Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 07/2004/ 1. Juli 2004

Herzlich willkommen bei einer weiteren Ausgabe der ZahnNewsLetter. Unter dem Punkt 1.) finden Sie neuste Infos zu dem, was in Sachen Zahnersatz ab 2005 auf gesetzlich Versicherte zukommt.
Wenn Sie sich schon im Urlaub befinden: Weiterhin gute Erholung und viel Spaß!

Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion

Inhalt

 1.) Zahnersatz-Verhandlungen für nächstes Jahr: Der Patient ist der Gewinner!
 2.)
"Zähneknirschern" kann geholfen werden
 3.) Knochenreifung im Reagenzglas
 4.) "Perlweiße Pracht" - Expertenrunde zu zahnfarbenen Füllungen und Ästhetik-Trends
 5.)
Fissurenversiegelung: Neue Erkenntnisse bezweifeln generelle Kariesprophylaxe
 6.)
Zahnpflege für unterwegs zum Lutschen
 7.)
Atkins-Diät: Weniger Kohlenhydrate - ist das gesund?
 8.) Lebensmittel - die Rückkehr der Keime. "
cook it, peel it or forget it! ?"
 9.) Lebensmittelkontrolle in Deutschland -  Keine Einheit in Sicht
10.) Schönheits-OPs versechsfacht - Die Hälfte der Eingriffe an Gesicht und Busen
11.) Arzneikosten: Quittungen sammeln - Zuzahlungen mitversicherter Ehepartner anrechenbar
12.)
Alkoholfreies Bier zur Stimulierung der Milchsekretion
13.) Immunisierung gegen Karies
14.) Chinesische Heilkräutertees sind mit Schwermetallen und Pestiziden belastet
15.) Privatpatienten können Arztrechnung online prüfen
16.) Ernährung: Fleisch ja, Nudeln nein?
17.)
Zum Schluss: Der bedauernswerte Patient aus Mailand

1.) Zahnersatz-Verhandlungen für nächstes Jahr: Der Patient ist der Gewinner!
siehe auch Festzuschussregelung ab 2005

Für die meisten gesetzlich Versicherten wird sich in 2005 wenig ändern, wenn es darum geht, wie hoch der Zuschuss für einen nötigen Zahnersatz ausfällt. Wie bekannt (==> ZahnNewsLetter vom Juni d.J.), werden ab nächstem Jahr statt der bisher geltenden prozentualen Beteiligungen der Kassen befundorientierte Festzuschüsse gezahlt. Bei der entscheidenden Sitzung Ende Juni haben sich Krankenkassen und Zahnärzte auf die Grundzüge geeinigt - für die Redaktion überraschend schnell, da es im Vorfeld doch erhebliche verbale Attacken gegeben hat. So gehen nun Experten davon aus, dass bei ca. 95 % der Behandlungen unter dem Strich alles beim alten bleibt, mit der Tendenz, dass einfacherer Versorgungsformen, die von der Funktion her genauso ihren Zweck erfüllen, in Zukunft besser bezahlt werden. Denn: "Luxus zu bezahlen, ist nicht Aufgabe der GKV". Noch nicht klar ist die Höhe der künftigen Versicherungsbeiträge, da nun seriös(!) kalkuliert werden muss und nicht, wie im Vorfeld des Gesundheitsreformgesetzes (GRG) mit Taschenspielertricks gearbeitet werden kann.
Ein neuer Vorstoß der Bundesgesundheitsministerin über eine vermögensabhängige individuelle
Beitragshöhe dürfte bei der jetzigen Bundesrats-Bundestags-Zusammensetzung wenig Aussicht auf Erfolg haben, da die gleiche Beitragshöhe für Alle eindeutig im neuen Gesetz festgeschrieben ist. Hier scheint aber die bekannte Diskussion "Bürgerversicherung" oder "Kopfprämie" noch lange nicht zu Ende zu sein.

Auf der Pressekonferenz der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) wurden Beispiele für die ab nächstem Jahr geltenden Festzuschüsse vorgestellt. Nachfolgend ein Auszug. Wir werden Sie weiterhin laufend unterrichten. Nur soviel steht jetzt schon fest: Für die sehr große Mehrzahl der Behandlungsfälle wird sich an der Höhe des Kassenzuschusses nur wenig ändern - bei Implantaten tritt eine erhebliche, bei Vollprothesen eine leichte Verbesserung auf!


Es fehlt ein Zahn (15) im Oberkiefer; Versorgung durch eine
Brücke (14 Verblendkrone, 15 Verblendzwischenglied, 16 Vollgusskrone:
Gesamtkosten derzeit   700 €
%-Zuschuss derzeit      350 €
Festzuschuss ab 2005   350 €

Es fehlt der gleiche Zahn (15) im Oberkiefer; Versorgung durch ein Implantat:
Gesamtkosten derzeit   ca. 1600 €
%-Zuschuss derzeit      0 €
Festzuschuss ab 2005   350 €

Versorgung eines Einzelzahnes durch eine Gold-Krone:
Gesamtkosten derzeit   230 €
%-Zuschuss derzeit      115 €
Festzuschuss ab 2005   115 €


Versorgung eines Einzelzahnes durch eine vollverblendete, zahnfarbene Krone (VMK):
Gesamtkosten derzeit   400 €
%-Zuschuss derzeit      115 €
Festzuschuss ab 2005   115 €
 

Befund: Mehrere Lücken und vier überkronungsbedürftige Zähne
Versorgung: Modellguss in Verbindung mit 4 Kronen:
Gesamtkosten derzeit   1608 €
%-Zuschuss derzeit       804 €
Festzuschuss ab 2005    810 €


Bild: KZBV


Bild: KZBV

Befund: Ober- und Unterkiefer sind zahnlos
Versorgung: Vollprothesen:
Gesamtkosten derzeit   1040 €
%-Zuschuss derzeit       520 €
Festzuschuss ab 2005    535 €

Alle Angaben: KZBV; Infos zu den einzelnen Fachbegriffen im Zahnwissen-Lexikon

Stellungnahmen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und der Gesetzlichen Krankenkassen:

KZBV-Vorsitzender Dr. Jürgen Fedderwitz zum Abschluss der Verhandlungen im Gemeinsamen Bundesausschuss:

"Gesetzlich Krankenversicherte werden auch im nächsten Jahr mit ihrer prothetischen Versorgung nicht schlechter gestellt sein als bisher. Wir freuen uns, dass uns auf dieser Grundlage heute eine wichtige und gute Weichenstellung für die Zukunft gelungen ist." Das sagte heute der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Jürgen Fedderwitz, nach Abschluss der Verhandlungen im Gemeinsamen Bundesausschuss. Verhandelt worden war die ab dem kommenden Jahr geltende Regelversorgung mit Zahnersatz für gesetzlich Versicherte.
"Der Patient wird nicht schlechter gestellt sein als bisher. In den allermeisten Fällen ändert sich für den Patienten künftig gar nichts. Allerdings kann er im Festzuschusssystem im nächsten Jahr auch Versorgungen wählen, für die er bisher keinen Zuschuss seiner Krankenkasse erhalten hat", betonte der KZBV-Vorsitzende. Er fügte hinzu: "Wir wissen heute: Die Angst vor dem, was im nächsten Jahr auf die Versicherten zukommt, ist unbegründet. Die Festzuschüsse sichern ihm erhebliche Vorteile. Denn er hat künftig größere Wahlfreiheit. Er kann am medizinischen Fortschritt direkt teilhaben. Er kann sich beispielsweise für eine Implantatversorgung entscheiden und bekommt auch dafür seinen Festzuschuss. Außerdem wird das System transparenter für alle Beteiligten."
Zuversichtlich zeigte sich Fedderwitz nach dem Ausgang der Verhandlungen auch darüber, dass die Zahnersatzversicherung, die ab dem nächsten Jahr auf die Versicherten zukommt, bezahlbar sein wird: "Auch wenn der Monatsbeitrag jetzt noch nicht feststeht, so wird er sich deutlich unter zehn Euro, nach unseren Berechnungen etwa bei sechs Euro liegen." Gleichzeitig riet Fedderwitz den Versicherten dringend davon ab, schon jetzt eine überstürzte Entscheidung für einen speziellen Versicherungsanbieter zu treffen: "Da wird vonseiten der Versicherer momentan mit der Unsicherheit der Menschen gespielt. Das ist unseriös. Erst im Herbst dieses Jahres werden alle Voraussetzungen für die Zahnersatzversicherung geklärt sein. Erst dann sollte der Versicherte auch prüfen und entscheiden."

Gemeinsame Presseerklärung der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Krankenkassen:

Die jetzt vom gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) getroffenen vorläufigen Beschlüsse zur Festlegung der befundorientierten Festzuschüsse für Zahnersatz setzen nach Ansicht der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen den gesetzlichen Auftrag weitgehend richtig um, das bisherige hohe Leistungsniveau der gesetzlichen Krankenversicherung im Bereich Zahnersatz auf die ab 01.01.2005 geltenden neuen Regelungen zu übertragen und zu erhalten. Dies sei im Interesse der Versicherten eine gute Entscheidung. Nur noch in einzelnen Punkten gebe es Nachbesserungsbedarf, um allen Versicherten gerecht zu werden.
Die getroffenen Festlegungen der einzelnen Festzuschüsse seien formal noch vorläufige Beschlüsse. Die Kassen gehen jedoch davon aus, dass diese am 14. Juli durch einen rechtsverbindlichen Beschluss in Kraft gesetzt werden.
Zahnärzte und Kassen seien sich grundsätzlich darin einig gewesen, dass durch die neuen Festzuschüsse das bisherige Leistungsniveau der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten bleiben soll.
Es werde 2005 darauf ankommen, dass die 54.000 Zahnärzte die getroffenen Regelungen beim einzelnen Patienten auch in diesem Sinne anwenden. Darauf werden die Kassen genau achten.


[ Quellen: http://www.kzbv.de, http://www.g-k-v.com ]

 Basics:  Gesundheitsreform (GRG), Bürgerversicherung, Kopfpauschale im Lexikonteil

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2.) "Zähneknirschern" kann geholfen werden

Muskuläre Verspannungen im Kopf- und Nackenbereich gehen oft einher mit Zähneknirschen und -pressen. Ursache oder Wirkung ist nicht immer klar und für den Betroffenen zweitrangig. Helfen kann ein vom Zahnarzt angepasster Kunststoffüberzug, der fachsprachlich Okklusionsschiene heißt. Diese wird auf die Zähne aufgebracht und verhindert das Zähneknirschen dadurch, dass sie die Aktivität der Muskeln und damit die Überlastung senkt.
Für eine Okklusionsschiene nimmt der Zahnarzt einen Abdruck der oberen und unteren Zahnreihe des Patienten und stellt ein Modell sowie ein Registrat her, um den Zusammenbiss der Zahnreihen zu kennzeichnen. Das ist die Grundlage der Okklusionsschiene für eine der Zahnreihen, die genau an die 2. Zahnreihe angepasst sein muss. Die Schiene muss gut und fest sitzen (Retention) und darf sich während des Gebrauchs nicht ändern, damit die Anpassung an die 2. Zahnreihe (Okklusion) erhalten bleibt.
Üblicherweise stellt der Zahntechniker Schienen für den Zahnarzt entweder aus Kunststoffpulver und -flüssigkeit her (Heiß- oder Kaltpolymerisation) oder aus erwärmter Kunststofffolie (thermoplastisches Verfahren). Der Patient kann den Unterschied in der Herstellung daran erkennen, ob die Schiene sich mit leichter Kraft verbiegen lässt (thermoplastisches Verfahren) oder nicht (Polymerisation). In den Augen der Zahnärzte galt das Retentionsvermögen von thermoplastisch hergestellten Schienen lange Zeit als unzureichend. Sie standen im Ruf, nach kurzem Gebrauch nur noch wenig auf den Zähnen zu halten. Da die Patienten diese Art der Schienen aber als angenehmer empfinden, entwickelte man in den letzten Jahren Materialien, die diesen Nachteil nicht mehr besitzen.

[©: Dr. Thomas Reiber, prothetik@medizin.uni-leipzig.de ]

 Basics: Bruxismus im Lexikonteil

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3.) Knochenreifung im Reagenzglas

Verlorenes Knochengewebe kann heute sicher und mit geringen Komplikationsraten durch Transplantate ersetzt werden. Bei Tumoren im Gesichtsbereich und in der Mundhöhle ist die lebensrettende Operation kompliziert und kann bei fortgeschrittenen Geschwulsten im wahrsten Sinn des Wortes zum teilweisen Gesichtsverlust führen: Mitunter müssen Teile eines Kiefers, andere knöcherne Strukturen des Gesichtes und wichtige Weichteilstrukturen wie Zunge, Mundboden oder Wange entfernt werden. Auch bei komplizierten Verletzungen oder Fehlbildungen im Gesicht sind die Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen gefordert, das Gesicht ihrer Patienten zu wahren oder wiederherzustellen.
Durch ein ganzes Bündel von Maßnahmen können die Experten inzwischen die funktionellen und ästhetischen Folgen solcher Eingriffe mindern und somit die Lebensqualität der Kranken weitestgehend erhalten: Neue Operationsverfahren und bessere Möglichkeiten der Operationsplanung sorgen für schonendere Eingriffe, bei denen nach Möglichkeit Knochengewebe, Nervenbahnen und Blutgefäße erhalten werden - verlorenes Knochengewebe kann durch eine Transplantation körpereigenen Knochens ersetzt werden.
"Die Eingriffe sind heute mit hoher Sicherheit und geringen Komplikationsraten durchführbar", resümiert Prof. Dr. Dr. Michael Ehrenfeld von der Ludwig-Maximilians-Universität München zahlreiche Studien. Gleichwohl erproben die MKG-Chirurgen verschiedene neue Strategien, um den Patienten die Gewebe-Entnahme in der Zukunft zu ersparen: Das Ziel ist, körpereigene Knochenzellen des Patienten in der Kulturschale oder im Körper nachwachsen zu lassen. Stammzellen, Wachstumsfaktoren und Gewebezüchtung (Tissue engineering) sind derzeit die "heißen" Forschungsbereiche in der MKG-Chirurgie:

Wachstumsfaktoren. Die kurz BMPs (Bone-morphogenic Proteins) genannten Faktoren, die das Knochenwachstum anregen, sind ein Schwerpunkt. In der Kulturschale sorgen diese Stoffe dafür, dass die Zellen verstärkt Knochengrundsubstanz bilden und Mineralsalze einlagern.
Stammzellen aus Fettgewebe. Vorläuferzellen, aus denen Knochen- und Muskelzellen entstehen, können inzwischen aus verschiedenen Geweben, beispielsweise auch aus Fettgewebe, gewonnen werden.
Anregung zur Reifung. Eine Forschergruppe von der Universität Münster berichtet, dass die mechanische Stimulation der Zellen in der Kulturschale die Produktion bestimmter Proteine und die Biomineralisation fördert. "Diese Strategie könnte die Möglichkeit eröffnen, Knochen in vitro reifen zu lassen", erklären die Wissenschaftler.
Trägerstoffe. Ein wichtiger Faktor des Tissue Engineering sind die dreidimensionalen Trägersubstanzen, so genannte Scaffolds, auf denen die Zellen heranreifen und sich vermehren. Erprobt werden dabei die unterschiedlichsten Stoffe, beispielsweise Hydroxylapatit, Kollagen, Trikalziumphosphat oder Kalziumkarbonat. Die Materialien sollen nicht nur - unterstützt von Wachstumsfaktoren - die Vermehrung der Zellen anregen, sondern müssen auch biologisch abbaubar sein.

Allerdings zeichnet sich bislang noch nicht ab, welche Trägersubstanzen am geeignesten sind - das Rennen ist auf diesem Gebiet noch lange nicht entschieden.

[ Infos: Barbara Ritzert, ritzert@proscience-com.de  ]

 Basics: Knochenersatzmaterialien, Transplantat im Lexikonteil

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4.) "Perlweiße Pracht" - Expertenrunde zu zahnfarbenen Füllungen und Ästhetik-Trends

Die ästhetisch-kosmetischen Ansprüche der Patienten sind eindeutig: Heute sollen auch „reparierte“ Zähne möglichst natürlich aussehen und „perlweiß“ sein. Drei Experten aus Hochschule, Praxis und Industrie beurteilen den gegenwärtigen Ästhetik- und Bleaching-Trend in der Zahnmedizin und diskutieren über Möglichkeiten und Grenzen der modernen direkten Füllungstherapie: Prof. Dr. Bernd Klaiber, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie an der Universität Würzburg, Dr. Klaus de Cassan (Herausgeber dieses ZahnNewsLetters), in eigener Praxis in Südbaden niedergelassen und Prof. Dr. Jean-Francóis Roulet, der 2003 vom Universitätsklinikum Charité der Humboldt-Universität Berlin zur Industrie (Ivoclar Vivadent AG) wechselte und seitdem die Abteilung „Forschung und Entwicklung clinical“ leitet.
Lesen Sie mehr dazu unter:
            http://www.dentalmagazin.de/beitrag.asp?id=912&pid=4  oder
            Gesamtbeitrag downloaden

[ Quelle: http://www.dentalmagazin.de  ]

 Basics: Ästhetische Zahnmedizin , Bleichen/Bleaching Komposite  im Lexikonteil

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5.) Fissurenversiegelung: Neue Erkenntnisse bezweifeln generelle Kariesprophylaxe

Die Kauoberfläche der Backenzähne besteht besonders bei Kindern und Jugendlichen aus z.T. tiefen Furchen (Fissuren), welche sich mit einer Zahnbürste nur schwer oder gar nicht reinigen lassen. Hiergegen kann in einer Zahnarztpraxis nach gründlicher Säuberung und Vorbehandlung des Zahnes eine Versiegelung mit einem Methacrylat-basierten Kunststoff erfolgen. Wichtig bei dieser Maßnahme ist, dass sie rechtzeitig, bald nach dem Durchbruch erfolgt: Wenn der Zahn noch völlig gesund oder nur leicht oberflächlich erkrankt ist. Trotz Kunststoff-Schutz muss die tägliche Zahnreinigung beibehalten werden. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen sind ebenfalls nötig, um Materialbeschädigungen rechtzeitig zu erkennen und zu beheben. Eine intakte Versiegelung verhindert, dass Bakterien in die Zahnfissuren eindringen und darin den Zahn entkalken - dies führt letztendlich zur "Fissurenkaries" und muss durch eine aufwendigere Zahnfüllung behandelt werden. Die Lebensdauer einer Versiegelung wird mit 7 bis 10 Jahren angegeben. Aber: Die Versiegelung eignet sich nicht bei jedem Patienten - besonders bei den hochgefährdeten Jugendlichen zeigt sie wenig Wirkung, wenn nicht sogar eine Verschlechterung der Situation. Die Zahnärztlichen Mitteilungen schreiben dazu:
"Die Fissurenversiegelung eignet sich entgegen der bisherigen Aussagen wahrscheinlich nicht als das Mittel der Wahl zur generellen Kariesprophylaxe. Diese Aussage ist jetzt das Ergebnis einer Studie, die Christine Heyduck, Universität Greifswald, im Rahmen ihrer Dissertation gemeinsam mit Prof. Dr. Christian Splieth, Kiel, durchgeführt hatte.
In einer dreijährigen Longitudinaluntersuchung an über 400 Schulkindern im Alter von zwölf bis 15 Jahren stellte Heyduck fest, dass die Versiegelung nur bei Kindern mit eher moderatem Kariesrisiko einen echten Vorteil innerhalb von drei Jahren im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Versiegelung brachte. Dagegen reduzierte eine Versiegelung bei Kindern mit hohem Kariesvorkommen und schlechter Mundhygiene nicht erkennbar das Kariesrisiko. Diese Untersuchung wurde mit dem Wrigley-Prophylaxepreis ausgezeichnet, der der Autorin anlässlich der DGZ-Tagung in Wuppertal verleihen wurde." (sp)

 Basics: Fissurenversiegelung  im Lexikonteil

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6.) Zahnpflege für unterwegs zum Lutschen

Dass zuckerfreie Kaugummis gut für die Zähne sind, hat sich herumgesprochen. Seit kurzem gibt es auch für Bonbon-Fans den ultimativen Zahnpflege Tipp: Wrigley's Extra Drops. Die Bonbons in drei Geschmacksrichtungen sind eine leckere Alternative für die Mundhygiene unterwegs. Sie helfen immer dann, wenn man neben dem regelmäßigen Zähneputzen auch zwischendurch etwas Gutes für seine Zähne tun will, aber lieber kein Kaugummi kauen möchte.
Die Wirkung der Zahnpflegebonbons beruht vor allem auf einer Stimulierung des Speichelflusses. Dieser neutralisiert Kariessäuren an der Zahnoberfläche, die nach dem Essen entstehen. Dadurch steigt der pH-Wert im Mund wieder an. "Wenn es nach einer Mahlzeit nicht möglich ist, die Zähne zu putzen und kein Kaugummi zur Hand ist, sind die Drops eine gute Alternative zur Kariesvorsorge", empfiehlt Kariesforscher Professor Joachim Klimek von der Universität Gießen. Außerdem sind die neuen Drops zuckerfrei und enthalten den natürlichen Zuckeraustauschstoff Xylit.

[ Quelle: http://www.wrigley-pressestelle.de  ]

 Basics: "Aktion Zahnfreundlich"  im Lexikonteil

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7.) Atkins-Diät: Weniger Kohlenhydrate - ist das gesund?

Die neuesten Trend-Diäten heißen Atkins und South-Beach. Das Prinzip beider Diäten besteht darin, kohlenhydratreiche Lebensmittel, also Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Süßigkeiten und Kuchen vom Speiseplan zu verbannen. Deshalb werden sie auch als Low-Carb-Diäten (low carb = wenig Kohlenhydrate) bezeichnet. Süßes Obst und einige stärkereiche Gemüsearten fehlen ebenfalls fast völlig. Stattdessen nehmen eiweißreiche Lebensmittel, wie Eier, Fleisch und Fisch, einen größeren Raum im Speiseplan ein. Um Nährstoffmängel zu vermeiden, empfiehlt Atkins Nahrungsergänzungsmittel passend zur Diät. Diese Ernährungsweise führt zu einem Mangel an Kohlenhydraten, die Gehirn und Nerven ständig mit Energie beliefern. Um die Energieversorgung dennoch zu gewährleisten, baut der Körper Fettreserven ab. Dabei entstehen jedoch belastende Abbauprodukte, die zu unerwünschten Nebenwirkungen führen wie schlechtem Mundgeruch, Kreislaufproblemen auf Grund von Unterzuckerung und langfristig zu einer höheren Belastung der Nieren.
Jahrelang wurde behauptet, die fett- und eiweißreiche Atkins-Diät begünstige Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aktuelle Studien mit stark übergewichtigen Patienten zeigen jedoch eher einen günstigen Effekt auf den Fettstoffwechsel. Die Studienteilnehmer nahmen mit der kohlenhydratarmen Diät anfangs zwar schneller ab, hatten aber nach einem Jahr etwa die gleiche Gewichtsabnahme zu verzeichnen wie die Vergleichsgruppe mit üblicher fettarmer Diät. Allerdings fiel es den Probanden offensichtlich leichter, die Atkins-Diät durchzuhalten, da sie vermutlich weniger Hunger hatten. Diese Daten sollten jedoch nicht zur Annahme verleiten, die Atkins-Diät sei zu empfehlen, denn es fehlen noch weitere Studien zu den langfristigen Auswirkungen auf andere Gesundheitsparameter wie die Nierenfunktion. Aus den bisherigen Untersuchungen lässt sich aber durchaus folgern, dass eine moderate Senkung der Kohlenhydratmenge vor allem bei stark Übergewichtigen Vorteile bringen kann. Insbesondere Backwaren aus Weißmehl, weißer Reis und gesüßte Getränken liefern nur Kalorien ohne weitere Nährstoffe und sind daher aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht zu empfehlen. Auf Obst und Vollkornprodukte sollte allerdings entgegen den Vorstellungen von Atkins nicht verzichtet werden. Weitere Informationen finden Sie auf www.was-wir-essen.de in der Rubrik "Gesund essen" unter "In der Diskussion".

[©:  aid, Dr. Maike Groeneveld ]

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8.) Lebensmittel - die Rückkehr der Keime. "cook it, peel it or forget it! ?"

Stoffliche Lebensmittel-Risiken, wie Dioxin- oder Acrylamidbelastungen, haben in der öffentlichen Wahrnehmung einen hohen Stellenwert. Aber es sind oft die mikrobiellen Risiken, die für die Gesundheit von größerer Bedeutung sind. Rund 2 Millionen Menschen sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation jährlich weltweit durch verdorbene Lebensmittel. Selbst im hoch-technisierten Deutschland werden jedes Jahr rund 200.000 Erkrankungen gemeldet, mehr als 60.000 davon durch Salmonellen verursacht. Fachleute gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Erkrankungen um einen Faktor 10 bis 20 höher liegt. Die Kosten, die dem Gesundheitswesen nur durch Salmonellen-Erkrankungen entstehen, beziffert die Europäische Union auf drei Milliarden Euro jährlich. "Lebensmittelinfektionen", so der Präsident des BfR, Professor Andreas Hensel, auf dem 5. Weltkongress Lebensmittelinfektionen und -intoxikationen, "sind ein globales Problem. Nur wenn wir international einheitlich hohe Maßstäbe an die hygienische Qualität unserer Lebensmittel anlegen, können wir auf Dauer verhindern, dass neue Erreger an Bedeutung gewinnen oder regional ausgerottete Krankheiten wieder aufleben".
Der Grundsatz: "Global denken, aber lokal angepasst handeln", gilt auch bei der Abwehr von Lebensmittelinfektionen und -intoxikationen. In den Ländern der Europäischen Union, in Japan, Australien und den USA sind die lebensmittelhygienischen Probleme anders gelagert als in den anderen asiatischen und den afrikanischen Ländern. Durch die Einführung des "Farm to Fork"-Konzepts, das die Lebensmittelhygiene prozessbegleitend vom Futtermittel für das Tier bis zum verzehrsfertigen Lebensmittel auf dem Teller des Verbrauchers etabliert, haben sich die Risiken in den Industrieländern verlagert. Während in der Verarbeitung durch hohe Hygienestandards und die Einführung des "Hazard Analysis and Critical Control Point (HACCP)"-Konzepts das Gefahrenpotential deutlich gesunken ist, gibt es nach wie vor Probleme bei der Sanierung der Tierbestände: Lebensmittel liefernde Tiere können Krankheitserreger tragen, ohne selbst klinische Symptome zu zeigen. Die Belastung mit den Keimen wird deshalb häufig übersehen; geeignete Sanierungsmaßnahmen stehen oft nicht zur Verfügung. Neben den Lebensmittel liefernden Tieren sind vor allem die Lagerung und die Zubereitung sensible Bereiche im Hinblick auf spätere Lebensmittelinfektionen. Das belegen zahlreiche epidemiologische Untersuchungen. Kritisch sind vor allem unter Vakuum oder Schutzgas verpackte empfindliche Lebensmittel mit einer Haltbarkeit von bis zu 3 Wochen. In derart verpackten Fisch- und Fleischprodukten, insbesondere in Aufschnittware, können sich während langer Lagerzeiten Listerien so stark vermehren, dass damit belastete Lebensmittel geeignet sind, Erkrankungen auszulösen.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Rekontamination von Lebensmitteln bei der Zubereitung. Untersuchungen zur Gemeinschaftsverpflegung als Quelle von Lebensmittelinfektionen legen dar, dass besonders das abendliche erneute Aufwärmen von Speisen, die für den Mittagstisch zubereitet wurden und aufgetragen waren, risikoreich ist. Vor allem toxinbildende Erreger wie Bacillus cereus haben so Lebensmittelinfektionen ausgelöst. Diese Keime stellen gerade in Lebensmitteln, die der Verbraucher als relativ sicher einschätzt, wie Reis, Möhren oder Erbsen, eine Gefahr dar. Ähnliches wie für die Gemeinschaftsverpflegung gilt vermutlich auch für den Privathaushalt. Allerdings gibt es hierzu wenig dokumentierte Fälle, weil Einzelfälle selten gemeldet werden.

Mit der Erweiterung des europäischen Binnenmarktes könnten Krankheiten erneut aufflammen, die in der Europäischen Union als besiegt galten: So warnten die am Kongress teilnehmenden Lebensmittelhygieniker etwa vor einer Rückkehr der Trichinellose. In einigen Regionen der neuen Mitgliedstaaten ist die Trichinen-Befallsrate von Schweinen vergleichsweise hoch. Deshalb wird befürchtet, dass mit Trichinen verseuchtes Schweinefleisch zum Verbraucher gelangen könnte. Hier gilt es, das Risiko für den Verbraucher kurzfristig durch den Aufbau eines lückenlosen Überwachungssystems und die Sanierung der Viehbestände einzudämmen.
Auch der wachsende globale Handel mit Lebensmitteln und die Veränderungen des heimischen Speisezettels bergen neue Risiken mit altbekannten Erregern. Nicht nur Schnittsalate, sondern auch andere pflanzliche Lebensmittel, die roh verzehrt werden, wie Kichererbsenbrei oder Mandeln, können mit Salmonellen belastet und damit eine Quelle für Lebensmittelinfektionen sein. In den Ländern Asiens sind Aquakulturen häufig in Einzugsgebieten von Ballungsräumen angesiedelt. Fisch und Meeresfrüchte aus diesen Regionen können deshalb durch Cholera-Erreger oder Hepatitis A-Viren aus Abwässern verunreinigt sein. Vor allem Shrimps, Muscheln oder Tintenfische sollten deshalb grundsätzlich nicht roh verzehrt werden. Hier gilt, wie immer auf Reisen, der Wahlspruch englischer Touristen des 19 Jahrhunderts: Kochen, Schälen oder Vergessen - cook it, peel it or forget it!

[ ©: Dr. Irene Lukassowitz, Bundesinstitut für Risikobewertung ]

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9.) Lebensmittelkontrolle in Deutschland -  Keine Einheit in Sicht

Bundesweit überprüfen derzeit 2.311 Inspekteure die Einhaltung der Hygienevorschriften im Lebensmittelbereich. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Statistik des Landesverbandes der Lebensmittelkontrolleure Baden-Württemberg in der Fachzeitschrift "Der Lebensmittelkurier" hervor. Dabei fällt die Lebensmittelkontrolle in den einzelnen Bundesländern möglicherweise sehr unterschiedlich aus, da die Anzahl der Prüfer im Verhältnis zur Einwohnerzahl, aber auch zur Zahl der zu überwachenden Betriebe deutlich abweicht. Durchschnittlich stehen jedem Lebensmittelkontrolleur statistisch rund 35.000 Einwohner und 464 zu überwachende Betriebe gegenüber. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern sind jedoch groß. Ein Beispiel: In Sachsen-Anhalt überwachen 120 Kontrolleure 32.000 Betriebe. Die gleiche Anzahl Inspekteure muss in Rheinland-Pfalz dagegen mehr als doppelt so viele Unternehmen, rund 84.000, prüfen. Die tatsächlich durchgeführten Betriebskontrollen stimmen mit diesen Angaben überein: In Sachsen-Anhalt wurden im Jahr 2001 über 80 Prozent der Betriebe geprüft, während die Kontrolleure aus Rheinland-Pfalz mit Stichproben nur etwa 30 Prozent erreichten. Dabei stellten die Inspekteure in beiden Bundesländern in 20 Prozent der geprüften Firmen hygienische Mängel fest.
In Bremen sind entweder die hygienischen Zustände besonders schlecht oder die Prüfer besonders streng: Mit einer personellen Besetzung nahe am Bundesdurchschnitt inspizierten die Hanseaten jährlich nur 44 Prozent ihrer rund 7.000 Betriebe, entdeckten dabei jedoch in fast 70 Prozent der Fälle hygienische Mängel. Lebensmittelkontrolle in Deutschland ist Ländersache. Die EU-Kommission kritisiert schon lange diese föderale Zersplitterung. Eine vom Bundesministerium für Verbraucherschutz erarbeitete Allgemeine Verwaltungsvorschrift zu diesem Thema, die ein bundeseinheitliches Handeln sicherstellen soll, wurde bereits im Dezember 2003 vom Kabinett beschlossen und sollte im Juni den Bundesrat passieren. Überraschend wurde am 11. Juni 2004 die Beschlussvorlage wieder von der Tagesordnung abgesetzt. In der Begründung hieß es, in den Ländern entstünde ein erheblicher zusätzlicher Personal- und Finanzbedarf. Dies sei angesichts der angespannten Haushaltslage der Länder nicht zu akzeptieren. Ohne die Zustimmung des Bundesrates kann das Verbraucherministerium keine bundeseinheitliche Regelung erlassen. Auf diese Weise ist eine länderübergreifende Lebensmittelüberwachung noch lange nicht in Sicht.

[ ©:  aid, Dr. Ursula Krämer und Heike Heinrichs ]

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10.) Schönheits-OPs versechsfacht - Die Hälfte der Eingriffe an Gesicht und Busen

Schönheitschirurgen sind so fleißig wie noch nie. Die Zahl der jährlichen „plastischen“ Operationen hat sich von 1990 bis 2002 von 109.000 auf 660.000 mehr als versechsfacht. Diese Zahlen gehen auf Angaben der Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgen (VDPC) zurück und schließen auch Korrekturen nach Unfällen mit ein. 2002 betraf fast die Hälfte der Operationen die Brust (24,3 %) und das Gesicht (22,7 %) – ein deutlicher Hinweis, dass die Skalpell- Künstler sich eher um Schlupflider, Nasenhöcker und unvollkommene Busen als um Unfallfolgen gekümmert haben. Etwa zwei Drittel der Eingriffe wurden in öffentlichen Krankenhäusern durchgeführt, die restlichen in Praxen und Belegkliniken.

[ Quelle: http://www.GesundheitPro.de
]

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11.) Arzneikosten: Quittungen sammeln - Zuzahlungen mitversicherter Ehepartner anrechenbar

Wer viele Medikamente benötigt, soll sich über jede Zuzahlung in der Apotheke eine Quittung ausstellen lassen, empfiehlt das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Die seit Anfang des Jahres gültige Zuzahlungsregelung besagt, dass niemand mehr als zwei Prozent des jährlichen Familieneinkommens dafür aufwenden muss. Für chronisch Kranke liegt die Grenze bei einem Prozent. Auch die Zuzahlungen für mitversicherte Familienangehörige wie Ehegatten und Kinder über achtzehn Jahre – jüngere sind grundsätzlich befreit – sind anrechenbar.
Damit die Krankenkassen die Quittungen anerkennen, muss neben der Art der Leistung auch der Name des Patienten angegeben sein.

[ Quelle: E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de ]

 Basics:  Zuzahlung  im Lexikonteil

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12.) Alkoholfreies Bier zur Stimulierung der Milchsekretion

Alkoholfreies Bier stimuliert die Milchsekretion bei stillenden Müttern - von Alkohol ist dagegen dringend abzuraten. Denn Alkohol hemmt die Milchabgabe und zudem gelangen etwa 10 Prozent der von der Stillenden konsumierten Menge über die Muttermilch in den Organismus des Säuglings, der im Vergleich zu einem Erwachsenen doppelt so lange braucht, um den Schadstoff zu eliminieren.
Im Gegensatz zur Schwangerschaft schädigt mäßiger oder gelegentlicher Alkoholkonsum der Mutter während der Stillzeit das Kind aber nicht, schreiben die Gynäkologen Dr. Renate L. Bergmann und ihre Kollegen von der Charité Berlin in der "Pädiatrischen Praxis".
Auf das einmalige Angebot gering alkoholhaltiger Brustmilch reagiert der Säugling meist mit heftigem Saugen, trinkt aber nur kleinere Mengen und verfällt anschließend in eine kürzere Schlafphase als sonst.

[ ©:  2004 http://www.medaustria.at  ]

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 13.) Immunisierung gegen Karies

Einen breiten Raum bei Anfragen an unsere Redaktion nimmt die Frage ein, wie es mit einer "Impfung gegen Karies aussieht". Wir hatten das Thema vor einem Jahr schon einmal aufgegriffen (==> http://www.ziis.de/newsletter_07_03.htm) und können auch heute nur resümieren, dass sich in der Praxis noch nicht viel geändert hat. Wohl aber tut sich viel in der Forschung derart, dass die Grundstrukturen klarer und die Zielrichtungen der Forschung deutlicher werden und vielleicht doch in absehbarer Zeit eine Immunität gegen Karies Wirklichkeit werden könnte. Bis dahin können aber nach Ansicht von Experten noch einige Jahre, wenn nicht sogar ein Jahrzehnt vergehen. Denn selbst, wenn eine Laborwirkung im Reagenzglas und Tierversuch festgestellt wird, ist es noch ein langer Weg bis zur Praxisreife - und wie es dann mit den Kosten aussieht, steht auf einem anderen Blatt.
Nachfolgenden Beitrag geben wir gekürzt nach einer Analyse von Dr. Alexander Huwig, Schaan/Lichtenstein, wieder:

Karies wird verursacht von Bakterien wie Streptococcus mutans oder Lactobacillus-Arten, die in komplexen Anordnungen, den Biofilmen, zusammen mit anderen nicht Karies-erzeugenden Bakterien leben und in der Regel nicht mit Blut in Kontakt kommen. Sollte es dennoch auf Grund kleiner Gewebsverletzungen zum Eindringen in die Blutbahn kommen, wird eine Immunreaktion ausgelöst, da die Bakterien als fremd erkannt werden. Entsprechend werden verschiedene Immunglobuline gebildet. Ausgerechnet jene Antikörper, die gegen die Bakterien gerichtet sind, gelangen aber nicht vom Blut, in das sie abgegeben worden sind, in den Speichel. Daher würde keine aktive Immunisierung, bei der die Impfung mit abgeschwächten Krankheitserregern durchgeführt wird, Erfolg haben.
Möglich wäre jedoch eine passive Immunisierung, bei der direkt Abwehrstoffe, eben Antikörper, verabreicht werden. Die Impfung würde allerdings nicht wie bei Tetanus ins Muskelgewebe erfolgen, sondern in den Mund, zum Beispiel mit einer entsprechenden Antikörper enthaltende Mundspüllösung. Diese Stoffe arbeiten sich dann durch den Biofilm zu den Karieserregern vor und binden diese an. Somit wären die Erreger für den Verzehr durch körpereigene Fresszellen markiert, die wiederum im Speichel nicht vorkommen. Daher müssten die Antikörper mit einem antimikrobiellen Mittel versehen werden, das direkt nach Bindung an die Erreger wirken könnte. Die Antikörper würden somit für die spezifische Erkennung der Karieserreger eingesetzt und das antimikrobielle Mittel für deren Vernichtung. Dieses Verfahren würde den direktesten Weg zu einer Immunität gegen Karieserreger darstellen.


[ Quelle: DZW-Spezial 5/04 ]
 Basics:  Kariesimpfung  im Lexikonteil, http://www.ziis.de/newsletter_07_03.htm

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14.) Chinesische Heilkräutertees sind mit Schwermetallen und Pestiziden belastet

Chinesische Heilkräutertees aus der Apotheke sind häufig mit Schwermetallen und Pestiziden verseucht. Das meldet das GREENPEACE MAGAZIN in seiner neuesten Ausgabe. Es beruft sich dabei auf Analyseergebnisse eines Arztes aus Sulzheim, der Tees im Medizinischen Labor Bremen (MLHB) untersuchen ließ. Alle 80 getesteten chinesischen Tees waren - je nach Schadstoff - bis zu hundert Mal höher mit Schwermetallen und Pestiziden belastet als Vergleichsproben von Heil- und Wildpflanzen aus Deutschland und Amazonien. Unter anderem fanden sich Blei, DDT, Cadmium und das als Rattengift verwendete Schwermetall Thallium. Beispielsweise enthielt eine Rezeptur gegen Depressionen 621,1 Mikrogramm Cadmium - der deutsche Grenzwert liegt bei 200 Mikrogramm.
Der Allgemeinmediziner Rainer Pließ war misstrauisch geworden, nachdem eine schwangere Patientin nach Einnahme eines Heilkräutertees mit Pusteln und Hautrötungen bei ihm erschien. Daraufhin kaufte der oberfränkische Arzt, der selbst alternative Heilverfahren anwendet, in vier Apotheken Heilkräutermischungen aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und schickte sie ins MLHB. "Ich will die traditionelle chinesische Medizin nicht in Verruf bringen, sondern meine Patienten schützen", sagt Pließ und fordert, alle chinesischen Heilmittelpräparate aus dem Verkehr zu ziehen, bis nachgewiesen sei, dass sie unbelastet sind.
"Bis zu einem Viertel der Ware ist Ausschuss", räumt der Apotheker und Großhändler für chinesische Heilkräuter Eberhard Hilsdorf im GREENPEACE MAGAZIN ein. Seine Firma Herbasin lässt alle Chargen testen. Dabei werden regelmäßig Schimmelpilze und hohe Schadstoffbelastungen entdeckt. Manche der rund 2000 Arten von Samen, Wurzeln, Blättern und Extrakten aus China seien zeitweise nur verseucht zu haben. Die könne er dann nicht anbieten, sagt Hilsdorf.

[ © : GREENPEACE MAGAZIN-Redakteurin Andrea Hösch, Tel.: 040/30618-214 oder mobil: 0175-4137670   ]

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15.) Privatpatienten können Arztrechnung online prüfen

"Auf Augenhöhe mit Ärzten und Krankenhäusern" sollen privat Versicherte in Zukunft kommunizieren können. Das möchte der Verband der privaten Krankenversicherungen mit ihren neuen Web-Portal http://www.derprivatpatient.de erreichen. Dazu gehört nach Meinung der Privaten auch die Kontrolle der Arztabrechnung – ermöglicht durch ein online-Prüfmodul, in das der Patient Daten aus seiner Rechnung eingeben kann.
So heißt es dann auf der Site: "Die Arztrechnung sollte – wie jede andere Rechnung auch – geprüft und die Bezahlung nur bei sachlich und rechnerisch korrekter Ausführung vorgenommen werden. Ansonsten besteht Anspruch auf Korrektur. Die Rechnung sollte vor allem auf Plausibilität und Formalien geprüft werden. Hierzu zählen das Datum der Leistungserbringung, die Nummer und Bezeichnung der Leistung einschließlich einer in der Leistungsbeschreibung gegebenenfalls genannten Mindestdauer, der Betrag, der Steigerungssatz, der Minderungsbetrag bei stationärer Leistung, evtl. Art der Entschädigung und / oder Auslage."
Bei der Prüfung seine die Fragen hilfreich: "Wurde die Leistung erbracht? Ist die Rechnung, sind die Steigerungssätze nachvollziehbar und in der Höhe gerechtfertigt?" Und weiter: "Die Rechnung sollte erst nach der Überprüfung, die gegebenenfalls Ihre Versicherung übernimmt, beglichen werden."

Ab 2005 wartet die Site mit einem weiteren brisanten Modul auf: Dann finden Patienten dort die Fallzahlen aller Deutschen Krankenhäuser.

[ ©: http://www.facharzt.de  ]

 Basics: Private Versicherung  im Lexikonteil

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16.) Ernährung: Fleisch ja, Nudeln nein?

Über kaum ein anderes Thema lässt sich so vortrefflich streiten wie über die richtige Ernährung (siehe auch Punkt 7.). Selbst die Meinungen der Wissenschaftler gehen häufig weit auseinander. Dagmar von Cramm aus dem Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift FÜR SIE (29. Juni 2004): "Lassen Sie sich bloß nicht verrückt machen."
Die Buchautorin und Diplom-Ernährungswissenschaftlerin plädiert für ein einfaches Pyramiden-Modell: "Viel Getreide, Gemüse, Obst und Nüsse, mäßig Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Eier, dazu hochwertige Fette wie Pflanzenöle und sparsam Zucker." Auch Kartoffeln seien ein wichtiges Nahrungsmittel, betont sie und widerspricht damit einer aktuellen Studie der beiden Mediziner Walter Willett und Meir Stampfer von der US-Universität Harvard, nach der die braune Knolle möglichst aus der Küche verbannt werden sollte.
Hier scheiden sich wieder einmal die Geister. Die wissenschaftlichen Diskussionen haben aber auch zu neuen Erkenntnissen geführt, die heute allgemein anerkannt sind. Einige Beispiele: Eier steigern den Cholesterin-Spiegel viel weniger als angenommen. Eisberg- und Kopfsalat, die lange als Inbegriff gesunder Ernährung galten, haben sich nährstoffmäßig als Nullnummern erwiesen. Butter kann gesunde ungesättigte Fettsäuren enthalten - vorausgesetzt, sie stammt von Kühen, die mit Rapssamen gefüttert wurden. Und sogar der viel gescholtene Kaffee hat - in Maßen genossen - positive Effekte: Er beugt Gallensteinen vor, fördert die Fettverdauung und erweitert die Herzkranzgefäße.

[ Quelle: FÜR SIE, Nikola.Pfeiffer@fuer-sie.de  ]

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17.) Zum Schluss: Der bedauernswerte Patient aus Mailand

In Rom kommt ein Mann zum Arzt und lässt sich untersuchen.
"Wie viel rauchen Sie?" fragt der Arzt.
"50 Zigaretten am Tag!" ist die Antwort.
"Zuviel! - Was trinken Sie?"
"Wein - morgens ein Gläschen, mittags zwei und abends drei!"
"Zuviel! - Und wie ist das mit der Liebe?"
"Zweimal im Monat!"
"Zuwenig" sagt der Arzt. "So alt sind Sie doch noch nicht, da müssten Sie doch wenigstens zweimal pro Woche..."
"Das kann schon sein", antwortet der Patient, "wenn ich wie Sie Arzt in Rom wäre. Aber ich bin Bischof von Mailand!"

[ Quelle: © http://www.dr-walser.ch/index.html?witz.htm ]

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