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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
8/2009/ 1. August 2009
Einen Termin beim Zahnarzt sollte man am besten auf den Nachmittag legen.
Begründung: Dann ist das Schmerzempfinden deutlich geringer als in den frühen
Morgenstunden oder in der Nacht. Außerdem wirken die Betäubungsspritzen um die
Mittagszeit besonders lange - bis zu dreimal so lang wie am Vormittag, sagt
Prof. Dr. Björn Lemmer, Experte für Chronopharmakologie der Universität
Heidelberg/Mannheim (aus zm-online).
Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion
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Inhalt
1.)
Augen auf beim Zahnpasta-Kauf
2.)
"Neue Zähne" bei Mini-Budget
- Vorschläge des VDDI (Verband der Deutschen
Dental-Industrie)
3.)
Zahnimplantate – so natürlich wie das Original. Neue
Patientenbroschüre der BLZK
4.) Hohes Renommee: Das Zahnmännchen-Siegel
hilft bei der Kaufentscheidung
5.)
Kiefergelenk-Knacken:
"Normal ist das nicht"
6.) Australische
Studie belegt: Bestimmte Honigsorten effektiver als Antibiotika
7.)
Zungenküsse als Ursache von Krebs?
8.)
Import von Zahnersatz nimmt zu -
Dentaltourismus bleibt Randerscheinung
9.)
Hoffnung für Therapie gegen Aphthen
10.)
Energy-Drinks: Kaffee mit
viel Zucker ist genauso wirkungsvoll
11.)
Bei Zahnersatz sind Zusatzkosten wegen Allergie
grundsätzlich selbst zu tragen
12.)
Erste Markenzahnbürste mit
Silber-Ionen
13.)
Neue Empfehlungen der Ständigen Impfkommission
14.)
Zum Schluss: Für den Bankster kann man
sich nur fremdschämen
1.)
Augen
auf beim Zahnpasta-Kauf
Die Auswahl der richtigen Zahnpasta scheint ganz simpel:
Kinderzahnpasta für Kinder und Erwachsenenzahnpasta für Erwachsene. Aber
für wen ist eigentlich Juniorzahnpasta, die seit Kurzem in den Läden
steht? Die milder schmeckende Juniorzahnpasta schließt eine Lücke in der
Kariesvorsorge junger Menschen. Denn sie bietet mit ihrem höheren
Fluoridgehalt für die durchbrechenden Zähne von Kindern ab dem sechsten
Geburtstag den optimalen Kariesschutz. Kinderzahnpasta ist dagegen auf
die Bedürfnisse der Zähne der Kleinsten abgestimmt.
Verwechslungsgefahr
Die Verpackungen von Kinder- und Juniorzahnpasten sehen sich aber oft
sehr ähnlich. „Da Juniorzahnpasten bisweilen in einem kindlichen Design
angeboten werden, verwechseln sie die Verbraucher häufig mit
Kinderzahnpasten“, verdeutlicht Professor Stefan Zimmer, Sprecher der
Informationsstelle für Kariesprophylaxe und Lehrstuhlinhaber für
Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin an der Universität
Witten/Herdecke. Da die Fluoridkonzentrationen unterschiedlich sind,
kann der schnelle Griff ins Regal Folgen für die Zahngesundheit haben.
Daher ist Aufmerksamkeit beim Zahnpasta-Kauf geboten. Der Fluoridgehalt
von Kinderzahnpasta ist nur ungefähr ein Drittel so hoch wie bei der
Juniorzahnpasta, nämlich 500 ppm Fluorid. Für Kinder ab dem sechsten
Geburtstag bietet die Kinderzahnpasta deshalb nicht mehr den optimalen
Kariesschutz. Und für Kinder unter sechs Jahren ist in den
Juniorzahnpasten zuviel Fluorid enthalten. Zuviel Fluorid kann später
eine sogenannte Zahnfluorose an den bleibenden Zähnen verursachen. Das
sind weißliche bis braune Flecken am Zahn, die ein kosmetisches Problem
darstellen.
Welche Zahnpasta für welches Kind?
Die Informationsstelle für Kariesprophylaxe empfiehlt, ab dem Durchbruch
des ersten Milchzahns bis zum Beginn des Zahnwechsels oder bis längstens
zum sechsten Geburtstag Kinderzahnpasta zu verwenden. „Ab dem sechsten
Geburtstag kann ein Kind im Prinzip eine Erwachsenenzahnpasta benutzen“,
sagt Professor Zimmer. „Sobald der erste bleibende Backenzahn hinter den
letzten Milchzähnen durchbricht, ist es wichtig, eine Zahnpasta mit
möglichst hoher Fluoridkonzentration zu verwenden. Da der Zahnschmelz
noch nicht voll ausgehärtet ist, besteht hier ein besonders hohes
Karies-Risiko“, so der Experte. Sowohl Junior- als auch
Erwachsenenzahnpasten bieten mit einer Fluoridkonzentration von maximal
1.500 ppm den benötigten Kariesschutz.
Die Informationsstelle für Kariesprophylaxe rät deshalb, die Angaben auf
der Tube genau zu überprüfen. Neben dem Fluoridgehalt können Eltern auch
auf den Aufdruck „für Milchzähne“ oder „für Kinder bis zum sechsten
Geburtstag“ achten. Bei Tuben mit diesen Aufschriften handelt es sich um
Kinderzahnpasten mit dem niedrigen Fluoridgehalt.
Kariesprophylaxe rundum
Fluoride schützen Kinderzähne gleich dreifach: Sie verbessern die
Widerstandskraft der Zähne gegen Säuren. Sie hemmen den Stoffwechsel der
Bakterien im Zahnbelag. Und sie fördern die Wiedereinlagerung wichtiger
Mineralien in den Zahnschmelz. Neben der richtigen Zahnpasta empfiehlt
die Informationsstelle für Kariesprophylaxe, zur Basisprophylaxe
fluoridiertes Speisesalz zu verwenden. Es ist als Jodsalz mit Fluorid im
Lebensmittelhandel erhältlich. Das Fluorid, das dem Salz zugesetzt
wurde, wirkt schon während des Essens am Zahn und kommt den Zähnen immer
dann zugute, wenn mit fluoridiertem Salz zubereitete Speisen gegessen
werden.
[ ©
http://www.kariesvorbeugung.de/ ]
Basics:
Zahnpasta im
Zahnlexikon-Online
2.)
"Neue Zähne" bei Mini-Budget - Vorschläge des VDDI (Verband der
Deutschen Dental-Industrie)
Es war einmal ein Handyverkäufer, Sohn eines Busfahrers und
einer Supermarktkassiererin. All seine Liebe galt der Musik, doch unser moderner
Held war lange nur ein heimlicher Superstar, bis er dann endlich im Rahmen einer
britischen Castingshow einem breiten Publikum bekannt wurde. Als ihn die Jury
zum ersten Mal sah, trafen ihn eher mitleidige Blicke. Als er dann auch noch
ankündigte, Oper singen zu wollen, verdrehte so mancher die Augen. Doch als Paul
Potts schließlich seinen Mund öffnete, geschah zweierlei: Zum einen sahen 13
Millionen Menschen seine schlechten, schiefen Zähne, und zum anderen erklang
eine gar wunderbare Musik, die alle Herzen verzauberte und die Menschen spontan
zu Tränen rührte. Paul Potts wurde über Nacht zum Superstar, der alles hatte,
wovon Menschen träumen. Alles? Kurz nachgedacht: Was machte dieser Glücksjunge
als erstes, nachdem er es ganz nach oben geschafft hatte? Er ließ sich seine
Zähne richten!
Doch man muss nicht erst berühmt und reich werden, um selbst ein neues Lächeln
zu bekommen. Je nach Befund können durchaus verschiedenartige
Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen, bei denen es natürlich auch preisliche
Unterschiede gibt. Wenn - wie bei Zahnbehandlungen oft üblich -
Gesundheits-Leistungen ganz oder teilweise selbst finanziert werden müssen, kann
eine Reihe von Gründen Patienten in eine Situation bringen, in der die Details
der "neuen Zähne" in erster Linie von einem knappen persönlichen Budget diktiert
werden - und das muss keinesfalls heißen, dass ein Patient bei einer eher
preisorientierten Lösung komplett auf Komfort und Ästhetik im Mund verzichten
muss.
Wie sehen diese Behandlungs-Alternativen aus? Dazu ein Beispiel: Heute ist es in
bestimmten Fällen möglich, statt mit einer Keramik auch mit einem modernen
Kunststoff ("Komposit") eine ästhetisch hochwertige Verblendung für eine
Metallkrone oder -brücke zu schaffen, die aufgrund ihrer guten
Verfärbungsresistenz auch eine lange Freude garantiert. Diese modernen
Werkstoffe werden aktuell in vielen Farben passend zu den vorhandenen Zähnen
angeboten und präsentieren sich in puncto Ästhetik im Vergleich zu früher
wesentlich attraktiver. Und wer sich heute aus finanziellen Erwägungen für eine
Kunststoffvariante entscheidet, dem bleibt es unbenommen, in fünf oder zehn
Jahren eine keramische Neuversorgung zu wählen.
Ein weiteres Beispiel: Selbstverständlich sind unter den zahnmedizinischen
Legierungen diejenigen mit einem hohen Goldgehalt als "top" einzustufen.
Stichpunkte dazu: Jahrzehntelange klinische Erfahrung, erwiesene hohe
Bioverträglichkeit, hervorragend sicher zu verarbeiten! Aber wenn es die
Umstände erfordern, lässt sich auch hier der spitze Bleistift ansetzen: Moderne
Nichtedelmetall-Legierungen, von namhaften Herstellern produziert, können
alternativ zum Einsatz kommen. Auch sie erfüllen ihre Aufgaben in einem weiten
Bereich zuverlässig, preiswert und dennoch mit einer darauf abgestimmten
Verblendung optisch ansprechend. Dabei profitiert der Patient ganz klar von den
Leistungen der deutschen Dentalindustrie. Hier zahlen sich für ihn die
vielfältigen Innovationen in barer Münze aus, die hochaktuell gerade auch in
letzter Zeit entwickelt wurden, um selbst im preisorientierten Bereich
vernünftige Angebote machen zu können, die der zeitgemäßen Forderung nach
modernem und preiswertem Zahnersatz in vollem Umfang gerecht werden.
Diese und viele weitere Innovationen stehen dem Zahnarzt bzw. Zahntechniker
zwischen Flensburg und München heute zur Verfügung, um sie im Beratungsgespräch
mit dem Patienten zu erörtern und mit ihm gemeinsam die individuell richtige
Entscheidung zu treffen. Damit ist klar: Neue Zähne können sich jetzt auch
Menschen leisten, die keine Castingshow gewonnen haben. Ästhetik und Funktion
auf angemessenem Niveau zu bezahlbaren Preisen anzubieten, ist inzwischen
durchaus möglich - und der Traum von soliden und ansprechenden
Zahnrestaurationen wird deshalb auch für begrenzte Budgets wahr.
[
©: www.vddi.de ]
3.)
Zahnimplantate – so natürlich wie das Original - Neue Patientenbroschüre der
BLZK
Die Bayerische Landeszahnärztekammer (BLZK) legt im Rahmen ihrer
Patienteninformationsserie eine neue Broschüre unter dem Titel
"Zahnimplantate - so natürlich wie das Original" vor. Die Publikation
ist als Handreichung für das Zahnarzt-Patienten-Gespräch konzipiert und
liefert wichtige und fachlich abgesicherte Hintergrundinformationen über
diese Form des modernen Zahnersatzes.
In zehn Kapiteln wird in einer für den Patienten verständlichen Form
dargestellt, was Implantate sind, für welche Gebiss-Situationen sie als
langfristiger und vollwertiger Zahnersatz geeignet sind und welche
Voraussetzungen für einen implantologischen Eingriff vorhanden sein
müssen. Aufgezeigt werden aber auch die Gegenanzeigen und Grenzen für
eine Implantation. Die Diagnostik vor der Implantation, die
Vorgehensweise beim operativen Eingriff, Beachtenswertes unmittelbar
nach dem Eingriff, die regelmäßige Nachsorge und die Kostenseite werden
ebenfalls erläutert. Raum für eigene Notizen zum Gespräch mit der
Zahnärztin oder dem Zahnarzt komplettiert den praktischen Nutzen dieser
DIN-A5-formatigen Broschüre. Abbildungen und Schemazeichnungen
veranschaulichen den Text.
In farbig unterlegten Textkästen werden wichtige Informationen
hervorgehoben. Kernbotschaften sollen beim Durchblättern sofort ins Auge
fallen und sind daher ebenfalls farblich kontrastierend angelegt. Wie
auch bei allen anderen Patientenbroschüren der BLZK lockern Cartoons des
bekannten Karikaturisten Erik Liebermann die fachlichen Erläuterungen
auf.
kostenfreier Download
[
©:
BLZK ]
Basics:
Implantat im
Zahnlexikon-Online
4.)
Hohes Renommee: Das
Zahnmännchen-Siegel hilft bei der Kaufentscheidung
Wie wichtig ist das Zahnmännchen für Zahnärzte und zahnmedizinische
Prophylaxefachkräfte für die Ernährungsberatung in der Praxis? Diese
Frage stand im Mittelpunkt einer Meinungsumfrage der Aktion
zahnfreundlich e. V. (Berlin) während der IDS, der Internationalen
Dental Schau 2009 in Köln. Die Antwort ist eindeutig: zahnmedizinische
Fachkreise haben die Bedeutung der Auszeichnung "zahnfreundlich" tief
verinnerlicht. Sie wissen, dass das Zahnmännchen für zahngesunde,
zuckerfreie und säurearme Süßwaren steht.
Bei einer Umfrage mit 267 IDS-Besuchern zeigte sich eindeutig die
Überlegenheit der mit dem Zahnmännchen-Logo ausgezeichneten Süßwaren.
Vor die Wahl gestellt, welches Produkt die Interviewpartner bevorzugen,
entschieden sich knapp zwei Drittel (64 % bzw. 65 %) spontan für die
Variante mit dem Zahnmännchen-Siegel. Dass diese Auszeichnung auch
fester Bestandteil der Ernährungsaufklärung in den Zahnarztpraxen ist,
zeigt ein weiteres Ergebnis: 83 % der Befragten informieren ihre
Patienten über die Bedeutung des Zahnmännchens.
Neben der Vertrauensfrage sollte bei dieser Erhebung aber auch die
Geschmacksfrage geklärt werden: Kann Schokolade ganz ohne Rohrzucker
eine Gaumenfreude sein? Das Urteil der IDS-Besucher ließ keinen Zweifel
offen: Neun von zehn Befragten schmeckten die Schoko-Täfelchen der
Aktion zahnfreundlich gut bis ausgezeichnet. Ein Ergebnis, das Hoffnung
auf eine kommerzielle Markteinführung auch in Deutschland macht. Denn
bislang gibt es Zahnmännchen-Schokolade ausschließlich als
Online-Angebot der Aktion zahnfreundlich e.V.
[ ©:
Hedi von Bergh, Aktion zahnfreundlich e.V,
presse@zahnmaennchen.de
]
Basics:
Aktion zahnfreundlich im
Zahnlexikon-Online
5.)
Kiefergelenk-Knacken: "Normal ist das nicht"
Auch wenn dies vom Volksmund, allerdings auch manchen Zahnärzten als harmlos
angesehen wird: "Ein knackendes Kiefergelenk ist keineswegs normal, sondern ein
Zeichen, dass etwas aus der Ordnung ist", sagt Dr. Gundi Mindermann, 1.
Bundesvorsitzende des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden/BDK. Das
Kiefergelenk sei gewissermaßen eine Kreuzung von Körper und Seele: "Bei
Stressbelastung knirschen viele Menschen mit den Zähnen oder pressen sie
unbewusst kraftvoll zusammen, was zu 'Ausweichmanövern' der Zähne und damit der
Kiefer führt und das Gelenk unnatürlich belasten kann."
Grund für das "Knacken" als hörbares Symptom sind Veränderungen in den
räumlichen Verhältnissen im Kiefergelenk. Kieferorthopäde Prof, Dr. Ralf J.
Radlanski (Charité/Berlin), wissenschaftlicher Berater des BDK: "Nicht jedes
Knacken im Kiefergelenk stellt gleich ein großes Problem dar: Eine kleine
Gelenkscheibe (discus articularis) ist bei der Fehlbelastung des Kiefergelenks
etwas verschoben und rutscht bei entspannter Kieferposition wieder zurück an
seine eigentliche Position, das ist mit einem kleinen Klick-Geräusch verbunden.
Auch bei Kindern kann es zum Kiefergelenkknacken kommen, bei vorübergehendem
ungleichen Wachstum von Zähnen und Kiefer." Problematisch hingegen ist oft die
Ursache des Knackens: "Neben Stress-Belastungen können auch bestimmte
Zahnfehlstellungen wie zum Beispiel ein Deckbiss das fein austarierte bewegliche
System des Gelenkes stören. Der natürliche Bewegungsraum des Unterkiefers ist
dann z. B. nach vorne eingeengt. Kiefergelenkknacken sollte frühzeitig überprüft
und je nach Ursache bzw. damit verbundener belastender Folgen auch therapiert
werden."
Allerdings gibt es auch Fälle, in denen keine Therapie notwendig ist, Dr. Gundi
Mindermann: "Das kann aber nur ein Spezialist entscheiden, der auch fundiert
eine Ausschlussdiagnostik leisten kann, also ein weitergebildeter Fachzahnarzt
für Kieferorthopädie. Der ist die richtige Adresse, wenn man Kiefergelenkknacken
feststellt."
[ ©:
PM dental relations, Birgit Dohlus,
info@zahndienst.de
]
Basics:
Kiefergelenkbeschwerden im
Zahnlexikon-Online
6.)
Australische Studie
belegt: Bestimmte Honigsorten effektiver als Antibiotika
In einer bisher einzigartigen Studie haben Forscher der
University of Sydney Beweise dafür gefunden, dass manche Honigsorten
bei der Behandlung von oberflächlichen Wunden und Infektionen
effektiver wirken als Antibiotika.
Antibiotika wirken in der Regel nur gegen bestimmte Bakterien. Die
meisten Bakterien, die Infektionen in Krankenhäusern verursachen,
sind noch dazu gegen mindestens ein Antibiotikum resistent. Die in
der Studie eingesetzten Honigsorten wirkten jedoch gegen alle
gestesteten Erreger, darunter auch multiresistente Bakterien. Was
besonders entscheidend ist, die Bakterien passten sich nicht an und
entwickelten keine Resistenz gegenüber dem Honig, wie dies bei
Antibiotika der Fall ist.
Die von den Wissenschaftlern verwendeten Honigsorten waren Manuka
und Jelly Bush aus Neuseeland bzw. Australien. Beide sind zwar als
medizinische Varianten erhältlich, werden jedoch in Krankenhäusern
kaum eingesetzt. Mit der vorliegenden Studie konnte erstmals gezeigt
werden, dass der medizinische Honig in vielen Fällen antibiotische
Cremes auf Wunden oder an Kathetern ersetzen könnte. In Anbetracht
einer immer kürzeren Lebensdauer vieler Antibiotika sind alternative
Behandlungswege gegen Infektionen unerlässlich.
Den getesteten Honigsorten ist gemein, dass sie von Bienen
produziert werden, die sich von Pflanzen der Gattung Leptospermum -
allgemein auch als Teebaum bekannt - ernähren. Bisher wissen die
Forscher nicht genau, wie der Honig Infektionen vermeidet und
abtötet. Sie vermuten, dass ein Bestandteil namens Methylglyoxal
eine Wechselwirkung mit anderen, bisher unbekannten, Bestandteilen
des Honigs eingeht und so infektionsauslösende Bakterien daran
hindert, neue Stämme zu bilden, die gegen den Honig resistent sind.
[
©:
PM
Australisch-Neuseeländischen Hochschulverbund/Institut
Ranke-Heinemann
]
Basics:
Honig im
Zahnlexikon-Online
7.)
Zungenküsse als Ursache von Krebs?
Nicht nur oraler Sex, sondern auch Zungenküsse sind möglicherweise
riskanter als bisher gedacht. Hinweise darauf geben aktuelle
Studiendaten, wonach beide Praktiken das Risiko für eine Infektion mit
humanen Papillomviren (HPV) beträchtlich erhöhen. Und diese sind
zunehmend die Ursache für Tonsillen-Karzinome.
Einer Studie zufolge hat sich die Zahl der HPV-positiven
Tonsillen-Karzinome in den vergangenen 40 Jahren verdreifacht. Waren
früher die meisten Tonsillen-Karzinome durch das Rauchen verursacht,
spielt heute HPV die größte Rolle (MMW online).
US-Forscher haben nun möglicherweise herausgefunden, wie es zu dieser
Entwicklung kam: Nach ihren Erhebungen gibt es zwei Dinge, die das
Risiko für eine orale HPV-Infektion wesentlich erhöhen: orale
Sexkontakte sowie Zungenküsse (J Infect Diseases 199, 2009, 1263). Bei
den 332 Kontrollpersonen aus einer Fall-Kontrollstudie zu
Kopf-Hals-Tumoren wurden 19 (4,8 Prozent) orale HPV-Infektionen
festgestellt. Zehn davon waren durch Hochrisiko-Viren wie HPV 16
ausgelöst. Bei Personen, die bereits mehr als zehn Partner hatten, mit
denen sie oralen Sex praktizierten, war das HPV-Risiko 5,2-fach höher
als bei Menschen ohne Geschlechtspartner mit diesen Vorlieben -
unabhängig von anderen Risikofaktoren wie Rauchen. Bei mehr als 25
Partnern mit vaginalem Sex war das Risiko 4-fach erhöht.
Ähnlich waren die Ergebnisse bei 210 Studenten. Von ihnen waren 6 (2,9
Prozent) mit HPV infiziert, davon fünf mit Hochrisiko-Virustypen. Bei
Studenten, die im Jahr vor der Studie mehr als fünf Geschlechtspartner
hatten, mit denen sie oralen Sex praktizierten, war das orale HPV-Risiko
8-fach höher als bei jenen ohne solche Sex-Praktiken. Bei solchen, die
mit mehr als fünf Partnern Zungenküsse ausgetauscht hatten, war es sogar
mehr als 17-fach erhöht. Dazu könnte auch passen, dass in einer
aktuellen Studie die Patienten mit HPV-assoziierten Tonsillen-Karzinomen
im Durchschnitt zehn Jahre jünger sind als die "klassischen" Patienten
mit tabakinduzierten Tonsillenkarzinomen, kommentiert Professor Hermann
S. Füeßl vom Isar-Amper-Klinikum, Klinikum München-Ost.
[ ©:
Ärztezeitung ]
8.)
Import von Zahnersatz nimmt zu - Dentaltourismus bleibt Randerscheinung
Zahnärzte und Patienten nutzen mit wachsender Tendenz
importierten Zahnersatz. Nach wie vor fahren aber nur wenige Versicherte
für eine Zahnersatzversorgung selbst ins Ausland. Das ist das Ergebnis
einer Studie, die die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und
die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) heute im Rahmen einer Pressekonferenz
in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Für die Untersuchung,
die vom Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in Köln in Zusammenarbeit
mit dem Institut für empirische Gesundheitsökonomie durchgeführt wurde,
waren insgesamt 1368 Versicherte und 300 Zahnärzte befragt worden. Damit
liegen erstmals verlässliche Zahlen zur Internationalisierung des
Versorgungsmarktes für Zahnersatz vor.
Von den befragten Personen gaben 2,3 Prozent an, bereits im Ausland
gefertigten Zahnersatz zu tragen. Unter den Zahnärzten gaben 12,3
Prozent an, „häufig“ Auslandszahnersatz einzugliedern. 15,3 Prozent tun
dies „gelegentlich“, 23,4 Prozent „eher selten“ und 49 Prozent „gar
nicht“. Über alle Zahnärzte gerechnet beträgt der Anteil des
Auslandszahnersatzes an den Prothetikfällen im Durchschnitt ca. 10
Prozent.
Bei der KZBV sieht man für diese Entwicklung klare Gründe. Dazu der
Vorsitzende des Vorstandes, Dr. Jürgen Fedderwitz: “Wir haben beim
Import von Zahnersatz einen in letzter Zeit dynamisch gewachsenen, aber
noch immer begrenzten Markt. Nach der Einführung befundbezogener
Festzuschüsse für gesetzlich Krankenversicherte in 2005 ist der Patient
kostenbewusster und der Wettbewerb im Prothetikmarkt intensiver
geworden. Das war politisch gewollt. Weil die Zahntechnik meist den
Löwenanteil an der Zahnersatzrechnung ausmacht, nutzt man nun verstärkt
günstige ausländische Anbieter. Für die meisten Patienten bleibt aber
nicht die reine Kostenerwägung, sondern vielmehr das
Vertrauensverhältnis zu ihrem Zahnarzt der bestimmende Faktor bei der
Entscheidung für eine bestimmte prothetische Versorgung.“
Für die BZÄK offenbart die Studie, dass die Entscheidungsprozesse nicht
auf eine simple Kosten-Betrachtung zu reduzieren sind, da eine Vielzahl
von Beeinflussungsfaktoren und Motiven von Patienten als auch von
Zahnärzten einbezogen werden. „Das hohe Vertrauen zum eigenen Zahnarzt
und die skeptische Qualitätsvermutung waren neben dem Preisargument
bestimmende Faktoren der Patienten für oder gegen ausländischen
Zahnersatz“, so Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der BZÄK. „Das
ambivalente Verhältnis der Zahnärzte zum Auslandszahnersatz
verdeutlicht, dass der Berufsstand trotz zunehmenden Wettbewerbs und
Kostendrucks seine Verantwortung für die Sicherheit der Patienten sehr
ernst nimmt“, stellt Oesterreich fest. Dies verdeutlicht auch das gut
ausgebaute Netzwerk von Patienteninformation, Patientenberatung,
Zweitmeinungsmodellen bis hin zu Gutachterwesen und Schlichtungsstellen
von Landeszahnärztekammern und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen.
Anders als der Import von Zahnersatz nimmt der Dentaltourismus, keine
dynamische Entwicklung. Nur etwa einer von hundert befragten
Versicherten ist bislang für eine prothetische Versorgung selbst ins
Ausland gefahren. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine hohe
Zahnarztbindung und die Einschätzung der medizinisch-technischen
Qualität der Versorgung im Ausland hier als begrenzende Faktoren wirken.
[
©: PM der zahnärztlichen Spitzenverbände ]
Basics:
Zahnersatz - sparen mit Billigangeboten?
auf
www.Zahnwissen.de
9.)
Hoffnung für
Therapie gegen Aphthen
Jedes Jahr erkranken ärztlichen Schätzungen zufolge in Deutschland 250.000
Menschen an Aphthen, kleinen weißlichen Flecken im Mundraum, die zum Teil mit
erheblichen Schmerzen verbunden sind. Essen, Trinken, selbst das Sprechen werden
für die Betroffenen zur Qual. In der Regel verschwinden die Entzündungen nach
etwa zehn bis 14 Tagen ebenso unerklärlich, wie sie aufgetaucht sind.
Bei jedem Zehnten kehren sie nach der ersten Erkrankung in unregelmäßigen
Abständen wieder. Ärzte sprechen in diesem Fall von chronisch rezidivierenden
Aphthen oder Stomatitis aphtosa, von denen in Deutschland etwa 1.000.000
Menschen betroffen sind. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, um was es sich
bei den Aphthen handelt beziehungsweise was sie auslöst, was die Herstellung
eines Heilmittels erschwert. Ein schwedisches Forschungsteam der
Universitätszahnklinik Göteborg hat in klinischen Studien einen anderen Weg
beschritten: Nicht nach der Ursache wurde geforscht, sondern schlicht nach
Möglichkeiten, Aphthen zu verhindern.
Das Ergebnis dieser Forschungen schürt die Hoffnung auf ein Therapeutikum, das
prophylaktisch gegen Aphthen wirkt. Wichtigster Wirkstoff des entwickelten
Präparats ist pharmazeutisches Orangenöl in einer erstmals hergestellten
Reinheit von nahezu 100 Prozent. Zusätzlich interessant ist der zweite Wirkstoff
Glycyrrhizin, der aus der Wurzel der Süßholzpflanze oder auch der
Grapefruitpflanze gewonnen werden kann. Dieser Stoff wird unter anderem in China
und Japan bei der Behandlung von Entzündungen wie beispielsweise Magenulcera und
Hepatitis eingesetzt.
Eine umfassende Doppelblindstudie mit Placebokontrolle von 2004 zeigte, dass 51
Prozent der Patienten nach Behandlung mit dem Therapeutikum vollkommen
beschwerdefrei waren, bei weiteren 20 Prozent wurde eine wesentliche
Verbesserung festgestellt (Coli P, Jontell M, Hakeberg M. The Effect of a
Dentifrice in the Prevention of Recurrent Aphtous Stomatitis. Oral Health Prev
Dent 2004;2:133–141). Als Vorteil stellte sich die einfache Anwendung des
Therapeutikums heraus: Es wird vom Betroffenen einfach anstelle der Zahnpasta
verwendet.
Das Produkt wird unter dem Namen Sinaftin von der schwedischen Firma Alldental
AB mit deutschem Sitz in Essen online vertrieben. Infos und die Möglichkeit zur
Bestellung gibt es im Internet unter
www.sinaftin.de.
[ ©:
Die Zahnarztwoche
]
Basics:
Aphthen im
Zahnlexikon-Online
10.)
Energy-Drinks: Kaffee mit viel Zucker ist genauso wirkungsvoll
Energy-Drinks sollen die Leistungsfähigkeit enorm steigern - doch nach den
Erkenntnissen von Experten ist ein Becher Kaffee mit viel Zucker mindestens
genauso wirkungsvoll. Professor Aloys Berg, Leiter des Bereichs Sporternährung
an der Universität Freiburg, betont im Männer-Lifestylemagazin "Men's Health",
dass der Effekt der Energy-Drinks vor allem auf die Kombination von Zucker und
Koffein zurückzuführen sei. Die vielen anderen Substanzen der, in der Regel
teuren, Süß-Getränke beurteilt der Fachmann mit deutlicher Skepsis.
So seien insbesondere die Nebenwirkungen von Taurin, das in den meisten
Energy-Drinks enthalten ist, bislang wissenschaftlich nicht ausreichend
untersucht, erklärt Berg. Tierversuche haben nach seinen Angaben gezeigt, dass
Taurin zahlreiche Nebenwirkungen wie z.B. Atmungsstörungen hervorrufen kann.
Vorsicht ist auch bei dem Energydrink-Bestandteil Inosit angebracht. Das
Stoffwechselprodukt kommt in nahezu allen tierischen und menschlichen Zellen vor
- doch die möglichen Gefahren einer Überdosierung sind vollkommen unklar. Das
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) empfiehlt,
nicht mehr als 100 Milligramm Inosit pro Tag aufzunehmen. Darum müssen unbedingt
die Mengenangaben auf den Energy-Dosen beachtet werden.
Mit einer deutlichen Warnung belegt Berg darüber hinaus den Wirkstoff
Glucuronolacton, der nach Angaben der Hersteller von Energy-Drinks bei der
Entgiftung des Körpers helfen und zudem Ermüdungserscheinungen verzögern soll.
Wissenschaftlich bewiesen ist das nicht. Bislang weiß darum auch noch niemand,
wie sicher die Substanz bei häufigem Genuss ist. Klar ist nur eines:
Karies-Bakterien würden Energy-Drinks kaufen, denn die Zahnkiller profitieren -
neben den Herstellern - am meisten von dem Inhalt der knallbunten Dosen.
[
©: Wolfgang Melcher, Chefredakteur/Men's
Health, E-Mail: wmelcher@menshealth.de ]
11.)
Bei Zahnersatz
sind Zusatzkosten wegen Allergie grundsätzlich selbst zu tragen
Gesetzlich Versicherte müssen bei einem Zahnersatz zusätzliche
Kosten, die wegen einer nachgewiesen Allergie anfallen,
grundsätzlich selbst tragen. Dies geht aus der Antwort der
Bundesregierung (16/13565) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die
Linke (16/13339) hervor. Danach kommen in bestimmten Härtefällen in
aller Regel die Krankenkassen für die Mehrkosten auf. Zu beachten
sei allerdings, dass die Krankenkassen diese Zusatzkosten “nur
insoweit übernehmen, als darin keine Mehrkosten für
Edelmetalllegierungen enthalten sind”.
In ihrer Anfrage hatte die Fraktion auf die Festlegung des
Gemeinsamen Bundesausschusses in seiner Zahnersatz-Richtlinie vom
Dezember 2004 verwiesen, der zufolge “bei einer nachgewiesenen
Allergie nur ein Werkstoff verwendet werden darf, der vertragen
wird”. Wissen wollten die Abgeordneten unter anderem, ob aus der
Festlegung der Richtlinie abzuleiten sei, dass zusätzliche Kosten,
die durch nachgewiesene Allergien entstehen, von der Krankenkasse
erstattet werden müssen.
Den Regierungsangaben zufolge ist aus der Festlegung der Richtlinie
keine Erstattungspflicht der Krankenkassen abzuleiten. Seit jeher
seien die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung für die
Versorgung mit Zahnersatz auf einen Teil der Kosten beschränkt
gewesen seien. Mit der Einführung des “befundbezogenen
Festzuschusssystems” Anfang 2005 sei die vertragszahnärztliche
Versorgung mit Zahnersatz grundlegend neu geordnet worden:
“Unabhängig von ihrem Mundgesundheitszustand, ihrem Alter, ihren
Erkrankungen oder Erkrankungsrisiken wie Allergien erhalten
gesetzlich Versicherte bei einem bestimmten Befund bundesweit
einheitliche Festzuschüsse zu einer medizinisch notwendigen
Versorgung mit Zahnersatz”, erläutert die Regierung.
Da “innerhalb der Festzuschuss-Konzeption nicht auf jeden einzelnen
Behandlungsfall mit klinischen Besonderheiten oder individuellen
Wünschen bei der Auswahl der Werkstoffe abgestellt” werden könne,
sei nicht auszuschließen, dass Versicherte “im Einzelfall mehr als
50 Prozent der in der Regelversorgung abgebildeten Kosten zu
übernehmen haben”, heißt es in der Antwort weiter. Allerdings
könnten Vertragszahnärzte die Höhe der zusätzlichen Kosten für die
Versicherten durch die Auswahl kostengünstiger hypoallergener
Werkstoffe niedrig halten. Auch könne der Zahntechniker bei der
Gestaltung des Zahnersatzes höhere Zusatzkosten vermeiden.
[
©:
Sozialticker ]
Basics:
Festzuschüsse
auf
www.Zahnwissen.de
12.)
Erste
Markenzahnbürste mit Silber-Ionen
Die rund 300 verschiedenen Mikroorganismen im Mundraum bleiben auch von der
Zahnbürste nicht fern. Um eine Verkeimung der Bürste zu verhindern, sind die
Silber-Ionen mit antibakterieller Wirkung in der Kunststoffmatrix der Dr.Best®
Zungenfrisch Zahnbürste eingebettet. Silber-Ionen werden auch bei anderen
Gesundheitsprodukten verwendet. Sie wirken auf die Zellstruktur, stören den
Stoffwechsel und hemmen so das Wachstum von Bakterien. So bleiben die Borsten
und die Lamellen auf der Rückseite der Zahnbürste länger hygienisch sauber und
frisch.
Um die Gesamtzahl der Mikroorganismen in der Mundhöhle wirksam zu mindern und
die Plaque nachhaltig von Zähnen und Zahnfleisch zu entfernen, ist eine
gründliche Reinigung der Zähne und der Zunge notwendig, so das Ergebnis einer
einfachblinden Cross-Over-Studie aus Großbritannien. Dabei wurde festgestellt,
dass allein durch Zähneputzen nicht alle schädlichen Bakterien im Mundraum
entfernt werden, sondern auch eine tägliche Zungenreinigung erforderlich ist.
Dieses Ergebnis wird zudem durch eine Studie des Instituts für Bio- und
Materialwissenschaften der Zahnuniversität Michigan bestätigt. Sie zeigt, dass
die Plaque-Entfernung an den Zähnen nur von kurzer Dauer ist, wenn die Zunge
nicht mit gereinigt wird. Der bakterielle Zungenbelag führt zur Rückbesiedelung
der Zähne nach dem Putzen. Als Folge wird verstärktes Zahnfleischbluten
gefördert.
Der Zungenbelag führt auch zu einem weiteren Problem: In bis zu 90 Prozent der
Fälle geht Mundgeruch von der Mundhöhle aus - der größte Anteil dabei von der
Oberfläche der Zunge, die wie ein Schwamm ist. Speisereste werden dort von
Bakterien in riechende Substanzen umgesetzt. Obwohl die Zunge mit geeigneten
Mitteln schnell gereinigt ist, wird sie bislang in Deutschland stiefmütterlich
behandelt, während die Zungenreinigung beispielsweise in den USA ein fester
Bestandteil der täglichen Mundhygiene ist.
[
©: PM
Dorothea Küsters Life Science Communications GmbH,
jaretz@dkcommunications.de
dietrich@dkcommunications.de ]
BASF Podcast: Der Chemie Reporter - Warum hemmt Silber das Wachstum
von Bakterien?
Basics:
Mundhygiene
auf
www.Zahnwissen.de
13.)
Neue Empfehlungen der Ständigen Impfkommission
Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut, STIKO, hat ihre
Impfempfehlungen aktualisiert und im Epidemiologischen Bulletin 30/2009
veröffentlicht, sie sind auch im Internet abrufbar (www.rki.de/impfen). Die
Begründungen der STIKO zu den neuen oder veränderten Empfehlungen und eine
Übersicht zu den Neuerungen werden in den kommenden Wochen im Epidemiologischen
Bulletin veröffentlicht.
Die umfangreichste Neuerung ist die Empfehlung einer generellen
Keuchhusten-Schutzimpfung für Erwachsene. Weitere Änderungen betreffen die
Windpocken-Impfempfehlung im Kindesalter und die Pneumokokken-Impfung bei
Erwachsenen. Zudem wurde die so genannte postexpositionelle
Meningokokken-Impfung aufgenommen und die Empfehlungen zur Impfung gegen
Kinderlähmung (Poliomyelitis) präzisiert. Zur HPV-Impfung wird in den nächsten
Wochen eine aktuelle wissenschaftliche Bewertung der STIKO veröffentlicht. Sie
ergänzt die wissenschaftliche Begründung, die im Epidemiologischen Bulletin
12/2007 publiziert worden ist.
Pertussis oder Keuchhusten ist vor allem für Säuglinge lebensgefährlich (daher
gibt es schon seit Jahren eine Impfempfehlung für alle Personen mit Kontakt zu
Säuglingen). Mehr als 70 % aller Erkrankungen treten aber bei Erwachsenen auf
und führen häufig zu wiederholten Arztbesuchen und starken Beeinträchtigungen
über mehrere Wochen. Da kein Einzelimpfstoff gegen Pertussis erhältlich ist,
kann diese Impfung nur in Kombination mit anderen anstehenden Impfungen
erfolgen. Die STIKO empfiehlt daher, bei der nächsten fälligen Impfung gegen
Tetanus und Diphtherie, die alle 10 Jahre zur Auffrischung oder im Rahmen der
Tetanusvorbeugung nach Verletzungen empfohlen ist, einmalig auch gegen Pertussis
zu impfen. Es gibt auch eine Kombina-tionsimpfung gegen Tetanus, Diphtherie,
Pertussis und Poliomyelitis. Zur Polio-Impfung hat die STIKO klargestellt, dass
"alle Personen ohne einmalige Auffrischungsimpfung" eine
Polio-Auffrischungsimpfung erhalten sollten.
Die Windpocken- oder Varizellen-Impfung wird seit 2004 empfohlen, nun hat die
STIKO eine generelle zweite Impfung im Alter von 15 bis 23 Lebensmonaten
empfohlen. Zuvor war nur auf eine mögliche zweite Impfung gemäß
Herstellerangaben verwiesen worden. Die zweite Impfung ist wichtig, um Ausbrüche
und Erkrankungen trotz Impfung (Durchbruchserkrankungen) zu verringern und die
Übertragung des Virus auf empfängliche Personen weiter einzudämmen. Die Impfung
gegen Pneumokokken mit einem so genannten Polysaccharidimpfstoff bei Personen
über 60 Jahren wird seit Jahren als Standard-Impfung empfohlen. Bezüglich einer
Wiederholungsimpfung im Abstand von fünf Jahren hat die STIKO entschieden, dass
sie nur bei bestimmten Indikationen erfolgen sollte, z.B. bei Patienten mit
angeborenen oder erworbenen Immundefekten. Bei einer impfpräventablen invasiven
Meningokokken-Infektion empfiehlt die STIKO, zusätzlich zur Chemoprophylaxe,
enge Kontaktpersonen (Haushaltskontakte oder enge Kontakte mit
haushaltsähnlichem Charakter) eines Erkrankten so bald wie möglich nach dem
Kontakt mit einem Erkrankten gegen Meningokokken zu impfen.
Die STIKO-Empfehlungen sind Grundlage der öffentlichen Impfempfehlungen der
obersten Landesgesundheitsbehörden und der Schutzimpfungs-Richtlinie des
Gemeinsamen Bundesausschusses. Die Mitglieder der STIKO sind ehrenamtlich tätige
Experten aus unterschiedlichen Disziplinen der Wissenschaft und Forschung, aus
dem Bereich des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und der niedergelassenen
Ärzteschaft.
[
©: PM Robert Koch-Institut, Nordufer 20,
D-13353 Berlin,
www.rki.de ]
14.)
Zum Schluss: Für den
Bankster kann man sich nur fremdschämen
Von A wie "Achselterror" (Schweiß unterm Arm) bis Z wie "Z-Promi" (fast
unbekanntes Sternchen): Mehr als 1200 angesagte Ausdrücke dieser Art sind in den
vergangenen Wochen auf einer eigens eingerichteten Internetseite, einem
sogenannten Wiki, eingetragen worden.
"BTW" (By the way, also übrigens - ein "Übrigens", das beiläufig tut, aber
wichtig ist): Die Duden-Redaktion und das Hamburger Trendbüro haben daraus jetzt
Begriffe für ihr "Neues Wörterbuch der Szenesprachen" ausgesucht. Ab Herbst
können Leser damit ihren "Denkmuskel" (das Gehirn) "beschlauen". Im Jahr 2000
gab es einen ersten Szenesprachen-Duden. Das ist also schon ewig her, wenn man
in Kategorien von "In" und "Out" denkt und ein echtes "Modeopfer" (fast
krankhaft trendy) ist. Eine Neuausgabe ist überfällig. Seit der Jahrtausendwende
hat sich schließlich viel getan.
Unter den Vorschlägen für die 2009er-Ausgabe finden sich Wörter, die vor neun
Jahren noch gar nicht möglich waren. Beispiele: "Blogorhö" (unkontrollierte,
durchfallartige Geschwätzigkeit im Internet - wie Diarrhö; neuerdings auch: "Twitterhö")
oder aber "Castingopfer" (Menschen, die zum "Fremdschämen" schlecht singen und
sich trotzdem bei TV-Castingshows wie "Deutschland sucht den Superstar" bewerben
und blamieren).
Auch ohne Zusatz hat das Wort "Opfer" in den vergangenen Jahren eine
erstaunliche Karriere gemacht. Teenager-Dialog in der Straßenbahn einer
deutschen Großstadt: "Gehst Du heute Training?" - "Nein, ich schaff's nicht." -
"Du bist ja opfer." Das Wort bedeutet so viel wie "mies" oder "extrem schlecht".
Es wird also nicht mehr nur als Substantiv, sondern auch als Adjektiv verwendet.
"In unserem Buch geht es nicht nur um Jugendsprache. Wir wollen
Wortschöpfungen aus vielen verschiedenen Bereichen und Communitys
abbilden", betont der Soziologe und Redaktionsleiter beim Trendbüro,
Dirk Bathen. In den vergangenen Jahren seien vor allem viele technische
Begriffe neu entstanden: Beispielsweise "Youtuben", "Twittern" oder "Egogoogeln"
(selbstvergewissernde Suche nach sich selbst im Internet).
Außerdem im Trend: sogenannte Kofferwörter, zusammengezogene Begriffe
wie etwa "Smirting" (das Flirten unter Rauchern - seit "Smoker" wegen
der strengeren Gesetze ins Freie müssen) oder "smexy" (gemorphed aus
"smart" (schlau) und "sexy") oder aber "Bankster" (Mischung aus Banker
und Gangster - im Zuge der Finanzkrise ein Wort für Banker, die
moralisch schlecht handeln).
Nicht ins Buch, sondern nur auf die Homepage geschafft hat es hingegen "Bionade-Biedermeier"
- ein Begriff dafür, dass Szene- Viertel wie Berlin-Prenzlauer Berg oder
Hamburgs Schanzenviertel zunehmend kommerzialisiert werden und
verspießern, wie die Wochenzeitung "Die Zeit" einst eindrucksvoll
beschrieb. An all diesen Wörtern merkt man, wie schnelllebig die Zeit
und wie alt man selbst ist. Kommt man mit? Versteht man die Gedanken
hinter den Begriffen? Oder ist man sprachlich ein "Vollhorst" (Idiot)?
"Overchicked" zum Beispiel ist ein unattraktiver Mann ("Hässlo") mit
einer hübschen Freundin. "Augenkrebs" bekommt man, wenn man hässliche
Sachen und Klamotten sieht. Die "Biobreak" ist ein neues Wort für
Pinkelpause, "random" ist hingegen alles, was beliebig ist. Neuere
Umschreibungen fürs Tanzen sind "bouncen" (hüpfen) und "abspacken"
(ungelenk bewegen). Am Schreibtisch nebenbei zu essen, statt in Ruhe
etwas zu speisen, heißt "Deskfood". Und der Zustand, wenn man "schmacko"
(lecker) zu Mittag essen war und dann müde im Meeting sitzt, ist das
"Suppenkoma".
"Das zentrale Kriterium war, dass die etwa 700 bis 1000 Wörter, die wir
ins Buch aufnehmen, einerseits tatsächlich verbreitet sind, andererseits
aber noch nicht in traditionellen Wörterbüchern verzeichnet sind", sagt
Dr. Matthias Wermke, der Leiter der Duden- Redaktion.
Mehr unter
www.szenesprachenwiki.de
[
©:
Ärztezeitung
/ dpa ]

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