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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
04/2007/ 1. April 2007
Gesetzlich Versicherte dürfen sich ab 1. April auf einen neun Tarifdschungel
einstellen. Neben dem Wirrwarr um den günstigsten Telefon-, Bahn- oder Flugtarif
gesellen sich nun auch die Gesetzlichen Krankenkassen z.B. mit ihren
"Selbstbehalttarifen". Uns liegen die ersten Spartarife vor und diese lassen
bisher den Schluss zu, dass mehr als das mathematische Wissen um einen Dreisatz
angesagt ist. Zu viele WENN und ABER oder DOCH NICHT bzw. DOCH lassen größte
Vorsicht vor einem übereilten Vertragsabschluss geraten sein. Denn eines steht
unverrückbar fest: Der Selbstbehalttarif bindet das Mitglied für drei Jahre an
seine Krankenkasse (gesetzliche Regelung nach § 53 SGB V). Und wie die
gesundheitspolitische Landschaft bis in 3 Jahren aussieht, was für "Spartarife"
sich noch auf dem Markt etablieren werden und ob nicht schon wieder eine neue
Reform greift, weiß bisher seriös keiner
zu sagen.
Ihre ZahnNewsLetter Redaktion
Inhalt
1.)
Generelle Empfehlung für
fluoridiertes Speisesalz
2.)
Mit körpereigenen Stammzellen gegen Zahnbetterkrankungen
("Parodontose")
3.) Kauen hilft denken
4.) Zweifel an unabhängiger Patientenberatung
5.)
Mit Müsli gegen
Darminfektionen
6.) Schluckauf:
Zunge raus! - Neue Tipps gegen den "Hicks!"
7.)
Große Mengen falscher Medikamente im
Umlauf
8.)
Jeder dritte Deutsche sucht
medizinischen Rat im Internet
9.)
Kassen-Überschuss mit 1,7
Milliarden Euro deutlich höher als erwartet
10.)
Dentotelefonie - Mikro im Zahn
11.)
Gesundheitsausgaben werden durch die längere Lebenserwartung weiter
steigen
12.)
Mund-zu-Mund-Beatmung bei Herzstillstand nicht
hilfreich
13.)
Zum Schluss: Zähne des Lovers verschluckt
1.)
Generelle Empfehlung für fluoridiertes Speisesalz
Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzen,
dass allein in den industrialisierten Ländern etwa 50 bis 90 Prozent
der Kinder kariöse Zähne haben. Mit gezielten Prophylaxemaßnahmen
konnte in den vergangenen Jahren in vielen Ländern eine deutliche
Verbesserung der Zahgesundheit erreicht werden. Eine gesündere
Ernährung hat dazu ebenso beigetragen wie regelmäßiges Putzen der
Zähne und die Überwachung durch den Zahnarzt. Den größten Einfluss
jedoch hatten Fluoridierungsmaßnahmen, die in Prophylaxekonzepten
vieler Länder schon seit Jahren fest verankert sind.
Auch in Deutschland sind Fluoridierungsmaßnahmen eine wichtige Säule
zur Erhaltung gesunder Zähne. Dazu zählen vor allem die Anwendung
von fluoridhaltiger Zahncreme, die Einnahme von Fluoridtabletten
vorwiegend durch Kleinkinder und seit 1991 die zunehmende Verwendung
von fluoridiertem Speisesalz im Haushalt, durch die die
Fluoridtabletteneinnahme weitestgehend überflüssig wurde. Neben der
Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und vielen wissenschaftlichen
Fachgesellschaften hat sich jetzt auch die Deutsche Gesellschaft für
Ernährung (DGE) e. V. für fluoridiertes Speisesalz ausgesprochen und
empfiehlt dessen Verwendung im Haushalt generell für alle
Altersgruppen. In der "DGE-info" weist sie darauf hin,
dass bei Einhaltung der von ihr genannten Zufuhrempfehlungen „die
Fluoridzufuhr im sicheren Bereich liegt und gesundheitliche
Nachteile nicht zu erwarten sind“.
Wie Institutionen des Zahngesundheitswesens empfiehlt auch die DGE
nur eine Form der systemischen Fluoridzufuhr, also entweder
Fluoridtabletten oder fluoridiertes Speisesalz. Bei Säuglingen und
Kleinkindern bis zu vier Jahren gehen die Experten der DGE aber noch
einen Schritt weiter, vor allem wenn das Trinkwasser weniger als 0,3
Milligramm Fluorid pro Liter enthält, was in Deutschland bei über 90
Prozent des Trinkwassers der Fall ist. Hier halten sie die
zusätzliche Einnahme von Fluoridtabletten für gerechtfertigt, selbst
wenn die Familie fluoridiertes Speisesalz verwendet. Begründet wird
diese Empfehlung damit, dass Kinder bis zu einem Alter von vier
Jahren nur sehr wenig Speisesalz aufnehmen (was von der DGE auch
gefordert wird), sodass selbst durch eine Zufuhr aus zwei Quellen
nicht zu viel Fluorid aufgenommen wird. Ab vier Jahren sollte dann
jedoch nur noch eine Form der systemischen Fluoridzufuhr erfolgen.
Auch in der neuen Leitlinie „Fluoridierungsmaßnahmen“ der Zahnärztlichen
Zentralstelle Qualitätssicherung im Institut der Deutschen Zahnärzte wird
fluoridiertes Speisesalz als Basisprophylaxemaßnahme generell empfohlen. Die
Speisesalzfluoridierung wird in der Leitlinie, die von namhaften
wissenschaftlichen Gesellschaften der Zahn- und Kinderheilkunde mitgetragen
wird, als eine wirksame kariesprophylaktische Maßnahme bezeichnet, deren
Wirksamkeit zunimmt, je breiter sie eingesetzt wird.
Für einen weltweit stärkeren Einsatz von Fluorid haben sich im November 2006 in
Genf auch Experten aus 30 Ländern anlässlich einer Konferenz „Mundgesundheit
durch Fluoride“ ausgesprochen, die gemeinsam von der World Dental Federation
(FDI),
der International Association for Dental Research und der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranstaltet wurde. Zur Zeit profitieren
weltweit etwa 170 Millionen Menschen von der kariesschützenden Wirkung von
fluoridiertem Speisesalz. In Deutschland ist Jodsalz mit Fluorid seit mehreren
Jahren das meist gekaufte Haushaltssalz. 2006 ist sein Marktanteil erneut
gestiegen auf jetzt mehr als 68 Prozent.
[ ©:
Die Zahnarztwoche ]
Basics: Salzfluoridierung
im
Zahnlexikon-Online
2.)
Mit körpereigenen Stammzellen gegen
Zahnbetterkrankungen
("Parodontose")
An der Universität Witten/Herdecke (UWH) werden die
Grundlagen eines therapeutischen Verfahrens mit Stammzellen
erforscht, von dem sich die beteiligten Wissenschaftler bessere
Ergebnisse und geringere Kosten bei der Behandlung von Parodontitis
versprechen. Bei der neuen Methode sollen körpereigene Stammzellen
eines Patienten dazu verwendet werden, dessen Zahnbett-Erkrankung zu
bekämpfen. Die Wittener Forscher haben bereits gezeigt, dass sich
geeignete Stammzellen aus dem Zahnhaltegewebe von
Parodontitis-Patienten isolieren und vermehren lassen. Dieser
weltweit erste Nachweis seiner Art ist die Basis für die angestrebte
Therapie.
"Es ist uns gelungen, genau die Zellen zu isolieren, aus denen sich
auch der Zahnhalteapparat ursprünglich entwickelt", erläutert Darius
Widera, Diplom-Biochemiker am Institut für Neurobiochemie der UWH.
Die Stammzellen wurden aus entzündlich verändertem Zahnhaltegewebe
gewonnen. Laborversuche haben bewiesen, dass diese Zellen
multipotent sind und die Fähigkeit haben, sich sowohl in neuronale
Zellen zu differenzieren als auch in Knochen- und Gewebe-Zellen des
Zahnhalteapparates, des so genannten Parodonts. "Die Verwendung
dieser Zellen hat zudem den Vorteil, dass sie im Gegensatz zum
häufig umstrittenen Gebrauch von embryonalen Stammzellen ethisch
absolut unbedenklich ist", ergänzt Prof. Dr. Christian Kaltschmidt,
der Leiter des Instituts für Neurobiochemie an der Fakultät für
Biowissenschaften.
Bisher können regenerative parodontal-chirurgische Eingriffe, die
mit Erfolg auch in der Wittener Zahnklinik durchgeführt werden, nur
Teile des zerstörten Zahnbettes wieder herstellen. Für schwere Fälle
reichen diese Behandlungen nicht aus. Die regenerative Therapie mit
körpereigenen Stammzellen soll verloren gegangenes Parodont neu
wachsen lassen. Dazu würden zuvor entnommene und um ein vielfaches
vermehrte Stammzellen in den betroffenen Bereich eingebracht werden.
Eine Voraussetzung für den Erfolg ist, dass sich diese Zellart, wie
im Laborversuch geschehen, auch im entzündlich veränderten
Zahnhalteapparat des Patienten zu Parodontalzellen weiterentwickeln
lässt.
Parodontitis ist eine Infektion in der Mundhöhle, die zu einer
entzündlich bedingten Zerstörung des Zahnhalteapparates führt. Rund 20 Prozent
der über 35-jährigen Deutschen leiden nach aktuellen Erkenntnissen an einer
schweren Parodontitis (Vierte Deutsche Mundgesundheisstudie des Institutes
Deutscher Zahnärzte, Köln 2006). Die schwere Parodontitis, auch chronische
marginale Parodontitis genannt, ist die Hauptursache für Zahnverlust nach dem
35. Lebensjahr. Die Kosten für die Behandlung der Parodontitis werden in
Deutschland auf jährlich ca. 400 Millionen Euro geschätzt. Die Wittener Forscher
hoffen, in rund zwei Jahren bei klinischen Studien die ersten Patienten mit der
neuen Methode behandeln zu können. Die Wittener Forscher hoffen, in rund zwei
Jahren bei klinischen Studien die ersten Patienten mit der neuen Methode
behandeln zu können.
[ ©
+ weitere Infos:
Prof. Dr. Christian Kaltschmidt, 02302/926-129,
C.Kaltschmidt@uni-wh.de
Prof. Dr. Wolf-Dieter Grimm, 02302/926-608,
wolfg@uni-wh.de ]
Basics: Zahnfleischerkrankungen
auf
www.Zahnwissen.de
3.)
Kauen hilft denken
Wenn die Kiefer rotierend einen Kaugummi kneten, profitiert das
Gehirn: Der Blutfluss zum Denkorgan steigt an, Vokabeln lösen sich
leichter aus den Hirnwindungen und das Arbeitsgedächtnis kommt auf
Touren, berichtet die "Apotheken Umschau". Forscher der Universität
von Northumbria in England haben das in Gedächtnis- und
Konzentrationstests nachweisen können. Nachhaltiges Kauen
beeinflusst auch das Gleichgewichtsorgan im Innenohr günstig. Eine
gute Vorraussetzung für "Reisekaugummis": Sie enthalten
Dimenhydrinat, das auf das Brechzentrum wirkt. Beides hilft gegen
Reiseübelkeit. Kauen ist also öfter mal angesagt - aber bitte
dezent.
[ ©: Apothekenmagazin
3/2007 A ]
Basics:
Kaugummi
im
Zahnlexikon-Online
4.)
Zweifel an
unabhängiger Patientenberatung
Die 22 Beratungsstellen der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD)
haben flächendeckend ihre Arbeit aufgenommen. Ob die UPD unabhängig berät, ist
allerdings zweifelhaft: Alleiniger Geldgeber mit rund fünf Millionen Euro
jährlich sind nämlich die Kassen.
Die auch unter Ärzten umstrittenen Berater wollen regional mit anderen Anbietern
zusammenarbeiten. "Unser Anliegen ist keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung",
sagt UPD-Pressesprecher Bertram Lingnau. Bei der Kooperation stehe man aber noch
am Beginn. Andere Anbieter sind skeptisch, ob dies gelingt. Die seit 1998
bestehende Unabhängige Patientenberatung Bremen sieht den neuen Anbieter als
Mitbewerber.
"UPD verfolgt die gleichen Ziele wie wir, wir betrachten sie als Konkurrenz",
sagte Leiterin Anette Drewes-Kirchhoff. Anders als UPD, die allein über die
Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden, sind in der
Bremer Beratung Träger mit unterschiedlichen Interessen in der Finanzierung.
Außer allen Heilberufskammern und den Kassen auch der Bremer Senat. Dies
garantiert nach Ansicht von Drewes-Kirchhoff die Unabhängigkeit. Ähnlich sieht
es Prof. Günther Jansen vom Patientenombudsverein Schleswig-Holstein. Dessen 66
Mitglieder kommen im Unterschied zum UPD aus allen Bereichen des
Gesundheitswesens. "Das erzeugt Neutralität", sagt Jansen.
UPD ist ein Zusammenschluss von Sozialverband VdK Deutschland, der
Verbraucherzentrale Bundesverband und dem Verbund unabhängiger
Patientenberatung. Alleiniger Geldgeber mit rund fünf Millionen Euro jährlich
sind die gesetzlichen Kassen. In jeder Beratungsstelle sollen Patienten
Unterstützung in den Bereichen Gesundheit, Recht und Psychosoziales erhalten. In
Gesundheitsfragen stehen für rund ein Drittel der Anfragen Ärzte als
Ansprechpartner zur Verfügung. Oft kommen die Berater aber aus anderen
Gesundheitsberufen, etwa Krankenschwestern mit Zusatzausbildung. Der Marburger
Bund hatte, wie berichtet, eine "Scheinberatung für Patienten" kritisiert, da
unabhängiger ärztlicher Sachverstand nicht vorgesehen sei.
[ ©:
zm-online , ck/ÄZ ]
Patientenberatungsstellen
der Zahnärztekammern/Kassenzahnärztlichen Vereinigungen
5.)
Mit Müsli gegen Darminfektionen
Eine ballaststoffreiche Ernährung fördert die Produktion körpereigener
Substanzen im Dickdarm, die dort schädliche Bakterien und andere Mikroorganismen
abtöten können. Damit eröffnet eine über die Ernährung gesteuerte Vermehrung
dieser endogenen Antibiotika neue Chancen in der Vorbeugung und Behandlung
infektiöser Darmerkrankungen. Mithilfe einer Fördermaßnahme des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
kam ein Forscherteam um Dr. Jürgen Schauber von der Medizinischen
Universitätsklinik Würzburg nun erstmals dem dahinterliegenden
Regulationsmechanismus auf die Spur. Damit gelang ihm der Nachweis, dass
Faktoren aus der Nahrung die Dickdarmschleimhaut anregen, die antimikrobiell
wirkenden Peptide herzustellen. Zu diesen Faktoren zählen insbesondere bestimmte
Abbauprodukte von Ballaststoffen wie die Fettsäure Buttersäure.
Erst vor wenigen Jahren fanden Wissenschaftler heraus, dass Zellen an
Körperoberflächen wie der Haut oder der Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt kleine
Eiweißstoffe (Peptide) mit antimikrobieller Wirkung produzieren. Diese
Substanzen gehören zum angeborenen Immunsystem und finden sich bei Menschen,
Tieren und Pflanzen. Sie unterstützen das Immunsystem im Kampf gegen
Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze und Viren.
Hintergrund
Die Deutsche Gesellschaft für
Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt, zur Unterstützung der Darmgesundheit
täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe zu verzehren. Nahrungsmittel
Ballaststoffgehalt:
1 Scheibe Vollkornbrot (50g) 8,1g
1 Portion Müsli mit Nüssen (50g) 6,6g
1 EL Leinsamen (10g) 3,9g
1 mittelgroße Salzkartoffel (100g) 1,2g
1 Portion Vollkornreis (50g) 1,1g
1 Portion Feldsalat (50g) 0,75g
1 mittelgroße Karotte (100g) 3,6g
1 Apfel mit Schale (125g) 2,5g
1 Portion Erdbeeren (250g) 5,0g
10 Haselnusskerne (10g) 0,8g
Quelle: Heseker, B. u. H. (1999): Nährstoffe in Lebensmitteln,
Frankfurt.
[
©: BM für Bildung und
Forschung ]
Basics: Ernährungsempfehlungen im
Zahnlexikon-Online
6.)
Schluckauf: Zunge
raus! - Neue Tipps gegen den "Hicks!"
Er ist eines der ungelösten Rätsel der Medizin: Der Schluckauf,
manchmal durchaus dramatisch, meistens aber nur lustig, wenn das
Zwerchfell außer Kontrolle gerät. "Besonders wirksam ist es, an der
Zunge zu ziehen oder diese herauszustrecken" empfiehlt die
Atemtherapeutin Veronika Langguth in der "Apotheken Umschau". Die
Begründung: "Man atmet dann automatisch in Bauch und Becken. Das
wirkt lösend auf den ganzen Körper und entkrampft damit auch das
Zwerchfell." Einen ähnlichen Affekt hat es, die Zunge für ein paar
Atemzüge nach hinten umzuschlagen und leicht an den Gaumen zu legen.
[
©:
Apothekenumschau ]
Basics:
Schluckauf im
Zahnlexikon-Online
7.)
Große Mengen falscher Medikamente im Umlauf
In Deutschland sind offenbar große Mengen gefälschter Arzneimittel im
Umlauf. "Es gibt Schätzungen, dass acht bis zehn Prozent der gekauften
Medikamente gefälscht sind", sagt der Pharmaexperte Professor Harald G.
Schweim von der Universität Bonn in der Frauenzeitschrift FÜR SIE. Ob
Antibiotika, Impfstoffe oder Aids-Mittel, im Prinzip werde alles
gefälscht, und vermutlich werde mit Arzneimittelfälschungen inzwischen
mehr Geld als mit dem Drogenhandel verdient, sagt Schweim. Grund dafür
sei, dass für die Kriminellen das Geschäft wegen der vergleichsweise
weichen Gesetze in den meisten Ländern weit weniger gefährlich sei.
Die größte Gefahr stellt der Kauf über das Internet dar, wo viele
unseriöse Anbieter vor allem Lifestyle-Medikamente wie
Schlankheitspillen, Potenzmittel oder Medikamente gegen Haarausfall
offerieren. Ein Risiko lauert aber auch im Ausland. "Zum Beispiel lassen
sich Frauen aus der Türkei Antibabypillen mitbringen, weil sie weniger
kosten - eine ganz schlechte Idee", warnt Schweim.
Wie riskant der Online-Kauf von so genannter Fake-Ware ist, zeigen zwei
aktuelle Untersuchungen aus Frankfurt und London: Deren Schätzungen
besagen, dass es sich bei 30 bis 50 Prozent des via Internet
vertriebenen Potenzmittels "Viagra" um Fälschungen handelt. Allein 2004
wurden weltweit zehn Millionen gefälschte `Viagra`-Tabletten
beschlagnahmt, wie Franziska Theobald vom Pharmakonzern Pfizer
bestätigt.
In den Fake-Medikamenten kann alles stecken, harmlose Substanzen ebenso
wie der echte Wirkstoff in anderer Dosierung oder ein ähnlicher Stoff.
Letzteres ist besonders gefährlich, denn die Nebenwirkungen solcher
Substanzen sind nicht erforscht. Auch bei falscher Dosierung besteht ein
hohes Gesundheitsrisiko. Oft machen sich die Fälscher nicht einmal die
Mühe, Packungen zu kopieren und versenden per Postpaket nur Tüten mit
losen Tabletten. Im Verdachtsfall wird das Paket vom Zoll geöffnet, denn
Privatpersonen dürfen grundsätzlich keine Medikamente aus
Nicht-EU-Ländern einführen. Wenn der Zoll dies bemerkt, wird die Ware
beschlagnahmt.
[ ©:
FÜR SIE, E-Mail:
kerstin.bode@fuer-sie.de ]
8.)
Jeder dritte Deutsche sucht medizinischen Rat im Internet
Ob Infos über Krankheiten, Ernährungstipps für Babys oder
Erläuterungen zu Arzneimitteln – viele Deutsche suchen medizinischen
Rat im Internet. Das zeigt eine neue Studie. Demnach haben im
vergangenen Jahr 34,2 Prozent der Bundesbürger über 16 Jahre
entsprechende Gesundheitsportale angeklickt. Nur in den Niederlanden (45
Prozent) und in Finnland (43,6 Prozent) war das Interesse innerhalb der
Europäischen Union noch größer. Im EU-Durchschnitt lag der Wert bei 20
Prozent. Das teilte der Bundesverband Informationswirtschaft,
Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) mit. Grundlage für die
Angaben ist eine Erhebung des europäischen Statistikamtes Eurostat. „Für
die Popularität von Gesundheitsportalen sprechen vor allem zwei
Entwicklungen. Zum einen steigt das Gesundheitsbewusstsein. Zum anderen
nimmt die Qualität der Online-Angebote weiter zu“, sagte
BITKOM-Vizepräsident Jörg Menno Harms.
In Deutschland gibt es inzwischen mehrere Dutzend Portale, die sich
speziell dem Thema Gesundheit und Wellness widmen. Von reinen
Online-Lexika haben sie sich längst entfernt. Auf einigen Seiten können
sich die Nutzer zum Beispiel in Foren austauschen oder direkt Fragen an
Ärzte stellen. Selbst die Europäische Kommission betreibt seit kurzem
ein eigenes Gesundheitsportal. Harms: „Über das Internet lassen sich
schnell und unkompliziert grundlegende Informationen zu Krankheiten oder
anderen Themen recherchieren. Einen Arztbesuch ersetzen die
Online-Portale allerdings nicht.“
Neben der Suche nach Informationen nutzen die Deutschen das Internet
verstärkt auch zur direkten Bestellung von Arzneimitteln. Seit Anfang
2004 ist der Online-Kauf rezeptpflichtiger Medikamente in Deutschland
erlaubt. Von den 21.500 öffentlichen Apotheken hier zu Lande haben
inzwischen schätzungsweise etwa 1.500 eine Zulassung als Versandapotheke
erhalten. Sie bieten rezeptfreie Medikamente bis zu 30 Prozent günstiger
an als der stationäre Handel. Derzeit bewegt sich der Marktanteil der
Versandapotheken im unteren einstelligen Bereich – mit steigender
Tendenz. In den USA liegt der Wert bereits bei bis zu 15 Prozent. Eine
ähnliche Entwicklung erwartet der BITKOM in den kommenden Jahren auch in
Deutschland.
[ ©:
PM der BITKOM ]
Basics: www.Zahnwissen.de
9.)
Kassen-Überschuss mit 1,7 Milliarden Euro deutlich höher als erwartet
Fast das gesamte
Sparvolumen kommt vom Zahnersatz
Die gesetzlichen Krankenkassen haben 2006 deutlich höhere
Überschüsse erwirtschaftet als erwartet. Das Bundesgesundheitsministerium
meldete Ende vergangener Woche für alle rund 250 Kassen zusammen ein Plus von
1,7 Milliarden Euro. Zu Jahresanfang hatte das Ministerium noch vorsichtig von
„mehr als einer Milliarde Euro“ gesprochen. Rund 1,6 Milliarden Euro kommen
dabei vom Zahnersatz (ZE), denn obwohl die ZE-Ausgaben in der Gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV) in 2006 um rund 9,7 Prozent gestiegen sind, ist damit
aber noch lange nicht der ZE-Umsatzrückgang von 2005 mit über 33 Prozent
aufgeholt worden. Die Differenz beträgt immer noch mehr als 20 Prozent zum
Gesamtvolumen von 2004.
Da der Sonderbeitrag von 0,4 Prozent, den die GKV-Versicherten für Zahnersatz
selbst bezahlen müssen, auf der hohen Ausgabenbasis von 2004 festgelegt worden
ist, sparen die Kassen mehr als ein Drittel von den ZE-Sondereinahmen. Von den
rund 142 Milliarden Beitragseinnahmen der Kassen macht der Sonderbeitrag für
Zahnersatz rund 4,3 Milliarden Euro aus, davon haben aber die Kassen nur 2,7
Milliarden Euro über Festzuschüsse für die ZE-Versorgung der Versicherten an die
Zahnärzte gegeben und so im Jahr 2006 mehr als 1,6 Milliarden Euro „ZE-Überschuss“
gehabt. Das bedeutet, dass rein rechnerisch fast der gesamte GKV-Überschuss im
Jahr 2006 aus Minderausgaben für ZE resultiert.
Die Krankenkassen sind jedoch nicht bereit, den Sonderbeitrag entsprechend zu
senken – zum Beispiel auf rund 0,25 Prozent –, noch gibt es Verhandlungswünsche
der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) mit den Krankenkassen über
eine Anhebung der Festzuschüsse in einzelnen Positionen oder insgesamt um mehr
als 30 Prozent, um den Sonderbeitrag wenigstens annähernd für Zahnersatz
auszuschöpfen. Die Krankenkassen brauchen die Überschüsse, um ihre Schulden –
wie gesetzlich vorgeschrieben – bis Ende nächsten Jahres abzubauen. Darüber
hinaus müssen die Kassen im laufenden Jahr den geringeren Bundeszuschuss
ausgleichen, der von 4,2 auf 2,5 Milliarden Euro sinkt.
Nach Behauptungen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) fußten die „guten
Zahlen des Jahres 2006 auf höheren Einnahmen durch die sinkende
Arbeitslosigkeit“. Seit Juni 2006 steigt erstmals seit Jahren die Zahl der
Krankenkassenmitglieder, die nicht arbeitslos sind, wieder an. Das spiegelt sich
in den Beitragseinahmen wider: Nach jahrelanger Stagnation stiegen sie im
Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent auf 142,2 Milliarden Euro. Gleichzeitig
nahmen die Ausgaben für Arzneimittel und Krankenhausbehandlungen weniger stark
zu als zunächst befürchtet. Bei Arzneimitteln stiegen diese um 1,8 und bei
Krankenhäusern um 2,7 Prozent. Im ersten Quartal hatten die Steigerungsraten
noch bei 10,5 und 5,8 Prozent gelegen. Die Ausgaben für Zahnarztbehandlungen
wuchsen bundesweit um 1,9 Prozent.
Für Ulla Schmidt kann aufgrund der positiven
Entwicklung die „gesetzliche Krankenversicherung mit einer stabilen finanziellen
Grundlage ab 2009 in den Gesundheitsfonds starten. Die positive
Finanzentwicklung entlarvt die Schwarzmalerei der Kassen als substanzlos“, so
Schmidt.
[ ©:
DZW
]
Basics: Gesetzliche
Krankenversicherung
im
Zahnlexikon-Online
10.)
Dentotelefonie - Mikro im Zahn
Menschen, die über eine Strippe mit ihrem Handy und damit ihrem
Gesprächspartner verbunden sind, gehören bald der Vergangenheit an. Denn
demnächst telefonieren sie kabelfrei. Nachdem Ingenieure daran arbeiten,
sogenannte Arzneimittelspender im Zahnersatz unterzubringen, ist es nun auch
gelungen, kleinste Mikrofone und Empfänger in den Zahnersatz einzubauen.
Diese Sender und Empfänger von Mobiltelefonen sind mit dem Gerät per Blue Tooth
in Kontakt. Sie sind absolut wasser- beziehungsweise speichelunempfindlich und
können, da sie wie ein Zahnersatz fest verankert sind, nicht verschluckt werden.
Ein Problem haben die Entwickler jedoch noch: Da es sich bei den Interessenten
für diese Geräte vorwiegend um junge Menschen handelt, diese jedoch sehr selten
Zahnersatz nötig haben, wird momentan daran gearbeitet, den Mikrosender einfach
hinter den letzten Molaren zu kleben. Die Fixierung soll mit Komposit erfolgen,
wie jetzt auf der Cebit von der Forschergruppe in Hannover vorgestellt wurde.
[ ©:
zm-online , sp
]
11.)
Gesundheitsausgaben
werden durch die längere Lebenserwartung weiter steigen
Die steigende Lebenserwartung in Deutschland wird zu
deutlichen Mehrausgaben im Gesundheitswesen führen. Zu diesem Ergebnis
kommt die aktuelle Studie "Alter und steigende Lebenserwartung - Eine
Analyse der Auswirkungen auf die Gesundheitsausgaben" des
Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP).
Die Studie untersucht, ob die steigende Lebenserwartung in unserer
Gesellschaft zu einer vermehrten Inanspruchnahme von
Gesundheitsleistungen geführt hat (Medikalisierungsthese) oder ob mehr
Lebensjahre in Gesundheit verbracht worden sind und sich die
behandlungsintensive Zeit nur in die letzten Lebensjahre verschoben hat
(Kompressionsthese). Für diese für die künftige Kostenentwicklung
unseres Gesundheitssystems außerordentlich wichtige Fragestellung wurde
erstmals eine umfassende Datenbasis ausgewertet. Die Ergebnisse sind
eindeutig: Die steigende Lebenserwartung geht mit einem deutlichen
altersabhängigen Kostenanstieg einher.
"Die Politik sollte auf die weiter steigende Belastung des
Gesundheitssystems reagieren", kommentiert der Geschäftsführer des WIP,
Christian Weber, das Ergebnis: "Wird unser Gesundheitssystem nicht zügig
demografiefester ausgestaltet, dann droht am Ende eine Politik lediglich
der Kostendämpfung und Rationierung und zwar zulasten des medizinischen
Fortschritts. Dies geht dann allerdings mit dem Risiko einer
Verschlechterung der Perspektive für eine weiter steigende
Lebenserwartung einher."
In der Studie wurden die Ausgaben von 1,2 Millionen PKV-Versicherten
ausgewertet und deren Veränderung über zehn Jahre analysiert. Zusätzlich
wurden zum Vergleich Daten aus dem Risikostrukturausgleich der
gesetzlichen Krankenversicherung verwendet. Die Auswertung zeigt:
• Die Ausgaben sind - entgegen der Kompressionsthese - in keiner
Altersklasse gesunken oder konstant geblieben, sondern durchgängig
gestiegen.
• Der Anstieg ist umso höher, je älter die Versicherten sind.
Mit dem Anstieg der Lebenserwartung geht also ein eindeutiger
überproportionaler Kostenanstieg einher.
Die Hoffnung, dass die durch die längere Lebenserwartung gewonnenen Jahre
lediglich zu einer Verschiebung der Ausgaben ins höhere Alter führen, erfüllt
sich somit nicht. Eine Entwarnung für das Gesund-heitswesen und speziell für die
umlagefinanzierte gesetzliche Krankenversicherung kann daher nicht gegeben
werden. Die kapitalgedeckte private Krankenversicherung ist dagegen auf die
Herausforderungen des demografischen Wandels gut vorbereitet.
[ Zur Studie: Die Studie finden Sie als
PDF-Datei unter: www.wip-pkv.de
im Menü "Projekte"]
12.)
Mund-zu-Mund-Beatmung bei Herzstillstand nicht hilfreich
Die Mund-zu-Mund-Beatmung ist im
Falle eines Herzstillstands nicht so gut wie lange Zeit angenommen.
Beschränken sich Helfer auf eine Herzmassage, retten sie damit im
Fall eines plötzlichen Herzstillstandes rund doppelt so viele Leben.
Das haben japanische Forscher in einer Studie herausgefunden. Die
Wissenschaftler um Ken Nagao vom japanischen Surugadai Nihon
Universitätskrankenhaus kamen zu diesem Ergebnis, nachdem sie 4068
Fälle von plötzlich kollabierten Erwachsenen aus der japanischen
Region Kanto untersucht hatten.
Ein Ergebnis: In keiner Patientengruppe habe die zusätzliche
Mund-zu-Mund-Beatmung irgendeinen Nutzen gebracht. Im Gegenteil, sie
koste zu viel Zeit, die für die nützlichere Herzmassage fehle.
Die Studie bestätige, was sich in Tierversuchen bereits gezeigt
habe, erklärte Gordon Ewy vom Klinikum der Universität Arizona in
Tucson (USA) in einem begleitenden Text in dem Journal. Der
Transport des Blutes durch den Körper sei für den kollabierten
Patienten wertvoller als die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff
durch die Beatmung, erläuterte Ewy. Der Verzicht auf die vielfach
als unangenehm empfundene Methode könnte zudem mehr Menschen
ermutigen, im Notfall auch wirklich zu helfen. Andere Untersuchungen
hätten gezeigt, dass die Beatmung auch aus Angst vor übertragbaren
Krankheiten unbeliebt sei.
Die Gruppe um Nagao unterteilte die Patienten - je nach ihren
Herzproblemen - in mehrere Untergruppen. Eine davon waren
Betroffene, deren Herz nach einem Stromstoß der herbeigeeilten
Notärzte wieder zu schlagen begann. Allein in dieser Gruppe
überlebten fast doppelt so viele Menschen, die nur eine Herzmassage
und keine zusätzliche Mund- zu-Mund-Beatmung erhielten (19,4 zu 11,2
Prozent), heißt es in "The Lancet".
[ ©
sth/dpa in
www.zm-online.de ]
13.)
Zum Schluss: Zähne
des Lovers verschluckt
Eine Rumänin benötigte medizinische Hilfe, nachdem sie bei einem
leidenschaftlichen Kuss die falschen Zähne ihres Liebhabers verschluckt hatte.
Die 38-Jährige aus Galati, deren Namen die Online-Agentur Ananova diskret
verschweigt, war mit Magenschmerzen in die Notaufnahme gekommen. Sie teilte den
Ärzten mit, dass sie einen Fremdkörper verschluckt habe, verschwieg aber,
welchen. Als schließlich ihr Magen geröntgt wurde, kam heraus, dass es sich bei
dem Fremdkörper um falsche Zähne handelte. Nach zwei Tagen in der Klinik schied
die Frau die Beißer auf natürlichem Wege aus.
[ © Smi ,
Ärztezeitung ]
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