Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 7/2005/ 1. Juli 2005

Wie wir schon im letzten ZahnNewsLetter berichteten, müssen gesetzlich Versicherte ab dem 1. dieses Monats (1.7.2005) einen Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung in Höhe von 0,9 Prozent des Bruttogehaltes zahlen. Verkauft wurde dies bisher damit, dass knapp 0,5% davon für den Zahnersatz seien. Nur hat da Irgendjemand gemogelt: So heißt es aus dem Bundesgesundheitsministerium nun lediglich: "Die Einnahmen aus dem zusätzlichen Beitragssatz fließen den Krankenkassen zu. Eine Verknüpfung mit einzelnen Leistungen besteht nicht." Und so zahlen nun die Arbeitnehmer doch wieder höhere Beiträge an die Kassen. Was dann damit geschieht, bestimmen die Kassen intern.
Wenn unsere vorsichtige Analyse der neu eingeführten Festzuschüsse länger als für einen NewsLetter üblich ausfällt, so liegt der Grund einzig darin, dass in den letzten Wochen Zahlen und andere "Fakten" ins Feld geführt wurden, die mit dem "System-Festzuschuss" direkt nichts mehr zu tun haben, und wir Ihnen dazu einige Background-Informationen geben wollen, um derartige Meldungen entsprechend einzuordnen.

Für viele von Ihnen beginnt jetzt die wohlverdiente Urlaubszeit. Dafür wünschen wir Ihnen eine gute Erholung, viele neue Eindrücke und schönes Wetter!

Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion

 


Inhalt

 1.) 2005 + ½: Eine vorsichtige Analyse der neuen Festzuschüsse
 2.)
Alternde Gesellschaft stellt Zahnmedizin vor erhebliche Herausforderungen
 3.) Zahngesunde Ernährung von Anfang an: Guter Start für empfindliche Babyzähne
 4.) Gräte im Hals: Keine Panik! - Gefahren werden überschätzt
 5.)
Zahnersatz-Versteigerung im Internet sitten- und berufswidrig / Kostenkiller
 6.) Vegetarierstudie: Ein bisschen Fleisch schadet nicht, wenn man sonst gesund lebt
 7.)
Champagner an der Würstchenbude - Die Esskultur im Wandel
 8.) Arbeitslosigkeit und Armut machen krank

 9.) Knaurs Buch der Selbstmedikation
10.)
Wer ins Ausland reist, muss versichert sein
11.)
Dringender Handlungsbedarf in der Gesundheitsvorsorge
12.)
Gesunde Durstlöscher - Tipps für Getränke, die Kindern gut bekommen
13.)
Noch einmal: Stillen ohne Wenn und Aber
14.) Sommerlicher Brotgenuss - Wissenswertes zum Lagern von Brot
15.)
Zum Schluss: Aus dem Läster-Lexikon


1.) 2005 + ½: Eine vorsichtige Analyse der neuen Festzuschüsse

Da flackern furchtbare Meldungen über den Bildschirm und sind in den Medien zu Lesen und "stern" meint gar, dass Zahnersatz für Kassenpatienten um 65 Prozent teurer wurde - eine für uns unverständliche Panikmache, die den Eindruck erweckt, als ob ab 2005 in Deutschland keine gute Zahnersatzversorgung mehr möglich sei. Offensichtlich wird hier falsch hochgerechnet oder schlampig recherchiert oder es wird nicht zwischen einer Normalversorgung und einer aufwendigen Versorgung getrennt - also Äpfel mit Birnen verglichen.
Noch einmal zur Erinnerung: Bis 2005 war es so, dass jeweils von der Krankenkasse eine prozentuale Bezuschussung auf die "Kassen-Therapie" erfolgte, egal ob diese aufwendig oder einfach angesetzt war. Implantate waren keine Kassenleistung und spezielle Versorgung erhielten manchmal gar keine Zuschüsse, die Kosten für die zahntechnische Anfertigung stiegen gleichzeitig jährlich und stetig und überstiegen das zahnärztliche Honorar bei weitem. Mit der Einführung der befundbezogenen Festzuschüsse wurde ein anderer Denkansatz eingeläutet, der Gebissbefunde - i.d.R. sind dies Zahnlücken oder zerstörte Zähne - beschreibt und dafür eine adäquate Therapie unter krankenkassen-wirtschaftlichen Gesichtspunkten "verordnet" - man nennt dies "Regelversorgung". Jedem Versicherten steht es aber frei, sich eine andere, meist aufwendigere Versorgung angedeihen zu lassen, soweit dies fachlich vertretbar ist und trotzdem seinen Festzuschuss für die Regelleistung zu bekommen. Die Kriterien für eine Regelversorgung wurden gemeinsam von den Krankenkassen und Zahnärzten erarbeitet und vom Bundesgesundheitsministerium abgesegnet - von Alleingängen oder Zwangsverordnungen durch den Gesetzgeber keine Spur.

Nun tauchen in der Öffentlichkeit Zahlen auf, die von einem erheblichen Rückgang der Ausgaben für Zahnersatz bei den Kassen sprechen und sich meist auf einen Zeitraum bis zum April d.J. beziehen - neuere Zahlen sind i.d.R. noch nicht vorhanden. Derartige Zahlen werden dann mit der gleichen Zeitspanne des Vorjahres verglichen und angeprangert. Über ein derartiges Vorgehen würden selbst großzügige Statistiker nur den Kopf schütteln, denn zwei Faktoren haben in den ersten Monaten von 2005 hauptsächlich eine entsprechende Verschiebung bewirkt:

 Keine Übergangsregelung beim Wechsel von 2004 auf 2005

 
Eine totale Überfrachtung der neuen Festzuschussregelungen mit bürokratischen Regelungen und Ausnahmetatbeständen


In den vergangenen Jahrzehnten war es üblich, dass bei gravierenden Änderungen Übergangsfristen bis weit ins Folgejahr vereinbart wurden. So konnten sich Patienten, Praxen und Kassen in Ruhe und fundiert auf die neue Situation einstellen.  Diesmal war dies nur regional bei einigen Kassen der Fall. So musste denn alles, was verunsicherte Patienten in 2004 an ihre Praxis herantrugen, auch noch bis "Glockenschlag Neujahr" eingesetzt sein, wollte man nicht den Kassenzuschuss riskieren - es kam zu dem bekannten Vorzieheffekt.
Krankenkassen und Zahnärzte hatten viel zu wenig Zeit - bei zusätzlich fehlender Übergangsregelung - die neuen Festzuschüsse mit all den vielen Wenns und Abers zu verstehen, dem Patienten verständlich zu machen und dann entsprechend in einem Plan zu fixieren und diesen zu genehmigen. So lief in den ersten beiden Monaten in Durchschnittspraxen "praktisch gar nichts" in Sachen Zahnersatz.

Woher die Zahlen einer "immensen Zuzahlungssteigerung" stammen, entzieht sich unserer Kenntnis, da offizielle Zahlen ganz anders aussehen. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns z.B. schreibt dazu in ihrer Pressemeldung "Patientenanteile beim Zahnersatz nur unmerklich gestiegen" vom 14.6. unter anderem:
"... Die statistische Auswertung ergab, dass im Jahre 2003 der Patientenanteil bei vertragszahnärztlichen Zahnersatzbehandlungen durchschnittlich bei 41,5 Prozent lag. Im Jahre 2004 ist dieser Patientenanteil auf 42,61 Prozent, also um 1,11 Prozentpunkte gestiegen. Für die Monate Januar bis Mai 2005 beträgt dieser Wert 43,38 Prozent für Regelleistungsversorgungen, das entspricht einem weiteren Anstieg um 0,78 Prozentpunkte. „Es kann also keine Rede davon sein, dass die Eigenanteile durch die Umstellung auf die Festzuschüsse überproportional gestiegen seien“..."
Wenn nun aber tatsächlich höhere Zuzahlungen erfolgen sollten, so hat auch dies wieder mehrere Ursachen, die man dem "System Festzuschuss" nicht anlasten kann:

 Bei festsitzendem Zahnersatz wurden die Metallkosten auf der Basis von Nichtedelmetall berechnet - viele Versicherte bevorzugen aber eine erheblich teurere Goldlegierung. Wie auf unserer Beispielseite nachgelesen werden kann, macht dies bei einer einzigen Backenzahnkrone über 100 € bzw. 75% Mehrkosten aus

 Implantate wurden "kassenfähig", werden aber von der Krankenkasse mit keinem Cent bezuschusst - lediglich das, was durch das Implantat verhindert wird, unterliegt den Festzuschüssen. Nimmt man die nicht unerheblichen privaten Kosten für ein einziges Implantat von etwa 1.100 € an, so müssen naturgemäß die Zuzahlungen steigen. Wohlgemerkt für eine Versorgungsform, die bis 2005 von den Kassen gar nicht erfasst wurde

 Die Regelversorgung stellt eine gute Grundversorgung dar - nicht mehr und nicht weniger. Um einen sicherlich hinkenden Vergleich mit der Automobilbranche trotzdem zu gebrauchen: Der solide Mittelklassewagen ohne Sonderausstattung. Und so ist es auch nicht einzusehen, dass andere Therapien zu Lasten der Versichertengemeinschaft gehen sollen. Werden somit in dieser Richtung andere Versorgungsformen gewünscht, so gehen diese ausschließlich zu Lasten des Versicherten. Deshalb aber die Regelversorgung schlecht zu reden oder als "steinzeitlich" zu bezeichnen, widerspricht jeglicher seriösen Grundlage. Die Bürger vergleichbarer Staaten auf der Welt wären froh, wenn ihre Sozialversicherung ein derart hohes Niveau beim Zahnersatz überhaupt anbieten würde!

 Die Zahlen, die unlängst durch die Medien geisterten und von etwa 65% höherem Patientenanteil sprachen, sind nach unseren Recherchen eine Aussage der AOK Bayerns. Dazu muss man wissen, dass diese "Erhebung" eingereichte Heil- und Kostenpläne vor einer Behandlung als Grundlage hatte (vergleichen kann man nur Pläne nach Abschluss der Behandlung) und Implantate, die bis 2005 überhaupt nicht zum Leistungskatalog der Kassen gehörten, mit hineingerechnet hat.

Kritikpunkte

 Jeder spricht und wünscht sich, dass Reformen auch eine Verwaltungsvereinfachung bewirken. Bei einer jetzt schon weit überfrachteten Verwaltung im ärztlichen Bereich, es werden Zahlen von 20-30 % genannt, die allein auf die Verwaltung fraglicher Dokumentations- und Überprüfungskriterien entfallen, machen echte Reformen nur einen Sinn und werden dann auch akzeptiert, wenn zumindest versucht wird, noch mehr Bürokratie vor der Türe zu lassen. Hier haben die Festzuschüsse bisher eindeutig versagt: In dem löblichen Bestreben es Allen recht zu machen, wurde ein Wust an Bestimmungen, Ausnahmeregelungen und Verboten aufgebaut, der es selbst Insidern schwer macht, einigermaßen den Überblick zu behalten.

 So löblich und medizinisch sinnvoll immer eine Gesamtplanung von Ober- und Unterkiefer ist, so wenig ist dieses Wunschziel zuweilen mit der persönlichen finanziellen Situation vereinbar. Selbst Zahnersatz, ausschließlich nach der Regelversorgung geplant, kann bei entsprechender Lückensituation sehr rasch die finanziellen Möglichkeiten des Patienten übersteigen, wenn es darum geht, dass Ober- und Unterkiefer entsprechend und gleichzeitig versorgt werden müssen. Hier hatte es sich in der Vergangenheit bewährt, dass in entsprechend gelagert Fällen zwar schon eine Gesamtplanung erfolgte, die Realisation sich aber über 2-3 Jahre hinzog. Finanzielle Möglichkeiten des Patienten und wissenschaftliche Idealvorstellungen sind eben manchmal nicht unter einen Hut zu bringen.

 Ebenso wurden fachliche Restriktionen eingeführt, die wohl nur für die Schöpfer der Festzuschüsse nachvollziehbar sind. Da muss z.B. nur ein einziger Zahn - normalerweise unbedeutend bei einer Zahnersatzplanung - fehlen oder vorhanden sein, um einen völlig anderen Festzuschuss auszulösen. Versorgungen mit Teleskopkronen bleiben beim normalen Lückengebiss auf Eckzähne beschränkt. Auch diese Bestimmung ist nicht nachvollziehbar.

 Völlig falsch wurden Maßnahmen im Zusammenhang mit künstlichen Zahnwurzeln (Implantaten) in den Medien verbreitet: Hier wurde und wird der Eindruck erweckt, als ob ein Implantat zur Kassenleistung gehört, dabei ist es nur der prozentual geringe Teil des Zahnersatzes, welcher in den Festzuschuss einfließt.

Zahntechniker

Die knapp 7.000 gewerblichen Dentallabore spüren die Reform in Richtung Festzuschüsse - nach eigenen Angaben, da uns von dort keine "offiziellen" Zahlen vorliegen - so stark, dass sie sich die Zeit vor 2005 wieder herbeiwünschen. So schreibt denn die Ärztezeitung am 20.6.:

"Die Zahntechniker fordern die sofortige Rückkehr zum alten Leistungskatalog beim Zahnersatz. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte der Präsident der Zahntechniker-Innungen, Lutz Wolf, die Reform sei "auf ganzer Linie gescheitert".
Ohne Rücknahme der Reform seien Massenentlassungen unvermeidbar. Nach Angaben von Wolf haben die Versicherten das neue System mit Wahlfreiheit nicht akzeptierten. Die Folge seien Umsatzrückgänge in den Zahntechniker-Laboren von 45 bis 50 Prozent. 43 Prozent der Beschäftigten müssten kurzarbeiten oder stünden vor der Entlassung. Es sei unverantwortlich, dass Gesundheitsministerin Ulla Schmidt bis zum Herbst warten wolle, um eine Bilanz der Zahnersatzreform zu ziehen. Das Niveau der Regelversorgung sei so weit gesenkt worden sei, dass die Zuzahlungen für viele Patienten nicht mehr bezahlbar seien."

Fazit

Reformen brauchen ihre Zeit, bis die Kinderkrankheiten überwunden sind, bis in einem seit Jahrzehnten eingefahrenem System eine andere Denkweise einsetzt. Auf Grund der jetzigen bescheidenen und einseitigen Datenlage kann über die definitiven Spareffekte und das Nachfrageverhalten nur wenig ausgesagt werden. Sollten sich aber die Einsparungen beim Zahnersatz bei den Kassen auf Dauer stabilisieren, so ist es sinnvoller, den jeweiligen Festzuschuss selbst zu erhöhen, als wieder weitere Leistungen in den Katalog zu integrieren.

Kinderkrankheiten können häufig von allein abheilen, bedürfen aber ebenso häufig einer fundierten Therapie. Hier sind baldige Korrekturen nötig, sollte nicht durch offensichtliche Ungereimtheiten das ganze System ins Wanken geraten und als untauglich bezeichnet werden.

Zahnersatzleistungen nach der Regelversorgung dürften sich in 2005 - wenn überhaupt - nur unwesentlich verteuert haben. Eine Regelversorgung nun aber als "Primitiv-Zahnheilkunde" zu bezeichnen, ist falsch und zeigt, dass es bei diesen Behauptungen offensichtlich um etwas anderes geht. Ein Blick in unsere Nachbarländer - auch die gelobt Schweiz ist da mit inbegriffen - zeigt, dass das Niveau der Regelversorgung auf dem Boden einer grundsoliden Zahnheilkunde steht.

Reformen im Gesundheitswesen sind dringend erforderlich, und werden seit Jahrzehnten mehr oder weniger halbherzig versucht. Die neuen Festzuschüsse sind vom Kern her ein Schritt in die richtige Richtung und enttäuschen besonders diejenigen, die geglaubt haben, dass das Füllhorn der gesetzlichen Krankenversicherung ein unendliches Maß an Mitteln für das Gesundheitssystem bereithält. Selbstverantwortung eines sonst so mündigen Bürgers und Absicherung der Grundrisiken für eine gute Gesundheit werden die sozialpolitische Landschaft nicht nur der heutigen Generationen bestimmen.

 Basics:  Festzuschüsse ab 2005  auf www.zahnwissen.de

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2.) Alternde Gesellschaft stellt Zahnmedizin vor erhebliche Herausforderungen

In den kommenden Jahren wird der Anteil alter Menschen in der Bevölkerung zunehmen. Dies stellt die Zahnmedizin in der Prävention und Versorgung dieser Patienten vor erhebliche Herausforderungen. Vielschichtige Zusammenhänge zwischen medizinischen und zahnmedizinischen Erkrankungen und die spezielle Situation älterer Menschen fordern ein Umdenken.

Bisher konzentrierten sich Prophylaxe-Maßnahmen auf Kinder und Jugendliche. Mit Erfolg: In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist Karies drastisch zurückgegangen. „Aus wissenschaftlichen Studien weiß man, dass auch bei älteren Menschen Prävention nicht nur sinnvoll, sondern auch erfolgreich sein kann“, sagt Prof. Dr. Joachim Klimek, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde und Präventive Zahnheilkunde an der Universität Gießen und Sprecher des wissenschaftlichen Beirats der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e.V. Daher entwickelt und initiiert die Bundeszahnärztekammer Programme zur Verbesserung der Mundgesundheit älterer Menschen. Repräsentative Erhebungen belegen die Notwendigkeit solcher Programme: Menschen im Alter von 65 bis 74 Jahren fehlen in Deutschland durchschnittlich etwa 18 bis 20 Zähne, ein Viertel bis zu ein Drittel sind komplett zahnlos. Über die Hälfte der Patienten dieser Altersgruppe leiden an einer schweren Zahnbetterkrankung (Parodontitis). Dies entspricht der Situation in anderen vergleichbaren Industrienationen.

Fehlender, unzureichender oder alter Zahnersatz vermindert häufig die Lebensqualität, weil die Kaufähigkeit eingeschränkt ist und sich Physiognomie und Sprache verändern. Das Ernährungsverhalten wird oft einseitig und unausgewogen, viele Patienten ziehen sich sozial zurück. Der Verlust der Kieferabstützung durch fehlende Zähne kann Funktionsstörungen der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur zur Folge haben einhergehend mit Kopf- und Nackenschmerzen. Dies wiederum wirkt sich negativ auf die Allgemeingesundheit aus.

Außerdem können Infektionen im Mundraum schwerwiegende Auswirkungen haben: „So gilt etwa Parodontitis als Risikofaktor für Herz- und Kreislauferkrankungen und Diabetes“, warnt Klimek. Andersherum wirken sich verschiedene Allgemeinerkrankungen wie Diabetes oder systemische Erkrankungen auf die Mundhöhle aus. Typisch ist auch das vermehrte Auftreten von Mundschleimhautveränderungen und Mundkrebs im höheren Alter. „In diesem Zusammenhang ist es wichtig daran zu erinnern, dass sich das Aufgabenfeld des Zahnarztes nicht auf die Zähne beschränkt“, so Klimek.

Ebenso können altersbedingte Funktionseinschränkungen gefährlich für die Mundgesundheit sein. Bewegungseinschränkungen erschweren den regelmäßigen Besuch einer Zahnarztpraxis, eine eingeschränkte Feinmotorik führt häufig zu Problemen bei der Mundhygiene zu Hause. Hier ist es wichtig, über Alternativen aufzuklären, die die Mundhygiene erleichtern und unterstützen: „Menschen mit eingeschränkter Feinmotorik können mit modernen elektrischen Zahnbürsten oft eine bessere Reinigung der Zähne erzielen als mit Handzahnbürsten. Die Entwicklung von Wurzelkaries, die typischerweise im höheren Alter auftritt, kann durch die regelmäßige Anwendung fluoridhaltiger Präparate vermindert werden“, erläutert der Zahnmediziner.

Einfach anzuwendende antibakteriell wirksame Mundspüllösungen wie Chlorhexidin oder Mittel, die Zinn- und Aminfluorid enthalten, können einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt und zur Wiederherstellung der Mundgesundheit leisten. Personen, die unter vermindertem Speichelfluss leiden – oft auch als Nebenwirkung von Medikamenten bei Herz-Kreislauferkrankungen oder Depressionen – kann es schon helfen, häufiger einmal zuckerfreien Kaugummi zu kauen.

„Eine Verbesserung der Mundgesundheit älterer Menschen kann nicht durch die Zahnärzteschaft allein bewirkt werden, sondern nur durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Blick auf den ganzen Patienten“, folgert Klimek.


[©: Sektion Zahngesundheit im DEUTSCHEN GRÜNEN KREUZ e.V., Marburg;  E-Mail: zahngesund@kilian.de  ]

 Basics:  Gerostomatologie (Alterszahnheilkunde) auf www.zahnwissen.de

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3.) Zahngesunde Ernährung von Anfang an: Guter Start für empfindliche Babyzähne

Die Freude ist groß, wenn die ersten Zähnchen durchbrechen. Denn sie markieren einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des Kindes. Feste Kost und Teilnahme an den Familienmahlzeiten liegen nun nicht mehr fern. Doch auch in anderer Hinsicht haben die Milchzähne eine enorme Bedeutung: Sie ermöglichen den Kindern, richtig sprechen zu lernen, dienen als Platzhalter für die bleibenden Zähne und verhindern Verformungen und Fehlstellungen im Gebiss. Deshalb gilt: Babys Zähne brauchen von Anfang an die richtige Nahrung und Pflege.

Stillen ist optimal für Säuglinge. Muttermilch ist die einzige Nahrung, die auf die Bedürfnisse des Babys in den ersten sechs Lebensmonaten ideal abgestimmt ist und ihm die Nährstoffe liefert, die es für das Wachstum seiner Organe braucht - also auch für die Zähne. Zudem fördert das Saugen die Ausbildung des Kiefers und trainiert die Kiefermuskulatur. Säuglinge sollten mindestens vier Monate voll gestillt werden, allergiegefährdete Kinder sechs Monate lang. Erst dann wird langsam mit der Beikost begonnen. Falls ein Säugling keine Muttermilch bekommen kann, bietet industrielle Flaschennahrung die beste Alternative. Die eigene Herstellung von Säuglingsmilch kann grundsätzlich nicht empfohlen werden, denn sie kann nie den ausgewogenen Nährstoffgehalt einer Fertigmilch erreichen. Säuglingsanfangsnahrungen mit der Bezeichnung "Pre" sind der Muttermilch soweit wie möglich nachgebildet, enthalten als einzigen Zucker Milchzucker und sind für die Ernährung während des ganzen ersten Lebensjahres geeignet. Fertigmilch mit der Bezeichnung "1" enthält zusätzlich Stärke. Dadurch wird die Nahrung sämiger und sättigt etwas länger. Allerdings können auch andere Zucker, zum Beispiel Haushaltszucker, enthalten sein. Diese zusätzlichen Zucker bieten keine Vorteile, sondern erhöhen die Gewöhnung an den süßen Geschmack und haben eine größere kariogene Wirkung als Milchzucker. Aus zahnmedizinischer Sicht sind deshalb "Pre"-Nahrungen zu bevorzugen. Gleiches gilt für Folgemilch-Produkte mit den Ziffern "2" oder "3". Wenn überhaupt, sollten sie nicht vor dem fünften Lebensmonat gefüttert werden.

Die tägliche Vitamin-D-Gabe dient der Vorbeugung von Rachitis und nimmt über den Kalziumhaushalt auch Einfluss auf die Zahnsubstanz. Da Muttermilch allein nicht ausreichend Vitamin D aufweist, gilt diese Empfehlung sowohl für Still- als auch für Flaschenkinder. Eine zusätzliche Zufuhr von Fluoriden zur Kariesprophylaxe ist vor dem ersten Zahndurchbruch, der in der Regel im 6. Lebensmonat stattfindet, nicht notwendig. Danach ist eine zusätzliche Gabe abhängig vom Fluoridgehalt des Trinkwassers und anderer Fluoridquellen in der Nahrung. Empfehlenswert ist zum Beispiel die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz im Haushalt. Die Frage der "Fluoridstrategie" sollte für jedes Kind individuell mit dem Zahnarzt besprochen werden.

Die Milchnahrung wird schrittweise durch die Beikost abgelöst. Gemäß den Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund wird zwischen dem fünften und siebten Monat zunächst der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, vier Wochen später der Vollmilch-Getreide-Brei und wieder einen Monat danach der Getreide-Obst-Brei eingeführt. Spätestens ab dem ersten Geburtstag kann der Nachwuchs dann seinen Platz am Familientisch einnehmen und auch die Familienmahlzeiten mitessen. Spezielle Kinderlebensmittel, Babygläschen oder -breie sind nicht mehr nötig. Im Gegenteil: Zu viel breiige Kost kann einer altersgemäßen Entwicklung des Kauapparates schaden. Auch Babys können schon Karies bekommen. Die wichtigste Maßnahme zum Schutz der weichen Kinderzähne ist, die Besiedelung der Mundhöhle mit karieserzeugenden Mikroorganismen zu verhindern. Eine Ansteckung mit Kariesbakterien erfolgt im Wesentlichen durch Eltern, Verwandte und andere Kinder durch wiederholte Speichelkontakte. Hier gilt es wachsam zu sein und möglichst keine Löffel, Schnuller, Sauger oder anderen Gegenstände in den Mund zu nehmen und dann dem Kind zu geben. Außerdem spielt die Zahngesundheit der Bezugspersonen eine wichtige Rolle: Je gesünder die eigenen Zähne sind, desto geringer ist die Übertragungsgefahr.

Die zweite Regel lautet: Kein Zucker im ersten Lebensjahr! Je später Kinder mit Zucker in Kontakt kommen, desto besser für ihre (Zahn-) Gesundheit. Da die Kleinen ja zunächst keinen Zucker und keine süßen Speisen oder Getränke kennen - und also auch nicht vermissen - ist das gar nicht so schwer umzusetzen. Eine große Gefahr für Babyzähne ist das Dauernuckeln an der Flasche. Nuckelflaschen sind daher nur zum kurzzeitigen Trinken geeignet, das heißt für die Dauer der Mahlzeit, nicht aber zur "Selbstbedienung" oder für die Nacht. Denn beständiges Umspülen der Zähne mit Flüssigkeit setzt die körpereigene Reparatur mit Hilfe des Speichels außer Kraft. Besonders gefährlich sind alle süßen oder säurehaltigen Getränke wie zum Beispiel süßer Tee oder Eistee, Fruchtsäfte oder Erfrischungsgetränke. Sie haben in der Ernährung von Säuglingen - und besonders in der Trinkflasche - nichts zu suchen. Stattdessen sollen die Kinder ungesüßte Tees oder Wasser bekommen und bereits am Ende des ersten Lebensjahres lernen, aus einem Becher oder einer "richtigen" Tasse (nicht aus der Schnabeltasse) zu trinken.

[ © : Sektion Zahngesundheit im DEUTSCHEN GRÜNEN KREUZ e.V., Marburg; E-Mail: zahngesund@kilian.de ]

 Basics:  Erhaltung von Milchzähnen  auf www.zahnwissen.de

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4.) Gräte im Hals: Keine Panik! - Gefahren werden überschätzt

(ots) - Eine im Hals steckende Gräte ist heute kein Grund mehr, in Panik zu verfallen. Zwar kann der Vorfall sehr schmerzhaft sein, dass jemand daran erstickt, ist jedoch sehr unwahrscheinlich, beruhigt Prof. Jan Helms, Direktor der HNO-Klinik der Würzburger Julius-Maximilians-Universität im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Mit speziellen Pinzetten oder Zangen kann eine Gräte von einem erfahrenen Arzt gut aus dem Rachen oder dem Eingang zur Speiseröhre entfernt werden. Dabei muss manchmal ein übermäßiger Würgereflex durch örtliche oder allgemeine Betäubung ausgeschaltet werden. Nur sehr seltene Konstellationen beschwören größere Gefahren herauf, etwa wenn jemand gegen Fisch allgemein überempfindlich reagiert und eine starke Schwellung die Atmung beeinträchtigt.

[ © : http://www.GesundheitPro.de  ]

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5.) Zahnersatz-Versteigerung im Internet sitten- und berufswidrig  / Kosten-Killer

Auf der Internet-Domain www.2te-zahnarztmeinung.de können Patienten ihre Heil- und Kostenpläne für Zahnersatz einstellen und Zahnärzte durch "Unterbieten" der Gesamtkosten die Durchführung der ZE-Behandlung "ersteigern" (wir berichteten schon im ZahnNewsLetter Nr.1/2005 darüber). Wer den "Zuschlag" erhält, ist vertraglich verpflichtet, zehn Prozent des "Ersteigerungserlöses" an den Betreiber des Portals abzuführen. Was anfänglich als weitere exotische Eskapade auf dem bunten Markt des WWW erschien, zeitigt nun ernste Konsequenzen. Wegen offenbar hoher Frequentierung dieser Internetseiten sah sich die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (ZÄK W-L) veranlasst, unmissverständliche Warnungen auszusprechen. Nach Auffassung der ZÄK-WL "verstößt die Inanspruchnahme dieses Angebotes durch Zahnärzte insbesondere gegen § 8 Abs. 1 (ordnungsgemäße Gebührenberechnung), § 9 Abs. 2 (Unkollegialität) und § 20 Abs. 1 (berufswidrige Werbung) der in Westfalen-Lippe gültigen Berufsordnung. Weiter heißt es in zwei Infobriefen des Kammervorstandes: "...Hier wird aus rein kommerziellen Gründen heraus Handel mit Patienten betrieben, was wir für sittenwidrig erachten... Die Ausstellung von Heil- und Kostenplänen, ohne den Patienten persönlich untersucht zu haben, erachten wir darüber hinaus als unseriös und kann einer lege artis Berufsausübung, die sich am Patientenwohl zu orientieren hat, nicht gerecht werden. Wir raten daher dringend davon ab, sich an solcherart "Versteigerungen" zu beteiligen und kündigen an, berufsrechtliche Maßnahmen gegen diejenigen Zahnärzte zu ergreifen, die dies dennoch tun."

Inzwischen hat sich das Internet-Portal LYCOS in Kooperation mit die "2te-zahnarztmeinung" diesem "Marktplatz" (Aussage von LYCOS) angenommen und verspricht die Möglichkeit unter http://zahnersatz.lycos.com "hohe Summen beim Zahnersatz zu sparen, ohne Einbußen in der Qualität hinnehmen zu müssen".

Jüngst ist ein neuer "Kosten-Killer" im WEB aufgetaucht:
Unter dem Namen "Zahnersatz:Müller" wird unter der Adresse www.zahnersatz-mueller.de eine neue Möglichkeit des Kostensparens angepriesen. Dies geht im Prinzip ganz einfach: Sie lassen sich den Heil- und Kostenplan aus Ihrer Zahnarztpraxis geben, gehen dann ins Internet und geben die Kürzel des Befundes in das "Zahnschema-Zahnersatz-Müller" ein und "Zahnersatz:Müller" rechnet dann die Laborkosten bei "Zahnersatz:Müller" ("vorbehaltlich") aus. Nun gehen Sie wieder zu Ihrer Zahnarztpraxis und sagen "ich möchte 'zahnsparen' und die Haushaltskasse auffrischen", und dass Sie Zahnersatz von "Zahnersatz:Müller" haben möchten. Wir sind gespannt, was Ihr Zahnarzt dann zu Ihnen sagt, denn gegen Zahnersatz aus einem Labor, welches Ihr Zahnarzt nicht kennt, haben die meisten Praxen etwas, auch wenn die Qualität noch so gut sein mag. Erstens brauchen die meisten Praxen mit einem ihnen unbekannten Dentallabor eine nicht unbeträchtliche Einarbeitungszeit. Und Zweitens muss Ihr Zahnarzt für den gesamten Zahnersatz gerade stehen, da wird er meist darauf bestehen, dass dieser dort gearbeitet wird, wo er es für richtig hält - auch wenn "Zahnersatz:Müller" meint: "... Es liegt am Patienten und seiner Geldbörse, welchem Angebot er schließlich den Zuschlag erteilt."

[FreiFax vom 6.6.05 , eigene Recherchen ]

 Basics: Berufsordnung  auf www.Zahnwissen.de

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6.) Vegetarierstudie: Ein bisschen Fleisch schadet nicht, wenn man sonst gesund lebt


Man muss nicht unbedingt Vegetarier sein, um das Alter eines Methusalems zu erreichen. Wer auf das Rauchen verzichtet, Alkohol nur in Maßen genießt, körperlich aktiv bleibt und Übergewicht vermeidet, kann sein Risiko, vorzeitig zu sterben, drastisch reduzieren. Ein mäßiger Fleischkonsum ist bei gesunder Lebensweise offenbar nicht von Nachteil, wie die deutsche Vegetarier-Studie zeigt.
21 Jahre lang, von 1978 bis 1999, haben Epidemiologen des Deutschen Krebsforschungszentrums unter Federführung von Professor Jenny Chang- Claude Vegetarier und gesundheitsbewusste Nichtvegetarier beobachtet. Ziel der Studie war es, die Auswirkungen der vegetarischen Ernährung und des damit verbundenen Lebensstils auf das Sterberisiko zu verstehen. Zu diesem Zweck wurden Sterbefälle bei den Studienteilnehmern regelmäßig erfasst und mit den für die Allgemeinbevölkerung im entsprechenden Alter zu erwartenden Werten verglichen. Die Wissenschaftler haben die insgesamt 1904 Studienteilnehmer in drei verschiedenen Ernährungstypen unterschieden: Veganer (60 Teilnehmer), die weder Fleisch noch andere tierische Lebensmittel wie Eier oder Milch zu sich nahmen, Ovo-Lakto-Vegetarier (1165 Studienteilnehmer), die Fleisch mieden, aber Eier und Milchprodukte aßen, und Nichtvegetarier* (679 Teilnehmer), die angaben, gelegentlich kleine Mengen an Fleisch oder Fisch zu essen. Bis Ende 1999 waren 535 (28 Prozent) der Studienteilnehmer verstorben. Damit lag die Gesamtmortalität der Probanden deutlich unter der Sterblichkeit der Allgemeinbevölkerung. Bei den Männern war die Sterblichkeit um fast die Hälfte reduziert, bei den Frauen um rund ein Drittel. Verringert war vor allem das Risiko, an Herzkreislauferkrankungen zu sterben. Aber auch das Sterberisiko an Krebs, Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Erkrankungen war unter den Studienteilnehmern deutlich erniedrigt. Innerhalb der Studienpopulation zeigte sich keine Abhängigkeit des Sterberisikos vom Fleischkonsum. Vegetarier hatten jedoch ein tendenziell geringeres Risiko als Nicht-Vegetarier, an einer koronaren Herzerkrankung zu sterben. Dieser Befund erreichte zwar keine statistische Signifikanz, lässt sich aber durchaus mit der Fleischabstinenz erklären und steht in Einklang mit der Hypothese, dass tierische Fette und cholesterinreiche Kost die koronare Herzkrankheit begünstigen, kommentiert Chang-Claude. Trotz der geringen Zahl an Rauchern unter den Probanden erwies sich auch in dieser Studie das Rauchen als stärkste Einflussgröße der Mortalität. Regelmäßiger Konsum von Alkohol steigerte vor allem das Risiko an Krebserkrankungen zu sterben, während starkes Übergewicht eher die herzkreislaufbedingte Mortalität in die Höhe trieb. Schützend vor nahezu allen Todesursachen, von Herzkreislauferkrankungen bis zu Krebs, wirkte sich eine mäßige bis hohe körperliche Aktivität aus. Ein Unterschied der Mortalität bei Vegetariern und Nicht-Vegetariern ließ sich nicht nachweisen. "Beide Gruppen unterschieden sich jedoch aufgrund ihres insgesamt sehr gesundheitsbewussten Lebensstils deutlich von der Allgemeinbevölkerung", betont Chang-Claude. Als Rezept für ein langes Leben empfiehlt die Epidemiologin sowohl Vegetariern als auch Nicht-Vegetariern: Verzicht auf das Rauchen, regelmäßige Bewegung, eine Ernährung reich an Obst und Gemüse, nur moderaten Alkoholgenuss und Vermeidung von Übergewicht.

[ Dr. Julia Rautenstrauch, presse@dkfz.de Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.dkfz.de/]

 Basics: Ernährungsempfehlungen aus zahnärztlicher Sicht auf www.Zahnwissen.de

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7.) Champagner an der Würstchenbude - Die Esskultur im Wandel

(aid) - "Wir haben doch keine Zeit!" Das ist nicht nur der Lieblingsspruch des Showmasters Stefan Raab, sondern für viele Menschen heute beinahe zum Lebensmotto geworden. In der Epoche des ständigen Zeitdrucks bleibt auch die Gestaltung der Mahlzeiten nicht unbeeinflusst. Tagtäglich geraten die meisten Menschen in den Konflikt, ihr Essen entweder mit Anspruch auf Gesundheit, Geschmack und Ambiente oder die reine Sättigung auf die Schnelle zu wählen. Meistens lässt die Situation nur das rasche Stillen des Hungergefühls zu und es werden in möglichst kurzer Zeit große Mengen verputzt. Hauptsache man ist satt!
Dieser Ernährungsstil in Papptelleratmosphäre scheint zwar praktisch und notwendig zu sein, ist aber ständig begleitet von schlechtem Gewissen und Unzufriedenheit. Es ist zu fett, zu eintönig und ohne jeden "Wohlfühleffekt". Die Folge dieser simplen Küche bedeutet auf Dauer Frust mit der Sehnsucht nach feinen, schmackhaften, gut bekömmlichen Gerichten mit einem hohem Gesundheitswert - genossen in gemütlicher Umgebung an einem aufwändig gedeckten Tisch. Im Zuge dieses täglichen Ringens mit dem Gewissen zwischen Wunsch und Möglichkeit bieten Lebensmittelhersteller gegenwärtig eine Produktpalette an, die Fast Food mit der "Haute Cuisine" vereinen soll. Neben Tiefkühlpizza haben Gerichte wie "Ente a la Orange" ihre Plätze in den Supermarktregalen eingenommen und erfreuen sich großer Beliebtheit. Diese Fertigprodukte besitzen Luxuscharakter und geben selbst Konsumenten mit mangelnden Kochkünsten oder überfülltem Terminplan die Chance, sich als anspruchsvolle Genießer mit Sinn für kulinarisch hochwertige Speisen zu fühlen.
Gleiches gilt für Beobachtungen, die an Imbissbuden in Berlin gemacht wurden, wo neben Pommes und Currywurst auch Champagner im Angebot ist. Dadurch wird zwar weder der Nährwert der Mahlzeit gesteigert noch der zu hohe Fettgehalt gesenkt, aber wenigstens kann man sich und anderen einen Hauch von Kultiviertheit suggerieren.
Darüber hinaus haben große Fast Food Restaurants den Zwiespalt der Verbraucher zwischen Zeitnot und gleichzeitig zunehmenden Gesundheitsbewusstsein erkannt und setzen daher immer öfter auf Salataktionen und Fruchtmischungen. Dennoch können derartige Maßnahmen kaum eine Lösung des eigentlichen Problems, nämlich den Verlust von Genuss, Geschmack und Gesundheit in Folge von Zeitmangel sein. Vereinbaren Sie doch einfach mal wieder einen Termin mit ihrer Mahlzeit.

[ ©: Ute Hoffmann ;  aid ]

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8.) Arbeitslosigkeit und Armut machen krank

Nach dem im März vorgelegten Armutsbericht der Bundesregierung hat sich die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland weiter geöffnet. 13,9 Prozent der Familien gelten inzwischen hier zu Lande als arm. Der 108. Deutsche Ärztetag warnte angesichts dieser Entwicklung vor den massiven Gefahren für die Gesundheit der von Arbeitslosigkeit Betroffenen.

Einer Studie des Robert-Koch-Instituts zufolge liegt das Sterblichkeitsrisiko nach drei Jahren Arbeitslosigkeit 3,4-mal höher als bei Menschen mit Arbeit. Arbeitslose leiden stärker als andere an psychischen Störungen, Herzinfarkt, Krebs, Unfallverletzungen und Suchtkrankheiten.

Je niedriger die soziale Schicht - so belegten Studien - desto größer sei die Krankheitslast. Die Ursachen dafür werden in materiellen Einschränkungen, ungünstigen Wohnverhältnissen, instabilen Familienverhältnissen und gesundheitsschädigendem Verhalten wie Nikotin- und Alkoholkonsum, aber auch unausgewogener Ernährung gesehen. So kämen die 15 bis 20 Prozent Kinder mit Übergewicht - einem beeinflussbaren Gesundheitsrisiko ersten Ranges - vorwiegend aus niedrigen Schichten.

Gegen die Krankheitsrisiken durch Armut könne die Gesundheitspolitik allein wenig ausrichten. Um die Volksgesundheit nachhaltig zu stärken, müssten vor allem Arbeitsplätze geschaffen werden. Darüber hinaus sei es erforderlich, ein Netz von wohnortnahen Präventionsangeboten zu schaffen, um die sozial Schwachen überhaupt erreichen zu können. Denn derzeit würden die bestehenden Vorsorgeangebote vorwiegend vom Mittelstand genutzt.

[ ©: LexisNexis Deutschland ]

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9.) Knaurs Buch der Selbstmedikation

Ob Pillen, Tropfen oder Salben: Schon über die Hälfte aller Medikamente und Heilmittel verkaufen die Apotheken heute bereits ohne Rezept.
Knaurs  'Buch der Selbstmedikation' präsentiert und vergleicht deshalb erstmalig zu zahlreichen Beschwerden und Krankheiten die drei Bereiche Schulmedizin, Naturheilkunde und bewährte Hausmittel. Die Ergebnisse stimmen dabei nicht immer mit der allgemeinen Meinung der MedizinerInnen überein.
Der Praxisteil erläutert die besten und die einfachsten Maßnahmen für jedes Leiden und legt dar, wann Patienten den Arzt befragen sollten und wann man, nach Ansicht der Autoren, getrost selbst 'verarzten' kann. Ein unverzichtbarer Ratgeber für den mündigen Patienten - auf eigene Gefahr!

Medizinjournalistin Birgit Frohn / Allgemeinarzt Hans-Jürgen Dibbert
Das große Buch der Selbstmedikation
Schulmedizin - Naturheilkunde - Hausmittel
Optimale Hilfe bei den häufigsten Krankheiten
352 Seiten
ISBN 3-426-64196-4 , 20 EURO

 [Quelle: www.medaustria.at ]

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10.) Wer ins Ausland reist, muss versichert sein

"Keine Auslandsreise ohne Auslandsreise-Krankenversicherung!" mahnt das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf.

"Wir gehen davon aus, dass etwa 3,6 Millionen Touristen aus Deutschland jedes Jahr im Ausland krank werden und einen Arzt aufsuchen und etwa 230 000 stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen", sagt Dr. Thomas Küpper vom CRM. Oft sind diese Behandlungskosten privat zu bezahlen.

Theoretisch haben zwar alle, die in Deutschland Mitglied einer Krankenkasse sind, auch Anspruch auf die Leistungen der Gesundheitssysteme in vielen Ländern, beispielsweise in allen EU-Staaten. "Praktisch sieht es jedoch oft so aus, dass diese Regelungen aus verschiedenen Gründen nicht funktionieren. Daher ist auch bei Bestehen eines Sozialabkommens mit dem Reiseland eine zusätzliche private Vorsorge in jedem Falle sinnvoll", erläutert Küpper.

Ganz problematisch und möglicherweise sogar finanziell ruinös wird es ohne private Auslandsreisekrankenversicherung, wenn ein Rücktransport im Rettungsflieger notwendig wird. Denn dann können höhere fünfstellige Summen anfallen.

[ Quelle:  ag, Ärztezeitung ]

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11.) Dringender Handlungsbedarf in der Gesundheitsvorsorge

Partei- und wahlkampftaktische Überlegungen haben auch jüngst wieder etwas scheitern lassen, wobei die Gesundheitspolitik schon seit Jahrzehnten ein dickes Manko aufweist: Die sog. Prävention, was nichts anderes bedeutet, als eine gezielte Verhütung von Erkrankungen. Dabei ist gerade auf diesem Sektor, führt man denn eine Prävention konsequent durch, einiges zu sparen. Dies allerdings nicht sofort oder stimmenwirksam bis zum nächsten Urnengang, sondern langfristig. Von welchen Beträgen hier gesprochen wird, hat die Felix-Burda-Stiftung in ihrer jüngsten Untersuchung eindrucksvoll belegt:

Gesundheitsvorsorge wird in Deutschland nur mangelhaft umgesetzt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Felix Burda Stiftung und der internationalen Management- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton, an der mehr als 40 führende Präventionsexperten in Deutschland mitgewirkt haben. Schlechte Beurteilungen geben die Experten vor allem der Vorsorge bei Krebs (Darm, Prostata, Haut und Brust) sowie der allgemeinen Gesundheitsförderung - die übergreifende Schulnote lautet hierbei im Vergleich zu anderen Industrieländern "mangelhaft". Lediglich die Schwangerschaftsvorsorge und die Vorsorgeuntersuchungen im Kindesalter werden im internationalen Vergleich als "gut" bis "sehr gut" bewertet.

Die Studie zeigt am Beispiel Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit) eindrucksvoll das Verhältnis zwischen Kostenexplosion und mangelhafter Prävention. So belaufen sich die Kosten für die Behandlung der Zuckerkrankheit und dadurch ausgelöste Folgeleiden in Deutschland jährlich auf 30 Milliarden Euro. Laut Studie werden die Behandlungskosten für diese Volkskrankheit in Deutschland innerhalb der nächsten 15 Jahre explodieren und sich die Anzahl der Erkrankten bis 2020 von derzeit rund 6 Millionen auf 10 bis 11 Millionen fast verdoppeln. Eine gesunde Lebensweise reduziert nachweislich die Anzahl der jährlichen Diabetesneuerkrankungen in der Normalbevölkerung um 3 Prozent - konservativ gerechnet. Bei jährlich rund 250.000 Neuerkrankungen und durchschnittlichen Behandlungskosten von 5.000 Euro pro Patient, können pro Jahr kurzfristig rund 40 Millionen Euro Ausgaben vermieden werden. Fachexperten gehen sogar davon aus, dass langfristig bis zu 90 Prozent aller Diabetesfälle durch einfache präventive Maßnahmen wie gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung vermieden werden könnten. Allein in Deutschland ist dadurch ein Einsparungspotenzial von 27 Milliarden Euro pro Jahr realisierbar.

Als Hauptursachen für die mangelnde Prävention in Deutschland identifiziert die Studie eine schlechte Koordination bestehender Programme und Akteure, die unzureichenden gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie das Fehlen einer allgemeinen "Präventionskultur". Die Studie fordert von der Politik, Prävention in Deutschland durchgängig in allen Bereichen der Gesellschaft zu verankern. Gesundheitsvorsorge darf nicht als alleinige Aufgabe der Krankenkassen verstanden werden, sondern sollte alle Bereiche des Lebens einbeziehen. "Bildung und Medien müssen den Präventionsgedanken in stärkerem Maße fördern. Zudem sollten Datenschutz, Lebensmittelrecht und Steuergesetzgebung eine effektive Prävention unterstützen", so Dr. René Perillieux von Booz Allen Hamilton. Messinstrumente zur Erfolgsevaluation müssen implementiert und konkrete Maßnahmenkataloge aufgesetzt werden.

Die Studie zeigt auf, wie wichtig eine Belohnung der Bürger für die Inanspruchnahme von Präventionsmaßnahmen und die zielgruppenspezifische Konzeption der Programme ist. Außerdem sollten Ärzte im Hinblick auf Gesundheitsvorsorge besser ausgebildet werden. "Dass Präventionsinitiativen erfolgreich von den Bürgern angenommen werden, hat die Verbesserung der Darmkrebsvorsorge in Deutschland gezeigt", so Dr. Christa Maar, Vorsitzende der Felix Burda Stiftung.

[ Quelle:  Felix Burda Stiftung , muellerb@burda.com ]

 Basics: Prävention auf www.Zahnwissen.de

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12.) Gesunde Durstlöscher - Tipps für Getränke, die Kindern gut bekommen

(ots) - Kleinkinder brauchen keine raffinierten Getränke. Trinkwasser ist für sie der beste Durstlöscher, empfiehlt das Apothekenmagazin „Baby&Familie“. Wenn die Kleinen nach der Stillzeit ganz selbstverständlich das preiswerte, überall verfügbare Getränk kennen lernen, nehmen sie es in aller Regel auch an.
Zuckerhaltige Durstlöscher üben natürlich einen weitaus höheren Reiz aus. Eltern sollten sie überaus sparsam anbieten und genau auf die Bezeichnungen achten: „Nektar“ und „Fruchtsaftgetränke“ sind meistens stark gezuckert. Manche kompensieren den geringen Fruchtanteil mit Genuss-Säuren und Aromen – wenig geeignet für Kinder. Reine Fruchtsäfte sind für Kinder am gesündesten, wenn sie mit drei Viertel Wasser verdünnt werden. Tees sollten die Kleinen übrigens erst etwa ab dem vierten Lebensjahr trinken. Selbst aufgebrühte Durstlöscher sind dabei Instant-Tees in aller Regel vorzuziehen. Fertigtees enthalten meist zu viel Zucker.

[ Kontakt: Ruth Pirhalla, E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de ]
 

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13.) Noch einmal: Stillen ohne Wenn und Aber

In unserem letzten ZahnNewsLetter hatten wir Ihnen eine Meldung aus "natur und kosmos" wiedergegeben, die eine vermeintliche Gefährlichkeit der Muttermilch beinhaltete. Ohne diesen Artikel direkt beim Namen zu nennen, hat nun das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) darauf reagiert und begründet fundiert, warum "Chemierückstände in der Muttermilch diese nicht weniger wertvoll" machen:

Muttermilch ist die beste, die praktischste und die preiswerteste Nahrung für das Neugeborene. Gestillte Säuglinge erkranken im ersten Lebensjahr seltener an Infektionen und neigen im späteren Alter weniger zu Übergewicht. Auch auf das Allergierisiko scheint Stillen einen positiven Einfluss zu haben. Neben der Gesundheit des Säuglings fördert Stillen auch die Gesundheit der Mutter. Weil Stillen Energie verbraucht, nehmen Mütter nach der Geburt zum Beispiel leichter wieder ab. Ebenso wichtig wie die physische Komponente ist die psychische: Stillen steigert das Wohlbefinden von Mutter und Kind. Die Nationale Stillkommission am BfR setzt sich deshalb dafür ein, dass Mütter ihre Kinder möglichst sechs Monate lang ausschließlich stillen. "Dass in Muttermilch auch ein breites Spektrum an Chemikalien nachgewiesen werden kann, sollte keine Mutter vom Stillen abhalten", empfiehlt die Leiterin der Nationalen Stillkommission, Professor Hildegard Przyrembel, den Müttern. "Die Gehalte vieler Chemikalien sind rückläufig, sie stellen, nach allem was wir heute wissen, für den gestillten Säugling kein Risiko dar."
Muttermilch ist auch ein idealer Bioindikator für die Belastung der Umwelt. Das gilt besonders für Stoffe, die sich bevorzugt in fetthaltigen Medien anreichern. Viele Substanzen, mit denen die Mutter in Kontakt gekommen ist, finden sich in der Muttermilch wieder. Dazu gehören Alkohol, Nikotin oder Koffein ebenso wie Substanzen aus der Umwelt. "Chemie"-freie Muttermilch kann und wird es nicht geben, weil alle Produkte, die Luft, der Boden und die Nahrung Chemikalien enthalten. Die Bioindikatorfunktion der Muttermilch bietet aber die einmalige Gelegenheit, an ihr die jeweils aktuelle Belastungssituation zu prüfen und dort einzugreifen, wo es zum Schutz der Gesundheit erforderlich ist. Schon Mitte der achtziger Jahre haben die Bundesländer deshalb mit systematischen Untersuchungen von Muttermilch begonnen und führen das Programm noch heute fort. Besorgte Mütter, die mit Chemikalien in besonderem Maß in Berührung kommen, können sich bei den Untersuchungsämtern der Länder nach den Konditionen für eine Teilnahme an dem Untersuchungsprogramm erkundigen.
Die Muttermilchanalysen zeigen, dass die Trends für viele Chemikalien seit mehr als 15 Jahren rückläufig sind. So hat zum Beispiel die Belastung mit Dioxinen und Polychlorierten Biphenylen (PCBs) deutlich abgenommen - ein Beleg dafür, dass emissionsmindernde Maßnahmen und Verwendungsverbote gegriffen haben. Mit der Entwicklung empfindlicherer Analysenmethoden und dem breiten Einsatz neuer Chemikalien hat sich das Spektrum der Stoffe, die in der Muttermilch nachgewiesen werden können, geändert. Ein Beispiel dafür sind die bromierten Flammschutzmittel. Sie setzen die Entzündbarkeit brennbarer Stoffe herab und werden hauptsächlich in der Elektroindustrie, bei Holz und Holzwerkstoffen, Kunststoffen und Textilien eingesetzt. In Fernsehern und Computern werden vor allem die polybromierten Diphenylether (PBDE) verwendet, stabile, fettlösliche Verbindungen, die schwer abbaubar sind und sich in der Umwelt anreichern. Sie wurden in Luft, Boden, Wasser und tierischen Produkten nachgewiesen. Diese bromierten Flammschutzmittel zählen nicht zu den hochgiftigen Substanzen. Bei den im Tierversuch getesteten großen Dosen wurden aber zum Beispiel nervenschädigende Wirkungen nachgewiesen. Ob Flammschutzmittel Krebs auslösen können, ist ungeklärt. Dies ist Grund genug, sie wissenschaftlich eingehender zu untersuchen, um rechtzeitig zu verhindern, dass sie zu einem Risiko für stillende Mütter und Säuglinge werden.
Im Jahr 2002 hat das Bundesinstitut für Risikobewertung deshalb gemeinsam mit dem Umweltbundesamt eine Studie zum Vorkommen bromierter Flammschutzmittel in Muttermilch begonnen. Finanziert hat sie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, durchgeführt wurde sie im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit. Die Ergebnisse zeigen, dass Flammschutzmittel tatsächlich im Blut der Mutter und in der Muttermilch vorkommen. Einer der Hauptaufnahmepfade sind tierische Lebensmittel. Die Mengen, die der Säugling über die Muttermilch aufnimmt, liegen allerdings um das Zehntausendfache unter den Dosierungen, die im Tierversuch noch keine gesundheitsschädigenden Wirkungen ausgelöst haben und stellen damit nach dem heutigen wissenschaftlichen Kenntnisstand kein gesundheitliches Risiko dar. Trotzdem sollten die Gehalte an Flammschutzmitteln, wo immer möglich, gesenkt werden.
Was für die Flammschutzmittel gilt, gilt auch für andere Fremdstoffe: Grundsätzlich fordert die Nationale Stillkommission, das Vorkommen von Fremdstoffen in Muttermilch durch geeignete Maßnahmen soweit wie möglich zu minimieren. Eine wirksame Maßnahme wäre die Stärkung des Verbraucherschutzaspekts im neuen europäischen Chemikalienrecht, REACH.
Der Abschlussbericht "Rückstände von Flammschutzmitteln in Frauenmilch aus Deutschland unter besonderer Berücksichtigung von polybromierten Diphenylethern (PBDE)" steht in Kürze auf den Internetseiten zum "Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit" unter http://www.apug.de , Stichwort "Neuigkeiten" im PDF-Format zur Verfügung.

[ http://www.bfr.bund.de  ]

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14.) Sommerlicher Brotgenuss - Wissenswertes zum Lagern von Brot

(aid) - Ein frisches Stück Brot zum knackigen Sommersalat oder zum Steak vom Gartengrill ist ein leckerer Genuss. Doch die warme Jahreszeit hat nicht nur Sonnenseiten: Durch Hitze und Luftfeuchte ist das Nahrungsmittel Brot verstärkt Austrocknung und Schimmelpilzen ausgesetzt. Damit es nicht ungenießbar wird, sollte man ein paar Dinge wissen: Geschnittenes Brot vertrocknet und verschimmelt schneller als Brot am Stück, da beim Schneiden Luft und Schimmelsporen mit auf die Krume gelangen. Bei den Ganzbroten neigen besonders gegerstete oder Brote mit krustenloser Seitenfläche, zu Austrocknung und Schimmelbefall. Verschimmeltes Brot ist nicht mehr zum Verzehr geeignet, da die Schimmelpilze nicht nur an der Oberfläche wachsen, sondern auch in das Innere des Brotes eindringen und giftige Stoffe abgeben. Einzelne verschimmelte Stellen bei Brot können Sie aber großzügig ausschneiden. Zeigt sich bei geschnittenem Brot Schimmelbefall, entfernen Sie nicht nur die angeschimmelten Scheiben, sondern auch ein paar Scheiben davor und dahinter.
Kaufen Sie vor allem im Sommer nur soviel Brot ein, wie Sie tatsächlich benötigen. Verpacktes Brot hält sich in der Originalverpackung am besten. Angeschnittene Brote bzw. Schnittbrote sollten daher möglichst wieder in die Verpackung eingeschlagen werden. Für eine längere Lagerung ist das Einschlagpapier jedoch nicht geeignet. Unverpacktes Brot hält sich am besten in sauberen, luftdichten und trockenen Behältern. Bei der Lagerung in Brottöpfen sowie bei der Aufbewahrung in Kunststoffbeuteln oder -behältern muss darauf geachtet werden, dass diese gut schließen. Eine regelmäßige wöchentliche Reinigung der Behälter mit Essig und anschließendem Trocknen - ohne mit Wasser nachzuspülen - vermindert die Schimmelpilzbildung. Bei feucht-warmem Wetter können Sie Brot auch im Kühlschrank aufbewahren. Dort wird es zwar schneller altbacken, es schimmelt aber weniger rasch. Auch hier sollte das Brot gut verpackt sein. Für die Kühllagerung eignen sich am ehesten weizenbetonte Brotsorten. Brot lässt sich auch gut einfrieren - Sie entnehmen der Tiefkühltruhe einfach die gewünschte Anzahl an Scheiben. Tiefgefroren können Sie Brot ein bis drei Monate lang aufbewahren.

Aus: aid-Heft "Brot und Kleingebäck", 44 Seiten, Bestell-Nr. 61-1004, ISBN 3-8308-0481-4, Preis: 2,50 EUR

[ ©: aid, Ira Schneider ]

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15.) Zum Schluss: Aus dem Läster-Lexikon

" Zahn
Zum archaischen Lächeln riß man nicht das Maul auf. In der ganzen Antike zeigte man sich nicht die Zähne. Und das blieb so bis zur Neuzeit. Aus gutem Grund. Erst die Amerikaner, in der Zahnprothetik Spitze, haben uns beigebracht, daß das Gebißblecken, das Zeigen der falschen Zähne - weiß, weißer, am weißesten - bei wieherndem Lachen ein Ausdruck von Natürlichkeit und Freundlichkeit ist (vgl. Zähnefletschen)."

[ ©: Läster-Lexikon ]

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