Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 4/2009/ 1. April 2009

Aus einer Pressemitteilung der Bundeszahnärztekammer:
Die Gesundheitsbranche ist mit derzeit mehr als 4,3 Millionen Menschen in 800 Gesundheitsberufen nach der Autoindustrie der beschäftigungsintensivste Bereich in Deutschland. Der Jahresumsatz 2006 betrug laut Statistischem Bundesamt 245 Mrd. Euro. Daher setzt sich die Bundeszahnärztekammer - als eine Vertreterin des Gesundheitssektors - dafür ein, dass die Rahmenbedingungen für Heilberufe nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt und kurzfristig sowohl Arbeitsplätze als auch Investitionen gefährdet werden.

Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion


Inhalt

 1.) Mundgeruch ist nicht immer harmlos
 2.) Lippen-Kiefer-Gaumenspalte: Gene wichtiger als gedacht?
 3.)
Gen für Zahnschmelz-Bildung entdeckt
 4.) 60 Jahre Schnuller: Mehr als ein „Kinderstöpsel“
 5.)
Professionelles Bleaching: weiße Zähne sind Sache der Profis in der Zahnarztpraxis
 6.) Alternativmedizin - nicht alle Methoden können wirklich helfen
 7.)
Graue Haare im Alter: Wasserstoffperoxid hemmt die Bildung von Melanin
 8.)
850 Millionen Menschen hungern - aber warum?
 9.)
Überempfindliche Zähne: Experten empfehlen Kalium- und Strontiumsalze
10.)
Behandlungen erst mit der Kasse absprechen
11.) Bundesamt warnt vor Schmerzmittel Fortodol - schwere Leberschäden
12.) Spargelzeit - Tipps für den Einkauf
13.)
Zum Schluss: Der Zahnarzt
 

 


1.) Mundgeruch ist nicht immer harmlos

Schlechter Atem kann verschiedene Ursachen haben. Meist entsteht er als Folge von schlechter Mundhygiene oder durch Hungergefühl. Manchmal ist er aber auch ein Anzeichen für eine ernste Erkrankung, teilt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) mit.

Oft erlaubt der Geruch Rückschlüsse auf die Ursache von Mundgeruch. Wer längere Zeit nichts isst, hat beispielsweise oft einen nach Azeton riechenden Atem. „Dieser Geruch entsteht, wenn der Körper Fette verwertet, weil andere Energiequellen aufgebraucht sind. Das einfachste Mittel dagegen ist, etwas zu essen", erklärt Dr. Martin Strauch vom BDI. Azeton-Geruch kann jedoch auch auf eine so genannte diabetische Ketoazidose hindeuten. Diese lebensbedrohliche Folge eines Typ-1-Diabetes löst durch zu hohe Blutzuckerspiegel und den gestörten Fettstoffwechsel eine Übersäuerung des Bluts aus und kann zu einem diabetischen Koma führen. Diese Patienten müssen schnellstmöglich auf einer Intensivstation mit Insulin behandelt werden.

Nierenschwäche oder Nierenversagen kann dagegen einen nach Urin riechenden Atem zur Folge haben. Denn wenn die Nieren nicht mehr richtig funktionieren, werden Schadstoffe nicht mehr ausreichend aus dem Blut gefiltert. Diese Substanzen, die normalerweise über die Nieren und den Urin ausgeschieden werden, gelangen nun aus dem Blut in die Lungen und werden ausgeatmet. Magen- oder Darmprobleme rufen dagegen nur selten Mundgeruch hervor. „Allerdings können Tumore in der Speiseröhre oder im Magen dazu führen, dass Flüssigkeiten oder Gase aus dem Verdauungstrakt in die Mundhöhle gelangen. Diese machen sich dann durch einen unangenehmen Geruch bemerkbar", so Dr. Strauch.

Darüber hinaus können beispielsweise auch Abszesse in der Lunge schlechten Geruch verbreiten, wenn sich Eiter in der Lunge befindet. Auch geruchsintensive Inhaltsstoffe mancher Lebensmittel wie Zwiebeln oder Knoblauch gelangen über das Blut in die Lunge und werden abgeatmet. In den meisten Fällen entsteht schlechter Atem jedoch direkt in der Mundhöhle durch Zersetzungsprozesse der dort siedelnden Bakterien. „Insbesondere nach dem Genuss von Milchprodukten oder Süßigkeiten entstehen schlecht riechende Substanzen. Das wirksamste Mittel dagegen ist regelmäßiges und sorgfältiges Zähneputzen. In hartnäckigen Fällen können auch ein Zungenschaber oder Mundwasser helfen", empfiehlt der Gastroenterologe aus München.

  [ ©: http://www.internisten-im-netz.de/de_fokus_678_81.html ]

 Basics:  Halitosis  im Zahnlexikon-Online



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2.) Lippen-Kiefer-Gaumenspalte: Gene wichtiger als gedacht?

Der Vergleich von 500.000 Schnipseln des menschlichen Erbguts brachte Wissenschaftler der Universität Bonn auf die richtige Spur: Eine Genvariante auf Chromosom 8 kommt bei Menschen mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten deutlich häufiger vor als bei Kontrollpersonen. Die Ergebnisse werden nun in der kommenden Ausgabe der Zeitschrift "Nature Genetics" veröffentlicht (doi: 10.1038/ng.333).

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zählen zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen. Eines von ca. 700 Neugeborenen in Mitteleuropa ist betroffen. Gerade Kinder leiden sehr unter der Erkrankung, auch wenn die verletzende und diskriminierende Bezeichnung "Hasenscharte" glücklicherweise aus dem Wortschatz so gut wie verschwunden ist.
Bei der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte verwachsen verschiedene Gewebefortsätze des Gesichts und des Mundraumes während der Embryonalentwicklung nicht oder nur unzureichend - zwischen Lippe, Kiefer und mitunter auch dem Gaumen bleibt eine Lücke. Mehrere Faktoren müssen wohl zusammenkommen, damit Spalten entstehen. Sowohl Umwelteinflüsse, die von außen auf das Kind im Mutterleib wirken, als auch genetische Faktoren tragen zur Fehlbildung bei. Die Ergebnisse der Bonner Wissenschaftler könnten aber darauf hinweisen, dass die Gene für die Entstehung der Lippen-Kiefer-Gaumenspalten eine weitaus bedeutendere Rolle spielen als bislang angenommen.

Auf dem langen Arm von Chromosom 8 wurden die Forscher fündig

Die Forscher der Universität Bonn hatten das Erbgut von 460 Personen mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten untersucht. Bei gut der Hälfte der Probanden gingen die Humangenetiker noch weiter ins Detail. Sie analysierten mehr als 500.000 Informationsschnipsel aus deren Erbgut und verglichen diese dann mit den Genschnipseln einer Kontrollgruppe. Eine bestimmte Stelle im menschlichen Genom erregte die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler. "Das war eine Stelle auf Chromosom 8, langer Arm, da trugen die Betroffenen auffällig häufig eine Variante - wesentlich häufiger als nichtbetroffene Personen", erläutert Studienleiterin Dr. Elisabeth Mangold vom Institut für Humangenetik der Universität Bonn. Dies sei ein deutlicher Hinweis darauf, dass ein in dieser Region liegendes Gen etwas mit der Entstehung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zu tun habe.

Gute Nachrichten für Mütter von Betroffenen

"Würde es diesen genetischen Faktor auf Chromosom 8 nicht geben, dann wäre die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind in unserer Bevölkerung eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bekommt, deutlich geringer als 1:700", so Elisabeth Mangold. "Das ist im Grunde eine gute Nachricht für all diejenigen Mütter von betroffenen Kindern, die sich immer gedacht haben: ,Irgendetwas habe ich falsch gemacht während der Schwangerschaft'. Für seine Gene kann man nämlich nichts".

Weitere Studien sollen nun zeigen, welches Gen auf Chromosom 8 genau verantwortlich ist und wie es wirkt. "Wir sind momentan auf der Suche danach", erläutert Dr. Mangold. "Es könnte durchaus ein so genanntes regulatorisches Element sein, das andere Gene steuert." Wenn die Funktionsweise aller beteiligten Gene und das Zusammenspiel mit Umweltfaktoren verstanden sind, können die Forscher auch sagen, ob z.B. eine medikamentöse Prophylaxe in der Schwangerschaft sinnvoll ist. Derzeit deutet einiges darauf hin, dass die Einnahme bestimmter Vitamine während der Schwangerschaft Fehlbildungen des Embryos entgegenwirken kann.

Teilnehmer für weitere Studien gesucht

Für die Fortsetzung der Studien suchen die Wissenschaftler dringend weitere Probanden. Teilnehmen können alle Kinder und Erwachsenen mit so genannten isolierten Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, also Personen, bei denen die Fehlbildung nicht Folge einer anderen Grunderkrankung ist.

  [ ©:  Kontakt: Dr. Elisabeth Mangold Institut für Humangenetik Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Telefon: 0228/287-22286 E-mail: e.mangold@uni-bonn.de  ]

 Basics:  Lippen-Kiefer-Gaumenspalten im Zahnlexikon-Online

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3.) Gen für Zahnschmelz-Bildung entdeckt

Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Universität Zürich hat unter Anleitung von Professor Dr. Thimios Mitsiadis vom Institut für Orale Biologie ein Gen identifiziert, welches für die Bildung von Zahnschmelz verantwortlich ist.

Zahnschmelz ist die zentrale Komponente der Zähne und das härteste in der Natur bekannte organische Gewebe. Die Entdeckung eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung von Zahnkrankheiten, wie die Forscher im Journal "Developmental Biology" berichten.
Experimente mit Mäusen, denen der sogenannte Transkriptionsfaktor Tbx1 fehlt, haben die Forschergruppe um Prof. Mitsiadis zur Identifikation des Gens geführt, das die Entwicklung von Zahnschmelz (Enamel) steuert.
Bei Tbx1 handelt es sich um ein Gen, welches eine zentrale Rolle beim DiGeorge-Syndrom spielt. Das DiGeorge-Syndrom wiederum ist eine Entwicklungsstörung, die Herz, Thymus und Nebenschilddrüse sowie Gesicht und Zähne beeinträchtigt.
Personen mit DiGeorge-Syndrom haben Zähne mit defektem Zahnschmelz. Zahnschmelz entsteht durch Mineralisierung von bestimmten Zahnschmelz- Eiweissen, welche wiederum von Ameloblasten - einer Art Zahnepithelzellen - produziert werden. Nun zeigen die Ergebnisse der Studie, dass Zähne, denen Tbx1 fehlt, nicht nur kein Zahnschmelz produzieren können, sondern dass diesen Zähnen auch die Ameloblasten fehlen. "Damit haben wir eine direkte Verbindung zwischen verminderter Tbx1-Funktion und defekter Zahnschmelzbildung aufgezeigt", folgert Prof. Mitsiadis.

Neue Perspektiven eröffnen die Erkenntnisse gemäss Prof. Mitsiadis für die Behandlung kranker Zähne: "Das Verständnis des genetischen Codes, welcher Zahnentwicklung und Zahnreparatur kontrolliert, wird es uns ermöglichen, neue Produkte oder sogar Ersatzgewebe zu entwickeln, mit denen verletzte oder ungesunde Zähne wieder hergestellt werden können." Noch ist eine solche Zahnreparatur oder ein solcher Zahnersatz sehr komplex, so dass die noch vereinzelten Entdeckungen auf diesem Gebiet bisher nicht in wirksame klinische Therapien umgewandelt worden sind.
Die grösste Herausforderung auf dem Gebiet der Zahntechnik liegt gemäss Prof. Mitsiadis im Einsatz von Stammzellen zur Bildung von neuem Zahnschmelz: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Tbx1 an der Erhaltung der Zahnepithelstammzellen beteiligt und für die Bildung der Ameloblasten verantwortlich ist. Bei bestimmten genetischen Zahnabnormalitäten sollte die Zahnregeneration oder Reparatur durch eine Behandlung mit Stammzellen möglich sein. Aggregate solcher Stammzellen könnten in Zukunft zur lokalen Zahngewebetransplantation verwendet werden."

  [ ©:  Prof. Thimios Mitsiadis , thimios.mitsiadis@zzmk.uzh.ch  , http://www.dent.uzh.ch/ob/leitung.html ]

 Basics:  Schmelz im Zahnlexikon-Online

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4.) 60 Jahre Schnuller: Mehr als ein „Kinderstöpsel“

Als vor 60 Jahren, im Jahr 1949, zwei deutsche Zahnärzte den Vorläufer der modernen Schnuller als „kiefergerechten Beruhigungssauger und Kieferformer“ erfanden, war dessen Aufgabe klar definiert: Er diente wie seine historischen Vorgänger zwar zur Beruhigung – aber erstmals hatte er außerdem eine mundgesundheitliche Aufgabe, nämlich den Schutz der Kiefer vor Fehlbildungen. Bis heute, so die Initiative Kiefergesundheit, hat sich dieser moderne Schnuller ständig weiterentwickelt. Während in den Anfangsjahren die neu entwickelte Gummiblase, an denen die Kinder seither ihre innere Unruhe „abarbeiten“, recht groß war, sind moderne Schnuller mit weitaus kleinerem „Innenleben“ ausgestattet. Das folgt dem zahnmedizinischen Wissen, dass alles, was über längere Zeit zwischen den Zähnen gehalten wird, so klein und passgenau wie möglich sein sollte. Nur wenn der Schnuller die Lage der Kiefer und auch der Zunge nicht verändert, kann sich alles ordnungsgemäß entwickeln und den Milchzähnen den richtigen Standort bieten.

Drückt ein übergroßer Schnuller über längere Zeit den Oberkiefer nach vorn, entwickelt sich meist ein sogenannter „Lutschbiss“: Die oberen Zähne stehen vor und berühren die Unterkieferzähne nicht mehr – manchmal entsteht sogar ein regelrechtes Loch zwischen Ober- und Unterkiefer, das wie ein festgewachsenes „Schnuller-Tor“ wirkt.
Noch schwerwiegender sind Kieferveränderungen, die vom dicken Daumen als Nuckelalternative kommen: In diesem Fall wird der Oberkiefer nach vorn gedrückt und gleichzeitig auch noch der Unterkiefer nach hinten. Eine spätere kieferorthopädische Korrektur ist meist unvermeidlich.

Die Initiative Kiefergesundheit weist darauf hin, dass die Auswahl an Schnullern heute sehr groß ist und Eltern sich nicht durch lustige Farben oder Spielereien verführen lassen sollten. Wichtiger sei, die Auswahl nach den gleichen Kriterien zu treffen, die auch die Erfinder vor 60 Jahren zu ihrer Entwicklung angetrieben hat: „kiefergerecht“ soll er sein, und den Kiefer natürlich formen. Eltern, die unsicher sind, wie ein guter Schnuller aussieht, können sich dies von jedem Kieferorthopäden zeigen lassen. Kiefergesundheits- sowie Schnuller-Tipps (auch zum Nuckel-Abgewöhnen) gibt es außerdem unter: www.milchzahnseite.de

  [ ©:  Birgit Dohlus , info@zahndienst.de ]

 Basics: Nuckel  im Zahnlexikon-Online

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5.) Professionelles Bleaching: weiße Zähne sind Sache der Profis in der Zahnarztpraxis

Die Angebote der Industrie klingen verlockend: das strahlendste Zahnweiß ganz einfach aus den Regalen der Supermärkte? Hier ist Vorsicht geboten, denn der chemische Selbstversuch kann bei Erkrankungen von Zähnen und Zahnfleisch mit hohen Risiken verbunden sein. "Sollte der Wunsch nach einer deutlichen Aufhellung der Zahnfarbe da sein, ist der erste und beste Weg der Besuch der Zahnarztpraxis", rät Sylvia Fresmann, leitende Dentalhygienikerin der goDentis.

"Alle Bleaching-Verfahren sind nur dann wirklich sicher und wirkungsvoll, wenn sie nach zahnärztlicher Untersuchung und Beratung von qualifizierten Prophylaxefachkräften und mit zahnärztlicher Betreuung in der Zahnarztpraxis durchgeführt werden. Nur so können Sicherheit und ein individueller, nachhaltiger Behandlungserfolg garantiert werden", informiert die Expertin. In der Praxis wird zunächst der Grund für die unerwünschte Verfärbung der Zähne festgestellt und geprüft, ob ein Bleaching überhaupt sinnvoll ist und zum gewünschten Ergebnis führen wird. Risikofaktoren werden abgeklärt und der Patient wird entsprechend informiert.

Aber nicht immer ist ein Bleaching wirklich nötig. In vielen Fällen bewirkt schon die professionelle Zahnreinigung, fester Bestandteil eines guten Prophylaxekonzeptes, eine Aufhellung der Zähne. "Zuerst werden die fest sitzenden Beläge meist mit Hilfe von Ultraschall oder von Hand mit feinen Instrumenten gelöst. Pulverstrahlgeräte entfernen hartnäckigste Beläge und Verfärbungen", erläutert Sylvia Fresmann die ersten Schritte der PZR.

Eine Politur glättet die Zahnflächen und schützt so vor neuen Ablagerungen. Die Zunge, auf der häufig Bakterien nisten, wird mit flachen Instrumenten abgebürstet. So wird eine der Hauptursachen für unangenehmen Mundgeruch bekämpft. Eine Versiegelung mit fluoridhaltigem Lack oder Gel härtet die Oberfläche der Zähne und macht sie unempfindlich. Die Patienten erhalten zusätzlich jede Menge Tipps für die optimale Mundhygiene zu Hause - insbesondere für die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder mit speziellen Bürstchen.

  [ ©: Klaus Schenkmann , presse@godentis.de  ]

 Basics: Bleichen  im Zahnlexikon-Online

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6.) Alternativmedizin - nicht alle Methoden können wirklich helfen

Immer mehr Menschen in Deutschland misstrauen der Schulmedizin und hoffen bei einer Erkrankung auf eine der zahlreichen alternativen Methoden, wie sie etwa von Heilpraktikern angeboten werden. Doch wie wirksam sind diese Verfahren wirklich? In dem Männer-Lifestylemagazins "Men's Health" erklärt der Spezialist Professor Edzard Ernst, Gründer der Fachabteilung Komplementärmedizin an der University of Exeter in England, die Tops und die Flops der Alternativmedizin.
So beurteilt er die Pflanzenheilkunde durchaus positiv, weil sie "zum Teil hochwirksam ist", und schließlich auch zahllose moderne Arzneimittel aus Pflanzen entwickelt worden seien. Auch die Hypnose-Therapie kann nach den Erfahrungen des Fachmannes "allein oder in Kombination mit anderen Verfahren physische, psychische oder psychosomatische Störungen" beheben. "Gut belegt ist die Wirksamkeit der Hypnotherapie etwa bei Dickdarmreizung", sagt Ernst, der der erste Professor für Alternativmedizin in Großbritannien ist.
Eine positive Beurteilung gibt er darüber hinaus dem so genannten Autogenen Training, das zwar wenig erforscht sei, aber zum Beispiel bei Bluthochdruck hilfreich sein könne, wie der Mediziner betont. Anerkennung findet bei ihm außerdem das "Biofeedback", bei dem die Patienten mit akustischen oder optischen Signalen ihres Körpers behandelt werden. "Diese Methode ist bei einer Reihe von Erkrankungen wirksam, etwa bei Inkontinenz", erklärt Professor Ernst.

Wenig begeistert ist der Spezialist dagegen von der Homöopathie, bei der Krankheiten mit Minidosen eines Naturstoffes geheilt werden sollen. "Es handelt sich hier um eine nicht plausible Therapie, die in etwa 200 Studien überprüft wurde. Insgesamt wurde dabei die Wirksamkeit nicht bestätigt", betont Ernst.
Das Gleiche gilt nach seinen Feststellungen auch für die so genannte Bachblütentherapie, die angeblich mit der gebundenen Energie von Blüten psychische und körperliche Beschwerden lindern kann.
Deutliche Skepsis ist nach den Angaben des Mediziners auch bei den verschiedenen Methoden der "Geistheilung" angebracht: "Es liegen dazu rund 80 kontrollierte Studien vor. Die große Mehrzahl bestätigt die Wirksamkeit dieser Verfahren nicht", erklärt Ernst.
Ganz hart ins Gericht geht der Professor mit der "Detox-Methode", die den Körper mit speziellen Shampoos, Duschgels, Tees und Nahrungsergänzungsmitteln entgiften will. "So wie es in der alternativen Szene eingesetzt wird, ist es reine Geldschneiderei. Niemand konnte bisher zeigen, dass irgendein Gift dadurch eliminiert wird", warnt der Mediziner.

 [  ©:  Marco Krahl, Textchef/Men's Health, Tel. 040/853303-963, E-Mail: mkrahl@menshealth.de ]

 Basics:  Alternative Behandlungsmethoden  im Zahnlexikon-Online

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7.) Graue Haare im Alter: Wasserstoffperoxid hemmt die Bildung von Melanin

Graue oder weiße Haare entstehen mit zunehmenden Lebensjahren durch einen ganz natürlichen Alterungsprozess, bei dem weniger Farbpigmente gebildet werden. Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der University of Bradford in Großbritannien haben nun das Geheimnis um die Grau- oder auch Weißfärbung der Haare im Alter gelüftet. Demnach sind Sauerstoffradikale maßgeblich an dem Verlust der Haarfarbe beteiligt. "Ausgangspunkt des gesamten Prozesses ist Wasserstoffperoxid, das wir auch als Bleichmittel kennen", erklärt Univ.-Prof. Dr. Heinz Decker vom Institut für Biophysik der Universität Mainz. "Bei zunehmendem Alter wird es in den Haaren vermehrt gebildet und verhindert schlussendlich die Herstellung des Farbpigments Melanin." Den molekularen Mechanismus dieses Prozesses haben die Mainzer Biophysiker zusammen mit den Dermatologen aus Bradford erstmals genau aufgeschlüsselt und in dem Fachjournal The FASEB Journal veröffentlicht.

Wasserstoffperoxid - oder H2O2 in der chemischen Bezeichnung - entsteht beim Stoffwechsel überall im menschlichen Körper in kleinen Mengen, so auch im Haar. Mit dem Alter nimmt die Menge jedoch zu, weil der Körper mit dem Abbau von Wasserstoffperoxid in die beiden Bestandteile Wasser und Sauerstoff nicht mehr nachkommt. In ihrer Arbeit haben die Wissenschaftler gezeigt, dass ein dafür verantwortliches Enzym namens Katalse, das normalerweise Wasserstoffperoxid neutralisiert, in den Zellen nur noch in sehr geringer Konzentration vorkommt. Dies hat dramatische Konsequenzen. Wasserstoffperoxid greift das Enzym Tyrosinase an und oxidiert dabei einen bestimmten Baustein, nämlich die Aminosäure Methionin. "Durch diesen Oxidationsvorgang wird die Funktion des Enzyms Tyrosinase so stark beeinträchtigt, dass es kein Melanin mehr bilden kann. Wir kennen jetzt die genaue Molekulardynamik, die diesem Vorgang zugrunde liegt", erläutert Decker. Die Wissenschaftler am Institut für Biophysik arbeiten bereits seit etwa zehn Jahren an der Erforschung der Tyrosinasen, die als Enzyme in allen Organismen vorkommen und viele verschiedene Funktionen ausüben. Bei den Computersimulationen zur Aufdeckung der molekularen Mechanismen wurden die Biophysiker durch das neu gegründete Zentrum für rechnergestützte Forschungsmethoden in den Naturwissenschaften der Uni Mainz unterstützt.

Die Oxidation durch Wasserstoffperoxid legt jedoch nicht nur die Melaninproduktion lahm, sondern beeinträchtigt auch noch weitere Enzyme, die zur Wiederherstellung der beschädigten Eiweißbausteine benötigt werden. So kommt eine Kaskade von Ereignissen in Gang, an deren Ende der allmähliche Verlust der Pigmente im gesamten Haar - von der Haarwurzel bis zur Haarspitze - steht. Mit dieser Arbeit haben die Wissenschaftler aus Mainz und Bradford nicht nur das uralte Rätsel, warum unsere Haare im Alter grau werden, auf molekularer Ebene gelöst, sondern auch Ansätze für eine künftige Therapie etwa bei Vitiligo, einer Pigmentstörung in der Haut, aufgezeigt. Denn Melanin ist nicht nur für die Färbung der Haare, sondern ebenso der Haut und Augen verantwortlich.

 [  ©:  Univ.-Prof. Dr. Heinz Decker , E-Mail: hdecker@uni-mainz.de  ]

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8.) 850 Millionen Menschen hungern - aber warum?

Ist es möglich, von zwei Dollar am Tag zu leben? Erschreckenderweise können weltweit mehr als 2,7 Mrd. Menschen diese Frage beantworten, denn über mehr Geld verfügen sie nicht. Natürlich reicht diese Summe kaum zum satt werden, schon gar nicht seit dem sprunghaften Anstieg der Grundnahrungsmittelpreise in den letzten Jahren. Auch in naher Zukunft werden Lebensmittel laut Experten teuer bleiben - mit schlimmen Folgen. Denn mit jedem Prozentpunkt, den die Preise steigen, wächst die Zahl der mangelhaft ernährten Menschen um 16 Millionen.
Wie Wissenschaftler des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) ausführen, steigen die Preise für Nahrungsmittel, weil die Produktion stagniert und die Nachfrage kräftig wächst. Extreme Trockenheit in wichtigen Anbauländern wie etwa Australien sorgten zwei Jahre in Folge für Engpässe auf dem Getreidemarkt. Das ließ die Vorräte auf ein 30-jähriges Tief sinken. Gleichzeitig floss vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern weniger Geld in den Agrarsektor. Die Ertragszuwächse fielen deshalb deutlich kleiner aus als in früheren Jahren. Auch die schlechte Infrastruktur bei Lagerung und Transport sowie die gestiegenen Kosten für Düngemittel und Kraftstoff behinderten in armen Ländern die Entwicklung.
Auf der anderen Seite steigt der Bedarf. Jedes Jahr wächst die Weltbevölkerung um 82 Millionen Menschen. Und immer mehr Menschen wollen Fleisch, dessen Produktion wertvolle Ackerfläche kostet. Zudem werden immer mehr Flächen für den Anbau nachwachsender Rohstoffe genutzt. Daneben spielt die Politik eine wichtige Rolle. So sind die wichtigsten Agrarexportländer dazu übergegangen, ihre Überschussproduktion abzubauen, um die teuere Lagerung einzusparen. Dadurch sinkt die auf dem Weltmarkt angebotene Menge und die Preise steigen. Um diese komplexen Probleme zu lösen, wäre eine internationale Zusammenarbeit der beteiligten Staaten nötig, die aber im Moment nicht in Sicht ist.

  [ ©: aid, Jürgen Beckhoff ]

 Basics: www.hilfswerk-z.de

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9.) Überempfindliche Zähne: Experten empfehlen Kalium- und Strontiumsalze

Etwa ein Drittel der Erwachsenen zwischen 20 und 50 Jahren kennen den kurzen scharfen Schmerz beim Einatmen kalter Luft oder beim Genuss von kalten und warmen Getränken. Am häufigsten treten überempfindliche Zähne zwischen 30 und 40 Jahren auf. Von dem schmerzhaften Gefühl sind mit 60 Prozent vor allem Frauen betroffen.

Auf Einladung der IHCF-Stiftung zur Förderung der Gesundheit und der Sensodyne®-Forschung trafen sich die international anerkannten Professoren Lutz Stösser (Jena), Lars Petersson (Halmstad/ Schweden), Christian Splieth (Greifswald) und Christoph Benz (München) zu einem Expertengespräch. Ziel dieser Diskussion war es, auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse einen Konsens für die Behandlung von überempfindlichen Zähnen zu entwickeln.

Die Experten kamen zu dem Schluss, dass Kalium- und Strontiumsalze bei dieser Indikation effiziente Wirkstoffe sind und somit als Inhaltsstoffe in Zahncremes bei der häuslichen Anwendung eine sinnvolle Ergänzung des zahnärztlichen Handelns darstellen. Kaliumchlorid schützt und beruhigt den Zahnnerv, während Strontiumchlorid die reizweiterleitenden Dentinkanälchen verschließt. Nach Aussage der Experten kann so bereits bei den ersten Anzeichen von schmerzempfindlichen Zähnen wirksam dem Fortschreiten vorgebeugt werden. Denn Überempfindlichkeit sei nicht nur ein Komfortmangel, sondern könne zu einer chronischen Erkrankung werden.

 
[
 © Stefan Dietrich ; dietrich@dkcommunications.de
]

 Basics:  überempfindliche Zähne  im Zahnlexikon-Online

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10.) Behandlungen erst mit der Kasse absprechen

Wenn Patienten wegen Zahnersatz eine Praxis im Ausland aufsuchen, sollten sie vorab einen Kostenvoranschlag des behandelnden Arztes einreichen. Ansonsten muss die Kasse laut Gerichtsbeschluss nicht zahlen.

Wie die "Rheinische Post" meldet, ging es im Verfahren um eine 1963 geborene Patientin, die eine zahnprothetische Behandlung benötigte und dazu Kontakt mit einem Zahnarzt in der tschechischen Republik aufnahm. Dieser erstellte ihr im März 2006 einen Kostenvoranschlag über 1.810 Euro und führte die Behandlung noch im gleichen Monat durch. Die Patientin zahlte und reichte danach den Kostenvoranschlag bei ihrer Kasse ein. Zu spät fand die Krankenversicherung– und bekam hierbei vom Stuttgarter und Baden-Württembergischen Landessozialgericht Recht.

Generell sei es – außer in Notfällen - vorgeschrieben, dass vor einer Behandlung ein Heil- und Kostenplan bei der Krankenversicherung eingereicht werden müsse. Der Grundsatz sei daher: Erst die Genehmigung einholen, dann behandeln lassen. Durch diese Regelung würden auch keineswegs Ärzte in anderen EU-Ländern europarechtswidrig benachteiligt. Der ausländische Arzt sei - so das Gericht - auch nicht verpflichtet, die deutschen Formulare für den Heil- und Kostenplan zu nutzen, die er möglicherweise gar nicht zur Verfügung hat. Es genüge, dass er einen Kostenvoranschlag erstellt, aus dem die Befunde und die beabsichtigte zahnprothetische Versorgung ersichtlich sind.

Diese Voraussetzungen waren aber im entschiedenen Fall nicht erfüllt. Dass die Behandlung in Tschechien unter den Sätzen blieb, mit denen sich die Krankenkasse hier beteiligt hätte, spiele dabei keine Rolle, urteilten die Richter.

Eine Revision beim Bundessozialgericht wurde zugelassen.

  [ ©:  ck/pm/ zm-online ]

  Basics: Festzuschüsse auf www.Zahnwissen.de

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11.) Bundesamt warnt vor Schmerzmittel Fortodol - schwere Leberschäden

Das Bundesamt für Verbraucherschutz hat vor der Einnahme des Schmerzmittels Fortodol gewarnt. Beim Verzehr des Präparats bestehe die Gefahr schwerer Leberschäden, teilte das Amt am Donnerstag mit.

In Norwegen und Schweden sei nach aktuellem Stand bereits eine Person an den Folgen der Fortodol-Einnahme gestorben, acht weitere seien erkrankt. Das Präparat enthalte laut einer schwedischen Analyse die in Europa nicht zugelassene Substanz Nimesulid.

Die Kapseln werden im Internet als kräuterbasierte Mittel gegen Arthritis, Rücken-, Zahnschmerzen oder Migräne angeboten. In England werde das Produkt auch unter dem Namen Miradin vertrieben, in Schweden sei es im Februar bereits vom Markt genommen worden.

Informationen im Internet beim Bundesamt für Verbraucherschutz www.bvl.bund.de

  [ ©: Ärztezeitung / dpa ]

 Basics: Analgetika  im Zahnlexikon-Online

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12.) Spargelzeit - Tipps für den Einkauf

Spargel - bald beginnt wieder seine Saison. Kaum ein anderes Gemüse erfreut sich einer größeren Beliebtheit als die weißen Stangen. Jedes Jahr fiebern wir dem ersten Spargelstich ungeduldig entgegen. Begehrt ist das "Königsgemüse" übrigens schon seit Tausenden von Jahren. Bereits um 3.000 v. Chr. ist der Anbau im Reich der Pharaonen belegt. Die ersten deutschen Spargelpflanzen sind dagegen noch recht jung und sollen um das Jahr 1550 in Stuttgart das erste Mal angebaut worden sein.
Die Spargelernte beginnt hierzulande etwa Mitte April und endet am 24. Juni, dem Johannistag. Traditionell beenden die Bauern an diesem Tag die Ernte, damit die Pflanzen genug Zeit haben, sich zu regenerieren. Aber Spargel ist bereits wesentlich früher im Handel erhältlich. Das ist dann allerdings Importware meist aus Marokko, Griechenland oder Spanien. Wer nicht warten kann und schon vor der heimischen Ernte zum König der Gemüse greift, kann eine große Enttäuschung erleben. Spargel ist nämlich nicht nur saisonal begrenzt zu haben, sondern auch extrem empfindlich. Sobald die Stangen gestochen sind, verlieren sie stündlich mehr an Frische, Aroma, Zartheit und Geschmack. Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler vom aid infodienst, Bonn, hat einige Tipps für den Einkauf: "Frischer Spargel ist leicht glänzend und der Kopf ist immer fest geschlossen. Die Stangen lassen sich zudem gut mit dem Fingernagel einritzen und sollten beim Gegeneinanderreiben deutlich quietschen." Das entscheidende sind aber die Schnittstellen. "Sie müssen feucht und saftig sein. Wenn die Spargelstangen verpackt sind und die Enden nicht erkennbar sind, ist das generell erst einmal ein schlechtes Zeichen", so Seitz weiter. Wirklich frischen Spargel bekommt man entweder beim Erzeuger, auf Wochenmärkten oder an einem der zahlreichen mobilen Verkaufsstände an verkehrsgünstigen Stellen.
Und noch ein weiterer Tipp für alle Spargelfans: Die Schalen und Endstücke sollte man nicht wegwerfen. "Mit dem Spargelwasser kann man die Reste, die sonst im Müll landen, auskochen und wunderbar als Fond für Saucen und Suppen verwenden", empfiehlt Seitz.
Übrigens, falls einmal die Augen beim Spargelkauf größer waren als der Hunger, kann man den geschälten, nicht gekochten Spargel problemlos für sechs bis acht Monate einfrieren. Dann ist auch die Zeit bis zur nächsten Spargelsaison nicht mehr allzu weit.

  [ ©: aid, Eva Zovko]

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13.) Zum Schluss: Der Zahnarzt

Nicht immer sind bequeme Stühle
ein Ruheplatz für die Gefühle.
Wir säßen lieber in den Nesseln,
als auf den wohlbekannten Sesseln,
vor denen, sauber und vernickelt,
der Zahnarzt seine Kunst entwickelt.

Er lächelt ganz empörend herzlos
und sagt, es sei fast beinah schmerzlos.

Doch leider, unterhalb der Plombe,
stößt er auf eine Katakombe,
die, wie er mit dem Häkchen spürt,
in unbekannte Tiefen führt.

Behaglich schnurrend mit dem Rädchen
dringt er bis zum Nervenfädchen.

Jetzt zeige, Mensch, den Seelenadel!
Der Zahnarzt prüft die feine Nadel,
mit der er alsbald dir beweist,
dass du voll Schmerz im Innern seist.

Du aber hast ihm zu beweisen,
dass du im Äußern fest wie Eisen.
Nachdem ihr dieses euch bewiesen,
geht er daran, den Zahn zu schließen.

Hat er sein Werk mit Gold bekrönt,
sind mit der Welt wir neu versöhnt
und zeigen, noch im Aug die Träne,
ihr furchtlos wiederum die Zähne:
Die wir – ein Prahlhans, wer`s
verschweigt – dem Zahnarzt zitternd
nur gezeigt.

Eugen Roth - Der Zahnarzt

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