Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
05/2004/ 1. Mai 2004
Herzlich willkommen bei einer weiteren Ausgabe der ZahnNewsLetter,
verbunden mit den besten Wünschen auf einen sonnigen Mai.
Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion

Inhalt
1.)
Fluoride in
Mineralwässern - erhebliche Unterschiede
2.) Zahn-Rettungsbox
gehört in die Hausapotheke
3.) Zähne stehen Säureattacken von Cola und O-Saft
hilflos gegenüber
4.) Zahnspangen sind cool und sexy
5.)
Genmutation: Mehr Gehirn, weniger Biss
6.) Vorsicht bei und mit Teebaumöl
7.) Gen Food - umstritten, aber
wenigstens Klarheit beim Einkauf
8.) Junge Familien essen gesund - aber ohne Naschen geht's
nicht
9.) Buchtipp: Die
Schönheit, die vom Zahnarzt kommt
10.) Schnelltest entlarvt resistente Bakterien
11.) Öko-Test zum Zweiten: Diesmal fragwürdige
Verunglimpfungen
12.) Zwei auf einen Streich: Zahnbürste für Zahn und
Zunge
13.)
Ärzteflucht: Immer mehr Mediziner suchen ihr Glück im Ausland
14.) "Stern": Gesundheitsreform zeigt phänomenale
Wirkung
15.) Einbrüche in Praxen auf Rekordstand
16.) Penicillin-Allergie ist weit seltener als
angenommen
17.)
Zum Schluss: Die Dritten im
Wasserglas

1.)
Fluoride in
Mineralwässern - erhebliche Unterschiede
Auch wenn gelegentlich von
selbsternannten Gesundheitsaposteln das Gegenteil behauptet wird, sind
Fluoride eine wertvolle und unverzichtbare Substanz bei der Verhütung
von Karies. Allerdings: Wie bei jedem Medikament kommt es auf die
richtige Dosierung an, und so empfehlen auch wir schon seit Jahren,
diesen "Kariesverhütungskatalysator" erst dann zusätzlich einzusetzen,
wenn alle Nahrungsbestandteile auf ihren Fluoridgehalt geprüft worden
sind (==>
Fluoridanamnese). Natürliche Mineralwässer tragen
beispielsweise mehr als früher angenommen zur Fluoridaufnahme bei.
Insofern ist eine Kenntnis der fluoridhaltigen Inhalte derartiger
Getränke bei einer Fluoridanamnese unbedingt erforderlich - bei der
Vielzahl der in D angebotenen Wässer keine leichte Aufgabe.
Babynahrung sollte grundsätzlich mit abgekochtem Trinkwasser zubereitet
werden. Steht dies nicht oder in der erforderlichen Qualität zur
Verfügung (z.B. Nitratkonzentration > 50 mg/l ; auf Reisen) wird der
Einsatz von Mineralwasser empfohlen.
Die Landesarbeitsgemeinschaft
Jugendzahnpflege Hessen hat auf ihrer HP eine Liste von 400
Mineralwässern und deren Fluoridgehalt zusammengestellt, welche unter
dem Link
http://www.lagh.hzn.de/mundhygiene/
als PDF-Datei (391 KB) herunter geladen werden kann. Nachfolgend der
Einführungstext:
Eine Studie von Schulte et al. (1995)
zeigt, dass auch bei Kindern ohne Fluoridsupplementation
eine hohe Fluoridkonzentration im Urin nachgewiesen werden konnte.
Anamnestisch
wurde festgestellt, dass eine Reihe dieser Kinder regelmäßig natürliches
Mineralwasser mit einem relativ hohen Fluoridgehalt (0,5-1,5 mg
Fluorid/l) getrunken
hatten.
Säuglingsnahrung sollte grundsätzlich mit abgekochtem Trinkwasser
zubereitet werden.
Steht dieses nicht in der erforderlichen Qualität zur Verfügung, wie
z.B. in Gemeinden
mit einer Nitratkonzentration im Trinkwasser über 50 mg Nitrat/l oder
auf Reisen,
ist es empfehlenswert, auf natürliches Mineralwasser zurückzugreifen. Wird ein natürliches Mineralwasser mit der Angabe „zur Zubereitung von
Säuglingsnahrung
geeignet“ ausgelobt, darf laut der Mineral-, Quell- und
Tafelwasserverordnung vom
3. März 2003 der Gehalt an bestimmten Inhaltsstoffen folgende Werte
nicht überschreiten:
• 20 mg Natrium/l
• 10 mg Nitrat/l
• 0,02 mg Nitrit/l
• 0,7 mg Fluorid/l
• 240 mg Sulfat/l
• 0,05 mg Mangan/l
• 0,005 mg Arsen/l
• 125 mBq/l Radium-226
• 20 mBq/l Radium-228
Der Fluoridgehalt eines natürlichen Mineralwassers muss nach geltender
Gesetzeslage
nicht deklariert werden. Deshalb wird nur bei den wenigsten
Mineralwässern
der Fluoridgehalt auf dem Etikett angegeben.
Die Verordnung über natürliches Mineralwasser, Quellwasser und
Tafelwasser schreibt
lediglich vor, Mineralwässer mit einer Fluoridkonzentration von mehr als
1,0 Fluorid mg/l
freiwillig als fluoridhaltig zu kennzeichnen.
Ab 5 mg Fluorid/l muss ein entsprechender Warnhinweis verdeutlichen,
dass dieses
Mineralwasser nur in begrenzter Menge getrunken werden darf. Für Kinder
ist ein solches
Mineralwasser nicht geeignet.
Die Kennzeichnung „fluoridhaltig“ kann Eltern von Säuglingen und
Kleinkindern, die an
der regelmäßigen Zufuhr von Fluorid interessiert sind, dazu veranlassen,
gerade dieses
Mineralwasser zu verwenden. Im Einzelfall kann es bei Kindern durch den
regelmäßigen
Genuss von Mineralwässern mit hohen Fluoridkonzentrationen und bei
gleichzeitiger
Verabreichung von Fluoridtabletten/Verschlucken von Kinderzahnpasta zum
Auftreten
von milden Dentalfluorosen kommen.
Im Rahmen dieser Übersichtsarbeit wurden
die Fluoridgehalte
von über 400 natürlichen Mineralwässern zusammengestellt.
Die Liste führt natürliche Mineralwässer sowie einige Heilwässer, aber
keine Quell- und Tafelwässer auf.
Die Abweichungen in der Fluoridkonzentration verschiedener Chargen
desselben natürlichen
Mineralwassers, die in mehrmonatigen Abständen gekauft wurden, waren
sehr
gering, d.h. die Fluoridgehalte sind recht stabil.
[ Quelle: Landesarbeitsgemeinschaft
Jugendzahnpflege Hessen, Dr. Ulrike Freund,
http://www.lagh.hzn.de/mundhygiene/ ]
Basics:
Fluoridanamnese,
Fluoride im Lexikonteil

2.)
Zahn-Rettungsbox gehört in die Hausapotheke
Verletzungen im
Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich entstehen im Wesentlichen bei Verkehrsunfällen, Schlägereien, Haushaltsunfällen,
Arbeitsunfällen und Sportverletzungen. 51 Prozent der
Gesichtsschädelfrakturen ereignen sich im Straßenverkehr, 15 Prozent
beim Sport. Damit liegen Schädelverletzungen bei Sportunfällen an
dritter Stelle, gefolgt von Sprunggelenk und Knieregion.
Die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein beleuchtet den Aspekt der
"herausgeschlagenen Zähne" in ihrer jüngsten Pressemitteilung:
Das Schlimmste, was einem
Zahn passieren kann, ist,
dass er ausgeschlagen wird. Die Häufung solcher Unfälle ist bei
Raufereien, beim Sport, beim Fahrradfahren, Skaten, Klettern oder
Turnen zwischen dem neunten und zwölften Lebensjahr am größten. 75
Prozent der meist jungen Patienten suchen danach nicht ihren Zahnarzt
auf. Dabei kann der Zahn mit hoher Wahrscheinlichkeit gerettet
werden, weiß der Vizepräsident der Zahnärztekammer
Schleswig-Holstein, Hans- Peter Küchenmeister. Entscheidend sind
schnelles und richtiges Handeln und eine "Zahnrettungsbox".
Anlässlich des Weltgesundheitstages erläuterte der neue Leiter der
Sektion Kinderzahnheilkunde am Zentrum für Zahn-, Mund- und
Kieferheilkunde der Universität Kiel, Prof. Dr. Christian Splieth,
die Möglichkeiten des Zurückpflanzens eines ausgeschlagenen Zahns:
"Wenn der Zahn eindeutig zugeordnet werden kann und ein
Tetanusimpfschutz besteht, sollte der Zahn abgespült und direkt
wieder eingesetzt und auf dem Weg zum Zahnarzt mit dem Finger
festgehalten werden. In der Zahnarztpraxis erfolgt die
Weiterversorgung." Wenn das nicht möglich ist, empfiehlt sich die
Aufbewahrung in einer "Zahnrettungsbox". Nur die wenigsten Menschen
wüssten von den großen Chancen, solche Zähne mittels einer
Zahnrettungsbox bis zu 48 Stunden "über die Runden" zu bringen, um
sie von einem Zahnarzt einpflanzen zu lassen. Daher, so Splieth,
gehöre eine Zahnrettungsbox in jedes Reisegepäck von Eltern mit
Kindern, in jede Schule, Sportstätte und im Grunde in jeden Haushalt
mit Kindern und Jugendlichen. Solche Rettungsboxen kosten rund 20
Euro und sind in Apotheken erhältlich.
Wenn der Zahn eine Chance haben soll, sind allerdings einige
Hinweise zu beachten: So soll der Zahn sofort gesucht und feucht
gehalten werden. Die Wurzeloberfläche darf nicht berührt oder
desinfiziert werden und vor allem nicht austrocknen. Falls keine
Zahnrettungsbox zur Verfügung steht, darf man den Zahn für begrenzte
Zeit in H-Milch lagern oder in Kunststoff-Folie einwickeln, um das
Austrocknen zu verhindern. Völlig ungeeignet für die Lagerung sind
normales Wasser, Speichel oder trockene Taschentücher.
Steht eine Rettungsbox zur Verfügung, sollte der Zahn möglichst
innerhalb von 30 Minuten in die Nährlösung der Box gelegt werden.
Hierin können die Zellen im Zahnhaltegewebe der Zähne 24 - 48 Stunden
überleben. Die Zahnrettungsbox mit einem speziellen Zellnährmedium
ist vor ihrem Einsatz bis zu drei Jahren bei Zimmertemperatur
lagerfähig.
Bei richtiger Rettung pflanzt der Zahnarzt den Zahn wieder ein.
Dieser wächst in der Regel mit dem normalen Zahnhalteapparat ein und
funktioniert nach kurzer Zeit wie vorher. Ohne Zahnrettungsbox
sterben die Zellen in der Wurzelhaut meist nach 30 Minuten ab. So
sind nicht mehr genügend Zellen vorhanden, die den Zahn wieder in
seinem Knochenfach verankern könnten - der Zahn geht über kurz oder
lang verloren.
Erste Schritte beim Zahnunfall:
- Den Zahn oder das Bruchstück suchen.
- Nur an der Zahnkrone anfassen, die Wurzeloberfläche nicht
berühren.
- Bei starker Verschmutzung kurz unter Wasser abspülen, aber nicht
weiter säubern; am Zahn haftende Schmutzpartikel nicht
entfernen, Zahn nicht desinfizieren.
- Entweder Zahn in das Loch im Kiefer zurücksetzen und festhalten
oder
- Zahn feucht halten: am besten in der Zahnrettungsbox bei
Zimmertemperatur und
- So schnell wie möglich zum Zahnarzt oder in die Zahnklinik.
[ Infos: Zahnärztekammer
Schleswig-Holstein, Frau Gehl, Tel: 0431 / 260926-30, Westring 498,
24106 Kiel
]
Basics:
traumatische Zahnverletzungen im Lexikonteil

3.)
Zähne stehen Säureattacken von Cola und O-Saft hilflos gegenüber
Eine neue britische Studie zeigt,
dass bei den 12-jährigen Limonadekonsumenten das Risiko einer
Zahnerosion, d.h. des Verlustes von Hartgewebe im Bereich der
Zahnoberfläche, um 59 Prozent höher lag als bei Kindern, die keine
Limonade trinken. Bei den 14-Jährigen war es auf 72 Prozent gestiegen.
Bei 12-jährigen Kindern, die mindestens vier Gläser täglich trinken,
stieg die Gefahr dieser Zahnerkrankung auf 252 Prozent, bei den
14-jährigen Vieltrinkern auf 513 Prozent.
Zahnerosionen
sind in den Mündern von Kindern und
Jugendlichen auf dem Vormarsch. Die stark ausgeprägte Vorliebe für
säurehaltige Getränke wie Cola, Zitrusbrausen oder Orangensaft wird
ihrem Zahnschmelz zum Verhängnis. Durch regelmäßigen starken Konsum
solcher Soft-Drinks wird die Struktur des Zahnschmelzes nach und nach
so geschwächt, dass er erweicht und schließlich kleine Teile
herausbrechen. Ein Forscherteam der Friedrich-Schiller-Universität
Jena und der Universität Bristol untersucht, ob die Natur diese
Säure-Angriffe abwehren kann, also im Mund durch Selbstreparatur der
Schaden behoben wird.
Zahnschmelzproben aus extrahierten Backenzähnen wurden in kleine
Stücke
geschnitten und in eine Trägerzahnspange eingesetzt. Diese Spange
wurde
von einem Probanden getragen, der dann Wasser, Orangensaft und eine
Zitronensäurelösung, deren Säuregehalt dem bekannter Soft-Drinks
entspricht, trank. Nach dem Konsum eines Viertelliters des jeweiligen
Getränks, wurde mit dem so genannten Nanoindenter (einer hauchdünnen
Metallspitze) die Zahnschmelzerweichung gemessen. Ein viertel Liter
Orangensaft bewirkte bereits eine deutliche Erweichung an den Zähnen.
Nur Wasser zeigt keinen erosiven Effekt. Wichtiger Faktor für die
Tiefe
der Erosion ist der pH-Wert des Getränkes. Er ist ein Maß dafür,
welche
Menge und Art der Säure ein Getränk enthält. Auch wie häufig man diese
sauren Soft-Drinks konsumiert, spielt eine Rolle.
"Die Nanoindentation ist eine sehr empfindliche und genaue
Messmethode",
berichtet Prof. Dr. Klaus Jandt. Unter der Leitung des
Materialwissenschaftlers von der Universität Jena wurde die Methode
weltweit erstmals zum frühen Nachweis der in-situ Zahnschmelz-Erosion
eingesetzt. Um zu überprüfen, ob sich die Zähne selbst wieder
reparieren, wurden die Zahnproben bis zu drei Tage weiter getragen.
Doch
der Zahnschmelz remineralisierte nicht wieder und zeigte eine nahezu
unveränderte Erweichung. "Das ist das Ergebnis unter den
experimentellen
Bedingungen dieser Studie", führt Jandt aus. Um letzte Sicherheit zu
erlangen, sollen ähnliche Studien mit einer größeren Anzahl von
Probanden folgen. Zahnfreundlichere
Softdrinks könnten nach Ansicht des Materialwissenschaftlers Kalzium
enthalten, das nachweislich zum Aufbau der Zähne beiträgt.
[
Infos: Prof. Dr. Klaus Jandt, E-Mail:
k.jandt@uni-jena.de ]
Basics:
erosive Zahnschäden im Lexikonteil

4.)
Zahnspangen sind cool und sexy
Zahnspangen, für die Generationen von Schülern gehänselt wurden,
gelten bei britischen Teenagern jetzt als "cool und sexy". Wie die
Zeitung "The Daily Telegraph" berichtete, werden sie als
Mode-Accessoire betrachtet. Dabei gehe es vor allem um die farbigen
elastischen Bänder, die die Klammern zusammenhalten, sagte ein
Sprecher der Britischen Kieferorthopädischen Gesellschaft.
"Die Jungen wollen Klammern in der Farbe ihrer Fußballmannschaft, die
Mädchen wollen etwas, das zu ihrem Wochenend-Outfit passt", sagte der
Kieferorthopäde Jonathan Sandler. "Ich habe schon Patienten gehabt,
die zu einer Beratung gekommen sind und tief enttäuscht waren, als sie
zu hören bekamen, dass sie keine Klammer brauchten."
Hollywood-Stars wie Tom Cruise und Whoopi Goldberg, die Popsängerin
Britney Spears und die Prinzen William und Harry hätten dazu
beigetragen, dass Zahnspangen heute allgemein akzeptiert seien.
[ Quelle:
Ärztezeitung ]

5.)
Genmutation: Mehr Gehirn, weniger Biss
Vor ungefähr 2,4 Millionen Jahren wurden die paradiesischen Zeiten
mit einem Biss beendet. Damals tauschten die Vorfahren des modernen
Menschen ihre kräftige Kau-Muskulatur - mehr oder weniger unbewusst -
gegen Erkenntnis. Schuld war allerdings keine Schlange, die verbotene
Früchte erfolgreich an den Mann brachte, sondern eine Genmutation auf
Chromosom 7. Von diesem Zusammenhang berichten amerikanische Forscher
jetzt im Fachmagazin "Nature", nachdem sie DNA, Muskeln und
Schädelknochen verschiedener Primaten und Fossilien miteinander
verglichen haben.
Das Team um Hansell Stedman von der Universität von Pennsylvania in
Philadelphia entdeckte eine bestimmte Veränderung im Erbgut des
Menschen, nicht aber bei Affen. Im Gegensatz zu allen anderen Primaten
kann der Homo sapiens daher das Muskeleiweiß Myosin 16 nicht
herstellen. Das entsprechende Gen ist funktionslos, und der Mangel
führt zu einer vergleichsweise schwach ausgeprägten Kiefermuskulatur,
die zugleich weniger Ansatzstellen benötigt. Das beeinflusst wiederum
die Schädelform und schafft Platz für ein größeres Gehirn, wie die
Wissenschaftler jetzt vermuten und unter anderem durch Versuche mit
genetisch veränderten Mäusen bereits bestätigt sehen.
Diese Evolution nach dem Motto "Denken statt kauen" wurde laut den
Berechnungen vor 2,4 Millionen Jahren möglich: eine Art Erbkrankheit,
die schon beim ersten Betroffenen zu einem völlig neuem Kauverhalten
mit zartem Biss geführt haben muss und unter der heute weltweit alle
Menschen "leiden", wie die DNA-Tests belegen. Das MYH16-Gen mutierte
zu einer inaktiven Form, von der allerdings nur die Myosinproteine der
Kiefermuskeln und nicht von anderen Körperregionen betroffen sind, das
zeigten Analysen der Gewebe von Mensch und Rhesusaffe.
Anhand der Schädelknochen von Affen, Mensch und Fossilien lässt sich
diese Entwicklung tatsächlich anatomisch nachvollziehen. So wandelte
bald nach der Genveränderung der erste aufrecht gehende Frühmensch
(Homo erectus) auf Erden und besaß vor zwei Millionen Jahren auch als
Erster unserer Ahnen weniger kräftige Kaumuskeln, aber mehr
Gehirnvolumen. Der erste Vertreter der Gattung Homo trug wohl die
Mutation in seinem Erbgut, "die Raum für Gedanken" schafft, wie die
Forscher sie im Labor zunächst nannten, und den Menschen vom Affen
unterscheidet. Auf Ebene der Moleküle und trotzdem offensichtlich:
Rhesusaffen, die das Myosin 16 bilden können, besitzen beispielsweise
eine acht Mal stärker ausgeprägte Kaumuskulatur der Typ-2-Fasern als
wir, die wir uns doch genetisch kaum vom Schimpansen unterscheiden,
obwohl sich unsere Wege vor etwa sechs Millionen Jahren trennten.
Sie hatten feinere Gesichtszüge, größere Gehirne, aber sprechen
konnten die Frühmenschen noch lange nicht. Erst vor rund 200 000
Jahren machte dies ein Gen möglich, das ebenfalls auf Chromosom 7 zu
finden ist. FoxP2 kommt nur beim Menschen in einer bestimmten Variante
vor, welche die Eiweißstruktur an zwei Stellen abweichen lässt von der
unserer Affenverwandtschaft, entdeckten Forscher vor zwei Jahren. Das
FoxP2-Gen verursacht eine Sprachstörung, wenn es in seiner Funktion
beeinträchtigt ist. Die Betroffenen können die Muskulatur von
Kehlkopf, Mund und Zunge nicht richtig steuern. Muskeln machen
Menschen - mit zartem Biss und schnellem Zungenschlag.
[ ©: Sonja Kastilan,
http://www.welt.de/data/2004/03/25/255745.html ]
Basics:
Gebissreduktion im Lexikonteil

6.)
Vorsicht bei und mit Teebaumöl
Es soll Wunden desinfizieren, das Zahnfleisch beruhigen, Akne
heilen und gegen Fußpilz helfen. Als Zusatz in Shampoos oder Cremes
verschönt es die Haut. Laut einer Studie der Deutschen
Kontaktallergiegruppe ist das Mittel aber nicht frei von
Nebenwirkungen.
In elf Hautkliniken wurde seine Wirkung an insgesamt 3400 Patienten
getestet. 36 Probanden reagierten allergisch. Verursacher sind Terpene,
die im Naturextrakt enthalten sind und besonders allergen wirken, wenn
sie sich zersetzen. Teebaumöl wird schnell ranzig. Es bilden sich
Peroxide, die Hautekzeme auslösen oder eine solche Reaktion für den
nächsten Stoffkontakt vorprogrammieren können. Lange Lagerzeiten, hohe
Temperaturen bei der Herstellung und zu viel Luftkontakt beim Abfüllen
können das Produkt schon vor dem Verkauf verderben lassen. Hersteller
empfehlen, nur kleine Mengen in lichtdichten Verpackungen zu kaufen
und sie zügig aufzubrauchen. Zudem rät das Bundesinstitut für
Risikobewertung zur stark verdünnten Anwendung: Einprozentiges Öl
löste bei den Tests keine allergischen Reaktionen aus.
[ Quelle: natur + kosmos 4/2004
]

7.)
Gen Food - umstritten, aber
wenigstens Klarheit beim Einkauf
Pflanzen kann man
gentechnisch so verändern, dass sie Ihr schädigendes Insektengift
selbst erzeugt. Im Prinzip funktioniert das so: Dem Mais z.B. wird ein
Gen aus einem Bakterium eingesetzt, das dieses Insekten-Gift
produzieren kann. Das Gift entsteht nun in den Pflanzenblättern von
innen heraus statt durch besprühen von außen. Nach dem gleichen
Prinzip werden Raps oder Soja gegen Unkrautvernichtungsmittel
resistent gemacht. Ein weiteres Einsatzgebiet der Gentechnik:
Lebensmittel haltbar machen - die Tomate, die nicht matscht, die
Bananenschale, die nicht so schnell braun wird, und die Gurke, die
länger knackig bleibt.
Die britische Ärztevereinigung hat jüngst den Verzehr von Gen-Food als
unbedenklich bezeichnet; Gentechnik-Gegner befürchten, dass auch die
Schädlinge resistent werden könnten und diese Fähigkeit
weitervererben. Dann wäre das Ziel verfehlt, und nichts ließe sich
mehr rückgängig machen.
Die Zeitschrift "Brigitte" 8/2004 befasst sich mit dem Thema
ausführlich:
Die Gen-Tomate gibt es zwar (noch) nicht. Aber es kann eine
ganze Reihe anderer Gen-Lebensmittel in den Regalen liegen. Außerdem
gibt es nach wie vor Produkte, die zwar selbst keine gentechnisch
veränderten Organismen (GVO) enthalten, die im Laufe der Herstellung
aber mit der Gentechnik in Berührung gekommen sind. Das muss nicht
angegeben werden. Was heißt das beim Einkauf? Ein Überblick:
Mehl, Stärke, Öl
Wurden sie aus Gen-Soja, -Mais oder -Raps hergestellt, muss das
draufstehen. Werden dann Mehl, Stärke und Öl als Zutaten in
Fertiglebensmitteln verwendet, müssen auch die gekennzeichnet werden.
Fleisch, Milch, Eier
Gentechnisch manipulierte Rinder, Schweine, Hühner oder Fische gibt es
bisher nicht. Bekommen die Tiere aber Genfutter zu fressen, erfahren
wir das nicht.
Käse
Einige Sorten reifen mit gentechnisch erzeugtem Enzym - keine
Kennzeichnung.
Süßigkeiten
Stecken Lecithin aus Gen-Soja, Glucose oder Glucosesirup aus Gen-Mais
drin, gehört ein Hinweis auf die Packung. Ausnahme: keine
Kennzeichnung bei Zutaten wie Molkepulver, Vanillin oder
Zitronensäure, die mit Hilfe von GVOs entstanden sind.
Brot, Kuchen
Beim Backen werden häufig gentechnisch erzeugte Enzyme eingesetzt -
das muss nicht angegeben werden.
Obst, Gemüse
Können Sie unbesorgt kaufen, die gibt es bisher nicht als Gen-Food.
Den Hinweis auf die Gentechnik finden Sie ganz klein in der
Zutatenliste oder in einer Fußnote. Bei Sojaöl steht zum Beispiel "aus
genetisch veränderter Soja hergestellt". Wer keine Etiketten studieren
möchte, ist mit dem Einkaufsführer "Essen ohne Gentechnik" von
Greenpeace (==>
.pdf, 344 KB) gut beraten. Er listet auf: welche
Lebensmittelmarken ohne Gen-Zutaten auskommen und wie die Hersteller
zur Gentechnik stehen. Eine andere Möglichkeit: Produkte mit dem
staatlichen "BioSiegel" kaufen - die sind ebenfalls weitestgehend
gentechnikfrei. Leider kann es auch im Bio-Anbau zu Verunreinigungen
mit Fremdgenen kommen, beispielsweise durch Pollenflug auf den
Feldern. Darum garantiert in Deutschland keine der großen
Handelsketten, dass ihre Regale gentechnikfrei sind. Einige
Handelshäuser (darunter Edeka, Tegut, Karstadt, Neuform) wollen aber
zumindest ihre Eigenmarken ohne gentechnisch veränderte Zutaten
herstellen lassen.
[teilweises ©: MARTINA BEHM in Brigitte 8/2004 ]

8.)
Junge Familien essen gesund - aber ohne Naschen geht's nicht
Junge Familien ernähren sich gesund, verzichten
aber nicht auf Süßes. Das hat eine Umfrage der Zeitschrift ELTERN und
des Bundesministeriums für Ernährung ergeben, an der sich über 3.000
junge Eltern beteiligt haben.
In den meisten jungen Familien (85,5 Prozent) kochen die Mütter,
in nur 11 Prozent der Haushalte teilen sich die Partner das Kochen.
Die meisten legen viel Wert auf frische und selbst gekochte
Mahlzeiten und kochen nur im Ausnahmefall mit Fertigprodukten. Bei
nur 0,2 Prozent der Umfrageteilnehmer werden täglich Pizza, Pommes
und Co. in den Backofen geschoben und bei 29,5 Prozent kommt einmal
pro Woche eine Mahlzeit aus der Packung auf den Tisch.
Trotz der gesunden Ernährung kommen auch Naschkatzen auf ihre
Kosten. Nur 1,5 Prozent der Kinder müssen ganz auf Süßes verzichten,
während 53,8 Prozent der Kleinen ihre Eltern scheinbar davon
überzeugen können, dass Gummibärchen, Negerküsse und Schokolade zu
den Grundnahrungsmitteln für Kinder gehören, die sie täglich
"brauchen".
Der Esstisch darf nicht zum Stresstisch werden. Feste Regeln
erleichtern den Umgang miteinander und ermöglichen eine angenehme
Atmosphäre beim Essen. 89,4 Prozent der Befragten geben an, dass bei
ihnen am Esstisch kein Chaos herrscht. Die jüngeren Kinder müssen
während des Essens sitzen bleiben und dürfen nicht mit dem Essen
spielen. Die Großen müssen mit anpacken, etwa den Tisch decken und
abräumen. Typisch deutsch: Die meisten Familienmitglieder haben ihren
Stammplatz (86,7 Prozent). In 28,8 Prozent der befragten Familien
wird vor dem Essen ein Tischgebet oder ein Reim gesprochen.
Alle Familienmitglieder an einen Tisch zu bekommen ist gar nicht
so einfach: Die Eltern haben Termine oder müssen zur Arbeit, die
Kinder in den Kindergarten. Da bleibt nicht viel Zeit für gemeinsame
Mahlzeiten. Trotzdem schaffen es 78,1 Prozent der befragten jungen
Familien, sich mindestens einmal am Tag gemeinsam an den Esstisch zu
setzen, meistens zum Abendessen. Insgesamt verbringen junge Familien
täglich durchschnittlich 54 Minuten beim gemeinsamen Essen.
[ ©:
Redaktion ELTERN,
H.Kirchner@Promedia-PR.de ]

9.)
Buchtipp: Die Schönheit, die vom Zahnarzt kommt
Die Wünsche der Patienten nach einer nicht nur funktionellen,
sondern auch ästhetischen Versorgung sind immer häufiger zu hören.
Heike Bischoffs kleines Buch kommt zur richtigen Zeit und wendet sich
an den interessierten Patienten, der mehr über die Möglichkeiten zur
Verbesserung seines Aussehens, insbesondere seines Lächelns erfahren
möchte.
In leicht verständlichem unterhaltsamem Stil werden verschiedene
Themen zur oralen Ästhetik besprochen. Zunächst wird die Bedeutung der
häuslichen und der professionellen Prophylaxe für die Gesundheit der
Zähne, des Parodonts und für die allgemeine Gesundheit erläutert.
Über zahngesunde Ernährung und die Benutzung von Kaugummi wird genauso
wie auf Knirschen und Schnarchen eingegangen. Ein größeres Kapitel
wird der heute immer mehr verbreiteten Bleichtherapie gewidmet.
Wirkungsweise der Bleichmittel, verschiedene Möglichkeiten des
Vorgehens, Einschränkungen und Nebenwirkungen werden beschrieben. Auch
die kieferorthopädische Behandlung unter besonderer Berücksichtigung
von Invisalign und die Versorgung mit Veneers und Implantaten zur
Verbesserung der Ästhetik werden angesprochen.
Im letzten Kapitel wird dann ausführlich über die Behandlung von
Falten im Gesicht mit verschiedenen muskulär wirksamen Übungen wie
auch mit Botulinumtoxin und Hyaluronsäure eingegangen. Insgesamt
bietet dieses Buch für den interessierten Patienten eine Vielzahl an
Informationen, die ihm bei seiner Entscheidungsfindung helfen können.
[ ©: der Rezension: Dr. Petra Hahnl, Freiburg; "Beautydent - Die
Schönheit, die vom Zahnarzt kommt", Heike Bischof, Verlag Bostelmann &
Siebenhaar, 9,80 Euro, ISBN 393 6962 111 ]

10.)
Schnelltest entlarvt resistente
Bakterien
Immer mehr Bakterien vom Typ
Staphylokokkus aureus können mit herkömmlichen Antibiotika nicht mehr
bekämpft werden. Auch die neueste Waffe, der seltene Wirkstoff
Methicillin, kann den Mikroben nichts mehr anhaben. Das kann besonders
in Krankenhäusern zu großen Problemen führen, da Infektionen mit
diesen so genannten Supererregern sehr ansteckend und dadurch kaum
noch kontrollierbar sind. Die Identifizierung resistenter Erreger ist
daher zur Eindämmung der Infektionen sehr wichtig.
Innerhalb weniger Stunden kann ein neuer
Schnelltest aufdecken, ob eine Infektion durch antibiotikaresistente
Bakterien verursacht wird oder nicht. Während herkömmliche Tests, bei
denen von den verdächtigen Mikroben Kulturen angelegt werden müssen,
mehrere Tage dauern, kommt die neue Technik ohne die langwierige
Vermehrung der Bakterien im Brutschrank aus: Ein spezielles Eiweiß
sendet schon bei Anwesenheit einiger weniger Mikroben Licht aus und
macht sie so sichtbar. Die verdächtigen Mikroben werden in eine
Flüssigkeit gegeben, die kleine magnetische Kügelchen enthält. Diese
Kügelchen sind mit Antikörpern beschichtet, die an die Bakterien
andocken und sie so an der Oberfläche der Kugeln festhalten. Mit einem
Magneten können dann die Kügelchen samt der daran klebenden Bakterien
eingesammelt werden. Anschließend werden sie in ein Gefäß gegeben, das
das Antibiotikum Methicillin enthält. Nach einigen Stunden, in denen
der Wirkstoff alle bis auf die resistenten Keime abtötet, wird der
Mischung ein bestimmtes Enzym hinzugefügt, das in Anwesenheit lebender
Zellen zu leuchten beginnt. Ein Aufleuchten der Lösung ist also ein
eindeutiger Beweis für resistente Bakterien.
[ Quelle: Ilka Lehnen-Beyel;
http://www.nature.com/nsu/040329/040329-9.html ;
http://www.acolytebiomedica.com ]
Basics:
Resistenz im Lexikonteil

11.)
Öko-Test zum Zweiten: Diesmal fragwürdige Verunglimpfungen
"Schuster, bleib bei Deinen Leisten",
sollte man sagen, wenn es um
die jüngste "Qualitätsstudie" der Zeitschrift ÖkoTest vom April 2004
geht und teste das, wozu man einmal angetreten ist. Erst unlängst
wurde mit wissenschaftlich fragwürdigen Methoden und Ergebnissen ein
Zahnpastentest lanciert (==>
http://www.ziis.de/newsletter_09_03.htm#1). Nun wurde erneut mit
äußerst fragwürdigem Studiendesign nicht ein Öko-Produkt, sondern ein
ganzer Berufstand vorgeführt - Sorry, es sind ja nur "20 zufällig
Auserkorene". Eine ausgewählte Zunft, die laut dem Magazin überwiegend
aus Abzockern und Pfuschern besteht oder zumindest dringend zum
Optiker gehörte. Das ist schon starker Tobak - nur sollte man
derartige Vorwürfe dann auch so untermauern, wie es sich für eine
glaubwürdige Untersuchung gehört und nicht den Eindruck erwecken, als
würde die ganze deutsche Nation von Zahnärzten und Zahnärztinnen
verpfuscht werden!
Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte fasst zusammen; bezeichnend, auf
welche "Gutachter" sich das Verbrauchermagazin stützt und interessant,
wie noch Milliarden eingespart werden können:
'Mit einem sechsseitigen Artikel über einen "Vergleich von 20
Zahnärzten"
mit dem Resultat z.T. stark differierender Befunde, Diagnosen und
therapeutischer Vorschläge versucht die Redaktion der Zeitschrift
"Öko-Test" in ihrem April-Heft glaubhaft zu machen: "Falsche
Diagnosen,
unverschämte Abzocke und jede Menge unsinnige Maßnahmen stehen auf der
Tagesordnung". Im Editorial schreibt der Redakteur Jürgen Stellpflug:
"...
Welche Maßnahmen die Doktoren vorschlagen, scheint von ihrem
Geldbedarf
abzuhängen, nicht vom medizinisch Notwendigen und vom Wohle des
Patienten
... Mit unserem Test brauchen zumindest Sie, liebe Leserinnen und
Leser,
sich nicht mehr ausnehmen zu lassen." Auch die gesundheitspolitische
Dimension ist für Stellpflug ganz klar: "Experten schätzen, dass ohne
Abzocke, Pfusch, Goldgräbermentalität in den Praxen bis zu fünf
Milliarden Euro, ein Drittel der jährlichen Gesamtkosten, gespart
werden
könnten."
"Öko-Test"-Redakteur Dr. Jürgen Steinert hatte "20 zufällig
ausgewählte
Zahnärzte" aufgesucht und sich als fiktiv neuer Patient untersuchen
lassen. Unterstützt wurde er dabei von den Zahnärzten Dr. Armin Jaekel
und Dr. Reinhard Sattler ("MacDent Zahnärztliche
Behandlungskonzepte").
Jaekel wird in dem "Öko-Test"-Artikel, der in Print- und
elektronischen
Medien zu einer Vielzahl von Folgeberichterstattungen führte, wie
folgt
zitiert: "Ich gehe davon aus, dass nur etwa ein Drittel der
zahnärztlichen
Behandlungsmaßnahmen einen dauerhaften Nutzen für den Patienten haben,
ein weiteres Drittel sich aber eher negativ auf die Gesundheit
auswirkt."
In einer ersten Stellungnahme bezeichnete der Vizepräsident der
Bundeszahnärztekammer (BZÄK) Dr. Dietmar Oesterreich den Beitrag der
Zeitschrift "Öko-Test" als "unseriöse Panikmache auf
Boulevardzeitungs-Niveau, bei dem außerdem Werbung für ein bereits
gerichtlich abgemahntes Unternehmen gemacht wird." Die im
internationalen
Vergleich hervorragenden Ergebnisse deutscher Mundgesundheitsstudien
sowie
die in repräsentativen Umfragen immer wieder ermittelte hohe
Patientenzufriedenheit sprächen - so Oesterreich - eindeutig gegen die
fragwürdigen Ergebnisse des Berichts. Auch BZÄK-Präsident Dr. Dr.
Jürgen Weitkamp kritisierte die Vorgehensweise der Zeitschrift als
weder
repräsentativ noch in der Methodik und den Schlussfolgerungen
nachvollziehbar.'
[ Quelle:
FVDZ-Newsletter vom 5.4.04 ]
Noch ein
Hinweis: Grundsätzlich steht es allen verunsicherten
Patienten frei, kostenlos eine fachlich fundierte und neutrale
Zweit-Meinung zu den von ihrem Zahnarzt vorgeschlagenen Therapien bei
den Beratungsstellen der Landeszahnärztekammern, die unter der
bundesweit einheitlichen Rufnummer 0800-8233283 zu erreichen sind,
einzuholen. Darüber hinaus kann auf sachkompetente Gutachter sowie
entsprechende Schlichtungsstellen zugegriffen werden.

12.)
Zwei auf einen Streich:
Zahnbürste für Zahn und Zunge
Die
in den USA und vielen asiatischen Ländern übliche Methode einer Mundhygiene,
die auch die Zunge mit einbezieht, ist in Deutschland
kaum gebräuchlich. Dies zum einen aus Unkenntnis, zum anderen wird der
anfänglich auftretende Würgereiz
von vielen Menschen als störend empfunden. Beim Reinigen ist darauf zu
achten, dass die Zunge nur mit leichtem Druck gereinigt wird, um
Verletzungen der Zungenoberfläche zu vermeiden.
Beim Essen, Trinken und Rauchen entstehen ständig schädliche Bakterien
im Mundraum. Ein Großteil dieser Bakterien haftet an der Zunge. Diese
Bakterien sind eine Hauptursache für schlechten Atem. Die neue
Dr.Best Duo Protekt hat zwei Seiten:
Ein hochwertiges Borstenfeld mit sorgfältig abgerundeten, schräg
angewinkelten X-Borsten für eine besonders gründliche Reinigung der
Zähne und Zahnzwischenräume. Das weiche Spezial-Lamellenfeld auf der
Rückseite reinigt direkt im Anschluss sanft und schonend die
Zungenoberfläche – ganz einfach Bahn für Bahn und ohne viel
Zeitaufwand.
[ Infos:
http://www.dr-best.de/duoProtekt.shtml ]
Basics:
Mundgeruch,
Mundhygiene,
Zungenschaber im Lexikonteil

13.) Ärzteflucht: Immer mehr
Mediziner suchen ihr Glück im Ausland
Immer mehr deutsche Ärzte suchen sich nach einem Bericht der
"Leipziger Volkszeitung" einen Job außerhalb der Landesgrenzen. Im
Gegenzug probieren zunehmend Mediziner aus osteuropäischen
Nachbarstaaten ihr Glück in Deutschland und vornehmlich auch in
Sachsen. "Im Ausland sind gegenwärtig ungefähr 12.000 deutsche Ärzte
tätig, darunter nicht wenige Mediziner, die Deutschland für immer den
Rücken gekehrt haben", sagte Roland Ilzhöfer, Sprecher der
Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Zeitung.
Die deutschen Mediziner zieht es vor allem nach Skandinavien und
Großbritannien. Dagegen nahm in Deutschland die Zahl ausländischer
Ärzte zu. "Derzeit arbeiten hier annähernd 16.000 Männer und Frauen
aus dem Ausland. Die größten Zuströme kommen aus Österreich und
Russland", sagt Ilzhöfer.
Das bestätigt dem Blatt zufolge auch eine Analyse der
Landesärztekammer Sachsen. Danach hatten sich Ende des Vorjahres 607
ausländische Ärzte aus 67 Ländern bei der Kammer angemeldet. Im Jahr
2001 waren es noch 254. Der Anteil der ausländischen Ärzte erhöhte
sich in Sachsen damit von 1,5 auf 3,6 Prozent. Der größte Teil von
ihnen (437 Ärzte) arbeitet im stationären Bereich. Derzeit sind im
Freistaat 14.066 Ärzte tätig. Der Anteil der Ärzte, die 60 Jahre und
älter sind, erhöhte sich von 10,2 Prozent (2001) auf 14,1 Prozent
(2003). Gegenüber dem Vorjahr ist in Sachsen die Anzahl der Hausärzte
2003 um 58 zurückgegangen.
"Schon jetzt kann mancherorts die flächendeckende hausärztliche
Versorgung nicht mehr im ausreichenden Maße sichergestellt werden",
warnte der sächsische Ärztekammerpräsident Professor Jan Schulze.
Andererseits sind bundesweit etwa 6.000 Ärzte aus unterschiedlichen
Gründen arbeitslos.
[ Quelle:
http://www.facharzt.de/a/a/25265/ ]

14.) "Stern": Gesundheitsreform zeigt
phänomenale Wirkung
Das GMG sei zwar eine bittere Pille für viele
Patienten, seine positive Wirkung für das Gesundheitssystem jedoch
offensichtlich, schreibt das Magazin "Stern" in seiner aktuellen
Ausgabe. Bei rund 14 Millionen Arztbesuchen weniger, Einsparungen auf
dem Arzneimittelsektor von über einer Milliarde Euro und zehn Prozent
weniger Krankschreibungen spricht die Zeitung von einer "wundersamen
Bilanz" nach dem ersten Quartal des neuen Praxisgebühr-Zeitalters. Die
Schuld am anfänglichen Chaos liege bei den Verantwortlichen der
Selbstverwaltung der Ärzte und Krankenkassen. Sie hätten es versäumt,
sich bei der Umsetzung des Reformwerks um Details zu kümmern.
"Was steigende Beiträge für die Krankenkassen und alle
milliardenschweren Zuzahlungen in den vergangenen Jahren nicht
vermochten, das schaffte die Zehn-Euro-Gebühr", heißt es in dem "Stern"-Bericht.
Das Risiko, dass dadurch aus Kostengründen Krankheiten verschleppt
würden, schätzen laut "Stern" selbst manche Ärzte gering ein. Zitiert
wird der Münchner Hausarzt Karl Dechamps: "Meine Leute kommen schon,
wenn’s ernst wird". Am meisten freue er sich, dass er nun, wenn er
Notdienst habe, seine schwere Tasche nicht mehr so oft sinnlos in den
fünften Stock tragen müsse.
Auch für viele Versicherten lohne sich die Reform – vor allem für die
Kerngesunden, schreibt der "Stern": Nach Berechnungen des Instituts
von Schmidt-Berater Prof. Karl Lauterbach spart ein
Durchschnittsversicherter mit einem Gehalt von 2.300 Euro Brutto durch
die Reform 41 Euro pro Jahr an Krankenkassenbeitrag. Dem stehen 40
Euro vermehrte Zuzahlungen durch die Reform gegenüber, sofern der
Betroffene mindestens einmal pro Quartal einen Arzt aufsucht. Dies sei
allerdings eine "Bestberechnung", räumt der Gesundheitsökonom
Lauterbach ein. Ausgaben für Hilfsmittel wie Brillen oder mögliche
Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte wurden nicht berücksichtigt.
[ © :
Facharzt.de ]

15.)
Einbrüche in Praxen auf
Rekordstand
Seit Einführung der Kassengebühr sind die
Einbrüche in Arztpraxen dramatisch angestiegen. Wie das
Landeskriminalamt auf Anfrage der Kassenärztlichen Vereinigung
Schleswig-Holstein mitteilt, sind im ersten Quartal 110 Praxen das
Ziel von Einbrechern im gesamten Bundesland gewesen. Im gesamten Jahr
2003 zählte die Polizei nur 220 aufgebrochene Praxen.
"Wir haben es der Kassengebühr zu verdanken, dass Arztpraxen
wieder vermehrt die besondere Aufmerksamkeit von Einbrechern und
Beschaffungskriminellen auslösen und gefunden haben", stellt der
Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Dr.
Klaus Bittmann fest. Die Zahlen lassen Schlimmes für das laufende
Jahr erahnen, so Bittmann weiter.
Allein im Januar hat sich die Zahl der Einbrüche mit 48 gegenüber
dem Vergleichsmonat in 2003 mehr als verdoppelt. Dabei geht es den
Ganoven neben Betäubungsmitteln, Rezeptblöcken, Medikamenten und
Computern auch immer mehr um Bargeld, das sich täglich durch die
Einziehung der Kassengebühr ansammelt. Die Polizei mahnt daher weiter
zur Vorsicht.
"Wir raten, während der Sprechstunden keinem Fremden einen
Einblick zu geben, welche Geldbeträge in der Praxis auflaufen." so
Bittmann. Die Tageseinnahmen sollten nicht in der Praxis aufbewahrt,
sondern möglichst am gleichen Tag noch zur Bank gebracht werden.
Neben dem Aufwand für dieses Inkassogeschäft nun also auch Sorge
wegen Einbruch oder Vandalismus - und Zusatzkosten für
Sicherheitsmaßnahmen!
[ Quelle: Kassenärztliche Vereinigung S/H ]
Basics:
Praxisgebühr im Lexikonteil

16.)
Penicillin-Allergie ist weit
seltener als angenommen
Wer einmal überempfindlich auf Penicillin reagiert, verträgt das
Antibiotikum bei einer späteren, erneuten Einnahme meist gut. Eine
Penicillin-Allergie ist damit weit seltener als bisher angenommen. Das
ist das Ergebnis einer Studie von Ärzten aus Philadelphia in den USA.
Die Kollegen hatten Daten von 6000 Patienten analysiert, die bereits
einmal mit allergischen Symptomen auf eine Penicillin-Therapie
reagiert hatten. 48 Prozent der Patienten erhielten bei einer später
auftretenden Infektionskrankheit erneut Penicillin.
Nur bei zwei Prozent traten dabei allergische Reaktionen auf,
berichten die Wissenschaftler in der April-Ausgabe des "Journal of
Allergy & Clinical Immunology".
[ Quelle:
Ärztezeitung ]
Basics:
Allergie,
Penicillin im Lexikonteil

17.)
Zum Schluss:
Die Dritten im Wasserglas

[ Quelle: ©
http://www.nichtlustig.de/ ]
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