Zahnärztliche NewsLetter Nr. 09/2003/ 1. September 2003

Herzlich willkommen bei der neuesten Ausgabe der ZahnNewsLetters. Trotz hochsommerlicher Temperaturen haben wir auch diesen Monat Neues und Wissenswertes für Sie aufgelesen und zusammengestellt. Wegen Teilnahme an einem Weltkongress in der letzten Septemberhälfte kann sich die Aussendung des Oktober-NewsLetters um einige Tage verzögern.


Inhalt

 1.) ÖKOTEST: Zahncremes auf den Zahn gefühlt - leider unvollständig und einseitig
 2.) Vorurteil der Zahnpasta-Reklame widerlegt
 3.) Gesundheitsreförmchen in Pflastergröße
 4.) Gesundheitsreform: "Strafgeld" verursacht Karies
 5.) Ohne Frühstück leben Menschen ungesünder
 6.) Trend zu gesunder Ernährung vorläufig gestoppt?
 7.) Leichtere Früherkennung bei Mund- und Rachenkrebs
 8.) Inlays: Präzision und Ästhetik auch bei Füllungen
 9.) Erste "laientaugliche" Datenbank für alternative Behandlungsmethoden
10.) Gesundheitswesen: Fusionswelle rollt an
11.) Stillen: Viele Mütter geben zu schnell auf 
12.) Zum Schluss: Der misstrauische Patient  


1.) ÖKOTEST: Zahncremes auf den Zahn gefühlt - leider unvollständig und einseitig

Nach 2001 (==> Testbericht) hat ÖKOTEST zum 2. Mal im August 2003  30 gängige Zahncremes getestet und deren Inhaltsstoffe kritisch bewertet (==> http://www.oekotest.de/cgi/at/hinfo.cgi?heftnr=M0308) . Nur an 6 Pasten hatten die Tester absolut nichts auszusetzen und diesen einen "Einser" gegeben. Bemerkenswert sind in dieser Gruppe die Preisunterschiede: 39 Cent pro 100 ml bei der preiswertesten und immerhin stolze 4,12 EURO bei der teuersten Zahnpasta. Als "gute Nachricht" bewertet die Testzeitschrift: "... in keiner der untersuchten Zahncremes fand sich Triclosan. Der aggressive Bakterienkiller steht im Verdacht, im Körper die Leberfunktion zu beeinträchtigen. Doch Vorsicht bei Zahncremes, die als "antibakteriell" ausgelobt sind. Sie enthalten häufig Triclosan."
Dazu ist anzumerken, dass die strenge amerikanische Food and Drug Administration (FDA) Triclosan als nicht giftig und sicher für die Anwendung in Zahnpasten bewertet hat. Wegen der geringen Konzentration in Zahnpasten und Mundspüllösungen besteht kein gesundheitliches Risiko und der Hinweis auf Leberschädigungen ist bei diesen geringen Dosierungen konstruiert (==> Näheres im Lexikonteil).

Leider geht ÖKOTEST - bei der sonst kritischen Bewertung der Inhaltsstoffe - nicht auf die Bedeutung der Fluoride ein und gibt gleich zwei fluoridfreien Pasten ein "Sehr Gut". Nach allgemeiner Ansicht ist es - neben einer verbesserten Mundhygiene -  gerade dieser Zusatzstoff, der in den letzten Jahrzehnten zu einem deutlichen Rückgang der Karies geführt hat (siehe auch nächstes Thema). Und so stellt denn auch die Bundeszahnärztekammer in ihren "Zahnärztlichen Mitteilungen (zm)" u.a. zu diesem Test klar:
"... ÖKO-TEST habe, wie in den Jahren zuvor auch, nicht die Wirksamkeit von Zahnpasten nach wissenschaftlichen Kriterien getestet, sondern lediglich deren Inhaltsstoffe basierend auf offensichtlich überholten Erkenntnissen bewertet. Aus dieser subjektiven Bewertung, die den aus zahnmedizinischer Sicht wichtigsten Wirkstoff Fluorid gänzlich unberücksichtigt lasse, würden schließlich falsche verallgemeinernde Aussagen zur Wirksamkeit der Zahncremes abgeleitet. "Dem Verbraucher wurde damit ein Bärendienst erwiesen", betonte auch Prof. Gisela Hetzer vom wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGK) in der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund-, und Kieferheilkunde (DGZMK).
Öko-Test hatte sechs der insgesamt 30 Zahncremes mit "sehr gut" bewertet; zwei davon enthielten keine Fluoride. Einige fluoridhaltige Zahnpasten kriegten "wegen gesundheitsschädlicher Inhaltsstoffe" ein "Mangelhaft" oder ein "Ungenügend". Ökotest riet außerdem, angesichts künftiger Zuzahlungen für Zahnarztbesuche "besser schleunigst auf eine der wenigen ordentlichen Marken" umzusteigen."

 Basics: Zahnpasta

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2.) Vorurteil der Zahnpasta-Reklame widerlegt

Wer kennt sie nicht, die Slogans im abendlichen Fernsehen, wo überhaupt nicht gebohrt wurde, wie der Zahnschmelz gehärtet wird  und was der Zahnarzt seiner Frau empfiehlt? Zahnpastareklame auf dem Niveau von Meister Propper und Co. Wir haben uns daran gewöhnt und sie hat auch etwas Positives: Sie erinnert vielleicht die Eine oder den Anderen an das Zähneputzen und der Zahnarzt freut sich bei dem Betrachten der kurzen Spots immer wieder über so schöne Zähne, denn in der Praxis sieht er solche nur sehr selten.
Eine neue Studie der Universität Witten/Herdecke räumt mit dem "Härtermachen" der Zähne auf, zeigt aber auch gleichzeitig die Wichtigkeit der Fluoride bei der Kariesverhütung auf.
Bedauerlicherweise wird im nachfolgenden Originaltext von Fluor gesprochen, was natürlich so nicht stimmen kann: Fluor ist ein Gas und gleichzeitig starkes Gift. Richtigerweise muss deshalb von Fluorverbindungen - sog. Fluoriden - gesprochen werden:

Dass Fluor die Zähne härter macht, ist ein altes Märchen der Zahnpastareklame, ärgert sich Prof. Dr. Wolfgang Arnold, Lehrstuhlinhaber für Anatomie der Fakultät für Zahn, Mund und Kieferheilkunde. Trotzdem tritt Arnold auf der Grundlage einer aktuellen, von ihm verantworteten Studie dafür ein, dass Fluor in der Kinderernährung zukünftig eine größere Rolle spielt - in der Dritten Welt, aber auch in Deutschland. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht Milch, die in der Kinderernährung zentrale Bedeutung hat.
Arnold und sein Team wollten es genauer wissen als die Zahnpastareklame. Sie wollten wissen, wie die konkreten biochemischen Wechselwirkungen aussehen, mit denen Fluor so positiv auf die Zähne einwirkt, auch wenn diese bereits von Karies befallen sind. Dabei widerlegten die Wittener Wissenschaftler das alte Märchen der Zahnpasta-Industrie, das Fluor in ihren Zahncremes mache die Zähne härter. "Das ist Unsinn", sagt Arnold. "Auf Grundlage unserer Forschung können wir feststellen, dass Fluor wie ein Katalysator wirkt. Fluor ist gleichsam die Brücke, auf der Calcium und Phosphor die Zahnstruktur durch Remineralisation verbessern." Die Ausbreitung von Karies werde so verzögert, noch nicht befallene Zähne seien besser geschützt. Deshalb bleiben auch Zahnpasten eine der wichtigsten Quellen für Fluoride in der Mundhöhle.
Vor allem für die so genannte Dritte Welt sieht Arnold in der Zugabe von Fluor in Milch eine Chance, die oft dramatisch schlechte Zahngesundheit auf preiswerte Weise zu verbessern. Doch auch in Deutschland hält er die Beimischung von Fluor in die Milch für sinnvoll: "Es wäre zu überlegen, ob man, ähnlich wie beim Salz, auch eine fluordierte Milchsorte zum Verkauf anbietet."
Die Studie knüpft übrigens an bereits ältere Forschungen aus den achtziger Jahren aus Großbritannien und Ungarn an. Schon damals hatten Wissenschaftler der Semmelweis-Universität in Budapest in Feldversuchen herausgefunden, wie gut der Effekt von Fluorbeigaben in Milch auf die Zahngesundheit von Kindern ist.
[ Weitere Infos u. Kontakt: Prof. Dr. Wolfgang Arnold, Tel.: 02302/926-660, wolfa@uni-wh.de ]

 Basics: Fluoride

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3.) Gesundheitsreförmchen in Pflastergröße

Da standen sie lächelnd und glücklich nach durchkämpfter Nacht vor den laufenden Kameras und priesen ihr großes Reformwerk: Eine glücklose Sozialministerin aus dem Rheinland und ein umstrittener Unterhändler aus Bayern. Schon ein paar Tage später mussten beide eingestehen, dass spätestens 2010 - also in spätestens 6 Jahren - die nächste Reform kommen werde, wenn nicht schon früher. Da wurde allseits hochgerechnet, wer denn nun der große Verlierer sei und wem man hätte ruhig noch mehr in die Tasche greifen können, und und ... . Dabei sind in unseren Augen die größten Verlierer die Unterhändler selbst, die es wieder einmal nicht geschafft haben, eine einem modernem Sozialstaat würdige Lösung anzubieten und stattdessen wiederum sich ob ihres großen Reform-Werkes gegenseitig auf die Schulter klopfen.
Hugo Müller-Vogg lieferte in der Welt am Sonntag vom 27.7. einen beachtenswerten Kommentar:

"Fünf Jahre lang soll es halten, das "größte Reformwerk der jüngeren Sozialgeschichte", wie "Doktor Seehofer" von der CSU jubelt. Falls es so kommen sollte, hätte die Gesundheitsreform der Riesterschen Rentenreform einiges voraus. Denn die, obschon als "Jahrhundertreform" gefeiert, war schon nach zwei Jahren reif für die Reform-Werkstatt von Professor Rürup.
Beide Reformen sind sich sehr ähnlich: Sie verschaffen der Politik ein wenig Luft zum Atemholen, liefern aber keine dauerhafte Lösung für das grundlegende Problem, nämlich die Finanzierung immer größerer Lasten durch immer weniger Beitragszahler.
Und doch unterscheiden sie sich in einem wichtigen Punkt: Die Renten-Politik war, obwohl sie mit dem Einstieg in die private Vorsorge gegen sozialdemokratische Glaubenssätze verstieß, das alleinige Werk der Regierung. Bei der Gesundheitsreform war dagegen eine große Koalition am Werk. Was wäre angesichts der dahinter stehenden Riesenmehrheiten in Bundestag und Bundesrat nicht alles an großen und mutigen Schritten möglich gewesen. Doch die Koalition der großen Zahl blieb dem kleinen Karo verhaftet. Heraus kam eine Reform - so klein wie ein Pflaster.

In dem Stärkungs-Cocktail, den die Wunderheiler Ulla Schmidt und Horst Seehofer dem kränkelnden System reichen, finden sich durchaus Spurenelemente heilsamer Substanzen. Aber alles, was bitter schmecken könnte, ist durch Deckelung und soziale Staffelung ausreichend verwässert worden. So sind alle noch einmal davongekommen: die Patienten wie die Ärzte, die Kassen wie die Kassenärztlichen Vereinigungen, die Apotheker wie die pharmazeutische Industrie.
Der Stolz von Schmidt & Seehofer auf ihr Reförmchen ist nur verständlich, wenn man deren wahre Beweggründe versteht. Beide waren nicht angetreten, um auf dem Gesundheitsmarkt den Staat auf das unbedingt Notwendige zurückzudrängen. Nein, das Ziel dieser beiden "Sopos", wie Karl Schiller die Sozialpolitiker aller Parteien nannte, war es, so viel Staat wie möglich zu erhalten, und das Gesundheitswesen weiterhin gegen die rauen Winde des Wettbewerbs abzuschirmen. Und das ist vollauf gelungen.
Wer jemals Hoffnung darauf gesetzt hatte, eine große Koalition könnte als zupackender, auch Tabubrüche nicht scheuender Insolvenzverwalter den deutschen Sozialstaat auf seinen notwendigen Kern reduzieren und ihn dadurch retten, der weiß es seit dieser Woche besser. Die beiden großen Parteien legen größten Wert auf ihre marginalen Unterschiede.

In einem Punkt aber sind sich SPD und CDU/CSU einig: Die Illusion, der Umfang staatlicher Betreuung hänge mehr vom guten Willen der Politiker als von der Kassenlage ab, muss auf alle Fälle erhalten bleiben - jedenfalls bis zur nächsten Notoperation. Vom nächsten Jahr an müssen die Bürger also etwas mehr für das viel beschworene wichtigste Gut, die Gesundheit, zahlen. Aber es fehlt unverändert jeder Anreiz, durch die eigene Lebensführung und entsprechende Vorsorge die Wahrscheinlichkeit gesundheitlicher Beschwerden - und der damit verbundenen Kosten - zu reduzieren. Umverteilt wird von Staats wegen nicht nur von Reichen zu Armen, sondern auch von Gesunden zu Kranken, ganz gleich, warum jemand gesundheitliche Beschwerden hat.
Es gehört eben zum sozialen Besitzstand dieser Republik, dass es keinen Unterschied macht, ob eine bei der AOK oder einer Ersatzkasse versicherte "Couch-Potato" zehn oder 20 Kilogramm Übergewicht mit sich herumschleppt und damit eher mit Herz- und Kreislaufproblemen oder Alterszucker rechnen muss, oder ob jemand gesund lebt. Das gleiche Privileg vergesellschafteter Risiken genießen Raucher, Trinker und Liebhaber von Sportarten mit hoher Verletzungsgefahr.

Es sind aber nicht nur verantwortungslose Patienten, die vom System belohnt werden. Es ernährt zugleich hunderte von Ersatzkassen mit ihren aufgeblähten Apparaten, sichert durch die Preisbindung die Existenz von viel mehr Apotheken als notwendig, finanziert eine Kassenärztliche Vereinigung, die jede Konkurrenz unter Ärzten verhindert, und sorgt dafür, dass die Pharmahersteller bei uns höhere Preise erzielen können als in anderen Ländern. Am Krankenbett des Gesundheitswesens hat eine große Koalition gestanden. Es war aber kein Team, das die eigentlich notwendigen Schnitte mit dem Skalpell gewagt hätte. Die Doctores Schmidt & Seehofer begnügten sich mit der Rolle von Notärzten: ein paar Stiche hier, ein Pflaster dort.

Die Diagnose ist eindeutig: unterlassene Hilfeleistung. Im politischen Geschäft ist das nicht strafbewehrt, aber höchst desillusionierend mit Blick auf weitere großkoalitionäre Operationen.
 

[ ©: http://www.wams.de/data/2003/07/27/141323.html?search=ref%F6rmchen&searchHILI=1 /  ]

 Basics: http://www.die-gesundheitsreform.de/index.4ml
               http://www.bmgs.bund.de/deu/gra/themen/gesundheit/eck.cfm

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4.) Gesundheitsreform: "Strafgeld" verursacht Karies

Dem Autor dieser Zeilen - selbst langjährig praktizierender Zahnarzt - ist noch keine Patientin, ist noch keinem Patienten begegnet, der nur so aus Langeweile in seiner Praxis erschienen wäre. Und es ist auch bekannt und hinreichend wissenschaftlich belegt, dass Prophylaxe - sprich regelmäßiger und frühzeitiger Zahnarztbesuch - die auf Dauer effektivste Zahnbehandlung bedeutet. Doch nun soll es nach Schmidt und Seehofer anders kommen:

Die bayerischen Kassenzahnärzte lehnen die Einführung einer Eintrittsgebühr von zehn Euro in die Zahnarztpraxis ab, weil sie dem Prophylaxegedanken mit regelmäßigem Zahnarztbesuch entgegenläuft. Statt langfristig mit Prävention und Selbstverantwortung der Patienten die Zahngesundheit in der Bevölkerung zu stärken, wird aus Sicht der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayern (KZVB) das Kariesrisiko massiv erhöht.
"Präventionsorientierte Kassenpatienten werden künftig die Wahl haben, sich mittels einer bürokratisch verordneten Eintrittsgebühr ausmelken zu lassen oder mit mehr Löchern im Zahn herumzulaufen" , kritisiert Dr. Rolf-Jürgen Löffler, erster Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB), die geplante Eintrittsgebühr, die auch für Zahnpatienten einmal pro Quartal anfällt und bis zu 40 Euro im Jahr betragen kann. Wenn ein Patient Prophylaxe ernst nehme und, wie auch kassenseits empfohlen und bisher mit Hilfe des Bonushefts ausdrücklich gefördert, halbjährlich zur professionellen Mundpflege in der Praxis erscheint, müsse er künftig mindestens 20 Euro zusätzlich bezahlen - "Geld, das nicht der Zahnarzt für die Behandlung verwenden kann, sondern das er als Inkassobeauftragter in den allgemeinen Krankenkassentopf zurück Überweisen muss", so Löffler. Er vermutet, "dass der verwaltungstechnische Aufwand den politisch erhofften Einspareffekt weit übersteigt. Dagegen würden langfristig Zahnschäden und dadurch verursachte Reparaturkosten offenbar "von kurzfristig orientierten Politikern ausgeblendet". Der Chef der größten KZV Deutschlands plädiert deshalb dafür, beim Zahnarztbesuch "kein Strafgeld zu erheben".
[ Quelle: Zahnarztwoche 32-33/03  ]

Der Vorsitzende des Hartmannbundes der Ärzte, Hans-Jürgen Thomas, hat ebenfalls Widerstand gegen die im Gesundheitskompromiss beschlossene Praxisgebühr angekündigt, die von den Ärzten eingezogen werden soll. Thomas: "Das Eintreiben dieser Gebühr wird vielerorts auf Widerstand stoßen. Ich bin sicher, dass viele Ärzte diesen bürokratischen Irrsinn nicht mitmachen werden." Nach seiner Ansicht ist der Einzug der Gebühr ein Verwaltungsakt, der bei den Kassen liegen müsste.
In einer Blitzumfrage von www.facharzt.de sprachen sich ebenfalls knapp 80 % der Beteiligten dafür aus, dass die Gebühr nicht von den Ärzten, sondern den Krankenkassen eingezogen werden sollte.

 

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5.) Ohne Frühstück leben Menschen ungesünder

Die altbekannte Tatsache, dass das Frühstück die wichtigste Nahrung des Tages ist, bekommt noch wissenschaftliche Unterstützung. Nach jüngsten Studien ist der Verzicht auf die erste Nahrung am Tag das Indiz für ein ungesundes Leben, berichtet BBC-online.

Finnische Forscher haben in einer Studie den Trend der "Frühstücksverweigerer" zu höherem Alkohol- und Nikotinmissbrauch festgestellt. Mehr als 5.500 Jugendliche und ihre Eltern wurden für die Studie nach ihrem Frühstücksverhalten, dem Gewicht und dem Trinkverhalten befragt. Diejenigen, die auf die erste Mahlzeit verzichteten, neigen bereits am Vormittag dazu, ungesunde Snacks zu konsumieren, um den Hunger zu stillen und dem Körper Energie zuzuführen. Tendenziell waren diese Menschen auch schlechter ausgebildet. Besonders hervorstechend war auch die Tatsache, dass Kinder, deren Eltern kein Frühstück zu sich nahmen, auch auf die Morgenmahlzeit verzichteten.

[ ©: ck/pte; http://www.zm-online.de ]

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6.) Trend zu gesunder Ernährung vorläufig gestoppt?

Das GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit hat auf der Basis vier groß angelegter epidemiologischer Studien Trends im Ernährungsverhalten von 1984 bis 2001 unter die Lupe genommen und die Ergebnisse dazu nun veröffentlicht. Zur Überraschung der GSF-Wissenschaftler erreichte der allgemeine Trend hin zu gesunder Ernährung seinen vorläufigen Höhepunkt bereits in der zweiten Hälfte der 80er Jahre. Er hielt zwar bis 1995 weiter an, im Verlauf bis 2001 trat dann allerdings eine leichte Verschlechterung des Ernährungsverhaltens ein. Die Gründe dafür können, müssen aber nicht zwangsläufig in einem nachgelassenen Gesundheitsbewusstsein zu suchen sein. Vielmehr könnte ein rein "methodischer" Faktor, nämlich eine deutlich geringere Beteiligung an der letzten der vier Studien eine Rolle spielen.
An den vier Studien, die im Rahmen des MONICA-Projektes und der Forschungsplattform KORA - Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg - liefen, nahmen jeweils zwischen 4000 und 5000 Männer und Frauen aus der Region im Alter von 25 bis 74 Jahren teil. In standardisierten Interviews wurden sie jeweils nach ihren Verzehrshäufigkeiten für 20 verschiedene Lebensmittelgruppen befragt. In einem nächsten Schritt bewerteten die Wissenschaftler die gemachten Angaben anhand der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bezug auf Herz-Kreislauferkrankungen. So wurde "täglicher Obstkonsum" beispielsweise mit 2 Punkten belohnt, während "Obstkonsum seltener als einmal die Woche" keinen Punkt erhielt. Die Summe der Bewertungen aller einbezogenen Lebensmittelgruppen ergibt den Ernährungsmusterindex, ein Maß, welches das Ernährungsverhalten der Studienteilnehmer insgesamt bewertet.
Einige Ergebnisse zur Entwicklung der Verzehrsgewohnheiten im Detail: Von 1984 bis 2001 sank die Verzehrshäufigkeit von Fleisch und Wurst bei den Studienteilnehmern der Region Augsburg deutlich, während der Konsum von Geflügel und Fisch entsprechend anstieg. Der Verzehr von Teigwaren nahm zu Lasten des Kartoffelkonsums zu. Die gemeinhin "gesunden" Brotsorten Vollkorn-, Schwarz- und Knäckebrot wurden 2001 deutlich seltener konsumiert als in den Studienjahren zuvor. Der Verzehr von Schokolade und Pralinen nahm dagegen gerade bei jüngeren Altersgruppen zu. Auch der Eierverzehr, der noch bis 1995 abgenommen hatte, nimmt seitdem wieder leicht zu.
Aus der Vielzahl solcher einzelner Bausteine schufen die Wissenschaftler mittels der Berechnung des Ernährungsmusterindices nun ein Gesamtbild, welches die Entwicklung des Ernährungsverhaltens darstellt: Die größten Veränderungen in Richtung einer gesünderen Ernährung erfolgten im Zeitraum von 1984 bis 1990. Bis 1995 verbesserte sich das Verhalten nur noch leicht, danach verschlechterte es sich sogar. Vor einer Überinterpretation dieser Entwicklung wird aufgrund des erwähnten Rückgangs in den Studienteilnehmerzahlen gewarnt. Dennoch werden Ernährungswissenschaftler solche Ergebnisse mit großem Interesse verfolgen. Denn nicht nur die Epidemiologen, auch sie dürften sich der Tatsache bewusst sein, dass möglicherweise die Ergebnisse sogar "geschönt" sind. Denn Studienteilnehmer geben erfahrungsgemäß aus zunehmendem Gesundheitsbewusstsein heraus eher Antworten in Richtung gesunder als ungesunder Ernährung.
Die hier vorgestellten Daten aus dem KORA-Studienzentrum sind von zentraler Bedeutung für das gesamte Gesundheitswesen. Mit ihrer Hilfe lassen sich nicht nur Ernährungsziele für die Bevölkerung festlegen sowie deren Erreichen überprüfen. Sie dienen auch als wichtige Grundlage für die Untersuchung möglicher Zusammenhänge zwischen der Ernährung und einer ganzen Reihe von Krankheitsbildern. So zeigen sich seit längerem deutliche Verbindungen zwischen dem Konsum einzelner Lebensmittel und einigen Krebsarten vor allem aber kardiovaskulären Erkrankungen. Diesbezüglich bleibt zu hoffen, dass sich der negative Trend der letzten Jahre nicht fortsetzt.

[ Weitere Infos unter: http://www.gsf.de ]

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7.) Leichtere Früherkennung bei Mund- und Rachenkrebs

Tumore in Mund und Rachen können künftig mit einem einfachen Abstrichverfahren frühzeitig erkannt werden. Jährlich erkranken zwischen 3000 und 4000 Menschen in Deutschland an Mund- und Rachenkrebs. Etwa die Hälfte von ihnen sterben in den ersten fünf Jahren an der Erkrankung. Da sich diese Krebsarten kaum durch Schmerzen bemerkbar machen, gehen die Betroffenen meist erst zum Arzt, wenn sich der Tumor schon weit ausgebreitet hat.
Nach Angabe deutscher Zahnmediziner der Abteilung für Oralchirurgie an der Universität Leipzig (T. Remmerbach et al.) seien operative Eingriffe zur Probeentnahme bei Verdacht auf das Vorliegen eines Karzinoms im Mund oder Rachen nicht mehr nötig. Das Verfahren könne auch von Zahnärzten angewandt werden. Bei richtiger Handhabung sei es ein sicheres Mittel zur Erkennung bösartiger Tumoren.
Bei dem neuen Verfahren können Zahnärzte mit Hilfe einer Bürste die oberste Schicht verdächtiger Stellen in Mund und Rachen entnehmen. Die Abstriche werden mit einer DNA-Analyse im Labor untersucht. Die Methode weise eine Treffsicherheit von 98 Prozent auf, so die Wissenschafter.

[ Quelle und ©: 2003 http://www.medaustria.at / dpa  ]

 Basics: Mundhöhlenkarzinom
 

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8.) Inlays: Präzision und Ästhetik auch bei Füllungen

Rund 85 Millionen mal im Jahr heißt die Diagnose in der Zahnarztpraxis: Karies! Bakterien haben Teile des Zahns zerstört. Wenn Karies Teile des Zahns zerstört hat, müssen andere Materialien die natürliche Zahnsubstanz ersetzen. Keine leichte Aufgabe. Die moderne Zahnmedizin bietet stetig verbesserte Materialien, so zum Beispiel bei Inlays und Onlays - den Alternativen zu Füllungen aus Amalgam oder Kunststoff.
Wer höchste Ästhetik wünscht, greift auf ein Inlay oder Onlay aus Keramik oder Kunststoff zurück. Beide Materialien sind zahnfarben und können heute so exakt der eigenen Zahnfarbe angepasst werden, dass sie im Mund nahezu unsichtbar sind. Wird beispielsweise Wert auf maximale Stabilität, Lebensdauer und Bioverträglichkeit gelegt, ist ein Goldinlay erste Wahl. Allerdings blitzt es beim Sprechen und Lachen gelegentlich auf.

Individuell und präzise

Ähnlich wie Kronen sind auch Inlays und Onlays individuelle, auf wenige Tausendstel Millimeter präzise gefertigte Produkte. Inlays und Onlays werden genau auf Biss, Form und Kontaktpunkte angepasst, um Fehlbelastungen der Zähne und ihre Folgen auszuschließen. Insbesondere der Kontaktbereich zum Nachbarzahn und die Kaufläche werden dem Naturzahn identisch nachgebildet.

Kostenlose Informationen für Patienten

proDente stellt in dem Service-Dossier die Werkstoffe vor und informiert über Behandlungsarten, Herstellungsmethoden und Haltbarkeit. Für interessierte Patienten stehen zwei kostenfreie Informationsblätter zur Verfügung, die sowohl im Internet als auch unter 01805 / 55 22 55 angefordert werden können.

[ Quelle + ©: proDente e.V. , Dirk Komorowski ,  dirk.komorowski@prodente.de  , http://www.prodente.de  ]

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9.) Erste "laientaugliche" Datenbank für alternative Behandlungsmethoden

 Umfragen zeigen: Naturheilverfahren und Komplementärmedizin liegen in der Patientengunst an vorderster Stelle. Wer sich als Arzt oder Patient aber bisher im Internet wissenschaftlich über diese Heilverfahren informieren wollte, stieß schnell auf seine Grenzen: komplementäre Methoden wie Naturheilverfahren, Homöopathie, Phythotherapie, Traditionelle chinesische Medizin oder Anthroposophische Medizin waren nur schwer zu finden. Abhilfe schafft die einfach aufgebaute und kostenlose Suchmaschine www.CAMbase.de an der Universität Witten/Herdecke mit ihren für Laien einfach zu bedienenden Suchfunktionen, die von Karl und Veronika Carstens-Stiftung anschubfinanziert wurde.
"Immer noch zu wenige relevante Artikel erscheinen in den etablierten, konventionellen Zeitschriften, der weitaus größte Teil wird in Publikationsorganen veröffentlicht, die nur schwer zu finden sind", erklärt Dr. Thomas Ostermann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Gerhard-Kienle-Lehrstuhl für Medizintheorie und Komplementärmedizin den bisherigen Missstand. Patienten, aber auch Ärzte und Studierende mussten bisher das Wissen daher mühsam aus Literaturdatenbanken verschiedener Arbeitsgruppen zusammentragen. Durch die neue Datenbank, die er mit verantwortet, wird der Zugang zu solchen Informationen wesentlich verbessert. "Cambase ist das erste im deutschsprachigen Raum öffentlich frei zugängliche, kostenlose und bedienerfreundliche System, mit dessen Hilfe ein schneller Überblick über die relevanten Publikationen der Komplementärmedizin möglich ist", freut sich Iris Koch, Leiterin der Wittener Uni-Bibliothek. Denn das neue System führt alle bisher nebeneinander existierenden Datenbanken in ein System zusammen und vereinheitlicht dank einer neuen Benutzeroberfläche auch ihre Datenbankstrukturen.

[ Quelle + ©: Dr. Thomas Ostermann, Tel.: 02330/62-3314, Email: thomaso@uni-wh.de, Internet: http://www.cambase.de , Iris Koch, Tel.: 02302/926-833  ]

 Basics: alternative Behandlungsmethoden

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10.) Gesundheitswesen: Fusionswelle rollt an

Das deutsche Gesundheitswesen steht vor einer Welle von Fusionen, Übernahmen und Kooperationen. Patienten müssen sich darauf einstellen, dass ihnen schon bald deutlich weniger Krankenkassen und Kliniken zur Verfügung stehen. Die Hälfte der gesetzlichen Kassen hält derzeit Ausschau nach einem Partner. Viele Krankenhäuser werden bis 2005 ihre Pforten schließen oder in private Hände übergehen. Zu diesem Ergebnis kommt der "Branchenkompass Gesundheitswesen", eine aktuelle Studie von Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut.
Hinter dem Trend zu Fusionen und Kooperationen stecken vor allem der immense Kostendruck und die Gesundheitsreform. Beispiel Kostendruck: Um nötige Einsparungen zu realisieren, wären zunächst massive Investitionen in Informationstechnik (IT) und neue Geschäftsfelder fällig. Doch die können sich vor allem die gesetzlichen Kassen und die öffentlichen Kliniken kaum leisten. Die unsichere Finanzlage ist das Hauptproblem der gesamten Branche. Die Folge sind Zusammenschlüsse, um das Kapital für notwendige Investitionen gemeinsam aufzubringen.
Der Konzentrationstrend bringt Schwung in eine Entwicklung, die schon im vergangenen Jahrzehnt begonnen hat. So ging zum Beispiel die Zahl der Kliniken zwischen 1990 und 1999 bereits um 195 Häuser oder acht Prozent zurück. Die Bettenkapazität verringerte sich um 17,6 Prozent auf 565.268. Damit sank die Zahl der Betten pro 10.000 Einwohner von 87 auf knapp 69, obwohl die privaten Betreiber die Zahl ihrer Betten im selben Zeitraum von 23.000 auf 37.800 erhöht haben. In unmittelbarer Zukunft wird die Zahl der Kliniken nach Ansicht von Mummert Consulting deutlich weiter sinken und die Konzentration bei den Krankenkassen erst richtig an Fahrt gewinnen. Diesen Trend können auch die Versuche der Leistungsträger und Kliniken, ihre Finanzlage zu kontrollieren und zu verbessern, nicht aufhalten. Dennoch sollen Controlling, neue Produkte und mehr Service helfen, Kosten zu senken und Kunden zu binden.
Bei den Fusionen und Kooperationen haben öffentliche und private Krankenhäuser unterschiedliche Beweggründe. Die privaten Anbieter sind aktiv auf Zukäufe aus. Für die öffentlichen Häuser bieten sich Fusionen dagegen eher als Rettungsanker an, um nicht komplett übernommen zu werden. Ihnen fehlen die finanziellen Mittel sowohl für eigene Übernahmen als auch um sich mit Investitionen wettbewerbsfähiger zu machen. Im Unterschied zu öffentlichen Häusern erzielen private Träger wie etwa das Rhön-Klinikum durch besseres Management attraktive Margen. Diese liegen vor Zinsen und Steuern bei bis zu 20 Prozent und stehen für Investitionen zur Verfügung.
Auf Grund ihrer auf Expansion ausgerichteten Investitionspolitik wird der Marktanteil der Privatkliniken rasant steigen. Sie planen bis 2005 gut sechs Prozent ihres Investitionsbudgets für Fusionen und Übernahmen ein. Die Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft halten dafür mit zwei Prozent nur einen eher symbolischen Posten bereit. In der Folge dürfte der Privatisierungsgrad bei Kliniken bis 2020 von derzeit sieben auf 45 Prozent steigen, so die Prognose von Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut.

Neben den finanziellen Faktoren wirkt sich auch die Gesundheitsreform maßgeblich auf den Fusions- und Kooperationstrend aus. Hier sind vor allem die Fallpauschalen entscheidend. Sie verpflichten die Leistungsträger, von 2004 an stationäre Behandlungen nach festen Sätzen zu vergüten. Nach dem alten Modell orientiert sich die Erstattung an der Dauer des Aufenthaltes. Verfügt eine Klinik über modern geführte, größere und standardisiert arbeitende Einheiten, hat sie pro Patienten niedrigere Kosten als ein Haus herkömmlichen Standards. Sie erzielt somit bei pauschaler Vergütung einen höheren Profit. Daher beschleunigt die Neuregelung die Konzentration. Versicherte müssen damit rechnen, dass Kliniken ganz schließen oder zumindest weniger effiziente medizinische Abteilungen zur Disposition stellen. Alternativ setzen die Kliniken auf stärkere Kooperation mit benachbarten Häusern. Trägergesellschaften, die mehrere Einrichtungen in einer Region haben, denken darüber nach, spezialisierte Bereiche nur noch an einem der Standorte zu betreiben.
Der Konsolidierungs- und Modernisierungsdruck trifft auch die Krankenkassen, allen voran die gesetzlichen. Konkret erwägt knapp die Hälfte der gesetzlichen Träger, sich innerhalb der nächsten drei Jahre mit einem Partner zusammenzuschließen. Fraglich ist vor allem der Bestand vieler kleinerer Betriebskrankenkassen. Von ihnen dürfte in absehbarer Zeit nur noch jede zweite am Markt sein.
Für die Patienten stellt sich die Frage nach der Qualität der Versorgung. So steigt etwa durch die Fallpauschalen der Anreiz für die Krankenhäuser, Patienten früher zu entlassen - ein Qualitätsverlust. Langfristig werden die Patienten längere Wege zu Krankenhäusern in Kauf nehmen müssen. Sie werden dann jedoch in speziellen Zentren von hoch spezialisierten Fachleuten versorgt. Nicht direkt merken werden die Versicherten, wenn nicht-medizinische Bereiche wie Küche oder Wäscherei zusammen gelegt oder an externe Anbieter vergeben werden. Auch das ist in den Sparmaßnahmen vorgesehen.

[ Quelle + ©: ots; http://www.mummert-consulting.de   ]

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11.) Stillen: Viele Mütter geben zu schnell auf

Die beste Vorbeugung im Säuglingsalter ist das Stillen: Mit der Muttermilch werden die nötigen Nährstoffe in optimaler Konzentration dem Baby zugeführt, die Allergierate wird vermindert und die Zufuhr von mütterlichen Hormonen in geringsten Dosen beugt einer trockenen Haut vor. Zusätzlich findet noch eine kieferorthopädische Prophylaxe und eine Kräftigung der Kaumuskulatur beim Stillvorgang statt.

Stillen hat wieder einen guten Ruf in Deutschland: 90 Prozent der frisch gebackenen Mütter wollen stillen. Aber in der Praxis geben sie ihren Kindern viel zu kurz die Brust. Dies belegt die SuSe-Studie ("Stillen und Säuglingsernährung") aus 177 deutschen Geburtskliniken, über die die Apothekenzeitschrift "BABY und die ersten Lebensjahre" berichtet. Nur 45 Prozent der Frauen halten vier Monate durch. Im sechsten Monat stillen nur noch dreizehn Prozent. "Viele Mütter wissen nicht mehr intuitiv, wie das Stillen funktioniert", sagt die Hebamme und Bundes-Stillbeauftragte Ute Renköwitz. Für die häufigsten Probleme - zu wenig Milch, wunde Brustwarzen oder einen Milchstau - wissen erfahrene Hebammen meistens einen Ausweg, der nicht abstillen heißt. Oft hilft es schon, wenn die Hebamme der Mutter das richtige Anlegen und bequeme Positionen während des Stillens vermittelt. Eines gilt für heutige Babys wie für Neugeborene zu allen Zeiten: Mamas Busen ist ihre große Liebe.
Weitere Infos unter: Apothekenmagazin "BABY und die ersten Lebensjahre" 8/2003

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12.) Zum Schluss: Der misstrauische Patient

"Sie trauen niemandem über den Weg, außer sich selber. Und vielleicht nicht mal das. Gehen Sie deshalb grundsätzlich davon aus, dass Ihr Zahnarzt wenig bis nichts von der Sache versteht, dass er Sie ohnehin nur hereinlegen will und bloß auf Umsatz schafft.
Studieren Sie als erstes das Diplom, das im Wartezimmer hängt. Ist vielleicht etwas faul daran? Oder hängt es möglicherweise gar nicht ? Höchst verdächtig. Dass ein Zahnarzt seine Praxisbewilligung nur erhielt, wenn die Behörden alle Unterlagen samt Leumund für gut befunden haben, braucht Sie nicht zu kümmern.
Auf dem Behandlungsstuhl schauen Sie am besten immer etwas vom Zahnarzt weg, so kann er weniger schnell Übles anrichten. Fahren Sie bei jedem neuen Geräusch oder Instrument zurück, so kann Ihr Zahnarzt nochmals überlegen, ob es auch das Richtige ist.
Falls der Röntgenapparat aufgefahren wird, willigen Sie erst nach langem Disput ein, wenn überhaupt. Denn erstens ist das wieder nur Umsatzgetue, und zweitens sind Atombomben ungesund.
Berechnen Sie auf Grund Ihrer theoretischen Kenntnisse an Einrichtung und Zahnarzt augenblicklich: erfolgreich/erfolglos/Ausbeuter. Wollen Sie nicht doch noch den Arzt wechseln?
Verlangen Sie genau Auskunft über die chemische Zusammensetzung der Anästhesielösung, die er Ihnen unters Fell setzen will. Haben Sie beachtet, dass er auf dem Glaszylinder nachlesen musste? Bezweifeln Sie in jedem Fall, ob das wohl richtig sei für Ihren empfindlichen Organismus.
Zählen Sie auch die Anzahl der Spritzen mit. Rechnen Sie pro Spritze einen Liter.
Verfolgen Sie genau, was aus den Schränken entnommen wird. Jedes Mal und auch so, dass Sie wirklich etwas sehen können. Ihr Zahnarzt wird dann zwar nichts mehr sehen; aber es ist nicht einzusehen, weshalb er ungeduldig wird, wenn nach jeder Ihrer Inspektionsexkursionen die Operationsleuchte neu gerichtet werden muss.
Zählen Sie auch die verschiedenen Bohrer, die er braucht. Vergleichen Sie die Anzahl mit den Erfahrungswerten aus Ihren letzten zwanzig Patientenjahren. Weniger, mehr, im Durchschnitt?
Wenn es ans Füllen geht: was verwendet er? Amalgam? Lassen Sie sich erst nach langen Reden überzeugen; und jedenfalls betont ungern. Kunststoff? Lesen Sie unter Amalgam nach. Versäumen Sie niemals, derartige Diskussionen mit einem seufzergeschwängerten 'Sie müssen es wissen, Sie sind der Zahnarzt' abzuschließen. Damit drücken Sie gekonnt aus, dass Ihr Zahnarzt nichts von der Sache versteht und dass Sie sich eh als Geisel einer fehlgeleiteten Zahnmedizin betrachten.
Sollten Sie, wie häufig unvermeidlich und Ihnen auch bekannt gemacht, den frisch gepflasterten Zahn noch etwas spüren, fragen Sie bei der nächsten Konsultation, ob das 'normal' sei. 'Normal' ist wichtig, damit zeigen Sie, dass SO etwas niemals normal sein kann.
Verschreibt Ihnen der Zahnarzt ein Medikament, so denken Sie bitte daran, dass er nur der Pharmawerbung auf den Leim gekrochen ist. Lesen Sie immerhin den Packungszettel; Sie müssen doch wissen, was er Ihnen wieder alles an Nebenwirkungen zugemutet hätte. Falls Sie sich doch für Einnahme der Tabletten entscheiden, ändern Sie in jedem Fall die Dosierungsvorschriften.
Wenn nötig, lassen Sie's ruhig zur offenen Konfrontation kommen. Gereizt, wie Sie ihn gemacht haben, wird Ihr Zahnarzt schnell an die Decke gehen.
Darauf schreiben Sie tief getroffen und von der Zahnmedizin enttäuscht einen Brief mit der Bitte, alle weiteren Termine von Ihnen und Ihrer Familie zu löschen. Mit traurigen Grüssen."

[ Aus: "... Spülen bitte" - ein nicht ganz ernst gemeinter Patientenratgeber; Thomas Bastian; Verlag G. Krebs AG, Basel]

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