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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
5/2005/ 1. Mai 2005
Mitte April fand in Köln die Internationale Dental-Schau (IDS) statt.
Ca. 75.000 Besucher aus 141 Ländern zeigten zumindest als Messegäste ein
großes Interesse an dem "Standort Deutschland". Zu den Schwerpunkten im
zahnärztlichen Bereich zählte die rasante Entwicklung der digitalen
Vernetzung der Praxis, die dank der Rationalisierung von Abläufen mehr
Service für die Patienten ermöglicht. Überwältigend positiv war auch die
Reaktion auf Neu- und Weiterentwicklungen hinsichtlich Prophylaxe,
Früherkennung und Zahnerhalt. Der Trend zu weiteren
Effizienzverbesserungen führte im Angebotsbereich Zahntechnik zu besonders
reger Nachfrage nach Produkten, die die Arbeitsabläufe im Labor
beschleunigen und zu erhöhter Wertschöpfung betragen. Aber auch Angebote,
die höchsten Komfort hinsichtlich Funktionalität und Ästhetik versprechen,
fanden große Beachtung. Wir werden Ihnen in diesem (s.
Punkt 1. u. 3.) und den zukünftigen ZahnNewsLettern
interessante Innovationen vorstellen.
Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion
Inhalt
1.)
Gute
Nachrichten für empfindliche Patienten mit
Zahnfleischtaschenentzündungen
2.)
Kraft im Saft - Was Speichel über den
Gesundheitszustand verrät
3.) Neues Verfahren zum Herstellen zahnfarbener
Keramikkronen
4.)
Erstmals Karieserreger im Labor nachgebaut
5.)
Außenseitermethode: Mit Nadelstichen gegen den
Zahnschmerz
6.) Geschäft mit Gentests
- Die falschen Versprechen der Gendiagnostik
7.) Säuglinge und
Kleinkinder: Fütter- und Essstörungen immer häufiger
8.)
Empfehlenswerte Print-Informationen:
a) "Kostenratgeber Zähne"
b) "Babys und Kleinkinder richtig ernähren"
9.)
Gericht: Zahnersatz im EU-Ausland nur mit Kostenplan
10.)
Schönheits-OPs:
Ärztekammer-Nordrhein nennt Namen und Fakten - BMGS klärt auf
11.) Arbeitnehmer müssen sich bis elf Uhr
krankmelden
12.)
Zur
Erinnerung: Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt kostet keine
Praxisgebühr
13.)
Krankenkassen:
Neuer Ratgeber der Verbraucherzentralen und Stiftung Warentest
14.)
Zum Schluss:
Schadensmeldungen an Versicherungen
1.)
Gute Nachrichten für
empfindliche Patienten mit Zahnfleischtaschenentzündungen
Zahnfleischerkrankungen in der Tiefe einer
Zahnfleischtasche müssen zahnärztlich behandelt werden. Alle noch so
seriös wirkenden, werbenden Versprechungen, dass dieser Erkrankung
ausschließlich mit Medikament bei zu kommen sei, sind falsch, da
Medikamente nicht von außen in die Tiefe einer Zahnfleischtasche
eindringen können. Nun gibt es theoretisch zwei Wege, derartige
Tascheninfektionen zu behandeln: Man setzt den gesamten Körper unter
eine hoch dosierte Antibiotikazufuhr und hofft, dass auch die
Bakterien in der Zahnfleischtasche verschwinden oder man säubert die
Zahnfleischtasche gründlich und beseitigt so direkt die Ursache des
Übels.
Erstere Methode wurde vor Jahren vergeblich propagiert mit
Schlagworten wie "Die Pille gegen Zahnausfall" oder ähnlichen
Wunderbehauptungen. Es bleibt also nur - wie schon seit Jahrzehnten
üblich - die mechanische Säuberung der Zahnfleischtaschen und eine
anschließende Spülung mit einem Chemotherapeutikum. Derartige
Eingriffe sind auch trotz modernster Technologie immer schmerzhaft
während der Behandlung und bedürfen einer örtlichen Betäubung.
Standard ist bei dieser örtlichen Betäubung eine lokale Betäubung
("Spritze"), welche zwar zuverlässig wirkt, aber den Nachteil hat,
dass die Einstiche schmerzhaft und meist noch am folgenden Tag
unangenehm zu spüren sind. Dies soll in Zukunft nicht mehr sein,
verspricht wenigstens ein neuartiges "Betäubungsgel", welches
schmerzfrei direkt in die zu behandelnden Zahnfleischtaschen
eingebracht wird, nur in der Tasche direkt wirkt und nicht auch
noch die halbe Backe betäubt.
Das neue Mittel heißt Oraqix, kommt von
der Fa.
Dentsply-Pharmaceutical und wurde Mitte April erstmals auf der
Welt-Dental-Schau (IDS) in Köln vorgestellt. Wie wir uns selbst
überzeugen konnten, ist der Wirkungseintritt außerordentlich schnell
(~ 20 - 30 Sek.) und dauert dann ungefähr 20 Minuten an - genügend Zeit,
um eine Zahnfleischtasche gründlich zu säubern und zu "desinfizieren".
Dadurch, dass das Mittel als Gel vorliegt, lässt es sich äußerst
präzis einsetzen und hat so einen engen Wirkungsradius.
Das Präparat wird im Juni 2005 auf dem
Dentalmarkt erhältlich sein, ist in der Anwendung nicht ganz billig
(genaue Preise sind uns noch nicht bekannt) und wird wohl bis zum
Vorliegen von Langzeitstudien von den Kostenträgern nicht übernommen
werden.
Basics: Lokalanästhesie
auf
www.zahnwissen.de
2.)
Kraft im Saft - Was Speichel über den Gesundheitszustand verrät
Speichel gilt im
Volksmund als "besonderer" oder "heilender Saft". Und tatsächlich sind
in diesem Drüsensekret, wovon wir während des Lebens leicht die Menge
eines ausgewachsenen Swimmingpools produzieren, viele schützende und
heilende Stoffe enthalten. Ganz zu schweigen davon wie man sich fühlt,
wenn er ausbleibt oder nur noch spärlich fließt.
Die Autorin Ingrid Kupczik hat in der WeltamSonntag eine
ausgezeichnete laienverständlich Übersicht über diesen "Wundersaft"
geschrieben:
"Da bleibt einem die Spucke weg: Im Laufe eines Lebens
produziert der Mensch mehr als 25 000 Liter Speichel. Ein Saft, der es
in sich hat. Dabei besteht er zu 99 Prozent aus klarem Wasser. Der
Rest aber ist ein ergiebiges Protokoll der Befindlichkeit. Im Speichel
spiegeln sich Krankheiten wie Aids oder Krebs, genetische Defekte,
schlechte Gewohnheiten wie Nikotin-, Drogen- und Alkoholkonsum,
Vaterschaft, Unfruchtbarkeit und Streß. Einmal spucken - und der Arzt
weiß, woran er ist?
"Nahezu alles, was im Körper passiert, läßt sich in den Flüssigkeiten
des Mundes ablesen", betonte Professor Paul Denny von der University
of Southern California kürzlich auf dem weltgrößten
Wissenschaftskongreß AAAS in Washington, wo die neueste Forschung rund
um die Spucke einen Schwerpunkt bildete. Die Wissenschaft habe das
Thema sträflich vernachlässigt. "Es ist höchste Zeit, daß wir den
Speicheltest in den Vordergrund rücken und herausfinden, was er
wirklich leistet", bestätigte Professor David Wong von der University
of California in Los Angeles
Die Wissenschaft eilt dem Mainstream hinterher: In den USA floriert
das Geschäft mit Speicheltests. Dutzende Firmen bieten ihr "Saliva
Home-Testing" an: Hormonanalysen für den alternden Herrn, Genanalysen
zur Vaterschaftskontrolle, Testbatterien zur Drogenkontrolle "für Sie
selbst, Ihr Kind oder Ihren Angestellten", wie die Firma Clearchoice
wirbt. Aktuell im Angebot: der 6er-Test unter anderem auf Kokain,
Amphetamine, Marihuana zum Schnäppchenpreis von je 12,95 Dollar.
In Deutschland sind Drogenspeicheltests vor allem Sache der Polizei.
Seit April 2004 wird der "drug test" der Lübecker Firma Dräger bei
Verkehrskontrollen eingesetzt. Der Autofahrer muß eine Art Watte-Lolli
lutschen, die Probe wird in einer Testkartusche elektronisch
ausgewertet, der nachgewiesene Drogentyp erscheint auf dem Display.
Ähnlich schnell arbeitet ein neuer Aids-Speicheltest, der vor einem
Jahr in den USA die Zulassung erhielt. Der Antikörpertest liefere
binnen 20 Minuten ein zu 99 Prozent zuverlässiges Ergebnis, begründete
die Gesundheitsbehörde FDA. Bei positivem Ergebnis wird
sicherheitshalber ein Bluttest durchgeführt.
Steroidhormone wie Cortisol, das bei Streß ausgeschüttet wird, das
männliche Geschlechtshormon Testosteron oder das weibliche Östradiol
gehen problemlos vom Blut in den Speichel über und eignen sich daher
hervorragend für die Speicheldiagnostik. Dennoch stützen sich die
meisten Ärzte in Deutschland bei Hormonuntersuchungen auf Blutwerte,
"obwohl die Ergebnisse kaum Aussagekraft haben", kritisiert Dr.
Wolfgang Ziemann vom Speicheltest-Hersteller "IBL". Im Blut lasse sich
die Gesamtmenge eines Hormons ermitteln. Der Haken ist: Mehr als 95
Prozent der Steroidhormone sind an Bindungsproteine gekoppelt und
somit inaktiv. "Für die Wirkung auf den Körper ist allein die Menge
der freien Hormone relevant. Die findet man zuverlässig mit einem
Speicheltest heraus", meint Ziemann.
Einen neuartigen Speicheltest, mit dem Mund- oder Rachenkrebs im
Frühstadium aufgedeckt werden soll, entwickelte der kalifornische
Professor David Wong. In Krebszellen sind andere Gene aktiv als in
gesunden Zellen, das spezifische Aktivitätsmuster läßt sich in der
Spucke ablesen. In einer ersten Studie mit 32 Patienten mit Zungen-,
Mundhöhlen- oder Rachenkrebs und der gleichen Anzahl Kontrollpersonen
konnte Wong 90 Prozent der Krebserkrankungen anhand des Speichels
identifizieren.
"Geniale Eigenschaften" attestiert Dr. Rainer Seemann vom Zentrum für
Zahnmedizin der Berliner Charité dem menschlichen Speichel. Dieser
spielt bei der Immunabwehr eine bedeutsame Rolle: Sein wichtigster
Antikörper, das "sekretorische IgA", wappnet die Schleimhaut gegen das
Eindringen von Keimen. Überdies sei es faszinierend, daß in dieser
"bakteriell schwer verseuchten Soße" - auf einen Milliliter kommen 100
Millionen Keime - Wunden im Mund meist von allein abheilten. Dafür
sorgen diverse antibakterielle Substanzen. Das Lysozym etwa, das die
Zellwände grampositiver Bakterien knackt. Oder das Laktoferrin, das
Eisen bindet und verhindert, daß sich eisenabhängige Bakterien wie der
Darmkeim E. coli im Mund ansiedeln.
Auch Karies läßt sich anhand des Speichels vorhersagen: Die Proteine
des Speichels tragen an ihrer Oberfläche Zuckermoleküle, die von
Mensch zu Mensch unterschiedlich verknüpft sind. Je nach Webart haften
sie besonders gut am Zahn - ein gefundenes Fressen für
Kariesbakterien. Die Art der Zuckerverknüpfung sei "genetisch
festgelegt und durch Ernährung kaum zu beeinflussen", sagt Professor
Paul Denny. Er entwickelte einen Kariesrisiko-Speicheltest, mit dem er
sogar die Zahl der zu erwartenden Löcher präzise bestimmt."
[©:
Ingrid Kupczik,
WAMS.de 1995 - 2005, erschienen am 15.3.2005 ]
Basics:
Speichel auf
www.zahnwissen.de
3.)
Neues Verfahren zum Herstellen
zahnfarbener Keramikkronen
Zahnfarbene Versorgungen bei
defekten Zähnen sind auf der Basis von Keramik ein Optimum an Ästhetik
und biologischer Verträglichkeit - doch sie sind in der Herstellung
auch sehr teuer. Deshalb wird ständig nach Verfahren gesucht, die
zahntechnischen Kosten zu senken ohne dabei Qualitätsverluste zu
produzieren. Ein neuer Prototyp wurde Mitte April anlässlich der
Welt-Dentalmesse in Köln vorgestellt:
Das Geheimnis der neuen Kronen liegt im Fertigungsverfahren:
Während Kronen bisher weitgehend handwerklich beim Zahntechniker
angefertigt werden, basiert das neuer Verfahren auf einer durchgängig
rechnergestützten Arbeitsweise. Der präparierte Zahnstumpf - und Zähne
des gegenüberliegenden Kiefers - werden mittels eines speziellen
Scanners digitalisiert, wobei über 200.000 Messpunkte erfasst werden. Diese Daten
werden per Internet zum Fertigungspartner gesandt. Dort wird in einem
so genannten Urformprozess die computergestützt berechnete Form für
die Kronen aus Hochleistungskeramik erstellt, so dass in kürzester
Zeit eine individuelle Krone vorliegt. "Sie ist ohne nachträgliche
mechanische Bearbeitung einsetzbar und berücksichtigt bereits die
Kauflächen der Gegenbezahnung", betont Dr. Volker Herold vom Institut
für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie (IMT) der
Universität Jena. Für perfektes Aussehen sorgt der Zahntechniker mit
einer abschließenden Individualisierung.
Die Technologie zur präzisen, rechnergesteuerten Bearbeitung der
Formen wurde in enger Zusammenarbeit zwischen der Abteilung
Oberflächentechnologie am IMT und der inocermic GmbH entwickelt.
"Unsere Herstellungsbedingungen sind beim Zahntechniker nicht
erreichbar", weist der Jenaer Materialwissenschaftler auf wesentliche
Vorteile hin: Bei industrieller Anwendung wäre die Fertigung von
mehreren 1.000 Kronen am Tag möglich, wobei eine Rücklaufzeit des
Produkts zum Zahnarzt von unter 48 Stunden eingehalten werden kann.
"Wir wollen den Zahntechniker nicht arbeitslos machen", tritt Dr.
Voigtsberger etwaigen Befürchtungen entgegen, denn die Techniker sind
weiterhin für die ästhetische Individualisierung der Kronen
unverzichtbar. Andererseits könnte das neue Thüringer Verfahren dafür
sorgen, dass Zahnersatz weiterhin in Deutschland hergestellt wird.
Damit hofft das Entwicklerteam auch auf Impulse für den deutschen
Arbeitsmarkt.
Zum Einsatz kommen im Frontzahnbereich eine Aluminiumoxid-Keramik, im
Seitenzahnbereich eine Zirkondioxid-Keramik, die beide in enger
Zusammenarbeit der Projektpartner speziell für diese Anwendung
weiterentwickelt wurden. Diese biokompatiblen Keramiken erlauben im
Zusammenspiel mit dem Urformverfahren einzigartige
Materialeigenschaften. Dies ermöglicht einerseits die filigrane
Gestaltung und hält andererseits die hohen Kräfte beim Kauen aus.
Kontakt:
Dr. Volker Herold ,
Volker.Herold@uni-jena.de
Dr. Bärbel Voigtsberger ,
baerbel.voigtsberger@hitk.de
Basics:
CAD/CAM-Systeme ,
Zirkoniumoxid
auf
www.zahnwissen.de
4.) Erstmals Karieserreger im Labor
nachgebaut
Der Karieserreger schlechthin ist nach heutigem Wissensstand das
Bakterium Streptococcus mutans. Und dieser Keim geht am Zahn mit
besonderer Raffinesse vor, weshalb er auch schwer zu bekämpfen ist: Mittels ausgeschiedener
klebriger, zuckerartiger Substanzen haftet er selbst auf völlig glatten,
unbeschädigten Zahnoberflächen und bildet Kolonien (Biofilm), welche nur durch eine
gründliche Zahnreinigung zu entfernen sind. Weiter produziert das Bakterium in große Mengen
Säure mit sehr niedrigem
pH-Wert und es spaltet
Kohlenhydrat-Eiweiß-Verbindungen, wie sie in der Plaque und im Speichel
reichlich vorkommen, in komplexe
Kohlenhydrate. Aber nicht nur auf den
Zähnen, sondern auch an den Herzklappen siedelt sich dieser Keim an und
richtet dort lebensbedrohliche Schäden an. Nun ist es deutschen Forschern
erstmals gelungen, auf einem kleinen Glasobjektträger die wichtigsten
Bereiche aller rund 2000 Gene des bedeutsamen Karies- und
Endokarditiserregers über Gensonden nachzubauen.
So ist es nun möglich, alle Änderungen in der Genaktivität dieses
Bakteriums über Hybridisierung (Genpaarung) mit der Messenger-RNA, der
Arbeitskopie des Gens und nachfolgender Fluoreszenzanalyse aufzuspüren.
Damit können beispielsweise die Gene lokalisiert werden, die für die
Besiedlung des Zahnes oder aber für die Besiedlung der Herzinnenhaut und
der Herzklappen wichtig sind oder auch für Reaktion der Erreger auf
entzündungshemmende Mittel. Die Kenntnis über die beteiligten Gene und
Proteine ist wiederum Voraussetzung für die Planung erfolgreicher
Gegenmaßnahmen, wie z.B. neuartige Stoffe für eine Impfung gegen Karies.
[ Kontakt:
Dr. Georg Conrads ,
gconrads@ukaachen.de
]
Basics:
Kariesimpfung auf
www.zahnwissen.de
5.)
Außenseitermethode: Mit Nadelstichen gegen den Zahnschmerz
Erste Studie über den Weg der Akupunktur in
die deutsche Zahnmedizin
Jesuiten-Mönche kannten es, Chinesen wenden es seit Jahrtausenden an:
das Heilen mit den Nadeln. Als Schmerzmittel ohne Nebenwirkungen wird
die Akupunktur heute von manchen Zahnmedizinern gepriesen. Moderne
Mittel wie Strom, Magnetfeld und Laser verstärken möglicherweise die
Wirkung der Stimulation durch die Akupunkturnadeln. Das traditionelle
Heilverfahren fand vergleichsweise spät Eingang in die deutsche
Zahnmedizin - erst in den 50er Jahren befassten sich Forscher mit der
Jahrtausendalten Methode. Studien über ihre Wirkung fehlen bis heute.
Die Geschichte der Akupunktur in der deutschen Zahnheilkunde und ihren
heutigen Stellenwert erforscht in einer bundesweit einmaligen Studie
Dr. Eleonore Sach am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an
der Universität zu Köln.
Ein Gedicht über Gichtleiden macht die Akupunktur auf dem Alten
Kontinent bekannt. Die Frau eines Geistlichen beschreibt Ende des
17.Jahrhunderts in Versen die Beschwerden ihres Ehemannes in einem
medizinischen Sammelband. Die Kunst des Heilstechens, die seine
Schmerzen gelindert hat, schildern die weiteren Aufsätze mit
Zeichnungen der Nadel und der Wirkungspunkte. Eine Integration des
chinesischen Verfahrens in die europäische Medizin findet in dieser
frühen Epoche nicht statt -- zu unterschiedlich ist die östliche
Tradition von den kausal-analytischen Vorstellungen des Westens.
Die Akupunktur beruht auf der mystischen Vorstellung, dass die
kosmische Ordnung vom harmonischen Zusammenspiel der polaren Energien
Ying und Yang beherrscht wird. Aus deren Wechselwirkung entsteht die
Lebensenergie Qi, die durch den menschlichen Körper fließt. Krankheit
ist eine Störung dieses Flusses, die die Ärzte durch das Einstechen an
bestimmten Punkten, die den Organsystemen zugeordnet werden,
beseitigen können.
Erst Mitte des 20. Jahrhunderts verbreitet sich die Heilmethode in der
deutschen Zahnmedizin, stellt die Kölner Wissenschaftlerin fest. Ein
deutscher Arzt ist es, der die alte chinesische Methode mit moderner
Technik verbindet: der Arzt Reinhard Voll verwendet elektrischen Strom
zur Stimulierung der Korrespondenzpunkte im Körper. Weltbekannt wird
die Akupunktur in den 70er Jahren. Als ein amerikanischer Journalist,
der den Präsidenten Nixon in China begleitet, anstatt mit
herkömmlicher Betäubung mit Hilfe der feinen Nadeln schmerzfrei
operiert wird, gehen die Bilder dieser Operation um die Erde. Seit
diesem Zeitpunkt steht die Heilmethode bei den Schmerztherapeuten im
Brennpunkt des Interesses.
Unabhängig von einem bisher fehlenden wissenschaftlichen Nachweis der
Wirksamkeit, so Dr. Sach, wird die Methode auch von Schulmedizinern
in Deutschland teilweise akzeptiert. 1406 deutsche Zahnärzte haben
eine Grundausbildung absolviert, in der Praxis wird die Ohr- und
Mundakupunktur zur Schmerzlinderung und Betäubung eingesetzt. Parallel
zur steigenden Akzeptanz der Methoden wird ein gewisser
Qualitätsverfall beobachtet. In wissenschaftlichen Studien über die
traditionelle Methode fehlen häufig statistische Daten und klinische
Erfahrungsberichte über die Anwendung und Wirkung der Nadelstiche.
Daher fordert die Kölner Medizinerin Zahnärzte aus Praxis und Klinik
auf, ihre Erfahrungen wissenschaftlich auszuwerten und zu analysieren,
um objektive Erkenntnisse über den Erfolg der Akupunktur bei
Zahnbehandlung zu erlangen..
[ ©: Maria Wasinski; Rückfragen: Professor Dr. Klaus Bergdolt, Tel.
0221/478-5266, FAX 0221/478-6794, E-Mail-Adresse
ajg04@uni-koeln.de ]
Basics: Akupunktur auf
www.Zahnwissen.de
6.)
Geschäft mit Gentests -
Die falschen Versprechen der Gendiagnostik
(ots) - Während in Deutschland die Experten noch
diskutieren, brummt im Ausland schon das Geschäft mit Gentests. Doch
die Untersuchungen halten nicht, was sie versprechen. Genforscher
schütteln über die teilweise im Internet angebotenen Tests nur den
Kopf, schreibt das Technologiemagazin Technology Review in der
aktuellen Ausgabe 4/2005.
Schon für 199 Euro soll man das genetische Risiko für einen
Herzinfarkt anhand von sieben Genen untersuchen lassen können. Dabei
schätzen Genforscher die Anzahl der beteiligten Gene auf 200. Der
Einfluss von Rauchen, Fehlernährung und Bewegungsmangel ist zudem
überwältigend. Klaus Zerres, Leiter des Instituts für Humangenetik in
Aachen, stellt fest, dass man schlicht nicht wisse, welche Gene in
welchem Ausmaß zu koronaren Herzerkrankungen beitragen. Ein Vorteil
durch das Testen einzelner Gene sei bislang nicht einmal bewiesen.
Die Gendiagnostik hat in den vergangenen Jahren eine steile
Karriere durchlaufen. Dank vollautomatischer Sequenzierung und
Chiptechnologie werden Gentests immer schneller und billiger. Den
Schlagzeilen vom "Alkoholismus-Gen" oder einem Gen, das Schizophrenie
verursachen soll, folgen zwar schnell Dementis, dennoch werden in
Deutschland heute jährlich 90.000 Gentests durchgeführt, Tendenz
steigend. Der Blick ins Erbgut interessiert bereits Arbeitgeber, und
Versicherungen melden ihr Interesse an.
Derzeit kann man in Deutschland mit 2448 verschiedenen Gentests
554 verschiedene Krankheiten ergründen, beinahe täglich werden es
mehr. Die meisten davon betreffen allerdings seltene Erbkrankheiten
wie Chorea Huntington, die von einer einzigen Abweichung in einem
bestimmten Gen hervorgerufen werden. Nur in wenigen Fällen ist ein
solches monogenes Merkmal in der Bevölkerung so häufig, dass die
Suche auch ohne einen konkreten Verdacht Sinn macht.
Andere Krankheiten hingegen werden von einer Vielzahl unabhängiger
Genvarianten begünstigt, die sich womöglich untereinander
beeinflussen und zudem noch mit der Umwelt wechselwirken. Trotz hoher
Verbreitung in der Bevölkerung ist der Einfluss des einzelnen Gens
auf das Krankheitsbild dabei nur gering. Deshalb werden Gentests für
häufig auftretende Krankheiten bislang vor allem von denjenigen
empfohlen, die damit Geld verdienen. Ärzte, die mit ihrer
Beratungspflicht sorgsam umgehen, erklären ihren Patienten, wenn ein
Gentest gar nicht sinnvoll ist. (thv)
[ Quelle:
erik.von.hoerschelmann@heise-medien.de ]
7.)
Säuglinge und Kleinkinder:
Fütter- und Essstörungen immer häufiger
(aid) - Störungen im
Essverhalten bei Säuglingen und Kleinkindern sind keine Seltenheit und
nehmen nach Beobachtungen von Kinderärzten und Psychologen in den
letzten Jahren immer mehr zu. Etwa 15 bis 25 Prozent aller gesunden
Säuglinge leiden an frühkindlichen Fütter- und Essstörungen, noch
häufiger sind Kinder mit schweren Entwicklungsstörungen oder
Stoffwechselstörungen sowie Frühgeburten betroffen. Das berichteten
Experten anlässlich eines interdisziplinären wissenschaftlichen
Symposiums des Kinderzentrums München. Fachleute sprechen von
Fütterstörungen, wenn Babys die Aufnahme von Beikost über den Löffel
strikt verweigern oder wenn Zweijährige Mahlzeiten willentlich erbrechen
oder ganze Mahlzeiten über mehrere Tage ablehnen. Bei den Eltern lösen
solche Verhaltensauffälligkeiten der Kinder Unsicherheit, Panik, Angst
und große Sorge um die gesunde Entwicklung der Kinder aus. Ein wichtiges
Kriterium für die Entscheidung, ob es sich nur um eine ungefährliche
vorübergehende Essunlust der Kinder oder eine krankhafte
Essverhaltensstörung handelt, ist die alters entsprechende Entwicklung
der Kinder. Sobald das Risiko einer Gedeih- und Entwicklungsstörung
besteht, ist die Behandlung, die Kinder und Eltern umfassen sollte,
durch Experten wie Ärzte, Psychologen, Pädagogen und anderen
nichtmedizinischen Therapeuten notwendig. Das bundesweite Angebot an
frühpräventiver Elternberatung und ambulanten und stationären
Behandlungsangeboten ist allerdings gering. Eine Adressenliste von
Kliniken und Ärzten, die sich speziell um Säuglinge und Kleinkinder
sowie deren Eltern mit auffälligem Essverhalten kümmern sowie hilfreiche
Tipps, gibt es im Expertenforum "Kinderernährung" auf
www.was-wir-essen.de unter dem Thema "Essprobleme bei Kleinkindern".
In diesem Forum beantworten Experten individuell Fragen. Darüber hinaus
haben Eltern im Diskussionsforum "Gesund essen" die Möglichkeit, sich
mit anderen Eltern auszutauschen, über eigene Erfahrungen und Probleme
zu berichten.
[ Quelle:
aid, Maren Krüger]
8.)
Empfehlenswerte
Print-Informationen:
a) "Kostenratgeber Zähne"
Spätestens seit Einführung der neuen Festzuschüsse ist vielen
Patienten bewusst geworden, was Zahnersatz kostet, denn die Kosten sind
transparenter geworden. Noch mehr taucht aber die Frage auf, wie lassen
sich derartige Kosten vermeiden oder wenn sie anfallen: Was ist nötig?,
Was ist Luxus?. Weiter tauchen immer wieder Fachbegriffe auf, die nicht
verstanden werden oder worüber man genauer informiert sein möchte.
Online finden Sie dazu ausführliche Informationen auf
www.Zahnwissen.de. Doch manchmal
möchte man nicht vor dem Computer sitzen oder hat gar keine Gelegenheit
dazu. Hier hilft der aktuelle Ratgeber von Jörg Schneider und Mario
Süßenguth "Kostenratgeber Zähne" weiter: In äußerst verständlicher
und zeitnaher Form geht diese Broschüre auf die zahnärztlichen
Behandlungen ein, wägt kritisch ab, was nützlich und was eher
überflüssig ist und stellt Kontakte zu weiterführenden
Informationsquellen her. In einem eigenen Kapitel wird auf die
Patientenrechte eingegangen und es werden Tipps gegeben, wie man sich
verhalten soll, wenn man mit der zahnärztlichen Behandlung nicht
zufrieden ist.
S. Hirzel-Verlag - ISBN 3-7776-1365-7 12,80 €
b)
"Babys und Kleinkinder richtig ernähren"
Bei der Ernährung unserer Kleinsten will man/frau alles mehr
als richtig machen - und macht es gerade falsch! Verfaulte Zähne und ein
erhebliches Übergewicht sind nur eine der Folgen davon. Nahrungsangebote
in den Lebensmittelregalen sind inzwischen bald für jede Lebenswoche zu
haben und müssen meist teuer bezahlt werden. Selbst kochen? Ja schon,
aber wo gibt es Rezepte dafür, wie werden derartige Eigenprodukte
richtig und preiswert zubereitet? Auf all diese Fragen und mehr gibt der
Ratgeber von Dr. Eva-Maria Schröder "Babys und Kleinkinder richtig
ernähren" - Vom ersten Löffelchen bis zur Familienkost passende
Antworten. Weitere Kapitel geben Ernährungstipps bei Beschwerden und
Erkrankungen oder geben Hilfen zu Alltagsproblemen wie "Das mag ich
nicht" oder "Naschen verboten".
S. Hirzel-Verlag - ISBN 3-7776-1217-0 14,80 €
9.)
Gericht: Zahnersatz im
EU-Ausland nur mit Kostenplan
Das Sozialgericht Gießen hat die Klage einer Frau abgewiesen,
die von ihrer Krankenkasse 2.400 Euro für eine Zahnersatzbehandlung in
Frankreich erstattet haben wollte. Sie hatte sich eine Zahnprothese
machen lassen, ohne zuvor einen in Deutschland vorgeschriebenen Heil-
und Kostenplan zu verlangen. Die Kasse muss nach dem am Mittwoch
veröffentlichten Urteil nicht zahlen, weil sie keine Möglichkeit zur
Prüfung der Notwendigkeit gehabt habe. Das deutsche Recht gelte hier
auch im EU-Ausland (Az.: S 21 KR207/04).
[
Quelle:
facharzt.de ]
Basics:
Behandlung im EU-Ausland auf
www.Zahnwissen.de
10.)
Schönheits-OPs:
Ärztekammer-Nordrhein nennt Namen und Fakten - BMGS klärt auf
Über den Schönheitswahn und seine Folgen haben wir erst jüngst
berichtet. Als „hochgradig unseriös“ verurteilte der Vizepräsident der
Nordrheiner Ärztekammer, Dr. Arnold Schüller, die Vermarktung von
plastisch-ästhetischen Eingriffen in Serien privater TV-Sender.
Wie bekannt, gehören zu derartigen Eingriffen immer Zwei: Der Eine,
der es macht und der Andere, der es an sich machen lässt und noch dazu
das nötige Kleingeld mitbringt. Nun hat diese Standesorganisation sich
intensiv des Problems angenommen und im Internet eine WEB-Seite dazu
veröffentlicht: "Wer ernsthafte Gründe für eine plastisch-ästhetische
Operation hat, sollte sich an einen gut qualifizierten Operateur
wenden. Eine Hilfe bei dieser Suche kann das Register
„Plastisch-Operative Medizin“ der Ärztekammer Nordrhein bieten; auf
der Homepage der Kammer finden sich auch eine Checkliste für
Operations-Kandidaten und rechtliche Hinweise."
Allein im Register (==>
http://www.aekno.de/htmljava/c/plastischechirurgie/treffer.asp )
sind über 90 Spezialisten aufgelistet, die nach Einschätzung der
Kammer als "seriös" gelten.
Rechtliche Hinweise werden in ausführlicher Form unter
http://www.aekno.de/htmljava/c/plastischechirurgie/plastische2.htm
gegeben und eine Checkliste (==>
http://www.aekno.de/htmljava/c/plastischechirurgie/plastische3.htm)
rundet das lesenswerte Angebot ab.
Weiter hat das Bundesgesundheitsministerium das Thema mit einer
Broschüre aufgegriffen. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt
betonte dabei die Achtung vor der Unversehrtheit des Körpers. "Kranke
Menschen, die gerne gesund wären, müssen sich unfreiwillig Operationen
unterziehen, während gesunde Menschen ihre Gesundheit riskieren",
sagte Schmidt. Die Broschüre "Spieglein, Spieglein an der Wand ..."
kann unter
www.bmgs.bund.de/deu/gra/publikationen/p_24.php heruntergeladen
werden.
11.)
Arbeitnehmer müssen sich bis elf Uhr krankmelden
(ddp.vwd). Wenn Arbeitnehmer erkranken, müssen sie das ihrem Chef
unverzüglich mitteilen. Sie sind verpflichtet, am ersten Fehltag
anzurufen, zu faxen oder eine E-Mail zu schicken - und das bis 11 Uhr,
wie aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts hervorgeht.
Über die Art der Erkrankung brauchen die Mitarbeiter nicht zu
sprechen. "Aber sie müssen zumindest eine ungefähre Einschätzung der
voraussichtlichen Länge der Krankheit geben", erläutert der Berliner
Arbeitsrechtsexperte Martin Hensche.
Diese Anzeigepflicht des Arbeitnehmers sei keine Schikane. Der Chef
müsse rechtzeitig wissen, ob der Mitarbeiter zur Arbeit kommt oder ob
er umdisponieren und eine Vertretung suchen muss, wie das
Bundesarbeitsgerichts in einem anderen Fall urteilte.
Deshalb sei es wichtig, dass der Beschäftigte sich unverzüglich krank
melde, vor oder während der ersten Arbeitsstunden des ersten Tages der
Arbeitsunfähigkeit. Auch wer mit Fieber im Bett liegt, müsse gleich
morgens in der Firma anrufen oder jemanden bitten, das für ihn zu
übernehmen.
Leichtere Erkrankungen können zu Hause auskuriert werden. Ein
Arztbesuch ist nicht unbedingt notwendig. Dauert die
Arbeitsunfähigkeit jedoch länger als drei Kalendertage, inklusive
Wochenende und Feiertage, muss der Beschäftigte zusätzlich ein
ärztliches Attest vorlegen.
Es ist spätestens am ersten Arbeitstag nach Ablauf der drei
Kalendertage fällig. Der Arbeitgeber kann es aber auch früher
anfordern, wenn das im Arbeitsvertrag festgelegt ist.
"Das ärztliche Attest muss Angaben über das Bestehen der
Arbeitsunfähigkeit und über deren voraussichtliche Dauer enthalten",
betont Hensche. Der Arzt dürfe allerdings keine Angaben über Art und
Ursachen der Krankheit machen.
[ Quelle + ©:
Ärztezeitung; Urteile des Bundesarbeitsgerichts,
Aktenzeichen: 5 AZR 726/96 und 2 AZR 13/89 ]
Basics:
Arbeitsunfähigkeit auf
www.Zahnwissen.de
12.)
Zur Erinnerung:
Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt kostet keine Praxisgebühr
Für Erwachsene sind zwei
Kontrolluntersuchungen pro Jahr
beim Zahnarzt zuzahlungsfrei. Kinder und Jugendliche unter 18 sind
ganz von der
Praxisgebühr befreit. Darauf weisen die Bundeszahnärztekammer (BZÄK)
und die
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hin.
Neben einer
eingehenden Untersuchung kann der Zahnarzt auch weitere Maßnahmen zur
Diagnose und Vorsorge wie Röntgen, Zahnfleischuntersuchung oder
Zahnsteinentfernung durchführen, ohne dass die Gebühr ausgelöst wird.
Nur wenn
andere weitergehende Behandlungen anstehen wird die Praxisgebühr
fällig.
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und Bundeszahnärztekammer riefen
gemeinsam die Versicherten zu regelmäßigen Zahnarztbesuchen auf. „Die
Zahl der
Zahnarztbesuche ist im letzten Jahr gegenüber 2003 etwa um 10 Prozent
zurückgegangen. Anscheinend hat die Praxisgebühr hier eine
unerfreuliche und
unnötige Abhaltewirkung entfaltet“.
Der regelmäßige Kontrollgang in die Zahnarztpraxis sei unerlässlich,
um Karies und
Zahnfleischerkrankungen, aber auch Tumorerkrankungen im Mundraum
frühzeitig
erkennen und behandeln zu können. Gesetzliche Krankenversicherte, die
mindestens eine Vorsorgeuntersuchung jährlich in ihrem Bonusheft
dokumentieren
könnten, würden außerdem einen um bis zu 30 Prozent höheren Zuschuss
der
Krankenkasse erhalten, wenn sie Zahnersatz brauchen.
[PM der
Bundeszahnärztekammer
]
Basics:
Praxisgebühr auf
www.zahnwissen.de
13.)
Krankenkassen: Neuer Ratgeber der Verbraucherzentralen und Stiftung
Warentest
Praxisgebühr, höhere Zuzahlungen, weniger Leistungen – seit
der Gesundheitsreform ist viel von den Grenzen der gesetzlichen
Krankenversicherung die Rede. Andererseits wurden die Spielräume der
Kassen
erweitert, sie können ihren Mitgliedern Spezialtarife, Bonusmodelle
und neue
Vorsorge- und Behandlungsmethoden anbieten. Die Stiftung Warentest und
die
Verbraucherzentralen informieren in einem neuen Ratgeber über die
Leistungen der
gesetzlichen Kassen, was beim Wechsel der Kasse zu beachten ist und
welche
rechtlichen Möglichkeiten Verbraucher haben, wenn es Probleme mit der
Kasse
gibt.
Neben den Beitragssätzen unterscheiden sich die Krankenkassen durch
zusätzliche
Leistungen, die über das gesetzlich festgelegte Angebot hinausgehen.
Diese
Zusatzleistungen können Modellprojekte für Naturheilverfahren sein,
kostenlose
Früherkennungsuntersuchungen für Hautkrebs und Schlaganfallrisiko oder
bestimmte
Programme für chronisch Kranke. Der Wechsel in eine andere Kasse
sollte deshalb wohl
überlegt sein. Der Ratgeber bietet u. a. einen Überblick über mehr als
140 Kassen mit
einer Darstellung der zusätzlichen Angebote. Ein Kapitel behandelt
private
Zusatzversicherungen und worauf beim „Kleingedruckten“ geachtet werden
sollte.
Den neuen Ratgeber „Gesetzliche Krankenversicherung. Die Leistungen
der Kassen
– Ihre Ansprüche als Patient“ gibt es zum Abholpreis von 12,90 EUR in
allen
Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen. Für zusätzlich 2,50
EUR bei
Einzelversand, also für insgesamt 15,40 EUR, kommt er – mit Rechnung –
auch ins Haus.
Bestellungen an: Verbraucherzentrale Hessen e.V.,
Große Friedberger Straße 13-17, 60313 Frankfurt am Main
Bestell-Telefon: 069-972010-30 Bestell-Fax: 069-972010-50
E-Mail: infodienst@verbraucher.de
www.verbraucher.de .
[ ©: PM der
Verbraucherzentrale Hessen
]
14.)
Zum Schluss: Schadensmeldungen an Versicherungen ...
... laden häufig zum Schmunzeln ein.
Nachfolgend ein Auszug aus der Seite
http://members.kfs.at/Kurzgeschichten/schaden.htm
- Wie vorgesehen wurde mein Dachschaden am Mittwoch behoben.
-
Seit der Trennung von meinem Mann wird jeder notwendige Verkehr durch
meinen Rechtsanwalt erledigt.
-
Wenn ich nicht mein Geld bekomme, so schicke ich meine Frau jeden Tag zu
Ihrem Direktor, bis es Folgen hat.
-
Einnahmen aus der Viehhaltung haben wir keine. Mit dem Tod meines Mannes
ging das letzte Rindvieh vom Hof.
-
Ich habe Schmerzen bei jedem Fehltritt und Wetterumschwung.
-
Wie hoch ist die Prämie für einen Mann, der zwar im April 60 Jahre alt
wurde, aber 10 Jahre jünger aussieht?
-
Dr. K. hat mir neue Zähne eingesetzt, die zu meiner Zufriedenheit
ausgefallen sind.
-
Letztes Jahr bin ich schwer krank gewesen und zweimal fast gestorben. Da
können Sie mir doch wenigstens das halbe Sterbegeld auszahlen.
-
Ich dachte, das Fenster sei offen, es war jedoch geschlossen, wie sich
herausstellte als ich den Kopf hindurchsteckte.
-
Da ich mit meinem Mann nicht mehr zusammenlebe, bitte ich Sie höflich,
Ihren zuständigen Mitarbeiter vorbeizuschicken.
-
Ich lehne den Besuch Ihres Vertreters ab. Ich glaube zu wissen, was ich
will und was bei meiner Frau zu erledigen ist, dafür bin ich geschult
genug.
-
Während des Aufenthaltes im Krankenhaus stand mir meine Frau als
Ehepartner nicht zur Verfügung.
Unser normaler Bedarf im ehelichen Verkehr ist wöchentlich im
Durchschnitt 2mal. Da meine Frau aufgrund der körperlichen Schäden
diesem Bedarf nicht nachkommen konnte, war ich gezwungen, mir auf dem
freien Markt meinen Ausgleich zu suchen. Dies ist jedoch mit
entsprechenden Kosten verbunden. Um auch nur annähernd an das Format
meiner Frau heran zu kommen, ist unter öS 1.000,-- nichts zu machen. Es
ergibt sich daher aus dem oben angeführten folgende Rechnung: 7 Wochen.
Je 2-maliger Bedarf des körperlichen Ausgleichs meinerseits à öS
2.000,-- = Summe öS 14.000,--. Ich bitte Sie, diesen mir entstandenen
finanziellen Schaden anzuerkennen und den Betrag als baldigst zu
überweisen.
-
Ich bitte um Stundung meiner Kaskoprämie, seit mein Mann gestorben ist, fällt es mir ohnehin schwer mein kleines Milchgeschäft hochzuhalten.
-
Der Sachverständige war völlig ungehalten, als er auf mein Vorderteil
blickte.
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