Zahnärztliche NewsLetter Nr. 04a/2002/2. Ausgabe / 15. April 2002

Herzlich willkommen beim 2. NewsLetter im April. Auf Grund vieler neuer Nachrichten, die in der Redaktion bisher aufgelaufen sind, erfolgt diese Ausgabe abweichend zum sonst üblichen monatlichen Veröffentlichungsrhythmus zusätzlich.
Da einige Leser Kapazitätsprobleme mit Ihrer Online-Mailbox haben, können Sie diesen Letter auch direkt durch Anklicken dieses Textes lesen.


Inhalt:
  1.)   Impfung gegen Karies

  2
.)   Zahnseide - ein finnischer Tüftler machts leichter
  3.)   12 Tipps zur Babyzahnpflege
  4.)   Alles Öko oder was?
  5.)   Altes Zahngold - für die Schublade zu schade!
  6.)   Kaffee schützt vor Karies
  7.)  
"Parodontose" durch Stress
  8.)   Schmerzlose Spritze mit erheblichen Nebenwirkungen       

  9.)  
Gesundheitskosten weltweit
10.) 
 Ephdera-Kraut - Appetitzügler oder zuweilen auch tödlich!
11.)   Zum Schluss: EDV-Begriffe - leicht verständlich

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1.)   Impfung gegen Karies

Wiederholt erreichen die Redaktion Anfragen in Bezug auf eine mögliche Impfung gegen Karies. Da neuere positive Forschungsergebnisse berechtigte Hoffnung auf einen Einsatz innerhalb der nächsten 5-10 Jahre machen, nachfolgend eine Übersicht zum aktuellen Stand der Forschung:

Nachdem die Methoden zur Verringerung der schwer entfernbaren, weichen Zahnbeläge (Plaque) und deren Entstehung wissenschaftlich erforscht und allgemein bekannt sind, sind es heute besonders biochemische und molekularbiologische Forschungen, welche versuchen Wege zu finden, gezielt die Kariesverursachenden Bakterien (besonders Streptococcus mutans) aus der Mundhöhle zu entfernen bzw. "lahm zu legen", dabei aber die übrige biologische Mundhöhlenflora nicht zu zerstören:
So zeigen sich schon heute sehr ermutigende Labor-Ergebnisse durch den Einsatz sog. Simulationsmoleküle, welche die Kariesbakterien daran hindern, sich an der glatten Zahnoberfläche anzudocken. Nach einer gründlichen mechanisch-chemischen (mittels professioneller Zahnreinigung und Chlorhexidin-Spülungen) Entfernung der Kariesbakterien und einem Spülen mit einer Simulationsmoleküle enthaltenen Lösung konnte über viele Wochen eine Neubesiedlung der aggressiven Bakterien auf der Zahnoberfläche verhindert werden, ohne das Biotop Mundhöhle nennenswert in Mitleidenschaft zu ziehen.
Auch eine Impfung gegen Karies scheint in absehbarer Zeit Realität zu werden:
Versuche mit vorgefertigten Antikörpern (passive Immunisierung) zum lokalen Auftragen zeigen ermutigende Ergebnisse, haben aber grundsätzlich den Nachteil,  dass zur dauerhaften Immunisierung in relativ kurzen Abständen das lokale Applizieren (z.B. mittels Zahnpasten) wiederholt werden muss und so bei Personen, welche durch mangelnde Mundhygiene ohnehin zum Problemkreis gehören, auf wenig Effizienz stößt.
Ein britisches Team um Julian Ma vom Guys  St. Thomas Hospital entwickelte einen Impfstoff, der aus gereinigten Antikörpern besteht, die die Streptokokken direkt angreifen. Auch diese Vakzine (Impfstoff aus lebenden o. toten Krankheitserregern) löst naturgemäß keine Immunreaktion aus; eine wiederholte Injizierung ist deshalb nötig. Der Vorteil dieses passiven Schutzes liegt in der Verhinderung unerwünschter Immunreaktionen; z.Zt. wird dieser Stoff klinisch getestet.
Eine aktive Immunisierung durch direkte Impfung in die Blutbahn mittels synthetisch oder gentechnisch hergestellter Seren ist noch nicht aus dem reinen Versuchsstadium heraus, dürfte aber nach Meinung seriöser Wissenschaftler schon bald zum Standard der prophylaktischen Impfmaßnahmen gehören.

Zukunftsmusik ist nach derzeitigem Stand das Nachwachsen von ganzen Zähnen durch Genveränderung; hier scheint eher die Aktivierung schmelzbildender Zellen (aus dem Speichel heraus?) zur "Auto-Reparatur" des Zahnes in den Bereich des Möglichen zu rücken.

Basics: http://www.gesundezaehne24.de/lexikon=1130  

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2.)  Zahnseide - ein finnischer Tüftler machts leichter

unbestritten gehört der regelmäßige Gebrauch von Zahnseide zu den effektivsten Methoden der Reinigung des nur schwer zugänglichen Zahnzwischenraums - dieser nimmt etwa 30% der Zahnoberfläche ein und wird beim normalen Zähneputzen kaum gereinigt. Allerdings wird wegen einer komplizierten Handhabung des Reinigungsfadens nur wenig Gebrauch davon gemacht; elektrische Geräte sind noch nicht praxistauglich. So machen nur 3% der Deutschen davon regelmäßig und 14% gelegentlich Gebrauch. In diese echte Marktlücke will die finnische Firma Xylifloss mit einem neuen Patent vorstoßen:
 





 Ein finnischer Tüftler hat für dieses Problem eine Lösung gefunden. Sie ist ca. 140 mm lang, 22 mm breit und 12 mm hoch, so dass der Halter in Handtaschen, Jacketts oder ins Bad passt, und heißt Xylifloss Zahnseide-Halter.

Der Kunststoffkörper enthält 15 Meter mit Minze aromatisierte und mit Xylitol angereicherte Zahnseide. Dieser Vorrat reicht für bis zu 100 Anwendungen, da nur wenige Zentimeter in die Haltevorrichtung gespannt werden. Während normalerweise ca. 30 bis 40 cm Zahnseide um den Finger gewickelt werden müssen, sind aus dem Xylifloss-Spender lediglich rund 2,5 cm notwendig, um die Zahnseide wieder neu einzuspannen! Statt 150 m üblicher Zahnseide werden von Xylifloss lediglich 15 m benötigt.
Die Handhabung ist denkbar einfach:
» gelben Hebel 270° umlegen
» ca. 2,5 cm Zahnseide herausziehen
» gelben Hebel in die Ausgangslage zurückführen
»
ggf. Zahnseide mit eingebauter Abschneidevorrichtung abtrennen
»
Halter in die Faust nehmen, Daumen in die Vertiefung zur Schneidevorrichtung legen.
Nun kann die unter starker Spannung stehende Zahnseide in die Zahnzwischenräume geführt werden !
Da der Spender ähnlich gehalten wird wie eine Zahnbürste, muss der Patient keine neuen motorischen Fähigkeiten lernen.
Verschieden farbige Verschlüsse machen den Halter auch noch trendy.

Da der Artikel nach Recherchen der Redaktion in entsprechenden Fachgeschäften (Apotheken, Drogerien) noch weitgehend unbekannt ist, wird beispielsweise auf die Bezugsquelle http://www.dentocare.de/arzt/sortiment.html  verwiesen, bzw. wenden Sie sich an den Hersteller: http://www.xylifloss.com/english/contact.html/ 
E-mail: mailto:tomi.virta@xylifloss.com .

 

[ Quellen: prophylaxe impuls 2001; http://www.xylifloss.com/ ]

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3.) 12 Tipps zur Babyzahnpflege

Die Bundesarbeitsgemeinschaft für interkulturelle Zahnmedizin und Oralprophylaxe (Hannover) hat ein Faltblatt entwickelt, welches nach entsprechender Überarbeitung durch FJ Robke in der Zeitschrift "prophylaxe impuls, 2001, 116" veröffentlicht wurde und einprägsam "12 Goldene Regeln" für die Zahnpflege der Kleinsten enthält:
 
 1.) In den ersten vier bis sechs Lebensmonaten ist es das Beste für Ihr Kind, wenn Sie es voll stillen.
 2.) Viele Eltern geben den Kindern Obstsaft, z. B. Apfelsaft. Das ist für die gesunde Ernährung aber nicht nötig. Die wertvollen Bestandteile von Obst stecken in den ganzen Früchten und nicht so sehr im Saft. Außerdem enthalten die Obstsäfte viel Fruchtzucker und Säure, selbst wenn "ohne Zuckerzusatz" auf der Flasche steht. Säfte, auch Gemüsesäfte wie Karottensaft, sind deshalb schlecht für die Zähne.
 3.) Kaufen Sie nur Nuckelflaschen aus Glas.
 4.) Bringen Sie Ihr Kind mit Liebe ins Bett, nicht mit der Nuckelflasche. Für das Lutschen und Saugen reicht ein Nuckel - aber ohne Flasche dran!
 5.) Sobald Ihr Kind allein sitzen kann, lassen Sie es aus einer Tasse trinken. Oft wird noch gekleckert - geben Sie Wasser, das macht keine klebrigen Flecken. Eine Trink-Lerntasse oder Schnabeltasse brauchen die meisten Kinder nicht. Wenn doch, nur einen Monat lang - dann weg damit!
 6.) Für unterwegs reicht klein geschnittenes Obst oder Gemüse. Kleinkinder "lutschen" auch gern an Knäckebrot.
 7.) Schon der erste Milchzahn will gepflegt werden. Beginnen Sie mit einer kleinen, weichen Zahnbürste oder mit der "Superbrush". Mama und Papa können sich die Aufgabe teilen.
Einer bürstet die Zähne des Kindes am Morgen und einer vor dem Zubettgehen. Abends bitte eine erbsengroße Menge Kinder-Zahnpaste (siehe unter Tipp 9.) auf die Bürste geben. Danach gibt es dann auch nichts Süßes mehr zu trinken oder zu essen.
 8.) Schauen Sie immer wieder einmal die Zähne Ihres Kindes genauer an. Schieben Sie die Oberlippe nach oben. Sind die Schneidezähne sauber oder ist Zahnbelag zu sehen?
 9.) Kaufen Sie zum Kochen und Salzen Speisesalz mit der Aufschrift "Jod und Fluoride". Verwenden Sie eine fluoridhaltige Zahnpasta, wenn Sie sicher sind, dass diese nicht in größeren Mengen verschluckt wird.
10.) Tun Sie etwas für Ihre eigenen Zähne. Notwendig ist gute Zahnreinigung mit Zahnbürste, Zahnzwischenraum-Bürstchen oder Zahnseide. Verwenden Sie eine Fluorid-Zahnpaste und seien Sie sparsam mit süßen Zwischenmahlzeiten. Der Zahnarzt hilft bei Karies und Zahnfleisch-Erkrankungen und sorgt für ein gutes "Mundgefühl".
11.) Wenn Sie täglich einige Stück Xylit-Kaugummi kauen, beugt das der Übertragung von "Karieskeimen" auf das Kind vor. Xylit ist ein natürlicher Süßstoff, der auch in Früchten vorkommt. Die Kaugummis sollten nur Xylit und nicht noch andere Süßstoffe enthalten.
12.) Zeigen Sie dem Zahnarzt, der Prophylaxeassistentin und dem Kinderarzt die gesunden Zähne Ihres Kindes. Freuen Sie sich über den Erfolg

[ gefunden in: prophylaxe impuls 2001, S. 116 ; leicht überarbeitet ]

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4.) Alles Öko oder was?
      
Nachfolgender Beitrag wurde dem Heise NewsLetter vom 11.4. entnommen:

 Nicht immer ist ökologisch Wertvolles drin, wo "Bio" drauf steht. Die Verbraucherzentrale Berlin will nun über das Internet informieren, bei welchen Biolebensmitteln der Kauf lohnt. Unter www.allesoeko.net soll der Verbraucher "Durchblick im Labyrinth der Öko-Kennzeichnungen" und Antworten auf Fragen bekommen wie "Ist nicht ohnehin alles Bio, was vom Bauern kommt?", "Öko, ist das nicht Lug und Trug?" oder "Bio-Lebensmittel bekommt man doch nur ganz schwierig, oder?".

Ein Blick auf das Internet-Angebot lohnt sich für alle, die sich bewusst mit biologisch wertvollen und ökologisch verträglich produzierten Lebensmitteln ernähren wollen. Sie erfahren dann auch, dass nicht alles, was vom Feld kommt, ökologisch ist, denn beim ökologischen Landbau kommt es auf den Einklang mit der Natur an, informiert die Verbraucherzentrale. Daneben gibt es Informationen über die Öko-Verordnung der Europäischen Union, die Zeichen und Siegel der regionalen wie nationalen Anbauverbände und Verweise auf Adressdatenbanken für den Bezug von Biolebensmitteln.

Anhand der Gegenüberstellung der Zutaten von herkömmlicher Margarine und solcher aus ökologischer Produktion werden beispielsweise die erlaubten und nicht erlaubten Zusatzstoffe erläutert. So enthält herkömmliche Margarine zum Beispiel neben Lecithin die Emulgatoren Mono- und Diglycerid, während bei Öko-Margarine lediglich Sojalecithin zugesetzt wird. Die Informationen gibt es auch in Form eines Faltblatts. Der Einkaufsleitfaden mit dem Titel "Alles Öko" kann gegen eine Gebühr von 1,10 Euro bestellt werden bei der Verbraucherzentrale Berlin, Bayreuther Straße 40, 10787 Berlin. 

[ Quelle: (anw/c't), Heise NewsLetter vom 11.4. ]

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5.) Altes Zahngold - für die Schublade zu schade!

Da schlummert es in Schubladen von Badezimmern und Nachttischen herum und wartet auf bessere Zeiten: Gebrauchtes Zahngold von Kronen und Brücken, mit dem Sie jahrelang gekaut haben und welches Ihnen Ihr Zahnarzt - da Ihr Eigentum - bei einer Neuanfertigung von Zahnersatz mitgegeben hat. Nach Schätzungen von Fachleuten fällt allein in Deutschland jährlich soviel Zahn-Altgold an, dass davon 10 Kinderdörfer weltweit eröffnet bzw. unterhalten werden könnten. Eigentlich schade!
Bei der Vielzahl von echten und manchmal auch nicht so effektiven Hilfsorganisationen für die Ärmsten der Armen, die bei Ihnen "anklopfen" und um ein Almosen bitten, fällt es nicht leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen. Das Hilfswerk der Deutschen Zahnärzte - seit über 20 Jahren bestehend und mit dem begehrten Qualitätsmerkmal "Spendensiegel" des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI) ausgestattet - hat bisher eine Vielzahl von Projekten in aller Welt durch die finanzielle Unterstützung mit gebrauchtem Zahngold auf den Weg gebracht, wie sich die Redaktion selbst überzeugen konnte. Vielleicht auch für Sie eine Überlegung wert?

Kontakt: 
Altgoldspende
 

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6.) Kaffee schützt vor Karies

Kaffee enthält neben Koffein zahlreiche andere, weniger gut untersuchte Inhaltsstoffe. Einige davon, so haben italienische Wissenschaftler der Universität von Ancona jetzt herausgefunden, hindern Kariesbakterien daran, sich auf der Zahnoberfläche festzusetzen. Das schützt die Zähne vor der Zerstörung durch die Säure bildenden Mikroorganismen, schreiben die Forscher im Journal of Agricultural and Food Chemistry (Bd. 50, S. 1225).

Zahnlöcher entstehen dadurch, dass zunächst Bestandteile des Speichels die Zahnoberfläche mit einer Schleimschicht umgeben. Darin vermehren sich dann verschiedene Arten von Bakterien, darunter auch das Kariesbakterium Streptococcus mutans. Schließlich bilden sich festsitzende Beläge. Bei ausreichender Versorgung mit Zucker setzen die Streptokokken Säure frei, die den Zahnschmelz angreift. Carla Pruzzo und ihre Kollegen untersuchten, ob Bestandteile des Kaffees die bakterielle Besiedlung künstlicher Zahnoberflächen verhindern können.
Dabei erwiesen sich Chlorogensäure, Trigonellin und Nikotinsäure als effektive Hemmstoffe. Am wirksamsten war Trigonellin, das für den bitteren Geschmack des Kaffees verantwortlich ist. Dass sowohl rohe als auch geröstete Kaffeebohnen antibakterielle Substanzen enthalten, ist schon länger bekannt. Unklar blieb, wie sie wirken. "Diese Untersuchungen können dazu beitragen, den Zusammenhang zwischen Ernährung und Karies zu verstehen", sagte Pruzzo gegenüber dem Wissenschaftsportal "Nature Science Update". Eine Bestätigung durch Versuche am Menschen steht allerdings noch aus.

Kaffee ist nur eines der Lebensmittel, in denen Wissenschaftler Wirkstoffe gefunden haben, die die Entstehung von Karies im Frühstadium verhindern. Derartige Substanzen hat man auch in Tee und verschiedenen Früchten nachgewiesen. Als Bestandteil von Mundwasser oder Zahnpasta könnten sie einen Beitrag im Kampf gegen faule Zähne leisten.
 
[ Quelle: Joachim Czichos; wissenschaft.de ]

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7.) "Parodontose" durch Stress

In den letzten Jahren konnte in epidemiologischen Studien eindrucksvoll belegt werden, dass die Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und die Parodontitis (Zahnbetterkrankung) zu den am weitesten verbreiteten Erkrankungen gehören. Schon über drei viertel aller Kinder und Jugendlichen weisen Symptome einer Gingivitis auf, und nahezu alle Erwachsenen leiden an einer Form der Parodontitis.
Die meisten Patienten mit einer Parodontitis weisen eine moderate Form auf, die durch Verbesserung der Mundhygiene und Entfernung aller Zahnsteinbeläge gut behandelbar ist. Es gibt jedoch auch außerordentlich schwer zu behandelnde aggressive Formen, bei denen es innerhalb kurzer Zeit aufgrund entzündlicher Destruktionen zum Verlust des Zahnhalteapparates kommt. Diese Patienten scheinen für parodontale Erkrankungen prädisponiert zu sein und gehören zu den Risikopatienten. Insbesondere bei diesen Patienten ist die rechtzeitige Diagnose der Erkrankung sowie die Identifizierung von Risikofaktoren von besonderer Bedeutung. Nur so können das entzündete Parodont erfolgreich behandelt und auch andere zum Teil lebensbedrohende Erkrankungen vermieden werden. So konnte in epidemiologischen Studien gezeigt werden, dass aggressive parodontale Erkrankungen mit koronalen Herzerkrankungen, cerebraler Ischemia, Arteriosklerose und Frühgeburten korrelieren. Dieser Zusammenhang konnte zwar noch nicht pathogenetisch bestätigt werden, jedoch deuten In-vitro-Studien darauf hin, dass die bei einer Parodontitis in großen Mengen vorhandenen Bakterien bzw. deren Produkte (Lipopolysaccharide, Exotoxine) aufgrund einer Bakteriämie zerstörende Prozesse in den entsprechenden Geweben auslösen.

In anderen Studien konnten Risikofaktoren, die mit einer aggressiven Parodontitis assoziieren, festgestellt werden. So wurden erhöhte Risiken in Hinblick auf das Alter, das Geschlecht (männlich), Rauchen, systemische Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus) und das Vorkommen von spezifischen Bakterien (Porphyromonas gingivalis, Bacteroides forsythus, Prevotella intermedia) ermittelt. Weiterhin scheint ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem progressiven Verlauf einer parodontalen Erkrankung und dem psychosozialen Stresszustand des Patienten vorzuliegen. Dies sind jedoch lediglich retrospektive Beobachtungen, die zwar eindeutig sind, aber keinerlei Hinweise auf den pathogenetischen Mechanismus von Stress auf parodontale Erkrankungen liefern. Um diese Zusammenhänge besser verstehen zu können, sind psychoneuroimmunologische Studien, die eine Abhängigkeit der Immunabwehr gegen Antigene von den Wechselwirkungen zwischen Behavior (Stress), zentralem Nervensystem (ZNS) und Zellen des Immunsystems aufzeigen, von besonderem Interesse. So konnte gezeigt werden, dass Stress die Immunabwehr entweder unterdrücken oder erhöhen kann, abhängig von der Art des Stressors und der betrachteten immunologischen Funktion. Dies geschieht über ein komplexes Netzwerk von Signalen, das das Nerven-, endokrine und Immunsystem miteinander verbindet und somit die Aktivierungen und Inhibierungen von immunologischen Abwehrvorgängen gegen Antigene reguliert und koordiniert. Der genaue Mechanismus, wie diese funktionelle Interaktion abläuft, ist jedoch noch unbekannt.
[ Quelle: Priv.-Doz. Dr. Rainer Mengel, Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Abteilung für Parodontologie, Georg-Voigt-Straße 3 ,35033 Marburg , Tel.: 06421/28-63279
]

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8.) Schmerzlose Spritze mit erheblichen Nebenwirkungen

Der Traum von einer "schmerzlosen" Betäubungsspritze - gemeint ist damit die Phase des Einstichs - steht auf der Wunschliste von Patienten ganz oben. Dabei ist mit der richtigen Injektionstechnik und dünnen Einmal-Kanülen zumindest im zahnärztlichen Bereich auch mit den heute vorhandenen Methoden ein "schmerzloser" Einstich möglich.  Nachfolgende Warnung zu einer neuen "schmerzlosen Spritze" stammt aus dem "New Scientist" und wurde von wissenschaft-online übernommen:

Japanische Wissenschaftler haben eine Injektionsnadel entwickelt, mit der schmerzfreies Spritzen möglich sein soll. Seiji Aoyagi von der Kansai University in Osaka und seine Kollegen orientierten sich dabei an dem Vorbild der Natur: Die einen Millimeter lange und nur 0,1 Millimeter dicke Nadel ist dem Stechrüssel einer Mücke nachempfunden. Ein Mückenstich ist an sich schmerzfrei - der Schmerz wird nur durch den Mückenspeichel ausgelöst -, da der gezackte Stechrüssel die Haut nur minimal berührt. Indem die Forscher gezackte Siliziumdioxid-Stücke aneinander banden, konnten sie eine ähnlich aufgebaute Injektionsnadel konstruieren.

Allerdings bricht die Nadel, deren Wände nur 1,6 Mikrometer dick sind, sehr schnell ab, wie Einstichtests auf Gummi ergaben. Dadurch könnten beim Menschen Blutgerinnsel entstehen. Erreichten diese Gerinnsel über die Blutbahn das Gehirn oder das Herz, könnten die Folgen tödlich sein.

[ Quelle: J"New Scientist; wissenschaft-online ]

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9.) Gesundheitskosten weltweit

Nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit werden in Zukunft Gesundheitssysteme staatlicher Prägung nicht mehr finanzierbar. Hauptsächliche Ursachen sind die vorhandenen und noch stärker zu erwartenden Fortschritte innerhalb der Medizin, welche die Lebenserwartung beträchtlich ansteigen lassen, und ein fast sorgloser Umgang mit der Eigenverantwortung für den eigenen Körper nach dem Motto "die Medizin wird's schon richten". Eine deutliche Warnung sprach die Chefin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus. Unverständlich nur, dass es in Deutschland immer noch zahlreiche Sozialpolitiker gibt, die ungeachtet eindeutiger Fakts noch an längst überholten "Gratismodellen" auch für die Zukunft festhalten wollen und zur Ablenkung nicht müde werden, ausschließlich die Schuld bei den Ärzten und Leistungsanbietern im Gesundheitswesen zu suchen.

Vor einem Anstieg der Gesundheitskosten für alte Menschen bis zum Jahre 2050 um 41 Prozent, warnte Gro Harlem Brundtland, Direktorin der Welt-Gesundheitsorganisation auf der UN-Weltversammlung zum Thema Altern in Madrid: "Wir brauchen ein neues Verständnis vom Altern", sagte Brundtland. Im Jahr 2050 werde die Zahl der Menschen über 60 Jahre 21 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen und die der unter 15jährigen übersteigen. Dadurch würden die Kosten für die Erhaltung der Gesundheits- und Pflegesysteme enorm ansteigen. Schon jetzt würden rund 30 Prozent des weltweiten Gesundheitshaushaltes für ältere Menschen über 60 Jahren ausgegeben, obwohl sie nur fünf Prozent der Bevölkerung ausmachen. Obwohl jeder vierte Senior angibt, gesund zu sein, befinden sich 80 Prozent in ärztlicher Behandlung, so Brundtland.
Vor allem die Entwicklungsländer müssen sich deshalb auf die Überalterung der Gesellschaft einstellen, da sie am wenigsten auf die enormen Gesundheitskosten vorbereitet sind. "Schon bald werden auch in den Entwicklungsländern verstärkt Krankheiten wie Krebs und Herzkrankheiten auftreten, die bisher eher in den so genannten Erste Welt Ländern vorkamen."

[ Quelle: Ärztezeitung ]

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10.) Ephedra-Kraut - Appetitzügler oder zuweilen auch tödlich!

Lücken im EU-Recht und das Internet machen es möglich: In den Niederlanden und über das Internet ( http://www.happyhighherbs.com/ ; "a positive alternative to the chemical") werden "Nahrungsergänzungsmittel" und Tees angeboten, die weder als Arzneimittel zugelassen sind noch als Lebensmittel bei uns vertrieben werden dürfen. Es handelt sich dabei um sog. Appetitzügler oder "Anti-Heuschnupfen-Mittel", die auch schon mal tödlich sein können!

Ephedra (Meerträubel) ist ein chinesisches Heilmittel. Es wird unter dem chinesischen Namen Ma-huang oder als Mormonen-, Brigham- und Mexikanischer Tee gehandelt. Die natürlicherweise enthaltenen Ephedra-Alkaloide, die in Form und Charakter Amphetaminen ähneln, besitzen pharmakologische Eigenschaften: Ephedra-Kraut wirkt gefäßverengend, kreislaufstimulierend, blutdrucksteigernd, zentral erregend, stark entwässernd, appetitdämpfend und krampflösend auf die Bronchien.

In Deutschland werden ephedrahaltige Produkte als apothekenpflichtige Arzneimittel eingestuft. Über das Internet werden sie neuerdings aber auch als Nahrungsergänzungs- oder Lebensmittel angeboten. Ein Beispiel ist der Ephedra-Tee. Er wird als Appetitzügler beworben, der - angeblich - überschüssiges Fett verschwinden und Muskeln wachsen lassen soll. Heuschnupfen-Patienten - so die Werbung - würden von ihrer Allergie befreit. Mit derartigen medizinischen Aussagen dürfen in Deutschland nur rezeptfreie Arzneimittel beworben werden, für die Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit in einem Zulassungsverfahren nachgewiesen wurden. Mit dem Internethandel werden diese Zulassungsbeschränkungen umgangen - weder Qualität noch Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Produkte sind gewährleistet - gesundheitsschädigende Wirkungen können nicht ausgeschlossen werden.
Deutsche Gesundheitsbehörden warnen vor dem unkontrollierten Verzehr von Produkten, die Ephedra-Kraut enthalten und weder als Arzneimittel zugelassen sind, noch als Lebensmittel vertrieben werden dürfen. In den Niederlanden und über das Internet werden ephedrahaltige Produkte als Nahrungsergänzungsmittel oder Tee angeboten. EU-rechtlich bedürfen diese Produkte einer Zulassung als Arzneimittel. Das BgVV und das BfArM warnen dringend vor dem unkontrollierten Verzehr solcher Produkte. Es kann zu unerwünschten Wirkungen kommen wie z. B. Pupillenerweiterung, Nervosität, Zittern, Schweißausbrüchen, Herzrhythmusstörungen, erhöhtem Blutdruck und bei hoher Dosierung zu Krampfanfällen und psychischen Veränderungen. In den USA sind bereits mehrere hundert Menschen durch die unkontrollierte Einnahme solcher Produkte erkrankt, mehr als 10 starben an den Folgen.
(siehe hierzu auch:
http://www.fda.gov/ohrms/dockets/dailys/01/Sep01/091001/cp00001.pdf)
.

[ Quelle: Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (bgvv) vom 8.4.2002]

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11.) Zum Schluss: EDV-Begriffe - leicht verständlich

 

Anwender: Kollektiver Begriff für die Leute, die mit leerem Blick auf einen Monitor starren. Sie werden in drei Gruppen aufgeteilt:
Anfänger: Leute, die davor Angst haben, eine Taste zu drücken, da dies den Computer kaputtmachen könnte
Erfahrene: Leute, die nicht wissen, wie man den Computer repariert, nachdem sie eine Taste gedrückt hatten
Experten: Leute, die den Computer anderer kaputtmachen
Bedienerfreundlich: Alles, was nicht Ihnen, sondern dem Programmierer logisch erscheint
Beta: ursprünglich: der zweite Buchstabe des griech. Alphabets;
heute: dafür dass wir ihnen was schenken, dürfen Sie anschließend ihr Betriebssystem neu installieren
CPU: Besteht aus einer Festplatte, einer Schnittstellenkarte und einem winzigen Laufrad, das von einem Nagetier angetrieben wird.
Bei älteren Modellen ist dieses Tier ein Hamster, beim Pentium ein Wiesel und beim Pentium II ein Wiesel, dem Ectasy gegeben wurde
Drucker: Besteht hauptsächlich aus drei Teilen:
Dem Gehäuse, der blinkenden roten Fehlerlampe und einem verstopften Papierschacht
wird fortgesetzt...  

  
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