Zahnärztliche NewsLetter Nr. 07/2003/ 1. Juli 2003
Herzlich willkommen bei der neuesten Ausgabe der ZahnNewsLetters. Nach dem Jahrhundert-Juni wünschen wir Ihnen auch einen entsprechenden Juli und August. Und falls schon Urlaub angesagt ist, erlebnisreiche oder erholsame Ferien - ganz so, wie Sie es geplant haben.
Wir hatten schon in unserem
letzten NewsLetter
vor zu harten Zahnbürsten bei regelmäßigem Zähneputzen gewarnt.
Inzwischen liegt eine neue Studie über die Dauer des Zähneputzens vor
und widerlegt die Auffassung, dass langes Zähneputzen die Zahnbeläge
besonders gründlich entfernt. Im Gegenteil:
Nach einer Studie der Universität im englischen Newcastle-upon-Tyne ist
zu langes und zu heftiges Zähneputzen ungesund. Es könne zu Verlusten
des Zahnschmelzes und Verletzungen am Gaumen führen.
Die Wissenschaftler empfehlen regelmäßiges zweiminütiges Bürsten mit
einem Druck von 150 Gramm, was dem Gewicht einer Orange entspricht. Für
die Studie bürsteten sich zwölf Testpersonen vier Wochen lang in
unterschiedlicher Kombination zwischen 30 und 180 Sekunden lang die
Zähne mit einem Druck zwischen 75 und 300 Gramm. Ihre elektrischen
Zahnbürsten waren mit einem Computer verbunden, der alle Werte maß.
Gemessen wurde jeweils der Zahnbelag vor und nach dem Säubern. Dieser
wurde nach mehr als zwei Minuten Putzen und einem Druck von mehr als 150
Gramm nicht mehr geringer.
Die regelmäßige Anwendung von hochkonzentrierten
Fluoridgelées, wie zum Beispiel elmex® gelée, kann Karies um rund 40
Prozent reduzieren, so die Zahnmediziner Dr. Annette Wiegand und Prof.
Dr. Thomas Attin in einem aktuellen Übersichtsartikel zum Einsatz von
Fluoriden. In dem in der Fachzeitschrift „Der Freie Zahnarzt“
veröffentlichten Beitrag zitieren die Experten der Abteilung
Zahnerhaltung der Universität Göttingen zahlreiche Studien, die die
Wirksamkeit der Fluoride belegen. So resümieren die Autoren, dass
Fluoridgelées auch dann eine zusätzliche kariespräventive Wirkung
entfalten, wenn weitere Fluoridquellen wie zum Beispiel Zahnpasta und
Speisesalz mit Fluorid verwendet werden. Selbst ein bis zwei Jahre nach
Auftragen von hochkonzentrierten Fluoridgelées liegt ein
kariesprophylaktischer Effekt vor. Das apothekenpflichtige elmex® gelée
ist in der Packungsgröße von 25 g nicht verschreibungspflichtig. Kinder
über sechs Jahre und unter 18 Jahren erhalten im Rahmen der
Individualprophylaxe (IP) das Arzneimittel auf Rezept ohne Zuzahlung.
Hochkonzentrierte
Fluoridgelées sind Arzneimittel und enthalten ca. 1,00 bis 1,25 Prozent
Fluorid. Sie verfügen damit über eine rund zehnfach so hohe
Fluoriddosierung wie herkömmliche Zahnpasten für Erwachsene. Nach
Auftragen des Fluoridgelées reichert sich Fluorid auf und im Zahnschmelz
an: Eine stabile Calciumfluoriddeckschicht wird gebildet, die als
Fluoriddepot dient. Kommt es zu einem Säureangriff durch Bakterien im
Zahnbelag (Plaque), werden Mineralien aus dem Zahnschmelz herausgelöst (Demineralisation).
Je länger Bakterien und Säuren auf den Zahn einwirken können, desto
größer ist das Kariesrisiko. Die Fluoride aus dem Fluoriddepot
beschleunigen die Wiedereinlagerung von Mineralien in den Zahnschmelz
(Remineralisation). Beginnende Karies, auch Initialkaries genannt, kann
dadurch gestoppt und sogar wieder rückgängig gemacht werden.
Da die Zähne täglich Säureangriffen durch Nahrungsmittel und bakterielle
Stoffwechselprodukte ausgesetzt sind, muss das Fluoriddepot auf dem
Zahnschmelz beständig erneuert werden. Eine regelmäßige Anwendung von
hochkonzentrierten Fluoridpräparaten ist deshalb notwendig, so Wiegand
und Attin. Fluoridgelées zur wöchentlichen Anwendung zuhause sind in der
Apotheke erhältlich und in einer Packungsgröße bis 25 g nicht
verschreibungspflichtig. Kinder sollten fluoridhaltige Gelées erst dann
anwenden, wenn gewährleistet ist, dass sie kontrolliert ausspucken bzw.
ausspülen können. Dies ist in der Regel ab dem sechsten Lebensjahr der
Fall. Auch Zähnarzte bieten Geléeapplikationen an, die idealerweise
zweimal im Jahr im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung in
Anspruch genommen werden sollten. Für Kinder ab dem sechsten und
Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr werden die Kosten für
hochkonzentrierte Fluoridgelées im Rahmen des
Individualprophylaxeprogramms (IP) beim Zahnarzt von den gesetzlichen
Krankenkassen übernommen. Dieses Programm umfasst auch die Kosten für
zur häuslichen Anwendung verordnetes Fluoridgelée.
Produktinformation elmex® gelée: Tube 25 g (apothekenpflichtig)
EUR 5,90*. * unverbindliche Preisempfehlung. Hinweis: Kinder unter 18
Jahren können elmex gelée auf Rezept ohne Zuzahlung erhalten.
Basics:
Fluoride,
Mineralisation
Einige Früchtetees besitzen ein dreimal höheres Erosionspotenzial als Orangensaft. Vor allem Eistee sowie Fruchttees auf der Basis von Himbeere, Brombeere und schwarzer Johannisbeere greifen den Schmelz stärker an. Insgesamt sechs der elf getesteten Tees verursachten in vitro eine signifikant höhere profilometrisch gemessene Schmelzerosion als Orangensaft (p< 0,001). Bei fünf dieser Tees handelt es sich um Früchtetees auf der Basis von: schwarze Johannisbeere, Erdbeere, Himbeere, Brombeere, Preiselbeere, Pfirsich und Passionsfrucht. Der sechste Tee, mit hohen Erosionswerten war ein Eistee mit Zitronengeschmack (Lipton ice lemon tea). Als absolut unbedenklich erwiesen sich hingegen schwarzer Tee sowie Kamillentee. Ziel der Studie war es, neue Ursachen für die hohe Prävalenz von Schmelzerosionen auch bei jungen Patienten zu ermitteln. Da der Verbraucher Früchtetees oft als gesunde Alternative zu anderen Getränken konsumiert, sollte eine Laboruntersuchung deren erosives Potenzial erforschen und mit dem von Orangensaft in Bezug setzen. Die Forscher ermittelten für elf Tees auf Frucht- und Kräuterbasis den pH-Wert, die Fähigkeit zur Schmelzerosion (Profilometrie, nach West et al., in µm) und die Menge an NaOH (in ml), die zur Neutralisierung vom 20 ml Tee nötig waren (neutralisable acidity). Die pH-Werte der elf getesteten Tees lagen zwischen 3,15 (Schwarze Johannisbeere, Himbeere, Preiselbeere, Erdbeere) und 7,08 (Kamille). Zum Vergleich: Orangensaft hat einen pH-Wert von 3,73. Die Menge der neutralisable acidity war bei Lipton ice lemon tea mit 60,3 ml am höchsten (Orangensaft=21,4 ml). Die nach einstündiger Lagerung in 250 ml Tee gemessene Schmelzerosion lag bei drei Tees über 9 µm: Traditional blackcurrant (9,61 µm), Lipton ice lemon tea (9,27 µm) und Raspberry, strawberry and loganberry (9,11µm). Die Schmelzerosion nach Lagerung in Orangensaft (Tesco brand orange juice) lag bei 3,3 µm. Die Autoren wollen die in-vitro-Ergebnisse nun in vivo überprüfen, warnen jedoch davor, die Gefahr für Erosionen durch Früchtetees zu unterschätzen.
Basics:
Erosion
Immer häufiger erkranken Kinder bereits ab dem zweiten Lebensjahr an
Milchzahnkaries. Die wesentliche Ursache hierfür ist das Trinken von
zuckerhaltigen Getränken vor allem Tees, Fruchtsäfte und
Erfrischungsgetränke aller Art, die den Kleinkindern mit der Babyflasche
oder Trinklerntassen Tag und Nacht gereicht werden. Beginnend mit den
oberen Milchschneidezähnen, kann diese Trinkgewohnheit zur vollständigen
Zerstörung aller Milchzähne führen. Beim häufigen Genuss von
Fruchtsäften verläuft dieser Prozess besonders rasant, weil die
Fruchtsäuren die Zahnoberfläche sehr schnell angreifen. Auf dieser
angerauten Oberfläche können die kariesauslösenden Bakterien günstig
anhaften und aus dem Zucker des Fruchtsaftes Säure bilden, die die
Karies auslösen. Da die Mutter meistens die Frühstadien der
Zahnveränderungen in Form von Rauhigkeit, weißlichen und bräunlichen
Verfärbungen nicht wahrnimmt bzw. nicht kennt, sucht sie in der Regel
viel zu spät mit ihrem Kind einen Zahnarzt auf.
Die zahnärztliche Behandlung ist für den kleinen Patienten extrem
belastend, da Kinder bis zum dritten bzw. vierten Lebensjahr von ihrem
Entwicklungsstand her noch nicht in der Lage sind den notwendigen
Eingriff zu begreifen. Insofern ist eine Behandlung häufig nur unter
Narkose möglich. Dies ist nicht nur personal- und kostenintensiv,
sondern stellt auch bei Kleinkindern ein medizinisches Risiko dar, das
in Voruntersuchungen abgeklärt werden muss.
Ist die Karies weit fortgeschritten oder haben sich bereits eitrige
Prozesse entwickelt, dann müssen Milchzähne entfernt werden. Zur
Wiederherstellung der Kau- und Sprachfunktion, zur Vermeidung von
Zahnfehlstellungen und psychischen Belastungen ist nicht selten eine
Zahnprothese schon im Vorschulalter erforderlich.
Das Problem der frühkindlichen Karies ist in allen Industrieländern
bekannt. Die Häufigkeit liegt etwa zwischen 5 und 20%, wobei vor allem
in den neuen Bundesländern durch das reichhaltige Angebot an
zuckerhaltigen Fertiggetränken eine Zunahme in den letzten Jahren
beobachtet wurde.
Die frühkindliche Karies ist aber vermeidbar, wenn die Mutter dem Kind
als Durstlöscher und zur Beruhigung ungesüßten Tee, stilles Wasser,
Milch und Malzkaffe in der Babyflasche anbietet. Dem Konsum von
zuckerhaltigen Nahrungsmitteln und Getränken steht nichts entgegen, wenn
sie zu den drei Hauptmahlzeiten gereicht werden. Wegen der großen
Kariesgefährdung bei Kleinkindern sind süße Zwischenmahlzeiten strikt
abzulehnen. Bereits nach Durchbruch der ersten Zähne sollen diese einmal
am Tag mit einer fluoridhaltigen Kinderzahnpaste (höchstens eine
erbsgroße Portion) geputzt werden, bestenfalls am Abend vor dem
Zubettgehen. Nach dem zweiten Lebensjahr erfolgt dies zweimal täglich.
Darüber hinaus wird empfohlen, Kleinkinder spätestens nach dem ersten
Lebensjahr erstmalig dem Zahnarzt vorzustellen, damit rechtzeitig
Frühstadien der Milchzahnkaries erkannt und unkompliziert behandelt
werden können. Demgegenüber reichen die kinderärztlichen
Vorsorgeuntersuchungen nicht aus, da sie vorrangig auf die Vorbeugung
geistiger und körperlicher Entwicklungsschäden und weniger auf
Zahnerkrankungen gerichtet sind.
(Krefeld) Seit einigen Jahren zählt auch in Deutschland die Korrektur
von Fehlstellungen des Kiefers zur operativen Routine. Dabei spielt die
Ästhetik des gesamten Gesichtes eine Rolle: "Der Patient will nicht nur
gut kauen, er will auch gut aussehen", sagt Professor Gerhard Paulus,
niedergelassener Gesichtschirurg aus München auf der 53. Jahrestagung
der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in
Krefeld.
Menschen, deren Ober- und Unterkieferknochen unterschiedlich stark
gewachsen sind, haben nicht nur Probleme beim Kauen und Sprechen. Auch
der psychische Leidensdruck eines "Überbisses" ist enorm. Aufgrund neuer
Operationstechniken ist die Korrektur des Profils inzwischen zu einem
Routine-Eingriff geworden. "Entsprechend steigen die Fallzahlen",
sagt
der Münchener Gesichtschirurg Professor Gerhard Paulus.
Bis vor wenigen Jahren griffen die Chirurgen vor allem zum Skalpell,
weil die Funktion des Kauens, Sprechens oder Schluckens eingeschränkt
war. Diese Funktionalität ist nun nicht mehr der einzige Maßstab.
Paulus: "Die Ästhetik des Gesichtes wird für die Patientinnen und
Patienten immer wichtiger."
Der Eingriff hinterlässt keine Spuren
Ist der Oberkiefer stärker gewachsen als der Unterkiefer, sprechen die
Experten von einer "Prognathie des Oberkiefers". Der Oberkiefer steht
deutlich vor, die oberen Zähne beißen über die unteren. Liegt der Fall
umgekehrt, handelt es sich um eine "Prognathie des Unterkiefers".
Menschen, die von solchen Fehlstellungen betroffen sind, gehen meistens
zunächst zum Kieferorthopäden, weil sie Probleme beim Kauen haben. Doch
massive Fehlstellungen des Kiefers sind mit einer Zahnspange nicht zu
beheben. Der Orthopäde überweist darum zum MKG-Chirurgen, nachdem er die
Zahnreihe begradigt hat.
Die Gesichtschirurgen operieren fast ausschließlich von der Mundhöhle
aus. Der Eingriff hinterlässt daher keinerlei sichtbaren Narben. Die
Ärzte legen den Kieferknochen frei, durchtrennen ihn und verlagern ihn
nach vorne oder nach hinten. Wenn es die Gesichtsanatomie erfordert,
bearbeiten sie auch beide Kiefer, um ein harmonisches Profil zu
schaffen.
Damit er in der neuen Position einwächst, wird der Knochen durch Platten
festgeschraubt. Dank dieser neuen Technik - im Fachjargon
"Osteosynthese" genannt - können Patienten schon unmittelbar nach dem
Eingriff den Mund wieder öffnen, sprechen und kauen.
Komplikationen sind selten
Gleichwohl sind auch bei Routine-Operationen Komplikationen nicht
auszuschließen. Dazu gehören vor allem Sensibilitätsstörungen nach dem
Eingriff. Forschergruppen aus Krefeld und Hamburg prüften eineinhalb
Jahre nach einer operativen Umstellung des Oberkiefers, bei 40
Patienten, ob diese an solchen Sensibilitätsstörungen litten. Sie
fragten nach subjektiven Empfindungsstörungen und verglichen die
Antworten mit den Ergebnissen neurologischer Tests an der Oberlippe, den
Wangen und der Gaumenschleimhaut. Ergebnis: An der Gesichtshaut maßen
die Forscher nur bei einem Patienten eine Sensibilitätsstörung. Bei
jedem vierten Patienten wurden Sensibilitätsstörungen im Mund gemessen,
aber nur jeder Zehnte bemerkte sie. Betroffen waren Fähigkeiten wie etwa
die Unterscheidung spitz-stumpf, nicht aber die Berührungsempfindung.
"Im Bereich der Gesichtshaut fanden wir nach 18 Monaten nahezu keine
Sensibilitätsstörungen", resümiert Dr. Christoph Lenzen von der Klinik
für MKG-Chirurgie in Krefeld die Ergebnisse, "wobei die normale
Sensibilität der Gaumenschleimhaut später erreicht wird."
Eine Ärztegruppe von der Universitätsklinik Würzburg hat über 500
Patienten nach Umstellungs-Operationen am Unterkiefer nachuntersucht,
bei denen der Eingriff mindestens vier Jahre zurück lag. Über
Sensibilitätsstörungen berichteten 25 Prozent der Patienten,
insbesondere dann, wenn das knöcherne Bett des Unterkiefernervs (dem
unteren Ast des Trigeminus-Nervs) bei dem Eingriff geöffnet wurde. "In
der Tat", bestätigt auch Professor Paulus, "ist das Risiko einer
irreversiblen Sensibilitätsstörung bei Eingriffen am Unterkiefer höher
als am Oberkiefer."
Zweiter Eingriff wird überflüssig
Bislang verwendeten die Chirurgen Platten und Schrauben aus Titan, die
sie meist wieder herausnahmen, wenn der Knochen verheilt war. Inzwischen
sind Osteosynthese-Systeme aus synthetischen Materialien verfügbar, die
vom Körper selbst abgebaut werden. Dies erspart den Patienten einen
weiteren Eingriff.
Zwei Fliegen mit einer Klappe
Die modernen Operationsmethoden gestatten es den MKG-Chirurgen darüber
hinaus, Kieferfehlstellungen und Schönheitsfehler der Nase bei einem
einzigen Eingriff zu korrigieren. Sie verlagern zunächst den oder die
Kieferknochen und bringen dann die Nase in die gewünschte Form. Der
große Vorteil dieses Vorgehens: es erspart nicht nur dem Patienten eine
zweite Operation, sondern der Chirurg kann beide Korrekturen aufeinander
abstimmen.
Reimport einer alten Technik
Eine Operationstechnik, die ein ungarischer Chirurg Ende der zwanziger
Jahre entwickelte, hält im Bereich der Gesichtschirurgie nun wieder
Einzug im "alten Europa" - als Reimport aus den USA. Bei der so
genannten "offenen Nasentechnik" schneidet der Operateur den Nasensteg
quer auf und klappt ihn hoch. Er hat so einen perfekten Überblick über
den Knorpel und kann seinen Eingriff besser kontrollieren als bei der
bisher üblichen Operationsmethode, bei der die Ärzte von der Innenseite
der Nase aus operieren.
Viele, mit schweren Erkrankungen
oder tödlichem Verlauf endende, Infektionen haben im letzten Jahrhundert
durch einen kleinen Piekser oder durch ein entsprechend präpariertes
Stückchen Würfelzucker ihren Schrecken verloren. Immer wieder erhält die
Redaktion Anfragen zu einer
Impfung gegen Karies, denn was bei Pocken und Kinderlähmung möglich war
und ist, sollte doch eigentlich auch bei der Volksseuche Nr. 1 , der
Karies, funktionieren - zumal der Haupterreger der Zahnfäule schon lange
bekannt ist. Warum also gibt es noch keine Impfung gegen Karies? Stecken
da etwa die Zahnärzte selbst dahinter, die um ihren Berufsstand bangen
oder wo liegen die Schwierigkeiten? Die
Zahnarztwoche
veröffentlichte in ihrer Ausgabe 23/03 einen beachtenswerten Artikel aus
der Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaft" (Autorin: Petra Jacoby),
welchen wir nachfolgend ungekürzt weitergeben:
"Neben vielen harmlosen Bakterien leben im Zahnbelag auch
Streptokokken,
die Hauptverursacher von Karies. Sie ernähren sich aus Zucker von
Nahrungsresten und schädigen die Zahnsubstanz durch die Milchsäure, die
sie als Stoffwechselprodukt ausscheiden. Der Ätzvorgang benötigt zwar
Zeit, so dass sich Karies eigentlich durch regelmäßiges Zähne putzen
verhindern ließe. Oft entgehen Streptokokken aber an schwer zugänglichen
Stellen zwischen den Zähnen den Bürstenattacken. Trotz aller Mundpflege
entsteht dann ein Loch im Zahnschmelz. Daher können sich nur 0,8 Prozent
der Deutschen naturgesunder Zähne erfreuen.
Sprays zu schwach
Seit in den 70er-Jahren der Zusammenhang zwischen Streptococcus mutans
und Karies erkannt wurde, versuchen Forscher einen Impfstoff gegen das
missliebige Bakterium zu entwickeln. Ursprünglich strebten sie eine
aktive Immunisierung an. Dabei sollen Eiweißmoleküle des Erregers, die
auf Mund- oder Nasenschleimhaut gesprüht werden, das Abwehrsystem dazu
veranlassen, mit dem Speichel schützende Antikörper auszuscheiden.
Klinischen Studien mit derartigen Sprays zeigten aber, dass die
Immunreaktion nur sehr schwach ausfällt. Deshalb ist es fraglich, ob
sich die Bildung von Karies auf diese Weise verhindern lässt.
Passiv-Impfungen sind aussichtsreicher
Passiv-Impfungen, bei denen der Organismus die Abwehrmoleküle nicht
selbst produziert, scheinen dagegen aussichtsreicher. Man kann im Labor
mit Hilfe von Zellkulturen besonders wirksame Antikörper herstellen, die
sich an das Oberflächenprotein SAI/II (streptococcal antigen I/ll) von
S. mutans anlagern. Mit diesem heftet sich der Karieserreger
normalerweise an den Speichelfilm auf den Zähnen. Ist es durch einen
Antikörper blockiert, kann sich das Bakterium nicht mehr im Mund
festsetzen. Das belegen Tests mit Personen, deren Zähne mit einer
solchen Antikörperlösung eingepinselt wurden. Sie besaßen nach der
Behandlung deutlich weniger gefährliche Streptokokken in der Plaque als
die Probanden der Kontrollgruppe. Bislang war dieser Weg der passiven
Immunisierung allerdings nicht praktikabel, da sich isolierte Antikörper
im Mund nur kurze Zeit halten und die Zähne deshalb ständig behandelt
werden müssten.
Lennart Hammarström und seine Mitarbeiter vom Zentrum für Oralbiologie
in Huddinge (Schweden) haben nun gemeinsam mit Kollegen aus den
Niederlanden und Großbritannien eine abgewandelte Passiv-Impfmethode
entwickelt, die dieses Problem äußerst trickreich umgeht (Nature
Biotechnology, Band20, Seite 702):
Das dahinter stehende Prinzip ist einfach. Die Antikörper werden direkt
im Mund von genmanipulierten Bakterien der Art Lactobacillus zeae
produziert und in deren Zellwand integriert, was sie vor dem Abbau
schützt. Lactobazillen sind für den Menschen völlig ungefährlich. Schon
seit Jahrhunderten benutzt man sie zur Herstellung vieler Lebensmittel
wie Jogurt, Käse oder Salami.
Klebefallen für Karieserreger
Die Wissenschaftler mussten zunächst allerdings eine stark verkleinerte
Version des potenten Antikörpers gegen das SAI/IIProtein von S. mutans
konstruieren, indem sie aus der entsprechenden Erbsubstanz gezielt nur
die beiden Abschnitte herausschnitten, die für die Bindungsstelle des
Antikörpers verantwortlich sind, und sie miteinander verketten. Erst
ohne den unnötigen Ballast ist die DNA kurz genug, um sie in L. zeae
einschleusen zu können. Die gentechnisch veränderten Bakterien lesen die
fremde Erbinformation ab und synthetisieren große Mengen der
Mini-Antikörper, die sie dann auf ihrer Oberfläche tragen.
Bei Impfversuchen mit Ratten siedelten sich die aufgerüsteten Mikroben
problemlos auf der Mundschleimhaut an. Für Karieserreger wirken sie wie
Klebefallen. Die meisten binden sich mit ihren vielen SAI/II-Proteinen
nicht mehr an Zähnen, sondern an die Antikörper der genetisch
veränderten Bakterien und verklumpen dadurch mit ihnen. Im Endeffekt
werden sie schließlich heruntergeschluckt und im Magen verdaut.
Tierversuche versprechen Erfolg
Tierversuche bestätigen die schützenden Wirkung der Lactobazillen. Die
Forscher impften entsprechende Ratten, die normalerweise extrem schnell
Karies bilden, mit den Antikörper produzierenden Bakterien und strichen
ihre Mundhöhle vier Tage später mit S. mutans ein. Nach knapp drei
Wochen zeigten sich deutliche Unterschiede. Immunisierte Tiere besaßen
signifikant weniger Streptokokken auf ihren Zähnen als unbehandelte.
Zugleich entwickelten in der geimpften Gruppe weniger Ratten Karies, und
die Anzahl der Löcher, die trotz der Behandlung entstanden, war deutlich
niedriger als in der Kontrollgruppe.
Genmanipulierte Lactobazillen könnten somit eine elegante Methode zur
passiven Immunisierung gegen Zahnkaries darstellen. Das Prinzip, dem
Organismus langfristig Antikörper mit Hilfe harmloser Bakterien
zuzuführen, bietet sich aber auch für die Prophylaxe und Therapie vieler
anderer Krankheiten an. Fast jeder Abschnitt des Verdauungstrakts kann
von einer Lactobazillus-Spezies besiedelt werden. Mit der DNA für die
entsprechenden Mini-Antikörper ausgestattet, wären Lactobazillen daher
auch geeignet, beispielsweise im Magen Bakterien der Art Heliobacter
pylori abzufangen, die dort die Schleimhaut schädigen und Geschwüre
induzieren, oder im Dünndarm Durchfallerreger in Schach zu halten."
Lebensmittel aus Ökologischem Landbau haben eine hohe Qualität und sind hinsichtlich ihrer Erzeugung konventionell produzierten Produkten in vielen Punkten überlegen. Dass Öko-Lebensmittel aber generell gesünder sind, lässt sich derzeit wissenschaftlich nicht belegen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine umfangreiche Studie, die jetzt von einer Arbeitsgruppe des Senats der Bundesforschungsanstalten vorgelegt wurde. Ziel der Studie, an der namhafte Experten aus den Forschungseinrichtungen des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, aus Universitäten sowie Vertreter von Forschungsinstituten des Ökologischen Landbaus mitgewirkt haben, war eine vergleichende Bewertung von Lebensmitteln aus alternativer und konventioneller Produktion. Dabei wurde sowohl die Qualität der landwirtschaftlichen Erzeugung von Lebensmitteln (Prozessqualität) als auch die Qualität der Produkte selbst betrachtet und sozioökonomische Aspekte mit berücksichtigt. "Der jetzt vorgelegte Bericht ist die umfassendste Studie, die bislang zu diesem Thema in Deutschland erarbeitet wurde", erklärte Professor Bernhard Tauscher, Sprecher der Senatsarbeitsgruppe und Leiter der Bundesforschungsanstalt für Ernährung (BFE) in Karlsruhe.
Pflanzliche Lebensmittel werden z.B. regelmäßig auf Pflanzenschutzmittel-Rückstände untersucht. Generell ist bei Ökoprodukten mit wesentlich weniger Rückständen zu rechnen, gänzlich frei - so haben verschiedene Untersuchungen ergeben - sind auch sie nicht. Doch auch die Qualität konventionell erzeugter Produkte ist in dieser Hinsicht gut: Weizen und Roggen aus konventioneller Erzeugung sind praktisch frei von Pflanzenschutzmittel-Rückständen, Obst und Gemüse weisen zwar häufiger Rückstände auf, aber selten werden die zulässigen Rückstands-Höchstmengen überschritten. Die Studie zitiert eine aktuelle Untersuchung, in der 1.041 Obst- und Gemüseproben aus ökologischem und 1.836 Proben aus nicht-ökologischem Anbau geprüft wurden. In 0,1 % der Proben aus ökologischem Anbau waren die Höchstmengen überschritten, bei konventionell erzeugten Produkten lag der Wert bei 1,7 %.
Bei Obst und Gemüse sowie bei Getreide lassen die bislang
vorliegenden
Daten keine markanten anbauspezifischen Unterschiede beim Energie-,
Nährstoff- und Vitamingehalt erkennen. Einige ernährungsphysiologisch
wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe können bei Obst und Gemüse aus
Ökoanbau in höheren Konzentrationen vorliegen. Der Gehalt an
Ballaststoffen ist vom Anbauverfahren unabhängig. Bei der Milch kann die
begrenzte Fütterungsintensität der Kühe im Ökolandbau zu geringeren
Eiweißgehalten führen, der Gehalt an Vitaminen und Calcium wie auch das
Fettsäuremuster werden durch die Produktionsweise nicht beeinflusst.
Signifikante Unterschiede im gesundheitlichen Wert von Milch aus
verschiedenen Produktionsrichtungen sind daher wenig wahrscheinlich.
Die bisher vorliegenden Erkenntnisse erlauben aus wissenschaftlicher
Sicht nicht den Schluss, dass der ausschließliche oder überwiegende
Verzehr von ökologisch erzeugten Lebensmitteln die Gesundheit des
Menschen direkt fördern würde. Die Autoren der Studie betonen, dass für
die Gesundheit des Menschen in erster Linie eine ausgewogene Ernährung
wichtig ist, also insgesamt eine geringere Verzehrsmenge und dabei
weniger Fett und Fleisch, jedoch mehr Gemüse und Obst. Angesicht der
hohen Kosten im Gesundheitswesen, die in Deutschland alljährlich durch
ernährungsbedingte Krankheiten verursacht werden - die Studie nennt
einen Betrag von mehr als 50 Milliarden Euro pro Jahr - wäre es zu
begrüßen, wenn die Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Wert auf einen
gesunden Lebensstil legen würden, der mit bewusster Ernährung und viel
körperlicher Bewegung einher geht.
"Zuweilen rennen die Leute ihm regelrecht die Bude ein. Über
mangelnde Nachfrage kann sich Straußenzüchter Christoph Kistner
jedenfalls nicht beklagen. Bis nach Zürich karren Kunden von seiner Farm
im badischen Neumünster das begehrte Straußenfleisch - BSE und andere
Mastfleisch-Skandale machen's möglich.
Steak vom Strauß steht in Deutschland hoch im Kurs. Restaurants bieten
es als Alternative zum beargwöhnten Rindfleisch an, Karstadt und Aldi
haben es in der Kühltheke. Das ist auch ein Verdienst des Bundesverbands
Deutscher Straußenzüchter (BDS). Straußenfleisch, so behaupten
BDS-Geschäftsführer Kistner und seine Kollegen, habe einen hohen
Gesundheitswert. Es sei "einzigartig, das gesündeste Fleisch überhaupt-
eiweißreich, dabei fett- und cholesterinarm." Das kann die Bundesanstalt
für Fleischforschung in Kulmbach (BAFF) so allerdings nicht bestätigen.
Das Filet, das wie alles Fleisch vom Strauß aus der Oberkeule stammt und
in Farbe und feiner Faserung dem Filet vom Jungmastrind ähnelt,
bereichert zwar als so genanntes rotes Fleisch die Geschmackspalette von
gewöhnlich hellem Geflügel um eine exotische Variante. Damit hat es sich
aber auch. Analysen von tiefgefrorenem Straußenfleisch aus Südafrika
durch die BAFF ergaben die gleichen Eiweiß- und Cholesteringehalte wie
bei magerem Rind- oder Schweinefleisch. Hühnerbrust hat gar noch ein
Viertel weniger Cholesterin. "Die Behauptung, Straußenfleisch sei extrem
cholesterinarm, trifft nicht zu", sagt Matthias Moje von der
Forschungsanstalt. Auch beim Fettgehalt laufen die exotischen Rennvögel
keinem Huhn den Rang ab.
Fazit: Ob Steak vom Strauß oder Schnitzel vom Schwein, ist
ziemlich wurst. "Eine ernährungsphysiologische Notwendigkeit,
Straußenfleisch in den deutschen Markt einzuführen, besteht nicht",
erklärt Moje."
Eine alte Lebensweisheit besagt, dass man (frau) sich so alt (jung)
fühlt wie man ist. 38 Jahre alt sein – und wie 33 aussehen? Warum nicht!
Viele Menschen schaffen es durch ihren persönlichen Lebensstil
wesentlich jünger und dynamischer zu wirken, als sie tatsächlich sind.
Trifft dies auch auf Sie zu? Ermitteln Sie auf Grund von Risikofaktoren,
die Ihre Gesundheit beeinflussen, Ihr biologisches Alter. Kleine Tricks
helfen Ihnen, Krankheiten vorzubeugen und langfristig gesund zu bleiben.
Unter der URL
http://focus.msn.de/D/DG/DGA/DGA06/DGA06E/dga06e.htm von Focus
können Sie nach Beantwortung von 15 Fragen Ihr "echtes" Alter schätzen
lassen.
Die Deutschen wünschen sich mehr Transparenz
und Qualität im Gesundheitswesen. Das zeigt eine repräsentative
Befragung der Bertelsmann Stiftung. Daraus geht hervor, dass die
Bundesbürger nicht die Kosten als wichtigstes Problem des
Gesundheitswesens ansehen sondern die unterschiedliche Qualität der
Versorgung.
74 Prozent der Befragten würden es befürworten, wenn die Krankenkassen
über die Leistungen von Ärzten und Krankenhäusern informierten. Auch den
Verbraucherverbänden wird zugetraut, für einen besseren Überblick im
Gesundheitswesen zu sorgen: 56 Prozent der Bevölkerung sehen es als
wichtige Aufgabe des Verbraucherschutzes an, über die Güte der
fachärztlichen Versorgung zu informieren. "Mehr Transparenz ist
notwendig, damit der Patient als möglichst souveräner Konsument von
Gesundheitsleistungen auftreten kann", sagt Melanie Schnee von der
Bertelsmann Stiftung.
Ein nationales Institut für Qualitätssicherung, das Leitlinien für die
Behandlung aufstellen und deren Einhaltung kontrollieren sollte, wird
von 57 Prozent der Bevölkerung begrüßt. Neben der Verringerung von
Unterschieden in der Qualität der Versorgung käme einem solchen Institut
auch die Aufgabe zu, effiziente von ineffizienten Maßnahmen zu trennen.
Somit könnte es für eine bessere Nutzung der vorhandenen Ressourcen im
Gesundheitswesen sorgen.
In Deutschland müsse nun eine Debatte um Qualität und Effizienz im
Gesundheitswesen geführt werden, so Melanie Schnee: "Die Erfahrungen der
letzten Jahrzehnte haben allzu gut verdeutlicht, dass reine
Kostendämpfungsmaßnahmen allenfalls zu kurzfristigen Effekten geführt
und damit ihre Glaubwürdigkeit verloren haben." Unabhängig davon, ob ein
nationales Institut für Qualitätssicherung und ein transparenter
Vergleich von Krankenhäusern und Ärzten die richtigen Lösungen für die
offensichtlichen Qualitäts- und Effizienzprobleme seien, müsse man
Antworten auf die folgenden Fragen finden: Wie stellen wir sicher, dass
es nicht vom Zufall abhängt, ob ein Patient die medizinisch beste
Behandlung bekommt? Und wie sorgen wir dafür, dass unter den
medizinisch möglichen Maßnahmen nicht nur die sinnvollste und
wirksamste, sondern auch - und daran haben die Gesellschaft und die
Gemeinschaft der Krankenversicherten ein berechtigtes Interesse - die
kostengünstigste ausgewählt wird?
Der Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung befragt repräsentativ
zweimal jährlich Versicherte und einmal im Jahr Ärzte zu den ihrer
Meinung nach wichtigsten Themen bei der Reform des Gesundheitswesens in
Deutschland. Die ausführliche Studie erscheint Ende des Jahres.
Fertiger Eistee aus der Dose oder Flasche ist im Sommer sehr beliebt.
Die Verbraucher-Zentrale Hamburg und die Hamburger Zahnärztekammer
warnen jetzt gemeinsam vor dem häufigen Genuss. Viele dieser Produkte
haben hohe Zucker- und Säureanteile, die die Zähne schädigen können. Der
vielfach enthaltene Schwarztee ist für Kinder wegen des Koffeinanteils
nicht geeignet. Zahnärzte berichten über verstärkt auftretende Erosionen
an Kinderzähnen, also Auflösungen des Zahnschmelzes, die beispielsweise
durch säurehaltige Getränke hervorgerufen werden können.
Ein Hauptproblem stellen nach Angaben der beiden Organisationen in
diesem Zusammenhang die Saugerflaschen bei Kleinkindern dar. Die
Befriedigung des Saugreflexes und der süße Geschmack stellen die Kinder
zwar ruhig. Der Nuckel liegt aber oft stundenlang direkt an den Zähnen
an. Dadurch umspült das gezuckerte Wasser ständig die Zähne. Industriell
gefertigter Eistee kann große Mengen an Zucker (im Konzentrat über 75%
Zucker, im Schnitt rund 95 Gramm pro Liter fertiges Getränk) oder eine
Kombination von Zucker und Süßstoffen enthalten. Kariesbakterien nehmen
den Zucker auf und geben als Verdauungsstoff aggressive Säuren in den
Mund ab. Der Speichel hat durch die Dauerattacken keine Chance, wieder
ein neutrales Milieu im Mund herzustellen. Viele Fertiggetränke
enthalten auch Zitronensäure (E 330). Hierdurch wird der Zahnschmelz
oberflächlich aufgelöst. So entstehen zusammen mit den sauren
Ausscheidungen der Kariesbakterien ganz schnell Löcher in den Zähnen.
Zuerst werden nach Beobachtungen der Zahnärzte die Vorderzähne in
Mitleidenschaft gezogen dann werden die hinteren Backenzähne braun und
weich: Manchmal bleiben nur schwarze Stummel im Mund. Es kann zu
Vereiterungen und Abszessen kommen. Zusätzlich können die viel zu früh
ausgefallenen Milchzähne ihre Platzhalterfunktion für die ab dem
sechsten Lebensjahr nach rückenden zweiten Zähne nicht erfüllen. Häufig
treten die zweiten Zähne auch schon geschädigt oder an einer falschen
Stelle durch. Das erfordert erst zahnärztliche und später
kieferorthopädische Behandlungen.
Der Rat an die Eltern: Langes Stillen wirkt sich positiv auf gesunde
Zähne und einen kräftigen Kauapparat aus. Die Flasche sollten die Kinder
nur bis zu einem Alter von acht bis zehn Monaten erhalten. Dann sollten
sie aus einer Tasse trinken lernen. Hieraus trinkt das Kind nur solange,
wie es wirklich durstig ist. Alternativen zu industriell gefertigtem
Eistee sind für Kinder ungesüßte Früchtetees oder kohlensäurefreies
Mineral- und Trinkwasser.
Verbraucher-Zentrale und Zahnärztekammer bemängeln, dass es derzeit
keine gesetzlichen Beschränkungen für den Einsatz von Zitronensäure in
Getränken gibt. Auch müssen die Hersteller nicht vor diesem Zusatzstoff
besonders warnen. Die beiden Organisationen appellieren daher an die
Eltern, beim Einkauf dieser Produkte auf die Zutatenliste zu achten.
Für Rückfragen:
Verbraucher-Zentrale Hamburg: Silke Schwartau, Tel. 24 832-142;
ernaehrung@vzhh.de
Die Verbraucher-Zentrale Hamburg im Internet:
www.vzhh.de
Zahnärztekammer: Gerd Eisentraut, Tel. 73 34 05-17,
gerd.eisentraut@zaek-hh.de
„Der Mensch hat drei Wege klug zu handeln. Erstens
durch Nachdenken: Das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen: Das ist
der leichteste. Drittens durch Erfahrung: Das ist der bitterste.“
Konfuzius
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