Zahnärztliche NewsLetter Nr. 04/2003/ 1. April 2003

Wir begrüßen Sie bei der neusten Ausgabe des monatlich erscheinenden ZahnNewsLetters und sind sicher, dass wieder lesenswerte Neuigkeiten auch für Sie dabei sind!
Zur aktuellen weltpolitischen Lage finden wir folgendes Zitat besonders treffend:

Eine Politik, die auf dem Prinzip Auge um Auge, Zahn um Zahn basiert,
führt letztlich nur zu einer Gesellschaft ohne Augen und ohne Zähne.

Aus der New York Times , eingesandt von M. Wesolowsky


Inhalt:
  1.)   Rauchen - auch ein Thema für die zahnärztliche Praxis
  2.)   Schmerzlos Bohren mit Ozon?
  3.)   Laser könnte in Zukunft das Röntgen von Zähnen ersetzen         
  4.)   Warum haben wir Schluckauf?
  5.)   Neue Website klärt ausführlich über Ess-Störungen auf   
  6.)   Stiftung Warentest: Medizinische Beratung im Internet - Glückssache
  7.)   Stottern: Welche Therapie ist die richtige?
  8.)   Fasten ist "mittelalterlicher Hokuspokus"
  9.)   Homöopathisches Mittel kann Kindern beim Abnehmen helfen       
10.)   Zum Schluss: Neues zum Thema Schnuller


1.)  Rauchen - auch ein Thema für die zahnärztliche Praxis

Es ist nicht Sinn dieses zahnärztlichen NewsLetters, mit erhobenem Zeigefinger aufzutreten. Allerdings sind gerade im zahnärztlichen Bereich die Folgen eines übermäßigen Nikotingenusses nicht zu unterschätzen und in der Öffentlichkeit nur wenig bekannt. So teilt die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde e.V. nachfolgende Fakts mit:

6,8 Millionen Deutsche waren im Jahr 2002 tabakabhängig. 140.000 Todesfälle sind jährlich als tabakbedingt anzunehmen. Das Einstiegsalter für das Rauchen liegt bei 13,5 Jahren. Während die allgemeinmedizinischen Auswirkungen des Tabakgenusses, wie Lungenkrebs, Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen in der Bevölkerung weitgehend bekannt sind, sind die des Tabakrauchens auf die Mundhöhle weitgehend unbekannt. Dabei ist der Zusammenhang von Vorkrebsstadien und dem Krebs der Mundhöhle und der Zunge, häufig bei gleichzeitigem übermäßigen Alkoholgenuss, seit langem bekannt. In Deutschland werden etwa 2.500 - 3.000 Menschen, vorwiegend Männer, aber mit steigender Tendenz auch Frauen, jährlich von Mundhöhlenkrebs befallen. Trotz Verbesserungen in der Diagnostik ist die Langzeitüberlebensprognose der Patienten mit Krebserkrankungen der Mundhöhle und der Zunge nach wie vor schlecht. Die Früherkennung von Vorkrebsstadien und des Mundhöhlenkrebses sind daher eine wichtige Aufgabe der zahnärztlichen Praxis. Programme sind in Entwicklung.
Bekannt ist seit längerem, dass Implantate bei Rauchern nicht anwachsen oder aber frühzeitig verloren gehen. Es ist auch bewiesen, dass die entzündlichen Erkrankungen des Zahnfleisches bei Rauchern deutlich schwerer verlaufen, und dass therapeutische Maßnahmen am Zahnhalteapparat und dem Zahnfleisch deutlich schlechtere Ergebnisse erbringen als beim Nichtraucher.
Weitere Probleme werden ebenfalls mit dem Tabakgenuss in Verbindung gebracht: Die so genannte "Halitose", der Mundgeruch, hat zum Teil auch seine Ursache im Tabak, und nicht zuletzt die Verfärbungen an den Zähnen, die dann braun und hässlich wirken.
Angesichts des erschreckend frühen Einstiegsalters von 13,5 Jahren, zum Teil noch früher, sollten in zahnärztlichen Praxen insbesondere Jugendliche regelmäßig erfasst werden; ihnen soll gezielt eine Aufklärung über die Auswirkung des Tabaks angeboten werden. Darüber hinaus soll das Konzept der Antitabak-Aktionen in der zahnärztlichen Praxis auch auf alle übrigen Patienten ausgedehnt werden. Die Zahnärzteschaft hat auf dem Gebiet der Prophylaxe, der Karies und der Erkrankungen des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates große Erfolge aufzuweisen. Es ist gut denkbar, dass die Tabakprimärprophylaxe aus der zahnärztlichen Praxis langfristig ähnliche Erfolge erzielen könnte. Erste Schritte zur Entwicklung entsprechender Programme sind schon in Entwicklung.

[Quelle: Peter A. Reichart, Tel 030450562602, Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V., Lindemannstr. 96 40237 Düsseldorf, Tel. 0211 / 61 01 98 0 Fax : 0211 / 61 01 98 11, http://www.dgzmk.de ]
 

Anfang

2.) Schmerzlos Bohren mit Ozon?

Die Redaktion, selbst tagtäglich bei der Behandlung von Karies und deren Folgen am Patienten tätig, freut sich immer wieder, wenn auf dem Markt Innovationen erscheinen, die das "klassische Bohren" überflüssig machen könnten. Leider waren in der Vergangenheit die Anpreisungen und Versprechungen - z.B. "Laserbohren" oder "chemische Kariesentfernung" - um ein Vielfaches höher als das, was sich dann im Praxisalltag auch nur im Ansatz realisieren ließ. Entsprechende Medien taten ein Übriges dazu, bei Patienten nicht zu erfüllende Hoffnungen zu wecken - der Frust war dann auf beiden Seiten groß.
Bei der Ende März in Köln stattgefundenen Internationalen Dentalschau (IDS) - das weltgrößte Meeting der Hersteller von zahnärztlichem Equipment - stellte die Deutsche Firma KaVo Dental und das amerikanische Unternehmen CurOzone ein neues Behandlungssystem vor, welches im Prinzip der Karies mit der aggressiven Sauerstoffverbindung Ozon zu Leibe rücken soll. Von Ozon ist bisher u.a. folgendes bekannt:
Die aus drei Atomen (normaler Sauerst.: 2) bestehende Verbindung zerfällt leicht in normalen Sauerstoff und ein einzelnes Sauerstoffatom, welches rasch wieder eine neue Bindung sucht. Eine dadurch verbundene keimtötende Wirkung wird in der ZHK seit Beginn des 20. Jhds. zum Desinfizieren von Wurzelkanälen, entzündeten Zahnfleischtaschen, infizierten Wunden und Aphthen eingesetzt und soll so die Gabe von Antibiotika oder anderer Medikamente überflüssig machen. 
Größere wissenschaftliche Untersuchungen zu dem "schmerzlosen Bohren mit Ozon" fehlen. Nach Herstellerangaben sollen ca. 180 Praxen in Großbritannien das Gerät erfolgreich einsetzen; Langzeitstudien wurden an den Universitäten Bern, Düsseldorf und München für den deutschsprachigen Raum begonnen.
Da mit diesem Behandlungsprinzip keine neue Zahnsubstanz produziert werden kann, dürfte das Haupteinsatzgebiet dort liegen, wo (nur) eine oberflächliche Karies vorhanden ist, der Zahn also nicht wegen eines größeren Substanzverlustes wieder durch eine Füllung aufgebaut werden muss.

 Die Behandlung läuft im Prinzip in 4 Schritten ab:

Weitere Infos unter:
http://www.kavo.de/deutsch/healozone/healozone_funktion.asp  und
http://www.kavo.de/deutsch/healozone/healozone_intro.asp

Anfang

3.) Laser könnte in Zukunft das Röntgen von Zähnen ersetzen

Die Erwartungen an zahnärztliche Laserbehandlungen sind von Seiten der Patienten hoch angesiedelt. Sie treten allerdings gerade beim "Laserbohren" auf der Stelle (siehe vorhergehenden Artikel). Anders sieht es beim Einsatz dieser speziellen Lichtwellen aber aus, wenn es um das Aufspüren von kariösen Veränderungen geht. Hier scheint sich ein Wandel weg von den bisher gebräuchlichen Röntgenuntersuchungen in den nächsten Jahren zu vollziehen. Nachdem schon vor einigen Jahren die Firma KaVo mit Ihrem Gerät "Diagnodent" ( http://www.kavo.nl/diagnodent.htm ) auf dem Markt erschienen ist, haben nun Wissenschaftler der Universität Toronto ein neues Verfahren auf Basis der sog. Profilometrie entwickelt, um eine tiefer gelegne Karies im Zahn aufzuspüren.

Wissenschafter der University of Toronto (Mandelis et al.) haben ein neues Verfahren zur Untersuchung von Zähnen entwickelt, das mit einem Halbleiterlaser anstelle von Röntgenstrahlen arbeitet. Der zu untersuchende Zahn wird mittels Infrarotlaser erhitzt und dadurch zur Emission von Infrarotlicht angeregt. Es gelang den Wissenschaftern, Zähne bis zu einer Tiefe von fünf Millimetern abzubilden und kariöse Zerstörungen in ihrer Entstehungsphase aufspüren.
Die Wissenschafter benutzten bei der Versuchsanordnung einen gewöhnlichen Halbleiterlaser, der Licht im infraroten Bereich des Spektrums mit einer Wellenlänge unterhalb eines Mikrometers aussandte. Derartiges Infrarotlicht kann die äußeren Schichten des Zahnschmelzes durchdringen und den Zahn somit "aufheizen". Das von dem erwärmten Zahn ausgestrahlte Infrarotlicht wurde dann von einer Computersoftware zu einem Bild verarbeitet.
Bei diesem als Profilometrie bezeichneten Verfahren wird die Stärke des Laserstrahls zudem mit einem Verstärker moduliert. Wie die Forscher herausfanden, eigneten sich große Modulationsfrequenzen von ungefähr 700 Hertz besonders gut zum Aufspüren von Rissen in der Oberfläche des Zahns, während kleinere Frequenzen im Bereich von wenigen Hertz Lücken im Zahninnern sichtbar machten.
Die Forscher hoffen, dass ihr Verfahren schon bald in routinemäßigen Früherkennungsuntersuchungen eingesetzt wird. Unter Umständen könnte sich eine Variante dieser Methode auch zur Untersuchung von bösartigen Hautveränderungen wie etwa Melanomen eignen.

[ Quelle: © 2003 www.medaustria.at ; Quelle: BdW(2003); Review of Scientific Instruments 003;74:380
(geo) ]

Anfang

4.) Warum haben wir Schluckauf?

Jeder kennt ihn, doch keiner weiß, wozu er gut ist: Der Schluckauf. Französische Wissenschaftler haben nun mit einer schlüssigen Erklärung überrascht. Die Frage, nach dem Sinn von Schluckauf, beschäftigt die Wissenschaftler schon sehr lange. Er scheint einfach keinen Sinn zu erfüllen. Zwei Theorien, die bislang diskutiert wurden, können einer intensiveren Prüfung aber nicht Stand halten. Eine Annahme besagt, dass das ungeborene Kind dadurch sein Zwerchfell und seine Atemhilfsmuskulatur trainiert. Eine andere besagt, dass so ein Eindringen von Fruchtwasser in die Lunge verhindert wird. Wenn dem so wäre, so die Kritiker dieser Theorie, dann wäre eine hustenartige Reaktion nahe liegender. Französische Wissenschaftler kommen nun mit einer neuen interessanten Hypothese, die sie im New Scientist Magazine publiziert haben. Sie führen das Hicksen auf eine Zeit zurück, in der sich das Leben seinen Weg aus dem Meer ans Land bahnte. Einige dieser urtümlichen Kreaturen existieren noch heute. Lungenfische, die sowohl zur Lungen- als auch zur Kiemenatmung fähig sind. In aquatischem Lebensraum wird Wasser an den Kiemen vorbeigeführt und gleichzeitig durch Schließen der Glottis die Lunge vor eindringender Flüssigkeit geschützt. Eine Forschergruppe um Christian Straus von dem Pitie-Saltpetriere Hospital in Paris ist der Ansicht, dass die Hirnareale, die bei diesem frühen Lebewesen die Kiemenatmung koordiniert haben, bei höheren Lebewesen erhalten geblieben sind. Die Parallelen sind ihrer Meinung nach frappierend. Beim Schluckauf kontrahieren sich das Zwerchfell und die Atemhilfsmuskulatur, die Glottis schließt die Luftröhre ab und erzeugt so das charakteristische Hicksen. Doch es muss einen Grund geben, warum sich diese Verhaltensweise, nachdem wir endgültig dem Wasser entstiegen sind, über 370 Millionen Jahre erhalten hat. Straus nimmt an, dass Säugetiere den Ablauf beibehalten haben und so das Saugen erlernten. Die Vorgänge während eines Schluckaufs und während des Saugens sind annähernd die gleichen. Allan Pack von der Universität in Pennsylvania ist der Ansicht, dass es sich hierbei um eine plausible Annahme handelt. Doch er gibt auch zu bedenken, dass "es sehr schwer sein wird, diese Theorie auch zu beweisen." Dazu wäre beispielsweise ein Vergleich derjenigen Hirnregionen notwendig, die den Schluckauf bzw. das Saugen kontrollieren.

[ ©:  http://www3.fvdz.de/fv/wwwfvdz.nsf/d/fsfvdz00mo  nach Quellen von newswise]

Anfang

5.) Neue Website klärt ausführlich über Ess-Störungen auf

Ess-Störungen stellen ein ernst zu nehmendes gesundheitliches Problem dar. Obwohl sich Betroffene der unterschiedlichen Krankheitsbilder u. a. in ihrem Erscheinungsbild beträchtlich unterscheiden, ist es doch allen Essgestörten gemeinsam, dass das lebensnotwendige „Essen“ ein erhebliches psychosomatisches Problem, oft mit körperlichen, psychischen und sozialen Konsequenzen geworden ist. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) klärt auf ihrer neuen Website ausführlich und laienverständlich über ein Tabu-Thema auf. Nachfolgend eine Leseprobe:

Zu dick, zu dünn oder doch gerade richtig?
Diese Frage haben Sie sich vielleicht schon oft und eindeutig beantwortet:
Sie fühlen sich zu dick, nicht wahr? Der Po, die Oberschenkel, der Bauch … überall könnte es weniger sein. Ständig mit dem Gefühl der Unzulänglichkeit herumzulaufen, ist sicherlich quälend.
Erschreckend ist, dass selbst Normalgewichtige, meist weibliche Jugendliche, sich als „fett“ bezeichnen und häufig die Konsequenzen daraus ziehen: Hungern.
Doch wer bestimmt, was dick oder dünn ist?
Diese Frage kann offensichtlich nicht allein mit dem Metermaß und der Waage beantwortet werden. Messungen geben Hinweise, wie der Durchschnitt sein sollte, nicht ob das eigene Gewicht „richtig“ ist. Für diese Messungen legt man den Body Maß Index zugrunde (BMI). Er errechnet sich aus Körpergewicht geteilt durch Körpergröße zum Quadrat (kg:m²). Die Zahl, die man bei dieser Rechnung erhält, zeigt an, ob das individuelle Körpergewicht im grünen Bereich liegt. Bei Frauen ab 19 Jahren ist ein BMI von 20 - 24 und bei Männern ab 19 Jahren von 20 - 25 normal. Bei geringen Abweichungen bestehen keine Bedenken. Übergewicht besteht bei einem BMI von 25 - 30 (bei Frauen) und 26 - 30 (bei Männern). Ein BMI von mehr als 30 gilt als therapiebedürftige Fettleibigkeit (Adipositas).

Übrigens:
Gewichtsschwankungen von monatlich 2-3 kg sind bei Frauen normal, sie entstehen im Zusammenhang mit der Menstruation durch Wassereinlagerungen und regulieren sich von selbst.
Deswegen:
wenn überhaupt auf die Waage, dann einmal pro Woche und nicht öfter! Sonst entwickelt sie sich zum Terrorinstrument. Oder kommt dieser Hinweis bei Ihnen zu spät?

[ Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ]

Anfang

6.)   Stiftung Warentest: Medizinische Beratung im Internet - Glückssache

In den USA ist sie bereits üblich: Die digitale Sprechstunde beim Arzt. Patient und Mediziner treffen sich im Internet. In Deutschland sind Ferndiagnosen nicht erlaubt. Trotzdem bieten Gesundheitsportale ihre Dienste an: als unverbindliche Stellungnahme. Sie sollen den Besuch beim Arzt oder Apotheker nicht ersetzen. Gut so, denn der Rat der Cyber-Docs ist oft falsch. Das ist das Ergebnis einer Stichprobe der STIFTUNG WARENTEST. Nur 4 von 24 Anfragen wurden richtig und vollständig beantwortet. Vorteil der virtuellen Gesundheitsberatung: Sie ist einfach, schnell und bequem.

Den Cyber-Docs wurden mehrere konkrete Fragen gestellt, welche nur mit JA oder NEIN beantwortet werden konnten. So wurde z.B. gefragt, ob die Umgebung von Jena zeckengefährdet sei. Dieses Gebiet ist seit einem halben Jahr als Hochrisikogebiet für Zecken eingestuft worden. Nur eine Antwort war richtig.

Fazit der Tester und für einen Fachmann nichts Neues: Das Internet kann bei der Vorbereitung auf einen Arztbesuch zwar helfen, es kann aber den Arztbesuch nicht ersetzen.

[Quelle + weitere (kostenpflichtige) Infos: Stiftung Warentest ]

Anfang

7.)  Stottern: Welche Therapie ist die richtige?

Frechen (ots) - 800.000 Menschen in Deutschland stottern. Sie wiederholen und dehnen Laute und Silben; es kommt zu Wortblockaden. Dies führt zu massivem Stress, Anspannung und Angst, wodurch die Symptome verstärkt werden. Auch die oft wenig verständnisvolle Reaktion der Umwelt und Vorurteile über stotternde Menschen können diesen das Leben schwer machen. Im schlimmsten Fall wird ihr ganzes Leben vom Sprechhandicap Stottern bestimmt.
Betroffen sind sowohl Kinder als auch Erwachsene. Die meisten suchen verzweifelt nach einer erfolgreichen Therapie, mit der sie ihre Redeflussstörung überwinden können. Bei Kindern gelingt dies häufig. Ob erwachsene Stotterer vollständig geheilt werden können, ist wissenschaftlich umstritten. Zumindest aber kann eine geeignete Therapie die Symptome erheblich verringern.
Die Frage, welche Therapie für welchen Patienten geeignet ist, ist nicht leicht zu beantworten. Je nach Zielstellung unterscheidet man zwischen Nicht-Vermeidungstherapien, bei denen gestotterte Blockierungen durch Modifikationstechniken gelöst oder verhindert werden und Therapien, deren Ziel es ist, flüssiges Sprechen durch kontrollierte Sprechtechniken zu erreichen. Trotz anders lautender Behauptungen mancher Therapieanbieter steht fest: die eine Therapie, die bei allen Stotterern Erfolg hat, gibt es nicht. Hierauf weisen der Deutsche Bundesverband für Logopädie (dbl) und der Deutsche Bundesverband der Sprachheilpädagogen (dbs) gemeinsam hin.
Also:
Vorsicht bei unrealistischen Heilungsversprechen! Betroffene sollten sich im Vorfeld einer Behandlung möglichst viele Informationen über die jeweilige Therapieform besorgen. Besonders wertvoll sind Erfahrungsberichte anderer Stotterer, die man über Selbsthilfegruppen kennen lernen kann.
Zur Beurteilung der Therapiequalität können folgende Kriterien herangezogen werden:

- Die Therapiedauer darf nicht zu knapp bemessen sein, damit sprechmotorische Prozesse automatisiert werden können. (Richtwert: ca. 100 Stunden)
- Die eingeübten Techniken sollten in Situationen außerhalb der Therapie in Anwesenheit des Trainers angewandt (In-vivo-Training) und ihr Transfer in den Alltag des Patienten aktiv therapeutisch begleitet werden.
- Für einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren sollte eine therapeutische Betreuung in Form von Stabilisierungs- und Nachsorgeterminen bestehen.
- Rückfälle kommen in allen Therapien vor. Der positive Umgang damit durch entsprechende Rückfallprogramme kann langfristige Therapieerfolge ermöglichen. Dabei muss die Therapie auf individuelle Probleme und die Rückfallursache eingehen. Nur eine Wiederholung des Sprechtrainings ist nicht ausreichend.
Weitere Informationen:
Internet: www.dbl-ev.de , www.dbs-ev.de , www.bvss.de

[Quelle + ©: Gemeinsame Pressemitteilung des dbl und des dbs. V.i:.S.d.P.: Lucas Rosenthal, Deutscher Bundesverband für Logopädie (dbl), Augustinusstr: 11a , 50226 Frechen , Tel.: 02234/691685 ,Fax: 02234/965110 , eMail: feit@dbl-ev.de ]

Anfang

8.) Fasten ist "mittelalterlicher Hokuspokus"

Nach Fastnacht (korrekt Fasnacht) folgt die Fastenzeit und die geht erst Ostern zu Ende. Doch bei manchen Mitbürgern ist häufiger die Zeit nach Karneval (lateinisch: carne vale = "Fleisch lebe wohl") angesagt, indem sie via "Heilfasten" auch sonst für einige Tage gänzlich auf feste Nahrung verzichten und dabei u.U. auch noch viel Geld für eine Begleittherapie ausgeben.
Ein Professor aus Mainz, Dr. Joachim Mössner, Magen-Darm-Experte, ist da ganz anderer Ansicht und meint sogar, dass das ganze nicht ungefährlich sei. In einem Interview mit Marlis Heinz legt er seine Thesen dar:

"Wer das ganze Jahr fett, süß, alkoholisch und maßlos lebt, oder es von sich glaubt, der genießt vermutlich das Gefühl für all seine Sünden zu büßen. Und auch eintretendes körperliches Wohlbefinden halte ich für real. Viele Menschen leiden beispielsweise unter einem Reizdarmsyndrom. Wahrscheinlich wird bei diesem Syndrom der normale Gehalt an Gasen, die unsere Dickdarmbakterien produzieren als bereits schmerzhaft empfunden. Wenn der Darm mal einige Tage weniger zu tun hat, bessern sich vielleicht bei einigen ihre Beschwerden. Aber auch diese These ist wissenschaftlich wenig fundiert. Die "Reizbarkeit" des Darmes
ändert sich aber durch diese vorübergehende gewollte "Leere" nicht, die Probleme kehren zurück, sobald die normale Verdauung wieder beginnt.

Als ein Argument für das Heilfasten wird die Notwendigkeit genannt, den Körper regelmäßig zu entschlacken, Schadstoffe auszuleiten und richtiggehend zu entgiften. Das mache widerstandsfähiger gehen Allergien und Infekte, die Haut werde schöner, das Bindegewebe straffer ...

Alles Quatsch. Natürlich kommt der Mensch durch Essen und Trinken kontinuierlich auch mit Schadstoffen in Berührung. Aber die sind nicht durch eine einmalige Aktion wieder auszusondern. Das Herangehen muss
ganz anders sein: Wenn ich mich sehr ballaststoffreich ernähre, das heißt mit viel Obst und Gemüse, weniger Süßigkeiten und tierische Produkte, wird die Passage der unverdauten Nahrung durch den Dickdarm deutlich erleichtert. Dies verzögert natürlich die Kontaktzeit potentieller Schadstoffe mit der Dickdarmschleimhaut. Schadstoffe werden schneller wieder ausgeschieden. Aber dies ist eine Maßnahme die an im Idealfall an allen 365 Tagen im Jahr durchzuhalten wäre.
So werden einige Krankheiten übrigens durch eine ballaststoffarme Erkrankung begünstigt. Die Divertikel-Krankheit zum Beispiel, also Ausbuchtungen der Dickdarmschleimhaut, kannte man im 19. Jahrhundert noch nicht, als die meisten Menschen sich noch hauptsächlich von Schwarzbrot, Getreidebrei, Gemüse und Kartoffeln ernährten. Heutzutage arbeitet die Dickdarmwand zu oft gegen ein Nichts - und das macht sie krank.

Sie sprachen eingangs von Gefahren, die vom Heilfasten ausgehen können. Welche sehen Sie da besonders?

Ich denke vor allem an die Entstehung von Gallenblasensteinen. In der Gallenblase wird der Gallensaft auf Vorrat gespeichert, um ihn immer dann, wenn Nahrung aus dem Magen in den Dünndarm gelangt, auszuschütten. Dies begünstigt insbesondere die rasche Verdauung des Nahrungsfetts. Wenn der Darm aber lange ruht, beginnt die nicht zum Einsatz kommende hochkonzentrierte Galle zu kristallisieren. Dazu genügen wenige Tage. Manch einer wird die kleinen Kristalle später wieder los, bei anderen sind sie der Ansatzpunkt für weiterwachsende Gallensteine.

Ihre strikte Ablehnung lässt vermuten, Sie persönlich haben noch nie gefastet.

Zugegeben, zu Studienzeiten, als ich mit den Kommilitonen oft mehr als nur ein einziges Glas Bier am Abend getrunken habe, da hatte ich das Gefühl, mich maßregeln zu müssen. In einigen Jahren gab es zwischen Aschermittwoch und Karfreitag dann keinen Tropfen Alkohol. Aber jetzt, wo ich nur ab und an mal ein Glas oder einen Schoppen genieße, halte ich dies "Kasteiung" für nicht mehr nötig.

Was also empfehlen Sie jenen, die nach Karneval oder andermal, per Ernährungsumstellung etwas für ihr Wohlbefinden tun wollen?

Durchaus mal über "carne vale" nachzudenken. In Maßen allerdings, gelegentlich ein mageres Stück Fleisch sollte auf dem Speiseplan bleiben. Dazu viel Obst und Gemüse. Und wer dann noch Zucker und Alkohol reduziert und sich viel bewegt, der braucht seiner Gesundheit keine Fasten-Experimente zuzumuten.

[Quelle + ©: Marlis Heinz; Prof. Dr. Joachim Mössner ; Tel.: 0341/ 97-12200 ; E-Mail: moej@medizin.uni-leipzig.de   ]

Anfang

9.) Homöopathisches Mittel kann Kindern beim Abnehmen helfen

NEU-ISENBURG (slp). Zu dicken Kindern kann ein harmloses homöopathisches Mittel aus getrockneter Wurzelrinde von Calotropis gigantea beim Abnehmen helfen. In einer offenen Anwendungsbeobachtung reduzierte sich das Körpergewicht der 274 Probanden im Schnitt um 3,8 Kilogramm.
Von den 165 Mädchen und 109 Jungen im Alter zwischen vier und 18 Jahren wurden zu Beginn der Untersuchung mehr als 73 Prozent als übergewichtig eingestuft, wie das Unternehmen Cefak aus Kempten mitgeteilt hat. Im Beobachtungszeitraum von im Mittel neun Wochen nahmen die Probanden täglich zwischen einer und sechs Tabletten des Präparates (Cefamadar®) ein, wobei die Dosis bei den meisten bei zwei oder drei Tabletten lag. Eine Tablette enthält 250 Milligramm Madar (HAB 34) trit. D4. Bei fast allen Teilnehmern waren eine bis fünf Begleitbehandlungen dokumentiert, etwa Ernährungsumstellung oder vermehrte körperliche Aktivität.
Im Verlauf der Untersuchung habe das Gewicht bei mehr als 93 Prozent der Probanden abgenommen, so das Unternehmen, im Mittel 3,8 kg. Das entspricht einer Reduktion von 5,8 Prozent des durchschnittlichen Anfangsgewichts von 71,3 kg. Der Anteil der adipösen Teilnehmer ging von etwa 73 auf etwa 62 Prozent zurück. Dabei beurteilten jeweils mehr als 70 Prozent der 123 betreuenden Ärzte und auch der Probanden das Präparat als gut oder sehr gut wirksam, die Verträglichkeit wurde von 96 Prozent aller Ärzte und Teilnehmer als gut oder sehr gut eingestuft.

[ Quelle + ©: http://www.aerztezeitung.de ]

Anfang

10.) Zum Schluss: Die neuen Schnullermodelle sind da

[ Quelle + © der Grafik:  spass24.com/  ]

Anfang

NewsLetter ausdrucken

Direkter WEB-Zugriff auf diese Letter

disclaimer/rechtliches

Zum Archiv 2001 - 2003
NewsLetter abonnieren

Impressum

Herausgeber:    Dr. Klaus de Cassan, GF der ZiiS-GmbH
Verantwortlich: Dr. Klaus de Cassan

Alle Rechte vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung der ZiiS-GmbH.
Copyright (c) 2001-2003: http://www.ziis.de

Abmelden
----------
Der Bezug der ZahnNewsLetter ist kostenlos. Er wird ausschließlich an User versandt, die sich zuvor persönlich angemeldet und ein Kennwort erhalten haben.
Wenn Sie den ZahnNewsLetter abbestellen wollen, so senden Sie bitte eine E-Mail mit Angabe Ihres Kennwortes und dem Vermerk  UNSUBSCRIBE  in der Betreff-Zeile an die Adresse news@ziis.de