Zahnärztliche NewsLetter Nr. 06/2003/ 1. Juni 2003
Herzlich willkommen bei der neuesten Ausgabe der ZahnNewsLetters. Sollten Sie schon in Urlaub gehen, beachten Sie bitte die Tipps unter 6.) damit es Ihnen nicht so geht, wie unter 12.) beschrieben
Experten berichten, dass immer mehr junge Erwachsene mit ausgeprägtem
Mundhygienebewusstsein ihr Zahnfleisch durch zu häufiges Putzen verletzen.
Oft spielen auch berufliche Belastungen und Stress eine bedeutende Rolle.
Mitverantwortlich für dieses manchmal übertriebene Reinigungsverhalten
ist die Furcht vor Mundgeruch (s.u.)
und der dadurch bedingten Sorge, bei den Mitmenschen auf Ablehnung zu
stoßen.
Professor Matthias Frentzen von der Poliklinik für Zahnerhaltung und
Parodontologie der Rheinischen Friedrich-Willhelms-Universit in Bonn: "Bei
systematischen Untersuchungen ist festzustellen, dass schon bei 18- bis
2o-Jährigen
etwa
25% von Gingivarezessionen (Rückgang des Zahnfleischs) betroffen sind.
Mit zunehmendem Alter steigt dieser Anteil beträchtlich."
Die Experten empfehlen deshalb, weiche Zahnbürsten zu verwenden. Denn
grundsätzlich sei das Verletzungspotenzial von Zahnbürsten mit einem
weichen Bürstenfeld niedriger als das von mittleren oder harten
Zahnbürsten, so der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dietmar
Oesterreich.
Weiche Filamente (Einzelborsten) sind empfindlich und verbiegen sich
schneller - vor allem bei der "Schrubbtechnik", die oft mit zu hohem
Kraftaufwand ausgeführt wird. Frentzen empfiehlt daher die Bass-Technik (Rüttel-
und Vibrationsbewegungen). Mit dem Erlernen einer neuen Putzmethode werde
oft der Krafteinsatz reduziert. Dabei reinigen weiche Zahnbürsten
mindestens genau so gut wie andere - vorausgesetzt, sie werden regelmäßig
- morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen - mit der
richtigen Zahnputztechnik benutzt. Die Experten betonen weiterhin, dass
der regelmäßige Austausch der "verbrauchten" Zahnbürste besonders wichtig
sei. Etwa alle zwei Monate sollte die Zahnbürste gewechselt werden, da die
Borsten verbraucht sind und ihre ausgefransten Enden das Zahnfleisch
verletzen können. Leider wechseln die Deutschen nach einer Studie ihre
Bürste statt 6 mal nur 1,6 mal im Jahr! Gehören Sie auch dazu?
Mundgeruch - der
Fachmann spricht von Halitosis - gehört zu den Tabu-Themen unserer
Gesellschaft. Man hat ihn oder hat ihn nicht und manchmal bildet man
sich ihn auch ein (sog. Halitophobie), aber man spricht nicht drüber.
Dabei hat die jüngere Forschung auf diesem Gebiet viel erreicht und Sie
und/oder Ihr Zahnarzt können in fast Fällen etwas dagegen tun: Innerhalb
des Mundbereiches sind fast immer Stoffwechselprodukte von bestimmten
gram-negativen Bakterien die eigentliche Geruchsursache, da diese
Speisereste, Blut, Zellen und einige chemischen Komponenten des
Speichels abbauen. Dieser als bakterielle Aminolyse bezeichneter Vorgang
führt zur Entstehung und Freisetzung so genannter VSC (volatile sulfur
compounds), welche vom Geruch her von vielen Menschen als unangenehm
empfunden werden. Derartige geruchsproduzierende Bakterien finden sich -
da besonders ohne Sauerstoff gut gedeihend - in versteckten Höhlungen,
wie tiefen kariösen Defekten, Zahnzwischenräumen, tiefen
Zahnfleischtaschen und dem hinteren Drittel des Zungenrückens. Nach
Literaturangaben klagt etwa ein Drittel über gelegentlichen Mundgeruch;
ca. 5 % leiden dauernd darunter. Die Ursachen sind etwa zu 85 % in der
Mundhöhle zu suchen. Auch hier hilft besonders die tägliche und
gründliche Zahnpflege - incl. des Zungenrückens - um die Bakterien zu
beseitigen. Sollten allerdings Löcher in den Zähnen sein oder Sie tiefe
Zahnfleischtaschen haben, so nützt diese tägliche Heimarbeit wenig, da
weder Bürste, noch Zahnseide oder Munddusche in die Schlupfwinkel kommen
- eine zahnärztliche Behandlung bessert meist schlagartig diesen Zustand; keinesfalls
aber ein noch so teures Mundwasser!
Über einen neuen Weg zur Bekämpfung der geruchsproduzierenden Bakterien
berichtet die Deutsche Zahnarztwoche (DZW
14/03):
"Menschen, die am stiefmütterlich behandelten Problem Mundgeruch (Halitosis)
leiden, könnten "gute" Bakterien fehlen. Diese Bakterien heften sich
vorzugsweise an die Zunge und halten übel riechende Mikroorganismen im
Zaum. Wissenschaftler des Forsyth Institute in Boston/Massachusetts
behaupten, dass der Atem eher durch ein pro- als mit einem
antibakteriellen Mundwasser frisch bleibt. Bruce Paster und seine Kollegen
identifizieren die auf der Zunge lebenden Bakterien mit einer Gensequenz-Technik. Bei jenen Personen, die an Mundgeruch litten, fehlten häufig drei
Bakterienstämme. Stattdessen beherbergte die Zunge unbekannte Bazillen.
"Die wahrscheinlichste Erklärung der Unterschiede in der bakteriellen
Besiedelung im Mundraum liegt darin, wie Bakterien sich an die Zunge
binden", sagte Paster. Binden schwefelhaltige Bakterien, führe
dies zur schlechten Geruchsbildung. Binden wohlriechende Bakterien, gebe
es auch keinen Mundgeruch. Der Unterschied könnte durch verschiedene
Faktoren, zum Beispiel die Blutgruppe, verursacht werden und würde auch
erklären, warum manche Menschen zu Mundgeruch neigen. In der Studie wurden
Personen mit gutem und schlechtem Atem differenziert, indem der
Schwefelgehalt im Atem gemessen und mit einem Messgerät eingestuft
wurde. Anschließend wurden mit einer genetischen Methode Zungenabstriche
analysiert. Insgesamt zählten die Forscher 92 verschiedene
Bakterienstämme, von denen 29 bislang unbekannt waren.
Für jeden Stamm stellten sie eine genetische Probe her. Damit soll
Mundgeruch genauer untersucht und bessere Behandlungsmethoden entwickelt
werden. Eine Möglichkeit wäre ein "probiotisches" Mittel auf Basis "guter"
Bakterien, die die "schlechten" ersetzen, schreibt die FachzeitschriftNew
Scientist. Derzeit bekämpfen Betroffene schlechten Atem zumeist mit
antibakteriellem Mundwasser, das Bakterien abtötet. Der üble Geruch kehre
aber häufig wieder zurück."
==>
Halitosis
08.05.2003 Berlin - Als "verantwortungslose
Panikmache" hat die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) die Warnung des
Präsidenten der Zahntechnikerinnungen, Lutz Wolf, vor möglicher
Ansteckung von Patienten mit dem SARS-Virus über aus China importierten
Zahnersatz zurückgewiesen. In einem Zeitungsinterview hatte Wolf
behauptet, es bestehe die theoretische Möglichkeit, dass Patienten die
Lungenseuche über Zahnersatz aus SARS-gefährdeten Staaten direkt
implantiert werde. Nach Aussage des Robert-Koch-Instituts und auf Grund
der aktuellen Erkenntnisse der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur
Überlebensfähigkeit des Virus schließt die Bundeszahnärztekammer eine
solche Infizierung unter den Kautelen der für die Zahnarztpraxen
vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen über Zahnersatz aus.
"Was Herr Wolf hier treibt, ist ein durchsichtiges Spiel mit der Angst
um lästige Konkurrenten auszuschalten. Patienten sollten sich von
solchen irreführenden, auf reiner Mutmaßung basierenden Horror-Szenarien
nicht verunsichern lassen", erklärt die Bundeszahnärztekammer.
Patienten, die sich informieren möchten, können sich an die kostenfreie
Hotline der Bundeszahnärztekammer wenden, die bundesweit unter der
Rufnummer 0800-8233283 erreichbar ist. Hier lässt sich die
nächstgelegene Patientenberatung erfragen.
Oder klicken Sie diesen Text an.
Die richtige Ernährung nimmt eine Schlüsselfunktion bei der
langfristigen Kostensenkung im Gesundheitswesen ein. Das wissen auch
Politiker und Ernährungsfachleute. Doch der positive Effekt von
Aufklärungskampagnen ist umstritten. Untersuchungen zeigen, dass
Geschlecht und Lebensstil in Ernährungsfragen eine entscheidende Rolle
spielen. Dabei geben die Eltern beim Essen allzu häufig ein schlechtes
Vorbild ab. Experten hoffen deshalb auf Verbesserung, wenn - wie jetzt
in der Diskussion - Ganztagsschulen mit Mittagsverpflegung eingeführt
werden. Allerdings muss das dortige Angebot in Qualität und Preis mit
dem schnellen Imbiss von der Straße konkurrieren können.
Wissenschaftler monieren unverändert: "Zu viel Fett, zu wenig Obst
und Gemüse!"
"Noch immer verzehren die Deutschen zu viel Fett", bilanziert Gottfried
Ulbricht vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in
Potsdam-Rehbrücke (DIfE). "In den letzten Jahren ist der Fettverzehr
trotz intensiver Ernährungsaufklärung insgesamt annähernd gleich
geblieben. Zwar werden tierische Fette inzwischen teilweise durch
Pflanzenöle ersetzt. Die Fettsäurezufuhr hat sich dadurch allerdings nur
geringfügig verändert - ein Grund, die Ernährungsaufklärung besonders in
diesem Punkt fortzusetzen und zu intensivieren mit dem Ziel, die
Aufnahme gesättigter Fettsäuren, wie sie zum Beispiel sehr reichlich in
tierischen Fetten vorliegen, zu reduzieren." Der Durchschnittsdeutsche
isst jeden Tag etwa 120 Gramm Fett, so viel wie ein halbes Päckchen
Butter. Nach Ansicht der Wissenschaftler am DIfE sind das 50 Prozent zu
viel. Ulbricht beobachtet und analysiert auch, wie sich Kampagnen zur
Ernährungsaufklärung auswirken und welchen Erfolg sie erzielen. Ein
Beispiel: die Kampagne "Fünf am Tag", vor drei Jahren initiiert unter
anderem von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, der Deutschen
Krebsgesellschaft und den Landesärztekammern. "Der Verzehr von fünf
Portionen Obst beziehungsweise Gemüse pro Tag wurde damals lediglich von
15 Prozent der Verbraucher in Berlin erreicht", berichtet Ulbricht.
Dennoch - das zeigen Untersuchungen des DIfE - hat diese Kampagne im
wahrsten Sinne des Wortes "Früchte" getragen. Zwischen 2000 und 2001 ist
der Verzehr von Obst und Gemüse deutlich gestiegen. 80 Prozent der
Bevölkerung wissen inzwischen, wie wichtig Obst und Gemüse für eine
gesunde Ernährung sind.
Lebensstil und Ernährung - Langfristige Umstellung bringt Nutzen
Dass in Ernährungsfragen durchaus das Geschlecht, aber auch der
Lebensstil eine Rolle spielen, weiß Eva Barlösius vom
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). "Wir beobachten
beispielsweise, dass insbesondere Frauen aus der Mittelschicht auf eine
gesunde Ernährung achten." Bei Diäten und Ernährungstrends unterscheidet
Barlösius drei Ansätze. "Zum einen gibt es Diäten, bei denen es um die
Gewichtabnahme geht. Dann gibt es übergreifende Ernährungskonzepte, die
dauerhaft in einen bestimmten Lebensstil integriert werden und die zu
einer allgemeinen Steigerung der Lebensqualität beitragen sollen. Hier
ist nicht allein das Körpergewicht entscheidend, vielmehr soll das
gesamte persönliche Wohlbefinden gefördert werden. Schließlich gibt es
solche Diäten, die der Arzt bei bestimmten Krankheiten oder zu deren
Prävention anordnet." Die klassischen Frühjahrsdiäten gehören zur ersten
Kategorie. "Hier steht eindeutig das Abnehmen im Vordergrund", erklärt
Barlösius. Gottfried Ulbricht vom DIfE betont allerdings, dass eine Diät
nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie auf eine Langzeitwirkung
ausgerichtet ist: "Immer nur kurzfristige Ziele anzupeilen und sich
jeden Frühling in eine neue Diät zu stürzen, ist nicht vernünftig.
Vielmehr sollte die Diät eine komplett neue Ernährungsweise einleiten.
Diesbezüglich haben sich die in den Medien diskutierten Diäten wie die 'Pfundskur'
in den letzten Jahren deutlich verbessert - die Verbraucher werden
langfristig an neue Verzehrmuster gewöhnt". Und das ist durchaus
notwendig - neben der allgemein zu hohen Fettzufuhr und dem geringen
Obst- und Gemüseverzehr verzeichnet Ulbricht weitere Ernährungsdefizite:
Der Flüssigkeitsbedarf werde nicht immer gedeckt, und auch die
Ballaststoffzufuhr sei nicht ausreichend. "Der Tagesbedarf von 25 Gramm
(g) Ballaststoffen könnte beispielsweise in Form von 100 g Haferkleie,
140 g weißen Bohnen oder 600 g Roggenbrot gedeckt werden", empfiehlt
Ulbricht. "Idealerweise sollte auf eine abwechslungsreiche und
vielseitige Kost geachtet werden, die Ballaststoffe aus verschiedenen
Lebensmitteln enthält."
Chance für gesündere Ernährung: Schulen mit Gemeinschaftsverpflegung
Wenn Erwachsene sich nicht vernünftig ernähren, ist es wahrscheinlich,
dass diese ungünstigen Verzehrmuster auf die Kinder übertragen werden.
Denn oft übernimmt der Nachwuchs die schlechten Essgewohnheiten, die ihm
in der Familie vorgelebt werden. Daher sprechen sich Ernährungsexperten
immer wieder für die Gemeinschaftsverpflegung an Schulen aus. In der
derzeit diskutierten Einführung von Ganztagsschulen sieht Eva Barlösius
vom WZB eine Einstiegschance für Schulkantinen. "In Ländern wie Schweden
und Frankreich - Länder übrigens, die eine hohe Zahl erwerbstätiger
Frauen aufweisen - ist diese Form der Versorgung an Schulen besonders
verbreitet", erklärt sie. Wie qualitativ hochwertige
Gemeinschaftsverpflegung angelegt sein kann, demonstrieren die
öffentlichen Kantinen in Österreich: Dort sollen 20 Prozent aller
Lebensmittel aus dem ökologischen Anbau stammen. Doch mit der Einführung
von Kantinen an sich ist der Weg zur vernünftigeren Ernährung noch nicht
beschritten. Gottfried Ulbricht sieht mögliche Schwachstellen: "In den
neuen Bundesländern gab es früher mehr Kantinen. Heute versorgen sich
die Schüler dort lieber anderweitig. Dafür gibt es zwei Ursachen - zu
hohe Preise einerseits und Qualitätsprobleme andererseits." Den Grund
für diesen Negativtrend kennt der Ernährungsexperte: "Früher handelte es
sich bei den Kantinen um soziale Einrichtungen mit meist eigenen
Zubereitungsküchen, heute wird die Versorgung größtenteils über
Zentralküchen und mit weiten Speisentransportwegen privatwirtschaftlich
organisiert. Das führt häufig zu Qualitätseinbußen." Kommt es also
tatsächlich zur flächendeckenden Einführung von Ganztagsschulen und
Schulverpflegung, dann ist zuallererst auf die Lebensmittelqualität und
geschmackvolles Essen zu achten. Eva Barlösius weiter: "Dies wäre ein
wichtiger Schritt für eine verbesserte Gesundheitsvorsorge und eine
lohnende Aufgabe für das junge Verbraucherministerium".
Kontakte:
Leibniz-Gemeinschaft: Dr. Frank Stäudner Tel.: 0 30/ 20 60
49 42 Fax: 0 30/ 20 60 49 55
staudner@wgl.de
DIfE: Dr. Gottfried Ulbricht Tel.: 03 32 00/ 8 83 38
Fax: 03 32 00/ 8 87 77
presse@mail.dife.de
WZB: Prof. Dr. Eva Barlösius Tel.: 0 30/ 25 49 15 77
Fax: 0 30/ 25 49 15 56
barloesius@wz-berlin.de
Mit der Broschüre "Patientenrechte in Deutschland", herausgegeben von der Bundesregierung, können sich Patienten künftig über ihre Rechte schlau machen. Es ginge dabei nicht um neues Recht, sondern darum, Patienten, aber auch Ärzte und Krankenschwestern, in verständlicher Sprache über geltendes Recht zu informieren, meinte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) bei der Vorstellung des Hefts. Mit der Broschüre liege erstmals eine Patientencharta vor, die von allen Beteiligten des Gesundheitswesens mitgetragen werde. Das Heft mit einer ersten Auflage von 500 000 Stück solle möglichst in allen Wartezimmern, Krankenhäusern und Beratungsstellen ausliegen. Das Info-Heft kann im Internet unter http://www.bmgs.bund.de/download/broschueren/A407.pdf als PDF-Datei kostenlos heruntergeladen oder unter http://www.bmgs.bund.de/ bestellt werden.
Zahnschmerzen sind schlimm. Im Urlaub aber tun sie nicht nur weh,
sondern kosten Zeit, die man viel lieber an der Costa verbracht hätte und
sie belasten mitunter auch die Urlaubskasse nicht unerheblich, da
Chip-Karten deutscher Prägung weitgehend unbekannt sind - Cash, "bar auf
die Kralle" ist angesagt. Die
Zahnärztekammer Schleswig-Holstein empfiehlt deshalb allen
Urlaubern, einen Zahnarztbesuch in die Reisevorbereitungen mit
einzuplanen.
Wenn der Zahnarzt weiß, dass es auf große Fahrt geht, wird er bei der
Untersuchung auch das kleinste Risiko aus dem Weg räumen, das in
absehbarer Zeit das Wohlbefinden eventuell beeinträchtigen könnte.
Dazu zählt die Behandlung von Karies im allerersten Stadium genauso wie
die Überprüfung bestehender Füllungen. Zahnstein wird nicht nur aus
kosmetischen Gründen entfernt, sondern weil er sich langsam am Zahnhals
entlang ins Zahnfleisch schieben und dort Entzündungen auslösen kann.
Auch der Zustand des Zahnfleisches lässt Rückschlüsse auf bevorstehende
Erkrankungen zu.
Eine Röntgenaufnahme ist vor Urlaubsantritt sehr ratsam, weil oftmals
Krankheitsherde im Verborgenen gären, von denen der Patient überhaupt
nichts spürt. Wenn sie ausbrechen, ist das meist mit Schmerzen verbunden
und eine schnelle Behandlung erforderlich. Dieses Risiko sollte man im
Urlaub ausschließen.
Weil man trotz aller Vorsorge nie ganz sicher sein kann, empfiehlt der
Zahnarzt auch gern ein wirksames Schmerzmittel. Ebenso eine Tinktur oder
Mundspülung gegen Reizungen des Zahnfleisches oder der Mundschleimhaut.
Dazu kann es gerade in südlichen Ländern wegen der Kostumstellung oder
fremder Gewürze kommen. Auch den Ratschlag, die gewohnten Mittel für die
tägliche Mundhygiene von zu Hause mitzunehmen, sollte man nicht in den
Wind schlagen. Nicht jedes Präparat ist in jedem Land der Welt
erhältlich.
Die tägliche Mundpflege darf im Urlaub keineswegs zu kurz kommen. Die
Zahnbürste braucht keinen Urlaub, sondern muss wie immer möglichst nach
jeder Mahl zeit zum Einsatz kommen. Besonders aber dann, wenn Zucker mit
im Spiel war. Zur Überbrückung kann man in Ausnahmefällen auch mal ein
zuckerfreies Kaugummi kauen, weil dadurch der Speichelfluss angeregt
wird. Das mineralstoffhaltige Sekret reinigt nicht nur die Zähne sondern
kann auch kleinste Schäden am Zahnschmelz wieder reparieren. Allerdings
kann noch so kräftiges Kauen niemals die Zahnbürste ersetzen.
Wenn auch Sie sorglos reisen wollen, gehen Sie vorher besser noch mal
zum Zahnarzt. Den Termin dafür sollten Sie so rechtzeitig legen, dass
eine eventuell erforderliche Behandlung noch vor Reiseantritt
abgeschlossen werden kann.
Die Polyphenole im Schwarz-Tee stören unter anderem das Wachstum von Bakterien, die für Mundgeruch zuständig sind. Das haben Zahnmediziner der Universität von Illiois in Chicago herausgefunden. Die Wissenschaftler hatten dazu Bakterien 48 Stunden lang mit Polyphenolen aus Tee behandelt. Je nach Konzentration der verwendeten Polyphenole produzierten die Bakterien bis zu 30 Prozent weniger Schwefelwasserstoffe – die ursächlichen Substanzen von Mundgeruch – oder sie hörten sogar gänzlich auf, sich zu vermehren. Bereits in früheren Studien war nachgewiesen worden, dass schwarzer Tee das Wachstum von Plaquebakterien unterdrückt und den Zahnschmelz härtet, da in ihm natürliche Fluoride enthalten sind.
"Immer ran ans Gemüse - dieses Fazit kann man aus den Daten einer
großen Langzeitstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in
Heidelberg ziehen. Denn danach leben Vegetarier im Vergleich zur
Durchschnittsbevölkerung eindeutig länger - auch wenn nicht klar ist wie
viel länger.
Für die Studie unter der Leitung von Privatdozentin Dr. Jenny
Chang-Claude wurden zwischen 1976 und 1978 die Daten von 1904 Menschen
dokumentiert, die mehr oder weniger streng vegetarisch lebten (wie kurz
berichtet). 60 Teilnehmer gaben an, außer auf Fleisch auch auf andere
tierische Lebensmittel wie Eier oder Milch zu verzichten (Veganer), zwei
Drittel mieden zwar Fleisch, aßen aber Eier und Milchprodukte (Ovo-Lakto-Vegetarier)
und ein knappes Drittel gab an, gelegentlich kleine Mengen an Fisch oder
Fleisch zu essen (moderate Vegetarier). Außer zu ihren
Ernährungsgewohnheiten wurden die Teilnehmer auch zum Lebensstil wie
körperliche Aktivität und Rauchen befragt.
Statt wie erwartet 100 starben nur 59
Studienteilnehmer
Das wichtigste Ergebnis der Studie: Bis zum Studienende 1999 wären
statistisch 100 Todesfälle unter den Teilnehmern zu erwarten gewesen,
tatsächlich waren es nur 59. Auch wenn allein die Todesursachen Krebs
und Herz-Kreislauf-Erkrankungen betrachtet wurden, schnitten Vegetarier
besser ab als statistisch zu erwarten gewesen wäre.
Auf dem Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und des
Instituts für Ernährungswissenschaft des Universität Potsdam, auf dem
die Studienergebnisse vor kurzem im Einzelnen präsentiert wurden,
nannten die Heidelberger Wissenschaftler mehrere Erklärungsmöglichkeiten
für die verringerte Zahl an Todesfällen unter den Vegetariern: So
unterschieden sich die Vegetarier von der Normalbevölkerung nicht nur in
ihrem Ernährungsverhalten, sondern auch in mehreren anderen täglichen
Gewohnheiten. Zum Beispiel rauchten nur etwa fünf Prozent der
Studienteilnehmer. In der Normalbevölkerung qualmt nach Zahlen des
Europäischen Statistikamtes etwa jeder dritte Deutsche täglich. Und vor
allem: nur sieben Prozent der Vegetarier waren übergewichtig, 25 Prozent
hatten sogar Untergewicht. In der Durchschnittsbevölkerung ist hingegen
jeder zweite deutsche Erwachsene nach Angaben der DGE übergewichtig.
Und noch ein interessantes Studienergebnis präsentierten die
Wissenschaftler des DKFZ: Beim Vergleich der drei Vegetarier-Gruppen
untereinander hatte der moderate Vegetarismus mit gelegentlichem
Fleisch- oder Fischverzehr den günstigsten Effekt auf die Sterblichkeit.
Wurde die Sterbewahrscheinlichkeit der strengen Veganer als "1"
eingestuft, dann lag die der Ovo-Lakto-Vegetarier bei 0,66 und die der
moderaten Vegetarier sogar nur bei 0,60."
Etwa 36.000 Tabletten schluckt jeder Deutsche im Lauf seines Lebens,
viele davon falsch.
Lenz, die Zeitschrift für die Zielgruppe 50plus, zeigt in ihrer
neusten Ausgabe (6/2003), wie Medikamente besser und schneller wirken:
Die meisten Fehler, so Lenz, werden bei der Wahl der Flüssigkeit
gemacht, mit der beispielsweise Tabletten eingenommen werden. So
vertragen sich viele Medikamente, wie etwa Antibiotika, nicht mit
Fruchtsaft. Durch die Säure verlieren sie ihre Stabilität und werden
nicht mehr ausreichend vom Körper aufgenommen. Auch Milch ist denkbar
ungeeignet. Denn manche Arzneien bilden mit dem Kalzium der Milch
unlösliche Salze. Bei eisenhaltigen Medikamenten rät Lenz, diese nie
gleichzeitig mit Tee oder Kaffee einzunehmen. Dasselbe gilt auch für
Fertigsuppen, Marmelade, Pudding oder Eis. Der Grund: Diese Produkte
enthalten meist Eindickungsmittel (Pektine), die mit dem Eisen im Darm
eine feste chemische Verbindung eingehen können. Daher sollten Tabletten
nur mit Wasser oder Mineralwasser hinuntergeschluckt werden. Je mehr
Flüssigkeit, desto besser. Denn so wird das Medikament leichter gelöst
und bleibt beim Schlucken nicht in der Speiseröhre stecken.
Sehr oft wird auch die Empfehlung, ein Mittel "vor dem Essen" oder "auf
nüchternen Magen" zu nehmen, missverstanden. Denn gemeint ist nicht die
Einnahme unmittelbar vor der Mahlzeit, sondern 30 bis 60 Minuten vorher.
Das gilt primär für Medikamente, die schnell und konzentriert wirken
müssen, wie Antibiotika oder Schmerzmittel. Dabei sind Fette, heiße
Speisen sowie eiskalte Getränke auf dem Weg vom Magen zum Darm besonders
hinderlich. Umgekehrt, so Lenz, sieht es mit Arzneimitteln aus, bei
denen eine langsame Aufnahme erwünscht ist. Sie sollten zum oder direkt
nach dem Essen eingenommen werden. Hierzu gehören Mittel gegen Gicht,
zur Durchblutungsförderung, viele Herzmedikamente, Blutdruck- und
Rheumamittel sowie Psychopharmaka.
Bedingt durch die Verschiedenartigkeit der staatlichen
Gesundheitssysteme - sowohl in der Struktur wie auch im Umfang des
Leistungskatalogs - ergeben sich immer wieder dann Probleme, wenn
EU-Bürger sich in anderen EU-Staaten ("EU-Ausland") behandeln lassen;
dies besonders dann, wenn in dem Staat, wo die ärztlichen
Dienstleistungen erbracht werden, ein weitaus umfangreicherer Katalog
und eine höhere Gebührenstruktur besteht als in dem originären Land. Mit
der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (Az: C-385/99) scheint
eine Rechtssicherheit geschaffen worden zu sein:
Für eine ambulante Arztbehandlung im EU-Ausland dürfen die gesetzlichen
Krankenkassen künftig keine Genehmigung mehr verlangen. Das hat im Mai
2003 der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Fall der Niederlande
entschieden, in denen ebenfalls ein Sachleistungssystem besteht. Wie in
Deutschland besteht auch in den Niederlanden ein Vertragssystem zwischen
Kassen sowie Ärzten und Einrichtungen. Von Notfällen abgesehen wurden
Behandlungen bei vertraglich nicht gebundenen Ärzten im In- wie im
Ausland nur in Ausnahmefällen und nach vorheriger Genehmigung bezahlt.
Nun stellt das Gericht fest, dass die Ausgestaltung des
Gesundheitssystems Sache der einzelnen Staaten bleibt. Doch sie müssen
es den "europäischen Grundfreiheiten", dazu gehört die
Dienstleistungsfreiheit, anpassen. Nur für Krankenhausbehandlungen ist
ein Genehmigungsvorbehalt gerechtfertigt, damit ausreichend Betten auf
planbarer Basis vorgehalten werden können. Bei der Arztbehandlung
dagegen stünden für die Patienten Wohnortnähe und Vertrauen im
Vordergrund. Daher sei kaum vorstellbar, dass so viele Patienten ins
Ausland abwandern, dass das Versorgungssystem aus dem Gleichgewicht
geraten könnte. Nationale Beschränkungen des
Leistungsumfangs blieben allerdings auch bei einer Behandlung im Ausland
bestehen, betonten die Europarichter; d.h., Leistungen, die im
Heimatland nicht übernommen werden, brauchen die Krankenkassen bei einer
Auslandsbehandlung nicht zu erstatten. Bereits 1998 hatte der EuGH den
Genehmigungsvorbehalt in zwei Fällen aus Luxemburg verworfen. Dort
besteht aber kein Sachleistungsprinzip, vielmehr werden die Kosten einer
Behandlung gegen Vorlage der Rechnung erstattet. Politiker und Kassen
hatten daher gehofft, diese Urteile seien nicht auf Deutschland
übertragbar. Demgegenüber ist das niederländische System dem Deutschen
sehr ähnlich.
Dieses Urteil ist nach unserer Auffassung so zu interpretieren: Die Leistungen müssen auch im
Inland zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)
gehören, sonst ist keine Erstattung möglich. Fällt eine ausländische
Rechnung höher aus als bei gleicher Leistung im Inland, trägt allein der
Versicherte das (Mehr-)Kostenrisiko - ist sie günstiger, so wird nur der
tatsächliche Betrag erstattet. Von seiner Kasse kann der Versicherte
also
maximal nur die Kosten erstattet bekommen, die für die Behandlung im Inland
angefallen wären. Außerdem gibt es einen gewissen Abschlag (ca. fünf
Prozent), mit dem die höheren Verwaltungskosten und die fehlenden
Wirtschaftlichkeitsprüfungen abgegolten werden.
Das Forum Trinkwasser e.V. bietet ab sofort einen neuen
unentgeltlichen Online-Beratungsservice für alle, die ihr Trinkverhalten
überprüfen möchten. Um gesund und fit zu bleiben ist es wichtig, genug
zu trinken. Der Trink-Test findet sich im Internet unter
http://www.trinkberater.de - einfach anklicken und den Fragebogen
rund ums Trinken ausfüllen. Etwa einen Tag später erhält jeder
Teilnehmer per E-Mail eine ausführliche und individuelle Trink- Analyse
mit vielen Tipps.
Ernährungswissenschaftler empfehlen, unter normalen Bedingungen täglich
1,5 bis 2 Liter zu trinken. Doch obwohl es die meisten Menschen wissen,
trinken sie zu wenig. Es bleibt häufig beim guten Vorsatz. Die Gründe
sind vielfältig: Bei dem einen stellt sich tagsüber einfach kein
Durstgefühl ein, bei dem anderen liegt es daran, dass trotz Durst gerade
kein Getränk in der Nähe ist. Und der Dritte vergisst es einfach über
den Trubel des Tages. Dabei haben viele von uns sogar einen noch höheren
Flüssigkeitsbedarf: Wer sich zum Beispiel häufiger in klimatisierten
Räumen aufhält, Sport treibt oder gerade eine Diät macht. Auch wenn es
draußen warm wird, steigen die Wasserverluste des Körpers. Wer zu wenig
trinkt, kann sich schlechter konzentrieren und ist auch körperlich
weniger fit - das belegen wissenschaftliche Studien. Individuelle
Beratung und Informationen können helfen, mehr und richtig zu trinken.
Unter
http://www.trinkberater.de werden Fragen rund ums eigene
Trinkverhalten gestellt. Die Auswertung aller Antworten erfolgt nach
einer von Experten entwickelten Methode. Dazu gibt es Trink-Tipps von
Ernährungswissenschaftlern, die auf die jeweilige persönliche
Lebenssituation abgestimmt sind und helfen, das persönliche
Trinkverhalten zu optimieren.
Den Trinkberater erreicht man auch über die Homepage
http://www.forum-trinkwasser.de, die zusätzlich viele Informationen
über das Lebensmittel Trinkwasser bereithält.
Reisen Sie
demnächst in den Urlaub nach Italien? Und haben Sie den
Urlaubscheck in
Ihrer Zahnarztpraxis versäumt und bekommen ausgerechnet in Bella Italia
Zahnschmerzen? Dann interessiert
vielleicht folgende Meldung der Online-Agentur Ananova/Ärztezeitung:
"Ohne Anästhesie übten sich im Mittelalter Barbiere und Quacksalber im
Zähneziehen. Die Instrumente glichen Marterwerkzeugen. Heute ist jede
Zahnarztpraxis mit Hightech ausgerüstet. Vor Scharlatanen ist man
deshalb noch lange nicht gefeit:
Die Mitglieder des italienischen Zahnarztverbandes in Rom beklagen die
Zunahme von Hobby-Zahnärzten. Vor allem Lehrer, Installateure und
Hilfspolizisten ziehen danach Zähne oder fixieren Kronen. Wie die
Online-Agentur Ananova berichtet, soll es über 45.000 (!!!) solcher
falscher Zahnärzte in Italien geben. Viele besorgen sich Zertifikate aus
dem Internet, nennen sich Zahnarzt und eröffnen eine Praxis - zum
Vergleich: In ganz Deutschland praktizieren ca. 60.000 "richtige"
Zahnärzte.
"Diese Leute haben keine Idee davon, wie die Zahnmedizin ausgeübt wird
und sie haben kein Verständnis für Hygiene. Wer sie besucht, riskiert
nicht nur die Gesundheit seiner Zähne", sagt Verbandsmitglied Giuseppe Renzo. Die
Dentisten fordern nun, dass sich die Regierung des Problems annehmen
soll."
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