Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 4/2005/ 1. April 2005

Die neue Festzuschussregelung - ein "Bürokratie-Monster" und angeblich "zu über 90 % kostenneutral umstrukturiert" - zeigt schon jetzt gravierende Auswirkungen: Bundesweit gaben rund 1.500 zahntechnische Betriebe an, dass die Umsatzeinbrüche in den ersten zwei Monaten mehr als 50 Prozent betragen haben, berichtet die Zahnarztwoche. Und weiter heißt es zu den Gründen: "Das Schlimme an der Situation wird übereinstimmend darin gesehen, dass es nicht nur Bürokratieprobleme bei den Kassen sind und dass Heil- und Kostenpläne (HKP) etwa nicht bearbeitet würden, sondern es bleiben vor allem die Patienten in den Praxen aus. Vielen ist Zahnersatz zu teuer geworden, lauten die häufig zu hörenden Argumente."  Offenbar gebe es viele Patienten, die sich zunächst für eine aufwendigere Versorgung entschieden haben und deren Heil- und Kostenplan von der Kasse auch genehmigt wurde, die dann aber wegen der höheren Kosten zögern, die Behandlung auch tatsächlich ausführen zu lassen, stellt die AOK Bayern dazu fest.
Wie Sie wissen, geben wir Ihnen seit geraumer Zeit realistische Anhaltswerte/Schätzungen für die zu erwartenden Kosten bei Kronen und Brücken, herausnehmbaren Zahnersatz und Implantaten an und erläutern Ihnen verständlich, wie sich die Kosten zusammensetzen und welche Faktoren die Zahnersatz-Kosten entscheidend beeinflussen. Mehr dazu auf den Festzuschuss-Seiten von Zahnwissen.de.

Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion

 


Inhalt

 1.) Neues Füllungsmaterial aus Japan zur Frühbehandlung von Karies
 2.)
Zahnloser Unterkiefer: Wie viele Implantate sind nötig?
 3.) Kinderzähne "nachputzen" - Erst Schulkinder sind zu effektiver Zahnpflege fähig

 4.)
Lebenslang "scharfe Zähne" - von Bibern und Ratten lernen
 5.)
Zahnbürste spielt Musik direkt ins Ohr
 6.)
Wie gesund sind die Zähne der Deutschen?
 7.)
Elektrische Zahnbürsten: Worauf sollte man achten?
 8.)
Schlankheitsmittelvergleich 2005: Nur wenige Produkte sind sinnvoll!
 9.) Konsumverzicht wegen Gesundheitsreform - im Schnitt kostet die Reform jeden Patienten 150 Euro
10.) Immer mehr Deutsche leben ohne Krankenversicherung
11.)
Erst schrumpften die Schneidezähne, dann der Kiefer
12.)
Kein Kaffee bei Antibiotika-Einnahme - Herzflattern und Schwindel könnte die Folge sein
13.)
Techniker Krankenkasse bezweifelt Gesundheitsreform: "Wirkung deutlich überschätzt"
14.)
Zum Schluss: Baby-Größe sagt das Einkommen voraus

Erläuterungen zu Fachbegriffen unter http://www.zahnwissen.de


1.) Neues Füllungsmaterial aus Japan zur Frühbehandlung von Karies

Wenn ein Zahn von Kariesbakterien befallen wird und zu "Faulen" beginnt, so handelt es sich im Prinzip um eine Körperwunde, die durch diese Infektionskrankheit geschaffen wurde. Nun haben Körperwunden im allgemeinen die Eigenschaft, von alleine wieder abzuheilen - egal ob tief oder oberflächlich: Auch ohne ärztliche Hilfe heilen diese Wunden, mal mehr, mal weniger schön, in der Regel von allein wieder ab. Bei der Karies sind derartige Selbstheilungsmechanismen nur im frühen Anfangsstadium ("Initialkaries") möglich - später muss die zahnärztliche Kunst, egal mit welchen Methoden, helfend in diesen Prozess eingreifen.
Schon seit vielen Jahre wird auf dem Gebiet einer "Anregung zur Selbstheilung" mit verschiedenen Stoßrichtungen geforscht und es tauchen dann Schlagworte wie "flüssiger Zahnschmelz" oder "Laserreparatur" in den Medien auf. Ein hoffnungsvoller Ansatz mittels Kristallisation von Hydroxylapatit kommt derzeit aus Japan. Die "Zahnarztwoche" schreibt dazu:


Der natürliche Schmelz enthält Kristalle aus Hydroxylapatit, und wenn die neuartige Paste aufgetragen wird, lösen sich diese Kristalle zunächst teilweise auf. Kurz darauf aber wachsen sie wieder, weil die spezielle Paste Hydroxylapatit-ähnliche Substanzen enthält und somit Stoff für neuen Zahnschmelz liefert. Nach 15 Minuten seien kleine Löcher "quasi" versiegelt, ohne jeglichen Randspalt zwischen den beiden Schichten, schreiben die Forscher.
Was die Wissenschaftler vom FAP-Dental-Institut und des Nationalen Industrieforschungsinstituts AIST aus Tokio mikroskopisch beobachten konnten war, dass die stark saure "Paste" den Zahnschmelz zunächst löst. Danach jedoch wächst das Füllungsmaterial vom Rand her in die Kavität hinein, indem es sich Schicht für Schicht chemisch mit dem Schmelz verbindet und auskristallisiert. Die nach innen wachsenden Schichten enthalten winzige Hydroxylapatit-Kristalle in Abmessungen von rund 50 mal 200 Nanometern.
Diese Art der Erneuerung von Zahnschmelz sei ungleich stabiler als konventionelle Füllungen. Während diese durch Anziehungskräfte gehalten werden, entstehe durch das Kristallisieren des Hydroxylapatits eine sehr viel stärkere chemische Bindung und somit eine Struktur, die dem natürlichen Zahnschmelz weitgehend gleicht.
Die neue "Füllungspaste" muss jedoch auf jeden Fall unter Kofferdam gelegt werden, denn sie darf nicht auf das Zahnfleisch gelangen, sonst kann es zu Entzündungen kommen.


[©: DZW ]

 Basics:   Initialkaries auf www.zahnwissen.de

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2.) Zahnloser Unterkiefer: Wie viele Implantate sind nötig?

Die Experten sind sich nicht einig, wenn es darum geht, wie viele Implantate ein zahnloser Unterkiefer braucht, um einmal einen festen Halt und eine optimale statische Kraftverteilung zu erreichen, zum anderen aber auch nach längerer Tragezeit keine Folgeschäden an den Implantaten und den umgebenden Knochenstrukturen durch Überbelastung zu produzieren. In der Literatur findet man viele "optimale Implantatzahlen", welche meist bei 4 beginnen und bei 8 aufhören. Nur: Solche "optimalen Zahlen" gehen an der Finanzkraft breiter Bevölkerungskreise vorbei. Setzt man einmal 1.100 Euro als unterste Grenze für ein Implantat an, so kommen bei solchen "optimalen" Anzahlen" zusammen mit der Suprakonstruktion schnell Kosten zusammen, die für weite Bevölkerungskreise uninteressant, da nicht finanzierbar, sind.
Eine niederländische Studie untersuchte die Langzeiterfolge implantatgetragener Deckprothesen (
Cover-Denture) über den Zeitraum von 5 Jahren und kommt - selbst für uns - zu überraschenden Ergebnissen:

"(BSMO) Eine niederländische Studie untersuchte die Erfolge implantatgetragener Deckprothesen zur Versorgung des zahnlosen Unterkiefers. Patienten mit 2 Implantaten bedurften dabei häufiger prothetischer Nachsorgen, bei 4 Implantaten standen Weichteilkorrekturen im Vordergrund. Immer mehr Patienten bevorzugen implantatgetragene Lösungen vor konventionellen Totalprothesen, wenn es um die Versorgung des zahnlosen Kiefers geht. Forscher der Universität Groningen verglichen jetzt in einer prospektiven Studie Erfolg und Akzeptanz von Hybridprothesen des Unterkiefers, die von 2 oder 4 Implantaten getragen werden. 60 zahnlose Patienten mit starker Atrophie des Unterkiefers (Knochenangebot in Höhe der Symphyse 12 bis 18 mm) nahmen an der Studie teil. In der Hälfte der Fälle (Gruppe A) wurden 2 Implantate des Typs IMZ® (TPS®, Friedrichsfeld AG) eingebracht, in der anderen Hälfte (Gruppe B) 4 Implantate des Typs IMZ®. Die Implantate wurden innerhalb eines zweizeitigen Vorgehens im interforaminalen Bereich eingebracht. Anschließend erfolgte die prothetische Versorgung mit einer stegverankerten Deckprothese. In einem Zeitraum von 5 Jahren nach Eingliederung der Prothesen wurden Zufriedenheit der Patienten dokumentiert sowie klinische und radiologische Kontrollen durchgeführt. Die statistische Auswertung erfolgte mittels t-Test und Mann-Whitney-Test. Bezüglich der untersuchten klinischen und radiologischen Parameter konnten keine Abweichungen zwischen den Gruppen beobachtet werden. Ein Implantat ging während des Untersuchungszeitraumes verloren (Gruppe A). Die Zufriedenheit der Patienten war in beiden Gruppen hoch, es traten keine Sensibilitätsstörungen auf. In der Nachsorge bestand ein größerer Bedarf an prothetischen Maßnahmen in der Gruppe A, in Gruppe B waren vermehrt Korrekturen der Weichteilsituation nötig. Bei zahnlosem Unterkiefer erweisen sich also implantatprothetische Lösungen sowohl mit 2 als auch mit 4 Implantaten als erfolgreich im Langzeitversuch, so das Resümee der Autoren."

[ Quelle + ©:
Quelle: Visser, A et al.: Mandibular overdentures supported by two or four endosseous implants. A 5-year prospective study. Clin Oral Impl Res 2005; 16: 19-25 ; FVDZ-NewsLetter ]

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3.) Kinderzähne "nachputzen" - Erst Schulkinder sind zu effektiver Zahnpflege fähig

Kinder im Kindergartenalter sind ganz besonders stolz, wenn sie sich schon selbstständig die Zähne putzen können. Doch Eltern sollten sich dabei nicht in falscher Sicherheit wiegen. Denn in diesem Alter ist die motorische Fähigkeit noch nicht so ausgeprägt, dass ein effektives Zähneputzen möglich ist. D.h. Eltern müssen die Zähne "nachpflegen". Eine eigenständige effektive Zahnreinigung kann erst im zweiten oder dritten Schuljahr erfolgen.

"Nachputzen" bedeutet, dass die Eltern alle Zähne ihres Kindes abends von allen Seiten säubern. Dabei ist es unerheblich, wirklich zeitlich "nach" dem Kind zu putzen. Die Zähne können auch zuerst vom Erwachsenen gesäubert werden. Bald wollen die Kinder selbst putzen, denn Zähneputzen ist interessant und macht Spaß, vor allem natürlich mit Kinderzahnbürste und Kinderzahnpasta. Dass die bisherigen Aufforderungen an die Eltern zum "Nachputzen" so wenig fruchten, mag daran liegen, dass die Erwachsenen nicht wissen, wie sie dies am besten tun sollen. Daher sollten sich Mütter und Väter dies gegebenenfalls in der Zahnarztpraxis zeigen lassen. Denn das richtige Handhaben der Zahnbürste in einem "fremden" Mund ist gar nicht so einfach. Eltern müssen dies genauso üben, wie Kinder dies mit ihren eigenen Zähnen tun.

Zahnpflege vom Säuglingsalter an ist eine sehr wichtige Maßnahme, um schöne, gesunde Zähne zu entwickeln und zu behalten. Bis zum zweiten Geburtstag ist es ausreichend einmal täglich zu putzen, danach steht die Reinigung der Zähne mindestens zweimal täglich an.

[ ©: IME/Frankfurt/M.  ]

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4.) Lebenslang "scharfe Zähne" - von Bibern und Ratten lernen

Der Anatomie-Professor Wolfgang H. Arnold, Prof. Peter Gängler vom Lehrstuhl für Konservierende Zahnheilkunde und Dipl.-Ing. Marcus Rechberger vom Fraunhofer Institut Umsicht haben der Ratte tief ins Maul geschaut. Die Forscher entdeckten dabei, wie man sich die lebenslang nachschärfenden Zähne der Nager für industrielle Schneide- und Zerkleinerungsverfahren nutzbar machen kann, wie sie in der Kunststofftechnik verwendet werden. Überraschende Erkenntnis der Forscher nach der Analyse von Rattenzähnen, die ständig nachwachsen: Die alte Regel „hart schneidet gut“ stimmt nicht. Vielmehr sind Schneide- und Zerkleinerungswerkzeuge widerstandsfähiger, wenn sie über eine bestimmte Komposition von Materialien mit unterschiedlichen Härtegraden verfügen. Am Rasterelektronenmikroskop offenbarte sich das Geheimnis der Rattenzähne: Sie sind innen weicher als außen und können die beim Nagen auftretenden hohen Scherkräfte besser ausgleichen, was zu einer geringeren Abnutzung führt.
Anders als beim Menschen sind die Nagerzähne nicht vollständig mit Schmelz überzogen. Nur an ihrer Vorderseite besitzen sie eine hufeisenförmige, sehr dünne und harte Schmelzlamelle. Dahinter sitzt das weichere Zahnbein. Dieses den Zahn mechanisch stabilisierende Dentin wird beim Nagen bevorzugt abgerieben, wodurch stets eine messerscharfe Schmelzkante hervorsteht.
Das Forschungsprojekt „Nagetierzähne als Vorbild für selbstschärfende, schnitthaltige Zerkleinerungswerkzeuge“ fand im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgeschriebenen Ideenwettbewerbs „Bionik – Innovationen aus der Natur“ statt.

[ Quelle: Die Zahnarztwoche ]

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5.) Zahnbürste spielt Musik direkt ins Ohr

Der Spielwarenhersteller Hasbro will eine Zahnbürste auf den Markt bringen, die Musik nur für den Benutzer hörbar über die Zähne erklingen lässt. Hasbro verleiht dem Witz vom Radioempfang über Zahnplomben eine neue Pointe. Im Herbst will der Spielwarenhersteller mit Tooth Tunes eine Zahnbürste auf den Markt bringen, die Musik nur für den Benutzer hörbar abspielt. Dabei wird der Ton über die Borsten zu den Zähnen und über die Kieferknochen direkt zum Innenohr geleitet. Laut Hersteller soll die Klangqualität der aus richtigen Lautsprechern um nichts nachstehen. Die Musik wird auf einem Chip gespeichert und begleitet bei Knopfdruck das Zähneputzen zwei Minuten lang. Als erste Zahnputzmelodie soll voraussichtlich "Do You Believe in Magic?" von Hilary Duff die Zähne zum Klingen bringen. Die musikalische Zahnbürste soll im September auf den US-Markt kommen und rund zehn Dollar kosten.

[ Quelle:  zahn-online.de
, FVDZ ]

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6.) Wie gesund sind die Zähne der Deutschen?

Im Auftrag der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) startete in diesen Tagen eine bundesweite Großstudie zum Stand der Zahngesundheit in der Bevölkerung. Die "Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS IV)" nimmt bei einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung die Verbreitung von Zahnkaries und Erkrankungen des gesamten Zahnhalteapparates (Parodontopathien), die Mundhygiene und Ernährungsgewohnheiten, die Inanspruchnahme zahnärztlicher Dienstleistungen und die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität nach international vergleichbaren Maßstäben unter die Lupe. Ziel ist es, die Daten über die Mundgesundheit und zum zahnärztlichen Versorgungsgrad in Deutschland auf einen aktuellen Stand zu bringen.
Dafür sind drei mobile zahnärztliche Untersuchungsteams in den kommenden sechs Monaten an 90 Orten in ganz Deutschland im Einsatz, um rund 4 000 Menschen zu befragen und zu untersuchen. Das von KZBV und BZÄK getragene Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in Köln ist für die Gesamtstudie verantwortlich. Wissenschaftliche Unterstützung erhält die Studie darüber hinaus durch die Universitätszahnkliniken in Dresden, Köln und Hamburg.

Untersucht werden die Altersgruppen der 12-Jährigen, der 15-Jährigen, der 35- bis 44-Jährigen und der 65- bis 74-Jährigen. Die Personen, die schriftlich zu den Untersuchungen eingeladen wurden, werden von den zahnärztlichen Teams nicht behandelt, die> zahnärztlichen Befunde werden lediglich in anonymisierter Form aufgezeichnet. Die bundesweite Untersuchung ergänzt drei Großstudien aus den Jahren 1989, 1992 und 1997, bei denen erstmals genaue Daten über die Mundgesundheit der Deutschen ermittelt wurden. Ziel der beteiligten Wissenschaftler ist es, durch die aktuelle Untersuchung Veränderungen erkennen und auswerten zu können, der Öffentlichkeit und den Zahnärzten selbst fundierte medizinische Orientierungsdaten an die Hand zu geben, um das System der zahnärztlichen Versorgung in Deutschland den wechselnden Herausforderungen anzupassen.

[ Quelle: PM des IDZ ]

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7.) Elektrische Zahnbürsten: Worauf sollte man achten?

Elektrische Zahnbürsten sind IN und bei richtiger Anwendung und Putzdauer durchaus den Handzahnbürsten überlegen. Allerdings fällt es nicht leicht, sich auf dem Markt zurechtzufinden, da das Angebot und die Fachbegriffe groß sind. Im Zahnwissen-Lexikon und unter dem Special "Mundhygiene" haben wir Ihnen die wichtigsten Merkmale und Entscheidungshilfen zusammengestellt. Im Magazin "ZP, Zahnarzt& Praxis" gibt ein großer Kenner der Materie, Dr. Stefan Zimmer, unter anderem folgende Empfehlungen:

  • Hat die Zahnbürste einen Timer? Hier gilt: Je länger desto besser
     
  • Wie hoch ist die Frequenz der Bürste? Obwohl nicht durch Studien belegt, ist davon auszugehen, dass eine höhere Oszillationsfrequenz eine bessere Plaqueentfernung erlaubt
     
  • Wie groß ist die Amplitude der Bürste? Eine Amplitude von 3-4 mm scheint für eine gute Reinigungsleistung erforderlich
     
  • Was kosten Ersatzbürsten und wie lange halten sie? Häufig wird nicht an die Folgekosten gedacht
     
  • Wo bekomme ich Ersatzköpfe? Bisweilen müssen Ersatzköpfe in der Apotheke bestellt werden
     
  • Handelt es sich um ein Akku- oder Batterie-Gerät? Letztere sind meist preiswerter, aber auch deutlich leistungsschwächer
     
  • Ist der Akku austauschbar oder muss ein neuer Handgriff oder gar ein komplett neues Gerät mit Ladestation gekauft werden, wenn der Akku "schlapp" macht?
     

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8.) Schlankheitsmittelvergleich 2005: Nur wenige Produkte sind sinnvoll!

(ots) - In diesem Jahr geben die Bundesbürger rund 200 Millionen Euro für meist wirkungslose Schlankheitsmittel aus, erklärt Sven-D. Müller-Nothmann, Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik, bei der Bekanntgabe des Schlankheitsmittelvergleichs 2005 in Aachen. Zum vierten Mal haben die Ernährungswissenschaftler der Gesellschaft einen Vergleich der gängigen Schlankheitsmittel durchgeführt.
Sinnvoll und wirksam sind insbesondere die verschreibungspflichtigen Arzneimittel Reductil und Xenical, wenn sie Adipöse im Rahmen eines ganzheitlichen Gewichtsmanagement-Programms bei Beachtung des Nebenwirkungspotentials einnehmen, sowie das freiverkäufliche Sättigungsprodukt CM3 Alginat. Ebenfalls sinnvoll und wirksam ist das proteinmodifizierte Fasten mit so genannten Formuladiäten, sofern es zu einer Ernährungsumstellung führt, so Müller-Nothmann weiter.

Erschreckend ist, dass praktisch alle anderen Schlankheitsmittel die Anforderungen an eine evidenzbasierte Therapie kaum erfüllen. Grundlage der Bewertung sind publizierte Studien. Die häufig zur Gewichtsreduktion eingesetzten Abführ- oder Entwässerungsmittel sind nicht nur wirkungslos, sondern können auch eine Gesundheitsgefahr darstellen.

Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik, die 2005 zum Jahr des gesunden Abnehmens ausgerufen hat, empfiehlt den Übergewichtigen in Deutschland eine Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und eine Verhaltensumstellung, um das Problem dauerhaft in den Griff zu bekommen. Eine Möglichkeit der gesunden Gewichtsreduktion sind auch das Internetprogramm www.slimcoach.de  oder strukturierte Konzepte beim Arzt oder in der Apotheke. Schlankheitsmittel sollten Übergewichtige grundsätzlich in der Apotheke beziehen. Wer sich von Schlankheitsmitteln erhofft, allein durch sie abzunehmen, bleibt erfolglos, denn Schlankheitsmittel, die den Bauch wegzaubern, gibt es nicht, betont Müller-Nothmann abschließend.

[ ©: Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V., Tel. 0241-9610320 , presse@ernaehrungsmed.de ]

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9.) Konsumverzicht wegen Gesundheitsreform - im Schnitt kostet die Reform jeden Patienten 150 Euro

Konsumverzicht wegen Gesundheitsreform - Im Schnitt kostet die Reform jeden Patienten 150 Euro
Sparen an der Gesundheit fällt vielen Versicherten offenbar schwer: Vor einem Jahr, kurz nach Inkrafttreten der Reform hatten 52 Prozent der Versicherten höhere eigene Ausgaben für Gesundheit erwartet. In der zweiten Befragungswelle ein Jahr nach der Reform gaben nur 35 Prozent an, tatsächlich höhere Ausgaben zu haben. Zusätzliches Geld müssen dabei vor allem akut Kranke (35 Prozent) und chronisch Kranke (31 Prozent) aufwenden. 76 Prozent sagen, sie hätten Hausmittel statt Medikamente genommen; 57 nehmen weniger Medikamente, und ebenfalls 57 Prozent sagen, sie gingen seltener zum Arzt. Das sind die Ergebnisse einer Repräsentativumfrage von TNS Healthcare im Auftrag des Arzneimittelherstellers ratiopharm. Zwei Drittel derjenigen, die durch höhere Krankheitsausgaben belastet werden, mussten an anderer Stelle auf Konsum verzichten: zu zwei Dritteln auf Kosten von Freizeitvergnügen, zu 37 Prozent auf Urlaubsreisen. Frauen sparen dabei konsequenter als Männer, weil ihre Einkommen niedriger sind. Auch in den neuen Bundesländern müssen Bürger aufgrund der Reform ihren Konsum stärker einschränken.
Als eine Sparoption sehen 67 Prozent den Wechsel auf günstigere Arzneimittel. Tatsächlich gewechselt haben aber nur 30 Prozent der Befragten. Als eine der Ursachen dafür, dass eine Chance zum Wechsel auf ein preiswerteres Arzneimittel nicht realisiert wird, nennt der Heidelberger Pharmakologe Professor Ulrich Schwabe die Mindestzuzahlung von fünf Euro je Packung. Dies sei kein günstiger Anreiz.

[ Quelle:  Ärztezeitung/FVDZ ]

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10.) Immer mehr Deutsche leben ohne Krankenversicherung

Hunderttausende deutsche Bürger sind nicht krankenversichert. Die SPD-Politikerin Lilo Bluck, Vertreterin in der Kommission zur Neugestaltung des Versicherungsvertragsgesetzes, schätzt die Zahl der Unversicherten hier zu Lande auf mindestens 250.000. Das berichtet das "Handelsblatt" am 1.3.05.

Wer erst einmal aus dem gesetzlichen oder privaten System rausgefallen ist, für den gibt es oft keine Rückkehr. In die gesetzliche Kasse kann man nur zurück, wenn man einen neuen Job hat und versicherungspflichtig ist. "Vor allem kleinere Selbstständige wie Kioskpächter oder Handwerker trifft es", sagte Sabine Strüder, Referentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, gegenüber dem "Handelsblatt. Dabei sei es egal, ob die Selbstständigen freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung oder privat versichert sind. Solange sie noch kein Fall für das Sozialamt sind, stehen sie ohne Krankenversicherungsschutz da. Das zahlt für mehr als 1,1 Millionen Menschen Arzt, Krankenhaus und Medikamente.

Die gesetzlichen Kassen müssen laut Strüder Kunden abweisen, die die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllen. Alte und Kranke hätten kaum eine Chance, am Gesetz vorbei in eine Kasse zu schlüpfen. Und auch die privaten Krankenversicherer haben an solchen Kunden kein Interesse. Nach einer Gesundheitsprüfung verlangen sie oft hohe Risikozuschläge.

Es gibt dem Bericht zufolge viele Gründe, warum Bürger aus der Krankenversicherung fallen können: Wer etwa auf Grund zu hohen Restvermögens kein Arbeitslosengeld II bekommt, ist seit Hartz IV unversichert. Wer bei einem Aufnahmeantrag in die Privatversicherung Krankheiten verschweigt oder falsch angibt, ist schnell unversichert. Sind Verbraucher ihrer privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung zwei Monatsbeiträge schuldig, geht es auch sehr schnell.

[
Quellen: facharzt.de
, Handelsblatt ]

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11.) Erst schrumpften die Schneidezähne, dann der Kiefer

WASHINGTON (ddp). Die schiefen Zähne und zu kleinen Kiefer vieler Kinder könnten ein Resultat der Gewohnheit sein, Lebensmittel zu kochen: Nach Ansicht des US-Anthropologen Peter Lucas begannen Kiefer und Vorderzähne zu schrumpfen, als die ersten Menschen anfingen, ihre Nahrung mit Werkzeugen in kleine Stücke zu schneiden und über dem Feuer zuzubereiten.
Durch die neue Gewohnheit habe sich sowohl die Größe als auch die Härte der einzelnen Bissen reduziert, wodurch ausgeprägte Schneidezähne und große Kiefer überflüssig geworden seien. Über den Vortrag des Forschers auf dem Jahrestreffen der amerikanischen Wissenschaftsgesellschaft AAAS berichtet der Online-Dienst des "New Scientist".

Bei sehr vielen Menschen wachsen die Zähne nicht geordnet nebeneinander im Kiefer, sondern schieben sich voreinander oder stehen schief in der Reihe. In manchen Fällen sind die Kiefer so klein, daß sogar einige Zähne wie etwa die Weisheitszähne vollständig fehlen.
Eine solche Unordnung im Mund kommt bei Menschenaffen nur sehr selten vor, berichtete Lucas. Er erklärt die uneffektive Anordnung damit, dass die Aufgabenverteilung im Kiefer während der menschlichen Entwicklung aus dem Gleichgewicht geraten sei. So sind die Schneidezähne hauptsächlich dazu da, Lebensmittel in mundgerechte Stücke zu zerlegen, während die Backenzähne die Nahrung zermahlen sollen.
Als jedoch die Menschen ihr Essen zuzubereiten begannen, war die Größenveränderung der Bissen ausgeprägter als die Veränderung der Konsistenz. Die Konsequenz: Die Schneidezähne schrumpften und als Folge davon auch die Kiefer - und zwar so stark, dass sie nicht mehr genug Platz für alle Backenzähne boten, die zum Zerkleinern der Nahrung nötig sind.

[©: Ärztezeitung ]

 Basics:  Gebissreduktion auf www.zahnwissen.de

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12.) Kein Kaffee bei Antibiotika-Einnahme - Herzflattern und Schwindel könnte die Folge sein

(ots) - Wer ein Antibiotikum einnehmen muss, soll in dieser Zeit koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Cola meiden, und keinesfalls das Medikament damit herunter spülen, rät das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Manche Antibiotika verstärken die Koffeinwirkung so sehr, dass es zu Herzflattern, Kopfschmerzen und Schwindel kommen kann. Zum Herunterspülen eignet sich am besten Leitungs- oder Tafelwasser, nicht aber kalziumreiches Mineralwasser.
Kalzium, auch reichlich in Milch vorhanden, bindet einige Antibiotika und macht sie unwirksam. Auch Säfte sind manchmal problematisch. So kann Grapefruitsaft im Zusammenspiel mit Antibiotika starken Durchfall verursachen.

[©:  Apotheken Umschau ]

 Basics: Pharmaka  auf www.zahnwissen.de

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13.) Techniker Krankenkasse bezweifelt Gesundheitsreform: "Wirkung deutlich überschätzt"

"Die Techniker Krankenkasse (TK) warnt vor weiteren Leistungskürzungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Das Ausgliedern bisheriger Kassenleistungen könne dazu führen, dass sich vor allem gut verdienende freiwillig Versicherte noch stärker den privaten Krankenversicherungen zuwenden, sagte der Leiter der Thüringer TK-Landesvertretung, Guido Dressel, der Nachrichtenagentur ddp in Erfurt.
Es sei bedenklich, wenn die Diskussion um Reformen des Gesundheitssystems lediglich unter dem Blickwinkel der Lohnnebenkosten geführt werde. Drastische Einschnitte würden die Wirtschaft kaum spürbar entlasten, stellten jedoch die sozialen Sicherungssysteme in ihrer bisherigen Form in Frage.
Nach Berechnungen der TK wird die Wirkung der umstrittenen Gesundheitsreform deutlich überschätzt. «Wenn die Gesundheitsreform in einigen Jahren voll greift, wird dies die Arbeitgeber nur in sehr geringem Maße entlasten», sagte Dressel. Eine von der TK beim Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) in Auftrag gegebene Studie habe ergeben, dass sich etwa die Produktionskosten eines 20 000 Euro teuren Autos lediglich um knapp 29 Euro reduzieren. Selbst eine alleinige Finanzierung der Krankenversicherung durch die Arbeitnehmer würde diese Produktionskosten nur um wenige 100 Euro senken.
Laut Dressel fordert die TK Politik und Wirtschaft im Streit um Kassenbeiträge und Lohnnebenkosten zu mehr Sachlichkeit auf. «Es nützt der Wirtschaft nicht wirklich, wenn die gesetzlichen Kassenleistungen weiter eingeschränkt werden, nur um die Beitragssätze um wenige Prozentpunkte zu senken», warnte er."

[ ©: facharzt.de vom 28.3. ]

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14.) Zum Schluss: Baby-Größe sagt das Einkommen voraus

Die Größe eines Jungen im Alter von einem Jahr ist ein guter Indikator für das Einkommen, das er 50 Jahre später verdienen wird. Männer mittleren Alters, die mit einem Jahr 80 Zentimeter oder größer waren, verdienen 50 Prozent mehr Geld, als Männer, die als Einjährige nur 72 Zentimeter oder weniger maßen. Das haben britische und finnische Wissenschaftler festgestellt in einer Studie mit 4630 Finnen, die zwischen 1934 und 1944 geboren waren (Archives of Disease in Childhood 90, 2005, 272).
44 Prozent der kleineren Babys wurden als Erwachsene Arbeiter oder Handwerker, verglichen mit nur einem von fünf größeren. Nur wenige Männer, die als Einjährige klein waren, hatten die Universität besucht.
Gründe dafür könnten sein, dass langsames körperliches Wachstum auch mit langsamem Wachstum des Gehirns einhergeht oder dass die kleineren Babys schlecht versorgt waren und sich das auch mental ausgewirkt habe, meinen die Forscher. (ug)

[ ©: Ärztezeitung ]

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