen effizient beim Abnehmen unterstützen.
Die Calotropis gigantea ist ein bis zu 3 m hoher Strauch, der vor allem in Indien, auf dem malaiischen Archipel und in China wächst. Aus der 2 bis 6 mm dicken, gelblich bis rötlichen getrockneten Rinde wird nach einem speziellen Verfahren der Wirkstoff gewonnen und in homöopathischer Potenz D4 zubereitet. Der Wirkstoff aus der greift vermutlich regulierend am Sättigungs- bzw. Hungerzentrum im Zwischenhirn
ein und führt so zu einer Herabsetzung der Esslust.
Die Therapieerfolge mit Cefamadar wurden in einer multizentrischen Praxisstudie nachgewiesen. Dabei lag der durchschnittliche natürliche Gewichtsverlust nach 4 Wochen bei 2,8 kg und nach 8 Wochen bei 4,9 kg. Somit verloren die Patienten im Durchschnitt rund 30 Prozent ihres Übergewichtes. Das neue homöopathische Präparat ist kein Entwässerungsmittel, hat keinen Einfluss auf die Schilddrüse, fördert nicht die Fettverbrennung und enthält keine Stoffe, die im Magen aufquellen und so den Magen füllen.
Cefamadar ist bereits in den Apotheken rezeptfrei erhältlich.

[ Quelle: MedAustria  vom 29.3.02]

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12.) Zum Schluss: Dumme Fragen (ohne Antworten) zum 1. April

Was soll das Verfallsdatum auf Saurer Sahne?
Wenn Maisöl aus Mais gemacht wird, wie sieht es mit Babyöl aus?
Kriegt ein Fisch genau wie ein Mensch Krämpfe,
   wenn er direkt nach dem Essen schwimmen geht?
Warum muss man für den Besuch beim Hellseher einen Termin haben?
Warum ist einsilbig dreisilbig?
Leben Verheiratet länger oder kommt ihnen das nur so vor?
Warum laufen Nasen, während Füße riechen?
Ein Thermoskanne hält im Sommer warm und im Winter kalt.
   Doch woher weiß sie, wann Winter und wann Sommer ist?
Warum gibt es in Flugzeugen Schwimmwesten statt Fallschirme?
Wenn schwimmen schlank macht, was machen dann die Blauwale falsch?
Warum trägt ein Kamikaze-Pilot einen Helm?

[ Antworten bitte an die Redaktion ]

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