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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
06/2008/ 1. Juni 2008
Inhalt
1.)
Zahnbehandlung - Welche Füllung für welchen Einsatz?
2.)
Horror vor der Zahnbehandlung: Mit Verhaltenstherapie gegen den
Angstkreislauf
3.)
Bundeszahnärztekammer: Was Sie über Zahn-Zusatzversicherungen wissen
sollten
4.) Schmerzfrei ohne Taubheitsgefühl -
Wirkstoffkombination mit Chilipfeffer
5.)
"Hässlichkeit" - wenn der
kritische Blick auf den eigenen Körper zur Krankheit wird
6.)
Ernährung in den Wechseljahren - Worauf Frauen achten sollten
7.)
So viel soll das Baby zunehmen
8.)
Ministerium will die elektronische
Gesundheitskarte gegen Ärzte-Widerstand einführen
9.)
Sommerhitze - Trinken lebenswichtig
10.)
Computer: Mikroben-Kolonien
auf Tastaturen
11.)
Zum Schluss: Arzt rät - Vergesst die guten
Sitten!
1.)
Zahnbehandlung - Welche Füllung für welchen Einsatz?
Zähne müssen viel leisten. Sie sollen den täglichen Anforderungen
gerecht werden und das möglichst ein Leben lang. Der Kaudruck, dem ein
Zahn standhalten muss, kann bei Frauen bis zu 300, bei Männern bis zu
400 Kilo betragen. Neben der reinen Kaufunktion haben unsere Zähne aber
auch eine soziale Aufgabe. Ein strahlendes Lächeln und eine fehlerfreie
Aussprache hängen ganz entscheidend von einem intakten Gebiss ab. Trotz
regelmäßiger Zahnpflege können Karies-Bakterien, aber dennoch die Zähne
zerstören. Ist die Zahnhartsubstanz erst einmal angegriffen bleibt nur
noch die "Reparatur".
Um den betroffenen Zahn zu retten, trägt der Zahnarzt das erkrankte
Gewebe ab und füllt das gesäuberte Loch (Kavität). Dank moderner
Werkstoffe und Entwicklungen in der Zahnmedizin und der Zahntechnik gibt
es heutzutage dafür eine Vielzahl an unterschiedlichen Materialien und
Techniken. Welches Material am besten geeignet ist, hängt von
verschiedenen Faktoren wie Größe und Lage des Defekts ab und muss im
Einzellfall bestimmt werden. Häufig sind verschiedene Materialien zur
Reparatur möglich, die sich in ihren Eigenschaften und dem Preis
unterscheiden.
Prodente gibt im Folgenden einen Überblick über die gebräuchlichsten
Füllungen und Methoden:
"Weiche" (plastische) Füllungen
Grob unterteilt werden können die Materialien zunächst in weiche und
harte Füllungen. Weiche Füllungen aus Amalgam oder Komposit eignen sich
am Besten bei kleinen und mittelgroßen Defekten. Sie werden vom Zahnarzt
direkt in die Kavität eingebracht und härten dann im Mund,
beziehungsweise im Zahn, aus:
Amalgam:
Amalgam ist eine flüssige, knetbare oder feste Legierung. Für
zahnärztliche Zwecke werden sogenannte "Alloys", das sind Pulver aus
Silber, Kupfer oder Zinn mit Quecksilber vermischt. Auf Grund der
dunklen metallischen Färbung wird Amalgam im Regelfall nicht im
Frontzahnbereich eingesetzt. Wegen seiner hohen Belastbarkeit und einem
optimalem Abschluss zur Zahnsubstanz gewährleistet es aber gerade bei
den Backenzähnen eine hohe Haltbarkeit. Es wird seit mehr als 100 Jahren
verwendet. Aufgrund seines Quecksilberanteils ist dieser
Füllungswerkstoff umstritten. Doch auch nach zahllosen und
langangelegten Tests und Erfahrungen wird es als unbedenklich
eingestuft.
Kunststoff (Komposit)
Komposite bestehen heute nur noch zu 20 Prozent aus Kunststoff. Deshalb
ist der Begriff "Kunststofffüllung" eigentlich irreführend. Die darin
eingebetten Füllstoffe, wie Glas- Keramik und Quarzpartikel machen heute
den weitaus größeren Anteil dieses Materials aus. Nach dem Einbringen in
den Zahn härten Kompositfüllungen durch den Einsatz von blauem Licht im
Zahn aus In der Regel sind sie universell einsetzbar und entsprechen
auch in ihrer Farbe den ästhetischen Ansprüchen. Die neuen Kunststoffe
halten heute den mechanischen Anforderungen beim Kauen problemlos stand
und werden daher bei Bedarf oder auf Wunsch des Patienten als
Alternative zum Amalgam eingesetzt. Durch den höheren Schrumpfungsgrad
beim Aushärten können durch Mikrorisse jedoch Probleme beim Übergang von
der Füllung zum Zahn entstehen.
Provisorische Füllmaterialien
Provisorische Füllmaterialien sind alle Zementarten mit denen ein Zahn
kurzzeitig versorgt werden kann. Provisorische Füllungen werden aus
Materialien hergestellt, die sich einfach in den Zahn einbringen und
auch wieder entfernen lassen. Sie sollen nur für kurze Zeit halten und
werden dann gegen eine permanente Füllung ausgetauscht.
"Harte" Füllungen
Harte Füllungen sind aus Materialien wie Gold-Legierungen, Keramik oder
in seltenen Fällen Kunststoff gefertigt. Als so genannte
"Einlagefüllungen" (Inlays oder Onlays) werden sie nach dem Beschleifen
und einem genauen Abdruck des Zahns in einem zahntechnischen Labor
passgenau hergestellt. Die fertige Füllung wird dann vom Zahnarzt
eingesetzt. Sie zeichnen sich durch eine wesentlich längere Haltbarkeit
als plastische Füllungen aus und fügen sich passgenau in das Gebiss ein.
Je nach Material unterscheiden sich folgende harte Füllungen:
Goldinlay
Gold ist für den Körper sehr gut verträglich und hat eine hohe
Haltbarkeit. Eine Untersuchung der Universität Köln, im Zentrum für
Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, zeigt, dass sich nach zehn Jahren noch
mehr als 90 Prozent der Goldguss-Füllungen (Inlays) ohne Nachbehandlung
an ihrem Platz befinden. Da reines Gold dem Kaudruck nicht standhalten
kann, werden für Zahnfüllungen Legierungen mit Platin, Palladium, Silber
oder Kupfer verwendet. Mit Goldgussfüllungen können auch große Defekte
versorgt werden. Befestigt werden Goldinlays mit einem speziellen
Zement, wodurch der Zahn seine ursprüngliche Festigkeit zurück erhält.
Goldfüllungen sind eine sehr hochwertige Zahnversorgung und werden vor
allem bei den "Backenzähnen" eingesetzt. Im Frontzahnbereich werden Sie
zunehmend durch ästhetische Keramikinlays ersetzt.
Keramikinlay
Ein Keramikinlay wird aus einer Keramikmassen im zahntechnischen Labor
hergestellt und unter absoluter Trockenlegung vom Zahnarzt in den Zahn
"geklebt". Durch die Verklebung wird die Restzahnsubstanz stabilisiert.
Unter ästhetischen Gesichtspunkten erfüllen Keramikinlays höchste
Ansprüche. Egal, ob Glaskeramik, Oxid- oder Zirkonoxidkeramik - alle
sind zahnfarben, lichtdurchlässig und werden damit als Füllung
unsichtbar. Das Inlay kann genau auf den Zahn angepasst werden und
überzeugt auch in den Punkten Haltbarkeit und Verträglichkeit. Der
Einsatz ist jedoch sehr aufwendig und mit hohen Kosten verbunden.
Kunststoffinlay
Zwar verbinden Kunststoffinlays Funktion und Ästhetik mit einem
günstigen Preis, aufgrund des weichen Kunststoffmaterials haben sie
jedoch nur eine geringe Lebensdauer. Damit eignen sie sich nicht als
dauerhafte Füllungen und dienen nur als zeitlich befristete Alternative.
Galvanoinlay
Galvanoinlays sind eine spezielle Kombination aus Gold- und
Keramikinlay, die nur selten zum Einsatz kommen. Im zahntechnischen
Labor wird dafür Gold als dünne Schicht auf ein Modell des ausgebohrten
Loches aufgebracht. Dieser Goldunterbau wird anschließend keramisch
verblendet. Einsatz und Befestigung erfolgt dann ähnlich wie beim
Gold-Inlay
Welche Füllung für welchen Defekt die beste Alternative darstellt, lässt
sich nur nach eingehender Diagnose und Rücksprache mit dem behandelnden
Zahnarzt klären. Je nach Größe und Lage kann jede Methode sowohl Vor-
als auch Nachteile haben.
[ ©
PM der "Initiative
Prodente" ]
Special:
Füllungen
auf Zahnwissen.de mit zahlreichen Abbildungen und einer
Kostenübersicht
2.)
Horror vor der Zahnbehandlung: Mit Verhaltenstherapie gegen den
Angstkreislauf
Für so manchen gehört der Besuch beim Zahnarzt zu den lästigen Pflichten,
denen man von Zeit zu Zeit und manchmal auch notgedrungen nachkommen muss. Für
einige Menschen aber ist schon der bloße Gedanke an den Zahnarztstuhl oder den
Geruch in der Praxis der reinste Horror. Menschen mit Zahnbehandlungsangst
halten Zahnschmerzen oft jahrelang aus, versuchen sie vor anderen zu verbergen
und bekämpfen sie mit Schmerzmitteln. Wenn sich der Zustand der Zähne weiter
verschlechtert, wird die Hürde, zum Zahnarzt zu gehen oder überhaupt nur einen
Termin auszumachen, noch höher und ein Teufelskreis beginnt - das müsste jedoch
nicht sein. "Mit einer Verhaltenstherapie und in Zusammenarbeit mit geschulten
Zahnärzten können wir heute die Dentalphobie sehr gut behandeln", sagt
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hiller vom Psychologischen Institut der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz. "Auch, wenn sie in Kombination mit anderen
Problemen auftritt." Einer Studie zufolge, ist für Menschen mit einer
sogenannten Blut-, Spritzen und Verletzungsphobie die Angst vor dem Zahnarzt
besonders groß.
In Deutschland leben laut Schätzungen rund 12 Millionen Menschen unter
Dentalphobie, wie die Zahnbehandlungsangst auch genannt wird. Sie gehen entweder
gar nicht oder nur mit extrem großer Angst zum Zahnarzt. Viele von ihnen haben
bis zum ersten Besuch bei einem Arzt oder einer therapeutischen Praxis einen
jahrelangen Leidensweg hinter sich, der von Rückzug und gesellschaftlicher
Isolation, Verheimlichungen vor der Familie, Ängsten im Beruf bis hin zu
Selbstmordgedanken geprägt sein kann. Auch zahnarzterprobten Patienten steht
beim Bohren, Schleifen und Spritzen schon mal der Schweiß auf der Stirn. Für
Dentalphobiker kann bereits der Griff zum Telefon, um einen Arzttermin
auszumachen, eine unüberwindliche Hürde sein. Das Vermeidungsverhalten mündet
oft in einen Angstkreislauf, der dazu führt, dass Patienten zehn, gar zwanzig
Jahre lang keinen Zahnarzt aufsuchen und die ständigen Zahnschmerzen mit
Tabletten oder Alkohol bekämpfen.
Aus früheren Untersuchungen in Bochum ist bekannt, dass junge Leute mehr
Angst haben vor dem Zahnarzt als ältere und Frauen mehr als Männer, wobei meist
ein früheres schmerzhaftes Erlebnis beim Zahnarzt die Ursache dafür ist. In
ungefähr einem Viertel der Fälle geht die Zahnbehandlungsangst auch mit der
Angst vor Spritzen einher, wie eine Diplomarbeit von Maria Weigel an der
Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie des Psychologischen Instituts
in Mainz zeigte. Menschen mit einer Blut-, Spritzen- und Verletzungsphobie
empfinden die angstauslösenden Reize der Zahnbehandlungsangst noch stärker als
andere Dentalphobiker. Bei der Studie wurden 132 Frauen und 68 Männer zwischen
18 und 80 Jahren befragt. 25 bis 30 Prozent dieser Befragten, so zeigte sich,
konnten den Zahnarzt nicht angstfrei besuchen.
Mit Hilfe einer Verhaltenstherapie kann die Angst überwunden und der
Kreislauf aus Vermeidungsverhalten und immer größeren Zahnproblemen durchbrochen
werden. Der Patient oder die Patientin geht dabei zunächst gemeinsam mit dem
Therapeuten der Frage nach, wie die Zahnbehandlungsangst entstanden ist und
aufrechterhalten wurde. "Am Anfang steht eine genaue Anamnese und
Verhaltensanalyse", erklärt Hiller. "Wann war der Patient zuletzt beim Zahnarzt?
Wie hat er das erlebt? Welches Vermeidungsverhalten zeigt er? Was stört ihn beim
Zahnarztbesuch besonders?" Anhand der Antworten stellt der Therapeut eine
Angsthierarchie auf, an der die verhaltenstherapeutische Behandlung ansetzt: Der
Patient wird nach und nach mit verschiedenen angstauslösenden Situationen
konfrontiert, wie dem Betrachten und später dem Berühren eines
Zahnarztbesteckes, und lernt so, sich der Angst auszusetzen. Ist der Patient
dazu bereit, folgt der Gang in die Zahnklinik, zuerst vielleicht nur als
Zuschauer und später dann zur eigenen Behandlung - mit Erfolg, wie die Fälle an
der Poliklinischen Institutsambulanz der Universität Mainz zeigten.
[ ©
Prof. Dr. Wolfgang Hiller, Psychologisches Institut,
hiller@uni-mainz.de
]
Basics: Angst
im
Zahnlexikon-Online
3.)
Bundeszahnärztekammer: Was Sie über Zahn-Zusatzversicherungen wissen
sollten
Die privaten Krankenversicherungen bieten teils in Kooperation mit
gesetzlichen Krankenkassen eine Vielzahl von Zahnversicherungen an. So eine
Absicherung kann eine nützliche Angelegenheit sein, vor allem für Patienten, die
sich im Bedarfsfall auch hochwertigen Zahnersatz leisten wollen.
Doch man sollte einiges wissen und bedenken:
1. Es gibt zwei Möglichkeiten von Zahnversicherungen:
a) Zahnersatzversicherungen
Diese bieten eine günstigere Prämie. Sie reduzieren allerdings lediglich den
Eigenanteil bei Zahnersatz.
b) Zahnzusatzversicherungen:
Diese richten ihre Erstattung nach dem Gesamtrechnungsbetrag für den Zahnersatz
aus. Sie bieten darüber hinaus zusätzliche Leistungen, wie Inlays,
Implantate, Prophylaxe und Kieferorthopädie.
2. Die private Zahnzusatzversicherung deckt in der Regel nicht die
Kosten für den gesamten Zahnersatz, sondern nur für einen Teil (die Erstattung
sollte bei mindestens 50% vom Rechnungsbetrag liegen) ab.
Wichtig ist dabei, dass die Versicherung den vereinbarten Prozentsatz
kassenunabhängig erstattet, d.h. auch dann, wenn die gesetzliche Krankenkasse
gar nichts zahlt.
3. Vergleichen Sie die Vielfalt der Angebote!
Eine gute Zahnzusatzversicherung erstattet Zahnarzthonorare bis zum 3,5fachen
GOZ-Satz. Ferner gibt es keine Begrenzung der maximalen Erstattung bei Inlays
und Implantaten. Implantatleistungen inklusive Knochenaufbau sind mitversichert
und die Anzahl der Implantate pro Kiefer ist nicht begrenzt. Der Zahnersatz
(Suprakonstruktionen) auf Implantaten ist mitversichert. Empfehlenswert sind
weitere Informationen von Verbraucherzentralen und von der Stiftung Warentest
z.B. den Zeitschriften „test“ bzw. „Finanztest“.
....
8. Der Zahnarzt ist kein Versicherungsmakler, er kann Ihnen somit
keine Versicherung empfehlen.
Bevor Sie eine private Zahnversicherung abschließen, sollten Sie Ihren Zahnarzt
konsultieren, um feststellen zu lassen, welche Zahnbehandlungen in Zukunft bei
Ihnen notwendig sein könnten und welches Erkrankungsrisiko bei Ihnen vorliegt.
Er kann Sie also darüber beraten, wie sinnvoll aus medizinischer Sicht eine
Zusatzversicherung für Zahnersatz unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen
Bedürfnisse und Befunde ist. Diese Untersuchungsergebnisse können Grundlage für
die Auswahl der Versicherungsangebote sein.
Lesen Sie den gesamten Beitrag unter:
http://www.bzaek.de/service/oav10/artikel.asp?lnr=901
Basics: Knochenersatzmaterialien
im
Zahnlexikon-Online
4.)
Schmerzfrei ohne
Taubheitsgefühl - Wirkstoffkombination mit Chilipfeffer
Die Spritze beim Zahnarzt hinterlässt meist für einige Stunden ein
taubes Gefühl. Doch das könnte bald der Vergangenheit angehören. Prof.
Clifford Woolf (Harvard Medical School und Massachusetts General
Hospital, Boston, USA) hat mit seinen Kollegen eine Wirkstoffkombination
entwickelt, die gezielt den Schmerz ausschalten kann, ohne dass sich
dabei ein Taubheitsgefühl und eine Bewegungseinschränkung einstellen.
Sie besteht aus einem Abkömmling (QX314) des lokalen Schmerzmittels
Lidocain und Capsaicin, der Brennen verursachenden Substanz aus
Chilischoten. Capsaicin öffnet Ionenkanäle, die nur in der Membran von
Nervenzellen vorkommen, die für die Wahrnehmung von Schmerz zuständig
sind. Über die geöffneten Kanäle gelangt QX314 in die Nervenzellen und
blockiert die Schmerzsensoren", erklärte Prof. Woolf. "Erstmals ist es
uns gelungen, körpereigene Membrankanäle für den Medikamententransport
zu nutzen, um gezielt Schmerzsensoren auszuschalten", sagte er.
Lokalanästhetika sind Schmerzmittel, die in der Regel eingesetzt werden, um
Patienten ohne Vollnarkose operieren zu können. "Diese gewöhnlichen
Lokalanästhetika, Lidocain eingeschlossen, wirken jedoch auf alle Nervenzellen
in dem betäubten Gebiet", erläuterte Prof. Woolf. Sie blockieren nicht nur
Schmerz-, sondern auch Tastsensoren und die motorischen Nervenzellen (Motoneurone),
die Muskeln steuern. Taubheit und Bewegungseinschränkungen im dem betäubten
Areal sind die Folge.
Um Schmerzsensoren gezielt auszuschalten, aber die Tastsensoren und Motoneurone
unberührt zu lassen, setzten die Wissenschaftler das nicht aktive, positiv
geladene QX314 ein. Das besondere an QX314 ist, dass es, im Gegensatz zu
Lidocain, die Zellhülle von Nervenzellen aufgrund seiner Ladung ohne Hilfe nicht
überwinden kann. Da Lokalanästhetika jedoch nur wirken, wenn sie sich in
Nervenzellen befinden, bleibt eine QX314-Injektion allein wirkungslos.
Die Forscher koppelten deshalb QX314 an Capsaicin, um es in die Nervenzelle zu
schleusen. Capsaicin bindet an ein Oberflächenprotein (TRPV1), das nur in der
Hülle von Nervenzellen vorkommt, die für die Schmerzwahrnehmung zuständig sind.
Capsaicin öffnet dadurch Membrankanäle, durch die QX314 in die Zelle strömen und
die Schmerzsensoren blockieren kann. An Ratten konnten die Wissenschaftler
zeigen, dass die neue Kombination aus QX314 und Capsaicin, die sie in die
Hinterläufe der Tiere verabreicht hatten, ausschließlich die Schmerzwahrnehmung
blockiert. Die Ratten nahmen keine Schmerzreize mehr wahr, konnten sich dennoch
normal bewegen und auf Berührungen reagieren.
Die Wissenschaftler weisen aber auf einen Nachteil der aktuellen Strategie
hin. Capsaicin aktiviert die Sensoren für Schmerz und Hitze. "Deshalb scheint
es, als würde der Mund brennen, wenn Menschen besonders scharfe Speisen essen",
sagte Prof. Woolf. Um die Schmerzmittelkombination in der Klinik benutzen zu
können, muss ein anderer Weg gefunden werden, den Capsaicin-Rezeptor TRPV1 zu
aktivieren und so die Membrankanäle zu öffnen. "Denn wenn Capsaicin seinen Kanal
öffnet, wird kurzzeitig der für ihn typische Hitzeschmerz ausgelöst", erläuterte
Prof. Woolf. "Wir haben versucht, dieses Problem zu lösen und kürzlich neue,
schmerzfreie Wege gefunden, QX314 in Nervenzellen zu bringen. Die neue
Wirkstoffkombination könnte in Zukunft zum Beispiel Zahnarztpatienten aber auch
werdenden Müttern im Kreissaal helfen."
[
©:
Barbara Bachtler, e-mail:
presse@mdc-berlin.de ,
http://www.mdc-berlin.de/de/news
]
Basics:
Lokalanästhesie im
Zahnlexikon-Online
5.)
"Hässlichkeit" - wenn der kritische Blick auf den eigenen Körper zur
Krankheit wird
Viele Menschen sind unzufrieden mit ihrer äußeren Erscheinung, können ihren
Körper nicht so akzeptieren, wie er ist, oder nehmen einzelne Körperteile als
hässlich wahr. Diese Unzufriedenheit kann krankhaft sein: Dann spricht man von
Dysmorphophobie oder körperdysmorpher Störung. Die Prävalenz dieser psychischen
Störung in der Gesamtbevölkerung wird auf 0,7 bis 5 Prozent geschätzt. Frauen
und Männer sind gleichermaßen betroffen. Nach dem DSM-IV ist für Menschen mit
Dysmorphophobie kennzeichnend, dass sie sich übermäßig mit einem eingebildeten
Mangel oder einer Entstellung der äußeren Erscheinung beschäftigen. Bei einer
eventuell vorhandenen leichten körperlichen Anomalie ist die Besorgnis stark
übertrieben. Das erzeugt einen klinisch relevanten Leidensdruck oder führt zu
Beeinträchtigungen im sozialen und beruflichen Leben.
Nach der Auswertung soziodemografischer Daten von 250 Patienten mit
körperdysmorpher Störung, die zum Zeitpunkt der Datenerhebung im Mittel 33 Jahre
alt waren, beginnt die Erkrankung typischerweise in der Pubertät. "Ein
Dysmorphophobie-Patient beschäftigt sich wahnhaft anmutend und beharrlich mit
der äußeren Erscheinung von ein bis zwei Körperteilen." So beschreibt Professor
Claudia Mehler-Wex von der Klinik und Poliklinik für Kinder- und
Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Ulm einen typischen Patienten mit
körperdysmorpher Störung. Anfangs drehen sich seine Gedanken meist nur um eine
Körperregion, später treten dann weitere hinzu. Haut, Haare, Nase, Augen und
Beine sind in dieser Reihenfolge die häufigsten Regionen, die als entstellt
wahrgenommen werden. Akne, Muttermale, ein vermeintlich zu dicker Po, eine zu
große Nase oder ein angeblich unmännlicher Oberkörper sind nur einige Beispiele
für subjektiv wahrgenommene Mängel. "Bei Frauen überwiegt die Sorge um Brust und
Beine. Männer dagegen richten ihr Augenmerk insbesondere auf Genitalien,
Körperbehaarung und Körpergröße", berichtet Mehler-Wex (InFo Neurologie &
Psychiatrie 10, 2008, 49).
Fast alle Betroffenen haben einen starken Beobachtungswahn. Sie sind überzeugt
davon, dass andere Menschen sie mit besonderer Aufmerksamkeit betrachten und sie
als hässlich empfinden. Angst, aber vor allem Scham quält die Betroffenen. Viele
haben ein geringes Selbstbewusstsein. Depressionen sind die häufigste
Begleiterkrankung bei Patienten mit Dysmorphophobie.
Bei der Behandlung von Patienten mit Dysmorphophobie steht für Mehler-Wex die
Verhaltenstherapie im Vordergrund. Als pharmakologische Unterstützung können im
Einzelfall SSRI eingenommen werden. Die Betroffenen streben allerdings meist
eine somatische Therapie an. Oft werden Dermatologen, HNO-Ärzte und plastische
Chirurgen als erste aufgesucht. Ein kosmetischer Eingriff muss aber äußerst
kritisch gesehen werden, da sich die Symptome im Anschluss eher verstärken und
die Unzufriedenheit auf ein anderes Körperteil verlagert wird.
Ausführlich ...
[
©
Jan-Malte Ambs in "Ärztezeitung Online" ]
6.)
Ernährung in den
Wechseljahren - Worauf Frauen achten sollten
Wenn Frauen in die Wechseljahre kommen, sollten sie viel Wert auf
eine gesunde Ernährung legen. Denn mit der nachlassenden
Hormonproduktion in den Eierstöcken steigt das Risiko für
Herz-Kreislauferkrankungen deutlich an. "Der Herzinfarkt der Frau
ist immer noch ein unterschätztes Risiko", sagte Dr. Elke Lehmkuhl,
Charité Berlin, beim Bundeskongress der drei Berufsverbände BDEM
(Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e. V.), VDD (Verband
der Diätassistenten - Deutscher Bundesverband e. V.) und VDOE
(Verband der Oecotrophologen e. V.) am 25. und 26. April 2008 in
Wolfsburg. Mittlerweile sterben Frauen sogar häufiger an den Folgen
von Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Schlaganfall als Männer. Neben
den Risikofaktoren Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes spielt dabei die
Adipositas eine wichtige Rolle. Fast jede Frau nimmt in den
Wechseljahren zu - mit 50 Jahren sind etwa 60 Prozent übergewichtig,
davon 24 Prozent sogar adipös. Hauptursachen sind zu wenig Bewegung
und der sinkende Energiebedarf - immerhin braucht eine 50-jährige
Frau täglich 400 Kalorien weniger als eine 25-Jährige.
Unglücklicherweise sammelt sich das Fett nach den Wechseljahren
nicht mehr an Hüfte und Oberschenkeln, sondern vor allem im
Bauchbereich. Diese stammbetonte Adipositas ist gefährlich, weil sie
den Nährboden für Typ-2-Diabetes und Arteriosklerose darstellt. Die
Körperfettverteilung ist zwar im Wesentlichen hormonell bedingt,
doch spielen möglicherweise auch Essmuster eine Rolle: Einer Studie
zufolge stieg der Taillenumfang mit dem Wurst- und Fleischkonsum,
nicht aber mit der Aufnahme von Obst und Gemüse.
Vor diesem Hintergrund sollten Frauen in den Wechseljahren "auf eine
energiekontrollierte Kost mit hoher Nährstoffdichte achten", empfahl
Dr. Birgit-Christiane Zyriax vom Zentrum für Klinische Studien in
Hamburg. Oft seien Getränke Kalorienfallen: Nicht nur Softdrinks,
sondern zum Beispiel auch Fruchtsäfte liefern erhebliche Mengen an
Energie. Obst und Gemüse wirken sich zusammen mit einer reduzierten
Kochsalzaufnahme und fettarmen Milchprodukten günstig auf den
Blutdruck aus. Ballaststoffreiche Lebensmittel sind ebenfalls
empfehlenswert: Sie sättigen lang anhaltend, senken den
Blutzuckerspiegel und das Diabetesrisiko. Erhöhte
LDL-Cholesterinwerte lassen sich am besten durch die Einschränkung
gesättigter Fettsäuren senken. Einen günstigen Einfluss auf die
Blutfette haben außerdem einfach und mehrfach ungesättigte
Fettsäuren.
Dass sich eine Lebensstilumstellung lohnt, beweisen die Daten der
Nurses-Health-Study: 82 Prozent aller Herz-Kreislauferkrankungen bei
Frauen lassen sich durch gesunde Ernährung, Rauchverzicht,
regelmäßige körperliche Aktivität und Normalgewicht vermeiden.
[
©
aid ]
Basics: Ernährungsempfehlungen im
Zahnlexikon-Online
7.)
So viel soll das Baby zunehmen
Muttermilch ist in den ersten sechs Lebensmonaten die optimale
Nahrung für Babys. Viele Eltern sind sich jedoch unsicher, ob das
ausreicht und ihr Kind satt wird. Darum hat die Nationale
Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nun
Empfehlungen zur Gewichtsentwicklung von Säuglingen veröffentlicht:
In ihren Empfehlungen an Eltern, Ärzte, Hebammen und Klinikpersonal weist die
Stillkommission darauf hin, dass die meisten gestillten Säuglinge in den ersten
drei Tagen nach der Geburt Gewicht verlieren, weil die Bildung der Muttermilch
erst langsam in Gang kommt.
Nach einem vorübergehenden Gewichtsverlust nehmen ausschließlich gestillte
Säuglinge in den ersten drei Monaten mehr an Gewicht zu als mit der Flasche
gefütterte. Später sind sie dagegen eher schlanker.
Die Empfehlungen zur Gewichtsentwicklung von Säuglingen enthalten konkrete
Hinweise zum Verlauf des Körpergewichts in den ersten Lebenstagen eines
Säuglings und geben Werte an, ab denen eine Zufütterung erforderlich werden
kann. So sollte beispielsweise der Gewichtsverlust eines Säuglings in den Tagen
nach der Geburt nicht mehr als sieben Prozent des Geburtsgewichts betragen.
Die Gewichtsentwicklung gestillter Babys im ersten Jahr sollte anhand der
Referenzkurven beurteilt werden, die die WHO 2006 für Gewicht, Länge, BMI und
Kopfumfang veröffentlicht hat.
Die Tipps sind auf der Internetseite des BfR ( http://www.bfr.bund.de ) unter dem Menüpunkt
"Nationale Stillkommission"/Empfehlungen für Ärzte, Hebammen und Klinikpersonal"
sowie "Tipps für Stillende" abrufbar.
[
© ck/pm in zm-online ]
Basics:
Kinder auf
Zahnwissen.de
8.)
Ministerium will die
elektronische Gesundheitskarte bis Ende 2009 einführen
Die Bundesregierung will die elektronische
Gesundheitskarte trotz Ablehnung durch die Ärzteschaft einführen. Das
Projekt sei nicht gefährdet, der Zeitplan werde eingehalten, sagte ein
Sprecher von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD).
Zuvor hatte der 111. Deutsche Ärztetag in Ulm die eGK erneut abgelehnt.
Das bestehende Konzept könnte die ärztliche Schweigepflicht und die
vertrauensvolle Beziehung zwischen Patienten und Arzt gefährden, hieß
es. Vor Einführung der Karte sollten zudem Alternativen zur
Datenspeicherung an zentralen Stellen erprobt werden, um die
Datensicherheit zu gewährleisten.
Beginnend in der Region Nordrhein, sollen alle Arztpraxen von Herbst an,
im kommenden Jahr dann bundesweit, mit neuen Lesegeräten ausgestattet
werden. Anschließend will das BMGdie Karten ausgeben. Der
Bundesbeauftragte für den Datenschutz hätte das Kartenkonzept
gutgeheißen, heißt es in der FAZ.
Dennoch werden immer wieder sicherheitstechnische, aber auch praktische
Bedenken vorgebracht. Zuletzt hatten Ärzte einen Test abgebrochen, weil
sie und ihre Patienten sich die sechsstellige Pin-Nummer nicht merken
konnten.
[ © ck/pm in zm-online ]
Basics: elektronische
Gesundheitskarte im
Zahnlexikon-Online
9.)
Sommerhitze - Trinken lebenswichtig
Sommer, Sonne, Hitzewellen - der Klimawandel bescherte uns 2003 und 2006
ungewohnt heiße Sommer. Was viele freut, birgt allerdings auch etliche Gefahren.
Darauf macht eine Veröffentlichung des Umweltbundesamtes aufmerksam. Vor dem
Hintergrund von 7.000 Hitzetoten allein in Deutschland im Sommer 2003 informiert
die Broschüre über die Gesundheitsgefahren der hohen Temperaturen. Als Ursachen
für die Todesfälle nennen die Experten Herzinfarkt, Erkrankungen des
Herz-Kreislauf-Systems, der Nieren und der Atemwege sowie Stoffwechselstörungen
infolge der Hitzebelastung. Am stärksten betroffen war die Altersgruppe über 70
Jahre, besonders Frauen. Durch das richtige Verhalten kann allerdings jeder
Gesundheitsrisiken durch Hitze reduzieren. So ist es beispielsweise sinnvoll,
Aktivitäten im Freien - wie Gartenarbeit oder Sport - auf die Morgen- und
Abendstunden zu beschränken.
"Gerade bei hohen Temperaturen ist das Trinken besonders wichtig", erklärt Maria
Flothkötter, Ernährungswissenschaftlerin vom aid infodienst. Denn als Reaktion
auf die Wärme produziert der Körper Schweiß, der beim Verdunsten kühlt und uns
so vor dem Überhitzen schützt. Weil Schweiß überwiegend aus Wasser besteht, muss
die verlorene Flüssigkeit ersetzt werden. Grundsätzlich gilt, dass täglich
mindestens anderthalb bis zwei Liter Flüssigkeit aufgenommen werden sollten. Bei
Hitze und körperlicher Aktivität noch mehr. Als Durstlöscher sind Trink- und
Mineralwasser, aber auch ungesüßte Kräuter- und Früchtetees gut geeignet. Mit
Wasser verdünnte Fruchtsäfte liefern zusätzlich wertvolle Vitamine. Mit dem
Schweiß abgesonderte Mineralstoffe lassen sich durch Suppen oder Brühe wieder
zuführen. Dagegen sollten koffeinhaltige Getränke wie Kaffee und schwarzer oder
grüner Tee gemieden werden - besonders von älteren Personen, die aufgrund des
nachlassenden Durstempfindens oft ohnehin zu wenig trinken. Auch wasserreiches
Obst und Gemüse, wie Melonen, Gurken, Tomaten, Erdbeeren, Pfirsiche können
helfen, Flüssigkeitsverluste auszugleichen. "Im Umkehrschluss gilt: Wer wenig
bis kein Obst und Gemüse isst, sollte mehr trinken", so Flothkötter.
[ ©: aid,
Nicole Rehrmann ]
10.)
Computer: Mikroben-Kolonien auf Tastaturen
Glaubt man einer neuen Untersuchung, sind viele Computer-Tastaturen
bakteriell verseuchter als eine Klobrille. Die britische Verbraucherorganisation
Which? hat in Londoner Büros 33 Tastaturen untersucht, von denen vier als
potenzielle Gesundheitsgefahren eingeordnet wurden. Auf einer Tastatur entdeckte
der mit der Untersuchung beauftragte Mikrobiologe fünf Mal so viele Keime wie
auf einem herkömmlichen Toilettensitz, berichtet die Online-Agentur Ananova.
Der Experte vom University College London Hospital warnte davor, dass durch die
Arbeit mehrerer Angestellten an ein und derselben Tastatur Keime weitergetragen
werden können. Wenn beispielsweise ein Büromitarbeiter an einer Erkältung oder
Gastroenteritis leide, könne man ziemlich sicher sein, dass die
Krankheitserreger über die Tastatur an den nächsten Kollegen übertragen würden.
Daher sollten Tastaturen regelmäßig gereinigt werden.
[
©: smi in "Ärztezeitung
Online" ]
11.)
Zum Schluss: Arzt rät - Vergesst die guten Sitten!
Ein französischer Arzt rät seinen Landsleuten der Gesundheit zuliebe
dazu, den guten Sitten abzuschwören. So sollten sie den Darm- und
Magenwinden freien Lauf lassen und auch den Schweiß nicht zu
unterdrücken suchen.
Frédéric Saldmann folgt in seinen Empfehlungen, dargelegt in seinem Buch
"Le Grand Ménage", dem berühmten Luther-Spruch "Warum rülpset und furzet
ihr nicht? Hat es euch nicht geschmacket?". Die Franzosen sollten sich
endlich trauen zu pupsen, schreibt Saldmann französischen Medien
zufolge.
Die zwei Liter Gas entweichen zu lassen, die ein Mensch durchschnittlich
pro Tag produziere, sei schließlich ein natürlicher Prozess - sie
zurückzuhalten, könne dagegen die Gedärme schädigen. Auch sollten seine
Landsleute nach jedem Essen rülpsen, was einer Hiatushernie vorbeuge.
Die Luft im Magen zu belassen, führe zu Sodbrennen, was wiederum das
Risiko für Speiseröhrenkrebs erhöhe.
[
©:
Fundsache im Deutschen Ärzteblatt ]
Direkter
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Verantwortlich: Dr. Klaus de Cassan
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