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Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 07/2006/ 1. Juli 2006 Es wird wieder einmal in Sachen Gesundheit nach einem Patentrezept gesucht,
dass der Quadratur des Kreises nahe kommen soll. Es geht im Prinzip um die
Frage, wie kann ein Gesundheitssystem auf hohem Niveau langfristig ohne
Kostensteigerung finanziert werden? Siehe dazu auch unter Punkt 9.) Inhalt
1.)
Der Parodontitis auf der Spur - Rostocker Mikrobiologen erforschen
Volkskrankheit "Die Parodontitis ist eine der chronischen Volkserkrankungen Deutschlands. Es gibt praktisch keinen 45-jährigen oder älteren in Deutschland, der nicht zumindest vorübergehend an einem oder mehreren seiner Zähne parodontitische Veränderungen aufweist", sagt Professor Dr. Andreas Podbielski, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene am Universitätsklinikum Rostock. Wenn diese nicht sachgerecht behandelt und die Zähne inklusive der Zahnzwischenräume ordentlich geputzt werden, drohe der Verlust der befallenen Zähne und als besondere Komplikation sogar eine Infektion der Herzinnenhaut, so Professor Podbielski weiter. Ausgelöst wird die Parodontitis durch eine krankhaft veränderte Bakterienflora in vertieften Zahntaschen. "Es ist bekannt, dass Rauchen zu diesem Prozess beiträgt, die genauen Ursachen der Floraveränderung sind aber weiter unbekannt", sagt der Rostocker Mikrobiologe. Die zahnärztliche Behandlung der Parodontitis besteht maßgeblich in der mechanischen Entfernung der Bakterienflora. Dies kann, muss aber nicht den Prozess zum Stehen bringen. Da auch andere chronische Erkrankungen durch eine Mischung vieler Bakterienarten ausgelöst werden können, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung wegen des herausragenden Beispiels der Parodontitis ein Verbundprojekt zur Erforschung des multibakteriellen Hintergrunds dieser Erkrankung ausgeschrieben. Die Rostocker Forscher konnten dabei mit ihrer Expertise in der Kultur und
Untersuchung von so genannten Mischbiofilmen, d.h. dünnen Oberflächen-Überzügen
aus verschiedenen Bakterienarten, punkten. Die Technik ist besonders
anspruchsvoll, weil insbesondere solche Bakterien kultiviert werden, die nur
unter Ausschluss von Luftsauerstoff wachsen. Die Rostocker Forscher werden nun
beobachten, inwieweit sich die Bakterien typischer Parodontitis-Biofilme in
ihrer Genexpression gegenseitig beeinflussen, umso die Grundlagen der
Entwicklung der Parodontitis besser zu verstehen. Ferner werden sie das
Verfahren nutzen, um alternative Behandlungsmethoden zur Parodontitis zu testen.
Dazu gehören Naturstoffe, die die Münsteraner Kollegen isolieren,
Mund-Antiseptika eines führenden deutschen Herstellers und als gänzlich
neuartiger Ansatz Probiotika-Präparate der zwei diesbezüglich größten deutschen
Pharmazeutikaproduzenten. Anfang2.) Gesunde Zähne bis ins hohe Alter - Feste Kost macht feste Zähne "Good Aging" - dieses Schlagwort drückt gut aus, worum
es beim Älterwerden geht: Die Erhaltung von Gesundheit und Fitness
trotz steigender Lebensjahre. Eine gute Zahn- und Mundgesundheit
trägt Wesentliches dazu bei. Mit konsequenter Zahn- und Mundhygiene
und zahngesunder Ernährung kann jeder Mensch dafür selbst eine gute
Grundlage schaffen. Der Lohn: Wohlbefinden und hohe Lebensqualität
im Alter. Denn nicht das höhere Lebensalter an sich, sondern
bestimmte Lebensumstände und Einflüsse schaden der Zahn- und
Mundgesundheit. Zunächst ist es wichtig, dieses Symptom ernst zu nehmen:
Betroffene sollten ihren Arzt fragen, ob ihre Medikamente damit zu tun haben und
durch andere ersetzt werden können. Die tägliche Trinkmenge sollte überprüft
werden: Zu jedem Essen gehören ein bis zwei Gläser Flüssigkeit und auch zwischen
den Mahlzeiten sollte man regelmäßig trinken. Am besten gelingt das, wenn man
morgens eine Flasche Mineralwasser bereit stellt oder eine Kanne Tee kocht und
diese über den Tag austrinkt. So gelangt man leicht auf die empfohlenen 1,5 bis
2 Liter Flüssigkeit täglich. Besonders geeignete Getränke sind kohlensäurefreies
Mineralwasser oder ungesüßte Kräutertees. Ebenso können wasserreiche Obstsorten,
Gemüsebrühen oder Suppen einen Beitrag zur Flüssigkeitsversorgung leisten. Auch
zuckerfreie Bonbons mit Anis, Fenchel oder Salbei regen den Speichelfluss an;
besonders empfehlenswert sind spezielle Zahnpflegebonbons. Probleme mit dem Zahnersatz, Druckstellen oder Verletzungen im Mund lassen viele Senioren vermehrt zu weichen Speisen wie Püree, Brei, zu weich gekochtes Gemüse, Weißbrot, Kuchen und ähnlichen Nahrungsmitteln greifen. Besser ist es aber, das Übel an der Wurzel zu packen, das heißt die Beschwerden mit dem Zahnarzt zu besprechen und für Abhilfe zu sorgen. Denn wer vorwiegend weiche oder breiige Speisen isst, dessen Ernährung wird unausgewogen und einseitig. Die Gefahr ist hoch, dass es zu einer Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen kommt, beispielsweise zu Vitaminmangel. Auch fehlen dann meistens ausreichend Ballaststoffe. Das Kautraining fördert außerdem die Speichelbildung und hält den Zahnhalteapparat funktionsfähig. Fehlt dem Kiefer die dauernde Beanspruchung durch das Kauen, bilden sich mit der Zeit Kieferknochen und -muskulatur zurück. Dadurch entsteht der typisch "greisenhafte" Gesichtsausdruck. Deshalb sollten auch ältere Menschen Nahrung bevorzugen, die gut gekaut werden muss, beispielsweise Salat, knackiges Gemüse oder dunkles Brot. Falls dennoch über einen bestimmten Zeitraum Kauprobleme überbrückt werden müssen, sollten die verzehrten Speisen zumindest einen leichten Kauanreiz bieten, wie zum Beispiel Salzkartoffeln, zarte Gemüsesorten, weiches Obst oder Hackfleisch. Außerdem erleichtern dann mundgerechte Stücke die Nahrungsaufnahme und mit reichlich Flüssigkeit in Form von Soßen, Suppen oder Getränken "rutscht" das Essen besser. Mit steigenden Lebensjahren ändert sich meistens auch das Körpergewicht. "Junge alte Menschen", das heißt Personen zwischen 60 und 70 Jahren, sind häufig übergewichtig, weil sie nach wie vor die selbe Menge Nahrung zu sich nehmen, aber eigentlich weniger Energie benötigen. Je älter ein Mensch jedoch wird, desto häufiger treten Mangel- und Unterernährung auf. Die Ursachen dafür sind vielfältig, hängen aber oft auch mit der Zahn- und Mundgesundheit zusammen, zum Beispiel mit Kauproblemen oder dem Rückgang der Speichelbildung. Andere Faktoren sind Veränderungen im Geschmacks- und Geruchssinn oder Appetitlosigkeit. Ein guter Gesundheitszustand - und damit auch eine gute Zahn- und Mundgesundheit - können aber langfristig nur mit einer vielseitigen, mineralstoff- und vitaminreichen Kost erhalten werden! Der Speiseplan sollte deshalb abwechslungsreich sein und neben viel Obst und Gemüse Getreideprodukte, Milchprodukte, Fleisch und Fisch beinhalten. Bei mangelndem Appetit hilft regelmäßige Bewegung wie Spaziergänge oder Gymnastik. Auch eine gemütliche Atmosphäre und Gesellschaft beim Essen fördern den Appetit. Kommt es dennoch zu Untergewicht, sollte der Hausarzt binnen kurzem aufgesucht und in Rücksprache mit ihm frühzeitig Zusatznahrung oder Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden.
Anfang3.)
Alkohol in jungen Jahren zerstört die Zähne „Alco-Pops schädigen die Zähne wesentlich intensiver als zum Beispiel Wein,
denn die süßen, alkoholhaltigen Modegetränke enthalten - wie auch normale
Softdrinks ohne Alkohol - sehr viel Säuren, insbesondere Zitronensäure. Diese
greifen die Zähne an und demineralisieren sie. In der Folge treten -
insbesondere auf den Kauflächen, in den Zahnzwischenräumen und an den Zahnhälsen
- Erosionen (die Entkalkung der Zähne) verbunden mit Karies auf. Werden
Alco-Pops mit Strohhalm getrunken, verlängert sich die Einwirkzeit der Säuren
und die Zahnschäden werden verstärkt", erklärt Dr. Herbert Michel, der
Vorsitzende der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Zahngesundheit e.V., ein
Zusammenschluss der Krankenkassen und Zahnärzte in Bayern. Daher sollten Getränke wie Limonade, aber auch Säfte und
Sportgetränke nur in Maßen genossen werden. Auch zu viel
säurehaltiges Obst, wie etwa Orangen, könne Zahnsubstanzverlust
verursachen. Nach dem Verzehr säurehaltiger Lebensmittel solle
jedoch mit dem Zähneputzen eine halbe Stunde gewartet werden.
Hilfreich sei auch, den Mund mit klarem Wasser auszuspülen, um die
Wirkung der Säuren zu neutralisieren. Anfang
4.)
Pflegetipps für die
Dritten
Anfang
5.)
Nasenspray zur Impfung gegen Karies Anfang
6.)
Lesenswert: "Rund um
den Mund" Die völlig überarbeitete und erweiterte Neuauflage des Prophylaxe-Handbuches "Rund um den Mund" enthält eine Fülle von Lernspielen, Unterrichtsmodellen und Motivationsliedern für Kinder und Jugendliche von der Geburt bis zum 16. Lebensjahr. Es wird ein auf langjährige praktische Erfahrungen basierendes Unterrichtswerk präsentiert. Das Buch ist präzise und fachlich hochwertig mit Einbeziehung und Nutzung aller Wahrnehmungssinne für eine ganzheitliche zahnmedizinische Gesundheitsvorsorge. Diese Lernmedien erleichtern auf eine spielerische Weise, unter Einbeziehung aller Wahrnehmungssinne, das Verstehen und Festigen von Lerninhalten. Sie heben den Bildungsanspruch in der Prophylaxe-Pädagogik auf ein europaweit vorbildliches Niveau. Den Schulzahnärzten, Prophylaxe-Fachkräften, Eltern und Pädagogen bieten sich eine Vielzahl von abwechslungsreichen Motivationshilfen sowie sachlich fundierte Anleitungen im Bereich der Zahnpflege und Mundgesundheit bei Kindern und Jugendlichen. Das gesamte Themenspektrum der zahnmedizinischen Gesundheitsvorsorge wird in diesem umfassenden Werk berücksichtigt: Mundhygiene für Eltern mit Kleinkindern, der Umgang mit der Handpuppe, Ernährung, Bakterien und Säureentstehung, Karies, Zahnpflegetechniken für die jeweiligen Altersstufen, Vorbereitung und Angstminderung für den Zahnarztbesuch, Zahnkunde, Spangen und Brackets, der Speichel, Fluoride sowie ausführliche pädagogische Erläuterungen mit themenübergreifenden Lernmodulen für Jugendliche bis zur 10. Klasse. Infos: Mausini - "Rund um den Mund"; ISBN 3-87652-662-0 Quintessenz Verlags GmbH, Berlin; € 48.00 [©: http://www.quintessenz.de/ ] Anfang7.) Defizite in der Jodversorgung (sto). Deutschland ist nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach wie vor ein Jodmangelgebiet. Darauf hat Professor Peter Scriba vom Arbeitskreis Jodmangel hingewiesen. Jodmangelbedingte Schilddrüsenerkrankungen seien hierzulande die häufigsten endokrinen Erkrankungen. Umweltbedingter Jodmangel könne nur durch regelmäßigen Verzehr von Seefisch, durch die Verwendung von Jodsalz und durch die Einnahme von Jodtabletten ausgeglichen werden. Um die Zielvorgaben der WHO zu erfüllen, müsste jodiertes Speisesalz in mehr
als 90 Prozent der Privathaushalte und in mindestens 70 Prozent der angebotenen
Lebensmittel und Speisen verwendet werden. Tatsächlich liege der Anteil aber nur
bei 35 Prozent. Zahnärztlicherseits wird zusätzlich ein Fluoridzusatz im jodierten Speisesalz bei entsprechender Kariesanfälligkeit bzw. einer Fluoridminderzufuhr empfohlen: ==> www.kariesvorbeugung.de
Anfang8.) Heilmittelwerbegesetz - Grenzen für die Schönheit Schluss mit Vorher-Nachher-Werbung. Jedenfalls, wenn es um die Verbesserung
der Körperform ohne medizinische Notwendigkeit geht, müssen sich Ärzte seit
April 2006 hierbei an das Heilmittelwerbegesetz (HWG) halten. Angesichts der gestiegenen Zahl schönheitschirurgischer Eingriffe ohne
medizinische Notwendigkeit ließ die Bundesregierung bestimmte Formen suggestiver
Werbung für diese Eingriffe zum 1. April 2006 verbieten, nach § 1 Abs. 1 Nr. 2
HWG. Anfang9.)
Skepsis der Bevölkerung gegenüber Gesundheitsreform wächst Auch darüber hinaus ist die Bevölkerung negativ eingestellt. Nur 27 Prozent
meinen, die Reform werde die Finanzierung des Gesundheitswesens angesichts einer
immer älter werdenden Bevölkerung sichern. Bedenklich: Der größte Teil der
Bevölkerung rechnet gar nicht damit, dass sich die Reformer um eine optimale
Lösung bemühen. 76 Prozent sagen, bei der Gesundheitsreform gehe es nur darum,
kurzfristig mehr Geld in das Gesundheitswesen zu pumpen - nicht um die beste
Lösung für alle Menschen. Rolf Bauer, Vorstandsvorsitzender der Continentale
Krankenversicherung: "Für die Politik sollte es ein Alarmsignal sein, wenn die
Bevölkerung meint, es werde nicht einmal versucht, eine gute Lösung zu finden.
Die Menschen glauben nicht an die Gesundheitsreform; sie glauben, es gehe nur
darum, Löcher im System zu stopfen. Die derzeit diskutierte Schwächung der
zukunftssicheren privaten Krankenversicherung ist genau solch ein Schritt in die
falsche Richtung." Anfang10.) Unentbehrlich für den Körper: Magnesium - wo ist der Mineralstoff drin und was bewirkt er? (aid) - Vollkornprodukte, Samen und Nüsse, Hülsenfrüchte, grünes
Gemüse und Schokolade haben eines gemeinsam: Sie sind äußerst
magnesiumreich. Magnesium, das den meisten Menschen unter der
Abkürzung Mg noch aus dem Chemieunterricht bekannt ist, ist ein
Zentralatom des Chlorophylls und kommt daher in vielen pflanzlichen
Produkten vor. In tierischen Produkten wie Fleisch, Milch oder Käse
sind vergleichsweise geringe Mengen des Mineralstoffs enthalten,
dafür kann es der Körper besonders gut verwerten. Auch einige
Mineralwässer sind gute Magnesiumquellen. Der Blick auf das Etikett
gibt Aufschluss: Enthält das Mineralwasser mehr als 100 Milligramm
pro Liter, gilt es als magnesiumreich. Anfang11.) Fischfarmen als Quelle von Antibiotika-Resistenzen Während Antibiotika als
Mastbeschleuniger in der Tiermast in vielen Ländern verboten sind,
gibt es in der Fischindustrie oft keinerlei Restriktionen. In der "Aquakultur"
kommen große Mengen von Antibiotika zum Einsatz, berichtet das
Deutsche Ärzteblatt. Anfang12.) Schokolade macht glücklich - Lust oder Frust beim Naschen? (aid) - Schokolade macht
glücklich, so die einhellige Meinung aller Süßmäuler. Egal ob
Vollmilch oder Zartbitter, als Riegel oder nur als Glasur. Der
Geschmack ist einmalig und das cremige Schmelzen auf der Zunge
unvergleichlich. Doch sind das die einzigen Gründe warum wir bei
schlechter Stimmung gerne zu Schokolade greifen? Wissenschaftlich
kann der Gute-Laune-Effekt der Schokolade mit der
Serotonin-Hypothese erklärt werden. Der hohe Kohlenhydrat- und
Fettgehalt der Süßigkeit führt dazu, dass die Aminosäure Tryptophan
vermehrt ins Gehirn strömen kann. Aus ihr entsteht dort Serotonin,
ein Botenstoff, der unter anderem für den Schlaf-Wach-Rhythmus, die
Kreislaufregulation und die Befindlichkeit verantwortlich ist. Wird
viel Serotonin im Gehirn gebildet, wirkt sich das positiv auf die
Stimmung aus. Da man allerdings große Mengen Schokolade essen muss,
um diesen Effekt zu erreichen (circa 2 kg) und außerdem das
ebenfalls in der Schokolade enthaltene Eiweiß den Einstrom von
Tryptophan ins Gehirn verhindert, ist diese Hypothese strittig.
Unumstritten ist allerdings, dass Sonnenlicht den Serotoninspiegel
im Körper erhöht. Darum neigt man besonders im Winter zu Trübsinn. Anfang13.) Zum Schluss: Der große Benimm-Test
"Wie entsorge ich beim Dessert unauffällig die Kirschkerne? Ist
der Büroklatsch auf dem Betriebsausflug ein absolutes No-No? Checken
Sie Ihre Manieren - mit dem Knigge-Test auf
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