Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 04/2004/ 1. April 2004

Herzlich willkommen bei einer weiteren Ausgabe der ZahnNewsLetter. Bisher noch wenig beachtet, ist es ab dem 01.04.2004 als Folge der neuen Gesundheitsreform möglich, OP-Miles zu sammeln. Diese Miles können dann für spätere OP's verwendet werden. So bringt z.B. eine Weisheitszahn-OP ohne Komplikationen 250 Miles. Wenn Sie mit Schwierigkeiten verläuft, dann werden für je 30 Minuten OP-Zeit 50 Miles dazu addiert. Für nur 2.000 gesammelte OP-Miles bekommen Sie z.B. ein Implantat umsonst eingepflanzt. Infos unter http://www.maydayzin.de/

Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion

Inhalt

 1.) Entzündliche Zahnbetterkrankungen - ein Risiko für Herz u. Kreislauf?
 2.) Neue Keramikmischung erhöht die Bissfestigkeit beträchtlich
 3.) Zahnaufhellungen / Bleaching:
       a) beim Zahnarzt oder "do it Yourself?
       b) "Opalescence NOW" - preiswert aber trotzdem professionell
       c) Produkte zum Hausgebrauch (OTC)
 4.) Schäden durch zu häufiges Röntgen in Deutschland?
 5.)
Ein Pflegekonzept für empfindliche Zähne
 6.) Fluoridiertes Speisesalz - Kariesvorbeugung beim Essen
 7.) Babys ohne Muttermilch - Jede zweite Mutter stillt nur zwei Wochen lang

 8.) Bakterien und Viren finden Tumore und bringen sie zum Leuchten

 9.) "5 am Tag" - Krebsvorbeugung beginnt schon im Kindesalter
10.) Vernachlässigte Kinder haben die meiste Karies
11.) Zahntourismus mit Problemen und Risiken
12.) Herzinfarkt durch Süßigkeiten
13.) Neu: Das GRÜNE Rezept = von Ärzten verordnet, von Patienten bezahlt
14.) Zuzahlungen: Weniger Belastung für Familien mit Kindern wg. Gesetzeslücke
15.) Erwachsene haben weniger zum Lachen
16.)
Zum Schluss: Arzneien im WC gemischt


1.) Entzündliche Zahnbetterkrankungen - ein Risiko für Herz u. Kreislauf?

Leichte Formen der Entzündungen des Zahnbettes sind heute bei der Mehrzahl der Erwachsenen festzustellen; man schätzt, dass in Europa etwa 45 % der Bevölkerung an Parodontalerkrankungen leiden. Etwa 5 bis 20 Prozent der Bevölkerung sind von schwereren Formen betroffen. Mit einem frühzeitigeren Eingreifen durch den Zahnarzt, der Motivation und Anleitung des Patienten zu gründlicherer Mundhygiene und einer langfristigen Betreuung durch das zahnärztliche Team könnten Folgeerscheinungen der Parodontitis wie Gewebeschäden, Knochenabbau und Zahnverlust in den meisten Fällen verhindert werden. Ein Zusammenhang zwischen dieser lokalen Infektion und Körperfolgen wird schon lange vermutet, aber eine wissenschaftliche Untermauerung, geschweige denn ein Verständnis für die Zusammenhänge, gibt es bisher nicht. So ergeben zahlreiche Studien bei unbehandelter Parodontitis ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Kreislauferkrankungen, ein erhöhtes Vorkommen für Frühgeburten, niedrigeres Geburtsgewicht bei Babys und Auswirkungen auf Diabetes, Atemwegserkrankungen und cerebrale Infektionen, aber die Zusammenhänge im Einzelnen konnten dadurch nicht erklärt werden. Neue Erkenntnisse kommen nun von Prof. Dr. Wolf-Dieter Grimm, Leiter des Lehrstuhles und der Abteilung für Parodontologie der Fakultät für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Universität Witten/Herdecke:

Menschen mit einer schweren Erkrankung des Zahnhalteapparates (chronische und aggressive marginale Parodontitis) haben gegenüber Menschen mit gesundem Zahnfleisch ein etwa 1,5 mal höheres Risiko für Herzkrankheiten, so Erkenntnisse von Prof. Dr. Wolf-Dieter Grimm, Leiter der Abteilung für Parodontologie der Universität Witten/Herdecke. Den Ergebnissen liegen internationale klinisch-kontrollierten Studien und eigene experimentelle Untersuchungen Grimms zugrunde. Bei einer bestehenden schweren Entzündung des Zahnhalteapparates ist das Risiko, an einem Herzinfarkt zu erkranken 1,8 mal höher und 2,8 mal höher einen Schlaganfall zu erleiden. Als Erklärung für diese Risikoerhöhung, Erkrankungen des Gefäßsystems zu erleiden, sind anaerobe (unter Sauerstoffausschluss sich vermehrende) Bakterien anzusehen, die im schwer entzündeten Zahnhalteapparat gehäuft vorkommen, erklärte Grimm. Diese anaeroben Bakterien unterstützen wahrscheinlich die Entwicklung gefährlicher Gefäß-Innenwandveränderungen, die die Bildung von Blutklümpchen verstärken können, wie Grimm in tierexperimentellen Untersuchungen und klinisch-kontrollierten Studien in Übereinstimmung mit anderen internationalen Forschungsgruppen belegen konnte.
Ein erhöhtes Risiko bedeute jedoch nicht, dass jeder Mensch mit Zahnfleischentzündungen auch Herz-/Kreislaufkrankheiten bekommen müsse, betonte Grimm. Nach seinen Erkenntnissen steige jedoch in den entwickelten Industrieländern die Wahrscheinlichkeit, dass schwere Entzündungen des Zahnfleisches die Erkrankungsrate für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen können. In Übereinstimmung mit internationalen epidemiologischen Untersuchungen leiden zehn bis 14 Prozent der über 35jährigen Deutschen an einer schweren Erkrankung des Zahnhalteapparates.
Wirksame Vorbeugung sei möglich, so Grimm: Die Parodontologie, das Fachgebiet der Zahnmedizin, das die spezialisierte Behandlung der Zahnbetterkrankungen durchführt, verfüge heute über differenzierte Methoden, um das Fortschreiten von Zahnfleischerkrankungen erfolgreich zu stoppen. In enger Zusammenarbeit mit dem Hauszahnarzt sind die spezialisierten Behandlungszentren für Parodontologie in der Lage, die Weichgewebeentzündung zu behandeln und verloren gegangenen Zahnhalteapparat zu regenerieren.

[ Quelle: Prof. Dr. Wolf-Dieter Grimm, Tel.: +49 2302/926-626 ]
 Basics: Parodontitis  im Lexikonteil

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2.) Neue Keramikmischung erhöht die Bissfestigkeit beträchtlich

Über die vielen Vorteile dental-keramischer Massen und neuen Technologien auf diesem Gebiet unterrichten wir Sie laufend im Rahmen dieses Letters. Aber es gibt, wie bei jedem Material, auch Unvollkommenheiten, die verbessert werden müssen. Neben den relativ hohen Kosten für derartige Restaurationen ist es bei der Keramik vor allem die (noch) ungenügende Elastizität, welche noch besser auf die Eigenschaften des natürlichen Zahnes abgestimmt werden muss. Ein Lösungsweg könnte der Zusatz von feinen "Nanopartikeln" sein, welche zumindest im Labor die Biegebruchfestigkeit beträchtlich erhöht. Die ZahnarztWoche schreibt über eine interessante Neuentwicklung auf diesem Gebiet:

Neue Zahnersatzkeramiken wurden an der Fachhochschule Gelsenkirchen unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Meyer und seinem Team vom Recklinghäuser Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften entwickelt. Kleinste Partikel in Zahnersatzkeramiken sorgen für eine verbesserte Biegebruchfestigkeit und für eine schönere Optik beim Zahnersatz.
"Die Keramik ist eine wesentliche Verbesserung gegenüber den bisher eingesetzten dental-keramischen Werkstoffen. Wir haben dem keramischen Pulver spezifisch modifizierte Nanopartikel zugesetzt und damit die Biegebruchfestigkeit des Materials entscheidend erhöht," so Meyer. Die so genannte Presskeramik, die später zur passenden Zahnfüllung verarbeitet wird, ist im Keramiklabor der Hochschule entstanden. Durch die Anreicherung mit den Nanopartikeln erreichten die Recklinghäuser Forscher eine Erhöhung der Biegebruchfestigkeit um das Vierfache. Und das wirkt sich entscheidend auf die Haltbarkeit und Bissfestigkeit der damit restaurierten Zähne aus.

Bei einem anderen Material, der so genannten Fräskeramik, ist Meyer eine Festigkeitssteigerung um mehr als 30 Prozent gelungen. Meyer: "Für unsere Fräskeramiken verwenden wir entweder Aluminium- oder Zirkonoxid. Auch hier haben wir Nanopartikel zugesetzt und damit die Festigkeit erhöht. Das Material ist gleichmäßig strukturiert, weist neben der Festigkeit eine deutlich verbesserte Transparenz auf und lässt sich sehr gut bearbeiten." Doch die Recklinghäuser Keramiken haben noch weitere Vorteile, so der Professor: "Wir haben die Schrumpfung der Keramik nach der Bearbeitung von etwa 25 auf unter 15 Prozent verringert. Das garantiert eine bessere Passgenauigkeit des Zahnersatzes. Die geringe Schrumpfung erfolgt ganz gleichmäßig in alle Ausdehnungsrichtungen." Außerdem sei die Keramik auch äußerlich echten Zähnen noch ähnlicher geworden, so Meyer: "Bei unserem Material ist das Durchscheinen des Lichts und die Lichtbrechung auf dem Material so verbessert, dass es aussieht wie beim natürlichen Zahn."
Die Materialentwicklung verschiedener Press- und Fräskeramiken im Hochschullabor ist abgeschlossen. Nun sucht Prof. Meyer nach Dentalfirmen, die Interesse am bissfesten Zahnersatz aus Recklinghausen haben.

[ Quelle: DieZahnarztWoche ]

 Basics: Keramik im Lexikonteil

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3.) Zahnaufhellungen / Bleaching:

Die natürliche Zahnfarbe erfährt im Laufe des Lebens durch innere und besonders äußere Einflüsse z.T. erhebliche Veränderungen, welche durch bestimmte chemische Reaktionen wieder rückgängig gemacht werden können, wobei der eigentliche Wirkungsmechanismus bis heute noch nicht in allen Einzelheiten geklärt ist. Man nimmt an, dass Wasserstoffperoxid aufgrund seines niedrigen Molekulargewichts in der Lage ist, durch Schmelz und Dentin zu penetrieren und freie Radikale zu produzieren, welche wiederum Chromophore (Verfärbungen) durch Oxidation in farblose Moleküle umwandeln.
Gelblich-bräunliche Altersverfärbungen reagieren gut auf eine Bleichanwendung; bläulichlich-schwärzliche Verfärbungen sind oft sehr hartnäckig; Zähne älterer Patienten und Zähne mit einem geringeren Gelbanteil sprechen generell schlechter auf Aufhellungstherapien an, als Zähne jüngerer Patienten mit einem hohen Gelbanteil.

a) beim Zahnarzt oder "do it Yourself?

Heute stehen wirksame Methoden zur Verfügung – und mancher Patient versucht sich angesichts vieler „Informationen“ darüber selbst kundig zu machen. Verlockend sind preisgünstige „Over the Counter“-Produkte (OTC), die jeder selbst kaufen und allein anwenden kann. Aber hier beginnt das Problem: Zahnverfärbungen sind ein komplexes Thema, und Zahnaufhellung erfordert den Fachmann. Und auch moderne Materialien müssen sachgerecht angewendet werden, um erfolgreich und gefahrlos zu sein. Darum kann die richtige Folgerung nur lauten: Zahnaufhellung gehört konsequent in zahnärztliche Hand. Nur der Zahnarzt kann eine eingehende Diagnose durchführen, die Entstehung der Verfärbungen ergründen und die zunächst erforderlichen Maßnahmen (Kariesentfernung, Wurzelkanalbehandlung) ergreifen. Nur er kann eine professionelle Zahnreinigung (PZR) veranlassen, um die „echte“ Zahnfarbe zum Vorschein zu bringen. Nur er kann den Patienten über Füllungen und Verblendungen informieren, die bei der Aufhellung nicht verändert werden und daher anschließend ggf. erneuert werden müssen. Und schließlich kann nur der Zahnarzt für die Anfertigung einer individuellen Schiene sorgen, die ein Aufhellungsgel umfassend auf die Zähne, aber eben nicht auf das Zahnfleisch einwirken lässt. Zahnaufhellung in der Praxis ist nicht einfach „teurer“, sondern sie ist besser: Individuell und professionell. Als „Home-Bleaching“ mit laborgefertigten Tiefziehschienen oder „Chairside“ (in der Praxis) zur Direktapplikation. So ist Zahnaufhellung wirksam, ästhetisch, substanzschonend und auf Dauer wirtschaftlich.

[ Quelle: gekürzt nach einem Beitrag aus ZWPspezial ]
 
Basics:  Bleichen, Professionelle Zahnreinigung (PZR) im Lexikonteil

b) "Opalescence NOW" - preiswert aber trotzdem professionell

Konventionelle Methoden in der Zahnarztpraxis mit einer individuell angepassten Schiene haben den entscheidenden Nachteil, dass sie wegen der hohen Herstellungs- und Materialkosten für viele Patienten uninteressant sind. In diese Lücke passt nun ein Produkt der Fa. Ultradent: Vorgeformte Konfektionsschienen ("EZNow-Trays") werden in der Praxis im Wasserbad erwärmt und direkt im Mund den Zähnen angepasst. Anschließend wird die so entstandene individuelle Schiene direkt im Mund entlang des Zahnfleischsaums fachmännisch beschnitten. Das weitere Bleichverfahren entspricht dem konventionellen Vorgehen.
Weitere Infos (engl.) unter http://www.ultradent.com/toothwhitening/OpalNow/opalnow.htm oder Direktkontakt (deu) unter info@updental.de

c) Produkte zum Hausgebrauch (OTC)

OTC Produkte (OTC = Over The Counter, "über den Ladentisch") werden meist durch das Internet oder in Apotheken angeboten und gewinnen zunehmend an Bedeutung - dies nicht zuletzt wegen eines geringen Preises. An dieser Stelle sei nochmals auf die Gefahren hingewiesen, die - wie unter a) beschrieben - davon ausgehen und auf die Möglichkeit, dass diese Produkte u.U. überhaupt nicht wirken können. So sind alle Bleichverfahren - egal ob unter zahnärztlicher Begleitung oder "auf eigene Faust" nicht wirksam bzw. nicht anzuraten bei:

bullet Schlechter Mundhygiene
bullet Starkem Gebrauch von Genussmitteln
bullet In der Schwangerschaft (sog. "Gesundheitsvorbeugende Kontraindikation")
bullet Bei Jugendlichen
bullet Überempfindlichen Zähnen, Freiliegenden Zahnhälsen

Nachfolgend eine Auswahl der bekanntesten Mittel:
  blend-a-med Bleichstreifen (Whitestrips™), sog. "Polyethylen-Aufhellungsstreifen", wirken mit in 5,3%igem Peroxid-Gel getränkten Kunststoff-Folien. Die Folie wird von dem Patienten zweimal täglich für 30 Minuten auf seinen Zähnen befestigt. Preislich interessant, da die Anfertigung einer Trägerschiene entfällt. Eine zahnärztlicher Unterweisung sollte zumindest am Anfang erfolgen.

  Mit der kostengünstigen SimplyWhite™-Methode ("Tipp-Ex für die Zähne") von Colgate wird nach Herstellerangaben innerhalb von zwei Wochen die Zahnfarbe um drei bis vier Nuancen aufgehellt. Das Verfahren wirkt so: Zweimal täglich wird das SimplyWhite-Gel mit dem beigefügten, dünnen Pinsel auf diejenigen Zähne aufgetragen, die aufgehellt werden sollen. Nach einer Viertelstunde kann man bereits wieder essen und trinken. Dass der Pinsel und damit das Aufhellungsgel durch den Kontakt mit den Zähnen durch Keime verunreinigt werden, ist ausgeschlossen: Mit jedem Eintauchen in das für die reguläre Simply-White-Dauer von zwei Wochen ausreichende Zehn-Milliliter-Fläschchen wird der Pinsel desinfiziert. Eine zahnärztlicher Unterweisung sollte zumindest am Anfang erfolgen.

  VivaStyle™ Paint On von Ivoclar ist nach Herstellerangaben ein reines "Hausprodukt" und besteht aus einem Lack mit aktiven Carbamidperoxid und dem Provitamin D-Panthenol, welches ein "Balsam für das Zahnfleisch" sei.

 Basics:  Bleichen, Professionelle Zahnreinigung (PZR) im Lexikonteil

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4.) Schäden durch zu häufiges Röntgen in Deutschland?

Kürzlich kam eine sorgfältige wissenschaftliche Studie aus Oxford zu dem Ergebnis, dass in Großbritannien etwa 0.5% der Krebsmortalität durch Röntgendiagnostik hervorgerufen werde, in Deutschland dagegen 1.5%, wegen der häufigeren Röntgendiagnostik.
DER SPIEGEL ONLINE vom 2.2.2004 titelte seinen Bericht "Tausende verstrahlt - weil Arztpraxen ums Überleben kämpfen". Das Problem ist zwar vielschichtiger, aber die medizinische Strahlenexposition zu reduzieren, ohne dabei die nötige diagnostische Information aufzugeben, ist ein wichtiges Anliegen. Dosisreduktion in der Medizin, verbesserte Dosimetrie und Risikobestimmung sind seit langem auch Forschungsthemen des GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg.
Viele Röntgenuntersuchungen verlangen heute weit geringere Strahlendosen als früher. Andererseits haben sich ganz neue Anwendungsmöglichkeiten, z.B. durch Computertomographie, durchgesetzt. Insgesamt hat sich deshalb die mittlere Exposition der Bevölkerung durch Röntgendiagnostik nicht verringert. Dosisreduktion in der radiologischen Diagnostik bleibt somit eine bedeutsame Aufgabe; jedoch sind angesichts der durch die jüngste Studie ausgelösten Besorgnisse einige Erläuterungen angebracht:
* Die Studie aus Oxford besagt, dass in Deutschland jährlich etwa 2 000 Krebserkrankungen bei Menschen im Alter bis zu 75 Jahren durch die medizinische Strahlenexposition verursacht sein können. Die entsprechende Zahl der Krebstodesfälle könnte etwa 1000 sein. Dazu müsste allerdings auch die Gegenrechnung aufgemacht werden. Wie viel der etwa 320.000 jährlichen Neuerkrankungen an Krebs in Deutschland werden geheilt, weil Röntgendiagnostik frühere Erkennung und bessere Behandlung ermöglicht? Dabei dient nur ein geringer Teil der Röntgenuntersuchungen der Krebsdiagnostik. Der Gesamtnutzen ist schwer zu beziffern, überwiegt aber bei weitem das Risiko.
* Die neue Studie ist keine neue erschreckende Nachricht. Seit Jahren werden weit höhere Zahlen propagiert, denen zwar die wissenschaftliche Basis fehlte, aber keineswegs die öffentliche Resonanz, z.B.: "Deutschlands Ärzte sind Weltmeister im Röntgen. Sie belasten ihre Patienten mehr als doppelt so hoch und so häufig mit Röntgenstrahlen wie ihre Kollegen in England, Belgien oder den USA. Mehr als 20.000 Menschen sterben deshalb jedes Jahr in Deutschland zusätzlich an Krebs." (Schmitz-Feuerhake, Lengfelder: 100 Jahre Röntgen: Medizinische Strahlenbelastung - Bewertung des Risikos, 1997). Diese Zahl ließe sich auf ein Zehntel reduzieren, wenn die Ärzte wirklich nur dann röntgen würden, wenn es notwendig ist." (Ärztliche Praxis Nr.14, S.4, 18.2.97). So gesehen, wäre nach der Oxford-Studie das oben als Idealziel genannten Zehntel bereits erreicht. Tatsächlich zeigt das Beispiel der mehr als 20.000 Röntgentoten allerdings nur, wie leichtfertig Risikoschätzungen mit Phantasiezahlen übertrieben und instrumentalisiert werden.
* Die Tatsache, dass in Deutschland deutlich mehr Röntgenaufnahmen gemacht werden als in England, ist sicherlich kritisch zu sehen, ist aber zum Teil systembedingt. Im staatlich zentralisierten, weit weniger aufwendigen Gesundheitssystem Englands gibt es wenig teure Geräte, beispielsweise für Computer-Tomographie, die Patienten akzeptieren dort beträchtlich längere Wartezeiten und geben sich häufiger mit Diagnosen ohne moderne Verfahren zufrieden. Wegen des Mangels an CT-Geräten bezahlen die englischen Kassen neuerdings auch Untersuchungen im Ausland.
* Noch problematischer ist der Vergleich der deutschen und europäischen Praxis der Röntgendiagnostik mit den Verhältnissen in den USA. Die über die Bevölkerung gemittelte Dosis durch Röntgendiagnostik liegt dort unter dem deutschen Wert. Der Grund allerdings ist, dass ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung keine Krankenversicherung hat und deshalb wenig oder gar keine Röntgendiagnostik erhält. Andererseits werden für diejenigen, die es sich leisten können, kommerziell CT-Ganzkörperuntersuchungen ohne Indikation, d.h. als reine Screening-Maßnahme, angeboten. In Deutschland und anderen europäischen Ländern wäre eine solche Praxis völlig illegal.
* Die Zahlen zur Häufigkeit der Röntgenuntersuchungen und zur durchschnittlichen Dosis in den verschiedenen Ländern sind schwer zu vergleichen, da es kein einheitliches System zur statistischen Erfassung und zur dosimetrischen Abschätzung der medizinischen Strahlenexposition gibt. Beispielsweise sind in der Schweiz und in Deutschland Praxis und Technik der Röntgendiagnostik weitgehend gleich, dennoch werden für die Schweiz deutlich geringere Dosiswerte angegeben. Ein einheitliches internationales Erfassungssystem wird gegenwärtig vorbereitet.
* Die Studie aus Oxford verwendet anerkannte Methoden zur Risikobestimmung, die allerdings sehr indirekter Natur sind. Da die Risiken der geringen Strahlendosen durch Röntgendiagnostik im statistischen Rauschen untergehen, d.h. viel zu gering sind, um unmittelbar beobachtet zu werden, müssen sie aus ganz anderen Beobachtungen erschlossen werden, nämlich aus den Erhöhungen der Krebsraten bei den hoch bestrahlten Atombombenüberlebenden. Trotz ihrer indirekten Natur sind die Schätzungen jedoch realistisch. Sie tragen auch der Tatsache Rechnung, dass ein großer Teil der Röntgenuntersuchungen an älteren Patienten durchgeführt wird, für die das Strahlenrisiko wegen der langen Latenzzeiten bis zum möglichen Auftreten strahlenbedingter Krebserkrankungen deutlich reduziert ist. Nicht berücksichtigt wurde allerdings der zusätzliche Faktor, dass die Lebenserwartung und somit auch das Strahlenrisiko bei ernsthaft erkrankten Patienten geringer ist als bei gesunden Personen gleichen Alters. Insofern sind die angegebenen 2000 Krebsfälle eine gewisse Überschätzung.
* Bei kleinen Dosen könnte Röntgenstrahlung etwas wirksamer sein, als es die zum Vergleich herangezogene energiereiche Gamma-Strahlung der Bomben war. Andererseits enthielt die Strahlung der Atombomben einen Anteil der biologisch besonders wirksamen schnellen Neutronen. Forscher der beiden Universitäten Münchens und der GSF haben wesentlich dazu beigetragen, dass im vergangenen Jahr in höchst komplizierten Messungen an Kupferproben aus Hiroshima die bisher unbekannte Neutronendosis retrospektiv bestimmt werden konnte. Demnach dürfte die Erhöhung der Krebsraten der Atombombenüberlebenden aus Hiroshima zu etwa einem Drittel durch die Neutronen bedingt sein. Für oberflächennahe Organe wie die Brust könnte sich bei Berücksichtigung der Neutronen die Risikoschätzung für die Gamma-Strahlung sogar auf etwa die Hälfte verringern. Da in Bezug auf das Mammografie-Screening das Brustkrebsrisiko besonders kritisch diskutiert wird, ist diese Verringerung der Risikoschätzung von besonderem Interesse.

[ Qelle: Prof. Dr. A. M. Kellerer, GSF-Institut für Strahlenbiologie und LMU München, Tel. 089/5996-819/818, http://www.gsf.de/Aktuelles/Presse/kellerer.phtml  ]
 Basics: Strahlenbelastung, Strahlenschutz im Lexikonteil

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5.) Ein Pflegekonzept für empfindliche Zähne

(dk) - Heiße, kalte, saure oder süße Speisen, aber auch das Zähneputzen können bei sensiblen Zähnen und freiliegenden Zahnhälsen unangenehme Schmerzempfindungen auslösen.
Schnelle Abhilfe versprechen spezielle Zahnpflegeprodukte für sensible Zähne und freiliegende Zahnhälse. Schon der dreiwöchige Gebrauch des elmex SENSITIVE Schutz- und Putzsystems bestehend aus Zahnpasta, Zahnspülung und weicher interX zahnbürste reduziert die durchschnittliche Zahl sensibler Zähne um 39 Prozent. Bei 24 Prozent der Patienten kommt es sogar zu einem vollständigen Rückgang der Überempfindlichkeit. Die durch kombinierten Einsatz der drei Zahnpflegeprodukte erzielte Wirkweise bestätigt jetzt eine Anwendungsbeobachtung, an der 149 Zahnärzte und 734 Patienten mit freiliegenden Zahnhälsen und sensiblen Zähnen teilgenommen haben:
88 Prozent der Zahnärzte beurteilte die Wirkung der Spezialprodukte positiv. Bei 13 Prozent der Patienten kam es zu einer fast vollständigen Desensibilisierung der Zähne. Um etwa die Hälfte bis drei Viertel reduzierte sich die Anzahl hypersensibler Zähne bei 34 Prozent der Patienten. Besonders die schnelle Wirksamkeit der Produkte nach nur wenigen Tagen beurteilen die Patienten als vorteilhaft. 91 Prozent der Betroffenen sind mit der Zahnpasta, 86 Prozent mit der Zahnspülung und 80 Prozent mit der Zahnbürste zufrieden.
[ Quelle: GABA; PM D. Küsters, Life Science Communications ]

 Basics:  überempfindliche Zähne im Lexikonteil

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6.) Fluoridiertes Speisesalz - Kariesvorbeugung beim Essen

Immer mehr Bundesbürger machen von der Möglichkeit der Kariesprophylaxe direkt beim Essen Gebrauch, wie dies mit fluoridiertem Speisesalz möglich ist. Denn auch im Jahr 2003 ist der Anteil dieses Salzes am gesamten Haushaltspaket-Absatz um weitere 5 Prozent auf jetzt insgesamt rund 60 Prozent gestiegen. Zwölf Jahre nach Einführung dieses Salzes, das als Jodsalz mit Fluorid erhältlich ist, verwendet somit mindestens jeder zweite Haushalt dieses gesundheitsfördernde Kombinationssalz. Nach Angaben der deutschen Salzindustrie ist Jodsalz mit Fluorid heute in jedem Lebensmittelgeschäft erhältlich. Einzelne Discounter führen sogar nur dieses Salz. Preisunterschiede, die noch vor Jahren ein Kaufkriterium waren, spielen heute nach Angaben der Hersteller keine Rolle mehr, da Salz allgemein sehr preiswert ist.
Mitentscheidender Faktor für den steilen Aufwärtstrend von Jodsalz mit Fluorid dürften nach Ansicht der Informationsstelle für Kariesprophylaxe unter anderem die seit März 2000 gültigen Fluoridempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Zahn- und Kieferheilkunde (DGZMK) sein, die als Basisempfehlung die kombinierte Verwendung von fluoridierter Zahnpasta und fluoridiertem Speisesalz beinhalten. Doch auch die Empfehlungen von Zahn- und Kinderärzten, Prophylaxekräften, Ernährungsberatern, Medien und anderen Multiplikatoren beeinflussen die positive Entwicklung dieses Salzes seit Jahren wesentlich.
Ein kariesvorbeugender Effekt geht nach Privatdozent Dr. Stefan Zimmer, dem Sprecher des wissenschaftlichen Beirats der lnformationsstelle für Kariesprophylaxe, vor allem von der lokalen Wirkung von fluoridiertem Speisesalz aus, da die darin enthaltenen Fluoride bereits während des Essens mit den Zähnen in Kontakt kommen. Dies bewirkt, dass die Widerstandsfähigkeit der Zähne gegen zahnschädliche Säuren gestärkt wird und sie durch Einlagerung von Mineralien ständig von Neuem remineralisiert werden.
Auf Grund der vorliegenden klinischen Erfahrung ist davon auszugehen, dass bei täglicher Zufuhr von fluoridiertem Speisesalz in Kombination mit der täglichen Anwendung von fluoridhaltiger Zahnpasta eine Hemmung des Karieszuwachses bis zu 50 Prozent erreicht werden kann

[ Quelle: DZW ]

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7.) Babys ohne Muttermilch - Jede zweite Mutter stillt nur zwei Wochen lang

Unter zahnmedizinischen Gesichtspunkten ist ein langes Stillen wünschenswert, denn die Schwerstarbeit, die ein Säugling an der Brust leisten muss, stärkt die Kiefermuskulatur und formt die Kieferbögen gut aus. Nachweislich haben gestillte Kinder später weniger Zahnfehlstellungen. Aber auch allgemeinmedizinisch ist das Stillen vor allem für die Immunabwehr äußerst wichtig. Das Apothekenmagazin "Baby und die ersten Lebensjahre" 3/2004  schreibt dazu:
Beim Stillen klaffen Vorsätze und Realität junger Mütter verblüffend weit auseinander. Zwar geben zwei Drittel an, das empfohlene halbe Jahr stillen zu wollen. Tatsächlich aber bekommt die Hälfte aller Neugeborenen schon nach zwei Wochen nicht mehr die Brust, schreibt die Stillberaterin und Ärztin Gudrun von der Ohe im Apothekenmagazin "BABY und die ersten Lebensjahre". Nach dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen halben Jahr stillt nur noch jede zehnte Mutter. Die jungen Frauen „fühlen sich verunsichert, Vorbilder fehlen, und das Wissen zum Thema Stillen ist
auch in medizinischen Bereichen nicht optimal“, schreibt die Expertin. Dabei bekommt das Kind mit der Muttermilch nicht nur einen Teil seiner Infektabwehr. Enzyme erleichtern die Verdauung, andere
Stoffe fördern eine optimale Darmflora. und Wachstumsfaktoren lassen die Darmschleimhaut ausreifen. Gestillte Babys haben seltener Durchfall, weniger Atemwegserkrankungen und Mittelohrentzündungen.
Selbst das Risiko für Diabetes und rheumatische Arthritis im späteren Leben ist geringer. Und nicht zuletzt: Stillen sorgt für eine innige Beziehung zwischen Mutter und Kind.
[Kontakt:  pirhalla@wortundbildverlag.de  ]

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8.) Bakterien und Viren finden Tumore und bringen sie zum Leuchten

Das Rudolf-Virchow-Zentrum ist das DFG-Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin und gehört als Zentrale Einrichtung zur Universität Würzburg. Das Zentrum wurde im Januar 2002 gegründet und ist eines von drei im Sommer 2001 bewilligten Pilotprojekten, mit denen die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) so genannte "Centers of Excellence" fördert.

Tumore und selbst kleinste Metastasen im Körper sichtbar machen. Eine Erkenntnis, die die Diagnose bei Krebspatienten revolutionieren könnte. Aladar Szalay, Inhaber einer Forschungsprofessur am Rudolf-Virchow-Zentrum / DFG-Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg, berichtet darüber in der März-Ausgabe des Magazins "Nature Biotechnology". Gemeinsam mit den Mitarbeitern an seinem ehemaligen Arbeitsplatz, der Medical School der Linda Loma University in Kalifornien, Forschern der biomedizinischen Firma Genelux in San Diego und dem Würzburger Mikrobiologen Werner Göbel ist es dem Wissenschaftler gelungen, Tumore im Mausmodell zu finden und sie aufleuchten zu lassen.
Wenn sich das Verfahren in klinischen Tests bestätigen sollte, könnte das in Zukunft so aussehen: Verdacht auf Krebs. Der Patient bekommt eine Spritze, die zum Beispiel Darm-Bakterien enthält. Die Bakterien sind genetisch so verändert, dass sie dem Menschen keinen Schaden zufügen und außerdem blaugrünes Licht aussenden. Sie breiten sich zunächst im ganzen Körper aus, werden aber innerhalb weniger Tage vom Immunsystem vernichtet. Nur in den Tumoren können die Bakterien dem tödlichen Angriff der Immunzellen entkommen. Sie überleben in dieser natürlichen Nische und beginnen sich zu vermehren. Mit Hilfe einer speziellen Kamera macht man dann eine Ganzkörperaufnahme: Der Primärtumor und die Metastasen werden als blaugrüne Flächen sichtbar.
Die leuchtenden Lebenddetektoren können also ähnlich wie die heute üblichen Diagnoseverfahren Computertomographie (CT) oder Magnetresonanzimaging (MRI) Tumore im Körper der Patienten sichtbar machen. Darüber hinaus besitzen sie einige Vorteile. Die Empfindlichkeit ist sehr hoch. Im Mausmodell konnten selbst kleinste Metastasen mit einem Durchmesser unter einem Millimeter sichtbar gemacht werden. Ist das Licht im Tumor einmal angeschaltet, bleibt das Leuchten über mehrere Wochen bestehen. "Man könnte das Verfahren daher auch benutzen, um die Wirksamkeit und den Verlauf einer Therapie zu bewerten", erläutert Aladar Szalay, "möglicherweise geht das Licht aus, wenn die Behandlung anschlägt."
Auch ein zukünftiger therapeutischer Einsatz ist denkbar. "Man könnte die Bakterien und Viren genetisch so verändern, dass sie ausschließlich im Tumor Wirkstoffe freisetzen", erklärt Szalay das Prinzip. Während sich Medikamente, verabreicht über das Blutsystem, immer weiter verdünnen, würde man hier sogar eine millionenfache Verstärkung beobachten. Die leuchtenden Detektoren vermehren sich im Tumor, die Konzentration des Antikrebs-Wirkstoffes würde daher lokal immer weiter ansteigen. "Die ersten Experimente an der Maus sind vielversprechend", verrät der Forscher.

[ ©: Kerstin Endele;    kerstin.endele@virchow.uni-wuerzburg.de ]

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9.) "5 am Tag" - Krebsvorbeugung beginnt schon im Kindesalter

In der Primärprävention von Krebserkrankungen spielt eine obst- und gemüsereiche Ernährung eine wichtige Rolle. Eine gesunde Ernährung bildet neben Vorsorgeuntersuchungen und der Vermeidung krebserregender Stoffe die dritte Säule der Vorbeugung, die alle angeht. Laut World Health Organization (WHO) könnten bei einem Verzehr von mehr als 400 Gramm Obst und Gemüse pro Person und Tag weltweit bis zu 2,7 Millionen Leben jährlich gerettet werden. Ein entsprechender Anteil an Obst und Gemüse in der Ernährung würde schätzungsweise 19 Prozent der gastrointestinalen Krebsformen, 31 Prozent der koronaren Herzerkrankungen und 11 Prozent der Schlaganfälle verhindern helfen. In vielen Ländern machen sich seit einigen Jahren zahlreiche Organisationen durch Aufklärungskampagnen für einen höheren Verzehr von Obst und Gemüse stark. Diese Initiativen bekommen inzwischen die Unterstützung der WHO und der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations), die im November 2003 eine globale Initiative zur Erhöhung des Obst- und Gemüseverzehrs gestartet haben. Im Rahmen des 26. Deutschen Krebskongresses tauschten sich Experten aus Wissenschaft und Praxis über den Stand der wissenschaftlichen Forschung und die aktuellen Trends in der Umsetzung der deutschen Gesundheitskampagne 5 am Tag aus.
"Von allen Ernährungsempfehlungen zur Primärprävention von Krebserkrankungen liegen zu den positiven Wirkungen von Obst und Gemüse die umfangreichsten wissenschaftlichen Ergebnisse vor", fasste der Ernährungswissenschaftler Professor Dr. Gerhard Rechkemmer vom Wissenschaftszentrum Freising-Weihenstephan der TU München den aktuellen Forschungsstand zusammen. Auch der von der WHO veröffentlichte Weltkrebsbericht 2003 komme zu dem Ergebnis, dass der häufige und ausreichende Verzehr von Obst und Gemüse das Erkrankungsrisiko bei zahlreichen Krebsformen deutlich verringern könne. "Erste Studienergebnisse belegen, dass der tägliche Verzehr von mehr als 400 Gramm Obst und Gemüse die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung im oberen Verdauungstrakt um 20 bis 30 Prozent reduzieren kann".  Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus sowie Adipositas könnten - das belegen wissenschaftliche Studien - durch einen höheren Obst und Gemüseverzehr reduziert werden.

Krebsvorbeugende Ernährung von Kindesbeinen an

Ein positives Beispiel für die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis bildet die von der Deutschen Krebsgesellschaft und ihren Ländergesellschaften im Rahmen der 5 am Tag-Kampagne ins Leben gerufene 5 am Tag für Kids-Initiative. Diese inzwischen in mehreren Bundesländern erfolgreich laufende Aktion wendet sich an Grundschulkinder der 3. und 4. Klasse. Wissensvermittlung zu 5 am Tag, Warenkunde im Supermarkt und ein Praxisteil mit Essenszubereitung und gemeinsamem Verzehr vernetzen Theorie und Praxis einer gesundheitsschützenden Ernährung auf kindgerechte Art und Weise.  Allein in Baden-Württemberg haben zwischen Mai 2002 und heute mehr als 350 Aktionen in Grundschulen stattgefunden.

Die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Susie Nanney, Leiterin des Adipositas-Präventions-Zentrums der Universität von Saint Louis hat eine Liste dazu erstellt, welche Früchte und Gemüse besonders gesund sind. Diese Obst- und Gemüse-Sorten seien vor allem reich an den Vitaminen A und C, an Betakarotiden und Ballaststoffen, so die US-Uni im US-Staat Missouri in einer Pressemitteilung.
Nanney geht nach Farben vor. Bei weißem Gemüse empfiehlt sie, statt Kartoffeln, Zwiebeln und Pilzen lieber Blumenkohl zu essen. Bei grünem Salat ist einer mit dunklen Blättern wie Römischer oder Eichblattsalat gesünder als Eisbergsalat. Auch Spinat, Brokkoli und Rosenkohl stehen auf der grünen Liste. Bei gelben und orange-farbigen Früchten und Gemüse sollten Bananen und Mais oft durch Möhren, Kürbis, Süßkartoffeln, Orangen und Grapefruits ersetzt werden. Außerdem rät sie zu Tomaten, roter Paprika und Erdbeeren.

[ weitere Infos: http://www.5amtag.de ; info@5amtag.de  ]

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10.) Vernachlässigte Kinder haben die meiste Karies

Die Zahnärztekammer Nordrhein weist darauf hin, dass sich die Zahngesundheit in Deutschland zwar deutlich verbessert hat, das Problem der Polarisierung des Kariesbefalls aber noch keineswegs unter Kontrolle ist. So seien mittlerweile zwar bis zu 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen als "gesund" zu bezeichnen, bei den verbleibenden 20 Prozent jedoch 61 Prozent der erkrankten Zähne festzustellen. Keineswegs kämen alle diese Kinder nur aus "sozialen Randgruppen", sondern auch aus Familien, in denen beide Elternteile berufstätig seien (Stichwort: "Schlüsselkinder"). In jedem Fall - so die nordrheinische Kammer - sei hier eine enge Verzahnung von individual- und gruppenprophylaktischen Maßnahmen zu fordern.
[ Quelle: FVDZ  
]

 Basics: Gruppenprophylaxe, Individualprophylaxe, Mundgesundheit  im Lexikonteil

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11.) Zahntourismus mit Problemen und Risiken

Sollen sich Urlauber von Mallorca, aus Osteuropa oder Südostasien außer Souvenirs auch gleich ein paar neue Zähne mitbringen?
Zahnersatz aus dem Ausland kann sicher ein Schnäppchen sein und ein paar Euro sparen, sagen Experten vom „Kuratorium perfekter Zahnersatz“. Allerdings gehöre auch eine gewisse Risikobereitschaft dazu. „Sicherlich ist punktuell auch im Ausland guter Standard anzutreffen“, räumt Klaus M. Lehmann vom Medizinischen Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Marburg ein. In Deutschland allerdings sei hohe Qualität beim Zahnersatz kein Zufall, sondern der Normalzustand. Die Produktion in Ländern mit niedrigen Lohnkosten bringt nach Angaben des Kuratoriums meist geringere Qualität.
Von „schwersten Mängeln“ sei in einer Studie über die Qualität von in Ungarn hergestelltem Zahnersatz die Rede. Die Untersuchungen an der Klinik für Parodontologie, Kronen- und Brückenprothetik der Universität Bern definierten die zahnmedizinischen Leistungen mit einem Qualitätsstandard von A bis E.  A entsprach einer ausgezeichneten Arbeit, Standard E charakterisiert schwerste Mängel. Im Ergebnis konnten Standard A und B für ungarische Arbeiten gar nicht vergeben werden. C-Leistungen waren lediglich bei 20 Prozent erbracht. Standard D erhielten 41 Prozent und Standard E 39 Prozent. Ein weiteres Argument sei auch die räumliche Nähe von Zahnarzt und Zahntechniker.

[ Quelle + ©:  http://www.neue-oz.de/  ]

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12.) Herzinfarkt durch Süßigkeiten

Nicht nur hohe Cholesterinwerte sowie salz- und fettreiche Kost führen - bei entsprechend disponierten Personen - zu erhöhtem oder hohem Blutdruck, sondern auch übermäßiger Konsum von Süßem und süßen Getränken. So kann bereits das süße Dessert nach einer kalorienreichen Mahlzeit einen Herzanfall auslösen. Verantwortlich dafür sind 15 neu entdeckte Gene, die für die Produktion eines so genannten Transkriptionsfaktors mit der Bezeichnung Carbohydrate Responsive Element-binding Protein verantwortlich sind. Er bindet sich an ein Glukose-Signal und stimuliert die Synthese von Fett einbauenden Enzymen. Was sich möglicherweise verheerender auswirkt, ist die zuckerstimulierte Produktion des Gefäßpeptids Endothelin, das Arterien bis zu 100 Mal stärker und jäher verengt als andere blutdrucksteigernde Substanzen wie z.B. Angiotensin II, Serotonin oder Noradrenalin. Ein einziges Stück Würfelzucker im Kaffee kann zu einem bedrohlichen Endothelin-Anstieg führen. Die biochemischen Zusammenhänge schildert der Medizinjournalist Klaus Oberbeil in seinem soeben erschienenen Buch "Die Zuckerfalle" (Herbig-Verlag).

[ Infos: oberbeil@t-online.de , http://www.GesundeFamilie.de ]

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13.) Neu: Das GRÜNE Rezept = von Ärzten verordnet, von Patienten bezahlt

Mit dem GKV-Modernisierungsgesetz werden in den meisten Fällen nicht-rezeptpflichtige Arzneimittel nicht mehr von den Gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Diese primär unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffene Entscheidung grenzt Arzneimittel aus, die sich bisher in der Therapie bewährt haben - und die, auch nach Willen des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung, weiterhin wichtiger Bestandteil der Therapie sein sollen. Das Grüne Rezept wird den Vertragsärzten zur Verfügung gestellt. Seine Ausgestaltung orientiert sich an den Rezeptvordrucken - mit einem wesentlichen Unterschied: Es ist GRÜN.
Die Einführung des Grünen Rezeptes dient verschiedenen Zielen:
Das Grüne Rezept signalisiert dem Patienten, dass die Anwendung des so verordneten Arzneimittels medizinisch geboten ist, die Kosten jedoch nicht von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.
Es ist eine Merkhilfe für den Patienten bezüglich Name, Wirkstoff, Darreichungsform, Packungsgröße etc.
Das Grüne Rezept kann vom Patienten genutzt werden, um bei der Einkommensteuererklärung eine außergewöhnliche Belastung im Sinne der Abgabenordnung nachzuweisen.

Die gesetzlichen Krankenkassen werden Patienten weiter die Kosten für bestimmte rezeptfreie und auch homöopathische Medikamente erstatten (Näheres unter Pharmakon  und Zuzahlung im Lexikonteil). Dazu zählen etwa Aspirin zur Nachsorge von Herzinfarkt und Schlaganfall bei Herzerkrankungen sowie Jodid bei Schilddrüsenerkrankungen. Arzneimittel zur Steigerung der sexuellen Potenz oder Appetitzügler zur Diät, Mittel zur Raucherentwöhnung oder gegen Glatze und Falten werden definitiv nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Für solche so genannten Life-Style-Präparate beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss eine konkrete Tabuliste.

[ Weitere Infos: E-Mail: pressestelle@abda.de  , http://www.abda.de ; http://www.facharzt.de/  ]

 Basics: Gesundheitsreform ab 2004, Pharmakon, Zuzahlung  im Lexikonteil

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14.) Zuzahlungen: Weniger Belastung für Familien mit Kindern wg. Gesetzeslücke

Offenbar wegen einer Panne bei der Gesetzgebung kommen Familien mit Kindern bei der Gesundheitsreform etwas günstiger davon als bisher angenommen. Der Kinderfreibetrag bei der Ermittlung der Belastungsgrenze sollte eigentlich auf 3.648 Euro festgesetzt werden. Tatsächlich ergibt sich aus der entscheidenden Vorschrift im Einkommensteuergesetz ein Freibetrag von 5.808 Euro. Das Gesundheitsministerium und die Kassen wollen das bisher nicht wahrhaben. Die meisten Betroffenen müssen daher Widerspruch einlegen, um von der Regelung zu profitieren.

Profitieren können allein Erziehende und Familien mit einem oder mehreren Kindern, die wegen häufiger Arztbesuche und Krankheiten im Verhältnis zum Einkommen viel Geld für Zuzahlungen ausgeben müssen. Um Kranke nicht mit unzumutbar hohen Zuzahlungen zu belasten, zieht das Sozialgesetzbuch eine Grenze: Nur bis maximal 2 Prozent der Bruttoeinnahmen müssen für Zuzahlungen aufgewendet werden. Bei chronisch Kranken sinkt die Belastungsgrenze auf 1 Prozent. Wer mehr Geld ausgibt, erhält Beträge jenseits der Belastungsgrenze von der Krankenkasse zurück. Außerdem bekommt er eine Bescheinigung, mit der Medikamente, Hilfsmittel, Arzt und Krankenhausbesuche für den Rest des Jahres ohne weitere Zuzahlungen zu haben sind.

Widerspruch erforderlich

Bei Haushalten mit Kindern wird vor der Ermittlung der Belastungsgrenze je Kind ein bestimmter Freibetrag vom Einkommen abgezogen. Bislang gehen Ministerium und Kassen dabei von 3.648 Euro pro Kind aus. So sollte es auch geregelt werden. Das ergibt sich aus der Begründung zum Gesetzentwurf, wie er dem Bundestag vorlag. Für die Höhe des Freibetrags verweist das Sozialgesetzbuch dabei auf einen Paragrafen im Einkommensteuergesetz. Was offenbar übersehen wurde: Dort ist außerdem für die Sicherung des Existenzminimums gedachten Freibetrag von 3.648 Euro noch zusätzlich ein Freibetrag von insgesamt 2.160 Euro je Kind für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf vorgesehen. Dieser zusätzliche Freibetrag bringt betroffenen Familien eine Entlastung von 43,20 Euro je Kind und Jahr.

[ © : DZW 13/04   ]

 Basics: Gesundheitsreform ab 2004, chronisch krank, Zuzahlung  im Lexikonteil

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15.) Erwachsene haben weniger zum Lachen

Mit zunehmenden Alter vergeht den Menschen das Lachen. Während Kinder noch bis zu 400 Mal am Tag lachen, tun es Erwachsene im Schnitt nur noch 15 Mal am Tag.
Das haben Lachforscher nach einem Bericht des Apothekenmagazins "Baby und die ersten Lebensjahre" herausgefunden. Kinderkliniken setzen dem Bericht zufolge Lachen auch als Unterstützung der Therapie ein. Sogar bei schmerzhaften Eingriffen sind manchmal Clowns dabei.
"Die kleinen Patienten haben weniger Angst, verkrampfen sich nicht und erleiden nicht so große Schmerzen", sagte Kinderarzt Lutz Wickmann der Zeitschrift. ck/dpa

[ Quelle: zm-online ]

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16.) Zum Schluss: Arzneien im WC gemischt

Brüssel strebt innerhalb der EU eine Harmonisierung der Gesundheitssysteme an, Ulla Schmidt spart an allen Ecken und Enden - und Bella Italia?

Italiens Gesundheits-Carabinieri haben die größte Klinik in Kalabrien einem Verwalter der Justiz unterstellt.
In dem Krankenhaus in Catanzaro mit 750 Betten und 2100 Angestellten leckt das Dach der Neurologie, Sauerstoffflaschen drohen zu explodieren, elektrische Leitungen sind unsicher, das Personal der Urologie mischte die Medikamente im Patienten-WC, Laboranalysen werden auf den Fluren ausgewertet. Ein Manager wurde mit 55 000 Euro auf einem Flughafen in Rom ertappt, gegen zwei andere laufen Verfahren wegen Schmiergeldern.

[ Quelle: © 1997-2003 by Ärzte Zeitung ]

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