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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
5/2009/ 1. Mai 2009
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltgesundheitstages
mitteilte, betrugen die Ausgaben für Gesundheit in Deutschland im Jahr 2007
insgesamt 252,8 Milliarden Euro. Sie stiegen gegenüber dem Vorjahr um 7,8
Milliarden Euro oder 3,2%. Damit entsprachen die Ausgaben 10,4% des
Bruttoinlandsproduktes oder gut 3 070 Euro je Einwohner. Trotz des Anstieges der
Gesundheitsausgaben ist ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zu 2006
gesunken (2006: 10,5%).
Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion
Inhalt
1.)
Angst vorm Zahnarzt: Wurzelbehandlung besonders gefürchtet
2.)
Zahnersatz: Rund 60 Prozent der Deutschen verschenken Zuschüsse
3.)
Spezieller Bakterien-Stamm erkennt Karies-Bakterien
4.) Zahnärzte spüren Konjunktureinbruch am
ehesten
5.)
Stiftung Warentest: Nicht
implantierende Praxen verlieren Patienten
6.)
Trotz aller Unkenrufe: Deutsches Gesundheitswesen sehr
patientenfreundlich
7.)
Finanzielle Grenzen in der Chirurgie
8.)
Eine Sache der Erfahrung: Geschmack
lässt sich lernen
9.)
Privatpatienten sind immer öfter unzufrieden
10.)
Bundesinstitut warnt vor
dubiosem Schlankheits-Mittel aus dem Internet
11.)
Krankenhäusern droht Pleitewelle
12.)
100 Schulen mit Zertifikat
"Gesunde Schule"
13.)
Zum Schluss: Wenn der Witz im Hals stecken
bleibt
1.)
Angst
vorm Zahnarzt: Wurzelbehandlung besonders gefürchtet
Vor keinem Doktor fürchten sich die Deutschen mehr als vor dem
Zahnarzt (44 Prozent). Behandlungen an der Zahnwurzel rufen die größten
Ängste hervor: Zwei von drei Bundesbürgern bereitet ein solcher Eingriff
bereits im Vorfeld Zahnschmerzen. Weitere TopÄngste sind Zahnziehen (59
Prozent) und Bohren (50 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt eine
bundesweite repräsentative Befragung im Auftrag der DEVK Versicherungen
unter 1.000 Personen.


Um Schmerzen bei der Zahnbehandlung auszuschließen, stehen 90 Prozent der
Befragten einer örtlichen Betäubung positiv gegenüber. Fast jeder zweite
Deutsche (45 Prozent) zieht sogar Hypnose zur Schmerzlinderung in Erwägung.
Ganze 67 Prozent wollen am liebsten gar nichts vom Eingriff mitbekommen und
wünschen sich eine Behandlung unter Teil- oder Vollnarkose. Doch ein Eingriff
unter Vollnarkose, etwa bei einer Weisheitszahnbehandlung, kann trotzdem
schmerzhaft sein – nämlich in finanzieller Hinsicht. Denn die Zusatzkosten von
mehreren Hundert Euro übernimmt die Krankenkasse nur, wenn eine Vollnarkose als
medizinisch notwendig erachtet wird. Meist ist dies jedoch nicht der Fall,
sodass der Patient die Kosten allein tragen muss.
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[ ©
u. Kontakt: DEVK Versicherungen, Maschamay Poßekel, Riehler Straße
190, 50735 Köln, Tel. 0221 757-1802, E-Mai l:
maschamay.possekel@devk.de ]
Basics:
Angst im
Zahnlexikon-Online
2.)
Zahnersatz: Rund 60
Prozent der Deutschen verschenken Zuschüsse
Die Mehrheit der Deutschen schöpft die Zuschüsse ihrer
gesetzlichen Krankenversicherung zum Zahnersatz nicht voll aus. Der Grund: 57
Prozent der Bürger führen ihre Bonushefte nicht regelmäßig. Ursache dafür ist,
dass mehr als 80 Prozent der Versicherten nicht wissen, dass sie lückenlos einen
jährlichen Zahnarztbesuch nachweisen müssen, um die Zulage zu bekommen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine bundesweite repräsentative
Befragung im Auftrag der DEVK unter 1.000 Personen. 39 Prozent der
deutschen Bevölkerung besitzen kein Bonusheft, noch größer ist der
Anteil bei den Unter-30-Jährigen. Damit entgeht vielen Patienten bares
Geld. Denn wer in fünf aufeinanderfolgenden Jahren mindestens einmal
jährlich beim Zahnarzt war, steigert seinen Festzuschuss um zehn
Prozentpunkte. Die Erstattung in der Regelversorgung liegt dann bei 60
Prozent. Ab dem elften Jahr steigt der Festzuschuss auf 65 Prozent. Das
sind schnell mehrere hundert Euro.
Lücken im Bonusheft machen jahrelange
Fleißarbeit zunichte
Gesetzlich Versicherte, die ihr Bonusheft nur sporadisch
führen, haben gegenüber den Bonusheft-Verweigerern keinen Vorteil. Denn
bereits eine einzige Stempel-Lücke innerhalb von zehn Jahren macht die
Zuschusserhöhung zunichte. Betroffene müssten dann wieder von Neuem
beginnen. Patienten, die vergessen, sich den Zahnarztbesuch bestätigen
zu lassen, sollten sich diesen deshalb so schnell wie möglich nachtragen
lassen.
Zusatzversicherungen reduzieren
das Kostenrisiko bei teuren Behandlungen
Selbst Versicherte, die ihr Bonusheft vorbildlich
führen, sind häufig nur unzureichend über die Kostenrisiken von
Zahnersatzbehandlungen informiert. So wissen viele nicht, dass der
Kassenzuschuss nur auf den Regelversorgungsbetrag angerechnet wird - das
ist der Minimalstandard, den aber fast jeder überschreitet.
Sonderwünsche wie zahnfarbene statt metallische Krone oder Implantat
statt Brücke sind darin nicht enthalten. Gesetzlich Versicherte müssen
selbst bei vollständigem Bonusheft nicht nur 35 Prozent der Gesamtkosten
selbst zahlen, sondern deutlich mehr. Ein Fallbeispiel von Finanztest
ergab, dass von den Gesamtkosten für einen Implantat-Eingriff in Höhe
von 2.300 Euro maximal 363 Euro von der Kasse übernommen werden. Der
Eigenanteil liegt also bei 1.937 Euro. Um nicht in die Kostenfalle zu
tappen, lohnt sich der Abschluss einer privaten
Krankenzusatzversicherung.
[
©: DEVK Versicherungen, E-Mail:
maschamay.possekel@devk.de ]
Basics:
Festzuschüsse auf
www.Zahnwissen.de
3.)
Spezieller
Bakterien-Stamm erkennt Karies-Bakterien
Laut WHO (World Health Organisation) ist Karies weltweit die
häufigste Zahnerkrankung. Mit dem neu entwickelten Produkt Pro-t-action
wollen die BASF SE, Ludwigshafen, und die OrganoBalance GmbH, Berlin,
nun den Karieserregern den Kampf ansagen. Der neue Wirkstoff basiert auf
Milchsäurebakterien (Lactobacillus), die Karies verursachende Bakterien
(Streptococcus mutans) erkennen und mit diesen verklumpen. Diese Klumpen
lassen sich einfach aus dem Mund spülen, so dass die Karieserreger
keinen weiteren Schaden mehr anrichten können.
Karies verursachende Bakterien wie Streptococcus mutans setzen sich an
der Oberfläche von Zähnen fest. Dort nutzen sie Zucker als Nährstoff und
produzieren daraus Säuren, die den Zahnschmelz angreifen – es entstehen
Löcher in den Zähnen. Umfangreiche Tests haben gezeigt, dass der aktive
Wirkstoff in Pro-t-action genau diese Kariesbakterien erkennt, an ihnen
andockt und mit diesen unerwünschten Erregern verklumpt. Diese
Bakterienklumpen werden mit dem Speichel geschluckt oder beim
Zähneputzen aus der Mundhöhle gespült. Nach Herstellerangaben zeigt der
Wirkstoff diesen Effekt bereits nach zehn bis fünfzehn Sekunden. Das
Produkt Pro-t-action ist geschmacksneutral, geruchlos und pH-neutral. Es
wirkt gezielt nur gegen die unerwünschten Karieserreger und hilft, die
gesunde, nützliche Mikroflora im Mund zu erhalten, heißt es.
„Nur durch die enge Zusammenarbeit mit OrganoBalance waren wir in der
Lage, diesen speziellen Milchsäurebakterienstamm zu identifizieren, der
mit dem Karieserreger verklumpt und dadurch dessen Entfernung aus der
Mundhöhle entscheidend verbessert“, erläutert Dr. Markus Pompejus,
Projektleiter bei BASF Future Business GmbH. „Dieser Effekt zusammen mit
dem Know-how von BASF bietet eine großartige Chance, mit einem neuen
aktiven Wirkstoff die tägliche Mundpflege zu unterstützen und die
Zahngesundheit zu verbessern.“
Prof. Lang berichtete in Miami, wie es gelang, den speziellen
Lactobacillus paracasei zu identifizieren, der sich an den Karieserreger
Streptococcus mutans anheftet. „Unsere große Stammbibliothek von
Mikroorganismen und unsere besonderen Screening-Möglichkeiten waren eine
wichtige Basis für diese Forschung“, sagt Lang. „Anwendungstests
zusammen mit der BASF zeigten uns das Potenzial zur Verbesserung der
Mundhygiene.“
Prof. Tanzer präsentierte seine Studienergebnisse, die nachweisen, dass
die Anzahl der Karies verursachenden Bakterien auf den Zähnen um 40
Prozent reduziert wird. Es entsteht deutlich weniger Karies. „Die an der
University of Connecticut Health Center durchgeführten Labortests
zeigen, dass der in Pro-t-action verwendete Lactobacillus paracasei den
Zahnverfall um bis zu durchschnittlich 27 Prozent reduziert“, erklärt
Tanzer. „Diese Ergebnisse sind ein faszinierender neuer Ansatz, um das
weit verbreitete und kostspielige Problem der Zahnfäulnis zu bekämpfen.“
Der aktive Inhaltsstoff in Pro-t-action ist nach Herstellerinformationen
ein natürlicher Wirkstoff mit spezifischer und selektiver Wirkungsweise.
Bei der Herstellung werden ausschließlich ausgesuchte Stoffe
pflanzlicher Basis, Spurenelemente, Salze und natürliche
Pro-t-action-Mikroorganismen verwendet. Die Mikroorganismen werden
fermentiert und nach der Ernte stabilisiert, pasteurisiert und
getrocknet. Wie bei allen Produkten der BASF seien umfassende
Sicherheitsstudien durchgeführt worden.
[
©:
Die Zahnarztwoche ]
Basics:
Karies u.
Streptococcus mutans im
Zahnlexikon-Online
4.)
Zahnärzte spüren
Konjunktureinbruch am ehesten
Während die deutsche Wirtschaft mit den Folgen der Finanzkrise
kämpft, profitieren die Beteiligten der Gesundheitsbranche von der
systemeigenen, relativ großen Unabhängigkeit gegenüber
Konjunkturschwankungen. Letztere betreffen jene Leistungsbereiche, bei
denen Patienten eine finanzielle Eigenbeteiligung zu tragen haben.
Patienten können ihre Gesundheitsausgaben über die Wahl von alternativen
Behandlungsformen bzw. über den Zeitpunkt der Umsetzung der
Behandlungsempfehlung steuern. Nach diesen Kriterien sind
Allgemeinmediziner am geringsten betroffen, bei Fachärzten kommt es auf
den Anteil privat liquidierbarer IGeL Leistungen am Gesamtumsatz an. Bei
den Zahnärzten sind vor allem diejenigen betroffen, die einen hohen
Anteil an Zahnersatz-Umsatz haben. Aufgrund der befundorientierten
Festzuschüsse steigt der Eigenanteil des Patienten mit der
Versorgungsqualität. Wie die Fallwert-Zusammensetzung bei diesen
Versorgungsformen zeigt, wird bei einem durchschnittlichen Fallwert von
2.000 Euro nur noch ein Drittel der Leistung von der Kasse bezuschusst.
Hochwertige Versorgungsformen wie etwa Implantate werden vielleicht eher
verschoben. Gegebenenfalls weicht der Patient auch auf die prozentual
höher bezuschusste Regelversorgung aus. Die Ergebnisse der aktuellen
Studie der Gesellschaft für Konsumforschung sprechen für diesen
Zusammenhang:
-
72 % der Befragten haben die Absicht, beim Zahnersatz zu sparen
-
75 % der 30- bis 49-Jährigen erwarten eine umfassende zahnärztliche Beratung
zu Einsparmöglichkeiten beim Zahnersatz
-
Nur rund ein Viertel der Patienten akzeptiert den ausgewiesenen
Selbstkostenanteil ohne Vorbehalt
-
Mehr als die Hälfte der Befragten möchte den Zahnersatzanbieter selbst
auswählen
-
Mehr als 40% aus der Gruppe der 14- bis 39-Jährigen würden sich bei
entsprechenden Einsparmöglichkeiten auch für ausländischen Zahnersatz
entscheiden
-
Lediglich die ältere Generation steht mit rund 50% den Produkten aus dem
Ausland eher ablehnend gegenüber.
Immer mehr Zahnärzte versuchen deshalb, ihre Wertschöpfungskette zu
optimieren und etwa beim Zukauf von Zahnersatzleistungen oder durch effiziente
Eigenanfertigung Geld einzusparen. Um dem Patienten z. B. auch klar zu machen,
dass sich Zahnersatz zeitlich nur bedingt verschieben lässt, kommt dem
Patientengespräch eine noch höhere Bedeutung zu.
[ ©:
Deutsche Bank "medNachrichten" 2/2009
]
5.)
Stiftung Warentest: Nicht implantierende Praxen verlieren Patienten
Rund 40 % der von Stiftung Warentest um den Jahreswechsel 2008/2009 befragten
Patienten mit Zahnersatzerfahrung in den letzten 5 Jahren würden sich nicht mehr
in der bisherigen Praxis behandeln lassen, sondern wechseln: Zu den
meistgenannten Gründen der knapp 1000 Befragen gehörte, dass keine Implantate
gesetzt werden.
Diese Angaben wurden in der März-Ausgabe von „test“ veröffentlicht
und damit pünktlich zur Internationalen Dental Messe (IDS), bei der das
Thema Implantate erwartungsgemäß wieder eine große Rolle spielte.
Weitere Anlässe für den Praxiswechsel waren laut Stiftung Warentest zu
hohe Kosten und Unzufriedenheit mit der Behandlung. Bei der Umfragte
bestätigte sich erneut, dass ein großer Teil der Patienten über eine
Zahnzusatzversicherung verfügt, um sich eine bessere Qualität leisten zu
können. Auch Ratenzahlungen durch Abrechnungsstellen werden gut genutzt,
allerdings besteht hier noch Spielraum:
Bei der Umfrage gaben rund 14 % der Zahnersatz-Patienten an, auf
Ratenzahlungsmöglichkeiten angesprochen worden zu sein, und bei zu
erwartenden Behandlungskosten über 1500 Euro nahm weit über Drittel der
angesprochenen Patienten diese Möglichkeit auch an.
[
©: Birgit Dohlus · T: 030 3082 4682 ·
forumpraxis@dgi-ev.de ]
Basics:
Implantate im
Zahnlexikon-Online
6.)
Trotz aller Unkenrufe:
Deutsches Gesundheitswesen sehr patientenfreundlich
Deutschland hat eines der patientenfreundlichsten
Gesundheitssysteme in Europa. Zufriedener können nur die Dänen mit
den Versorgungsstrukturen und Mitsprachemöglichkeiten sein, ergab
eine Auswertung des europäischen Beratungs- und Analyseunternehmens
Health Consumer Powerhouse (HCP).
"Paradiesisch" seien die Zustände in unserem Gesundheitssystem vor
allem wegen der freien Arztwahl und der geringen Wartezeiten,
zitiert das "Deutsche Ärzteblatt" die Analyse. Sehr gut schneidet
Deutschland ab, weil wir frei zwischen den Krankenkassen und auch
Zuzahlungsmöglichkeiten wählen können. Dadurch entsteht nach Ansicht
von HCP ein Anreiz, medizinische Angebote auch tatsächlich
wahrzunehmen.
Ein Manko sei allerdings, dass Patienten als Informationsquelle für
Arzneimittel vornehmlich Ärzte und Apotheker zur Verfügung stünden.
Ein Nachteil sei in dem Zusammenhang auch, dass ein
Patientenschutzgesetz fehlt. Eine Ausweitung des
Informationsangebots sei ein erster Schritt hin zu mehr
Patientenmacht, so HCP.
Platz drei teilen sich Finnland und die Schweiz. Die Niederlande
belegen den vierten Platz. Demnach billigt die Schweiz ihren
Patienten die meisten Rechte im Rahmen ihrer Versorgung zu. Dänemark
wiederum ist Spitzenreiter, wenn es um die Patienteninformation über
das Versorgungsangebot und die transparente Bewertung neuer
Therapien geht.
Für das Ranking verglich HCP insgesamt 31 europäische
Gesundheitssysteme. Als maßgeblich für die Patientenfreundlichkeit
eines Systems galten die Kategorien Patientenrechte, Information,
Bewertung von Therapieverfahren und finanzielle Anreize. Grundlage
für die Auswertung bildeten dem Ärzteblatt zufolge offiziell
zugängliche Daten unter anderem der Weltgesundheitsorganisation, der
OECD und von wissenschaftlichen Quellen und europaweiten Umfragen.
Der Ländervergleich könne aufgrund der unterschiedlichen Datenlage
in den einzelnen Ländern jedoch nur als Versuch gesehen werden, die
Patientenfreundlichkeit der Gesundheitssysteme zu messen, so HCP
selbstkritisch.
[
©:
zm-NewsLetter, ck/DÄ
]
Basics:
Gesundheitswesen im
Zahnlexikon-Online
7.)
Finanzielle Grenzen in der Chirurgie
Fortschritte in der Medizin ermöglichen Ärzten, immer mehr
Erkrankungen zu diagnostizieren und zu heilen. Heute können
Intensivmediziner und Chirurgen auch Patienten mit schwersten
Verletzungen oder Krankheiten behandeln, die bis vor einigen Jahren noch
tödlich verlaufen wären. Allerdings kosten solche intensiven
Behandlungen mehr Geld als das Gesundheitssystem zur Verfügung stellt.
In der Chirurgie und Intensivmedizin sind es insbesondere neue
Entwicklungen in der Medizintechnik und von Operationsverfahren, durch
die Patienten heute schwerste Erkrankungen und Verletzungen überleben
können. Diese sind häufig sehr kostenintensiv. Die Grenzen der
wirtschaftlichen Belastbarkeit des Gesundheitssystems in Deutschland
sind jedoch bereits überschritten. "Ärzte haben den Auftrag zu heilen",
betont Professor Dr. med. Volker Schumpelick. "Es ist unethisch, kranken
Menschen Hilfe und Unterstützung gegen besseres Wissen vorzuenthalten."
Dem größeren Erfolg in der Behandlung stehen immer knappere finanzielle
Mittel gegenüber. So müssen Notärzte heute bereits häufig weite Wege
fahren, bis eine Klinik bereit ist, einen Schwerverletzten aufzunehmen.
"Intensivbetten sind fast immer belegt", erläutert Professor Dr. med.
Joachim Boldt. "Ausgerechnet dann, wenn ein Patient am dringendsten
Hilfe braucht, ist oft kein Platz für ihn frei."
Sparen müssen Kliniken nicht nur an der Anzahl ihrer Intensivbetten. Ob
teure Diagnose- und Therapieverfahren immer ihren Preis wert sind, wie
viel ein gewonnenes Lebensjahr kosten darf und ob es Altersgrenzen gibt,
sind Fragen, die nach Meinung der beiden Ärzte gesellschaftlich und
politisch diskutiert werden müssen. Bisher seien diese Entscheidungen
der Ärzteschaft allein überlassen.
[ ©:
Gemeinsame Presseveranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie
und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin
]
8.)
Eine Sache der Erfahrung: Geschmack lässt sich lernen
Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Das liegt, wie
Forscher vom Technologie-Transfer-Zentrum, ttz Bremerhaven festgestellt
haben, unter anderem daran, dass der Mensch das differenzierte Schmecken
erst lernen muss. Feinschmecker werden demnach nicht geboren, sie werden
gemacht.
Sensorische Schwellentests an Drei- bis Achtjährigen ergaben, dass
Kinder ein grundlegend anderes Geschmacksempfinden haben als Erwachsene.
So nehmen sie die Geschmacksrichtung "süß" erst bei einer viel höheren
Zuckerkonzentration wahr - ein Umstand, der schon manchen
gesundheitsbewussten Eltern vorzeitig zu grauen Haaren verholfen hat.
Mit zunehmendem Alter sinkt diese Reizschwelle ab, besonders stark in
der Zeit zwischen dem achten Lebensjahr und dem Erwachsenenalter. Eine
physiologische Ursache dafür gibt es nicht. Die Geschmacksorgane sind zu
diesem Zeitpunkt bereits vollständig entwickelt und funktionieren
einwandfrei. Allerdings ist Schmecken nicht alles. Neue Eindrücke müssen
vom Gehirn auch zugeordnet und bewertet werden. Und das klappt umso
besser, je mehr Referenzgeschmäcker der Mensch bereits kennt: Mit
zunehmendem Alter und größerer Erfahrung können einzelne
Geschmacksrichtungen immer genauer voneinander unterschieden und besser
aus der Masse herausgeschmeckt werden.
Für die Entwicklung eines gut ausgebildeten Geschmacksinnes braucht es
also neben der (angeborenen) Ausstattung mit Geschmacksrezeptoren
möglichst vielfältige Sinneseindrücke in Kindheit und Jugend. Wer bei
"Apfel" zuerst an ein stark gesüßtes Fruchtsaftgetränk denkt, bewertet
die unverarbeitete Frucht anders als der, der seit dem Kleinkindalter
weiß, wie "echte Äpfel" schmecken und aussehen. Insgesamt wird derjenige
lieber zu naturbelassenen, nicht aromatisierten Lebensmitteln greifen,
dem diese von Kindheit an vertraut sind.
So stellen unter Umständen die ersten Jahre die Weichen für ein ganzes
Leben. Eltern sollten dies bei der Zusammenstellung des
Familienspeisezettels berücksichtigen. Hilfreiche Tipps dafür finden Sie
im Internetforum des aid infodienst, unter
www.was-wir-essen.de in der Rubrik "Eltern von 3- bis 6-Jährigen".
[
©: aid, Dr. Margit
Ritzka ]
Basics:
Geschmack im
Zahnlexikon-Online
9.)
Privatpatienten sind immer öfter unzufrieden
GKV-Versicherte sind mit ihrer Krankenversicherung zufriedener als privat
Versicherte. Dies ist das Ergebnis des Versichertenbarometers 2009 der
Forschungsgruppe Management+Marketing (M+M). Für die Studie befragten die
Marktforscher zusammen mit der TU Dresden im Januar dieses Jahres rund 1.000
repräsentativ ausgewählte Deutsche zu ihrer Zufriedenheit mit ihrer
Krankenversicherung.
Zwar schnitten die privaten Kassen in vielen Bereichen wie etwa der "Nähe der
Geschäftsstelle" oder der "Betreuung durch einen festen Ansprechpartner"
deutlich besser ab. Unterm Strich habe die Servicequalität bei den Privaten aber
etwas nachgelassen, zitiert die "Welt" aus der Studie. Die Studie zeige
außerdem, dass Krankenversicherte immer mehr Wert auf weiche Faktoren wie
Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft legen.
So seien auch die privat Versicherten zunehmend weniger zufrieden mit der
Information und Kommunikation. Danach waren die Befragten zum Beispiel mit der
"telefonischen Erreichbarkeit" und der "Verständlichkeit von Briefen und
Formularen" nicht einverstanden. Auch die "Beschwerdebearbeitung" und das
"Preis-Leistungsverhältnis" sind aus Privatkundensicht verbesserungswürdig. Über
90 Prozent halten laut Studie "kompetente, fachlich qualifizierte Mitarbeiter"
für das entscheidende Merkmal einer Kasse.
An zweiter und dritter Stelle nannten sie die "Freundlichkeit und
Hilfsbereitschaft der Ansprechpartner" und die "schnelle und unbürokratische
Bearbeitung von Anliegen".
[ ©
ck/pm ;
zm-online
]
Basics:
Private Versicherungen im
Zahnlexikon-Online
10.)
Krankenhäusern
droht Pleitewelle
Den Krankenhäusern steht in den kommenden Jahren eine Pleitewelle bevor. 17
Prozent aller Kliniken dürften 2010 vor der Insolvenz stehen und übernommen oder
geschlossen werden, bis zum Jahr 2020 werden es sogar knapp ein Drittel sein.
Der deutsche Krankenhausmarkt mit einem Jahresumsatz von 65 Milliarden Euro ist
seit Jahren im Wandel. Dieser Umbruch wird sich jedoch ab 2010 drastisch
beschleunigen, sagen die Forschungsinstitute.
Wie eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung
(RWI), dessen Tochter HBC und der Unternehmensberatung Admed verdeutlicht, geht
die Tendenz zunächst Richtung Spezialisierung und Privatisierung. Später drohten
Krankenhausschließungen.
Im Jahr 2020 dürften dem aktuellen "Krankenhaus Rating Report 2009" zufolge 30
Prozent aller Häuser in Schwierigkeiten stecken - der Hälfte davon droht das
Aus, schreibt die "Financial Times Deutschland (FTD). Die Forscher berufen sich
auf eine Stichprobe von 546 Jahresabschlüssen aus den Jahren 2006 und 2007, die
832 Krankenhäuser einschließen. Diese Ergebnisse wurden auf 2008 und 2009
hochgerechnet.
Diese Entwicklung zur Privatisierung werde weiter gehen. "Spätestens ab Ende
2010 bekommt die Privatisierungswelle neuen Schwung", zitiert das Blatt Boris
Augurzky, Projektleiter des RWI.
2009 stehen die Kliniken laut FTD wirtschaftlich noch gut da, weil sie
Mehreinnahmen von 4,3 Milliarden Euro zur Verfügung haben. Das gesetzlich
festgelegte Budget wurde gegenüber dem Vorjahr um 1,65 Milliarden Euro
angehoben, zusätzlich erhielten sie eine Finanzspritze von 1,65 Milliarden Euro.
Zudem dürfte das Konjunkturpaket II zu einem Plus von 1 Milliarde Euro führen.
Das RWI rät den Krankenhäusern, sich damit einen Puffer anzulegen, weil die
Krankenkassen infolge steigender Arbeitslosigkeit mit weniger Beiträgen
auskommen müssen.
Im Moment schneiden kleine Krankenhäuser schlechter ab als große oder
mittelgroße; westdeutsche Häuser schlechter als ostdeutsche. Von den kommunalen
Kliniken sind 24 Prozent insolvenzgefährdet, von den privaten 14 Prozent, bei
freigemeinnützigen sind es zehn Prozent. Ab 2010 werden laut Studie nicht nur
die kleinen Häuser zu den Verlierern gehören: "Nicht nur die 300 Bettenhäuser,
sondern auch Maximalversorger mit 1.000 Betten und einzelne Unikliniken sind von
Insolvenz bedroht."
Doch genau darin sehen die Forscher der FTD zufolge eine Chance: Wenn bis 2020
ganze 15 Prozent der Kliniken wegfallen, werde das die Lage der übrigen
stabilisieren. Vor allem in sogenannten Organzentren sieht der Report die
Zukunft: In den kommenden Jahren, würden an deutschen Kliniken nämlich immer
mehr Fachabteilungen aufgelöst. Und durch Zentren ersetzt, in denen sich
Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen auf die Behandlung einzelner
Organe konzentrieren. Schon jetzt geht die Entwicklung in vielen Häusern dahin.
Neben den Unikliniken, die sich via Spezialisierung profilieren wollen, könnte
es künftig einen weiteren Treiber in diese Richtung geben: die Krankenkassen.
Sie drängten darauf, mit Kliniken Selektivverträge über planbare Operationen
abschließen zu dürfen. Sollte ihnen das nach der Bundestagswahl ermöglicht
werden, könnten sie das Leistungsspektrum einzelner Kliniken stark mitbestimmen.
Die Veränderung, die der Report für die kommenden Jahre vorhersagt, würde dann
maßgeblich von den Kassen mitgestaltet, schreibt die FTD.
[
©: ck/pm,
zm-online ]
11.)
Bundesamt warnt vor Schmerzmittel Fortodol - schwere Leberschäden
Das Bundesamt für Verbraucherschutz hat vor der Einnahme des
Schmerzmittels Fortodol gewarnt. Beim Verzehr des Präparats bestehe
die Gefahr schwerer Leberschäden, teilte das Amt am Donnerstag mit.
In Norwegen und Schweden sei nach aktuellem Stand bereits eine
Person an den Folgen der Fortodol-Einnahme gestorben, acht weitere
seien erkrankt. Das Präparat enthalte laut einer schwedischen
Analyse die in Europa nicht zugelassene Substanz Nimesulid.
Die Kapseln werden im Internet als kräuterbasierte Mittel gegen
Arthritis, Rücken-, Zahnschmerzen oder Migräne angeboten. In England
werde das Produkt auch unter dem Namen Miradin vertrieben, in
Schweden sei es im Februar bereits vom Markt genommen worden.
Informationen im Internet beim Bundesamt für Verbraucherschutz
www.bvl.bund.de
[
©:
Ärztezeitung / dpa ]
Basics:
Analgetika im
Zahnlexikon-Online
12.)
100 Schulen mit
Zertifikat "Gesunde Schule"
Das Zertifikat "gesunde Schule" wurde der 100. Schule verliehen. Mit diesem
Zertifikat werden Schulen ausgezeichnet, die Schülern und Lehrkräften gute
Rahmenbedingungen für ihre gesundheitliche Entwicklung schaffen.
Ergonomische Stühle, gesundes Mittagessen, Spiel- und Bewegungsräume - dies sind
unter anderem Prüf- und Bewertungskriterien des Audits für die "gesunde Schule".
"Gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen sollten zum Schulalltag gehören, denn
Sie begünstigen die körperliche, geistige, psychische und soziale Entwicklung
der Kinder und unterstützen die Arbeit der Pädagogen," so Hans-Jörg Gittler,
Beauftragter der Geschäftsführung des BKK Bundesverbandes.
Lehrer psychisch stark belastet
Jeder fünfte Arbeitsunfähigkeitstag von Grund- und Hauptschullehrern hat
psychische Ursachen. Bei Lehrerinnen ist es jeder sechste Tag. Dementsprechend
sind Lehrer und Lehrerinnen mit einem Anteil von insgesamt 18 Prozent deutlich
häufiger psychisch krank, als der Durchschnitt aller Berufsgruppen (9,3
Prozent). Lehrer und Lehrerinnen fehlen zwar insgesamt bei einem Krankenstand
von 2,8 Prozent weniger als alle Berufsgruppen (3,5 Prozent), erkranken aber
doppelt so häufig aufgrund von psychischen Leiden. Das Projekt "Gesunde Schule"
trägt dazu bei, dass die Gesundheit auch der Lehrer positiv unterstützt wird und
vor allem psychische Überlastungen reduziert oder vermieden werden.
Projekt "Gesunde Schule" in neun Bundesländern
etabliert
Das vom BKK Bundesverband sowie vom BKK Landesverband Ost und NORD geförderte
Projekt wurde im Jahr 2004 unter der Leitung der Landesvereinigung für
Gesundheit in Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit Schulpraktikern entwickelt,
erprobt und wissenschaftlich geprüft. Nach einem Kriterienkatalog werden
Unterricht und Schulleben, Schulklima, Gesundheitskompetenzen, Schulbedingungen,
Qualitätsmanagement und Schulentwicklung der jeweiligen Schule intern und extern
bewertet.
Das Zertifikat muss nach drei Jahren erneut verteidigt werden. Mittlerweile
besteht das Projekt in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Saarland,
Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg,
Sachsen und Thüringen. Schulen, die ihren Schülern eine gesundheitsförderliche
Lebenswelt bieten und sich im Zertifizierungsverfahren bewerten lassen möchten,
wenden sich an den BKK Bundesverband oder die Landesvereinigung für Gesundheit
Sachsen-Anhalt e.V..
[
©: Susanne Wilhelmi, E-Mail:
presse@bkk-bv.de ]
13.)
Zum Schluss: Wenn der Witz im Hals stecken bleibt
Ein Chinese hat versehentlich eine Schere verschluckt, die er als Zahnstocher
missbrauchte. Die Ursache: ein plötzlicher Lachanfall am Frühstückstisch! Herr
Lin aus Putian in der Provinz Fujian war gerade mit dem Essen fertig. Mit einer
kleinen Schere reinigte er die Zwischenräume seiner Zähne, während ihn ein
Freund mit Witzen fütterte. Auf einmal lachte Lin laut auf, und die Schere
rutschte in seinen Rachen.
In Panik versuchte er, die Schere herauszuhusten, aber das machte die Sache noch
schlimmer, wie die Online-Agentur Ananova berichtet. Hilfe fand der Unglücksrabe
erst im Krankenhaus, wo ihm die neun Zentimeter lange und vier Zentimeter breite
Schere bei lokaler Betäubung mit Hilfe einer Pinzette vorsichtig aus der
Speiseröhre gezogen wurde. "Zum Glück hat Herr Lin keine größere Wunde
davongetragen", berichtete Dr. Chen Wei nach der Operation.
[
©:
Ärztezeitung /
Smi ]
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