Zahnärztliche NewsLetter Nr.
06/2002/ 1. Juni 2002
Herzlich willkommen bei der
Juni-Ausgabe.
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können Sie diesen Letter auch direkt durch
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Inhalt:
1.)
Bulimie - kaputte Zähne durch zuviel Zahnpflege zum falschen Zeitpunkt
2.)
Künstliche Zahnwurzeln - Raucher bleiben
außen vor
3.)
Muttermilch macht intelligent
4.) Passiv rauchende Kinder
haben häufiger Asthma und Allergien
5.) In den Mund gelegt -
oder: So nie gesagt!
6.) Revolution bei der
Entwicklung neuer Antibiotika
7.)
Mundhöhlen-Krebs
in Deutschland - Häufigkeiten und Trends
8.) Lesenswert:
Naturheilverfahren im Test
9.)
Gesundheitsreform - Bereitschaft für eine Zuzahlung bei entsprechender
Gegenleistung
10.) Zahnärzte auf Platz 9 der
medizinischen Einkommensskala
11.) Eine Füllung, die nicht füllt,
sondern den Zahn wiederherstellt
12.) Ein (Voll-)Körnchen Wahrheit -
Streit um Giftstoffe in Vollkornprodukten
13.) Grüner Tee gegen Löcher in den
Zähnen und das Zittern?
14.) Zum Schluss: Die Fee, die
jeden Wunsch erfüllt
**********************************************
1.) Bulimie - kaputte Zähne durch
zuviel Zahnpflege zum falschen Zeitpunkt
- die vom griech.
boulimia = "Ochsenhunger" abgeleitete Form eines gestörten
Essverhaltens mit Heißhungeranfällen u. anschließend absichtlich
herbeigeführtem Erbrechen, meist bei jungen Frauen zwischen 15 und 30
Jahren auftretend, wird seit 1980 als eigenständiges Krankheitsbild
medizinisch beschrieben und dadurch gegen die Magersucht abgegrenzt.
Nach der Aufnahme große Mengen hochkalorienhaltiger Nahrungsmittel
wird anschließend aus hochgradiger Angst vor einer Gewichtszunahme ein
selbst eingeleitetes Erbrechen durchgeführt. Doch die damit an die
Zähne gelangende Magensäure und ein falsches Putzverhalten können die
Zähne beträchtlich schädigen:
Durch das häufige Erbrechen, aber auch durch spezielle
Ernährungsgewohnheiten (z.B. viel saures Obst) und die zum Teil
übertriebene Mundhygiene, um den Atemgeruch zu überdecken, kommt es zu
einem erheblichen Verlust der Zahnhartsubstanz. Abgesehen von den
Folgen, die dies aus zahnärztlicher Sicht hat, stellen die immer
unansehnlicher werdenden Zähne auch eine massive psychische Belastung
für die Betroffenen dar und tragen zur Verschlimmerung der
Grunderkrankung bei. Zahnärztliche Symptome sind z.B. Zahnerosionen,
Speicheldrüsenschwellung und trockene, rissige Lippen.
Folgendes sollte aus zahnärztlicher Sicht beachtet werden:
Zähne reagieren sehr empfindlich auf Säureeinwirkung, da diese
Mineralien aus der Zahnoberfläche löst und dadurch die natürliche
Widerstandsfähigkeit des Zahnes verloren geht (Säureerosion).
Dieser Vorgang ist zunächst nur mikroskopisch sichtbar und wird von
den Betroffenen nicht wahr genommen. Besonders die Magensäure stellt
eine starke Säure dar; ebenso stellen Säuren aus Nahrungsmitteln
(Rhabarber, Grapefruit, Ananas, Orangen, Äpfel, Kiwis, Pflaumen,
Weintrauben; Joghurt, Quark; Kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke;
Essig z. B. an Salaten ) - in Abhängigkeit von der Häufigkeit des
Verzehrs - ein Schädigungspotential dar. Ein erstes Warnsignal kann
eine gesteigerte Empfindlichkeit der Zähne bei heißen, kalten, süßen
oder sauren Speisen sein (überempfindliche Zähne)
Normalerweise ist der Speichel in der Lage, mit seinen Bestandteilen
derartige Säureattacken abzupuffern; nach einem starken Säureangriff
wie dem Erbrechen von Magensäure dauert dieser Vorgang jedoch mehrere
Stunden und wird durch einen erneuten Brechanfall wieder unterbunden.
Daraus resultiert für die Mundhygiene:
» Nie nach dem Erbrechen sofort die Zähne putzen, sondern damit
mindestens eine Stunde warten!
» Zur Säurepufferung und Geruchsüberdeckung den Mund mit einer
fluoridhaltigen Mundspüllösung oder einer Lösung von
Natriumhydrogenkarbonat aus der Apotheke (einen halben Teelöffel des
Pulvers in ¼ Glas Wasser frisch anmischen) gut durchspülen.
» Verwendung einer weichen Zahnbürste; als Paste fluoridhaltige
Zahncremes und einmal wöchentlich Anwendung eines stark konzentrierten
Fluorid-Gelees.
» Keine "Weißmacher" als Zahnpasten, da diese neben chemischen
Produkten auch Schmirgelstoffe enthalten, welche die erweichte
Oberfläche mit Leichtigkeit entfernen.
» Unbedingt dem Zahnarzt die Grunderkrankung mitteilen: Wie
jeder andere Arzt unterliegt er der strengen Schweigepflicht. Neben
einer gezielten Behandlung der Zahnoberflächen, wird er in
Zusammenarbeit mit dem Psychiater auch Wege finden, die meist
zusätzlich bestehende Zahnbehandlungsangst zu therapieren.
Weitere Infos im WEB:
http://www.magersucht.com/
Anfang
2.)
Künstliche Zahnwurzeln - Raucher bleiben außen vor
- Rauchen ist
eines der häufigsten Ursachen für den vorzeitigen Verlust von Zähnen
durch Zahnlockerung ("Parodontose"):
Das Risiko für einen Knochenverlust des Zahnhalteapparates wird für
leichte Raucher mit 1,5 und für starke Raucher mit 7,3 angegeben;
insofern sieht man den Verbrauch von 10 Zigaretten und mehr pro Tag
schon als ein starkes Risiko an. Ähnlich sehen die Zahlen für einen
Verlust des fest anhaftenden (attached) Zahnfleisches aus und bei den
refraktären (schweren) Parodontitisfällen werden fast 90 % auf starkes
Rauchen zurückgeführt. Erklärt wird der Nikotin-Einfluss zum einen mit
der Freisetzung von Entzündungsboten-Stoffen, andererseits mit einem
chronischen Sauerstoffmangel, welcher besonders die Ansiedlung von
"Parodontitis-Keimen" begünstigt. Hinzu kommt, dass durch eine
nikotin-gestörte Zellminderfunktion die Heilung generell schlechter
ist; chirurgische Eingriffe am Zahnfleisch sind mit einem höheren
Risiko der Erfolglosigkeit behaftet.
Die Zahnärztlichen
Mitteilungen schreiben in ihrer jüngsten Ausgabe dazu:
"Raucher sind nur in äußerst seltenen Fällen für die Implantation
künstlicher Zähne geeignet. Auch wenn noch einige Tage nach dem
Eingriff dieser Erfolg versprechend aussieht, so beginnen doch
erfahrungsgemäß bereits nach wenigen Wochen die ersten Probleme.
Meistens enden sie mit einem Verlust des Implantats, wie sich
Professor Dr. Markus Hürzeler, München, kürzlich in Westerland
ausdrückte. Er fordert daher, dass rauchende Patienten, die zu einer
Implantation anstehen, mindestens zwölf Monate vor dem Eingriff
nikotinkarent sind. Professor Dr. Mathias Kern, Kiel, blickt bei
seinem rauchenden Klientel nach plastisch-chirurgischen Eingriffen auf
die niedrige Erfolgsrate von 20 Prozent zurück"
[ Quelle: sp in unter
www.zm-online.de,
23.05.02 ]
Anfang
3.)
Muttermilch macht intelligent
- Die Bedeutung des
Stillens kann zahnärztlicherseits nicht genügend erwähnt werden: Mit
der Muttermilch werden die nötigen Nährstoffe in optimaler
Konzentration dem Baby zugeführt, die Allergierate wird vermindert und
die Zufuhr von mütterlichen Hormonen in geringsten Dosen beugt einer
trockenen Haut vor. Zusätzlich findet noch eine kieferorthopädische
Prophylaxe beim Stillvorgang statt.
Nach neuesten Untersuchungen hat das Stillen aber auch noch
Auswirkungen auf den IQ - aber wie immer, kommt es auf die richtige
Dosierung an:
Lang gestillte Babys haben
als Erwachsene einen größeren IQ. Das ist das Ergebnis einer dänischen
Studie, über die das "Journal of the American Medical Association" in
seiner neuen Ausgabe berichtet (JAMA 287, 2002, 2356).
Erik Lykke Mortensen vom Institut für Präventiv-Medizin am
Kopenhagener Kommunehospitalet und Kollegen haben für ihre
Kohortenstudie Daten von 3000 Dänen ausgewertet, die zwischen 1959 und
1961 geboren worden sind. Die Mütter gaben Auskunft über die jeweilige
Stilldauer, die Probanden mussten sich mit 18 Jahren zwei
unterschiedlichen Intelligenztests unterziehen.
Wer weniger als einen Monat gestillt worden war, hatte den niedrigsten
IQ (99,4), wer sieben bis neun Monate lang Muttermilch genossen hatte,
war am klügsten (IQ von 106). Bei noch längeren Stillzeiten nahm die
Intelligenz jedoch wieder ab. Mortensen glaubt, dass in der
Muttermilch Substanzen sind, die die Entwicklung des Gehirns fördern.
Mortensen und Kollegen fassen zusammen, dass trotz Berücksichtigung
möglicher Faktoren, die die Entwicklung der Intelligenz beeinflussen
könnten, ein signifikant positiver Zusammenhang zwischen der Dauer der
Stillzeit und der Entwicklung der Intelligenz beobachtet werden
konnte.
-
[ Quelle:
MedAustria
vom 17.5.2002
]
-
Anfang
4.) Passiv rauchende Kinder haben häufiger Asthma und Allergien
Kinder aus
Raucherhaushalten leiden häufiger an Heuschnupfen, Asthma und
Neurodermitis. Außerdem ist in ihrem Blut eine deutliche Belastung mit
krebserzeugenden Stoffen aus dem Tabakrauch erkennbar. Das hat der
Oberarzt Dr. Gerald Baier von der Klinik für Hals-, Nasen-,
Ohrenkranke der Uni Würzburg herausgefunden. Für seine Studie bekam er
den mit rund 7.500 Euro dotierten Forschungspreis "Rauchfrei leben"
verliehen.
Tabakrauch gehört zu den
wichtigsten Luftschadstoffen, denen Kinder in Räumen ausgesetzt sind.
Er besteht aus mehr als 4.500 chemischen Verbindungen mit
unterschiedlichsten Wirkungen. Darin enthalten sind
schleimhautreizende Stoffe, toxische Komponenten und
allergieauslösende Verbindungen. Außerdem wurden mehr als 50
Substanzen nachgewiesen, die das Erbgut verändern und Krebs erzeugen
können.
Dr. Baier hat bei seiner Studie in Zusammenarbeit mit den Würzburger
Toxikologinnen Dr. Iris Zwirner-Baier und Prof. Dr. Helga Stopper in
den vergangenen zwei Jahren 216 Kinder im Alter von 2 bis 15 Jahren
untersucht, die in der HNO-Klinik der Uni Würzburg behandelt wurden.
Die Studie umfasste eine HNO-ärztliche Untersuchung mit Blutabnahme,
eine Allergietestung und einen umweltmedizinischen Fragebogen.
Außerdem wurden Aufnahme und Wirkungen der Tabakrauch-Schadstoffe im
Blut der Kinder bestimmt, und zwar anhand der beiden Biomarker
4-Aminobiphenyl-Hämoglobin-Addukte und Mikrokerne.
Ergebnis: Bei Kindern aus Raucherhaushalten fanden sich Erkrankungen
wie Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis eindeutig häufiger. Darüber
hinaus traten diese Leiden bei den Eltern und/oder Großeltern der
passiv rauchenden Kinder deutlich seltener auf als bei der
Vergleichsgruppe, das heißt ihre genetische Vorbelastung für diese
Krankheiten war geringer. Damit wird laut Dr. Baier ein eindeutiger
Zusammenhang zwischen den genannten Erkrankungen und dem Passivrauchen
erkennbar. Auch die beiden Biomarker waren im Blut von
tabakrauchbelasteten Kindern signifikant höher als bei nicht
belasteten.
Kinder gelten als besonders empfindlich, da sie pro Kilogramm
Körpergewicht ein höheres Atemminutenvolumen, eine höhere
Stoffwechselrate und geringere Enzymaktivitäten als Erwachsene haben.
Auch die Entgiftung über Leber und Niere funktioniert bei ihnen nicht
so gut wie bei Erwachsenen. "Unter Berücksichtigung dieser Faktoren
ist es nahe liegend, dass Kinder auf Chemikalien empfindlicher
reagieren", so Dr. Baier.
- [ weitere Infos: E-Mail:
gerald.baier@mail.uni-wuerzburg.de]
Anfang
5.)
In den Mund gelegt - oder: So nie gesagt!
- Das Herausbringen
nur eines Lautes aus dem Körper beschäftigt schon einige Muskeln; an
der Aussprache von ganzen Sätzen ist allein im Kopf-Mund-Bereich die
Muskulatur vielfach gefordert. Dies aber immer in einer typischen
Weise, sodass z.B. auch Gehörlose das Gesprochene richtig deuten und
somit auch verstehen können. Die Redensart "Jemandem etwas in den Mund
legen", was heißen soll, dass er dies nie gesagt hat, scheint im
großen Stil Realität zu werden:
Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben
am Computer Videos erstellt, in denen Leute Dinge sagen, die sie so
nie von sich gegeben haben, berichtet der Boston Globe. In einem
Versuch filmten die Forscher eine Frau beim Reden und manipulierten
die Bilder passend zu einem völlig neuen Text -- selbst den
japanischen Text eines Liedes schoben sie ihr unter.
Anders als bei bisherigen Experimenten in diese Richtung konnten die
Videos des MIT auch Testpersonen zuverlässig täuschen. Erst nach
mehreren Sätzen fällt Betrachtern eine gewisse Starre im Ausdruck auf.
Die Forscher selbst bezeichnen die weitgehend automatisierte Technik
als "Video-realistisch" und wollen sie auf der Siggraph-Konferenz im
Juli öffentlich vorstellen. Diese Technik öffnet natürlich Tür und Tor
für Fälschungen aller Art. Aber auch positive Anwendungen sind
denkbar. So arbeitet das Team an einer lippensynchronen, spanischen
Übersetzung ABC-Sendung "Nightline" .
[ Quelle: ju/c't in
heise-news-ticker 19.5.2002
]
Anfang
6.) Revolution bei der Entwicklung neuer Antibiotika
- Die
Befürchtung der
Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass es in Zukunft gegen viele
Infektionen kein Gegenmittel mehr geben könnte, scheint sich mit der
Erbgutentschlüsselung des Bakteriums Streptomyces coelicolor als nicht
mehr so gravierend darzustellen.
-
Die fatale
Fähigkeit der Bakterien, gegen immer mehr Antibiotika Resistenzen
zu entwickeln, ist in den letzten Jahrzehnten zu einem echten
Problem der Medizin geworden.
Lag früher die Wirksamkeitsdauer eines neuen Antibiotikums im
Durchschnitt bei 14 Jahren, so ist sie inzwischen auf drei bis
fünf Jahre geschrumpft.
Mikrobiologen aus dem britischen Norwich ist es nun geglückt, dass
Erbgut des Streptomyces coelicolor zu entschlüsseln und damit ein
ganzes Arsenal an neuen antibiotischen Substanzen aufzuspüren, die
eines Tages durch Genkombinationen maßgeschneiderte Antibiotika
hervorbringen können - 2,3 Millionen Dollar sind schon
bereitgestellt, um Streptomyces zur "Fabrik für
Hybrid-Antibiotika" umzufunktionieren.
Streptomyces coelicolor lebt als harmloses Bakterium im Boden und
erzeugt den charakteristischen Geruch von frischer Erde. Um sich
in diesem Medium gegen andere Kleinlebewesen durchzusetzen, werden
über 9000 biologisch aktive Substanzen eingesetzt; viele davon
hindern andere Mitbewerber am Wachstum oder töten sie gar ab.
Deshalb wird dieses Bakterium seit langem als
natürlicher Produzent von Antibiotika
und Medikamenten zur Bekämpfung von Krebsleiden eingesetzt - zwei
Drittel aller heute produzierten Antibiotika stammen bereits davon
ab. So produziert das Bakterium etwa den antibiotischen Wirkstoff
Streptomycin, der zur
Behandlung der Tuberkulose eingesetzt wird.
Bei der Erbgutentschlüsselung stieß man auf Gengruppen mit
Informationen für viele, bisher unbekannte, biologisch aktive
Substanzen. Je nach Umweltverhältnissen, auf die das Bakterium nun
stößt, sucht es sich aus seinem Arsenal die Wirkstoffe heraus, die
es braucht, um sich gegen andere zu verteidigen oder sie
erfolgreich anzugreifen. |

© der Graphik:
www.jic.bbsrc.ac.uk/
|
-
- [ Quelle: WamS vom
12.5.2002;
http://www.berlinonline.de vom 13.5.2002
]
Anfang
7.) Mundhöhlen-Krebs in
Deutschland - Häufigkeiten und Trends
Krebserkrankungen
der Mundhöhle und des Rachens umfassen bösartige Neubildungen der
Lippe, der Zunge, des Mundbodens, des Gaumens, der Speicheldrüsen und
des Rachens. Die geschätzte Zahl der jährlichen Neuerkrankungen in
Deutschland ist bei Männern mit etwa 7.800 mehr als doppelt so hoch
wie bei Frauen (etwa 3.000). Damit stehen Krebserkrankungen der
Mundhöhle und des Rachens für die Männer hinsichtlich der
Erkrankungshäufigkeit an achter Stelle. Ihr Anteil an krebsbedingten
Sterbefällen beträgt 3,5%. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für
Männer bei vergleichsweise niedrigen 58, für Frauen bei 63 Jahren. Zu
den
Hauptrisikofaktoren
gehören insbesondere
Tabak- und hoher
Alkoholkonsum.
Raucher erkranken an bösartigen Neubildungen des Mundes und des
Rachens bis zu sechs Mal häufiger als Nichtraucher, wobei die
Kombination von Alkoholkonsum und Rauchen das Risiko verstärkt. Auch
der Genuss von rohem Tabak (zum Beispiel Kautabak) stellt ein hohes
Risiko dar. Weitere Risikofaktoren sind unzureichende Mundhygiene und
ein zu geringer Verzehr von Obst und Gemüse. Für einige Unterarten
dieser Krebserkrankungen wird auch eine Beteiligung von Viren an ihrer
Entstehung diskutiert.
Die aktuelle Ausgabe der
Broschüre "Krebs in Deutschland - Häufigkeiten und Trends" ist soeben
erschienen. In der jetzt vorliegenden aktualisierten und erweiterten
Fassung sind vielfältige Informationen über die Häufigkeit der
jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland, zu Überlebensraten, zum
Verlust an Lebenserwartung durch die Krebskrankheit, zum mittleren
Erkrankungsalter sowie die Überlebens- und Sterberaten bei
Krebserkrankungen enthalten. Die Broschüre nennt darüber hinaus die
wichtigsten Risikofaktoren und bewertet in einem Vergleich mit anderen
europäischen Ländern die Neuerkrankungsraten in Deutschland.
Zu den wichtigsten in der Broschüre dargestellten Ergebnissen gehören:
Die häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland sind bei Männern
erstmals Prostatakrebs mit etwa 19 % aller Neuerkrankungen der Männer
gefolgt von Lungenkrebs (17 %); bei Frauen Brustkrebs mit etwa 26 %
aller Neuerkrankungen der Frauen gefolgt von Darmkrebs (17 %). Die
Neuerkrankungsraten (Neuerkrankungen je 100 000 Einwohner) für alle
Krebskrankheiten zusammengefasst bleiben bei Frauen etwa unverändert,
bei Männern sind sie seit Mitte der 80er-Jahre leicht rückläufig. Die
Neuerkrankungsraten für Magenkrebs nehmen weiter stetig ab. Seit Mitte
der 80er-Jahre steigen die Neuerkrankungsraten an Darmkrebs nicht mehr
an.
Während für Männer die Neuerkrankungsraten an Lungenkrebs weiter
abnehmen, steigen sie für Frauen steil an. Die Neuerkrankungsraten für
das maligne Melanom der Haut bleiben bei Männern nach einer Zunahme
bis Ende der 80er-Jahre nahezu unverändert, während sie für Frauen
seit Mitte der 90er-Jahre eher abnehmen. Im Vergleich mit den
Erkrankungsraten anderer EU-Länder liegt die Neuerkrankungsrate an
Brustkrebs in Deutschland im unteren Drittel.
Die Broschüre enthält wichtige epidemiologische Basisdaten zu allen
häufigen Krebskrankheiten. Informationen über Diagnostik, Therapie
usw. ihrer individuellen Krebskrankheit können Krebspatienten z.B.
beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ (Telefon: 06221/410121)
oder durch Informationsschriften der Deutschen Krebshilfe erhalten;
Online können die Daten unter
http://www.rki.de/GBE/KREBS/BROSCHUERE2002/BROSCHUERE2002.HTM
gelesen werden.
[ Quelle:
http://www.rki.de/GESUND/GESUND.HTM
]
Anfang
8.)
Lesenswert: Naturheilverfahren im Test
- Die Liste der
Naturheilverfahren ist groß, doch wie sieht es mit der Seriosität der
einzelnen Behandlungsmethoden aus?
In ihrem
128-seitigen Buch führt die Autorin Karin Willeck eine kritische
Analyse der 23 meistgebräuchlichen Heilmethoden durch und
beschreibt auch ungewöhnliche Verfahren, wie z.B. die "Eigenurintherapie".
Nach einer Beschreibung der Methode und der Anwendungsgebiete
natürlicher Verfahren, werden auch wissenschaftlich begründete
Studien zu den einzelnen Fällen aufgeführt, oder dann - wenn es
kaum etwas dazu gibt, wie z.B. bei der Magnetfeldtherapie - dies
auch entsprechend erwähnt.
Zu der in Mode gekommenen Kinesiologie - dies sind
Verfahren in der Naturheilkunde, dessen Untersuchungs- u.
Behandlungsgegenstand die Muskulatur ist - heißt es u.a.:
"Der Muskeltest ist eine umstrittene Methode"... "Gesundes
Misstrauen ist angebracht".
Ein weiterer Vorteil dieses Ratgebers ist der jeweilige Kommentar
des wissenschaftlichen Beirats. Dieser besteht aus fünf Experten
der Naturheilkunde, wie beispielsweise György Irmey, Direktor der
Gesellschaft für biologische Krebsabwehr, oder Antonius Pollmann,
Präsident des Zentralverbandes der Ärzte für Naturheilverfahren.
[ Karin Willeck,
Naturheilverfahren im Test. Sanfte Heilmethoden wissenschaftlich
bewertet. vierfarbig, Springer bei Mosaik, München, ISBN
3-576-11555-2, 12.90
] |
 |
Anfang
9.)
Gesundheits
reform -
Bereitschaft für eine Zuzahlung bei entsprechender Gegenleistung
- Wenn es bei
Wahlprogrammen dem Bürger ans Portemonnaie geht, sind kaum Stimmen zu
fangen. Die "Janssen-Cilag-Studie" (Dipl.-Psych. Hans-Dieter Nolting
vom IGES-Institut in Berlin und Professor Jürgen Wasem von der
Universität Greifswald) stellte unter anderem auch die Fragen, wie es
bei Zuzahlungen für weitere ärztliche Informationen aussieht und was
Patienten von unabhängigen Beratungsstellen halten:
-



|
"Wären Sie
bereit, für ein Informationspaket Ihres Arztes einen angemessenen
Betrag aus eigener Tasche zu bezahlen?"
Die Mehrheit der Bürger sieht das
offenbar gelassen: Wer etwa mehr qualifizierte Informationen vom
Arzt haben will, als dieser in seiner kurz bemessenen Zeit in der
Praxis geben kann, der ist bereit, dafür in die eigene Geldbörse
zu greifen. Allerdings nur dann, wenn die schriftlichen
Zusatz-Infos wirklich qualifiziert sind:
"auf jeden Fall" 13%, "vielleicht dazu bereit" 43%, "nicht dazu
bereit" 42%. 2% hatten keine Meinung.
Auf die Frage:
"Was halten Sie
von folgendem Vorschlag: In jeder Stadt bzw. jedem Landkreis wird
eine zentrale Beratungsstelle für Patienten eingerichtet. Wenn man
Fragen zu einer Erkrankung oder Probleme mit einer medizinischen
Behandlung hat, dann kann man sich an die Beratungsstelle wenden?"
sind die Versicherten überzeugt,
dass auch zentrale Beratungsstellen ihre Info-Probleme lösen
könnten
Diese Beratungsstelle
könnte viele Aufgaben haben. Die Frage:
"Welche Aufgaben
wären für Sie am wichtigsten?"
ergibt, dass es dabei weniger um
Beschwerden und Reklamationen geht (nur 12%), sondern mit fast 60%
wollen Patienten Informationen über den neusten Stand haben und
53% erwarten sich von diesen Stellen eine "Zweitmeinung" zu der
erstellten Diagnose und vorgeschlagenen Therapie. |
[ Quelle:
Ärzte Zeitung
vom 10.5.2002 ]
Anfang
10.) Zahnärzte auf Platz 9 der medizinischen Einkommensskala
-
Das Zentralinstitut für die
kassenärztliche Versorgung (ZI) veröffentlichte die Ergebnisse der
Kostenstrukturanalyse für den Berichtszeitraum 1997 bis 1999. Als
Nebenprodukt ergibt sich daraus folgendes Ranking über die
"Durchschnittsgewinne" (Einnahmen-Überschuss) der einzelnen
Arztgruppen:
Die Angaben erfolgen wegen
des Berichtszeitraumes vor der Euro-Einführung noch in DM und sind
vor Steuern und Aufwendungen für Krankheit und Altersvorsorge. |
 |
[ Quelle:
Ärzte Zeitung
vom 07.5.2002 ]
Anfang
-
11.) Eine Füllung, die nicht füllt, sondern den
Zahn wiederherstellt
- Nur
in einem ganz frühen Stadium der Karies kann diese - im Gegensatz zu
anderen Körperwunden - durch Wiedereinlagerung von Mineralien, wieder
Ausheilen, ohne dass der Zahnarzt zum Bohrer greifen muss. Aus den USA
kommt jetzt die Meldung, dass ein alternatives Füllungsmaterial den
Zahn repariert ("regeneriert") und sich dann wieder auflöst -
zumindest soll dies schon bei ganz kleinen Löchern wirken.
- US-Forscher arbeiten an einem neuen Material, das Füllungen
ersetzen soll. Der Werkstoff enthält amorphes Kalziumphosphat (ACP),
das als Hydroxylapatit natürlich in Knochen und Zähnen vorkommt und
sich selbst regeneriert. Das Polymer wurde am National Institute of
Standards and Technology in Kooperation mit dem Paffenbarger Research
Center der American Dental Association Health Foundation entwickelt
und auf der Jahrestagung der American Chemical Society präsentiert.
Ein wesentliches Anwendungsgebiet sieht der Polymer-Chemiker Joe
Antonucci bei kieferorthopädischen Anwendungen wie Zahnspangen. "Diese
können zur Demineralisierung jener Stellen am Zahn beitragen, an der
die Spange montiert ist", erklärte Antonucci. Zudem führten
Zahnregulierungen dazu, dass Speisereste nicht zur Gänze entfernt
werden. Die Folge seien Plaque und in der Folge Karies. Das adhäsive
Material könne auch bei Wurzelbehandlungen eingesetzt werden.
Einschränkungen für ACP gibt es laut Antonucci durch die Größe der
Kavität. Das Material eignet sich ausschließlich für kleine Löcher.
"Kalziumphosphat besitzt nicht die Stärke und Härte von herkömmlichen
Füllungsmaterialien wie Keramik und Glas", erklärte der Forscher. Es
sei auch nicht als dauerhafte Füllung gedacht.
Er hofft, dass ACP in Zukunft auch für empfindliche Knochenreparaturen
im Gesicht und bei Brüchen angewendet wird. Derzeit wird das Polymer
bereits in Zahnpasten und Kaugummis eingesetzt. Klinische Versuche zur
Untersuchung des Materials als zeitweilige Füllung werden bereits im
kommenden Jahr erwartet.
- [ Quelle:
DZW vom 08.05.02 ]
Anfang
12.) Ein (Voll-)Körnchen Wahrheit - Streit um Giftstoffe in
Vollkornprodukten
Vollkornprodukte gelten auch aus zahnärztlicher Sicht als idealer
Nahrungsgrundstoff, da diese beispielsweise auf mechanischem Weg beim
Kauen die Zähne reinigen und so einer Karies und "Parodontose"
vorbeugen. In jüngster Zeit ist man sich aber nicht mehr so sicher, ob
in manchen Sorten nicht doch Inhaltsstoffe enthalten sind, die eine
individuelle Verträglichkeit stark herabsetzen. Das Magazin "natur&kosmos"
schreibt in seiner jüngsten Ausgabe dazu u.a.:
"Wer geglaubt hat, die Ernährungsszene ließe sich so leicht nicht
mehr aufmischen, wird derzeit eines Besseren belehrt. Es geht um ein
Herzstück gesunder Ernährung, die Empfehlung nämlich, Getreide
möglichst in Form des vollen Korns zu verzehren. Und jetzt das: Egal
ob Weizenflocken oder Vollkornbrot, diese Produkte können die
Gesundheit eher gefährden als Weißbrot und Marmorkuchen - so verkündet
es sinngemäß der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer.
Was Vollkorn-Liebhabern die Haare zu Berge stehen lässt, bezieht sich
auf die Lektine im Keimling von Weizenkörnern, die im Verdacht stehen,
Krankheiten zu fördern. Als weitere problematische Inhaltsstoffe
gelten Phytin und Enzym-Inhibitoren.
Pollmers Äußerung rief Protest hervor: Naturkost- und
Verbraucherverbände verweisen auf die gesundheitlichen Vorteile des
vollen Korns. So seien in den Randschichten auch besonders viele
Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten.
Nun wäre es ein leichtes, weiter zu streiten: Wie viel Lektine
gefährlich sind, ob die Tierversuche aussagekräftig sind usw. Nur:
Morgen stehen wir beim Bäcker und wissen nicht, was wir kaufen sollen.
Also den ideologischen Ballast über Bord geworfen und die Tatsachen
sortiert: Fakt ist, dass Getreidekörner insbesondere in ihren äußeren,
nährstoffreichen Randschichten giftige Abwehrstoffe gegen Fressfeinde
enthalten und dass diese Substanzen auch menschliche Körperfunktionen
beeinträchtigen, ja den Menschen krank machen können. Fakt ist auch,
dass viele Zeitgenossen Vollkornprodukte sehr gut vertragen, andere
jedoch nicht.
Es geht also um zwei Punkte: die individuelle Verträglichkeit und die
Verringerung der Abwehrstoffe durch die richtige Verarbeitung des
Getreides. Unser Verdauungstrakt kann die pflanzlichen Abwehrstoffe
nicht einfach so entgiften. Deswegen haben wir Verarbeitungsmethoden
entwickelt, um die Körner bekömmlich und ihre Inhaltsstoffe verwertbar
zu machen. Aus Roggen wird mit Hilfe einer langwierigen
Sauerteigführung ein bekömmliches Vollkornbrot gebacken. Bei Weizen
und Reis entfernt man die Randschichten des Korns und verarbeitet es
zu hellem Mehl, heller Pasta und weißem Reis.
Was heißt das für den täglichen Einkauf?
»
Bei Roggen möglichst Vollkornbrot aus
Natursauerteig aussuchen.
»
Vollkornreis und Vollkornnudeln müssen
wirklich nicht sein.
»
Weizenvollkornprodukte (Ausnahme Dinkel)
sind für viele gesundheitlich problematisch. Wer etwa Blähungen und
Bauchzwicken bekommt, sollte lieber hellere Sorten oder ein anderes
Getreide wählen.
Rheumatiker, Allergiker und Darmkranke müssen besonders auf die
Verträglichkeit ihrer Nahrung achten. Sie sollten möglichst
vorurteilsfrei an die Sache herangehen und auch vermeintlich
Urgesundes wie Vollkornweizen unter die Lupe nehmen."
[ Quelle: Ulrike Gonder in
natur&kosmos, Mai 2002 ]
Anfang
-
13.) Grüner Tee gegen Löcher in den Zähnen und Zittern?
- Wissenschaftler der Pace University in New York berichten auf
einem Mikrobiologen-Kongress von der Beobachtung, dass Polyphenol, ein
Wirkstoff im Grünen Tee, sich als Zusatz von Zahncreme oder
Mundwasser hervorragend eigne, weil der Stoff die Aktivität versch.
Viren und Bakterien in der Mundhöhle reduziere. Erst kürzlich haben
Forscher aus Houston herausgefunden, dass Polyphenol auch positiv auf
den Dopamin-Stoffwechsel im Gehirn wirkt und vor der
Parkinson-Krankheit schützt.
- [ Quelle: WamS vom
26.05.02 ]
Anfang
14.) Zum
Schluss: Die Fee, die jeden Wunsch erfüllt
- Die Eheleute, beide 60, feiern ihren 35. Hochzeitstag. Zum Fest
erscheint eine gute Fee und schenkt ihnen je einen Wunsch nach Wahl.
Die Frau überlegt kurz und wünscht sich eine Weltreise. Schwupp - und
schon hält sie die Tickets für eine Kreuzfahrt in der Hand.
Nun fragt die Fee den Mann nach seinem Wunsch:
"Ich möchte eine Frau, die 30 Jahre jünger ist als ich", sagt er.
Da schwingt die Fee wieder Ihren Zauberstab und - schwupp - ist der
Mann 90
[Quelle: Readers Digest, Mai 2002 ]
Anfang
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