Zahnärztliche NewsLetter Nr. 05/2003/ 1. Mai 2003

Herzlich willkommen bei der neuesten Ausgabe der ZahnNewsLetters.


Inhalt

 1.) Röntgen: Schadet weniger mehr?
 2.) Zahnbohrer, die zwischen "Gut" und "Böse" unterscheiden können
 3.) Neues vom Zahnbürstenmarkt: konisch geformte Borsten
 4.) Zahnseide in neuer Verpackung
 5.) Zähne sind oft Anlass für Hänseleien
 6.) Stammzellen in Milchzähnen entdeckt
 7.) Passivrauchen - ein neues Kariesrisiko für Kinder?
 8.) Winterspeck - jetzt boomen die Schlankheitsmittel
 9.) Können sich Kinder "Intelligent essen"?
10.) Deutschland liegt bei Gesundheitsausgaben mit an Weltspitze
11.) Umfrage verzeichnet Imageverlust für Ärzte
12.) Zum Schluss: Lebensweisheiten


1.) Röntgen: Schadet weniger mehr?

"Je niedriger die Strahlendosis, desto besser", lautete lange Zeit die allgemeine Empfehlung beim Röntgen. Diese Regel scheint jedoch nach den neuesten Erkenntnissen der Forschung so nicht mehr zu gelten: In Experimenten an Zellkulturen haben die Homburger Biophysiker Prof. Dr. Markus Löbrich und Dr. Kai Rothmann herausgefunden, dass stark beschädigte Zellen sich weitaus schneller wieder reparieren als wenig beschädigte.
Die Wissenschafter bestrahlten menschliche Zellen in Kultur mit verschiedenen Dosen an Röntgenstrahlung. Erwartungsgemäß kam es dabei zu DNA-Brüchen, einem der Faktoren für die Entstehung von Krebserkrankungen. Dabei registrierten die Wissenschafter umso mehr solcher DNA-Brüche, je höher die Röntgendosis war.
Als Folge zeigte sich jedoch ein unerwarteter Effekt: Während Zellen, die starker Röntgenstrahlung ausgesetzt waren, ihre Schäden wieder reparierten, war die Zahl der DNA-Brüche bei Zellen nach schwacher Bestrahlung unverändert. Offenbar setze der Reparaturmechanismus erst ab einer gewissen Röntgendosis ein, so die Wissenschafter. Bei schwacher Röntgenstrahlung, wie sie etwa zur Diagnose in Arztpraxen verwendet wird, bleiben DNA-Brüche deshalb länger bestehen als nach starker Bestrahlung. Bislang hatten Wissenschafter die erbgutschädigende Wirkung schwacher Röntgenstrahlen unterschätzt, da sie annahmen, die Reparaturmechanismen funktionieren ebenso wie bei hoher Strahlendosis.
Schwache Strahlung ist jedoch nach Ansicht der Wissenschafter dennoch nicht zwingend gefährlicher als bisher vermutet. So ist bekannt, dass hohe Dosen an UV- oder Röntgenstrahlung wie auch verschiedene chemische Substanzen zu einer Schädigung des genetischen Zell-Materials führen. Diese haben dann die Wahl zwischen einer DNA-Reparatur oder einem genetisch programmierten Zelltod bei irreparablen Schäden. Damit wird verhindert, dass Genomdefekte im Organismus verbleiben und an Tochterzellen weitergegeben werden. In ihren Versuchen fanden sie Hinweise, dass schwach bestrahlte Zellen ihre Schäden zwar nicht reparieren, dafür aber meist einer Apoptose (genetisch gesteuertes Programm für einen gezielten "Zell-Selbstmord") unterliegen und folglich nicht bösartig entarten. Ob von diesen Erkenntnissen abgeleitet werden kann, dass geringere Strahlendosen auch ein größeres Krebsrisiko bedeuten als bisher angenommen, soll in Folgestudien geklärt werden.

[ Quellen: Prof. Dr. Markus Löbrich, markus.loebrich@uniklinik-saarland.dewww.medaustria.at ]

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2.) Zahnbohrer, die zwischen "Gut" und "Böse" unterscheiden können

Eine neue Generation von zahnärztlichen Präparierinstrumenten - sog. "Bohrern" - wurde auf der Internationalen Dentalschau Ende März in Köln der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die unter dem Namen SmartPrep™ geführten Instrumente (Hersteller SS White Burs, Lakewood, USA) können aufgrund Ihrer Konstruktion und Materialeigenschaften zwischen gesundem und kariösem Dentin unterscheiden, entfernen demnach im Sinne einer schonenden Zahnbehandlung nur soviel erkrankte Zahnsubstanz, wie unbedingt nötig ist (sog. minimal-invasive Präparation). Erreicht wird dieses Kunststück durch einen neuartigen, selbstlimitierenden Polymerkunststoff, welcher die erkrankte Zahnsubstanz - da sehr weich - abträgt, aber an gesunden Zahnstrukturen keinen Abtragungseffekt zeigt, weil der Kunststoff sich an diesem Material durch lokale Hitze verformt und seine Schneidfähigkeit verliert. Nach Herstellerangaben kann auf eine örtliche Betäubung beim Einsatz dieser Instrumente häufig verzichtet werden.
Das SmartPrepTM-Instrument wurde über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren von SS White Burs in Zusammenarbeit mit Dr. Daniel Boston, Temple University, USA und Dr. Van Thompson, University of Medicine and Dentistry, New Jerwsey, USA, entwickelt. Derzeit laufen umfassende klinische Studien zur neuen Dentaltechnologie am New York University College of Dentistry.

Weitere Informationen bei:
SS White Burs. Basler Str. 115, 79115 Freiburg i./B.
Tel. 0761 4787199 , Fax 0761 4787191

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3.) Neues vom Zahnbürstenmarkt: konisch geformte Borsten

Unterschiedliche Zahnbürsten gibt es, ebenso wie Zahnpasten, wie Sand am Meer. Und während sich die Experten noch darüber streiten, ob es nun besser sei, elektrisch oder mit Handbetrieb zu putzen, tut sich gerade auf dem Gebiet der Zahnborsten einiges - die nachfolgend beschriebene meridol-Zahnbürste ist ein Beispiel dafür. Allerdings: Keine noch so gute Zahnbürste und keine noch so ideale Creme kann Einem das regelmäßige Putzen und die richtige Technik abnehmen. Fragen Sie bei Ihrem nächsten Zahnarztbesuch doch mal nach, ob eine Unterweisung in der richtigen Mundhygiene angeboten wird, denn häufig ist hier das größte Defizit bei der Zahnpflege zu finden.

Die neue meridol Zahnbürste verfügt über in Europa einmalige, konisch geformte Borsten (Filamente): Der Durchmesser beträgt an der Basis 0,18 mm, an der Spitze jedoch nur 0,05 mm. Dadurch sind die Filamente sowohl weich und flexibel als auch stabil und haltbar.
Durch ihre Flexibilität legen sich die mikrofeinen Borstenenden beim Zähneputzen um und schließen damit eine Verletzung des Zahnfleisches nahezu vollständig aus. Gleichzeitig bietet die Basis der Filamente genügend Stabilität für eine sehr gute Reinigungsleistung. Die Plaque wird besonders am Zahnfleischsaum, wo sich entzündungsauslösende Bakterien bevorzugt einnisten, gründlich entfernt, wie eine Studie der University of Pennsylvania zeigt. Auch der weich ummantelte Bürstenkopf schützt vor Verletzungen und erreicht durch seine geringe Größe selbst die hinteren Backenzähne. Die sichere Führung der Zahnbürste ist durch den ergonomischen Griff mit dem weichen Daumenstopp gewährleistet.

[ Life Science Communications GmbH, Birgit Jaretz, Oberlindau 80-82, 60323 Frankfurt, jaretz@dkcommunications.de
Grafik: obs/meridol Fotoarchiv ]

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4.) Zahnseide in neuer Verpackung

Mit der Zahnseide hat es was Eigenartiges auf sich: Unbestritten ist bekannt, dass dieses Reinigungsmittel zu den effektivsten Mitteln zur Pflege des besonders kritischen Zahnzwischenraums ("Interdentalraum") gehört, unbestritten ist auch bekannt, dass dieses Pflegemittel zu den preiswertesten in der großen Palette der Mundhygienemittel gehört und bekannt ist auch, dass nur 3% der Deutschen dieses sinnvolle Reinigungsmittel regelmäßig gebrauchen ( http://www.ziis.de/newsletter_08_02.htm#Mundhygiene ); 14% benutzen es gelegentlich. In Deutschland liegt der Verbrauch von Zahnseide bei Erwachsenen bei etwa 3,75 m/Jahr. Würde täglich einmal richtig Gebrauch davon gemacht werden, müssten es aber 180 Meter sein. Die Ursachen für diese Zahlen sind sicherlich in der Umständlichkeit der Handhabung, einer nicht begeisternden Hygiene beim "Fädeln" und dem Zeitaufwand zu suchen. Bei 30 Zahnzwischenräumen in einem vollbezahnten Gebiss bedarf es schon einiger Übung, diese Prozedur in einem vertretbaren Zeitraum von 10 Minuten zu erledigen.
Neu auf dem Markt ist ein Zahnseidenhalter namens "VIPP", der einfach in der Anwendung ist und zusätzlich noch den Vorteil hat, dass er sich wegen seinen geringen Abmessungen in jeder Tasche unterbringen lässt und auch dann zur Hand ist, wenn sich unterwegs mal etwas zwischen die Zähne gesetzt hat.

Nähere Infos auf der WebSite des Herstellers:
http://www.z-medical.de

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5.) Zähne sind oft Anlass für Hänseleien

Die Zähne sind nach dem Gewicht und der Haarfarbe die wichtigste Ursache für die Hänselei unter Kindern, so Dr. Jutta Margraf-Stiksrud, Marburg, anlässlich einer Tagung in Leipzig.
Zähne sind demnach, so die Psychologin, ein wichtiger Attraktivitätsfaktor, der weit über die Ästhetik hinaus gehe. Aus einer Studie wurde auch ersichtlich, dass attraktive Menschen zwischenmenschlich immer besser behandelt werden, wesentlich schneller einen Partner finden und vor allem besser bezahlt werden. Die Erwartung, dass als Folgeschluss attraktive Menschen auch eine bessere Befindlichkeit aufweisen, wurde in der von der Psychologin vorgestellten Studie jedoch widerlegt.

[ Quelle: sp in zm, 93 ]

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6.) Stammzellen in Milchzähnen entdeckt

Die Forschung an und mit Stammzellen war 2002 eines der gesellschaftspolitischen Themen. Zur Erinnerung:
In der Forschung der letzten Jahre wird weltweit versucht, aus diesen undifferenzierten Zellen Gewebe und Organe zu züchten. Hauptsächlicher Herkunftsort erfolgsversprechender Züchtungen können entweder abgetriebene oder bei einer künstlichen Befruchtung "überzählige" Embryonen sein (= embryonale Stammzellen); daneben ist die gesellschaftlich sehr umstrittene "Herstellung" von Embryonen eigens für diese Forschung möglich. Von adulten Stammzellen spricht man, wenn sich diese im Körper bereits geborener Menschen finden (z.B. im Knochenmark); von diesen steht aber bisher noch nicht fest, ob sie das gleiche Differenzierungspotential haben wie die embryonalen. Neu ist, dass auch Milchzähne ein Stammzellenpotential bieten - und dies sogar im beträchtlichen Umfang. wissenschaft.de schreibt dazu:

"Auch Milchzähne enthalten Stammzellen, aus denen eine ganze Reihe von Zelltypen produziert werden kann. Das berichten amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (Online-Vorabveröffentlichung).
Die Wissenschaftler um Songtao Shi vom amerikanischen Nationalen Gesundheitsinstitut (NIH) in Bethesda isolierten Zellgewebe aus dem Zahnmark von Milchzähnen, die sieben- bis achtjährigen Kindern gezogen worden waren. Im Reagenzglas konnten die Forscher diese Zellen mithilfe von Wachstumsfaktoren zu Nervenzellen, Fettzellen und den Vorläufern von zahnbildenden Zellen heranwachsen lassen. In Mäuse eingesetzt bildeten die Stammzellen dann Knochen und Dentin, einen Grundbaustein der Zähne.
Stammzellen waren bisher beispielsweise im Knochenmark, in der Haut und im Zahnmark von Erwachsenen gefunden worden. Die Stammzellen aus den Milchzähnen seien hingegen deutlich wachstumsfähiger als die aus dem Zahnmark von Erwachsenen, schreiben die Wissenschaftler. Milchzähne seien daher eine unerwartet ergiebige Quelle von Stammzellen für die Forschung und die Entwicklung neuer Therapien."

[ Quelle: ddp/bdw – Ulrich Dewald, © wissenschaft.de, DVA 2003 ]

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7.) Passivrauchen - ein neues Kariesrisiko für Kinder?

Schlechte Zähne stellen eine der häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern dar und betreffen in einem überproportional hohen Prozentsatz ärmere Bevölkerungsschichten, wobei die Gründe dafür nicht klar sind. Passivrauchen könnte ein beeinflussbarer Risikofaktor für Dentalkaries sein.
Wissenschafter der American Academy of Pediatrics in Rochester, NY untersuchten in einer rezenten Studie den Zusammenhang zwischen Dentalkaries und dem Serumspiegel von Cotinin. Im Rahmen der Studie wurden insgesamt Daten von 3.531 Kindern im Alter zwischen 4 und 11 Jahren analysiert, wobei jeweils ein Zahnstatus und die Serum-Cotinin-Spiegel erhoben wurden. Passivrauchen wurde definiert durch einen Serum-Cotinin-Spiegel von 0,2-10 ng/ml, Karies wurde definiert als unbehandelter, kariöser Zahnschmelz bzw. bereits befüllte Läsionen.
Fünfundzwanzig Prozent der Kinder wiesen zumindest eine unbehandelte, kariöse Veränderung auf, 33% hatten zumindest einen bereits aufgrund von Karies behandelten Zahn. Serum-Cotinin-Spiegel vereinbar mit Passivrauchen fanden sich bei 53%. Erhöhte Cotinin-Werte wiesen eine signifikante Assoziation mit schlechten Zähnen sowie bereits befüllten kariösen Läsionen in Milchzähnen auf. Dieser Zusammenhang blieb auch nach Berücksichtigung von Faktoren wie Alter, Geschlecht, Rasse, Einkommen, Herkunft, Häufigkeit von Zahnarztbesuchen und Bleispiegeln im Blut aufrecht. Die Wissenschafter schätzen die Risikoerhöhung für Zahnschäden durch Passivrauchen auf 27% bei geschädigten, auf 14% bei befüllten Zahnoberflächen.
Nach Ansicht der Wissenschafter besteht somit ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Passivrauchen und Kariesrisiko bei Kindern.
Weiters weisen sie darauf hin, dass die Reduktion des Passivrauchens nicht nur in der Prävention zahlreicher Erkrankungen wichtig sei, sondern auch für die Verbesserung der dentalen Gesundheit von Kindern.

[ © 2003 www.medaustria.at , Quelle: JAMA. 2003;289:1258-1264 (geo)  ]

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8.) Winterspeck - jetzt boomen die Schlankheitsmittel

Die Badesaison ist eröffnet und Schlankheitsmittel haben jetzt Hochkonjunktur, denn ein Drittel der Bevölkerung ist "auf Diät" und versucht den Winterspeck loszuwerden. Für den Verbraucher ist es schwierig bei Schlankheitsmitteln die Spreu vom Weizen zu trennen und die auszuwählen, die nicht nur das Portmonee abnehmen lassen, sondern medizinisch gesehen eine Wirkung zeigen oder zumindest unbedenklich sind. Sven-David Müller von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen gibt als Experte auf diesem Gebiet wertvolle Tipps:

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Schlankheitsmitteln:
Entwässerungsmittel, Abführmittel, Schlankheitstees, rezeptpflichtige Medikamente, die als Appetitzügler wirken oder die Fettverdauung vermindern, Medizinprodukte auf Zellulose-, Alginat- oder Collagenbasis, die die Sättigung fördern, Medizinprodukte mit Chitosan, die die Fettverdauung hemmen sollen und diätetische Lebensmittel, die als Mahlzeitenersatz dienen. Daneben gibt es Produkte, denen eine gewichtsreduzierende Wirkung zugeschrieben wird: Zitronensaft, Apfelessig oder fettschmelzende Cremes und Bäder. Diese bewirken aber keine Gewichtsreduktion, betont Müller.
Aus ernährungsmedizinischer Sicht raten wir von Mitteln ab, die als Entwässerungs- oder Abführmittel wirken, betont Müller. Diese gehören in die Hand des Arztes und haben andere Einsatzgebiete. "Fett lässt sich nicht wegpinkeln!", formuliert Müller. Außerdem ist Fettgewebe im Vergleich zu Muskulatur arm an Flüssigkeit. Den Effekt der Stuhlentleerung überschätzen viele. "Fünf Pfund ohne Knochen" sind es nicht, sondern 120 bis maximal 150 Gramm pro Entleerung, so Müller. Ernährungsmedizinisch differenziert zu betrachten sind die rezeptpflichtigen Medikamente Reductil (enthält Sibutramin) und Xenical (enthält Orlistat). In Studien weisen beide deutliche Effekte nach, so Müller. Die italienischen Behören aber verboten Medikamente, die die Substanz Sibutramin enthalten und auch in Deutschland überprüfen die entsprechenden Behörden jetzt diese Substanz. Ernährungsmedizinisch sinnvoller ist Orlistat, der Stoff, der nicht systemisch wirksam ist, sondern im Verdauungstrakt die Fettverdauung hemmt. Damit entschärft Xenical das Hauptproblem der Übergewichtsentstehung, die erhöhte Fettaufnahme. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung und eines interdisziplinären Übergewichtsprogrammes ist die Xenical- und unter Vorbehalt auch die Reductil-Einnahme sinnvoll, so Müller.
Die freiverkäuflichen Medizinprodukte CM3 Alginat, BMI 23 oder Matricur auf Ballaststoff- oder Collagenbasis sind aus ernährungsmedizinischer Sicht empfehlenswert, da sie die Sättigung fördern. Im Rahmen einer sinnvollen gewichtsreduzierenden Ernährungsweise helfen sie Übergewichtigen das Hauptproblem, den Hunger, zu bekämpfen, so Müller. Die Wirkung von Chitosan zu bewerten ist schwierig, da die Studienaussagen widersprüchlich sind, so Müller. Die besten Studiendaten ergeben sich für diätetische Lebensmittel, die ein proteinmodifiziertes Fasten ermöglichen. Beliebt sind hier Slimfast, Modifast oder die Produkte, die im Rahmen der ärztlichen Übergewichtsprogramme von Optifast, FormMed, BodyMed oder Precon angeboten werden. Im Rahmen eines Schulungsprogrammes und bei dauerhafter Ernährungsumstellung, sind diese ernährungsmedizinisch empfehlenswert, betont Müller.
Vor dem Hintergrund der Übergewichtsepidemie in Deutschland und des kaum noch zu überblickenden Schlankheitsmittelmarktes führt unsere Gesellschaft seit einigen Monaten einen Schlankheitsmittelvergleich aus ernährungsmedizinischer und -wissenschaftlicher Sicht durch, erklärt Müller. Ein mit 18 Produkten durchgeführter Schlankheitsmittelvergleich ergab, dass lediglich das Optifast-Programm sowie das freiverkäufliche Medizinprodukt CM3 Alginat wirksam und als "sehr empfehlenswert" zu bewerten sind. Das Optifast-Programm (www.optifast.de) ist ein strukturiertes ärztlich geführtes Adipositasprogramm, das Ernährungsumstellung, Verhaltensmodifikation, Bewegungstherapie und ärztliche Therapie einschließt und wissenschaftlich herausragende Ergebnisse erzielt hat. CM3 Alginat löst sich im Dünndarm auf und ist daher gut verträglich.

Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik hat ein Programm unter dem Titel "Abnehmen kann nur wer satt i(s) st!" entwickelt. Weitere Informationen zu Schlankheitsmitteln und der richtigen Ernährungsweise erteilt der ernährungsmedizinische Beratungsdienst der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik, der unter 0241-4450600 werktags von 9.00 bis 15.00 Uhr erreichbar ist, so Müller abschließend.

[ Quelle + ©: Pressemitteilungen der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik  ]

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9.) Können sich Kinder "Intelligent essen"?

Kohlenhydrate für mehr Konzentration, Milch für die Aufmerksamkeit, Tofu für die Merkfähigkeit und Schokolade für die gute Laune - das klingt nicht nur verlockend, sondern auch einfach. Ist es aber nicht, denn "grundsätzlich besteht zwar ein allgemeiner Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Gehirnaktivität. Aber die einzelnen Vorgänge sind hoch kompliziert und noch nicht gänzlich erforscht", weiß Heike Rapp vom "aid infodienst" Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e.V., Bonn.
Experten betonen, dass die angeborene Intelligenz eines Menschen durch Ernährung nicht verbessert werden kann. Wohl aber ist eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung notwendig um dieses Grundpotential voll auszuschöpfen. Vor allem in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft und in den ersten beiden Lebensjahren wächst das Gehirn. Ein Mangel an bestimmten Nährstoffen während dieser Phase der Gehirnentwicklung kann unter Umständen zu einer langfristigen Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit führen.

FETTSÄUREN:
Für die visuelle und kognitive Leistungsfähigkeit sind vor allem langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren zum Beispiel aus fettreichem Seefisch und Rapsöl- wichtig. Ist die werdende Mutter damit gut versorgt, ist auch das Kind gut versorgt.

JOD:
Ein Jodmangel der Mutter in der Schwangerschaft kann beim Kind zu Leistungsschwäche führen, die auch bis zum Schulalter nicht mehr aufgeholt werden kann. Jod sollte daher in der Schwangerschaft und Stillzeit in Form von Tabletten ergänzt werden.

EISEN:
Auch ein Eisenmangel bei Säuglingen kann zu Störungen der psychomotorischen Entwicklung führen. Daher sollte im Babybrei ab dem 5. bis 7. Monat Fleisch nicht fehlen.

Ansonsten gehen Experten davon aus, dass das Gehirn und damit die Intelligenz von Kindern nur bei einer bestehenden Unterernährung beeinflusst wird. Studien ergaben:
Vitamin- und Mineralstoffpräparate wirken sich nur dann positiv auf die schulische Leistung aus, wenn vorher ein Mangel vorlag. Bei einer Unterversorgung mit Mineralstoffen, Vitaminen oder sekundären Pflanzenstoffen kann es zu einer Abnahme der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit kommen.

Als Empfehlung weisen die Ernährungsexperten - abgesehen von der Phase der Gehirnentwicklung - daher nur wieder auf die allgemein gültigen Regeln für eine gesunde Kinderernährung hin: Reichlich pflanzliche Lebensmittel und Getränke, mäßig tierische und sparsam fettreiche Lebensmittel.
"Eine so zusammengestellte Kost sichert die Leistungsfähigkeit Ihrer Kinder", so Heike Rapp.
 

[ Quelle + ©: Anbiss 40/02 ]  ]

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10.) Deutschland liegt bei Gesundheitsausgaben mit an der Weltspitze

Dass die Gesundheitsausgaben in Deutschland hoch sind, ist allseits bekannt und wäre nicht einer neuerlichen Erwähnung in diesem NewsLetter wert, wenn nicht jüngst das Statistische Bundesamt die neuesten Zahlen - auch im Vergleich mit anderen Staaten -  veröffentlicht hätte. Facharzt.de schreibt dazu am 24.4.:

"Deutschland liegt bei den Gesundheitsausgaben mit an der Weltspitze. Nur die US-Amerikaner und Schweizer geben noch mehr für ihre Gesundheit aus. Dies geht aus den am Donnerstag in Berlin vorgelegten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Danach stiegen die gesamten Gesundheitsausgaben von 1992 bis 2001 nominal um 38,5 Prozent und real um 14,8 Prozent auf 225,9 Milliarden Euro. Pro Kopf sind das 2.740 Euro. Dabei müssen die privaten Haushalte einen immer größeren Anteil der Kosten tragen.
Nach den Daten wendete Deutschland im Jahr 2000 gut 10,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für den Gesundheitssektor auf. Nur in den USA und der Schweiz flossen mit 13 Prozent beziehungsweise 10,7 Prozent des BIP mehr Geld in das Gesundheitswesen. Im Jahr 2001 waren es in Deutschland fast 10,9 Prozent im Vergleich zu 10,1 Prozent 1992.
Die Privathaushalte müssen den Angaben zufolge einen immer größeren Teil der Kosten tragen. So bestritten sie 2001 gut 47 Prozent – insgesamt 138,6 Milliarden Euro – der Gesamtausgaben. Die privaten und öffentlichen Arbeitgeber steuerten 39 Prozent oder 115,5 Milliarden Euro bei. Weitere 13 Prozent übernahmen die öffentlichen Haushalte. Erstmals überstiegen 2001 die Ausgaben für Zahnersatz, Arznei- und Hilfsmittel mit 60,4 Milliarden Euro die Ausgaben für ärztliche Leistungen mit 59,6 Milliarden Euro.
Der Löwenanteil der Gesundheitskosten wird von Arbeitnehmern und Arbeitgebern über die gesetzliche Krankenversicherung finanziert. Sie trägt 128,9 Milliarden Euro oder 57 Prozent der Gesamtausgaben für die Gesundheit. Dazu kommen Ausgaben der privaten Krankenversicherer, der Pflegeversicherung, der öffentlichen und privaten Haushalte. Weitere 67,5 Milliarden Euro wurden für Einkommensleistungen wie das Krankengeld oder Erwerbsunfähigkeitsrenten aufgewendet.
Weitere Informationen im Internet:
Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes: http://www.gbe-bund.de/ 
Statistisches Bundesamt: http://www.destatis.de  "

Zusätzlich stellt der Direktor des Kölner Instituts für Gesundheitsökonomie und Mitglied der Rürup-Kommission, Karl Lauterbach , zur Reform der Sozialsysteme fest, dass die Gesundheitskosten in Deutschland inzwischen fast ein Drittel über dem europäischen Schnitt lägen. Außerdem suchten deutsche Patienten viel zu häufig Ärzte auf, während zu wenig für die Prävention getan werde. Die Kassen wendeten weniger als ein Prozent ihrer Mittel für Vorbeugemaßnahmen wie Raucherentwöhnung, Ernährungsberatung oder Fitness-Programme auf.
Gleichzeitig sei zu beobachten, dass das deutsche Gesundheitssystem europaweit keinen Spitzenplatz mehr einnehme: „Wir sind ins Mittelmaß abgerutscht - in Forschung und Praxis”, meinte Lauterbach. In Deutschland stürben mehr Menschen an den Folgen von Herzinfarkt, Schlaganfall, Darmkrebs und Brustkrebs als in Frankreich, Schweden, Belgien oder Spanien. Nur jeder zweite Diabetes- und Bluthochdruck-Patient werde optimal behandelt.
Und noch zwei Zahlen sollten bei der Diskussion nicht vergessen werden:
Im „GEK-Gesundheitsreports 2003" (erhoben von: Gmünder ErsatzKasse GEK gemeinsam mit dem Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (ISEG, Hannover)) wird festgehalten, dass lediglich 2,5 Prozent der Mitglieder einer Krankenversicherung etwa die Hälfte der Leistungsausgaben (49,5 Prozent) verursachen. Ferner gibt es eine extrem kleine Gruppe von nur 0,5 Prozent der Versicherten, die noch 20,6 Prozent der Kosten verursachen.

[ Quelle: u.a.  Facharzt.de vom 24.4. ]

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11.) Umfrage verzeichnet Imageverlust für Ärzte 

Das öffentliche Ansehen der Ärzte ist nach einer Meinungsumfrage in den letzten Jahren gesunken, dennoch stehen sie auf der Berufs-Prestigeskala weiterhin an der Spitze. Zählten 1981 noch 82 Prozent der Westdeutschen Mediziner zu den fünf Berufen, vor denen sie am meisten Achtung haben, so sagen dies 2003 nur noch etwa 70 Prozent. Dies ergab eine repräsentative Studie des Instituts für Demoskopie in Allensbach am Bodensee vom Dienstag. Dennoch liegen Ärzte weiterhin mit großem Abstand auf Platz eins vor Geistlichen, Hochschulprofessoren und Unternehmern.
Das Allensbach-Institut vermutet unter anderem Abrechnungsskandale und Ärzteschelte wegen Kunstfehlern hinter dem Imageverlust der Mediziner. Dennoch wird dem Berufsstand immer noch allergrößte Achtung entgegengebracht. 72 Prozent aller Befragten in West- und Ostdeutschland gaben an, dass sie Ärzte besonders schätzen. Von Geistlichen sagten das 39 Prozent, von Hochschulprofessoren und Unternehmern je 30 Prozent und von Rechtsanwälten 29 Prozent.
Ganz unten auf der Prestigeskala rangieren Berufe wie Journalist, Offizier, Politiker, Gewerkschaftsführer und Buchhändler. Das Ansehen dieser Berufe ist im Vergleich zur letzten Umfrage 2001 gesunken. Zu den Verlierern gehören auch Professoren, Rechtsanwälte, Grundschullehrer, Schriftsteller, Atomphysiker oder Direktoren in einer großen Firma. Prestigegewinne konnten dagegen Geistliche, Unternehmer, Ingenieure, Apotheker oder Studienräte verzeichnen.
Befragt wurden 2197 Personen ab 16 Jahren in ganz Deutschland zwischen dem 27. Februar und dem 11. März dieses Jahres.

[ Quelle + ©: Facharzt.de vom 08.4. ]

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12.) Zum Schluss: Lebensweisheiten

"Ich sage dir, Sancho, ein Mund ohne Zähne ist wie eine Mühle ohne Mühlstein, und mehr sollte man einen Zahn schützen als einen Diamanten." (Cervantes)

"Die 10 Gebote haben deshalb so eine durchschlagende Verbreitung erfahren, weil vor ihrer Verabschiedung keine Kommission mit ihnen befasst war"
(Charles de Gaulle)

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