|
Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
09/2007/ 1. September 2007
Inhalt
1.)
Zahnersatz aus dem Computer?
2.)
Fluoridiertes Speisesalz - Internationaler Standard für bessere
Zahngesundheit
3.)
Nuckelflaschen-Karies ade!
4.) 25. September: Tag der Zahngesundheit -
Info-Paket für Patientenaufklärung
5.)
Göttinger
"Schnarch-Schnuller" hilft Kindern, mit geschlossenem Mund zu
atmen
6.)
Strahlenbelastung von Assistenzpersonal äußerst gering!
7.)
Spaghetti, Schnitzel, Pizza - Die
Lieblingsessen der Deutschen
8.)
Bienen als Schlüssel für die
Entwicklung neuer Antibiotika
9.)
Warnung vor angeblich
gesundheitsfördernden Aprikosenkernen
10.)
Medizinethik -
Wertvorstellungen von Muslimen beachten
11.)
Zum Schluss: Mediziner-Weisheit
1.)
Zahnersatz aus dem Computer?
Bereits zu Beginn der 80iger Jahre wurden Verfahren zur Herstellung
von Computergefrästen Kronen in der Schweiz und in Frankreich
entwickelt. Die hohe Genauigkeit, die bei der Herstellung von
Zahnersatz erforderlich ist und die Besonderheiten, die in jedem
Einzelfall zu beachten sind, haben die Entwicklung hin zu
praxistauglichen Systemen sehr aufwendig und schwierig gemacht.
Dennoch, die Vorteile solcher Systeme liegen auf der Hand:
- die umfangreichen Arbeiten im Labor entfallen, oder werden auf ein Minimum
reduziert
- das Material ist spannungsfreier, als wenn man herkömmliche Methoden zur
Herstellung anwendet
- die Behandlung kann mitunter an nur einem Behandlungstermin abgeschlossen
werden
- die Abdrucknahme erfolgt mitunter elektronisch
- gefräste Kronen oder Füllungen erfüllen die Forderung der Patienten nach
zahnfarbenen, ästhetischen Restaurationen
Der Anwendungsbereich des mit diese Verfahren herstellbare Zahnersatzes ist
auf Kronen, Veneers (keramische Verblendschalen) Füllungen und klein Brücken
beschränkt.
Die Grundlage für den Fräsvorgang liefern entweder ein üblicher Abdruck, dessen
Modell dann eingescannt wird, oder es kommt ein „elektronischer Abdruck" zum
Einsatz, bei dem ein Kamerabild aus dem Mund des Patienten die elektronischen
Ausgangsdaten direkt liefert.
Aufgrund des hohe apparativen Aufwandes werden computergestützte Verfahren in
naher Zukunft in der zahnärztlichen Praxis wohl nicht zu Standardverfahren
werden. Mit dem Fortschreiten der Entwicklung und Verbreitung dieser System
könnte dies aber mittelfristig durchaus der Fall sein.
[ ©
Patientenzeitung "Zahngesundheits-Forum" der zahnärztlichen
Körperschaften Baden-Württembergs ]
Basics: CAD/CAM-Systeme
im
Zahnlexikon-Online
2.)
Fluoridiertes Speisesalz - Internationaler Standard für bessere
Zahngesundheit
Zur Zeit profitieren weltweit etwa 170 Mio. Menschen
von der kariesschützenden Wirkung von fluoridiertem Speisesalz.
Vorbildfunktion hat die Schweiz, wo dieses Salz seit mehr als 50
Jahren im Haushalt verwendet wird. Die Effizienz und Effektivität
der Prophylaxe mit fluoridiertem Speisesalz zeigt sich nach Prof.
Dr. T. MARTHALER von der Universität Zürich auch in Ländern mit
weniger guter „medizinischer Infrastruktur“ wie Costa Rica, Jamaika,
Mexiko oder Uruguay. Der Zahngesundheitsstatus war in diesen Ländern
außerordentlich schlecht, obwohl beispielsweise in Jamaika und Costa
Rica seit mehr als 20 Jahren fluoridierte Zahncreme erhältlich ist.
Da in diesen Ländern der Zugang der Bevölkerung zur öffentlichen
Trinkwasserversorgung nicht flächendeckend sichergestellt werden
kann, wurde dafür die generelle Fluoridierung von Speisesalz zur
Basisprophylaxe eingeführt. Zwischen 90 % und 100 % des täglich
aufgenommenen Speisesalzes sind dort heute fluoridiert (200 - 250 mg
Fluorid/kg Salz). Im Verlauf der letzten zehn Jahre konnte dadurch
die Zahnkaries erheblich zurückgedrängt werden. In Jamaika nahm die
Prävalenz der Zahnkaries um 84% ab, der Anteil der Kinder mit
kariesfreiem Gebiss stieg von 2,8 % auf 61,7 %. In Costa Rica sank
das Kariesaufkommen um 73 %, in Mexiko um 44%, so MARTHALER.
In Europa wird fluoridiertes Speisesalz neben der Schweiz und
Deutschland noch in Frankreich, Österreich, der Tschechischen
Republik und der Slowakei angeboten. Allerdings sind die
Marktanteile in diesen Ländern noch relativ niedrig, sodass auch der
kariesprophylaktische Erfolg geringer ist als in Deutschland.
[ gekürzt nach einer
Meldung der Informationsstelle für Kariesprophylaxe (IfK) des
Deutschen Arbeitskreises für Zahnheilkunde (DAZ) ]
Basics: Salzfluoridierung
im
Zahnlexikon-Online
3.)
Nuckelflaschen-Karies
ade!
Stellen wir uns vor, alle Kinder in Deutschland hätten ein
fröhliches Lachen mit gesunden Zähnen ...... tatsächlich ist dem
leider nicht so.
Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e. V. (DAJ)
schreibt daher für das Jahr 2008 den Dr. Wahl-Preis mit dem Ziel
aus, die Zahl der "glücklichen Kindergesichter" drastisch zu
erhöhen. Mit dem Zauberwort "Nuckelflaschen-Karies ade!" sollen
Fachleute verschiedener Bereiche bis zum 31. Mai 2008 Konzepte für
Erziehungsberechtigte bzw. diejenigen, die die Rahmenbedingungen
setzen, erstellen.
Der Kariesrückgang im Milchgebiss ist im Verlauf von 10 Jahren
deutlich geringer ausgefallen als im bleibenden Gebiss. Dies liegt
vermutlich daran, dass nach wie vor schwere Zahnzerstörungen
speziell im Oberkieferfrontzahnbereich bereits bei
Kindergartenkindern (sog. Nuckelflaschenkaries = NFK) stark
verbreitet sind. Diese Milchzahndefekte treten bei 3- bis 6-Jährigen
mit einer Häufigkeit von 13,5 % auf (Robke, 2002) und sind meist
gekoppelt mit massiven Schäden an anderen Milchzähnen. Bei Familien
in besonders schwierigen Lebenslagen und solchen mit
Migrationshintergrund liegt die Erkrankungshäufigkeit oftmals bei
mehr als 35 % .
In der Zahnmedizin wie auch in der Medizin stellt die Polarisierung
des Erkrankungsrisikos, d. h. eine kleine Gruppe der Bevölkerung in
meist sozial schwierigen Lebenslagen vereint den Hauptteil der
Krankheitslast auf sich, eine erhebliche Herausforderung dar.
Ursachen für die NFK sind exzessives Trinken (vor allem nachts und
über das erste Lebensjahr hinaus) von meist zucker-, aber auch
fruchtsäurehaltigen Getränken bzw. sämig-breiigen, gesüßten
Nahrungsmitteln aus Saugerflaschen und Trinkhilfen. Unterstützt wird
das Trinkverhalten durch die Existenz von Plastik-Saugerflaschen, da
sie durch die leichte Handhabung zum Dauernuckeln animieren.
[
PM des DAJ ]
Basics: Nursing
Bottle Syndrom im
Zahnlexikon-Online
4.)
25. September: Tag der
Zahngesundheit - Info-Paket für Patientenaufklärung
Gesunde und schöne Zähne stehen auch beim diesjährigen Tag der Zahngesundheit
am 25. September im Mittelpunkt. Teilnehmende Zahnarztpraxen können ein
umfangreiches Info-Paket beim Verein für Zahnhygiene bestellen.
Mit dem Info-Paket will der Aktionskreis Tag der Zahngesundheit den Praxen ihre
Mitarbeit erleichtern. Es enthält Poster, Merkblätter, Broschüren und
Produktproben rund um das Thema "Mundhygiene und Prophylaxe". Das Paket zur
Patientenaufklärung kann weiterhin beim Verein für Zahnhygiene in Darmstadt
gegen einen Beitrag von 7,50 Euro bestellt werden.
Weitere Infos und Bestellung:
Verein für Zahnhygiene
Liebigstr. 25
64293 Darmstadt
Der Verein bittet darum, die Gebühr von 7,50 Euro mit Angabe der gewünschten
Lieferadresse vorab auf folgendes Sonderkonto zu überweisen:
Konto 58 99 42
BLZ 508 501 50
Sparkasse Darmstadt
Mit dem Einzahlungsbeleg (Kopie) und Adresse/Praxisstempel kann das Info-Paket
anschließend per Post oder Fax (06151/137 37 30) angefordert werden.
5.)
Göttinger
"Schnarch-Schnuller"-Spiel hilft Kindern, mit geschlossenem Mund zu
atmen
Ein neues "Schnarch-Schnuller"-Spiel der Universitätsmedizin Göttingen,
Georg-August-Universität, hilft Kindern ab vier Jahren zu lernen, durch die Nase
zu atmen. Mit Handpuppen-Tieren und einem dünnen Schlauch wurde der für
Erwachsene entwickelte "Schnarch-Schnuller" jetzt auch für die Behandlung von
Kindern erweitert. Logopäden im Raum Göttingen nutzen das System, um Kindern,
die gewohnheitsmäßig durch den Mund atmen, die gesündere Nasenatmung zu
vermitteln. "Mit Elly, der Elefantendame, oder Leo, dem Löwen, lernen die Kinder
spielerisch, wie sie im Mund einen Unterdruck erzeugen und die Zunge am Gaumen
festsaugen", so Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke, Leiter der
Rhonchopathie-Sprechstunde in der Abteilung Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie.
Bisher wurde der "Schnarch-Schnuller" ausschließlich für die Behandlung
erwachsener Schnarcher eingesetzt. Unter ärztlicher Anleitung lernen die
Betroffenen im Universitätsklinikum Göttingen, beim Schlucken einen Unterdruck
im Mund zu erzeugen, der die Zunge an den Gaumen "saugt". Im Spiegel verfolgen
die "Nuckel-Schüler" ihren Erfolg anhand eines kleinen Trichters, der aus dem
Mund ragt: Durch den Unterdruck im Mund stülpt sich eine Gummihaut auf dem
Trichter ein. Wird zuhause weiter trainiert, bleiben auch die nächtlichen
Sägegeräusche weitgehend aus. "Bei sieben von zehn Betroffenen verringert sich
das Schnarchen deutlich", sagt Professor Engelke.
Die Zusammenarbeit mit Logopäden und Hals-, Nasen-, Ohrenärzten hat den
Göttinger Arzt auf die Idee gebracht, die Membrantrichterplatte um eine
spielerische Komponente für Kinder zu erweitern. Statt sich wie die Erwachsenen
im Spiegel zu beobachten, testen die Kinder ihre Saugkraft mit einem
Verlängerungsschlauch an der Membrantrichterplatte. Das Ende des Schlauches ragt
aus dem Maul eines Handpuppen-Tieres. Mit dem Unterdruck im Kindermund können
die Tiere jetzt Hütchen "fressen" und Flüssigkeiten "trinken". Mit dem Mund
angesaugt, können beispielsweise bunte Kugeln um die Wette sortiert werden. Der
Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. "Den Kindern macht das einen Riesenspaß",
weiß Prof. Engelke.
weitere
Infos:
Universitätsmedizin Göttingen -
Georg-August-Universität
Abt. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke, Tel.: 0551/39-8303
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
wengelke@med.uni-goettingen.de
[
gekürzt nach
©
http://www.innovations-report.de/ ]
6.)
Strahlenbelastung von
Assistenzpersonal äußerst gering!
Im Rahmen eines vom BMU geförderten Forschungsvorhabens wurde die
Dosis helfender Personen bei Röntgenuntersuchungen in der
Zahnmedizin gemessen. Sie liegt im Bereich der Tagesdosis durch die
natürliche Umgebungsstrahlung.
Bei zahnmedizinischen Röntgenuntersuchungen ist unter Umständen die
Anwesenheit von helfenden Personen für die Beruhigung der Patienten
erforderlich. Hierbei stellt sich die Frage nach der damit
verbundenen Dosis für diese Personen. Im Rahmen eines BMU/BfS
Forschungsvorhabens wurde die Dosis von helfenden Personen während
zahnmedizinischer Röntgenuntersuchungen gemessen.
Die Röntgenuntersuchungen in der Zahnmedizin können in 4 Arten
aufgeteilt werden: (1) Panoramaaufnahme des Gebisses, (2) Intraorale
Einzel-Zahnaufnahme, (3) Fernröntgen-Seitenbild und die eher seltene
(4) Digitale Volumentomographie.
Die Anwesenheit von helfenden Personen bei radiologischen
Untersuchungen kann bei kleineren Kindern und bei behinderten oder
dementen Patienten erforderlich sein. Wenn möglich, wird der
Röntgenraum für den kurzen Augenblick der Aufnahme von den helfenden
Personen verlassen.
Grundsätzlich ist in Räumen, in denen ionisierende Strahlung
angewendet wird, aus Strahlenschutzgründen immer Schutzkleidung zu
tragen. Bei den Messungen sollten jedoch die auftretenden Dosiswerte
ohne den Abschirmungseinfluss dieser Kleidung bestimmt werden, damit
die maximal auftretende Dosis auch für den Fall von nicht getragener
Schutzkleidung erfasst ist. Zu diesem Zweck wurden die Dosimeter
oberhalb der Bleischürze der helfenden Personen befestigt.
Die gemessenen Dosiswerte (für helfende Personen) liegen, je nach
Untersuchungsart, im Bereich von 0,1 µSv
bis 4 µSv, was vergleichbar ist
mit der Dosis eines Tages durch die natürliche Umgebungsstrahlung
von ca. 2 µSv. Zur Bewertung des
Risikos für helfende Personen ist weiter zu beachten, das durch das
Tragen von Schutzkleidung die auftretenden Dosiswerte, je nach Art
der Schutzkleidung und der eingestellten Hochspannung, um bis zu
einen Faktor 100 verringern werden können.
[
©: gekürzte PM der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) ,
E-Mail: oliver.hupe@ptb.de
]
Basics:
Strahlenbelastung im
Zahnlexikon-Online
7.)
Spaghetti, Schnitzel, Pizza - Die Lieblingsessen der Deutschen
Die Deutschen essen besonders gerne italienische Gerichte und
Hausmannskost. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts
Emnid ergeben, an der tausend Bürger ab 14 Jahren teilnahmen. Auf Platz
1 der Hitliste der Lieblingsgerichte steht Spaghetti Bolognese, gefolgt
von Spaghetti mit Tomatensoße, Schnitzel und Pizza. Knapp 40 Prozent der
Befragten mögen deftige Fleischgerichte wie Roulade, Sauerbraten oder
Steaks. Mehr als jede fünfte Frau isst am liebsten Gemüse - bei Männern
sind es nur 11 Prozent. Reisgerichte und Innereien wie Saures Rinderherz
oder gebratene Schweineleber sind hingegen kaum gefragt. Offenbar ändern
sich mit dem Alter die Vorlieben: Während rund 44 Prozent der über
50-Jährigen Gemüse anderen Speisen vorziehen, entscheiden sich die 14-
bis 29-Jährigen eher für Pizza und Pasta. Obwohl für viele Menschen
Hausmannskost die Leibspeise ist, kommt in deutschen Küchen auch
Exotisches auf den Tisch. Ein Beispiel ist Manti - Tortellini nach
türkischer Art, die mit unterschiedlichen Fleischfüllungen und
Joghurtsoße serviert werden. Regionale Spezialitäten wie die Gemüsesuppe
"Schnüüsch" aus Schleswig-Holstein sind ebenfalls gefragt.
[ Heike Heinrichs, aid-PM ]
8.)
Bienen als Schlüssel für die Entwicklung neuer Antibiotika
Infektionskrankheiten, die von medikamentenresistenten
Bakterien verursacht werden, sind jedes Jahr für mehrere Millionen
Todesfälle verantwortlich. Experten stimmen darin überein, dass die
Entwicklung neuer Antibiotika eine der dringlichsten Aufgaben der
medizinischen Forschung ist. Ein Wissenschaftlerteam, bestehend aus
Ökologen und Evolutionsbiologen der australischen Macquarie University,
hat neue Ansätze im so genannten Bioprospecting entwickelt, die sehr
erfolgversprechend sind. Bioprospecting ist die Suche nach Wirkstoffen,
die von lebenden Organismen produziert werden und für medizinische
Zwecke einsetzbar sind.
Während eine große Anzahl gegenwärtig verwendeter Antibiotika von
Bodenmikroben abgeleitet wurden, legen die Erkenntnisse der
Wissenschaftler des Macquarie Key Centre for Biodiversity and
Bioresources nahe, dass Insekten der Schlüssel für die Entwicklung jener
stärkeren und vielseitigeren Antibiotika sind, die im Kampf gegen die
heutigen immer resistenter werdenden Bakterien benötigt werden. Sozialen
Insekten kommt dabei gegenüber solitären Insekten eine besonders große
Bedeutung zu.
Insektenstaaten bieten ideale Bedingungen für die Ausbreitung
ansteckender Krankheiten. Sie sind durch Überbevölkerung und geringe
genetische Variation gekennzeichnet, was die Übertragung von Krankheiten
innerhalb solcher Kolonien schnell ausufern lassen kann. Um unter diesen
Bedingungen zu überleben, mussten soziale Insekten Methoden entwickeln,
die die Ausbreitung von Krankheiten aufhalten. Dabei am meisten
verbreitet ist die antimikrobielle Sekretion. Auch wenn die
antimikrobielle Sekretion als Abwehrmechanismus im Tierreich bekannt
ist, wurde bisher nie untersucht, ob diese stärker ist, wenn das
Krankheitsrisiko aufgrund der Größe oder des Sozialitätsgrades der
Gruppe ansteigt. Die Forscher der Macquarie University testeten ihre
Hypothese, dass ein stärkeres antimikrobielles Sekret in größeren und
eng verwandten Kolonien gebildet wird. Im Ergebnis konnten sie zeigen,
dass eine starke Korrelation zwischen Gruppengröße und dem Grad der
genetischen Verwandtschaft auf der einen Seite und verbesserten
antimikrobiellen Eigenschaften auf der anderen Seite besteht.
Die Wissenschaftler wählten für ihre Untersuchungen Bienen, da diese auf
mehreren Ebenen der Sozialitätsstufen von Insekten zu finden sind, die
von solitär über semi-sozial bis hin zu hochsozialen, so genannten
eusozialen Kolonien reichen. Die Wissenschaftler entdeckten, dass das
antimikrobielle Sekret selbst bei der primitivsten semi-sozialen
Bienenart um ein Vielfaches stärker war, als bei einer solitären Art. In
weiteren Schritten sollen die Untersuchungen nun auf wirbellose Tiere,
wie Wespen und Thripse ausgeweitet werden, um zu prüfen, ob das
entdeckte Phänomen auch bei anderen Gruppen existiert.
[ ©:
berlin@ranke-heinemann.de ]
Basics:
Antibiotika im
Zahnlexikon-Online
9.)
Warnung vor
angeblich gesundheitsfördernden Aprikosenkernen
Bittere Aprikosenkerne können der Gesundheit schaden, berichtet die
"Apotheken Umschau" unter Berufung auf das Bundesinstitut für Risikobewertung.
Die mandelförmigen Kerne aus dem Inneren des Aprikosensteins werden als
Nahrungsergänzungsmittel verkauft und als gesundheitsfördernd beworben. Mehr als
ein bis zwei Kerne pro Tag sollten Verbraucher nicht essen, denn die bitteren
Kerne enthalten Amygdalin, aus dem bei der Verdauung giftige Blausäure entsteht.
Vergiftungserscheinungen sind Krämpfe, Erbrechen und Atemnot. In höheren Dosen
ist Blausäure sogar tödlich. Aprikosenkerne müssen für Kinder unzugänglich
aufbewahrt werden.
[ ©:
PM
Apotheken-Umschau ]
10.)
Medizinethik -
Wertvorstellungen von Muslimen beachten
Verständigungsprobleme und die mangelnde Kenntnisse islamischer
Glaubensinhalte können schnell zu Konflikten führen, wenn muslimische Menschen
in Deutschland zum Arzt gehen. Konflikte vorbeugen können Ärzte wenn sie die
Wertvorstellungen dieser Patienten kennen. Wie die Fachzeitschrift "DMW Deutsche
Medizinische Wochenschrift" berichtet, haben viele Muslime ein stark
ausgeprägtes Schamgefühl. Dazu gehöre, dass körperliche Kontakte außerhalb der
Familie abgelehnt werden. "Der islamische Glaube erkennt den Krankheitsfall zwar
als Ausnahmezustand an", erläutert Dr. med. Dr. phil. Ilhan Ilkilic vom Institut
für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Universität Mainz. Viele
Muslime würden jedoch großen Wert darauf legen, von gleichgeschlechtlichem
medizinischen Personal untersucht und behandelt zu werden. Dabei spiele auch die
Intensität und Qualität des medizinisch erforderlichen Körperkontakts eine
Rolle. "Sicherlich hat eine gynäkologische Untersuchung durch einen männlichen
Arzt für eine muslimische Patientin nicht denselben Stellenwert wie eine
Blutdruckmessung durch denselben Mann", sagt Ilkilic.
Zu den allgemein bekannten religiösen Pflichten von Muslimen gehört es, im
Fastenmonat Ramadan zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang keine flüssige
oder feste Nahrung aufzunehmen. Kranke wie aber auch Schwangere, Stillende und
Frauen während der Menstruation seien davon ausgenommen, betont Ilkilic. Dennoch
verzichten Muslime ungern auf die Pflicht und verschieben häufig auch die
Einnahme von Medikamenten. Die Ärzte sollten ihnen deshalb deutlich sagen, wenn
sich daraus Risiken für die Gesundheit ergeben.
Eine andere religiöse Pflicht ist das Verbot von Alkohol und Schweinefleisch,
berichtet die Zeitschrift weiter. Darauf müssen laut Ilkilic nicht nur die
Klinikköche achten, sondern auch die Ärzte. Manche Muslime lehnen nämlich auch
Medikamente ab, wenn diese Alkohol enthalten. Probleme könne es auch bei
Bio-Herzklappen (vom Schwein) geben oder bei Medikamentenkapseln, die häufig
Gelatine enthalten, das aus Schweinen gewonnen wird.
Mehr:
I. Ilkilic: Medizinethische Aspekte im
Umgang mit muslimischen Patienten. DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2007;
132 (30): S. 1587-1590
[
©:
zm-online; jr/pm
]
11.)
Zum Schluss: Mediziner-Weisheit:
Was ist der Unterschied zwischen einem Internisten, einem
Chirurgen, einem Psychiater und einem Pathologen?
• Der Internist hat Ahnung, kann aber nichts.
• Der Chirurg hat keine Ahnung, kann aber alles.
• Der Psychiater hat keine Ahnung und kann nichts, hat aber für alles
Verständnis.
• Der Pathologe weiß alles, kann alles, kommt aber immer zu spät.
[ ©
Apothekenmagazin Apotheken Umschau ]
Direkter
WEB-Zugriff auf diesen Letter

Zum Archiv 2001 - 2007
NewsLetter abonnieren
Impressum
Herausgeber: Dr. Klaus de Cassan, GF der ZiiS-GmbH
Verantwortlich: Dr. Klaus de Cassan
Gesetzliche Pflichtangaben unter:
http://www.ziis.de/impressum.htm
Alle Rechte vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung oder
Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der
schriftlichen Zustimmung der ZiiS-GmbH.
Bitte beachten Sie das
Copyright (c) 2001-2007:
Copyright
Abmelden
----------
Der Bezug der ZahnNewsLetter ist kostenlos. Er wird ausschließlich an
User versandt, die sich zuvor
persönlich angemeldet und ein Kennwort
erhalten haben.
Wenn Sie den ZahnNewsLetter abbestellen wollen, so senden Sie bitte eine
E-Mail mit Angabe Ihres Kennwortes und dem Vermerk UNSUBSCRIBE
in der Betreff-Zeile an die Adresse
|