Zahnärztliche NewsLetter Nr.
04a/2002/2. Ausgabe / 15. April 2002
Herzlich willkommen beim 2. NewsLetter
im April. Auf Grund vieler neuer Nachrichten, die in der Redaktion
bisher aufgelaufen sind, erfolgt diese Ausgabe abweichend zum sonst
üblichen monatlichen Veröffentlichungsrhythmus zusätzlich.
Da einige Leser Kapazitätsprobleme mit Ihrer Online-Mailbox haben,
können Sie diesen Letter auch direkt durch
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Inhalt:
1.)
Impfung gegen Karies
2.)
Zahnseide - ein finnischer Tüftler machts
leichter
3.) 12 Tipps zur
Babyzahnpflege
4.) Alles Öko oder was?
5.) Altes Zahngold -
für die Schublade zu schade!
6.) Kaffee schützt vor
Karies
7.) "Parodontose" durch
Stress
8.) Schmerzlose Spritze
mit erheblichen Nebenwirkungen
9.)
Gesundheitskosten weltweit
10.) Ephdera-Kraut - Appetitzügler
oder zuweilen auch tödlich!
11.) Zum Schluss: EDV-Begriffe
- leicht verständlich
**********************************************
1.) Impfung gegen Karies
- Wiederholt
erreichen die Redaktion Anfragen in Bezug auf eine mögliche Impfung
gegen Karies. Da neuere positive Forschungsergebnisse berechtigte
Hoffnung auf einen Einsatz innerhalb der nächsten 5-10 Jahre machen,
nachfolgend eine Übersicht zum aktuellen Stand der Forschung:
Nachdem die
Methoden zur Verringerung der schwer entfernbaren, weichen Zahnbeläge
(Plaque) und deren Entstehung wissenschaftlich erforscht und allgemein
bekannt sind, sind es heute besonders biochemische und
molekularbiologische Forschungen, welche versuchen Wege zu finden,
gezielt die Kariesverursachenden Bakterien (besonders Streptococcus
mutans) aus der Mundhöhle zu entfernen bzw. "lahm zu legen", dabei
aber die übrige biologische Mundhöhlenflora nicht zu zerstören:
So zeigen sich schon heute sehr ermutigende Labor-Ergebnisse durch den
Einsatz sog. Simulationsmoleküle, welche die Kariesbakterien
daran hindern, sich an der glatten Zahnoberfläche anzudocken. Nach
einer gründlichen mechanisch-chemischen (mittels professioneller
Zahnreinigung und Chlorhexidin-Spülungen) Entfernung der
Kariesbakterien und einem Spülen mit einer Simulationsmoleküle
enthaltenen Lösung konnte über viele Wochen eine Neubesiedlung der
aggressiven Bakterien auf der Zahnoberfläche verhindert werden, ohne
das Biotop Mundhöhle nennenswert in Mitleidenschaft zu ziehen.
Auch eine Impfung gegen Karies scheint in absehbarer Zeit
Realität zu werden:
Versuche mit vorgefertigten Antikörpern (passive Immunisierung)
zum lokalen Auftragen zeigen ermutigende Ergebnisse, haben aber
grundsätzlich den Nachteil, dass zur dauerhaften Immunisierung
in relativ kurzen Abständen das lokale Applizieren (z.B. mittels
Zahnpasten) wiederholt werden muss und so bei Personen, welche durch
mangelnde Mundhygiene ohnehin zum Problemkreis gehören, auf wenig
Effizienz stößt.
Ein britisches Team um Julian Ma vom Guys St. Thomas Hospital
entwickelte einen Impfstoff, der aus gereinigten Antikörpern besteht,
die die Streptokokken direkt angreifen. Auch diese Vakzine (Impfstoff
aus lebenden o. toten Krankheitserregern) löst naturgemäß keine
Immunreaktion aus; eine wiederholte Injizierung ist deshalb nötig. Der
Vorteil dieses passiven Schutzes liegt in der Verhinderung
unerwünschter Immunreaktionen; z.Zt. wird dieser Stoff klinisch
getestet.
Eine aktive Immunisierung durch direkte Impfung in die Blutbahn
mittels synthetisch oder gentechnisch hergestellter Seren ist noch
nicht aus dem reinen Versuchsstadium heraus, dürfte aber nach Meinung
seriöser Wissenschaftler schon bald zum Standard der prophylaktischen
Impfmaßnahmen gehören.
Zukunftsmusik ist nach derzeitigem Stand das Nachwachsen
von ganzen Zähnen durch Genveränderung; hier scheint eher die
Aktivierung schmelzbildender Zellen (aus dem Speichel heraus?) zur
"Auto-Reparatur" des Zahnes in den Bereich des Möglichen zu rücken.
Basics:
http://www.gesundezaehne24.de/lexikon=1130
Anfang
2.)
Zahnseide - ein finnischer Tüftler machts leichter
- unbestritten
gehört der regelmäßige Gebrauch von Zahnseide zu den effektivsten
Methoden der Reinigung des nur schwer zugänglichen Zahnzwischenraums -
dieser nimmt etwa 30% der Zahnoberfläche ein und wird beim normalen
Zähneputzen kaum gereinigt. Allerdings wird wegen einer komplizierten
Handhabung des Reinigungsfadens nur wenig Gebrauch davon gemacht;
elektrische Geräte sind noch nicht praxistauglich. So machen nur 3%
der Deutschen davon regelmäßig und 14% gelegentlich Gebrauch. In diese
echte Marktlücke will die finnische Firma Xylifloss mit einem neuen
Patent vorstoßen:

|
Ein finnischer
Tüftler hat für dieses Problem eine Lösung gefunden. Sie ist ca.
140 mm lang, 22 mm breit und 12 mm hoch, so dass der Halter in
Handtaschen, Jacketts oder ins Bad passt, und heißt Xylifloss
Zahnseide-Halter.
Der Kunststoffkörper enthält 15 Meter mit Minze aromatisierte und
mit Xylitol angereicherte Zahnseide. Dieser Vorrat reicht für bis
zu 100 Anwendungen, da nur wenige Zentimeter in die
Haltevorrichtung gespannt werden. Während normalerweise ca. 30 bis
40 cm Zahnseide um den Finger gewickelt werden müssen, sind aus
dem Xylifloss-Spender lediglich rund 2,5 cm notwendig, um die
Zahnseide wieder neu einzuspannen! Statt 150 m üblicher Zahnseide
werden von Xylifloss lediglich 15 m benötigt.
Die Handhabung ist denkbar einfach:
» gelben Hebel 270° umlegen
» ca. 2,5 cm Zahnseide herausziehen
» gelben Hebel in die Ausgangslage zurückführen
» ggf. Zahnseide mit eingebauter Abschneidevorrichtung
abtrennen
» Halter in die Faust nehmen, Daumen in die Vertiefung zur
Schneidevorrichtung legen.
Nun kann die unter starker Spannung stehende Zahnseide in die
Zahnzwischenräume geführt werden !
Da der Spender ähnlich gehalten wird wie eine Zahnbürste, muss der
Patient keine neuen motorischen Fähigkeiten lernen.
Verschieden farbige Verschlüsse machen den Halter auch noch
trendy.
Da der Artikel nach Recherchen der Redaktion in entsprechenden
Fachgeschäften (Apotheken, Drogerien) noch weitgehend unbekannt
ist, wird beispielsweise auf die Bezugsquelle
http://www.dentocare.de/arzt/sortiment.html verwiesen,
bzw. wenden Sie sich an den Hersteller:
http://www.xylifloss.com/english/contact.html/
E-mail:
mailto:tomi.virta@xylifloss.com .
|
[ Quellen: prophylaxe impuls
2001;
http://www.xylifloss.com/ ]
Anfang
3.)
12
Tipps zur Babyzahnpflege
- Die
Bundesarbeitsgemeinschaft für interkulturelle Zahnmedizin und
Oralprophylaxe (Hannover) hat ein Faltblatt entwickelt, welches nach
entsprechender Überarbeitung durch FJ Robke in der Zeitschrift "prophylaxe
impuls, 2001, 116" veröffentlicht wurde und einprägsam "12 Goldene
Regeln" für die Zahnpflege der Kleinsten enthält:
|
1.) |
In den ersten vier bis sechs
Lebensmonaten ist es das Beste für Ihr Kind, wenn Sie es voll
stillen. |
|
2.) |
Viele Eltern geben den Kindern
Obstsaft, z. B. Apfelsaft. Das ist für die gesunde Ernährung aber
nicht nötig. Die wertvollen Bestandteile von Obst stecken in den
ganzen Früchten und nicht so sehr im Saft. Außerdem enthalten die
Obstsäfte viel Fruchtzucker und Säure, selbst wenn "ohne
Zuckerzusatz" auf der Flasche steht. Säfte, auch Gemüsesäfte wie
Karottensaft, sind deshalb schlecht für die Zähne. |
|
3.) |
Kaufen Sie nur Nuckelflaschen aus
Glas. |
|
4.) |
Bringen Sie Ihr Kind mit Liebe ins
Bett, nicht mit der Nuckelflasche. Für das Lutschen und Saugen
reicht ein Nuckel - aber ohne Flasche dran! |
|
5.) |
Sobald Ihr Kind allein sitzen
kann, lassen Sie es aus einer Tasse trinken. Oft wird noch
gekleckert - geben Sie Wasser, das macht keine klebrigen Flecken.
Eine Trink-Lerntasse oder Schnabeltasse brauchen die meisten
Kinder nicht. Wenn doch, nur einen Monat lang - dann weg damit! |
|
6.) |
Für unterwegs reicht klein
geschnittenes Obst oder Gemüse. Kleinkinder "lutschen" auch gern
an Knäckebrot. |
|
7.) |
Schon der erste Milchzahn will
gepflegt werden. Beginnen Sie mit einer kleinen, weichen
Zahnbürste oder mit der "Superbrush". Mama und Papa können sich
die Aufgabe teilen.
Einer bürstet die Zähne des Kindes am Morgen und einer vor dem
Zubettgehen. Abends bitte eine erbsengroße Menge Kinder-Zahnpaste
(siehe unter Tipp 9.) auf die Bürste geben. Danach gibt es dann
auch nichts Süßes mehr zu trinken oder zu essen. |
|
8.) |
Schauen Sie immer wieder einmal
die Zähne Ihres Kindes genauer an. Schieben Sie die Oberlippe nach
oben. Sind die Schneidezähne sauber oder ist Zahnbelag zu sehen? |
|
9.) |
Kaufen Sie zum Kochen und Salzen
Speisesalz mit der Aufschrift "Jod und Fluoride". Verwenden Sie
eine fluoridhaltige Zahnpasta, wenn Sie sicher sind, dass diese
nicht in größeren Mengen verschluckt wird. |
|
10.) |
Tun Sie etwas für Ihre eigenen
Zähne. Notwendig ist gute Zahnreinigung mit Zahnbürste,
Zahnzwischenraum-Bürstchen oder Zahnseide. Verwenden Sie eine
Fluorid-Zahnpaste und seien Sie sparsam mit süßen
Zwischenmahlzeiten. Der Zahnarzt hilft bei Karies und
Zahnfleisch-Erkrankungen und sorgt für ein gutes "Mundgefühl". |
|
11.) |
Wenn Sie täglich einige Stück
Xylit-Kaugummi kauen, beugt das der Übertragung von "Karieskeimen"
auf das Kind vor. Xylit ist ein natürlicher Süßstoff, der auch in
Früchten vorkommt. Die Kaugummis sollten nur Xylit und nicht noch
andere Süßstoffe enthalten. |
|
12.) |
Zeigen Sie dem Zahnarzt, der
Prophylaxeassistentin und dem Kinderarzt die gesunden Zähne Ihres
Kindes. Freuen Sie sich über den Erfolg |
[ gefunden in:
prophylaxe impuls 2001, S. 116 ; leicht überarbeitet ]
Anfang
4.)
Alles Öko oder was?
Nachfolgender Beitrag
wurde dem
Heise NewsLetter vom 11.4. entnommen:
Nicht
immer ist ökologisch Wertvolles drin, wo "Bio" drauf steht. Die
Verbraucherzentrale Berlin will nun über das Internet informieren, bei
welchen Biolebensmitteln der Kauf lohnt. Unter
www.allesoeko.net
soll der Verbraucher "Durchblick im Labyrinth der Öko-Kennzeichnungen"
und Antworten auf Fragen bekommen wie "Ist nicht ohnehin alles Bio, was
vom Bauern kommt?", "Öko, ist das nicht Lug und Trug?" oder
"Bio-Lebensmittel bekommt man doch nur ganz schwierig, oder?".
Ein Blick auf das Internet-Angebot lohnt sich für alle, die sich bewusst
mit biologisch wertvollen und ökologisch verträglich produzierten
Lebensmitteln ernähren wollen. Sie erfahren dann auch, dass nicht alles,
was vom Feld kommt, ökologisch ist, denn beim ökologischen Landbau kommt
es auf den Einklang mit der Natur an, informiert die
Verbraucherzentrale. Daneben gibt es Informationen über die
Öko-Verordnung der Europäischen Union, die
Zeichen und Siegel der regionalen wie nationalen Anbauverbände und
Verweise auf
Adressdatenbanken für den Bezug von Biolebensmitteln.
Anhand der Gegenüberstellung der Zutaten von herkömmlicher Margarine und
solcher aus ökologischer Produktion werden beispielsweise die erlaubten
und nicht erlaubten Zusatzstoffe erläutert. So enthält herkömmliche
Margarine zum Beispiel neben Lecithin die Emulgatoren Mono- und
Diglycerid, während bei Öko-Margarine lediglich Sojalecithin zugesetzt
wird. Die Informationen gibt es auch in Form eines Faltblatts. Der
Einkaufsleitfaden mit dem Titel "Alles Öko" kann gegen eine Gebühr von
1,10 Euro bestellt werden bei der Verbraucherzentrale Berlin, Bayreuther
Straße 40, 10787 Berlin.
[ Quelle:
(anw/c't),
Heise NewsLetter vom 11.4.
]
Anfang
5.) Altes
Zahngold - für die Schublade zu schade!
-
Da schlummert es in
Schubladen von Badezimmern und Nachttischen herum und wartet auf
bessere Zeiten: Gebrauchtes Zahngold von Kronen und Brücken, mit
dem Sie jahrelang gekaut haben und welches Ihnen Ihr Zahnarzt - da
Ihr Eigentum - bei einer Neuanfertigung von Zahnersatz mitgegeben
hat. Nach Schätzungen von Fachleuten fällt allein in Deutschland
jährlich soviel Zahn-Altgold an, dass davon 10 Kinderdörfer
weltweit eröffnet bzw. unterhalten werden könnten. Eigentlich
schade!
Bei der Vielzahl von echten und manchmal auch nicht so effektiven
Hilfsorganisationen für die Ärmsten der Armen, die bei Ihnen
"anklopfen" und um ein Almosen bitten, fällt es nicht leicht, die
Spreu vom Weizen zu trennen. Das
Hilfswerk der
Deutschen Zahnärzte - seit über 20 Jahren bestehend und mit
dem begehrten Qualitätsmerkmal "Spendensiegel" des Deutschen
Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI)
ausgestattet - hat bisher eine
Vielzahl von Projekten in aller Welt durch die finanzielle
Unterstützung mit gebrauchtem Zahngold auf den Weg gebracht, wie
sich die Redaktion selbst überzeugen konnte. Vielleicht auch für
Sie eine Überlegung wert?
Kontakt:
Altgoldspende |
|
Anfang
6.)
Kaffee schützt vor Karies
- Kaffee enthält neben Koffein
zahlreiche andere, weniger gut untersuchte Inhaltsstoffe. Einige
davon, so haben italienische Wissenschaftler der Universität von
Ancona jetzt herausgefunden, hindern Kariesbakterien daran, sich auf
der Zahnoberfläche festzusetzen. Das schützt die Zähne vor der
Zerstörung durch die Säure bildenden Mikroorganismen, schreiben die
Forscher im Journal of Agricultural and Food Chemistry (Bd. 50, S.
1225).
Zahnlöcher entstehen dadurch, dass zunächst Bestandteile des Speichels
die Zahnoberfläche mit einer Schleimschicht umgeben. Darin vermehren
sich dann verschiedene Arten von Bakterien, darunter auch das
Kariesbakterium Streptococcus mutans. Schließlich bilden sich
festsitzende Beläge. Bei ausreichender Versorgung mit Zucker setzen
die Streptokokken Säure frei, die den Zahnschmelz angreift. Carla
Pruzzo und ihre Kollegen untersuchten, ob Bestandteile des Kaffees die
bakterielle Besiedlung künstlicher Zahnoberflächen verhindern können.
Dabei erwiesen sich Chlorogensäure, Trigonellin und Nikotinsäure als
effektive Hemmstoffe. Am wirksamsten war Trigonellin, das für den
bitteren Geschmack des Kaffees verantwortlich ist. Dass sowohl rohe
als auch geröstete Kaffeebohnen antibakterielle Substanzen enthalten,
ist schon länger bekannt. Unklar blieb, wie sie wirken. "Diese
Untersuchungen können dazu beitragen, den Zusammenhang zwischen
Ernährung und Karies zu verstehen", sagte Pruzzo gegenüber dem
Wissenschaftsportal "Nature Science Update". Eine Bestätigung durch
Versuche am Menschen steht allerdings noch aus.
Kaffee ist nur eines der Lebensmittel, in denen Wissenschaftler
Wirkstoffe gefunden haben, die die Entstehung von Karies im
Frühstadium verhindern. Derartige Substanzen hat man auch in Tee und
verschiedenen Früchten nachgewiesen. Als Bestandteil von Mundwasser
oder Zahnpasta könnten sie einen Beitrag im Kampf gegen faule Zähne
leisten.
-
- [ Quelle: Joachim Czichos;
wissenschaft.de
]
Anfang
7.) "Parodontose"
durch Stress
In den letzten Jahren konnte in epidemiologischen Studien
eindrucksvoll belegt werden, dass die Gingivitis
(Zahnfleischentzündung) und die Parodontitis (Zahnbetterkrankung) zu
den am weitesten verbreiteten Erkrankungen gehören. Schon über drei
viertel aller Kinder und Jugendlichen weisen Symptome einer Gingivitis
auf, und nahezu alle Erwachsenen leiden an einer Form der
Parodontitis.
Die meisten Patienten mit einer Parodontitis weisen eine moderate Form
auf, die durch Verbesserung der Mundhygiene und Entfernung aller
Zahnsteinbeläge gut behandelbar ist. Es gibt jedoch auch
außerordentlich schwer zu behandelnde aggressive Formen, bei denen es
innerhalb kurzer Zeit aufgrund entzündlicher Destruktionen zum Verlust
des Zahnhalteapparates kommt. Diese Patienten scheinen für parodontale
Erkrankungen prädisponiert zu sein und gehören zu den Risikopatienten.
Insbesondere bei diesen Patienten ist die rechtzeitige Diagnose der
Erkrankung sowie die Identifizierung von Risikofaktoren von besonderer
Bedeutung. Nur so können das entzündete Parodont erfolgreich behandelt
und auch andere zum Teil lebensbedrohende Erkrankungen vermieden
werden. So konnte in epidemiologischen Studien gezeigt werden, dass
aggressive parodontale Erkrankungen mit koronalen Herzerkrankungen,
cerebraler Ischemia, Arteriosklerose und Frühgeburten korrelieren.
Dieser Zusammenhang konnte zwar noch nicht pathogenetisch bestätigt
werden, jedoch deuten In-vitro-Studien darauf hin, dass die bei einer
Parodontitis in großen Mengen vorhandenen Bakterien bzw. deren
Produkte (Lipopolysaccharide, Exotoxine) aufgrund einer Bakteriämie
zerstörende Prozesse in den entsprechenden Geweben auslösen.
In anderen Studien konnten Risikofaktoren, die mit einer aggressiven
Parodontitis assoziieren, festgestellt werden. So wurden erhöhte
Risiken in Hinblick auf das Alter, das Geschlecht (männlich), Rauchen,
systemische Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus) und das Vorkommen
von spezifischen Bakterien (Porphyromonas gingivalis, Bacteroides
forsythus, Prevotella intermedia) ermittelt. Weiterhin scheint ein
unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem progressiven Verlauf einer
parodontalen Erkrankung und dem psychosozialen Stresszustand des
Patienten vorzuliegen. Dies sind jedoch lediglich retrospektive
Beobachtungen, die zwar eindeutig sind, aber keinerlei Hinweise auf
den pathogenetischen Mechanismus von Stress auf parodontale
Erkrankungen liefern. Um diese Zusammenhänge besser verstehen zu
können, sind psychoneuroimmunologische Studien, die eine Abhängigkeit
der Immunabwehr gegen Antigene von den Wechselwirkungen zwischen
Behavior (Stress), zentralem Nervensystem (ZNS) und Zellen des
Immunsystems aufzeigen, von besonderem Interesse. So konnte gezeigt
werden, dass Stress die Immunabwehr entweder unterdrücken oder erhöhen
kann, abhängig von der Art des Stressors und der betrachteten
immunologischen Funktion. Dies geschieht über ein komplexes Netzwerk
von Signalen, das das Nerven-, endokrine und Immunsystem miteinander
verbindet und somit die Aktivierungen und Inhibierungen von
immunologischen Abwehrvorgängen gegen Antigene reguliert und
koordiniert. Der genaue Mechanismus, wie diese funktionelle
Interaktion abläuft, ist jedoch noch unbekannt.
[ Quelle: Priv.-Doz. Dr.
Rainer Mengel, Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und
Kieferheilkunde
Abteilung für Parodontologie, Georg-Voigt-Straße 3 ,35033 Marburg ,
Tel.: 06421/28-63279
]
Anfang
8.) Schmerzlose
Spritze mit erheblichen Nebenwirkungen
- Der Traum von
einer "schmerzlosen" Betäubungsspritze - gemeint ist damit die Phase
des Einstichs - steht auf der Wunschliste von Patienten ganz oben.
Dabei ist mit der richtigen Injektionstechnik und dünnen
Einmal-Kanülen zumindest im zahnärztlichen Bereich auch mit den heute
vorhandenen Methoden ein "schmerzloser" Einstich möglich.
Nachfolgende Warnung zu einer neuen "schmerzlosen Spritze" stammt aus
dem "New Scientist" und wurde von
wissenschaft-online übernommen:
Japanische Wissenschaftler haben eine Injektionsnadel entwickelt, mit
der schmerzfreies Spritzen möglich sein soll. Seiji Aoyagi von der
Kansai University in Osaka und seine Kollegen orientierten sich dabei
an dem Vorbild der Natur: Die einen Millimeter lange und nur 0,1
Millimeter dicke Nadel ist dem Stechrüssel einer Mücke
nachempfunden. Ein Mückenstich ist an sich schmerzfrei - der Schmerz
wird nur durch den Mückenspeichel ausgelöst -, da der gezackte
Stechrüssel die Haut nur minimal berührt. Indem die Forscher gezackte
Siliziumdioxid-Stücke aneinander banden, konnten sie eine ähnlich
aufgebaute Injektionsnadel konstruieren.
Allerdings bricht die Nadel, deren Wände nur 1,6 Mikrometer dick sind,
sehr schnell ab, wie Einstichtests auf Gummi ergaben. Dadurch könnten
beim Menschen Blutgerinnsel entstehen. Erreichten diese Gerinnsel über
die Blutbahn das Gehirn oder das Herz, könnten die Folgen tödlich
sein.
[
Quelle: J"New Scientist;
wissenschaft-online ]
Anfang
9.)
Gesundheitskosten weltweit
- Nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit werden in
Zukunft Gesundheitssysteme staatlicher Prägung nicht mehr
finanzierbar. Hauptsächliche Ursachen sind die vorhandenen und noch
stärker zu erwartenden Fortschritte innerhalb der Medizin, welche die
Lebenserwartung beträchtlich ansteigen lassen, und ein fast sorgloser
Umgang mit der Eigenverantwortung für den eigenen Körper nach dem
Motto "die Medizin wird's schon richten". Eine deutliche Warnung
sprach die Chefin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus.
Unverständlich nur, dass es in Deutschland immer noch zahlreiche
Sozialpolitiker gibt, die ungeachtet eindeutiger Fakts noch an längst
überholten "Gratismodellen" auch für die Zukunft festhalten wollen und
zur Ablenkung nicht müde werden, ausschließlich die Schuld bei den
Ärzten und Leistungsanbietern im Gesundheitswesen zu suchen
.
Vor einem Anstieg der Gesundheitskosten für alte Menschen bis zum
Jahre 2050 um 41 Prozent, warnte Gro Harlem Brundtland, Direktorin der
Welt-Gesundheitsorganisation auf der UN-Weltversammlung zum Thema
Altern in Madrid: "Wir brauchen ein neues Verständnis vom Altern",
sagte Brundtland. Im Jahr 2050 werde die Zahl der Menschen über 60
Jahre 21 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen und die der unter
15jährigen übersteigen. Dadurch würden die Kosten für die Erhaltung
der Gesundheits- und Pflegesysteme enorm ansteigen. Schon jetzt würden
rund 30 Prozent des weltweiten Gesundheitshaushaltes für ältere
Menschen über 60 Jahren ausgegeben, obwohl sie nur fünf Prozent der
Bevölkerung ausmachen. Obwohl jeder vierte Senior angibt, gesund zu
sein, befinden sich 80 Prozent in ärztlicher Behandlung, so
Brundtland.
Vor allem die Entwicklungsländer müssen sich deshalb auf die
Überalterung der Gesellschaft einstellen, da sie am wenigsten auf die
enormen Gesundheitskosten vorbereitet sind. "Schon bald werden auch in
den Entwicklungsländern verstärkt Krankheiten wie Krebs und
Herzkrankheiten auftreten, die bisher eher in den so genannten Erste
Welt Ländern vorkamen."
[
Quelle:
Ärztezeitung ]
Anfang
10.) Ephedra-Kraut - Appetitzügler oder zuweilen auch tödlich!
- Lücken im EU-Recht und das Internet machen es möglich: In den
Niederlanden und über das Internet (
http://www.happyhighherbs.com/ ; "a positive alternative to the
chemical") werden "Nahrungsergänzungsmittel" und Tees angeboten, die
weder als Arzneimittel zugelassen sind noch als Lebensmittel bei uns
vertrieben werden dürfen. Es handelt sich dabei um sog. Appetitzügler
oder "Anti-Heuschnupfen-Mittel", die auch schon mal tödlich sein
können!
Ephedra (Meerträubel) ist ein chinesisches Heilmittel. Es wird unter
dem chinesischen Namen Ma-huang oder als Mormonen-, Brigham- und
Mexikanischer Tee gehandelt. Die natürlicherweise enthaltenen
Ephedra-Alkaloide, die in Form und Charakter Amphetaminen ähneln,
besitzen pharmakologische Eigenschaften: Ephedra-Kraut wirkt
gefäßverengend, kreislaufstimulierend, blutdrucksteigernd, zentral
erregend, stark entwässernd, appetitdämpfend und krampflösend auf die
Bronchien.
In Deutschland werden ephedrahaltige Produkte als apothekenpflichtige
Arzneimittel eingestuft. Über das Internet werden sie neuerdings aber
auch als Nahrungsergänzungs- oder Lebensmittel angeboten. Ein Beispiel
ist der Ephedra-Tee. Er wird als Appetitzügler beworben, der -
angeblich - überschüssiges Fett verschwinden und Muskeln wachsen
lassen soll. Heuschnupfen-Patienten - so die Werbung - würden von
ihrer Allergie befreit. Mit derartigen medizinischen Aussagen dürfen
in Deutschland nur rezeptfreie Arzneimittel beworben werden, für die
Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit in einem
Zulassungsverfahren nachgewiesen wurden. Mit dem Internethandel werden
diese Zulassungsbeschränkungen umgangen - weder Qualität noch
Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Produkte sind gewährleistet -
gesundheitsschädigende Wirkungen können nicht ausgeschlossen werden.
Deutsche Gesundheitsbehörden warnen vor dem unkontrollierten Verzehr
von Produkten, die Ephedra-Kraut enthalten und weder als Arzneimittel
zugelassen sind, noch als Lebensmittel vertrieben werden dürfen. In
den Niederlanden und über das Internet werden ephedrahaltige Produkte
als Nahrungsergänzungsmittel oder Tee angeboten. EU-rechtlich bedürfen
diese Produkte einer Zulassung als Arzneimittel. Das BgVV und das
BfArM warnen dringend vor dem unkontrollierten Verzehr solcher
Produkte. Es kann zu unerwünschten Wirkungen kommen wie z. B.
Pupillenerweiterung, Nervosität, Zittern, Schweißausbrüchen,
Herzrhythmusstörungen, erhöhtem Blutdruck und bei hoher Dosierung zu
Krampfanfällen und psychischen Veränderungen. In den USA sind bereits
mehrere hundert Menschen durch die unkontrollierte Einnahme solcher
Produkte erkrankt, mehr als 10 starben an den Folgen.
(siehe hierzu auch:
http://www.fda.gov/ohrms/dockets/dailys/01/Sep01/091001/cp00001.pdf).
[ Quelle: Bundesinstitut für
gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (bgvv)
vom 8.4.2002]
Anfang
11.) Zum Schluss: EDV-Begriffe -
leicht verständlich

|
Anwender: |
Kollektiver Begriff für die Leute,
die mit leerem Blick auf einen Monitor starren. Sie werden in drei
Gruppen aufgeteilt:
Anfänger: Leute, die davor Angst haben, eine Taste zu
drücken, da dies den Computer kaputtmachen könnte
Erfahrene: Leute, die nicht wissen, wie man den Computer
repariert, nachdem sie eine Taste gedrückt hatten
Experten: Leute, die den Computer anderer kaputtmachen |
|
Bedienerfreundlich: |
Alles, was nicht Ihnen, sondern
dem Programmierer logisch erscheint |
|
Beta: |
ursprünglich: der zweite
Buchstabe des griech. Alphabets;
heute: dafür dass wir ihnen was schenken, dürfen Sie
anschließend ihr Betriebssystem neu installieren |
|
CPU: |
Besteht aus einer Festplatte,
einer Schnittstellenkarte und einem winzigen Laufrad, das von einem
Nagetier angetrieben wird.
Bei älteren Modellen ist dieses Tier ein Hamster, beim Pentium ein
Wiesel und beim Pentium II ein Wiesel, dem Ectasy gegeben wurde |
|
Drucker: |
Besteht hauptsächlich aus drei
Teilen:
Dem Gehäuse, der blinkenden roten Fehlerlampe und einem verstopften
Papierschacht |
|
wird fortgesetzt... |
|
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Verantwortlich: Dr. Klaus de Cassan
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