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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
6/2009/ 1. Juni 2009
Immer weniger Männer wollen Zahnarzt werden. Die Zahnmedizin entwickle sich
zu einer Frauendomäne, sagte der Ärztliche Direktor der Uni-Zahnklinik Tübingen,
Heiner Weber. Für Frauen sei die Möglichkeit der Teilzeit attraktiv. Während es
in den 70er-Jahren "frauenfreie Semester" gegeben habe, betrage der Anteil der
Studentinnen heute 80 Prozent. Professorinnen allerdings sind immer noch die
Ausnahme.
Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion
Inhalt
1.)
Zähne und Finanzen von A bis Z
2.)
Milchzähne - jedes Kind zahnt anders
3.)
Zahnpflege in der Schwangerschaft - Prophylaxe ist Pflicht!
4.) Schmerzhafter Stau / Wenn Steinchen die
Ausführungsgänge der Speicheldrüsen verschließen
5.)
Hydroxylapatit kann
Zahnschmelz reparieren
6.)
Zahn oder Titan?
7.)
Jedes achte Mineralwasser zu hoch mit
Uran belastet
8.)
Alarmierende Erkenntnisse zum
Hautkrebs: Gemeinsame Initiative mehrerer Organisationen
9.)
Forderung nach abschreckenden Fotos auf
Zigaretten-Verpackungen
10.)
Gefährliche Giftpflanze
Jakobskreuzkraut kann tödliche Vergiftungen hervorrufen
11.)
Patienten sollten sich vor einer Zahnimplantation
über die Therapie informieren
12.)
Ernährungsinfos für Frauen in
den Wechseljahren
13.)
Zum Schluss: Internet-Wetten ums Abspecken
bei US-Amerikanern immer populärer
1.)
Zähne und Finanzen von A bis Z
B wie Bonusheft
Die Zuschüsse für Zahnersatz können erhöht werden. Je regelmäßiger der
Patient seinen Zahnarzt besucht, desto mehr Geld wird erstattet. Sind
regelmäßig Besuche über 5 Jahre belegt gibt es 20 Prozent mehr Geld. Ist
der Patient 10 Jahre regelmäßig zur Vorsorge gegangen beträgt der Bonus
sogar 30 Prozent.
D wie doppelter Festzuschuss
Wenn ein gewisses monatliches Bruttoeinkommen unterschritten wird,
können Patienten einen doppelten Festzuschuss erhalten. Gleiches gilt,
wenn die Kosten der Heimunterbringung von einem Träger der Sozialhilfe
gezahlt wird. Nachweise hierfür muss der Patient seiner Krankenkasse
vorlegen.
G wie Gewährleistung
“Kommt es wider Erwarten zu einem Problem mit der neuen Krone oder der
Füllung, muss der Zahnarzt kostenlos nachbehandeln”, erklärt Dirk Kropp,
Geschäftsführer proDente. “Die so genannte Gewährleistungspflicht dauert
zwei Jahre.” Treten in diesem Zeitraum Mängel auf, die der Zahnarzt zu
verantworten hat, muss er diese kostenfrei beheben. Für Mängel, die der
Zahnarzt nicht erkennen konnte oder nicht verursacht hat, trägt er keine
Verantwortung. Weist ein Zahnersatz erkennbare Mängel auf, darf ihn der
Zahnarzt nicht eingliedern. Er muss diese Mängel beseitigen oder durch
das zahntechnische Labor beseitigen lassen, das den Zahnersatz
hergestellt hat.
Ein Plus für Patienten: Die ortsnahe Zusammenarbeit von Zahnarzt und
Zahntechnikermeister ist auch ein Vorteil bei möglichen Nachbesserungen
oder Reparaturen, da diese schnell durchgeführt werden können.
H wie Heil- und Kostenplan
„Bei Zahnersatz und kieferorthopädischen Behandlungen wird immer erst
ein Heil- und Kostenplan erstellt“, erklärt Dr. Rüdiger Butz von der
Initiative proDente. „Er beschreibt die geplante Behandlung, steckt den
Kostenrahmen ab und muss von der Krankenkasse bewilligt werden. Erst
dann kann der Zahnarzt mit der Arbeit beginnen.“ Mit der Bewilligung
setzt die Kasse außerdem den Zuschuss fest, den sie zur Behandlung
leistet. Der genehmigte Plan ist sechs Monate lang gültig, bis dahin
muss die Behandlung abgeschlossen sein.
K wie kostenlos
Zwei Kontrolluntersuchungen pro Jahr sind Leistungen der gesetzlichen
Krankenversicherung. Zehn Euro Praxisgebühr werden nicht erhoben. Im
Rahmen der Kontrolluntersuchung kann der Zahnarzt beispielsweise
röntgen, um Entzündungen oder versteckte Karies festzustellen sowie
einmal jährlich „harten Beläge“ – also Zahnstein – entfernen. Zahnstein
beherbergt ebenso wie der Zahnbelag eine Vielzahl von Bakterien, die
sich in der Mundhöhle ideal vermehren können. Erst wenn neben den
präventiven Maßnahmen beim Kontrolltermin oder einem weiteren Termin
eine Behandlung nötig wird, muss der Patient die Praxisgebühr zahlen.
Seit 2004 übernehmen die Kassen alle zwei Jahre die Kosten für einen
speziellen Parodontitis-Test. Während des Tests tastet der Zahnarzt mit
einer Sonde das Gewebe zwischen Zähnen und Zahnfleisch ab. Er misst die
Tiefe der Zahnfleischtaschen und prüft ob eventuell eine Entzündung
vorliegt. In schweren Fällen wird der betroffene Kiefer geröntgt, so
dass der Zahnarzt sich ein genaues Bild vom Zustand des Kieferknochens
machen kann.
N wie Nulltarif
Zahnersatz zum Nulltarif. Kann das funktionieren? Klare Frage, klare
Antwort: Die absolute Aussage des Begriffs „Zahnersatz zum Nulltarif“
ist falsch. Nur Regelleistungen werden für Patienten kostenlos
angeboten. Was heißt das? Die Regelleistung ist in Deutschland durch den
Gesetzgeber definiert. Sie ist eine medizinisch sinnvolle und
zweckmäßige Basisversorgung. Wünscht aber der Patient beispielsweise
statt einer herausnehmbaren Prothese mit Klammerverankerung einen
festsitzenden Zahnersatz. Oder hat er Interesse beim Zahnersatz
möglichst viel von seinen natürlichen Zähnen zu erhalten, sind das
höherwertige Leistungen. Im Klartext: Schon der Wunsch nach einer
kleinen ästhetischen Verbesserung in Bezug auf Materialauswahl und
Behandlung ist auch bei den vermeintlichen Schnäppchenanbietern
kostenpflichtig.
S wie Steuern sparen
Die Eigenbeteiligung beim Zahnersatz kann die Steuerlast mindern.
Kosten, die nicht von der Krankenversicherung übernommen werden, können
beim Lohnsteuerjahresausgleich oder der Einkommensteuererklärung unter
"Außergewöhnliche Belastungen" angegeben werden. "Ausgaben für
Implantate, Kronen, Brücken oder Füllungen gehören zu den anerkannten
„außergewöhnlichen Belastungen“ und sind daher steuerlich absetzbar",
bemerkt dazu Dirk Kropp, Geschäftsführer proDente. Finanzgerichte lassen
auch fünfstellige Beträge für Implantate gelten.
V wie Versicherungen
„Zähne kann man versichern, muss es aber nicht“, betont Dirk Kropp,
Geschäftsführer proDente. Eine Zahnbehandlung zählt nicht zu den
existenziellen Risiken, wie etwa die Berufsunfähigkeit. Um Zahnersatz zu
finanzieren, könnte zum Beispiel auch ein kleiner Sparvertrag nützlich
sein. Doch wer eventuell nicht diszipliniert genug ist und das
angesparte Geld für andere Dinge ausgibt oder sich aus Bequemlichkeit
nicht selber um die Geldanlage kümmern will, kann „auf Nummer sicher
gehen“ und eine private Zahnersatz-Zusatzversicherung abschließen. Zu
beachten ist, was genau erstattet wird und wie hoch die monatlichen
Kosten sind. Vorsicht: Ältere Menschen zahlen hohe Beiträge und manche
Versicherungen haben Sperrfristen.
Z wie Zusatzversicherungen
Sie Info-Grafik unter
http://www.prodente.de/
Z wie Zweitmeinung
Liegt einem Patienten schon eine konkrete Behandlungs- und Honorarplanung seines
Zahnarztes vor, kann er – sofern er das für nötig erachtet – eine weitere
Meinung einholen. Er kann entweder in einer anderen Praxis oder bei einer
Patientenberatungsstelle nach einer „Zweiten Meinung“ fragen. Einige
Beratungsstellen haben hier ein besonderes Modell (Gutachtermodell) entwickelt,
das dem Spezialisten, der die Zweitmeinung erteilt, eine eigene Behandlung des
Patienten untersagt. Er wird also völlig objektiv beraten, weil er kein
wirtschaftliches Interesse an der Übernahme des Behandlungsfalles haben kann.
[ ©
proDente
e.V. (Stand: Mai 2009) ]
Basics:
Zahnlexikon-Online
2.)
Milchzähne - jedes Kind zahnt anders
Die Milchzähne treten in der Regel im Unterkiefer früher hervor
als im Oberkiefer. Die zentralen Schneidezähne erscheinen ungefähr im Alter von
acht bis zehn Monaten. Die seitlichen Schneidezähne kommen im Alter von etwa elf
bis 13 Monaten zum Vorschein. Im Alter von ca. 16 Monaten bricht der erste
Backenzahn durch. Der Eckzahn kommt im Alter von ca. 19 bis 20 Monaten. Der
zweite Backenzahn wird schließlich erst im Alter von 27 bis 29 Monaten sichtbar.
Die Zeiten dienen jedoch nur als Anhaltspunkt. Kleine Unregelmäßigkeiten sollten
für Eltern kein Grund zur Besorgnis sein. Bei Jungen können die Milchzähne
beispielsweise etwas länger auf sich warten lassen. Eine animierte Übersicht
stellt die Initiative prodente e.V. jetzt unter
http://www.prodente.de/milchzahngebiss.0.html " zur Verfügung.
Mit dem ersten Milchzahn gehört die tägliche Zahnpflege zur Tagesroutine.
Zahnärzte empfehlen schon für Babys regelmäßige halbjährige
Vorsorgeuntersuchungen. Wichtige Termine liegen im 6. bis im 8. Lebensmonat nach
dem Durchbruch der ersten Milchzähne, im 16. bis 18. Monat nach dem Durchbruch
der ersten Milchbackenzähne und im 30. Monat, nachdem das Milchgebiss komplett
ist. Ziel der frühen zahnärztlichen Kontrolltermine ist vor allem, dass Ihr Kind
mit dem Besuch beim Zahnarzt vertraut wird und eine angstfreie Beziehung zum
Zahnarzt entwickelt. Gleichzeitig werden den Eltern wichtige Informationen für
die Erhaltung der Mundgesundheit der Kleinkinder vermittelt.
Früh eine eigene Zahnbürste
Je nach Entwicklungsstand, aber spätestens mit drei Jahren, sollte das Kind
selbst eine Zahnbürste benutzen. Jetzt heißt es üben, üben, üben. Angewendet
wird die KAI-Methode: Zuerst die Kauflächen, dann die Außen- und zum Schluss die
Innenflächen. So leicht es klingt, ein Kind schafft dies nicht ohne Hilfe.
Es ist notwendig, bis in die Schulzeit hinein nachzuputzen, zu kontrollieren und
vor allem zu motivieren. Dabei helfen Ihnen Bilderbücher zu dem Thema und CD’s
mit Zahnputzliedern.
Ab 6 Jahren: Backenzähne versiegeln
Ab sechs Jahren kann Ihr Kind Zahnpasta für Erwachsene mit höherem Fluoridgehalt
verwenden. Denn: Jetzt kommen schon die ersten bleibenden Zähne - die
Backenzähne – am Ende der Milchzahnreihe hinzu, auf deren Reinigung besonders
geachtet werden muss, da in den Grübchen, auch Fissuren genannt, schnell Karies
entstehen kann. Sobald die Kaufläche der Zähne durchgebrochen ist, sollte diese
regelmäßig in der Zahnarztpraxis mit Fluoridlack behandelt werden. Nach dem
völligen Durchbruch ist eine Fissurenversiegelung sinnvoll, bei welcher die
Grübchen mit einer Kunststoffmasse versiegelt werden und die Kariesgefahr
dadurch verringert wird. Die Behandlung ist völlig schmerzfrei. Wichtig ist vor
allen Dingen die Kinder bereits zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr an
die regelmäßige zahnärztliche Betreuung heranzuführen. Damit dies gelingt ,
sollten Sie Ihr Kind möglichst früh zu Kontrolluntersuchungen in die Praxis
mitnehmen, es spielerisch an die Kontrolluntersuchungen heranführen und zu Hause
gemeinsam die Mundhöhle entdecken. Dafür gibt das zahnärztliche Behandlungsteam
Tipps und Informationen zur altersgerechten Zahn- und Mundhygiene, zur
zahngesunden Ernährung und zum richtigen Gebrauch von Fluoriden.
Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt geht.
[
©: dirk.kropp@prodente.de ]
Basics:
Kinder
auf
www.Zahnwissen.de
3.)
Zahnpflege in der Schwangerschaft - Prophylaxe ist Pflicht!
Die Hormone spielen verrückt, die Stimmungsschwankungen werden
täglich größer und die körperlichen Veränderungen zusehends deutlicher.
Eine Schwangerschaft hat Auswirkungen auf den gesamten Körper, Zähne und
Zahnfleisch bilden hier keine Ausnahme.
Schwangerschaftshormone führen zu einer vermehrten Durchblutung der
Schleimhaut in Verbindung mit einer Auflockerung des Gewebes. Die
chronische Entzündung des Zahnhalteapparates - die Parodontitis - kann
dadurch ausgelöst und bestehende Erkrankungen können verstärkt werden.
Erstes Warnzeichen: Zahnfleischbluten!
"In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft verursacht die
Hormonumstellung extreme Veränderungen im Körper. Die regelmäßige
Kontrolle schon mit Beginn der Schwangerschaft ist daher äußerst
wichtig", informiert Sylvia Fresmann, leitende Dentalhygienikerin der
goDentis, und rät zu einer individuell abgestimmten Zahnprophylaxe.
"Eine moderne Prophylaxe, wie das Konzept Scan, bietet dabei mehr als
die Reinigung der Zähne. Anhand medizinischer Parameter werden
individuelle Risiken für Karies und Parodontitis ermittelt und ein
persönliches Zahn-Gesundheitskonzept entwickelt. Das Ziel: Risiken
rechtzeitig zu erkennen, zu minimieren und Zähne und Zahnfleisch
dauerhaft gesund zu erhalten", so die Expertin.
Eine Parodontitis kann übrigens nicht nur zu Zahnverlust führen: Seit
Anfang der 90er Jahre weiß die zahnmedizinische Forschung um den
Zusammenhang zwischen chronischen bakteriellen Entzündungen und dem
erhöhten Risiko für Frühgeburten sowie untergewichtigen Neugeborenen.
Während der Schwangerschaft produziert der Körper vermehrt Speichel, der
besonders sauer ist und den Zahnschmelz angreift - Kariesbakterien
können jetzt leichter in den Zahn eindringen. Hier kann mit einer
gründlichen Mundhygiene zu Hause und dem Verzicht auf zuviel "Süßes und
Saures" vorgebeugt werden.
In den ersten Monaten leiden viele Frauen an Übelkeit und Erbrechen.
Danach sollten die Zähne nicht sofort geputzt werden, denn auch hier
greift die starke Säure den Zahnschmelz an. Lieber den Mund mit einer
fluoridhaltigen Mundspüllösung oder klarem Wasser ausspülen und das
Zähneputzen eine halbe Stunde später nachholen.
[
©:
goDentis ]
Basics:
Schwangerschaft
auf
www.Zahnwissen.de
4.)
Schmerzhafter Stau /
Wenn Steinchen die Ausführungsgänge der Speicheldrüsen verschließen
Nierensteine, Blasensteine, Gallensteine - die kennt jeder. Aber
Speichelsteine? Die gibt es ebenfalls, und auch sie können sich mit
kolikartigen Schmerzen bemerkbar machen, berichtet die "Apotheken
Umschau". Sie bilden sich in den Ausführungsgängen der Speicheldrüsen.
Wenn diese dann beim Essen aktiv werden und große Mengen an Sekret
bilden, staut sich dieses und kann starke Schmerzen auslösen. Die
Ursachen der Steinbildung sind nicht ganz geklärt. Typischerweise
erkranken aber vor allem Erwachsene zwischen 30 und 40 Jahren. Erste
Symptome sind Schluckbeschwerden und ein Druckgefühl am Mundboden. Sie
nehmen beim Essen zu. Zu dem rein mechanischen Problem kann eine
bakterielle Entzündung hinzu kommen. Dann ist eine
Antibiotika-Behandlung nötig. Die Steine nehmen die Form des
Ausführungsganges an. Sie werden etwa einen Zentimeter lang und zwei
Millimeter dick werden. Der Patient kann versuchen, sie durch Anregen
der Speichelproduktion heraus zu befördern. Der Arzt sieht sie manchmal
mit bloßen Auge. Mit einem kleinen Schnitt legt er sie frei und zieht
sie heraus. Gelingt das nicht, gibt es eine endoskopische Methode, sie
zu entfernen. Manchmal sind sie aber so hartnäckig, dass die ganze Drüse
entfernt werden muss. Da der Mensch über mehrere Speicheldrüsen verfügt,
stellen diese noch genügend Speichel für eine gute Vorverdauung zur
Verfügung.
[ ©:
Ruth Pirhalla , E-Mail:
pirhalla@wortundbildverlag.de
]
Basics:
Speichelstein im
Zahnlexikon-Online
5.)
Hydroxylapatit kann
Zahnschmelz reparieren
Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz des menschlichen Körpers, aber
keinesfalls unverwundbar. Vor allem Säure greift den natürlichen Schutzmantel
der Zähne an und zerstört dessen Mineralstruktur. Dadurch entstehen
mikroskopisch kleine Risse und Löcher im Zahnschmelz, der zu 98 Prozent aus
Hydroxylapatit besteht. Die Folge: Die Zähne werden empfindlicher und brüchiger.
Ein geeignetes Mittel zum Schutz vor Zahnerosion gab es bislang nicht.
Wissenschaftlern ist es jetzt jedoch gelungen, Hydroxylapatit (in Kombination
mit Zink-Carbonat) in einer so neuartigen Struktur herzustellen, dass
beschädigter Zahnschmelz damit repariert werden kann. Und Zahnbelag verhindert
wird.
Ein Team von Wissenschaftlern um Prof. Dr. Matthias Hannig hat jetzt
nachgewiesen, dass eine Verbindung aus Zink-Carbonat-Hydroxylapatit Zahnschmelz
vor Erosion schützen kann. Die einzigartige Wirkstoff-Kombination hat der
Spezialist für organische Oberflächen, Prof. Dr. Norberto Roveri (Universität
Bologna), entwickelt. Sie repariert verlorene Substanz, indem sie sich
selbstständig (bioaktiv) mit dem natürlichen Zahnschmelz verbindet.
Roveri ist es als erstem Wissenschaftler gelungen, die Größe und Struktur seiner
Wirkstoff-Partikel so einzustellen, dass sie auch in mikroskopisch kleinste
Risse eindringen können. Defekter Zahnschmelz wird dadurch automatisch
repariert.
Die Untersuchungen wurden zunächst im Laborexperiment durchgeführt. Dieser
Effekt konnte nun auch von Prof. Hannig "in vivo" - unter realen Bedingungen in
der Mundhöhle - bestätigt werden. "Aufgrund der Befunde kann man schlussfolgern,
dass Zink-Carbonat-Hydroxylapatit den Zahnschmelz repariert, indem eine Schicht
aus Hydroxylapatit und Proteinen auf der Zahnoberfläche gebildet wird",
berichtet Professor Hannig auf der Pressekonferenz in Hamburg. "Zink-Carbonat-Hydroxylapatit
schützt die Zähne außerdem vor Zahnbelag, weil die Oberfläche durch
Neomineralisation geglättet wird", hat der Wissenschaftler zusätzlich
festgestellt.
[
©: Dr. Kurt Wolff GmbH & Co.KG, Frau Eva Gertz, e-mail:
eva.gertz@alcina.de ]
Basics:
Hydroxylapatit im
Zahnlexikon-Online
6.)
Zahn oder Titan?
Die Zahnerhaltung ist das oberste Gebot der Zahnärzte. "Doch in
bestimmten Risikokonstellationen dürfen wir nicht zu lange zögern,
bevor wir einen Zahn ziehen. So können wir zumindest den Knochen
erhalten", erklärt Professor Christof Pertl aus Graz.
Chronische Entzündungen an den Zähnen gefährden die
Funktionsfähigkeit eines Zahnes vor allem dann, wenn nicht nur das
Zahninnere (Zahnpulpa), sondern auch der knöcherne Zahnhalteapparat
(Parodontium) betroffen ist. Bei diesen sogenannten
Endo-Paro-Erkrankungen sind implantologische Therapien unter
bestimmten Voraussetzungen zahnerhaltenden Maßnahmen überlegen.
"Schreitet an einem einzelnen Zahn im Bereich des Zahnhalteapparates
eine Entzündung trotz Behandlung fort, würde man nicht länger als
zwei Jahre warten, bevor man einen Zahn zieht und den Patienten mit
einem Implantat versorgt, denn wir Zahnärzte müssen im Notfall
zumindest den Knochen erhalten."
Konventionelle Wurzelbehandlungen sind sehr
erfolgreich
Bei den meisten Patienten schreitet eine Parodontitis nur langsam
voran. 50 bis 80 Prozent der parodontal geschädigten Zähne sind nach
15 Jahren entzündungsfrei. Geht eine Parodontitis von einer
Infektion des Wurzelkanalsystems aus, sind konventionelle
Wurzelbehandlungen sehr erfolgreich. "Die langfristigen Erfolgsraten
liegen hier zwischen 85 und 95 Prozent", berichtet der Grazer
Experte. Verursachen nach einer Wurzelbehandlung in den Hohlräumen
in der Wurzel zurückbleibende Keime erneut eine Entzündung, ist die
Revision der Wurzelbehandlung in 65 bis 80 von hundert Fällen
erfolgreich. "Die konventionellen Erfolge sind so gut, dass man ein
chirurgisches Vorgehen erst als letzte Option wählen sollte",
empfiehlt Pertl.
Bei der chirurgischen Wurzelspitzenresektion verschafft sich der
Operateur den Zugang zum Wurzelkanalsystem von außen durch den
Kieferknochen. Zwar können dank modifizierter Techniken die
Erfolgsraten bei diesem Vorgehen im Einzelfall sehr gut sein, sie
schwanken jedoch zwischen 50 und 92 Prozent, wenn mit einem
OP-Mikroskop und retrograder Ultraschallreinigung gearbeitet wird.
Auch die Knochenerhaltung ist wichtig
Bei vier bis acht Prozent der Patienten verläuft die Parodontitis aggressiv
und rapide. In diesen Fällen müssen Zähne schnell gezogen und der Patient nach
einer Behandlung der Entzündung mit einem Implantat versorgt werden. Wartet der
Zahnarzt zu lange ab, ist unter Umständen nicht mehr genug Knochensubstanz da,
um ein Implantat zu verankern. "Im Sinne der Knochenerhaltung müssen wir Zähne
so spät wie möglich, aber so früh wie nötig ziehen", so Pertl.
Die Therapieplanung bei einer Parodontitis hängt davon ab, wie schnell die
Entzündung fortschreitet und welche persönlichen Risikofaktoren hinzu kommen.
"Wichtig ist, die vier bis acht Prozent von Risikopatienten herauszufinden, bei
denen eine Parodontitis so rapide verläuft", weiß Pertl. Bei diesen Patienten
ist das Risiko für einen Implantatverlust besonders hoch. Das individuelle
Risikoprofil bestimmen Angewohnheiten wie Rauchen, Mundhygiene und Stress, aber
auch genetische Faktoren oder systemische Erkrankungen wie die Zuckerkrankheit
oder bestimmte Immunschwächen.
"Schreitet die Parodontitis sehr schnell voran und sind die prothetischen
Möglichkeiten wegen persönlicher Risikofaktoren nur sehr begrenzt, würde man
nicht zwei Jahre abwarten, sondern frühzeitiger radikal vorgehen und sich für
eine Extraktion mit anschließender Implantation entscheiden", so Pertl. "Sind
hingegen bei einer aggressiven Form gute allgemeinprothetische Lösungen möglich,
würde man die betroffene Zahnreihe als Übergangslösung mit einer konventionellen
Prothetik versorgen, damit man nicht so viele Zähne auf einmal ziehen muss."
Liegen bei einer guten Prognose keine persönlichen Risikofaktoren vor, ist
sowohl eine konventionelle Behandlung als auch eine implantologische Lösung
möglich.
Fünf Ärzte, fünf Pläne Nicht zuletzt
spielt auch der Schwerpunkt des Zahnarztes eine Rolle bei der therapeutischen
Entscheidung. Ist er Implantologe, Endodontologe, Parodontologe, Prothetiker? Je
nachdem, auf welche Fachrichtung sich ein Zahnarzt spezialisiert hat, können die
therapeutischen Empfehlungen variieren.
[
©:
Dipl. Biol. Barbara Ritzert,
presse@dgi-ev.de , weitere Informationen:
http://www.dgi-ev.de
]
Basics:
Implantate,
Parodontitis im
Zahnlexikon-Online
7.)
Jedes achte
Mineralwasser zu hoch mit Uran belastet
Viele Mineralwässer, darunter bekannte Marken wie S. Pellegrino und
Überkinger, sind so stark mit Uran belastet, dass gesundheitliche
Risiken nicht ausgeschlossen werden können. Das geht aus einer Liste mit
825 Uran-Messdaten von 435 Mineralwasser-Marken hervor, die die
Verbraucherrechtsorganisation foodwatch heute veröffentlicht hat. 104
Messwerte von 55 Marken liegen über zwei Mikrogramm Uran pro Liter.
"Jedes achte Mineralwasser ist zu hoch mit Uran belastet und für
Säuglinge und Kleinkinder nicht sicher", erklärte
foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode.
Das Schwermetall Uran kann wegen seiner chemischen Giftigkeit
insbesondere bei kleinen Kindern zu schweren Schädigungen der Niere
führen. foodwatch forderte Bundesverbraucherministerin Aigner und
Bundesgesundheitsministerin Schmidt auf, gesetzliche Grenzwerte für
Mineral- und Trinkwasser in Höhe von zwei Mikrogramm Uran pro Liter
festzulegen. "Gesundheitsvorsorge muss sich an denen orientieren, die
ein besonderes Schutzbedürfnis haben: Babys und Kleinkinder", sagte
Bode. "Nach heutigem Stand der Wissenschaft ist man mit einem Grenzwert
von zwei Mikrogramm auf der sicheren Seite."
Diese Auffassung bestätigt eine neue wissenschaftliche Stellungnahme der
Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Obwohl diese
Stellungnahme von Deutschland beauftragt worden war, ziehen die
zuständigen deutschen Behörden bislang keine Konsequenzen und bewerten
Uranwerte von bis zu zehn Mikrogramm pro Liter offiziell als
unbedenklich. Generelle gesetzliche Grenzwerte gibt es bisher weder für
Mineral- noch für Trinkwasser. Dabei dürfen bereits seit 2006
Mineralwässer in Deutschland, die mit dem Hinweis "geeignet für die
Zubereitung von Säuglingsnahrung" beworben werden, einen Höchstwert von
zwei Mikrogramm pro Liter nicht überschreiten.
Rund 87 Prozent der foodwatch vorliegenden Uran-Messdaten von
Mineralwässern liegen unter zwei Mikrogramm. Bei vier Marken
(Griesbacher, Kugelsburgquelle, Waldecker und Winfried aus der
Sebastianquelle) sowie zwei Heilwässern (Bad Griesbacher, Bad
Mergentheim Karlsquelle) wurden mehr als zehn Mikrogramm Uran pro Liter
gemessen. Doch auch bekannte und weit verbreitete Mineralwässer wie S.
Pellegrino und Perrier (beide Nestlé), Freyersbacher oder Überkinger
sind nach EFSA-Maßstäben riskant hoch belastet.
foodwatch sieht neben dem Gesetzgeber die Hersteller in der Pflicht.
"Wir fordern Nestlé als weltgrößten Anbieter von Mineralwasser auf,
seine Verantwortung für die Gesundheit von Kleinkindern ernst zu nehmen.
Bis zur Einführung von Grenzwerten muss Nestlé umgehend Warnhinweise auf
den Etiketten von S. Pellegrino und Perrier anbringen, dass diese Wässer
für Säuglinge und Kleinkinder nicht geeignet sind", so Bode.
Bereits im August 2008 hatte foodwatch bundesweite Daten über die
Uranbelastung von Trinkwasser veröffentlicht. Auch hier lag etwa jeder
achte der rund 8200 Werte bei über zwei Mikrogramm pro Liter.
[ ©:
foodwatch e.V., Martin Rücker,
presse@foodwatch.de
]
8.)
Alarmierende Erkenntnisse
zum Hautkrebs: Gemeinsame Initiative mehrerer Organisationen
Neue statistische Untersuchungen über den Hautkrebs in
Deutschland haben zu alarmierenden Ergebnissen geführt. So gab es allein
im Jahre 2008 in Deutschland rund 135000 Hautkrebs-Primärerkrankungen.
Die aktuellen Daten zeigen sehr deutlich, dass der Hautkrebs nicht mehr
nur ein Problem des hohen Alters ist. Vielmehr liegt z.B. das mittlere
Erkrankungsalter beim Schwarzen Hautkrebs (Malignen Melanom) heute
deutlich unter 60 Jahren. Die Ursachen lassen sich u.a. in einem
veränderten Freizeitverhalten finden.
Hautkrebs ist die am häufigsten auftretende Tumorerkrankung in
Deutschland (22,7 Prozent bei den Männern bzw. 23,8 Prozent bei den
Frauen). Wird diese hoch gefährliche Krankheit zu spät erkannt, führt
sie auch heute noch sehr häufig zum Tode.
Vor diesem Hintergrund spielt das Hautkrebs-Screening, das seit Mitte
des vergangenen Jahres flächendeckend angeboten wird, eine zentrale
Rolle. Mit dieser als Kassenleistung angebotenen Untersuchung können
Hautkrebserkrankungen frühzeitiger erkannt werden. Hierdurch verbessert
sich z.B. die Behandlung des hoch gefährlichen schwarzen Hautkrebses
(Malignes Melanom). Bei einer sehr geringen Tumordicke (kleiner 1mm) des
Malignen Melanoms stellt die operative Versorgung einen kurativen
Therapieansatz dar. In diesem Fall liegen die Heilungschancen
mittlerweile über 95 Prozent.
Bereits jetzt nehmen insgesamt rund 90 Prozent aller 3300
niedergelassenen Hautärzte in Deutschland am Screening teil. Darüber
hinaus bieten ca. 30000 Hausärzte, die die Patienten je nach Bedarf den
Hautärzten zuweisen, das Screening an. Seit seiner flächendeckenden
Einführung wird das Hautkrebs-Screening von den Patienten gut
angenommen.
Neben dem Engagement für das Hautkrebs-Screening setzt sich u.a. die DDG
aktiv für die Einführung von Hauttumorzentren an den deutschen
Hautkliniken ein. Ziel ist die effiziente Vernetzung von Haus- und
Hautärzten über eine zentrale Institution, wodurch eine organisierte und
strukturierte Versorgungskette für die Patienten entsteht. In diesem
Zusammenhang entwickelt die DDG entsprechende Leitlinien und
Zertifizierungen für die Hautkrebstherapie.
[
©: Stefan Lange 0351/563413-00
stefan.lange@daylight-pr.com ]
9.)
Forderung nach
abschreckenden Fotos auf Zigaretten-Verpackungen
„Die Warnhinweise auf den Zigaretten-Verpackungen müssen zumindest um den
Hinweis ergänzt werden, dass Raucher früher ihre Zähne verlieren“, forderte Dirk
Kropp, Geschäftsführer proDente anlässlich des Welt-Nichtrauchertages am 31. Mai
2009. Denn: Rauchen schadet auch den Zähnen. "Statt der harmlosen Texte könnten
abschreckende Fotos eine größere Wirkung erzielen“, weiß Kropp. Kanadische
Forscher haben in einer vierjährigen Studie mit 15.000 Rauchern belegt, dass
Raucher sich durch Warnhinweise auf der Zigarettenpackung beeinflussen lassen.
Je drastischer der Hinweis, desto größer ist der Eindruck bei den Rauchern.
„Raucher sind gefährdeter als Nichtraucher an einer schweren Zahnbettentzündung
(Parodontitis) zu erkranken und ihre Zähne zu verlieren“, ergänzte Zahnarzt Dr.
Dietmar Oesterreich von der Initiative proDente. Der Grund: Eine Entzündung im
Mundraum, die vor einer Parodontitis warnt, tritt bei Rauchern deutlich später
auf. Zudem schränkt der Konsum von Zigaretten die körpereigenen Abwehrkräfte
ein. Das Nervengift Nikotin dringt nach dem Einatmen in die feinen Blutgefäße
des Zahnfleischs. Die Gefäße werden durch Nikotin verengt und das Gewebe nicht
mehr normal durchblutet. Erstes Zahnfleischbluten – ein wichtiges Warnsignal auf
eine beginnende Parodontitis – bleibt somit aus.
Zahnersatz auch in Gefahr
„Auch bei der immer beliebter werdenden Versorgung mit Implantaten unterliegt
der Raucher einem wesentlich höherem Risiko einen Misserfolg zu erleiden“,
erläutert Joachim Hofmann, Zahnarzt und proDente-Experte aus Kirchhundem. Der
Körper wird durch Rauchen mangelhaft mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen
versorgt: Schädliche Bakterien können sich vermehrt ansiedeln und Entzündungen
auslösen. Eine Studie der Universität Kiel und eine japanischen Meta-Studie
bestätigen: Raucher müssen damit rechnen, dass die künstlichen Zahnwurzeln
schlechter einwachsen oder die Einheilung scheitert.
Zahngesundheit und Rauchen – die Fakten
Mehr als 70 Prozent der Zahnarztpatienten mit einer schweren Parodontitis sind
Raucher. Sie haben gegenüber Nichtrauchern ein bis zu sechsfach höheres Risiko
für eine Zahnbettentzündung. Es ist umso höher, je mehr und je länger geraucht
wird: Starke Raucher, die über 20 Jahre lang mehr als 20 Zigaretten pro Tag
rauchen, haben sogar ein 20-fach höheres Erkrankungsrisiko.
Raucher, die vom Glimmstengel lassen, verbessern ihre Mundgesundheit und
reduzieren das Risiko für Mundhöhlen-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs innerhalb
weniger Jahre. Bis zu 90 Prozent aller Tumore in Mundhöhle, Kehlkopf,
Speiseröhre und Lunge, werden durch das Rauchen verursacht.
[ ©
Dirk Kropp , Initiative proDente e.V.,
dirk.kropp@prodente.de
]
Basics:
Parodontitisrisikofaktor im
Zahnlexikon-Online
10.)
Gefährliche Giftpflanze Jakobskreuzkraut kann tödliche Vergiftungen
hervorrufen
In der Tigray-Region in Nord-Äthiopien sind in den vergangenen Jahren mehr
als 300 Menschen an einer rätselhaften Vergiftung gestorben. Dank der Hilfe
eines Pharmazeuten der Universität Bonn ist es inzwischen gelungen, den
Verursacher zu identifizieren: Es handelt es sich um eine Pflanze, deren
Inhaltstoffe die Leber nachhaltig schädigen können. In Deutschland ist momentan
eine verwandte Art auf dem Vormarsch, das so genannte Jakobskreuzkraut. Es soll
hierzulande für den Tod etlicher Pferde verantwortlich sein.
Das Jakobskreuzkraut produziert so genannte Pyrrolizidinalkaloide. Diese können
bei dauerhaftem Genuss bereits in relativ geringen Dosen die Leber schädigen.
Als Spätfolge droht dann Leberkrebs. Größere Mengen können direkt einen
tödlichen Leberschaden auslösen. In Äthiopien sind seit 2001 mehr als 300
Menschen an einer solchen Vergiftung verstorben, zumeist Kinder. "Ihre Leber
reagiert weitaus sensibler auf das Gift als die von Erwachsenen", erklärt Dr.
Helmut Wiedenfeld vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn.
Der Wissenschaftler forscht bereits seit mehr als 20 Jahren über die
gefährlichen Inhaltsstoffe von Kreuzkräutern und ihren Verwandten. In Äthiopien
standen Ärzte der Weltgesundheitsorganisation WHO zunächst vor einem Rätsel,
wodurch die Vergiftungsfälle ausgelöst wurden. "Bis sich ein Forscher dort daran
erinnerte, dass er in einer meiner Publikationen von ähnlichen Symptomen gelesen
hatte", sagt Wiedenfeld. Inzwischen ist klar, dass eine Pflanze namens Ageratum
conyzoides die Todesfälle verursacht hat. Sie wächst dort als Unkraut auf
Getreidefeldern und war so beispielsweise in Brot und Bier gelangt.
Pferde besonders gefährdet
Hierzulande ist eine verwandte Art auf dem Vormarsch, die dieselben toxischen
Stoffe enthält: das bis zu 1,40 Meter hohe Jakobskreuzkraut. Grund sei unter
anderem die Zunahme von Brachflächen, die überdies nicht mit Herbiziden
behandelt würden. "Jakobskreuzkraut ist sehr genügsam", erklärt Wiedenfeld.
"Mancherorts wachsen hierzulande bereits riesige Monokulturen." Inzwischen
häufen sich in ganz Deutschland Todesfälle bei Pferden, die für das Toxin der
Pflanze besonders empfindlich sind. "In vielen dieser Fälle steht inzwischen
eindeutig Jakobskreuzkraut als Verursacher fest", sagt der Pharmazeut.
In Baden-Württemberg gibt es inzwischen einen ersten Todesfall beim Menschen.
Dort hat eine Frau während der Schwangerschaft große Mengen eines
Gesundheitstees getrunken, der eine Pflanze mit Pyrrolizidinalkaloiden enthielt.
Dadurch wurde die Leber des Fötus so sehr geschädigt, dass das Kind kurz nach
der Geburt verstarb. Momentan wird am Pharmazeutischen Institut untersucht, ob
diese toxischen Stoffe in die Nahrungsmittelkette gelangen können. Es mehren
sich die Hinweise, dass das Toxin möglicherweise in die Milch von Kühen
übergehen kann, die Jakobskreuzkraut gefressen haben. Durch Bienen kann es zudem
in Honig gelangen; dort wurde es bereits nachgewiesen.
Ein Grund zur Panik bestehe nicht, betont Wiedenfeld. "Wir müssen die Pflanze
aber mit aller Macht bekämpfen", sagt er. "Es gibt wirksame Herbizide, die auch
schnell wieder abgebaut werden und somit die Umwelt nur gering belasten. Sie
werden aber viel zu selten angewandt." Problematisch stellt sich die Situation
bei Stilllegungsflächen, in Naturschutzgebieten und - aufgrund des
Herbizid-Tabus - im besonderen Maße in der Bio-Landwirtschaft dar. "Wir arbeiten
mit der Landwirtschaftskammer NRW an der Frage, wie hoch die toxische Belastung
ist und wie man den Vormarsch dieser Pflanzen stoppen kann", sagt Wiedenfeld.
"Das betrifft neben dem Jakobskraut auch seine nahen Verwandten, vor allem das
rauken- und das schmalblättrige Kreuzkraut." Auch über eine Aussetzung des
Herbizid-Tabus sollte man nachdenken, meint der Bonner Pharmazeut. "Es könnte
sein, dass einer weiteren Vermehrung des Jakobskreuzkrauts anders nicht
beizukommen ist."
[
©:
Dr. Helmut Wiedenfeld ; Telefon: 0228/73-5225 ; E-Mail:
wiedenfeld@uni-bonn.de ]
11.)
Patienten
sollten sich vor einer Zahnimplantation über die Therapie
informieren
Ab sofort können sich Patientinnen und Patienten, die sich für
Zahn-Implantate interessieren in dem unabhängigen Patientenportal
http://www.zahnimplantate-infoportal.de/ über Möglichkeiten und
Grenzen der Implantologie informieren. Das Web-Angebot wurde von der
gemeinnützigen Deutschen Gesellschaft für Implantologie e.V.
entwickelt, der größten wissenschaftlichen Fachgesellschaft Europas
auf ihrem Gebiet. in der DGI arbeiten Wissenschaftler und Praktiker
zusammenarbeiten, um die Standards und Methoden in der Implantologie
weiterzuentwickeln. Die modernen Strategien in der Implantologie und
ihre rasante Entwicklung erfordern gut ausgebildete Zahnärzte. Doch
leider gibt es auch unseriöse Angebote und Geschäftemacherei. Darum
ist es wichtig, dass sich Patienten gut über die Möglichkeiten der
Behandlung und über die Qualifikation Ihres Arztes informieren,
erklären Experten der Deutschen Gesellschaft für Implantologie. In
einem neuen Patientenportal der Gesellschaft können sich
Patientinnen und Patienten nun über Zahn-Implantate informieren und
nach Experten in ihrer Region suchen.
[
©:
Dipl. Biol. Barbara Ritzert ; e-mail:
presse@dgi-ev.de ]
Basics:
Implantate im
Zahnlexikon-Online
12.)
Ernährungsinfos
für Frauen in den Wechseljahren
Ab Mitte 40 beginnen bei den meisten Frauen die Wechseljahre. Wer sich
bewusst ernährt und regelmäßig körperlich aktiv ist, kann sein Wohlbefinden in
dieser Zeit verbessern und mögliche Beschwerden lindern. Die Wechseljahre sind
ein normaler physiologischer Prozess im Leben einer Frau, bei der sich der
Hormonhaushalt des Körpers auf eine neue Lebensphase einstellt. Mögliche
Beschwerden lassen sich meist durch natürliche Maßnahmen lindern. Die Einnahme
von Präparaten aus Soja- oder Rotkleeextrakt ist nicht empfehlenswert. Wer
beispielsweise unter Schlafstörungen leidet, sollte ab nachmittags auf anregende
Getränke wie Kaffee und Schwarzen Tee verzichten. Ist der Darm durch den
sinkenden Östrogenspiegel träge geworden, hilft eine ausreichende
Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 Litern täglich. Jede zweite Frau hat
Hitzewallungen, die vermutlich mit einem starken Abfall des Blutzuckerspiegels
zwischen den Mahlzeiten zusammenhängen. Daher ist es sinnvoll, dass Betroffene
häufiger kleine Zwischenmahlzeiten wie Sauermilchprodukte, Obst oder Rohkost
einnehmen. Scharfe Gewürze, Alkohol und Kaffee können Hitzewallungen verstärken
und sind eher zu meiden.
[
©: PM
http://www.was-wir-essen.de/ ]
13.)
Zum Schluss:
Internet-Wetten ums Abspecken bei US-Amerikanern immer populärer
John Hamaski hat vieles ausprobiert, um abzunehmen, aber nichts hat wirklich
geholfen. Der 38 Jahre alte Anwalt aus San Francisco (Kalifornien) versuchte es
mit Diäten, schrieb sich in ein Fitnessstudio ein, aber: "Es hat einfach nicht
funktioniert, ich blieb fett." Tatsächlich: Mit 85 Kilo brachte der nur 1,55
Meter große Mann entschieden zu viel auf die Waage.
Die erhoffte Rettung fand Hamaski schließlich im Internet bei Fatbet.net. Im
Februar schloss er dort mit fünf Freunden die Wette ab, in acht Wochen zehn Kilo
abzunehmen. "Ich wollte unbedingt gewinnen, es ging um meine Ehre", erzählt der
Kalifornier. Jeden Tag mussten Hamaski und seine Freunde auf der Website ihr
Gewicht eintragen. Außerdem luden sie Familienmitglieder und Bekannte ein, das
kollegiale Abspecken online zu verfolgen. "Der Druck war unheimlich groß, ich
wollte ja nicht wie ein Verlierer dastehen." Dank der Wette zwang sich Hamaski
dazu, bewusst zu essen und sechs Mal in der Woche zu joggen. Am Ende hat er
gewonnen. "Im April war ich auf 74 Kilo runter!"
John Hamaskis Geschichte ist in den USA kein Einzelfall. Für tausende Amerikaner
sind Webseiten wie Fatbet.net eine Alternative zu traditionellen Diätprogrammen.
"Die Wetten wirken Wunder. Die Leute wollen nicht verlieren und nehmen
tatsächlich ab", glaubt Fatbet-Gründer Adam Orkand (40). Seit Start seiner
Webseite im Januar 2008 haben sich 6000 Menschen bei Fatbet.net angemeldet.
Größtenteils mit Erfolg: 80 Prozent der Benutzer gewinnen ihre Wetten, verlieren
also ein paar Pfunde. "Bloß wenn jemand 50 Kilo auf einmal abspecken will,
klappt das natürlich nicht." Durchschnittlich verliere man mit Fatbet.net sechs
Kilo, so Orkand. Und das auch noch gebührenfrei, denn die Website finanziert
sich durch Werbung.
"Das Wichtigste ist der Wetteinsatz", erklärt Orkand. "Es muss etwas sein, das
man auf keinen Fall verlieren will." Der Fantasie sind dabei keine Grenzen
gesetzt: Verlierer müssen sich Bärte wachsen lassen, in Karaoke-Bars peinliche
Lieder singen oder nackt durch die Fußgängerzone laufen. Oft geht es aber um die
Ehre - oder um Geld. Dass die Aussicht auf Bares dabei hilft, überflüssige
Pfunde loszuwerden, hat Kevin Volpp, Medizinprofessor an der Universität von
Pennsylvania, in einer Studie nachgewiesen. Er fand heraus, dass Menschen
leichter abspecken können, wenn sie umgerechnet 600 Euro dafür bekommen.
Diese Studie war Vorbild für Makemoneylosingweight.com. Die Website gibt es seit
Anfang 2008. Sie wirbt mit dem Slogan "Du kannst nie zu reich oder zu dünn
sein". Bei Abschluss einer "Abspeckwette" zahlt jeder Teilnehmer beliebig viel
Geld in einen Topf. Am Ende gehen die Verlierer leer aus. Der Gewinner freut
sich über ein paar Kilo weniger - und ein paar hundert Euro mehr.
Ähnlich wie Makemoneylosingweight.com funktioniert StickK.com. Dort ist ein
Drittel der Wetteinsätze ebenfalls finanzieller Art. Aber es geht nicht nur ums
Abnehmen, sondern auch um andere gute Vorsätze. 20 Prozent der 33 000 Nutzer
wetten, regelmäßig Sport zu treiben, 5 Prozent wollen nicht mehr rauchen. Anders
als bei Fatbet.net oder Makemoneylosingweight.com schließen die Nutzer richtige
Verträge ab, die man nur in Ausnahmefällen kündigen kann. "Die Menschen brauchen
einen Anreiz, dabei zu bleiben und das Ziel erreichen zu wollen", erklärt
StickK-Gründer Jordan Goldberg (25) die strengen Regeln.
Elisa Zied von der Amerikanischen Diätenvereinigung (ADA) beobachtet die "Wette
dein Fett weg"-Webseiten dennoch mit Skepsis. "Sie helfen zwar beim schnellen
Abnehmen", sagt die Expertin. "Wenn es aber darum geht, Übergewicht langfristig
loszuwerden, bringen sie nichts."
[
©:
Ärztezeitung /
dpa ]
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