Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 09/2007/ 1. September 2007


Inhalt

 1.) Zahnersatz aus dem Computer?
 2.) Fluoridiertes Speisesalz - Internationaler Standard für bessere Zahngesundheit
 3.)
Nuckelflaschen-Karies ade!
 4.) 25. September: Tag der Zahngesundheit - Info-Paket für Patientenaufklärung
 5.)
Göttinger "Schnarch-Schnuller" hilft Kindern, mit geschlossenem Mund zu atmen
 6.) Strahlenbelastung von Assistenzpersonal äußerst gering!
 7.)
Spaghetti, Schnitzel, Pizza - Die Lieblingsessen der Deutschen
 8.)
Bienen als Schlüssel für die Entwicklung neuer Antibiotika
 9.)
Warnung vor angeblich gesundheitsfördernden Aprikosenkernen
10.)
Medizinethik - Wertvorstellungen von Muslimen beachten
11.)
Zum Schluss: Mediziner-Weisheit
 

 


1.) Zahnersatz aus dem Computer?


Bereits zu Beginn der 80iger Jahre wurden Verfahren zur Herstellung von Computergefrästen Kronen in der Schweiz und in Frankreich entwickelt. Die hohe Genauigkeit, die bei der Herstellung von Zahnersatz erforderlich ist und die Besonderheiten, die in jedem Einzelfall zu beachten sind, haben die Entwicklung hin zu praxistauglichen Systemen sehr aufwendig und schwierig gemacht. Dennoch, die Vorteile solcher Systeme liegen auf der Hand:

- die umfangreichen Arbeiten im Labor entfallen, oder werden auf ein Minimum reduziert

- das Material ist spannungsfreier, als wenn man herkömmliche Methoden zur Herstellung anwendet

- die Behandlung kann mitunter an nur einem Behandlungstermin abgeschlossen werden

- die Abdrucknahme erfolgt mitunter elektronisch

- gefräste Kronen oder Füllungen erfüllen die Forderung der Patienten nach zahnfarbenen, ästhetischen Restaurationen

Der Anwendungsbereich des mit diese Verfahren herstellbare Zahnersatzes ist auf Kronen, Veneers (keramische Verblendschalen) Füllungen und klein Brücken beschränkt.
Die Grundlage für den Fräsvorgang liefern entweder ein üblicher Abdruck, dessen Modell dann eingescannt wird, oder es kommt ein „elektronischer Abdruck" zum Einsatz, bei dem ein Kamerabild aus dem Mund des Patienten die elektronischen Ausgangsdaten direkt liefert.
Aufgrund des hohe apparativen Aufwandes werden computergestützte Verfahren in naher Zukunft in der zahnärztlichen Praxis wohl nicht zu Standardverfahren werden. Mit dem Fortschreiten der Entwicklung und Verbreitung dieser System könnte dies aber mittelfristig durchaus der Fall sein.

[ © Patientenzeitung "Zahngesundheits-Forum" der zahnärztlichen Körperschaften Baden-Württembergs  ]

 
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2.) Fluoridiertes Speisesalz - Internationaler Standard für bessere Zahngesundheit

Zur Zeit profitieren weltweit etwa 170 Mio. Menschen von der kariesschützenden Wirkung von fluoridiertem Speisesalz. Vorbildfunktion hat die Schweiz, wo dieses Salz seit mehr als 50 Jahren im Haushalt verwendet wird. Die Effizienz und Effektivität der Prophylaxe mit fluoridiertem Speisesalz zeigt sich nach Prof. Dr. T. MARTHALER von der Universität Zürich auch in Ländern mit weniger guter „medizinischer Infrastruktur“ wie Costa Rica, Jamaika, Mexiko oder Uruguay. Der Zahngesundheitsstatus war in diesen Ländern außerordentlich schlecht, obwohl beispielsweise in Jamaika und Costa Rica seit mehr als 20 Jahren fluoridierte Zahncreme erhältlich ist.
Da in diesen Ländern der Zugang der Bevölkerung zur öffentlichen Trinkwasserversorgung nicht flächendeckend sichergestellt werden kann, wurde dafür die generelle Fluoridierung von Speisesalz zur Basisprophylaxe eingeführt. Zwischen 90 % und 100 % des täglich aufgenommenen Speisesalzes sind dort heute fluoridiert (200 - 250 mg Fluorid/kg Salz). Im Verlauf der letzten zehn Jahre konnte dadurch die Zahnkaries erheblich zurückgedrängt werden. In Jamaika nahm die Prävalenz der Zahnkaries um 84% ab, der Anteil der Kinder mit kariesfreiem Gebiss stieg von 2,8 % auf 61,7 %. In Costa Rica sank das Kariesaufkommen um 73 %, in Mexiko um 44%, so MARTHALER.
In Europa wird fluoridiertes Speisesalz neben der Schweiz und Deutschland noch in Frankreich, Österreich, der Tschechischen Republik und der Slowakei angeboten. Allerdings sind die Marktanteile in diesen Ländern noch relativ niedrig, sodass auch der kariesprophylaktische Erfolg geringer ist als in Deutschland.


[ gekürzt nach einer Meldung  der Informationsstelle für Kariesprophylaxe (IfK) des Deutschen Arbeitskreises für Zahnheilkunde (DAZ) ]

 Basics:  Salzfluoridierung  im Zahnlexikon-Online


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3.) Nuckelflaschen-Karies ade!

Stellen wir uns vor, alle Kinder in Deutschland hätten ein fröhliches Lachen mit gesunden Zähnen ...... tatsächlich ist dem leider nicht so.
Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e. V. (DAJ) schreibt daher für das Jahr 2008 den Dr. Wahl-Preis mit dem Ziel aus, die Zahl der "glücklichen Kindergesichter" drastisch zu erhöhen. Mit dem Zauberwort "Nuckelflaschen-Karies ade!" sollen Fachleute verschiedener Bereiche bis zum 31. Mai 2008 Konzepte für Erziehungsberechtigte bzw. diejenigen, die die Rahmenbedingungen setzen, erstellen.

Der Kariesrückgang im Milchgebiss ist im Verlauf von 10 Jahren deutlich geringer ausgefallen als im bleibenden Gebiss. Dies liegt vermutlich daran, dass nach wie vor schwere Zahnzerstörungen speziell im Oberkieferfrontzahnbereich bereits bei Kindergartenkindern (sog. Nuckelflaschenkaries = NFK) stark verbreitet sind. Diese Milchzahndefekte treten bei 3- bis 6-Jährigen mit einer Häufigkeit von 13,5 % auf (Robke, 2002) und sind meist gekoppelt mit massiven Schäden an anderen Milchzähnen. Bei Familien in besonders schwierigen Lebenslagen und solchen mit Migrationshintergrund liegt die Erkrankungshäufigkeit oftmals bei mehr als 35 % .
In der Zahnmedizin wie auch in der Medizin stellt die Polarisierung des Erkrankungsrisikos, d. h. eine kleine Gruppe der Bevölkerung in meist sozial schwierigen Lebenslagen vereint den Hauptteil der Krankheitslast auf sich, eine erhebliche Herausforderung dar.

Ursachen für die NFK sind exzessives Trinken (vor allem nachts und über das erste Lebensjahr hinaus) von meist zucker-, aber auch fruchtsäurehaltigen Getränken bzw. sämig-breiigen, gesüßten Nahrungsmitteln aus Saugerflaschen und Trinkhilfen. Unterstützt wird das Trinkverhalten durch die Existenz von Plastik-Saugerflaschen, da sie durch die leichte Handhabung zum Dauernuckeln animieren.

  [ PM des DAJ ]

 Basics:  Nursing Bottle Syndrom  im Zahnlexikon-Online

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4.) 25. September: Tag der Zahngesundheit - Info-Paket für Patientenaufklärung

Gesunde und schöne Zähne stehen auch beim diesjährigen Tag der Zahngesundheit am 25. September im Mittelpunkt. Teilnehmende Zahnarztpraxen können ein umfangreiches Info-Paket beim Verein für Zahnhygiene bestellen.

Mit dem Info-Paket will der Aktionskreis Tag der Zahngesundheit den Praxen ihre Mitarbeit erleichtern. Es enthält Poster, Merkblätter, Broschüren und Produktproben rund um das Thema "Mundhygiene und Prophylaxe". Das Paket zur Patientenaufklärung kann weiterhin beim Verein für Zahnhygiene in Darmstadt gegen einen Beitrag von 7,50 Euro bestellt werden.
Weitere Infos und Bestellung:
Verein für Zahnhygiene
Liebigstr. 25
64293 Darmstadt
Der Verein bittet darum, die Gebühr von 7,50 Euro mit Angabe der gewünschten Lieferadresse vorab auf folgendes Sonderkonto zu überweisen:
Konto 58 99 42
BLZ 508 501 50
Sparkasse Darmstadt
Mit dem Einzahlungsbeleg (Kopie) und Adresse/Praxisstempel kann das Info-Paket anschließend per Post oder Fax (06151/137 37 30) angefordert werden.
 

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5.) Göttinger "Schnarch-Schnuller"-Spiel hilft Kindern, mit geschlossenem Mund zu atmen

Ein neues "Schnarch-Schnuller"-Spiel der Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität, hilft Kindern ab vier Jahren zu lernen, durch die Nase zu atmen. Mit Handpuppen-Tieren und einem dünnen Schlauch wurde der für Erwachsene entwickelte "Schnarch-Schnuller" jetzt auch für die Behandlung von Kindern erweitert. Logopäden im Raum Göttingen nutzen das System, um Kindern, die gewohnheitsmäßig durch den Mund atmen, die gesündere Nasenatmung zu vermitteln. "Mit Elly, der Elefantendame, oder Leo, dem Löwen, lernen die Kinder spielerisch, wie sie im Mund einen Unterdruck erzeugen und die Zunge am Gaumen festsaugen", so Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke, Leiter der Rhonchopathie-Sprechstunde in der Abteilung Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.

Bisher wurde der "Schnarch-Schnuller" ausschließlich für die Behandlung erwachsener Schnarcher eingesetzt. Unter ärztlicher Anleitung lernen die Betroffenen im Universitätsklinikum Göttingen, beim Schlucken einen Unterdruck im Mund zu erzeugen, der die Zunge an den Gaumen "saugt". Im Spiegel verfolgen die "Nuckel-Schüler" ihren Erfolg anhand eines kleinen Trichters, der aus dem Mund ragt: Durch den Unterdruck im Mund stülpt sich eine Gummihaut auf dem Trichter ein. Wird zuhause weiter trainiert, bleiben auch die nächtlichen Sägegeräusche weitgehend aus. "Bei sieben von zehn Betroffenen verringert sich das Schnarchen deutlich", sagt Professor Engelke.

Die Zusammenarbeit mit Logopäden und Hals-, Nasen-, Ohrenärzten hat den Göttinger Arzt auf die Idee gebracht, die Membrantrichterplatte um eine spielerische Komponente für Kinder zu erweitern. Statt sich wie die Erwachsenen im Spiegel zu beobachten, testen die Kinder ihre Saugkraft mit einem Verlängerungsschlauch an der Membrantrichterplatte. Das Ende des Schlauches ragt aus dem Maul eines Handpuppen-Tieres. Mit dem Unterdruck im Kindermund können die Tiere jetzt Hütchen "fressen" und Flüssigkeiten "trinken". Mit dem Mund angesaugt, können beispielsweise bunte Kugeln um die Wette sortiert werden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. "Den Kindern macht das einen Riesenspaß", weiß Prof. Engelke.

 weitere Infos:
Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität
Abt. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke, Tel.: 0551/39-8303
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
wengelke@med.uni-goettingen.de

 [ gekürzt nach ©  http://www.innovations-report.de/ ]

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6.) Strahlenbelastung von Assistenzpersonal äußerst gering!

Im Rahmen eines vom BMU geförderten Forschungsvorhabens wurde die Dosis helfender Personen bei Röntgenuntersuchungen in der Zahnmedizin gemessen. Sie liegt im Bereich der Tagesdosis durch die natürliche Umgebungsstrahlung.
Bei zahnmedizinischen Röntgenuntersuchungen ist unter Umständen die Anwesenheit von helfenden Personen für die Beruhigung der Patienten erforderlich. Hierbei stellt sich die Frage nach der damit verbundenen Dosis für diese Personen. Im Rahmen eines BMU/BfS Forschungsvorhabens wurde die Dosis von helfenden Personen während zahnmedizinischer Röntgenuntersuchungen gemessen.
Die Röntgenuntersuchungen in der Zahnmedizin können in 4 Arten aufgeteilt werden: (1) Panoramaaufnahme des Gebisses, (2) Intraorale Einzel-Zahnaufnahme, (3) Fernröntgen-Seitenbild und die eher seltene (4) Digitale Volumentomographie.
Die Anwesenheit von helfenden Personen bei radiologischen Untersuchungen kann bei kleineren Kindern und bei behinderten oder dementen Patienten erforderlich sein. Wenn möglich, wird der Röntgenraum für den kurzen Augenblick der Aufnahme von den helfenden Personen verlassen.
Grundsätzlich ist in Räumen, in denen ionisierende Strahlung angewendet wird, aus Strahlenschutzgründen immer Schutzkleidung zu tragen. Bei den Messungen sollten jedoch die auftretenden Dosiswerte ohne den Abschirmungseinfluss dieser Kleidung bestimmt werden, damit die maximal auftretende Dosis auch für den Fall von nicht getragener Schutzkleidung erfasst ist. Zu diesem Zweck wurden die Dosimeter oberhalb der Bleischürze der helfenden Personen befestigt.

Die gemessenen Dosiswerte (für helfende Personen) liegen, je nach Untersuchungsart, im Bereich von 0,1 µSv bis 4 µSv, was vergleichbar ist mit der Dosis eines Tages durch die natürliche Umgebungsstrahlung von ca. 2 µSv. Zur Bewertung des Risikos für helfende Personen ist weiter zu beachten, das durch das Tragen von Schutzkleidung die auftretenden Dosiswerte, je nach Art der Schutzkleidung und der eingestellten Hochspannung, um bis zu einen Faktor 100 verringern werden können.

 [ ©: gekürzte PM der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) , E-Mail: oliver.hupe@ptb.de ]

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7.) Spaghetti, Schnitzel, Pizza - Die Lieblingsessen der Deutschen

Die Deutschen essen besonders gerne italienische Gerichte und Hausmannskost. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid ergeben, an der tausend Bürger ab 14 Jahren teilnahmen. Auf Platz 1 der Hitliste der Lieblingsgerichte steht Spaghetti Bolognese, gefolgt von Spaghetti mit Tomatensoße, Schnitzel und Pizza. Knapp 40 Prozent der Befragten mögen deftige Fleischgerichte wie Roulade, Sauerbraten oder Steaks. Mehr als jede fünfte Frau isst am liebsten Gemüse - bei Männern sind es nur 11 Prozent. Reisgerichte und Innereien wie Saures Rinderherz oder gebratene Schweineleber sind hingegen kaum gefragt. Offenbar ändern sich mit dem Alter die Vorlieben: Während rund 44 Prozent der über 50-Jährigen Gemüse anderen Speisen vorziehen, entscheiden sich die 14- bis 29-Jährigen eher für Pizza und Pasta. Obwohl für viele Menschen Hausmannskost die Leibspeise ist, kommt in deutschen Küchen auch Exotisches auf den Tisch. Ein Beispiel ist Manti - Tortellini nach türkischer Art, die mit unterschiedlichen Fleischfüllungen und Joghurtsoße serviert werden. Regionale Spezialitäten wie die Gemüsesuppe "Schnüüsch" aus Schleswig-Holstein sind ebenfalls gefragt.

[ Heike Heinrichs, aid-PM ]

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8.) Bienen als Schlüssel für die Entwicklung neuer Antibiotika

Infektionskrankheiten, die von medikamentenresistenten Bakterien verursacht werden, sind jedes Jahr für mehrere Millionen Todesfälle verantwortlich. Experten stimmen darin überein, dass die Entwicklung neuer Antibiotika eine der dringlichsten Aufgaben der medizinischen Forschung ist. Ein Wissenschaftlerteam, bestehend aus Ökologen und Evolutionsbiologen der australischen Macquarie University, hat neue Ansätze im so genannten Bioprospecting entwickelt, die sehr erfolgversprechend sind. Bioprospecting ist die Suche nach Wirkstoffen, die von lebenden Organismen produziert werden und für medizinische Zwecke einsetzbar sind.
Während eine große Anzahl gegenwärtig verwendeter Antibiotika von Bodenmikroben abgeleitet wurden, legen die Erkenntnisse der Wissenschaftler des Macquarie Key Centre for Biodiversity and Bioresources nahe, dass Insekten der Schlüssel für die Entwicklung jener stärkeren und vielseitigeren Antibiotika sind, die im Kampf gegen die heutigen immer resistenter werdenden Bakterien benötigt werden. Sozialen Insekten kommt dabei gegenüber solitären Insekten eine besonders große Bedeutung zu.
Insektenstaaten bieten ideale Bedingungen für die Ausbreitung ansteckender Krankheiten. Sie sind durch Überbevölkerung und geringe genetische Variation gekennzeichnet, was die Übertragung von Krankheiten innerhalb solcher Kolonien schnell ausufern lassen kann. Um unter diesen Bedingungen zu überleben, mussten soziale Insekten Methoden entwickeln, die die Ausbreitung von Krankheiten aufhalten. Dabei am meisten verbreitet ist die antimikrobielle Sekretion. Auch wenn die antimikrobielle Sekretion als Abwehrmechanismus im Tierreich bekannt ist, wurde bisher nie untersucht, ob diese stärker ist, wenn das Krankheitsrisiko aufgrund der Größe oder des Sozialitätsgrades der Gruppe ansteigt. Die Forscher der Macquarie University testeten ihre Hypothese, dass ein stärkeres antimikrobielles Sekret in größeren und eng verwandten Kolonien gebildet wird. Im Ergebnis konnten sie zeigen, dass eine starke Korrelation zwischen Gruppengröße und dem Grad der genetischen Verwandtschaft auf der einen Seite und verbesserten antimikrobiellen Eigenschaften auf der anderen Seite besteht.
Die Wissenschaftler wählten für ihre Untersuchungen Bienen, da diese auf mehreren Ebenen der Sozialitätsstufen von Insekten zu finden sind, die von solitär über semi-sozial bis hin zu hochsozialen, so genannten eusozialen Kolonien reichen. Die Wissenschaftler entdeckten, dass das antimikrobielle Sekret selbst bei der primitivsten semi-sozialen Bienenart um ein Vielfaches stärker war, als bei einer solitären Art. In weiteren Schritten sollen die Untersuchungen nun auf wirbellose Tiere, wie Wespen und Thripse ausgeweitet werden, um zu prüfen, ob das entdeckte Phänomen auch bei anderen Gruppen existiert.

[ ©:  berlin@ranke-heinemann.de ]

 
Basics: Antibiotika im Zahnlexikon-Online

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9.) Warnung vor angeblich gesundheitsfördernden Aprikosenkernen

Bittere Aprikosenkerne können der Gesundheit schaden, berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf das Bundesinstitut für Risikobewertung. Die mandelförmigen Kerne aus dem Inneren des Aprikosensteins werden als Nahrungsergänzungsmittel verkauft und als gesundheitsfördernd beworben. Mehr als ein bis zwei Kerne pro Tag sollten Verbraucher nicht essen, denn die bitteren Kerne enthalten Amygdalin, aus dem bei der Verdauung giftige Blausäure entsteht. Vergiftungserscheinungen sind Krämpfe, Erbrechen und Atemnot. In höheren Dosen ist Blausäure sogar tödlich. Aprikosenkerne müssen für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.

[ ©:  PM Apotheken-Umschau ]

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10.) Medizinethik - Wertvorstellungen von Muslimen beachten

Verständigungsprobleme und die mangelnde Kenntnisse islamischer Glaubensinhalte können schnell zu Konflikten führen, wenn muslimische Menschen in Deutschland zum Arzt gehen. Konflikte vorbeugen können Ärzte wenn sie die Wertvorstellungen dieser Patienten kennen. Wie die Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" berichtet, haben viele Muslime ein stark ausgeprägtes Schamgefühl. Dazu gehöre, dass körperliche Kontakte außerhalb der Familie abgelehnt werden. "Der islamische Glaube erkennt den Krankheitsfall zwar als Ausnahmezustand an", erläutert Dr. med. Dr. phil. Ilhan Ilkilic vom Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Universität Mainz. Viele Muslime würden jedoch großen Wert darauf legen, von gleichgeschlechtlichem medizinischen Personal untersucht und behandelt zu werden. Dabei spiele auch die Intensität und Qualität des medizinisch erforderlichen Körperkontakts eine Rolle. "Sicherlich hat eine gynäkologische Untersuchung durch einen männlichen Arzt für eine muslimische Patientin nicht denselben Stellenwert wie eine Blutdruckmessung durch denselben Mann", sagt Ilkilic.

Zu den allgemein bekannten religiösen Pflichten von Muslimen gehört es, im Fastenmonat Ramadan zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang keine flüssige oder feste Nahrung aufzunehmen. Kranke wie aber auch Schwangere, Stillende und Frauen während der Menstruation seien davon ausgenommen, betont Ilkilic. Dennoch verzichten Muslime ungern auf die Pflicht und verschieben häufig auch die Einnahme von Medikamenten. Die Ärzte sollten ihnen deshalb deutlich sagen, wenn sich daraus Risiken für die Gesundheit ergeben.

Eine andere religiöse Pflicht ist das Verbot von Alkohol und Schweinefleisch, berichtet die Zeitschrift weiter. Darauf müssen laut Ilkilic nicht nur die Klinikköche achten, sondern auch die Ärzte. Manche Muslime lehnen nämlich auch Medikamente ab, wenn diese Alkohol enthalten. Probleme könne es auch bei Bio-Herzklappen (vom Schwein) geben oder bei Medikamentenkapseln, die häufig Gelatine enthalten, das aus Schweinen gewonnen wird.

 Mehr: I. Ilkilic: Medizinethische Aspekte im Umgang mit muslimischen Patienten. DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2007; 132 (30): S. 1587-1590

  [ ©: zm-online; jr/pm ]

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11.) Zum Schluss: Mediziner-Weisheit:

Was ist der Unterschied zwischen einem Internisten, einem Chirurgen, einem Psychiater und einem Pathologen?

• Der Internist hat Ahnung, kann aber nichts.
• Der Chirurg hat keine Ahnung, kann aber alles.
• Der Psychiater hat keine Ahnung und kann nichts, hat aber für alles
Verständnis.
• Der Pathologe weiß alles, kann alles, kommt aber immer zu spät.

[ © Apothekenmagazin Apotheken Umschau ]

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