Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
09/2004/ 1. September 2004
Herzlich willkommen bei einer weiteren Ausgabe der ZahnNewsLetter.
Sie haben es schon in den letzten Tagen aus den Medien entnommen: Mit der
gesetzliche beschlossenen Herausnahme des Zahnersatzes aus der
gesetzlichen Krankenversicherung wird es wohl doch nichts zum 1.1.2005
werden. Hintergrund dürfte die Gunst um Wählers Stimme sein, die die
beiden Volksparteien jetzt diesen Schlingerkurs fahren lässt. Wieder
einmal hat sich gezeigt, dass keiner der Verantwortlichen zu echten
Reformen im Gesundheitswesen fähig ist. Und so ist erneut ein vollmundig
angekündigtes "Reformgesetz" zu einem reinen "Spar-, Zahl- und
Bevormundungsgesetz" mutiert. Aber noch schlimmer ist, dass mit derartigen
Wortbrüchen die Politik zum wiederholten Male zeigt, wie wenig Verlass
nicht nur auf ein Politikerwort sondern auch auf einen Gesetzestext ist.
Lesen Sie mehr dazu unter Punkt 8.)
Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion

Inhalt
1.)
"Gesund
beginnt im Mund – vom ersten Schluck an"
...
2.) Neue Erkenntnisse
zu Schmerzen nach Weisheitszahnoperationen
3.) Wenn Zucker verboten ist - Zahnfreundliche
Süßwaren unterstützen auch die Glyx-Diät
4.)
Vergleich der Gebühren bei Kassenpatienten und Privaten
5.)
Natürliche Geschmacksverstärker - das Geheimnis der
Fleischbrühe
6.)
Begriffsverwirrungen um "Bürgerversicherung" und "Kopfpauschale"
7.)
Milli-Methas Reise in den Körper
8.)
Hick-Hack den Zahnersatz - es geht um mehr
9.) Medikamente im und durch
das Internet
a)
- ein Leitfaden
b)
- Experte
beantwortet alle Fragen rund ums Arzneimittel
10.) Per SMS schnell die nächste Notapotheke finden
11.) Akademie für kosmetische Chirurgie warnt vor
dauerhafter Faltenbeseitigung
12.) Bitterschokolade stärkt
die Gefäße - herzschützenden Wirkung des Kakao
13.)
Zum Schluss: Standesgemäß

1.)
"Gesund
beginnt im Mund – vom ersten Schluck an"
...
... so lautet das Motto zum Tag der Zahngesundheit, der
alljährlich am 25. September stattfindet. Besonderes Augenmerk wird
dieses Jahr auf die Getränke und die Gefäße, mit den derartiges
getrunken wird, gelegt:
Gerade bei den Kleinen sind derartige Hinweise
besonders wichtig:
Bei frisch
durchgebrochenen Zähnen hat sich noch kein schützendes "Schmelzhäutchen"
über die Zahnkrone gelegt - die Zähnchen sind besonders anfällig gegen
Süßes und Saures
Neben der bekannten
Schädlichkeit von Nuckel- und Schnabeltassen bei den Kleinen hat sich
eine neuer Trend bei den Jugendlichen fortgesetzt, und Armstrong,
Ullrich & Co haben es vorgemacht: Es ist IN, an Ventil-Nuckelflaschen
seinen Flüssigkeitsbedarf zu stillen, auch dann, wenn man gar nicht auf
dem Rad sitzt. Kommt dann noch der entsprechende Inhalt dazu, so sind
schwere Schäden an den Zähnen vorprogrammiert (
erosive Zahnschäden)
Es geht nichts über kauaktive
Nahrungsmittel - notfalls auch Kaugummis -, denn diese regen den
natürlichen Speichelfluss an, und dieser ist der beste Schutz für die
eigenen Zähne
Neue Untersuchungen haben
eindeutig belegt, das der Hang nach Süßem in späteren Lebensalter schon
im Säuglingsalter geprägt wird, nämlich dann, wenn in diesen frühen
Jahren Süßes im Übermaß eingenommen wird
Kalorienzufuhr in Form von
flüssiger Nahrung - viele IN-Getränke haben mehr als genug davon - ist
um Vieles leichter, als wenn diese Kalorien erst noch zerkaut werden
müssen. Auch hier ist die Ursache für unsere übergewichtigen Kinder und
Jugendlichen mit zu sehen. Es kann doch wohl nicht angehen, dass der
sog. "Altersdiabetes" immer mehr schon bei nicht schulpflichtigen
Kindern anzutreffen ist! siehe auch Punkt 3.)
Infomaterial: Bei Ihrem Zahnarzt, Ihrer
Krankenkasse oder unter:
http://www.daj.de/tdzg_muster.htm
Basics:
erosive Zahnschäden,
Kariesrisiko,
Nursing-Bottle-Syndrom,
versteckter Zucker Lexikonteil

2.) Neue
Erkenntnisse zu Schmerzen nach Weisheitszahnoperationen
Untere Weisheitszähne
gehören zu den überflüssigen und zudem noch schmerzhaften Zähnen im
Mund, wenn es darum geht, diese zu entfernen. Selbst nach der
erfolgreichen Operation bereiten sie im Heilungsprozess häufig
Beschwerden. Über einen Erfolg versprechenden Ansatz, diese Schmerzen
zu verringern, wird in jüngster Zeit berichtet: Neben der örtlichen
Betäubung wird zusätzlich noch ein zentral wirkendes Medikament (Midazolam,
bekannt z.B. unter dem Handelsnamen Dormicum) verabreicht. Dadurch
lassen sich die Schmerzen während und besonders nach dem Eingriff
erheblich reduzieren. Der
FVDZ-NewsLetter
berichtet:
"(BSMO) Schmerzen während und
nach einer Weisheitszahnextraktion können durch die Gabe von Midazolam
deutlich gesenkt werden. Das konnten Kieferchirurgen aus Newcastle in
einer Studie belegen. An der Studie nahmen 125 Patienten mit
verkeiltem mandibulären Weisheitszahn, der unter Lokalanästhesie
entfernt werden sollte, teil. Sie wurden randomisiert zwei Gruppen
zugeordnet: Die Patienten der ersten Gruppe (n=64) erhielten mittels
Titration i.v. Midazolam, bis der klinische Endpunkt der wachen
Sedation erreicht war. Anschließend erfolgte die Operation unter
Lokalanästhesie. In der zweiten Gruppe wurde nur das Lokalanästhetikum
verabreicht. Die standardisierte Extraktion wurde immer von dem selben
Operateur durchgeführt. Das Ergebnis wurde anhand von vier primären
Endpunkten bewertet: Schmerzintensität, die stündlich mit Hilfe einer
100 mm visuellen Analogskala und einer Vierpunkte-Skala über acht
Stunden erfasst wurde, Zeitdauer bis zur Einnahme des ersten
Schmerzmittels, Gesamt- Schmerzmitteleinnahme (Ibuprofen) während der
ersten 48 Stunden, und grundsätzliche Gesamteinschätzung des Patienten
nach einer Fünfpunkte-Skala (dabei bedeutet 0=schlecht und
4=ausgezeichnet). Während der achtstündigen Beobachtungsperiode gaben
die Patienten in der Midazolam Gruppe signifikant niedrigere
Schmerzintensitätswerte als diejenigen in der Kontrollgruppe an (19,0
± 13,2 mm vs. 28,1 ± 12,8 mm). Darüber hinaus waren bei den Patienten
in der Midazolamgruppe die Zeitspannen bis zur ersten
Analgetikaeinnahme signifikant länger. Auch die
Gesamtschmerzmitteleinnahme war geringer und die Gesamteinschätzung
insgesamt besser."
[©:
FVDZ-NewsLetter vom 12.8. ]
Basics:
Weisheitszahn im Lexikonteil

3.)
Wenn Zucker verboten ist - Zahnfreundliche Süßwaren unterstützen auch
die Glyx-Diät
[
©: Hedi
Peters, hp@basic-dent.de ]

4.) Vergleich der Gebühren bei Kassenpatienten und Privaten
Die Bayerische Landeszahnärztekammer (BLZK) und die Abrechnungs- und
Beratungsgesellschaft für Zahnärzte (ABZ eG) haben im Juli 2004 die sog.
"Bayerische Tabelle" herausgegeben. Diese Übersicht, die allen
bayerischen
Zahnärzten als Praxishilfe zur Verfügung gestellt wurde, stellt die
unterschiedlichen Gebührensätze von BEMA (Basis: VdAK-Punktwerte), GOZ
und GOÄ bei den einzelnen Leistungen gegenüber.
Vergleich GOZ/GOÄ und Gesetzliche Krankenkassen (2004;
sog. "Bayern-Tabelle", PDF)
[ Quelle: FVDZ ]
Basics:
BEMA,
GOZ im Lexikonteil

5.)
Natürliche Geschmacksverstärker - das Geheimnis der Fleischbrühe
(aid) - Was gibt einer guten Rinderbouillon diesen kräftigen,
unverwechselbaren Geschmack? Forscher des
Institutes für Lebensmittelchemie der Universität Münster wollten es
ganz genau wissen und zerlegten die Brühe
in ihre chemischen Einzelteile. Bei der aufwändigen Geschmacksanalyse
blieb schließlich nur ein einziger bisher
unbekannter Stoff übrig: eine Verbindung aus Zucker und der Aminosäure
Alanin. Alapyridain nannten die Forscher
die Substanz, die selbst nach nichts schmeckt, aber den Geschmack
sowohl süßer als auch salziger und pikanter
Speisen verstärken kann. Als erster bekannter Stoff, der mehrere
Geschmackssinne beeinflusst, könnte die
Neuentdeckung künftig bei der Herstellung von Lebensmitteln mit weniger
Zucker, Süßstoff, Salz oder
Geschmacksverstärkern wie Glutamat zum Einsatz kommen. Obwohl
wissenschaftlich nicht erwiesen, wird Glutamat mit
Gesundheitsstörungen wie Asthma, Migräne und allergischen Reaktionen in
Verbindung gebracht. Das so genannte
"Chinarestaurant-Syndrom" (Unverträglichkeitsreaktionen nach dem
Besuch) wird auf den hohen Glutamatgehalt der
verzehrten Speisen zurückgeführt. Menschen, die nach dem Anbruch einer
Chipstüte ihren Appetit nicht mehr zügeln
können, verspricht Alapyridain ebenfalls Erleichterung, denn entgegen
anderen Geschmacksverstärkern sorgt es
nicht für wachsendes Verlangen nach einem Nahrungsmittel. Mögliche
unerwünschte Nebenwirkungen sind noch nicht
erforscht.
[ Quelle: Ruth Blettenberg,
http://www.aid.de ]
Basics:
Geschmack im Lexikonteil

6.)
Begriffsverwirrungen um "Bürgerversicherung" und "Kopfpauschale"
Aus der
Politik ist zur genüge bekannt, dass häufig mit geschickt gewählten
Formulierungen dem Bürger etwas "vorgegaukelt" wird, was gar nicht so
geplant ist. Auf dem Gesundheitssektor waren dies in den letzten
Jahrzehnten immer wieder Schlagworte wie "Gesundheitsreformgesetz" oder
"Gesundheitsreform 2000", welche den sprachlichen Eindruck erweckten, als
gäbe es nun endlich die große und notwendige Reform. In der Praxis
wurde aber an den kostentreibenden Strukturen wenig geändert und so
folgte ein "Reförmchen" dem anderen. Seit etwa einem halben Jahr tauchen
nun zwei neue Begriffe in der sozialpolitischen Diskussion auf, die
wieder nur Worthülsen sind, denn über die eigentlichen Inhalte und
Konsequenzen wird nur wenig geredet. Der FVDZ schreibt in seinem
NewsLetter dazu:
Eine Umfrage von TNS Emnid - im Auftrag der Techniker Krankenkasse
(TK) -
bestätigte zum wiederholten Male, dass der Begriff
"Buergerversicherung"
in der Bevölkerung überwiegend positive Assoziationen auslöst. Nur
wenige wissen allerdings über die Inhalte und Folgen des von Rot/Grün
präferierten Modells für eine Finanzierungsreform der gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV) Bescheid. Geht es um Detailfragen, sprechen
sich
nämlich paradoxerweise 68 Prozent der Interviewten für mehr
Eigenverantwortung und "eine einheitliche Pauschalprämie für alle
Versicherten mit einem Steuerausgleich für die sozial Schwächeren
aus",
was nichts anderes als das Prinzip der Kopfpauschalen ist.
Weitere relevante Ergebnisse der Untersuchung sind u.a.:
Nur noch 50 Prozent sind mit dem Gesundheitssystem zufrieden
(Dezember 2003: 65 Prozent).
73 Prozent halten die Praxisgebühr für unangemessen.
40 Prozent haben im ersten Halbjahr 2004 wegen der Praxisgebühr
einen Arztbesuch verschoben, weitere 40 Prozent ganz darauf
verzichtet.
Außerdem fordern 89 Prozent, dass medizinische Innovationen stärker in
der GKV berücksichtigt werden sollen. Dieser ausgeprägte Wunsch nach
Zugang zum medizinischen Fortschritt (moderne Behandlungsformen,
innovative
Medikamente) wird durch eine aktuelle Emnid-Umfrage - im Auftrag des
Pharmaunternehmens Janssen-Cilag - mit 87 Prozent fast punktgenau
bestätigt.
[ Quelle:
FVDZ-NewsLetter vom
9.8. ]
Basics:
Bürgerversicherung,
Kopfpauschale im Lexikonteil im Lexikonteil

7.)
Milli-Methas Reise in den Körper
Warum knurrt der Magen? Wie entstehen
Darmwinde? Die kleine Milli-Metha will es ganz genau wissen. Sie begibt
sich mit ihrer Flugmaschine, dem "Pilotöff", auf Entdeckungsreise durch
den Körper eines Riesen. Dabei lernt sie den Aufbau des Körpers kennen
und verfolgt den Weg der Nahrung. Zum Beispiel Korks, den Magen, der so
empfindlich ist. Oder Klothilde, Herrscherin des Dickdarms, die gerne
viel Wind macht. Außerdem findet sie alle Teile für die Goldene
Ernährungs-Pyramide und versteht, warum es - natürlich nicht nur für
Riesen - so wichtig ist, ausgewogen zu essen. "Kalter Walter", der
Kühlschrank, hat außerdem noch ein paar tolle Spiele parat, die
Kreativität, Reaktionsschnelligkeit und Merkfähigkeit fördern.
Mit Spielen, Spaß und Spannung lernen Kinder alles über (gesunde)
Ernährung und die Verdauungsorgane des Menschen. Lehrkräfte bekommen eine
Menge Material für den Unterricht mitgeliefert.
[Weitere Infos:
http://www.lehrer-online.de/dyn/9.asp?url=410778.htm oder
http://www.aid.de/shop/shop_detail.php?id=2779 ]

8.)
Hick-Hack um den
Zahnersatz - es geht um mehr
Da hat man sich in 2003 monatelang
über den Zahnersatz ab 2005 und seine Beitragshöhe gestritten, mit
zweifelhaften Zahlen operiert, sich endlich zusammengerauft und diesen
Kompromiss in ein Gesetz gefasst und bevor nun die Auswirkung dieses
Gesetzes - dem
Sozialgesetzbuch V - für den Zahnersatz in Kraft tritt, sagt man
"Ätsch - war nichts"; so wie es z.Zt. aussieht: Außer Spesen nichts
gewesen - es bleibt alles beim Alten. Ein Trauerspiel, mit dem unsere
Sozialpolitiker zum wiederholten Male zeigen, wie wenig Verlass nicht nur
auf ein Wort, sondern auch auf einen Gesetzestext ist. Denn im oben
erwähnten Sozialgesetzbuch wurde die Herausnahme des Zahnersatzes aus der
Krankenversicherung festgelegt und dafür eine
Pflicht-Zusatzversicherung vorgeschrieben. Und so sagt dann auch der für
seine klaren Worte bekannte 1. Vorsitzende des ärztlichen Marburger Bundes,
Dr. Montgomery, gegenüber dem Berliner Tagesspiegel "Da treffen sich die
Sozialromantiker aller Parteien und wollen etwas abschaffen, bevor es
eingerichtet ist. Bei dem Zahnersatz-Modell handle es sich um einen
Versuch, die Kopfpauschale im Kleinen auszutesten. Wenn dieser Versuch
jetzt blockiert werde, stecke dahinter offenbar „nur die Angst, dass er
sich gut entwickeln könnte“. Und Ulla Schmidt hatte auch gleich
entsprechendes parat: "Nach meinem Vorschlag wird eine Frau mit 500 Euro
Rente einen Euro im Monat für den Zahnersatz zahlen. Nach dem Vorschlag
der Union sechs bis sieben Euro". Prompt meint die niedersächsische
Gesundheitsministerin Ursula von der Leyen dazu: "Man muss den Mut haben,
die Dinge zu lassen, wie sie sind". So sieht es z.Zt. (Ende
August) so aus, dass die bereits beschlossene Ausgliederung des
Zahnersatzes aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen
entweder auf die Zeit nach 2006 verschoben, oder zusammen mit einer Reform
des Krankengeldes Mitte 2005 eingeführt wird - wenn nicht schon Morgen
wieder ein anderer Beschluss durch die Landschaft geistert.
So wundert denn auch nicht der Kommentar des Präsidenten der
Bundeszahnärztekammer: Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, der damit Irritation und
Unverständnis ausdrückt: "Wie soll man dazu stehen, wenn 90 Prozent aller
Abgeordneten des Deutschen Bundestages einem Gesetz zugestimmt haben, von
dem klar war, dass es einen Paradigmenwechsel herbeiführen werde, dann bei
der Umsetzung aber wieder zurückzucken? Dieser fehlende politische Stil,
die mangelnde Standfestigkeit, eine einmal getroffene Entscheidung dann
auch tatsächlich umzusetzen, müssen die Bürger zwangsläufig verunsichern.
Und dann darf man sich über entsprechende Reaktionen nicht wundern. Die
ganze Idee von der Ausgliederung des Zahnersatzes sei doch nicht aus einer
Bierlaune heraus entstanden nach dem Motto: Probieren wir jetzt einfach
mal was Neues. Dahinter steht der überfällige Versuch, die verkrusteten
Strukturen des Gesundheitssystems vorsichtig aufzubrechen und eine neue
Form solidarischer Finanzierung zu finden. Nur so lässt sich ein solches
System auf Dauer doch am Leben erhalten", erklärte Weitkamp und zieht
einen eigenen Vergleich zur Echternacher Springprozession: "Heute vor,
morgen zurück und übermorgen zur Seite weg".
Interessant und den Hintergrund beleuchtend, was in diesem Zusammenhang
einer schreibt, der als Vorstandsvorsitzender der größten
Betriebskrankenkasse Deutschlands die eigentlichen Gründe kennen sollte:
(ots) - Die Vorstellungen des
Bundesgesundheitsministeriums zu den Kosten der künftigen
Zahnersatzversicherung stiften neue Verwirrung. "Entweder hat das
Ministerium falsch gerechnet oder Ulla Schmidt strebt eine paritätische
Finanzierung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bei der
Zahnersatzversicherung an", sagte Ralf Sjuts, Vorstandsvorsitzender von
Deutschlands größter Betriebskrankenkasse, der Deutschen BKK. Schmidt
hatte angekündigt, der Maximalbeitrag liege bei 6,98 EUR, bzw. mache
maximal 0,4 Beitragssatzpunkte aus. Bei diesem Satz läge der Monatsbeitrag
an der Beitragsbemessungsgrenze (3487,50 EUR) aber bei 13,96 EUR. "Die
rund Sieben Euro für den Versicherten werden also nur fällig, wenn der
Arbeitgeber die andere Hälfte bezahlt. Damit gäbe die Regierung die
Position auf, die Lohnnebenkosten weiter zu reduzieren."
Schmidt müsse ihre Position präzisieren, fordert Sjuts. Neben der
Beitragshöhe stehe nach wie vor die Rolle der privaten Krankenversicherung
in Frage. Unklar sei, ob die privaten Versicherer Vollpolicen anbieten
können, die befreiende Wirkung für gesetzlich Krankenversicherte haben,
die dann ihren Zahnersatz ein Leben lang privat abwickeln müssen. "Wir
brauchen endlich Klarheit bei dieser Reform und dazu gehört
Berechenbarkeit der Politik. Der Zahnersatz hat sich längst zu einem
Systemstreit zwischen den Verfechtern von Prämien- oder Umlagesystem
entwickelt. Die Verbraucher wollen aber endlich Klarheit", so Sjuts.
Sjuts kritisierte auch das Vorgehen auf Seiten der
Sozialversicherungsträger, etwa den Beitragseinzug für Zahnersatz bei den
Rentnern. Es sei ein instrumenteller Streit, wenn die
Rentenversicherungsträger behaupten, sie könnten keine elektronische
Buchungsanpassung für einen Pauschalbetrag vornehmen und die
Spitzenverbände der GKV mit dadurch ausgelösten 250 Millionen Euro
Mehrkosten bei der Beitragserhebung argumentierten. "In der
Gemächlichkeit beim Umgang mit diesen Herausforderungen liegt das
eigentliche Problem. Jedes Argument lässt sich trefflich von Freund und
Feind drehen und wenden und verlängert den Stillstand auf den wichtigsten
Reformfeldern."
Die "Rheinische Post" ("RP" vom
23.8; zitiert nach FVDZ)
kommentierte die insbesondere von SPD und CSU verursachten öffentlichen
Diskussionen über eine eventuelle Rücknahme der gesetzlichen Regelungen
zum Zahnersatz wie folgt:
"Man muss sich die Zahnersatz-Argumentation auf der Zunge zergehen lassen:
Wenn von jedem einzelnen Versicherten derselbe Einheitsbeitrag erhoben
wird, entstehen angeblich gigantische Bürokratiekosten. Wenn aber für
jeden einzelnen das Einkommen ermittelt werden muss, davon Freibeträge
abzuziehen sind und schließlich ein je nach Ergebnis höherer oder
niedrigerer Beitrag verlangt werden muss, dann ist das scheinbar ohne
zusätzliche Bürokratie zu machen. Für diese originelle Logik braucht man
eine spezielle Sehhilfe: Die Strukturbrille von Ulla Schmidt und Horst
Seehofer. Die beiden haben offenbar gemerkt, dass die Einheitsprämie für
Zahnersatz wie ein Kuckucksei im Nest des Gesundheitssystems liegt. Denn
damit hält ein Denken Einzug, nach dem die Leistung über die Beiträge
entscheidet und nicht mehr das Einkommen..."
Basics:
Gesundheitsreform im Lexikonteil

9.) Medikamente im und durch
das Internet
a) - ein Leitfaden
Das Internet bietet eine kaum mehr überblickbare Informationsflut
über Arzneimittel an. Weltweit gesehen würden sehr viele Websites
keiner kritischen Begutachtung durch Fachleute standhalten. Gleiches
gilt für Millionen von Seiten über medizinische Leistungen und
Behandlungen. Für Laien ist es schwierig, korrekte von unzuverlässigen
Informationen zu unterscheiden. Der neue Internetleitfaden der
Schweizer Firma Swissmedic zum Thema Arzneimittel im World Wide Web (downloadbar
als PDF-Datei) stellt die wichtigsten Kategorien von
Informationsquellen vor und liefert eine Kurzbeurteilung über deren
Verlässlichkeit. Zusätzlich gibt eine Checkliste Anhaltspunkte, wie
sich eine Website kritisch überprüfen lässt. Der Laie wird so in die
Lage versetzt, seriöse von unseriöser Information zu unterscheiden.
Der Internetleitfaden wurde von Swissmedic in Zusammenarbeit mit einer
Expertengruppe des Europarats verfasst und auf schweizerische
Verhältnisse angepasst, die aber auch durchaus auf deutsche
Gegebenheiten übertragbar sind.
[ weitere Infos:
http://www.swissmedic.ch/ ]
b) - Experte
beantwortet alle Fragen rund ums Arzneimittel
Habe ich das richtige
Medikament? Gibt es Empfehlungen? Wie steht es mit Wechselwirkungen?
Auf www.apotheke.com
darf jetzt nachgefragt und diskutiert werden. Ab sofort gibt es bei
http://www.apotheke.com, dem Gesundheitsportal mit
Apothekenkompetenz und Bestellfunktion, ein Internetforum für alle
Fragen rund um das Arzneimittel. Das neue "Forum Arzneimittel" ist für
jeden zugänglich und bietet als zusätzliches Plus eine kompetente
Moderation und Kommentierung durch einen erfahrenen Experten. Als
Moderator und Experte für das Forum konnte GEHE den selbstständigen
Apotheker Friedrich W. Schomber, Inhaber der Bilstein Apotheke in
Edermünde, gewinnen. Schomber besitzt bereits langjährige
Moderationserfahrung im Internet und wird die Beiträge im Forum
kompetent beantworten.
Der Zugriff auf das "Forum Arzneimittel" erfolgt direkt auf der
Startseite
http://www.apotheke.com unter dem Menüpunkt "Wissen". Innerhalb
des Forums kann jeder Nutzer seine Fragen und Antworten in den
Diskussionsbereich einstellen und sich mit dem Experten und anderen
apotheke.com-Usern über Arzneimittelthemen via Internet unterhalten.

10.)
Per SMS schnell die nächste
Notapotheke finden
Zahnschmerzen oder Fieber kommen gerne zum
unpassendsten Moment - abends, nachts oder am Wochenende, wenn kein
Arzt erreichbar ist und
die Apotheke um die Ecke schon längst geschlossen hat. Mit t-info
findet man im Handumdrehen die nächstgelegene Notdienstapotheke. Dazu
verschickt man einfach eine Kurznachricht mit dem Stichwort
"Notapotheke" per SMS.
Bei einer plötzlichen, schweren Erkrankung ist keine Zeit zu
verlieren. Wenn man nicht gleich den Rettungsdienst anrufen will, muss
wenigstens so schnell wie möglich die Adresse einer geöffneten
Apotheke her. Die SMS-Auskunft hilft weiter: Wer mit dem Handy
eine Kurznachricht mit dem Suchbegriff "Notapotheke" an die Kurzwahl
t-i-n-f-o (Ziffernfolge 84636) schickt, erhält binnen Sekunden die
Adressen der Apotheken, die im näheren Umkreis Notdienst haben.
Möglich macht es die Lokalisierungsfunktion: Um den Dienst zu nutzen,
muss man den Standort seines Mobilfunkgerätes vorher lediglich per
Tastendruck ermitteln lassen. t-info nennt dem Suchenden dann neben
der Adresse auch die genauen Öffnungszeiten und die Telefonnummer.
Pro Abruf kostet der Service 69 Cent.
Mit t-info SMS kann man eine Vielzahl von Adressen im Umkreis aus
den unterschiedlichsten Branchen abfragen - und das in allen
deutschen Mobilfunknetzen. Wer beispielsweise einen Geldautomaten in
der Nähe sucht, gibt "Geld" als Kurznachricht ein und schickt sie an
t-info, "Parken" steht für die Suche nach dem nächsten Parkhaus und
mit "Fisch" etwa findet sich das Fischrestaurant in der Nähe. Die
komplette Liste gibt es, wenn man ein "L" (für Liste) als SMS-Text an
die 84636 schickt.
[ Weitere Infos: E-Mail:
antonio.demitri@telekom.de
, http://www.t-info.de ]

11.)
Akademie für kosmetische Chirurgie e.V. warnt vor dauerhafter
Faltenbeseitigung
In Deutschland werden seit ca. 8 Jahren
Faltenunterspritzungen mit
nichtresorbierbaren Materialien angeboten. Diese meist mit
Acrylderivaten vorbereiteten Injektionen werden mit der Hoffnung
unter die Falten gespritzt, dass diese für immer beseitigt werden.
Einmal eingebracht, können diese Fremdkörper nicht problemlos aus dem
injizierten Gewebe entfernt werden. Mit der Zeit bildet sich um den
Fremdkörper ein Narbengewebe mit der entsprechenden Kapselbildung.
Diese werden im fortgeschrittenen Alter der Patienten tast- und evtl.
sichtbar, da das nichtresorbierbare Material keinem dem menschlichen
Gewebe entsprechendem Alterungsprozess unterliegt.
Durch Akne, Pickel oder entzündliche Reaktionen im Rahmen von
Verletzungen der Haut oder Zahnfleischentzündungen, welche
übergreifen können, unterliegt die Gesichtshaut einer permanenten
Aussetzung von Erregern, wodurch nicht selten ebenfalls eine
Entzündung dieser Fremdkörper im Gesicht beobachtet wird.
Obwohl in Deutschland dauerhafte Faltenunterspritzungen noch
zugelassen sind, wurde in einigen europäischen Ländern die Verwendung
dieser Materialien, wie zuletzt in der Schweiz, für kosmetische
Zwecke verboten.
Als Europäische Akademie für kosmetische Chirurgie e.V. wollen wir
die Patienten auf diese Tatsache hinweisen. In manchen Fällen können
diese Verhärtungen nur mittels Operationen entfernt werden, welche
Narben im Gesicht zur Folge haben können. Nichtresorbierbare,
dauerhafte Materialien zur Faltenunterspritzung sollten deshalb
unbedingt vermieden werden.
[ Quelle:
http://www.europeancosmeticsurgery.org ]

12.)
Bitterschokolade stärkt die
Gefäße - herzschützenden Wirkung des Kakao
Kakao und Kakaoprodukte sind seit
Jahrhunderten weltweit nicht nur wegen ihrer kulinarischen Vorzüge
beliebt, in der traditionellen indianischen Medizin galt Kakao auch als
magische und heilende Pflanze. Vielleicht gar nicht zu unrecht, wie
jetzt die moderne Forschung zeigt. Denn Untersuchungsergebnisse haben in
den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass dunkle Schokolade
einen hohen Gehalt an Flavonoiden aufweist. Diese natürlichen
Antioxidantien können bis zu einem gewissen Grad die negativen
Auswirkungen von so genanntem oxidativen Stress neutralisieren, der in
der Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten eine ungünstige Rolle
spielt. Damit wird dunkle Schokolade in der Vorstellung von
Wissenschaftlern vom wohlschmeckenden Genussmittel zu einem wertvollen,
gesundheitsförderlichen Lebensmittel.
Abgeklärt ist allerdings noch nicht, inwieweit dieser zusätzlich
Schokoladenkonsum eine erhebliche Gewichtszunahme bewirkt - die
schädigende Wirkung auf die Zähne ist ja schon hinreichend bekannt.
Dunkle Schokolade stärkt die Blutgefäße: Das ist das Ergebnis einer
wissenschaftlichen Studie, die auf dem Kongress der Europäischen
Kardiologengesellschaft (ESC) in München vorgestellt wurde. Die
Flavonoide des Kakao, berichteten griechische Herz-Spezialisten,
verringern oxidativen Stress in den Zellen und verbessern über mehrere
Stunden die Funktion des Endothels, einer für die Herzgesundheit
wichtigen Zellschicht an der inneren Oberfläche der Blutgefäße.
"Wenn wir den Studienteilnehmern 100 Gramm dunkle Schokolade gaben, war
ihre Gefäßfunktion deutlich verbessert. Und dieser Effekt dauerte
üblicherweise mehr als drei Stunden an", berichtete Studienleiter Dr.
Charalambos Vlachopoulos, Herz-Spezialist an der Medizinischen
Universität in Athen. Bei gesunden jungen Erwachsenen, so zeigte sich im
Detail, verbessert der Konsum von Schokolade mit hohem Kakao-Gehalt die
so genannte Endothelfunktion deutlich messbar. "Diese Ergebnisse sind
sehr bedeutsam, weil die Endothelfunktion ein 'Spiegel' des gesamten
kardiovaskulären Systems ist", erklärte Dr. Vlachopoulos. "Ist die
Funktion des Endothels der Arterien beeinträchtigt, so gilt das als
zusätzlicher Risikofaktor - neben den klassischen Risikofaktoren wie
Rauchen, Bluthochdruck oder zu hohen Blutfettwerten." Das Endothelium
beinhaltet eine dünne Zellschicht, die die innere Oberfläche aller
Blutgefäße bedeckt, und unter anderem für die Elastizität der Gefäßwände
verantwortlich ist und das Zusammenklumpen von Blutplättchen verhindern
soll.
[ Quelle: B & K - Bettschart und Kofler Medien-
und Kommunikationsberatung GmbH;
cdormer@escardio.org ]

17.)
Zum Schluss: Standesgemäß
1. Der Gärtner beißt ins Gras.
2. Der Maurer springt von der Schippe.
3. Der Koch gibt den Löffel ab.
4. Der Turner verreckt.
5. Den Elektriker trifft der Schlag.
6. Der Pfarrer segnet das Zeitliche.
7. Der Spachtelfabrikant kratzt ab.
8. Der Schaffner liegt in den letzten Zügen.
9. Der Beamte entschläft sanft.
10. Der Religiöse muss dran glauben.
11. Der Zahnarzt hinterlässt eine schmerzliche Lücke.
12. Der Gemüsehändler schaut sich die Radieschen von unten an.
13. Der Fechter springt über die Klinge.
14. Die Putzfrau kehrt nie wieder.
15. Der Anwalt steht vor dem jüngsten Gericht.
16. Der Autohändler kommt unter die Räder.
17. Der Kfz-Mechaniker schmiert ab.
18. Der Förster geht in die ewigen Jagdgründe ein.
19. Der Gynäkologe scheidet dahin.
20. Der Schornsteinfeger erbleicht.
21. Der Rabbi geht über den Jordan.
22. Der Optiker schließt für immer die Augen.
23. Der Eremit wird heim gerufen.
24. Der Tenor hört die Englein singen.
25. Der Spanner ist weg vom Fenster.
26. Dolly Buster nippelt ab.
27. Die Fingernagelmodellistin hängt ihr Leben an den Nagel.
28. Der Windows - Benutzer stürzt ab.
29. Der Uhrmacher sieht seine Zeit ablaufen.
[ aus :
http://www.drugster.com/anarcho/gut-gestorben.htm ]
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