Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
08/2004/ 1. August 2004
Herzlich willkommen bei einer weiteren Ausgabe der ZahnNewsLetter.
Allen Daheimgebliebenen "frohes Schaffen und gesundes Schwitzen" und
denen, die fern der Arbeit sind, einen erholsamen Urlaub - wo auch immer
Sie sich befinden!
Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion

Inhalt
1.)
Was kostet
eine professionelle Zahnreinigung?
2.) Zahnerhaltung bei
"Parodontose"
3.) Zukunftsmusik: Stammzellen mit "Biss"
4.)
Vorbeugende Schmerzbehandlung bei Zahnoperationen
5.)
Ein neues Kinderuntersuchungsheft und wertvolle Tipps für
Eltern
6.) Nanogroße Trägermedien geben Medikamente gezielt ab
7.) Wirkung eines Hormons zum Abnehmen
angezweifelt
8.) DENTODINE: Prophylaxe-Software aus der Praxis für die
Praxis
9.) 1,7 Millionen
Arztbesuche in Deutschland überflüssig?
10.) Patienten-Ansturm auf Osteuropa bleibt aus
11.) Weitere Liberalisierung für medizinische
Dienstleistungen in der EU
12.) Bakteriengefahr im Kühlschrank
13.)
Zum Schluss:
Zahnreinigung mit
USB-Anschluss

1.)
Was kostet
eine professionelle Zahnreinigung?
Derzeit befindet sich die Zahnheilkunde in
einem schon lange von der Zahnärzteschaft geforderten Paradigmenwechsel
mit einer Abkehr von der rein heilenden hin zur vorbeugenden Behandlung.
Dabei sind aber nicht nur die Zahnärzte gefordert. Präventionsbemühungen
sind eine Gemeinschaftsaufgabe aller Akteure im Gesundheitswesen
einschließlich der Sozialpolitiker und Patienten. Im Vorfeld der
Beratung zum Gesundheitsmodernisierungsgesetz - so heißt die
Wortschöpfung zu dem, womit wir seit 1. Januar im Gesundheitswesen leben
- gingen wir davon aus, dass auch der Gesetzgeber in diese Richtung
denken würde, die Lippenbekenntnisse waren auch schon entsprechend
vorhanden. Doch weit gefehlt: Die Zahnsteinentfernung - eine der
Grundleistungen, wenn man an zahnärztliche Vorbeugung denkt - ist nur
noch einmal im Jahr über die Chip-Karte abzurechnen. Der Autor dieser
Zeilen - selbst Zahnarzt - weiß aus langjähriger Erfahrung, dass in den
wenigsten Fällen nur einmal pro Jahr Zahnstein zu entfernen ist - und
Erkrankungen richten sich, wer hätte das gedacht, selten nach statistischen
Durchschnittswerten.
Was gibt es für Alternativen:
Sie
müssen eine zusätzliche "normale" Zahnsteinentfernung selbst aus
eigener Tasche bezahlen. I.d.R. kommen hier die Sätze der privaten
Gebührenordnung (GOZ) zum Ansatz, oder
Sie
denken an eine Professionelle Zahnreinigung (PZR).
Letztere Möglichkeit ist sicherlich einer einfachen Zahnsteinentfernung
unter Kassenkriterien vorzuziehen. So schreibt denn auch die Stiftung
Warentest: "... manchmal ist es gut, sich Profis anzuvertrauen. Das
gilt auch für die Mundhygiene. Wer wirklich Wert auf intakte Zähne und
gesundes Zahnfleisch legt, kommt um professionelle Mundhygiene nicht
herum. ...". Diese Bedeutung belegt auch eine repräsentative
Emnid-Umfrage im Auftrag von Colgate (2003), bei der 55 % aller
Befragten angaben, schon einmal eine Professionelle Zahnreinigung in
Anspruch genommen zu haben.
Nun ergeben sich aber Schwierigkeiten insofern, als die PZR nirgends vom
Inhalt her genau beschrieben, noch in einer Gebührenordnung verankert
ist. Die Inhalte haben wir Ihnen schon in früheren ZahnNewsLettern
vorgestellt (informieren Sie sich zusätzlich im
Zahnwissen-Lexikon);
eine ausführliche Beschreibung, was unter einer PZR zu verstehen sein
könnte, finden Sie auch auf den Seiten der
Bundeszahnärztekammer
(als PDF-Datei).
Blieben nur noch die Kosten. Da keine Leistungsbeschreibung existiert,
kann naturgemäß auch nichts über die Kosten gesagt werden, und es ist
jeder Praxis selbst überlassen, entsprechende Analogpositionen aus der
Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) anzuwenden und damit
betriebswirtschaftlich zu kalkulieren. Manche Zahnärzte berechnen den
Preis nach der Dauer der Behandlung, andere nach der Anzahl
der behandelten Zähne. Wieder andere haben Festpreise. Wobei
über den eigentlichen Leistungsumfang der PZR primär nichts ausgesagt
wird.
Unsere Empfehlung geht deshalb dahin, sich unbedingt vorher einen
Preis sagen zu lassen und auch nachzufragen, was bei der Behandlung
alles im Mund gemacht wird. Fragen Sie auch nach, ob die ganze Prozedur
mit einer Sitzung vorüber ist, oder ob sich noch (kostenpflichtige)
Folgetermine anschließen. Richtwerte könnten nach unseren Erfahrungen
zwischen 80 und 120 € liegen. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen
bisher die Kosten dafür nicht; bei den Privaten hängt es vom
abgeschlossenen Tarif ab.

2.)
Zahnerhaltung bei "Parodontose"
Rund 10 bis 14 Prozent der
erwachsenen Bundesbürger leiden an
Parodontitis: Das Zahnfleisch blutet, der Zahn lockert sich und geht
über kurz oder lang verloren. Wenn die bisher üblichen Behandlungen
nicht ausreichen, können Methoden der regenerativen
Parodontalchirurgie
zum Erfolg führen. Mit ihnen wird verloren gegangenes Stützgewebe neu
aufgebaut. Zur Wirksamkeit der Therapie liegen jetzt die Ergebnisse
einer klinisch-kontrollierten Studie vor, die über einen Zeitraum von
fünf Jahren von der Abteilung für Parodontologie der Universität
Witten/Herdecke durchgeführt wurde.
"Unsere Untersuchungen zeigen die Überlegenheit der regenerativen
Parodontalchirurgie gegenüber der konservativen Behandlung", resümiert
Prof. Dr. Wolf-Dieter Grimm, der Leiter der Abteilung für
Parodontologie. Mit der bisher üblichen Behandlung wird meist nur das
weitere Fortschreiten des Zahnbettverlustes gestoppt. Anders bei den
regenerativen Verfahren, soweit es die Diagnose erlaubt: Ausgelöst
durch
einen chirurgischen Eingriff lässt man den Zahnhalteapparat, inklusive
Knochen und Zahnfleisch, Schritt für Schritt neu wachsen. Bereits nach
sechs Monaten verfügten alle während der Wittener Studie therapierten
Zähne wieder über einen ausreichend stabilen Halteapparat, der auch
nach
fünf Jahren noch intakt war.
Möglich werden solche Erfolge nur mit zusätzlichen Anstrengungen. "Der
chirurgische Eingriff reicht nicht aus", betont Dr. Georg Gassmann,
Oberarzt in der Abteilung für Parodontologie, "nötig sind auch
regelmäßige Nachuntersuchungen und eine gewissenhafte Zahnpflege." Die
Methoden der regenerativen Chirurgie sind auch Bestandteil der
Fortbildungsveranstaltungen, die die Wittener Experten
niedergelassenen
Zahnärzten anbieten. Publiziert wurden die Ergebnisse der
Fünfjahres-Studie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift
"Parodontologie".
[©:
Kontakt: Univ.-Prof. Dr. Wolf-Dieter Grimm, 02302/926-626,
wolfg@uni-wh.de ]
Basics:
Parodontitis im Lexikonteil

3.)
Zukunftsmusik: Stammzellen mit "Biss"
Im Bauch von Tieren lassen sich Zähne züchten, bald auch im Mund
des Menschen? Forscher sind davon überzeugt, dass man nur die
geeigneten Zellen zusammenbringen und die richtigen Gen-Schalter
umlegen muss, damit Nachschub im Kiefer sprießt. Haifische brauchen
keinen Zahnarzt. Weil Stammzellen im Kiefer Nachschub liefern, wachsen
die spitzen Beißer bei ihnen und vielen anderen Fischarten unbegrenzt
nach. Auch der Elefant bekommt immerhin siebenmal neue Backenzähne.
Für den Menschen aber hat die Natur gerade kümmerliche zwei Garnituren
vorgesehen. Danach bleibt ihm bisher nur der Ersatz aus Kunststoff,
Gold, Keramik oder Titan. Nun aber wollen sich Stammzellforscher die
Haie zum Vorbild nehmen. Statt klappernder Gebisse oder teurer
Implantate aus der Werkstatt des Zahntechnikers sollen bald
nachwachsende Zähne die Lücken füllen. Verschiedene Forschergruppen
enträtseln, was einen Zahn wachsen lässt, um so natürliche dritte
Zähne zu züchten. Die Forscher sind davon überzeugt, dass man nur die
geeigneten Zellen zusammenbringen und die richtigen Gen-Schalter
umlegen muss, damit Nachschub im Kiefer sprießt. Dass sich das
Programm der Zahnbildung tatsächlich auch im Alter wieder ankurbeln
lässt, wird deutlich, wenn das Zellwachstum außer Kontrolle gerät:
Chirurgen, die Tumoren entfernen, finden darin manchmal gut
entwickelte Schneide- oder Backenzähne.
Mäusezähnchen in Nieren
Die Bildung von Zähnen gezielt anzustoßen, ist inzwischen schon im
Tierversuch gelungen. Allerdings gedeihen die neuen Zähne bisher an
Orten, wo sie nicht recht brauchbar sind. So lässt ein Team um Paul
Sharpe vom King's College London Mäusezähnchen in Nieren wachsen.
Nötig sind dafür embryonale Zellen aus zwei unterschiedlichen
Gewebetypen: Zum einen verwendet Sharpe bestimmte Stammzellen (Mesenchymzellen),
aus denen sich - neben Zähnen - ganz unterschiedliche Gewebe
entwickeln können, beispielsweise Blut oder Bindegewebe. Zum anderen
nutzt der Forscher Zellen, die zu Epithelzellen der Mundhöhle werden.
Wenn sie schon soweit ausdifferenziert sind, dass sie ihre Aufgabe bei
der Zahnbildung "kennen", können sie dieses Wissen offenbar an
Stammzellen weitergeben. Signalmoleküle aus dem Epithel stoßen dann
die Entwicklung in Richtung Zahn an. So entsteht aus dem gemischten
Doppel in der Kulturschale die erste Anlage für einen Zahn. Hühner mit
Zähnen
Damit sie sich weiterentwickeln kann, verpflanzt Sharpe sie in die
Niere einer Maus. Hier ist sie gut mit Blut und Nährstoffen versorgt
und wächst zu einem vollständig ausgebildeten Zahn heran. Selbst
Epithelzellen aus der Mundhöhle von Vögeln, die seit 70 Millionen
Jahren gar keine Zähne mehr besitzen, können diesen Prozess in
Stammzellen auslösen: Sharpes Gruppe hat Mesenchymzellen aus Mäusen in
Hühnerembryos transplantiert, und tatsächlich bildeten diese
Zahnanlagen. Nun hofft Sharpe, dass das, was in der Mäuseniere und im
Hühnerembryo gelingt, bald auch im menschlichen Kiefer klappen wird.
Erste Versuche mit Patienten will er in zwei Jahren beginnen.
Vorsorglich hat der Zahnzüchter schon die Firma Odontis gegründet, die
das Verfahren patentieren ließ und bald lebende Ersatzzähne auf den
Markt bringen will.
Form als Problem
Ein Problem ist es noch, die Lückenbüßer auch in der richtigen Form
heranzuziehen, je nachdem, ob ein Backen-, Eck- oder Schneidezahn
benötigt wird. Sharpe ist deshalb auf der Suche nach den formgebenden
Genen. Eines, das speziell beim Wachstum von Backenzähnen aktiv ist,
hat er bereits identifiziert Auch Pamela Yelick vom Forsythe-Institut
der Harvard-Universität in Boston hat ihre wissenschaftlichen Erfolge
längst patentiert. Dentigenix heißt das Unternehmen, das ihre
Zahnzucht-Methode zu Geld machen will. Schon vor zwei Jahren ist es
der Forscherin gelungen, Schweinezähne im Bauch von Ratten wachsen zu
lassen. Dafür zerlegten die Forscher Zahnanlagen aus dem Kiefer sechs
Monate alter Schweinchen in einzelne Zellen. Diese säten sie dann in
ein Form gebendes Gerüst aus biologisch abbaubarem Kunststoff aus. In
der Bauchhöhle von Ratten wuchsen daraus in 20 bis 30 Wochen zwar
nicht die kräftigen Hauer eines Ebers heran, aber immerhin
vollständige Mini-Zähnchen mit etwa zwei Millimeter Durchmesser.
Dritte Zähne aus den ersten?
Menschliche Zahnanlagen aus Baby-Kiefern allerdings dürfen als
Rohmaterial kaum zur Verfügung stehen. Die Zahnzüchter hoffen daher
auf adulte Stammzellen, für die sich in letzter Zeit immer neue
Quellen auftun. Möglicherweise lässt sich der Nachschub für die
dritten Zähne künftig sogar aus den ersten gewinnen. Als er einen
ausgefallenen Milchzahn seiner Tochter inspizierte, entdeckte Songtao
Shi vom Institute of Dental and Craniofacial Research in Bethesda: Das
Innere von Milchzähnen enthält Stammzellen, die sich zu zahnbildenden
Zellen weiterentwickeln können. Bevor lebendige Ersatzzähne den
bislang so lukrativen Kunst-Implantaten Konkurrenz machen, könnte aber
eine ganz andere Idee beiden das Geschäft verderben: Wenn es gelingt,
Löcher im Zahn mit Zahnschmelz aus dem Reagenzglas zu stopfen, müssen
Zähne vielleicht nur noch selten gezogen werden. Die Bildung solchen
Schmelzes konnte Susanne Busch vom Max-Planck-Institut für Chemische
Physik fester Stoffe in Dresden jetzt nachahmen.
Gelatine zur Zahnhärtung
Natürlicherweise bildet sich die Schutzschicht der Zähne, indem ein
Mineral (Hydroxyapatit) in einem Netzwerk großer organischer Moleküle
kristallisiert. Dabei entstehen nadelförmige, parallel angeordnete
Kristalle, die eine extrem harte Oberfläche bilden. Susanne Busch
ersetzt die organische Moleküle des Körpers durch Gelatine.
Verschiedene Gelatineschichten, die sie auf einen Zahn aufbringt,
enthalten Kalzium-, Phosphat- und Fluoridionen. Wenn die Ionen
zueinander gelangen, bilden sie entlang der Gelatinefasern parallel
angeordnete Apatit-Kristalle, ganz ähnlich wie Zahnschmelz und genauso
hart. Falls sich das Verfahren aus dem Reagenzglas in die Mundhöhle
übertragen lässt, könnten so Löcher dauerhaft repariert werden. Bis
sich aber herausstellt, ob Zähne oder Zahnschmelz aus dem Labor das
Rennen machen, bleibt nur das fleißige Putzen. Oder die Hoffnung, dass
man zu den wenigen Glücklichen gehört, denen ganz ohne Hilfe aus der
Wissenschaft eine dritte Generation Zähne wächst. Denn auch das kommt
gelegentlich vor.
[
©:
FVDZ-NewsLetter, mit Quellen aus: Süddeutsche Zeitung/Wissen,www.dentalresearch.org,
PNAS, Bs.100, S.6541, 2003, PNAS, Bd.100, S. 5807, Angew.Chemie,
Bd.43, S1428, 2004 ]

4.)
Vorbeugende Schmerzbehandlung bei Zahnoperationen
Schmerzen nach komplizierten zahnärztlich-chirurgischen
Eingriffen - wie z.B. Weisheitszahnoperationen - sind
häufig anzutreffen
und tragen bei den betroffenen Patienten nicht gerade zur Euphorie über
den nächsten Zahnarztbesuch bei. In den letzten Jahren haben sich auf
diesem Gebiet jedoch erhebliche Fortschritte im Sinne einer
Schmerzminderung ergeben. Waren es erst die nichtsteroidalen
Antirheumatika (NSAR) oder das Ibuprofen, so heißt heute das Zauberwort "Coxibe".
Diese hemmen selektiv ein Entzündungsenzym und sind für den Magen relativ
gut verträglich. Weiter können sie schon vor der Operation gegeben werden,
da sie die Blutgerinnung nicht beeinflussen. "Die Zahnarzt Woche" schreibt
dazu:
Jedes Jahr begeben sich mehr als 16,5 Millionen Patienten in
eines der 2.200 Krankenhäuser Deutschlands, um sich dort durchschnittlich
9,8 Tage lang behandeln zu lassen. Wenn sie dabei operiert werden müssen,
erwartet sie meist ein "schmerzliches Erwachen": Wegen des hellen,
brennenden Schmerzes in der frischen Operationswunde benötigen sie nach
dem Aufwachen aus der Narkose schmerzstillende Medikamente, die häufig als
Spritze verabreicht werden.
Die dabei eingesetzten herkömmlichen Mittel haben bereits vor einiger Zeit
Konkurrenz bekommen: Die so genannten Coxibe dämpfen die Schmerzen ähnlich
wirksam wie die alt hergebrachten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR),
Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen oder Naproxen, schlagen jedoch weniger
auf den Magen als ihre Vorgänger.
Ein weiterer Vorteil der Coxibe wurde von den operierenden Ärzten erst vor
kurzem in seiner ganzen Tragweite entdeckt und sorgt nun für Furore in den
Operationssälen von Chirurgen, Orthopäden und Kieferchirurgen: Rofecoxib
unter dem Handelsnamen Vioxx Dolor hat keine nachteiligen Folgen für die
Blutgerinnung. Es kann dem Patienten daher bereits vor dem Eingriff
verabreicht werden, ohne verstärkte Blutungen während oder nach der
Operation befürchten zu müssen.
Die vorsorgliche Gabe des Präparats hat erfreuliche praktische
Konsequenzen: Patienten, die vor ihrer Operation den Wirkstoff Rofecoxib
erhielten, hatten im Aufwachraum wesentlich geringere Schmerzen und
benötigten auch weniger schmerzstillende Spritzen als die übrigen
Patienten. Die günstige Wirkung des Coxib-Wirkstoffs ist in verschiedenen
Studien belegt worden. Menschen, denen die Weisheitszähne gezogen werden
mussten, profitierten ebenso von der vorsorglichen Rofecoxib-Gabe wie
Patienten, die an der Bandscheibe operiert wurden oder ein künstliches
Hüft- beziehungsweise Kniegelenk bekamen.
Geringfügig divergierende Auffassungen gibt es nur in der Wahl des
richtigen Einnahmezeitpunkts: Während die amerikanischen Patienten das
Coxib eine Stunde vor dem Operationstermin erhalten, bevorzugt der
Berliner Orthopäde Prof. Dr. Josef Zacher im Helios-Klinikum Berlin-Buch
die Gabe des Präparats zwei Stunden vor der Operation.
[ Quelle: Die Zahnarzt
Woche ]
Basics:
Analgetika im Lexikonteil

5.)
Ein neues Kinderuntersuchungsheft und wertvolle Tipps für Eltern
Auf den Internetseiten der hessischen Landeszahnärztekammer
können Sie seit kurzem wertvolle Tipps und anschauliches Material zur
Kinder-/Jugendlichenprophylaxe abrufen. Anschauliche Grafiken geben
zusammen mit einem Begleittext eine Hilfestellung bei der täglichen
Mundhygiene, bei Ernährungsfragen und vielem mehr, was mit dem Zahnarzt
zusammen hängt:
http://www.lzkh.de/frame_patienten.html
Basics:
Baby-Tipps,
Behandlung von Milchzähnen im Lexikonteil

6.)
Nanogroße Trägermedien geben Medikamente gezielt ab
Wir hatten schon mehrfach darüber berichtet, dass in der
noch jungen Nano-Technologie ein großes Potential steckt (1 Nanometer =
1 milliardstel Meter (10-9) ; zum Vergleich: Der Durchmesser eines
Menschenhaares beträgt 50.000 nm). Sei es bei der
Behandlung von Oberflächen zahnärztlicher Werkstoffe oder in der
Füllungstherapie. Jetzt berichtet
auch die Pharma-Forschung von einem Durchbruch bei dem gezielten
Transport von Medikamenten an Krankheitsherde, speziell von
Lebertumoren, über "thermosensitive Polymerpartikel", die im Körper
magnetisch aufgeheizt werden:
Nicht jedes Medikament kann einfach wie eine Kopfschmerztablette
geschluckt werden und dann seine Wirkstoffe über den Magen an den
Körper
abgeben. Bei vielen Pharmaka oder Therapeutika wäre eine gezieltere
Anwendung wünschenswert - schon allein um die Dosis zu reduzieren und
die Wirksamkeit zu erhöhen. Der Weg zu solch wirkungsvolleren Mitteln
scheint durch die Nanotechnologie jetzt möglich zu sein. Einem
Forscherteam der RWTH um Dr. rer.nat. Detlef Müller-Schulte und
Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Thomas Schmitz-Rode ist es gelungen,
so
genannte thermosensitive Nano- und Mikropartikel als steuerbare
Pharmakaträger zu nutzen, wie jetzt in den neuen "RWTH-Themen" 1/2004
"Vielfalt des Nanokosmos" beschrieben.
Der Ausgangspunkt sind temperaturempfindliche Polymerträger, kleinste
Kunststoffgebilde, die auf Wärme reagieren. In diese Träger werden die
entsprechenden Pharmaka zusammen mit magnetischen Nanopartikeln
(Magnetkolloide mit Teilchengrößen von 10-100 Nanometern; 1 Nanometer
=
10-9 Meter) eingekapselt. Oberhalb einer bestimmten Temperatur geben
diese in einem so genannten Entquellungsprozess dann einen Großteil
ihres gebundenen Wassers ab, aber eben auch den eingekapselten
Wirkstoff
frei. Bei diesem Vorgang schrumpft der Polymerträger um bis zu 70
Prozent - fast wie ein Schwamm, der ausgewrungen wird.
Eine kontaktfreie Erwärmung des thermosensitiven Polymerträgers
erreicht
man über die mit eingelagerten Magnetkolloide. Diese werden mit Hilfe
einer äußeren Magnetspule (Induktionsspule) erwärmt, die hochfrequente
magnetische Wechselfelder erzeugt. Bei diesem - dem Mikrowellenprinzip
vergleichbaren - Prozess werden die Magnetpartikel zu einem
Heizelement,
die die Wärme auf das Polymer übertragen, das binnen Sekunden zu
schrumpfen beginnt.
Das erste konkrete Ziel dieses bisher einmaligen Ansatzes liegt in der
Entwicklung eines Therapieverfahrens speziell für Lebertumore. Diese
sind in einem fortgeschrittenen Stadium meist inoperabel; die
Betroffenen
haben oft nur eine Überlebenszeit von drei bis zwölf Monaten. Deshalb
sind alternative Verfahren, die ohne eine Operation auskommen, von
größter therapeutischer und gesundheitsökonomischer Bedeutung.
[ Quelle: Univ.-Prof. Dr.med. Dipl.-Ing. Thomas
Schmitz-Rode,
smiro@rad.rwth-aachen.de ]
Basics:
Nanotechnologie im Lexikonteil

7.)
Wirkung eines Hormons
zum Abnehmen angezweifelt
Ein ursprünglich viel versprechender Wirkstoff gegen
Fettleibigkeit muss
neu bewertet werden. Das Sättigungshormon PYY 3-36, das vor zwei Jahren
als Durchbruch gefeiert worden war, hält offenbar nicht, was sich
Mediziner und harmahersteller davon versprochen hatten. Zumindest
versuchte eine internationale Forschergruppe um Dr. Matthias Tschöp vom
Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke
vergeblich, die Erfolge einer Studie zu wiederholen, die 2002 in Nature
(Band 418, S. 650) veröffentlicht wurde. Die 42-köpfige Gruppe, zu der
auch Wissenschaftler des Berliner Instituts für Zoo- und
Wildtierforschung (IZW) gehören, veröffentlichte ihre Resultate
ebenfalls in Nature, und zwar in der neuesten Ausgabe vom 8. Juli.
Matthias Tschöp, derzeit an der University of Cincinnati (USA) tätig,
sagt: Uns überraschte die hohe Anzahl der negativen Resultate von PYY
3-36. Vor allem, weil durch viele Experimente sichergestellt worden
sei, dass die benutzten Hormonpräparate biologisch aktiv sind und dass
die Versuchstiere auf andere Appetitzügler reagieren. Insgesamt
studierten die Experten den Effekt von PYY 3-36 an mehr als 1000 Ratten
und Mäusen.
Der ursprünglichen Studie zufolge zügelt PYY 3-36 den Appetit und
verringert auch die Kalorienaufnahme. Damit schien es ein idealer
Wirkstoff zur Behandlung von Fettsucht zu sein. Entsprechend groß war
auch das Interesse der Medien. Von der New York Times über die
italienische Ausgabe von Men's Health bis zu regionalen Berliner
Tageszeitungen berichteten zahlreiche Journale. Auch im Internet wird
PYY 3-36 als viel versprechend angepriesen. Weitere Versuche an Menschen
schienen die ersten Ergebnisse zu bestätigen. Die New York Times etwa
berichtete vor gut einem halben Jahr über ein Nasenspray mit dem
Wirkstoff PYY 3-36, das in London an menschlichen Probanden getestet
worden sei und deren Appetit gezügelt habe.
Die neue Studie, an der 15 unterschiedliche Forschungseinrichtungen und
pharmazeutische Labore beteiligt waren, kommt jetzt jedoch zu ganz
anderen Resultaten. PYY 3-36 vermochte weder die Nahrungsaufnahme zu
zügeln, noch führte es zur Gewichtsreduktion. Im Gegenteil: Vielfach
nahmen die Tiere, die PYY 3-36 erhielten, sogar mehr zu als Tiere der
Kontrollgruppe.
[©: Prof. Dr. Heribert Hofer,
direktor@izw-berlin.de ]

8.)
DENTODINE: Prophylaxe-Software aus
der Praxis für die Praxis
In enger Zusammenarbeit mit der blend-a-med Forschung hat der
Autor, Dr. K.-D. Bastendorf, die Dentodine Software entwickelt.
Dieses Software-Paket gibt dem Praktiker erstmals ein Instrument an die
Hand, das eine ebenso wirksame wie einfache weil bedarfsorientierte
Prophylaxe ermöglicht. Dentodine verbindet wissenschaftliche Grundlagen
mit jahrelanger praktischer Erfahrung. Sie dient der Bestimmung des
individuellen Karies- bzw. Mundgesundheitsrisikos, zur Qualitätssicherung
der zahnärztlichen Leistungen und als einfaches Prophylaxekompendiums. Im
Vordergrund steht die Bestimmung des individuellen Karies- bzw.
Mundgesundheitsrisikos, mit deren Hilfe eine einfache und schnelle
Zuweisung von Patienten zu einem professionellen Praxis-Prophylaxeprogramm
möglich ist. Zu Grunde liegt ihr das theoretisch und empirisch fundierte
Konzept der altersspezifischen Anamnese- und Befunderhebung (modifiziert
nach Holst) an Hand risikoprognostisch relevanter Indikatoren, das sich in
der Praxis des Autors seit Jahren bewährt hat. Dentodine erfüllt die
Kriterien eines praxisinternen Qualitätsmanagements, wie es Ende Juli 2003
in den „Eckpunkten der Konsensverhandlungen zur Gesundheitsreform“
gefordert wird. Das Programm gewährleistet die von der WHO und BZAEK
geforderte elektronische Erfassung und Auswertung der
„Zahngesundheitsdaten“. Darüber hinaus ist Dentodine ein einfaches
„Nachlesewerk“ zu den Fragen der Prophylaxe. Dentodine ist aufgrund von ‚updates’
und der Möglichkeit individuelle Fakten einzugeben immer auf dem aktuellen
Stand des praxisrelevanten Wissens.
Screenshots des Programms:
http://www.dentodine.de/screenshots.html
Weitere Informationen und Anforderung einer kostenlosen lauffähigen
Vollversion (mit limitierten Patientenfeldern; lässt sich wieder
problemlos und sauber deinstallieren):
• Dr. K.-D. Bastendorf
Gairenstrasse 6 - 73054 Eislingen
Tel.: +49 7161 / 815 500 - Fax: +49 7161 / 87319
• Blend-a-med Forschung
Sulzbacher Strasse 40 - 65824 Schwalbach
Tel.: +49 1805 / 12222-2 - Fax: +49 1805 / 12222-1

9.)
1,7 Millionen
Arztbesuche in Deutschland überflüssig?
Viele Kurzzeit-Erkrankte gehen nur wegen des ärztlichen Attests zum
Arzt, meint die DAK. Die Angestelltenkasse hält deshalb
rund 1,7 Millionen Arztbesuche in Deutschland für überflüssig.
Zum Verhalten bei vermeintlichen Bagatellerkrankungen (Krankheitsdauer
von drei Tagen oder kürzer) hatte die DAK in einer repräsentativen
Umfrage mehr als 1000 Arbeitnehmer im Norden befragt. Danach hatte
jeder fünfte Arbeitnehmer, der bis zu drei Tage krank geschrieben war,
den Arzt nur wegen des Attests aufgesucht.
"Schätzungsweise 1,7 Millionen Arztbesuche ergeben sich nur, weil die
Arbeitnehmer ihre Krankheit gegenüber dem Arbeitgeber rechtfertigen
wollen oder müssen", rechnete die Kasse die Umfrageergebnisse aufs
Jahr hoch. Die DAK führt dieses Verhalten auf ein tief ausgeprägtes
Misstrauen bei Personalchefs zurück.
Diese vermuten bei Kurzzeit-Erkrankten schnell Missbrauch und verlangen
sehr früh ein ärztliches Attest. Jeder dritte befragte Arbeitnehmer
hatte angegeben, schon ab dem ersten Krankheitstag ein Attest vorlegen
zu müssen. Mehr als die Hälfte meinten, daß dies ab dem zweiten oder
dritten Tag notwendig sei. Der Gesetzgeber schreibt das Attest erst ab
dem vierten Krankheitstag vor.
Zugleich sieht die DAK in den Umfrageergebnissen Hinweise darauf, dass
Beschäftigte länger als nötig krankgeschrieben werden. So werde häufig
grundsätzlich bis zum Wochenende krankgeschrieben - unabhängig davon,
ob ein Patient am Montag oder am Mittwoch zum Arzt geht.
Die DAK appellierte deshalb an Ärzte, sich stärker mit den
individuellen Arbeitsbelastungen der Patienten auseinanderzusetzen.
Die Kasse räumt aber fließende Übergänge zwischen arbeitsfähig und
arbeitsunfähig ein. Ob ein Arbeitnehmer trotz leichter Beschwerden zum
Arzt gehe, hänge oft vom Betriebsklima ab.
[ ©:
Ärztezeitung ]

10.)
Patienten-Ansturm auf Osteuropa bleibt aus
Ostdeutsche Kassenpatienten interessieren sich
nach der Erweiterung der Europäischen Union (EU) nur vereinzelt für
medizinische Leistungen in Osteuropa. Das teilte die Barmer
Ersatzkasse (BEK) jetzt mit.
Laut BEK gehen in den sächsischen Geschäftsstellen im Schnitt
lediglich 110 Anfragen pro Woche ein. In Thüringen seien es 40 und in
Sachsen-Anhalt etwa 30. Mehr als zwei Drittel der Anfragen beträfen
Kuren. Der vermutete große Ansturm auf medizinische Leistungen in
Polen oder Tschechien sei jedoch ausgeblieben.
Die Patienten entdeckten traditionelle Kurorte wieder wie das
tschechische Karlsbad. Einige ältere Versicherten planten auch Kuren
im polnischen Teil von Schlesien. Für die Kassen gebe es aber bei der
Kostenerstattung Grenzen. "Stationäre Kuren im Ausland werden wohl die
Ausnahme bleiben und nur dann in Frage kommen, wenn dort deutlich
bessere Behandlungserfolge als in Deutschland zu erreichen sind",
sagte der Barmer-Landesgeschäftsführer von Sachsen, Sachsen- Anhalt
und Thüringen, Paul-Friedrich Loose. Für die Erstattung der Kosten
ambulanter Kuren müsse es vor dem Antritt eine ärztliche Verschreibung
und eine Genehmigung der Kasse geben, sagte Loose.
Die Fertigung von Zahnersatz in den östlichen Nachbarstaaten spielt
nach seinen Worten bislang kaum eine Rolle. Seit der EU-Osterweiterung
Anfang Mai können Versicherte Rezepte aus Deutschland auch in Polen
oder Tschechien einlösen. Für die Versicherten lohne sich dies aber
nicht, da wie in Deutschland eine Zuzahlung und zudem noch eine
Verwaltungsgebühr fällig würden.
[ ©: pit/dpa,
zm-online ]

11.)
Weitere Liberalisierung für
medizinische Dienstleistungen in der EU
Bedingt durch die
Verschiedenartigkeit der staatlichen Gesundheitssysteme
- sowohl in der Struktur, wie auch im Umfang des
Leistungskatalogs - ergeben sich immer wieder dann Probleme, wenn EU-Bürger
sich in anderen EU-Staaten ("EU-Ausland") behandeln lassen; dies besonders dann,
wenn in dem Staat, wo die ärztlichen Dienstleistungen erbracht werden, ein
weitaus umfangreicherer Katalog und eine höhere Gebührenstruktur besteht als in
dem originären Land. Mit einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (Az:
C-385/99) wurde im Mai 2003 eine Rechtssicherheit geschaffen -
nationale Ausführungsbestimmungen fehlten bisher noch. Nun hat das
Bundessozialgericht eine erste Entscheidung zu den sog. Verordnungen
getroffen. Die
Ärztezeitung
berichtete dazu:
"KASSEL (mwo). Deutsche Krankenversicherte
können hiesige Verordnungen auch im EU-Ausland abrufen. Das hat
das Bundessozialgericht (BSG) mit Blick auf die EU-weite
Dienstleistungsfreiheit entschieden. Voraussetzung ist, dass die
Leistungserbringer jeweils nach dem nationalen Recht ihres Landes
zugelassen sind. Umgekehrt können auch deutsche Therapeuten Patienten
mit Verordnungen aus dem EU-Ausland entsprechend behandeln. Ohne
Verordnung besteht aber auch über die Grenzen hinweg kein
Erstattungsanspruch.
Im konkreten Fall lebte ein deutsches Rentner-Ehepaar überwiegend auf
Teneriffa. Dort nahm es im Winter 1999/2000 Laborleistungen, Arznei-
und Heilmittel in Anspruch und forderte von der Barmer Ersatzkasse
Erstattung in Höhe von 1464 Euro. Wie das BSG entschied, muss die
Kasse zumindest die Arzneimittel und Laborkosten nicht bezahlen, weil
das Paar hierfür keine Verordnung vorgelegt habe. Bei den Massagen und
der Krankengymnastik soll das Landessozialgericht Baden-Württemberg
noch prüfen, ob die Leistungserbringer im spanischen Gesundheitssystem
zugelassen waren. Nur dann müsse die deutsche Kasse zahlen.
Nach einem weiteren Fall sollten Ärzte, die ihre Patienten zu einer
Behandlung ins europäische Ausland schicken, dies genau begründen.
Denn bei einer "unmotivierten" Auslandsbehandlung könnte es Probleme
bei der Kostenerstattung geben. So soll im Fall einer Hautbehandlung
in Bregenz ebenfalls die Vorinstanz prüfen, ob der Patientin überhaupt
Kosten entstanden seien. Die Zweifel entstanden, weil die Frau sich
vorher und nachher in einer Sigmaringer Gemeinschaftspraxis hatte
behandeln lassen. Zudem wird die Bregenzer Praxis von einer deutschen
Ärztin betrieben, die in Sigmaringen mit einer halben Stelle
angestellt ist.
Bundessozialgericht: Az: B 1 KR 33/02 R (Teneriffa); B 1 KR 11/04 R
(Bregenz)"
[ Quelle:
Ärztezeitung ]
Basics:
Behandlung im EU-Ausland im Lexikonteil

12.)
Bakteriengefahr im Kühlschrank
(ots) - Wer seine Lebensmittel im Kühlschrank aufbewahrt, ist vor
Bakterien keinesfalls sicher. Dort finden sich nach einer Untersuchung
der Universität Arizona die meisten Krankheitserreger im Haushalt, wie
die Zeitschrift "Vital" berichtet. Wissenschaftler entdeckten im
Kühlschrank im Schnitt 11,4 Millionen Keime pro Quadratzentimeter. Im
Vergleich dazu waren es auf dem Küchenfußboden 10.000, auf der
Arbeitsplatte 1.000 und auf der Toilette gerade einmal 100.
Größtes Problem ist ein zu warmer Kühlschrank, denn ab einer Temperatur
über 7 Grad vermehren sich Keime explosionsartig. Die meisten
Infektionen und Lebensmittelvergiftungen entstehen daher im Haushalt und
nicht etwa in Gaststätten. Problematisch ist auch, dass Erreger wie
Kolibakterien oder Salmonellen nicht zu sehen oder zu schmecken sind und
Verdorbenes daher nicht erkannt werden kann. Beim Verzehr verdorbener
Lebensmittel reichen die Folgen von leichtem Unwohlsein bis zu schweren
Vergiftungen.
Um Keime abzutöten, sollten Fleisch und Geflügel gut durchgegart werden.
Hackfleisch muss etwa 12 Stunden, Fleisch ein bis zwei Tage und
Aufschnitte sechs bis zehn Tage nach dem Kauf gegessen werden. So bleibt
die Keimzahl am geringsten. Die richtige Aufbewahrung im Kühlschrank
verringert ebenfalls die Risiken. Das heißt, Obst und Gemüse im
Gemüsefach und Fleisch und Fisch darüber aufbewahren, denn dort ist die
kälteste Zone. Zudem sollte der Kühlschrank einmal monatlich mit heißem
Essigwasser gereinigt werden.
[ ©: VITAL, Götz Poggensee, Ressort Ernährung,
Tel.: 040/27 17 37 42 ]

17.)
Zum Schluss: Zahnreinigung mit
USB-Anschluss
Dinge gibt's, die gibt's gar nicht - Oder? Neueste Kreation in
dieser Richtung ist eine Zahnbürste mit USB-Anschluss, obwohl der
Erfinder hier sicherlich besser - schon allein wegen des Namens - auf Bluetooth (= Blauzahn) hätte zurückgreifen sollen. Bisher kann die
Redaktion noch nicht viel mit dem Artikel anfangen, da die
Tastatur noch keine Zahnpasta über STRG+ALT+ZA ausgibt und das
Ausspülen über dem numerischen Block diesen schlagartig lahm
legte. Vorschläge?