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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
10/2005/ 1. Oktober 2005
Die Sommerpause ist vorüber - Sie sehen dies allein schon an dem Umfang
der nachfolgenden Meldungen. Wir hoffen, Ihnen wieder Einiges an neuen
Infos bieten zu können.
Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion
Inhalt
1.)
Zähne
und Psyche: Wenn Probleme auf die Zähne schlagen
2.)
Schweiz: Implantat kostengünstiger als
Brücke
3.)
"Kalter Laser" statt konventionellem
"Bohren"?
4.) Mundgesundheit bei Kindern und Jugendlichen
weiter auf Erfolgskurs
5.)
Kassen: 1,4 Milliarden weniger Ausgaben für Zahnersatz in 2005
6.)
Fruktose-Getränke - Modernes Süßungsmittel als Dickmacher entlarvt
7.) Bund der Versicherten:
Zahnzusatzversicherungen überflüssig
8.)
Auf dem Prüfstand:
Zahnzusatzversicherungen
9.) Langes Leben
kostet - ob mit oder ohne Praxisgebühr
10.)
Deutsches
Gesundheitssystem im Ländervergleich an der Spitze
11.) „Das Geheimnis um die verschwundenen
Zahnbürsten“
12.)
Teilkronen halten noch länger als
Inlays
13.)
Meinen
Arzt wähle ich aus!
14.) Alternative Heilmethoden -
Oft nicht wirksam
15.)
Vor 1.500 Jahren war Karies kein
Problem
16.)
Zum Schluss:
Selbsternannte Experten
1.)
Zähne und Psyche: Wenn
Probleme auf die Zähne schlagen
Etwa jede fünfte Bundesbürger knirscht mit den Zähnen. Dies kann zu
nachhaltigen Schäden an Zähnen und Kiefergelenk führen. Grund für das
Zähneknirschen ist oft eine unbewusste Anspannung der Kaumuskulatur,
die wiederum sehr häufig auf Stress beziehungsweise unverarbeitete
persönliche Konflikte zurückzuführen ist. Um Zähne und Kiefergelenk zu
schützen, wird Betroffenen in der Regel vom Zahnarzt eine
Kunststoffschiene angefertigt. Damit wird aber lediglich den Folgen
des Zähneknirschens vorgebeugt, wie Prof. Dr. Stephan Doering betont,
der vor kurzem am Universitätsklinikum Münster (UKM) die bundesweit
einzige Professur für Psychosomatik in der Zahnheilkunde übernommen
hat. Von seiner früheren Wirkungsstätte in Innsbruck her hat er ein
schon länger bekanntes, aber bislang kaum genutztes Verfahren mit nach
Münster gebracht, und zwar die Biofeedback-Behandlung.
Dabei werden den Patienten kleine Elektroden über dem Kaumuskel auf
die Wange geklebt und die Muskelanspannung an einen Computer
übertragen. Am Monitor können die Patienten die jeweilige Anspannung
genau verfolgen und lernen, sie durch gezielte Entspannungsübungen
abzubauen. Zur zusätzlichen Sicherheit wird ihnen aber zunächst noch
das Tragen einer Schiene empfohlen. Vor dem Hintergrund der großen
Zahl der Betroffenen dürfte diese Methode auch gesundheitsökonomisch
von großer Bedeutung sein, hilft sie doch, hohe Folgekosten für
entsprechende zahnärztliche Behandlung zu drosseln. Das Zähneknirschen
ist jedoch nur einer der Schwerpunkte des neuen Lehrstuhlinhabers, der
strukturell an die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und
inhaltlich an die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des UKM
angebunden ist.
A propos Kosten. Viele Menschen stecken hohe Summen in immer neue
Zahnprothesen, weil sie mit den alten einfach nicht zurechtkommen.
Dennoch will das Gefühl, dass der Zahnersatz drückt, brennt oder
sonstige Probleme bereitet, einfach nicht weichen - auch wenn eine
ganze Reihe von Zahnärzten, die deswegen konsultiert wurden, einhellig
beteuern, dass alles optimal sitzt. Etwa ein bis zwei Prozent aller
Patienten, die mit einer Prothese versorgt werden, haben sich auch
nach drei Monaten noch nicht daran gewöhnt. Ursache ist in solchen
Fällen meistens eine psychogene Prothesenunverträglichkeit, das heißt
der eigentliche Grund für die Probleme liegt nicht im Zahnersatz
selbst, sondern in dessen "Verarbeitung" im Gehirn. Dabei können
vorangegangene Schmerzerlebnisse, aber auch seelische Belastungen eine
Rolle spielen. Für solche Patienten ist die Ambulanz für Psychosomatik
in der Zahnheilkunde am UKM eine wichtige Anlaufstation.
Vor einem eingehenden Gespräch werden die Ratsuchenden aber oftmals
erst einmal in den Zahnarztstuhl gebeten. Hier schaut ihnen
Privatdozentin Dr. Anne Wolowski, Oberärztin der Poliklinik für
Zahnärztliche Prothetik und zahnärztliche Leiterin der Ambulanz für
Psychosomatik in der Zahnheilkunde, erst einmal fachfraulich in den
Mund, um auszuschließen, dass die Probleme nicht möglicherweise doch
mit der Prothese selbst beziehungsweise Veränderungen im Zahn- Mund-
oder Kieferbereich zu tun haben. Ist dies nicht der Fall, wird in
einem etwa einstündigen Gespräch nach möglichen psychischen Ursachen
gefahndet und dem Patienten eine entsprechende psychotherapeutische
Weiterbehandlung in Wohnortnähe empfohlen.
Ganz ähnlich wird auch bei Patienten verfahren, die sich an die Klinik
wegen permanenter Schmerzen wenden, für die bislang aus zahnärztlicher
Sicht keine Ursache gefunden werden konnte. Dies kann unterschiedliche
Gründe haben. So verweist Doering beispielsweise auf das
"Schmerzgedächtnis" im Gehirn, in dem längst vergangene Schmerzreize
unnötig gespeichert werden und den Betroffenen den Schmerz weiter
erleben lassen, obwohl die organische Ursache längst behoben ist. Bei
dieser Form der Chronifizierung von Schmerzen können seelische
Faktoren mitunter eine wichtige Rolle spielen. Den Ursachen
psychogener Schmerzen und Prothesenunverträglichkeit näher auf die
Spur zu kommen, ist auch Ziel der Forschungsaktivitäten Doerings.
Weiteres großes Thema in der Forschung ist für ihn die
Psychoneuroimmunologie, das heißt die Beeinflussung der körpereigenen
Abwehr durch psychische Prozesse. Doering interessiert diese Frage
insbesondere im Hinblick auf den Heilungsverlauf bei Parodontitis
("Zahnfleischentzündung").
[ gekürzt nach ©:
idw/Doering ]
2.)
Schweiz: Implantat kostengünstiger als Brücke
Mit Einführung der
Festzuschüsse in Deutschland ab 2005 wurden auch Implantate - oder
besser das, was durch den Einsatz von Implantaten "verhindert" wird -
Bestandteil der vertragszahnärztlichen Versorgung und so für weite
Bevölkerungskreise leichter zugänglich. Trotzdem ist das Implantat
selbst, welches nicht Bestandteil der Festzuschussregelung ist,
scheinbar teuer. Eine Kosten-Nutzen-Rechnung aus der Schweiz widerlegt
diese Annahme. Wenn auch Schweizer Verhältnisse nicht unbedingt auf
Deutschland übertragbar sind, so soll die nachfolgende Meldung nicht
die augenblicklichen Kosten, sondern auch andere Aspekte vergleichen,
welche durchaus auch für das Schweizer Nachbarland zutreffen.
(BSMO) In der Schweiz erzielt die Implantatrekonstruktion beim
Einzelzahnersatz ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis als die
konventionelle dreigliedrige Brücke. Das belegt eine retrospektive
ökonomische Auswertung in der Privatpraxis. Innerhalb eines
Behandlungszeitraums von 1-4 Jahren waren bei der
Implantatrekonstruktion zwar mehr Sitzungen notwendig als bei der
dreigliedrigen Brücke. Die gesamte Behandlungszeit unterschied sich
für die beiden Versorgungsformen jedoch kaum: Sie betrug 4,8 bzw. 5,1
Stunden. Während für die Behandlung von Komplikationen bei der Brücke
und beim Implantat sehr ähnliche Beträge aufgewendet werden mussten,
fielen die Laborkosten bei der erstgenannten Methode signifikant höher
aus. Vor allem aus diesem Grund war die Brücke auch insgesamt teurer
als das Implantat. Selbst bei Berücksichtigung von Nebenkosten für
jeden Besuch lagen die Gesamtkosten für das Implantat bei
durchschnittlich 3.623 Schweizer Franken (ca. 2.300 Euro), für die
Brücke hingegen bei 4.178 Schweizer Franken (ca. 2.700 Euro). Die
Analyse basiert auf den ökonomischen Daten von 37 Patienten, die 41
konventionelle dreigliedrige Bücken erhalten hatten, und 52
Betroffenen, die mit 59 Einzelkronen versorgt worden waren. Die
Entscheidung über die Art der Versorgung war jeweils individuell in
Abhängigkeit von zahnärztlichen Überlegungen und der Präferenz des
Patienten getroffen worden. Die Autoren analysierten die
Vorbereitungsphase, die rekonstruktive Phase und ggf. notwendige
Behandlungen von Komplikationen, so dass sich ein Beobachtungszeitraum
von 1-4 Jahren ergab. Zu den erfassten ökonomischen Parametern gehörte
die Anzahl der Zahnarztbesuche, die Zeit am Behandlungsstuhl und die
Kosten für die Behandlung, die Implantatkomponenten sowie das Labor.
Die Beträge richteten sich nach den Tarifbestimmungen zwischen der
schweizerischen Zahnärztegesellschaft und den Versicherungen. Die
Arbeitsgruppe schließt aus ihrem Ergebnis, dass speziell bei Patienten
mit nicht oder minimal gefüllten Zähnen sowie ausreichend
Knochengewebe unter ökonomischen Gesichtspunkten eine
Implantatrekonstruktion ratsam ist.
[©:
BSMO/FVDZ
vom 18.8.05 ]
Basics:
Kosten: Implantat auf
www.zahnwissen.de
3.)
"Kalter Laser" statt konventionellem "Bohren"?
Der Begriff "Laser" wird von Laien im Zusammenhang mit der
Zahnheilkunde als DIE Revolution bei der Behandlung - besonders beim
"Bohren" - angesehen, ohne zu wissen, dass der Einsatz auch heute noch in
den Kinderschuhen steckt. Entsprechend hoch sind auch die Reaktionen auf
Meldung in den Medien zu "neuen Laserverfahren" um z.B. "schmerzlos
Bohren" zu können. Neu entwickelt wurde eine Technologie, welche mit sog.
Laserblitzen im Femto-Sekunden-Bereich arbeitet (Wir
berichteten schon 2002 darüber). Diese Maßeinheit ist eine
unvorstellbar kurze Zeit: Eine Femto-Sekunde ist der milliardste Teil
einer millionstel Sekunde oder griffiger ausgedrückt: Setzt man eine
Femto-Sekunde zu einer "normalen" Sekunde in Beziehung, so entspricht das
dem Verhältnis von einer Sekunde zu 32 Millionen Jahren.
Hintergrund dieser unvorstellbar kurzen Zeit ist die Tatsache, dass mit
herkömmlicher Lasertechnologie bei der Anwendung an der harten
Zahnsubstanz im Pico-Sekunden-Bereich durch die schlagartige
Hitzeentwicklung zwar krankhafte Zahnsubstanz entfernt, aber auch gesunder
Zahn Wärme-geschädigt wird.
Im Rahmen eines Forschungsprojekts arbeitet das Laser Zentrum Hannover
e.V. (LZH) derzeit an der Frage, wie sicher die medizinisch aus der
Augenheilkunde bekannte Technik ist:
Wie können
Praxispersonal und Patienten vor der Laserstrahlung optimal geschützt
werden?
Da beim
Laserabtragen von Karies beim Einsatz dieser Technik sehr feine Partikel
und Gase entstehen, die unmittelbar mit den Schleimhäuten der Mundhöhle
und der Atemorgane in Kontakt treten, müssen besondere Absaug- und
Ablufttechniken entwickelt werden, um Sicherheit für Patient und Arzt zu
gewährleisten.
Weiter ist
bekannt, dass bei der Bearbeitung von Werkstoffen mit dieser
Laserstrahlung ungewollt ionisierende Strahlung (Röntgenstrahlung)
entstehen kann. Daher ist abzuklären, ob bei der Zahnbehandlung überhaupt
eine ionisierende Strahlung anfällt und wie hoch ggf. deren Dosis ist.
In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützten
Projekt (Laufzeit bis Herbst 2007) werden Daten für die
Sicherheitsbeurteilung und die Auslegung von Schutzmaßnahmen gesammelt.
Daraus wird ein Informations- und Schulungsmodul für den sicheren Umgang
mit dem Femtosekundenlaser erarbeitet.
Allerdings: Die Methode ist nach unserem Kenntnisstand bei
gesundem Zahnschmelz hundertmal langsamer als konventionelles Bohren.
Selbst kariöse Zähne, deren krankes Material sehr viel weicher ist,
benötigen noch die zehnfache Zeit. Der Traum von der schmerzfreien
Laserbehandlung beim Legen einer Füllung darf wohl noch länger
weitergeträumt werden.
[ Quellen : zahn-online , eigene Recherchen ]
Basics:
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde auf
www.zahnwissen.de
4.)
Mundgesundheit bei Kindern und Jugendlichen weiter auf Erfolgskurs
Die neuesten Ergebnisse der zum vierten mal bundesweit
erhobenen Studie zum Zahngesundheitszustand von Kindern und
Jugendlichen in Deutschland - Epidemiologische Begleituntersuchungen
zur Gruppenprophylaxe 2004 - stellte die Deutsche
Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e. V. (DAJ) der Presse in
Berlin vor. Mit dem erfreulichen Kariesrückgang verbesserte
Deutschland weiterhin seine Position in der Spitzengruppe der
europäischen Länder.
Dabei zeigte sich, dass die vielfältigen Bemühungen aller an der
zahnmedizinischen Prophylaxe Beteiligten - der Eltern, Erzieher,
Lehrer, Zahnärzte, Prophylaxefachkräfte und natürlich der Kinder und
Jugendlichen selbst - sich gelohnt haben. Die nachfolgenden
Ergebnisse wurden auch durch den nicht unbeträchtlichen
Mitteleinsatz der Gesetzlichen Krankenkassen für die
zahngesundheitliche Prävention der Versicherten bis zum 18.
Lebensjahr in Höhe von 435 Mio. Euro möglich.
Bei den Schulanfängern lag der Kariesrückgang in den letzten zehn
Jahren durchschnittlich bei 25 %. Der Karies-Index, der die Zahl der
kariösen bzw. wegen Karies gefüllten oder extrahierten Milchzähne
widerspiegelt (der sog. dmft- Wert für das Milchgebiss), lag
bundesweit bei 2,16.
Besonders hoch fiel der Kariesrückgang bei den 12-Jährigen aus: In
den letzten zehn Jahren ging er um 60 % zurück! Der mittlere
Karies-Index (der DMF-T-Wert für das bleibende Gebiss) fiel von 2,44
auf 0,98. In dieser Gruppe wurde bereits in der Hälfte der
Bundesländer der von der WHO für 2010 in Europa geforderte Wert von
1,0 unterschritten.
Erstmalig wurde 2004 die Gruppe der 15-Jährigen untersucht, um die
Veränderung der Zahngesundheit für die bisher in Deutschland für
Jugendliche angebotene (Gruppen-)Prophylaxe abzubilden: Der mittlere
DMF-T-Wert lag bei 2,05.
Zur Erfolgsgeschichte der Prophylaxe in Deutschland haben
unterschiedliche Faktoren aus den Bereichen "häusliche Prophylaxe",
Gruppenprophylaxe in Gemeinschaftseinrichtungen und
Individualprophylaxe in der Zahnarztpraxis als sich ergänzende
Bausteine beigetragen. Aufklärungsaktionen führten zu intensiverer
Nutzung präventiver Maßnahmen: Zähne putzen - mindestens einmal
täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta - sowie Fluoride in Tabletten,
Haushaltssalz und besonders Lacken sowie Fissurenversiegelungen von
Backenzähnen trugen zur deutlichen Reduktion von kariösen Defekten
bei.
"Erfreulich ist auch die steigende Zahl naturgesunder Gebisse in
allen Altersgruppen," so der Studienleiter Prof. Dr. Klaus Pieper,
Universitätszahnklinik Marburg, "aber immer noch ist bei den
Schulanfängern fast die Hälfte der kariösen Milchzähne nicht mit
einer intakten Füllung versorgt." Der Wissenschaftler appellierte an
die Eltern, die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen bei ihrem
Zahnarzt einzuhalten.
Wenngleich in allen Altersgruppen nach wie vor eine deutliche
Polarisierung des Kariesvorkommens zu verzeichnen war (wenige Kinder
haben ein hohes Kariesaufkommen), so konnte erstmalig nachgewiesen
werden, dass vom allgemeinen Kariesrückgang nicht nur die Kinder mit
geringer Karieserfahrung, sondern auch die Gruppe der Kinder mit
hohem Kariesrisiko in gleicher Weise profitiert.
Dr. Dietmar Oesterreich, alternierender DAJ-Vorsitzender und
Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, wies auf mögliche Ursachen
für die Polarisierung des Kariesaufkommens hin: "Eine wichtige Rolle
spielen sozioökonomische Faktoren und Bildung, die sich in dem
besseren Abschneiden der Zahngesundheit bei Gymnasiasten
wiederspiegeln. Auffallend sind außerdem", so Oesterreich weiter,
"Unterschiede in der soziodemographischen Entwicklung, der
verstärkten Migration von Familien in bestimmte Regionen sowie die
teils noch mangelhafte Aufklärung der Eltern z. B. über den
Zusammenhang von ständigem Nuckelflaschengebrauch und Karies. Von
großer Bedeutung ist auch die mangelhafte Inanspruchnahme
zahnärztlicher Leistungen, beginnend im zweiten Lebensjahr des
Kindes, die zukünftig eine verstärkte Vernetzung zwischen
Zahnärzten, Kinderärzten und Gynäkologen erfordern wird."
Zur Verbesserung der Mundgesundheit bei Jugendlichen hat die DAJ
eine Kampagne konzipiert, deren Fotomotive, Graphikdesign und
Sprache vermitteln, dass gesunde und gepflegte Zähne ein
"Statussymbol" innerhalb der Clique und Ausdruck von Lebensfreude
und Selbstbewusstsein darstellen. Die Kampagne soll andere
altersgerechte und vernetzte Präventionsstrategien im Rahmen der
Gruppen- und Individualprophylaxe ergänzen.
"Es ist wichtig," so Bernd Wiethardt, alternierender Vorsitzender
der DAJ, "trotz der erzielten Erfolge ein Nachlassen der Bemühungen
zu vermeiden." Er zitierte dazu Prof. Dr. Marthaler aus Zürich: "Man
muss den Tiger "Karies" hinter Gittern halten; wann immer man die
Gitter nicht pflegt, bricht das Zahnraubtier wieder aus.".
[ © u. weitere Infos: Frau Dr. Christiane Goepel,
info@daj.de
]
Basics:
DAJ ,
DMF-T ,
Prophylaxe
auf
www.zahnwissen.de
5.)
Kassen: 1,4 Milliarden weniger Ausgaben für Zahnersatz in 2005
Die Kassen werden ihre Ausgaben für den Zahnersatz in diesem Jahr
drastisch senken. Davon geht der Chef des Bundesverbandes der
Innungskrankenkassen (IKK), Rolf Stuppardt, aus. Wie er sagte, wird
die gesetzliche Krankenversicherung für Brücken und Kronen nur 2,1
bis 2,2 Milliarden Euro ausgeben. Im vergangenen Jahr waren es 3,6
Milliarden Euro. Grund dafür ist nach Stuppardts Worten, dass sich
die Finanzierung geändert hat. In früheren Jahren trugen die Kassen
einen prozentualen Anteil am Zahnersatz, seit Anfang des Jahres 2005
zahlen sie nur einen festen Betrag - den so genannten
befundorientierten Festzuschuss. Dadurch soll der Patient auch Geld
erhalten, wenn er eine Lücke mittels Implantat schließen will. "Es
war nie geplant, mit dem System auch Geld zu sparen", sagte
Stuppardt. Doch nun tritt dieser Fall ein, weil der reguläre
Zahnersatz offenbar gleichzeitig für viele Bürger teurer geworden
ist, wie Verbraucherverbände berichten. Außerdem drängten Zahnärzte
die Bürger verstärkt dazu, Leistungen privat abzurechnen. Stuppardt
verlangte daher, die Festzuschussregeln erneut zu überarbeiten. Die
Zahnärzte dagegen sprechen von Übergangsproblemen. Das
Sozialministerium verweist auf eine Studie, die im Herbst vorliegen
und genau zeigen soll, wie das neue System wirkt und ob die Bürger
stärker belastet worden sind.
Zusätzlich melden die
"Stuttgarter Nachrichten":
Die IKK Direkt fordert den sofortigen Stopp des
Festzuschussmodells für Zahnersatz. Grund: Acht Monate nach der
Einführung von Festzuschüssen für Zahnersatz seien die Ausgaben der
Krankenkassen in diesem Bereich um 36 Prozent zurückgegangen. Das
berichten die "Stuttgarter Nachrichten". Damit führe das System zu
Leistungseinschränkungen und trage zum Sozialabbau bei, kritisiert
die Kasse, die rund 170.000 Versicherte betreut. "In Deutschland
darf man den Kontostand nicht am Lachen der Menschen erkennen
dürfen", betonte IKK-Vorstand Ralf Hermes.
Der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung
Baden-Württemberg, Peter Kuttruff, bestätigt laut Bericht in etwa
die Zahlen der IKK Direkt, macht allerdings weitere Gründe für den
Rückgang aus. So habe die Einführung der Praxisgebühr die Zahl der
Zahnarztbesuche "erheblich" reduziert. Ein weiterer Grund für die
Zurückhaltung sei die wirtschaftliche Lage. Behandlungen, die nicht
akut notwendig seien, würden aufgeschoben. Außerdem hätten im Zuge
der letzten Gesundheitsreform viele gesetzlich Krankenversicherte
eine private Zusatzpolice abgeschlossen. Doch werden diese erst nach
einer bestimmten Wartezeit wirksam. Kuttruff hält das
Festzuschussmodell für viel gerechter als das prozentuale. "Die
Inhalte sind richtig, aber der bürokratische Aufwand ist kaum zu
handhaben".
Rolf Hoberg, Vorsitzender der AOK Baden-Württemberg sagte der
Zeitung: "Wir müssen genau hinsehen, dass sich hier keine
Entwicklung anbahnt, die die Zahnversorgung verschlechtert." Er
forderte von den Ärzten mehr Transparenz. Ein Gutteil der Patienten
sei verunsichert, wie viel der Zahnarzt nach der Behandlung
abrechne.
[©: FVDZ/
facharzt.de /
Süddeutsche Zeitung / Stuttgarter Nachrichten ]
Basics:
Festzuschüsse auf
www.zahnwissen.de
6.)
Fruktose-Getränke -
Modernes Süßungsmittel als Dickmacher entlarvt
(aid) - Süßungsmittel mit hohem Fruktoseanteil
erhöhen das Körpergewicht. Was Experten aufgrund von Langzeitstudien
schon länger vermuten, wurde kürzlich durch eine neue Untersuchung
des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DifE) bestätigt. In
der Studie erhielten Labortiere Getränke, die entweder mit normalem
Zucker, Fruktose oder Süßstoff gesüßt waren. Diese Getränke
entsprachen in ihrer Zusammensetzung üblichen Softdrinks, jedoch
ohne Kohlensäure. Das Ergebnis: Mäuse, die das mit Fruktose gesüßte
Getränk tranken, nahmen im Untersuchungszeitraum von 2,5 Monaten
doppelt so viel zu wie die anderen Labortiere und ihre Leber lagerte
mehr Fett ein. Dies ist umso erstaunlicher, als diese Tiere weniger
aßen und insgesamt nicht mehr Kalorien aufnahmen als ihre
Käfiggesellen. Fruktose wird unabhängig von Insulin verwertet und in
der Leber direkt in Fette umgewandelt. Die Forscher vermuten, dass
Fruktose den Stoffwechsel beeinflusst und auf diese Weise die
Anreicherung von Körperfett fördert. Ein weiteres Ergebnis erstaunte
die Forscher. Die Tiere, die den mit Süßstoff gesüßten
Null-Kalorien-Softdrink tranken, entwickelten während der Studie
einen stark erhöhten Insulinspiegel. Für dieses Phänomen gibt es
noch keine Erklärung.
In den letzten zwei bis drei Jahrzehnten werden Erfrischungsgetränke
zunehmend mit fruktosereichem Maissirup gesüßt. Allein in den USA
stieg der Verzehr dieses Maissirups in einem Zeitraum von 20 Jahren
um das Zehnfache. In Europa werden Softdrinks jedoch vorwiegend noch
mit normalem Zucker gesüßt.
[ ©: aid,
Dr. Maike Groeneveld ]
7.) Bund der
Versicherten: Zahnzusatzversicherungen überflüssig
Der Bund der
Versicherten steht den neuen Zahnzusatzversicherungen skeptisch
gegenüber. Zwar zahlen die Krankenkassen nur noch Festzuschüsse bei
vielen Zahnersatzbehandlungen, aber die Verbraucherschützer halten die
Policen für reine Luxusversicherungen, die keineswegs notwendig sind.
Die bessere Alternative wäre nach Meinung des Bundes der Versicherten,
regelmäßig etwas Geld anzusparen, um die Zuzahlungen für Kronen oder
Prothesen selbst finanzieren zu können.
Keinesfalls zu empfehlen seien Zahnzusatzversicherungen, die nur im
Paket mit weiteren Zusätzen wie Brille, Heilpraktiker oder
Auslandreisekrankenversicherung angeboten werden. Wer sich dennoch für
eine solche Versicherung entscheidet, sollte die Bedingungen äußerst
genau prüfen. Positiv wäre, wenn die Gesellschaft auf Gesundheitsprüfung
und Wartezeiten verzichtet. Auch das Eintrittsalter sollte kein
Hindernis sein.
Besonders auf Fallen im Kleingedruckten weist der Bund der Versicherten
hin. Oft besteht Versicherungsschutz ausschließlich, wenn Zahnersatz
erstmals angeraten und angefertigt wird. Für Zähne, die bei
Vertragsabschluss fehlen, besteht kein Versicherungsschutz oder die
Versicherer verlangen hohe Beitragszuschläge. Außerdem werden häufig
allein Kronen, Brücken und Prothesen erstattet. Moderne Inlays sind bei
vielen Anbietern vom Versicherungsschutz ausgenommen.
[ ©:
facharzt.de]
8.) Auf dem Prüfstand:
Zahnzusatzversicherungen
Immer mehr Menschen denken über private Zusatzversicherungen für
Zahnbehandlung nach. Entscheidend ist bei jeder Zusatzversicherung die
Frage: Wie viel Geld bekomme ich, wenn an meinen Zähnen etwas gemacht
werden muss?
Die private Zusatzversicherung erstattet immer einen Prozentsatz der
anfallenden Kosten. Wichtig ist deshalb, worauf sich dieser Prozentsatz
bezieht. Am sinnvollsten und überschaubarsten sind die Tarife, die sich
am gesamten Rechnungsbetrag beteiligen. Bezieht sich der prozentuale
Zuschuss nur auf den Kassenanteil, wird es heikel. Denn wer ein
Bonus-Heft führt, bekommt mehr Geld von der gesetzlichen Kasse als
jemand ohne Bonus-Heft. Und das hieße, dass die private Kasse dann
weniger zahlt und denjenigen "bestraft", der seine Zähne gut pflegt und
das mit dem Bonus-Heft auch dokumentieren kann.
Außerdem wichtig: Welche Leistungen sind versichert? Zahlt die private
Kasse auch für aufwändigere Maßnahmen wie Implantate oder für kosmetisch
eigentlich nicht notwendige Maßnahmen, beispielsweise an hinteren
Zähnen? Und zahlt sie auch, wenn der Zahnarzt mehr berechnet als den
Kassensatz, weil die Behandlung sehr aufwändig ist? Diese Punkte sollten
geklärt sein, wobei gilt: je weniger Einschränkungen, umso besser.
Wichtig sind neben der Höhe der Erstattung auch die Wartezeiten. Wer
heute eine Versicherung abschließt, kann sich nicht gleich morgen das
Gebiss rundum sanieren lassen. Meistens werden erst sechs bis acht
Monate nach Vertragsschluss die ersten Rechnungen bezahlt.
Entscheidend bei der Antragstellung ist auch, dass der Kunde genau
Auskunft über den Zustand seines Gebisses gibt. Schlechte Zähne erhöhen
die Prämie, weil der Versicherer dann mit einem Risikozuschlag
kalkuliert. Wer jedoch bei den Fragen mogelt, riskiert den
Versicherungsschutz. Denn solche Falschangaben führen fast immer dazu,
dass die Versicherung im Fall einer Zahnbehandlung den Vertrag anfechten
kann und nicht zahlen muss. Deshalb gilt: Die Anträge sollten immer sehr
gewissenhaft und absolut ehrlich ausgefüllt werden, damit der
Versicherungsschutz nicht gefährdet wird.
[ © Yahoo/FVDZ v. 22.09.05
]
9.)
Langes Leben kostet - ob mit oder ohne
Praxisgebühr
(ots) - Das teure Gut Gesundheit wird noch viel teurer.
Höheres Durchschnittsalter der Gesellschaft, längeres Lebensalter des
Einzelnen, wachsender Pflegebedarf beschleunigen die Ausgaben. Hinzu
kommt ein medizinischer Fortschritt, der die Zeitspanne zwischen der
Diagnose schwerer Erkrankungen und dem Tod immer größer werden lässt,
was unsere Lebensqualität hebt, aber auch die Kosten in die Höhe treibt.
Fachleute schätzen, dass wir bald schon bereit sein werden, ein Viertel
unseres verfügbaren Einkommens für die Gesundheit auszugeben. Wenn das
stimmt, dann ist die Praxisgebühr von zehn Euro ein Witz. Als
Steuerungsinstrument für Zurückhaltung beim Arztbesuch hat man ihr nie
viel zugetraut - zu Recht, wie sich nun zeigt. Ein künftig bezahlbares
Gesundheitssystem erfordert ehrlichere Reformen. Neu muss verhandelt
werden, welche Leistung in einen solidarisch finanzierten Katalog und
welche in den Bereich individueller Vereinbarung gehört. Neu muss
überlegt werden, wie man den gesundheitsbewussten Patienten honorieren
kann. Neu muss man abwägen, wie viel Freiheit ins System passt, ohne
dass die ökonomisch Schwachen alleinige Opfer medizinischer Rationierung
werden. Dass längst rationiert wird, streiten nur Politiker ab (und
selbst unter ihnen immer weniger).
[
©: Torsten
Casimir, Rheinische Post, (0211) 505-2303 ]
10.)
Deutsches Gesundheitssystem im Ländervergleich an der Spitze
"Deutschland hat im internationalen Vergleich nachweislich ein
umfassendes, ein preiswertes und damit ein überdurchschnittlich
effizientes Gesundheitswesen", erklärte Prof. Fritz Beske, Leiter des
Kieler Instituts für Gesundheits-System-Forschung (IGSF) heute in
Berlin. Beske stellte ein 479-seitiges Gutachten vor, in dem das
deutsche Gesundheitssystem mit den Modellen von 14 führenden
Industrienationen verglichen wird.
Oft sei das deutsche Gesundheitswesen von seinen Kritikern als teuer
und ineffizient bezeichnet worden. "Mercedes zahlen und VW fahren –
kaum ein anderer Slogan ist in den letzten Jahren so häufig für das
Verhältnis von Preis und Leistung im deutschen Gesundheitswesen
benutzt worden", erläuterte Beske. Der Beweis für diese Behauptung sei
jedoch nie erbracht worden. Oft würden in der Diskussion auch andere
Länder als Beispiel für ein besser finanziertes oder funktionierendes
Gesundheitswesen genannt. "Meist werden dabei jedoch nur Einzelaspekte
hervorgehoben. Die Gesamtschau und der Vergleich aller Kosten und
Leistungen fehlen."
Beske liefert nun diesen Vergleich: "Im Vergleich von 14 führenden
Industrienationen hat Deutschland das höchste Versorgungsniveau bei
Gesundheitsleistungen und ein überdurchschnittlich hohes Niveau bei
Geldleistungen im Gesundheitswesen." Deutschland habe beispielsweise
mit einer hohen Hausarzt-, Facharzt- und Zahnarztdichte sowie einer
hohen Krankenhauskapazität, freier Arzt- und Krankenhauswahl und
vergleichsweise geringen Zuzahlungen bei der Inanspruchnahme von
Leistungen des Gesundheitswesens praktisch keine Barrieren für den
Zugang zum Gesundheitswesen.
Dies führt zu einer hohen Patientenzufriedenheit, nicht zuletzt auch
darum, weil Wartezeiten auf Leistungen im Gesundheitswesen in
Deutschland weltweit am geringsten sind. Der Leistungskatalog
beispielsweise bei Heil-, Hilfs- und Arzneimitteln sei in Deutschland
überdurchschnittlich ausgestaltet und mit relativ geringen Zuzahlungen
verbunden.
Deutschland wende aber gleichzeitig weniger finanzielle Mittel für das
Gesundheitswesen auf als der Durchschnitt vergleichbarer Länder. "Die
Pro-Kopf-Ausgaben der Gesundheits- und Geldleistungen in Deutschland
betragen 3.560 Euro im Jahr. Höhere Pro-Kopf-Ausgaben haben Schweden,
Österreich, die Niederlande, Dänemark und die Schweiz", berichtet
Beske über seine Analyse. Das teuerste Gesundheitswesen hätten die USA
mit Pro-Kopf-Ausgaben von 6.195 Euro. Geringere Pro-Kopf-Ausgaben
hätten Japan, Frankreich, Kanada, Belgien, Australien und
Großbritannien. "Die geringsten Pro-Kopf-Ausgaben hat Italien mit
2.187 Euro. In einigen Ländern mit geringen Pro-Kopf-Ausgaben lässt
die unvollständige Datenlage allerdings den Schluss zu, dass die
Ausgaben für das Gesundheitswesen höher sind, womit sich die Position
von Deutschland weiter verbessern würde."
Beskes Fazit: "Es gibt kein perfektes Gesundheitswesen, nicht zuletzt
darum, weil Missbrauch nicht ausgeschlossen werden kann. Diese Studie
zeigt, dass mit dieser Einschränkung das deutsche Gesundheitswesen zu
den effizientesten Gesundheitswesen der Welt gehört, wenn es in
Verbindung mit dem hohen Versorgungsniveau nicht das effizienteste
Gesundheitswesen überhaupt ist". Dies werde jedoch nicht überall gern
gehört werden: "Es ist zu hoffen, dass nicht durch Reformen oder durch
das, was als Reform bezeichnet wird, unser patientenfreundliches,
effizientes Gesundheitswesen Schaden leidet oder ganz zerstört wird."
Ausführlichere
Infos
[
©:
http://www.facharzt.de ]
11.)
„Das Geheimnis um die verschwundenen Zahnbürsten“
Kein Interesse am Zähneputzen, statt dessen lieber
Zeichentrickfilme anschauen? Was vielen Eltern bei ihren Kleinen
bekannt vorkommt, muss sich nicht zwangsläufig ausschließen. Denn der
neue Lehrfilm „Das Geheimnis um die verschwundenen Zahnbürsten“ setzt
die tägliche Prophylaxe kindgerecht ins Bild:

Jonas und seine Schwester Lisa bemerken eines Abends das spurlose
Verschwinden ihrer Zahnbürsten, auch der Rest der Zeichentrickstadt
vermisst seine Zahnputzutensilien – Grund für den Bürgermeister zu
verkünden: „Das Zähneputzen muss leider ausfallen!“ Bald ist klar,
dass die berüchtigte Eierkopfbande hinter dem dreisten Diebstahl
steckt. Doch Jonas und sein treuer Hund Willi nehmen ihre Spur auf.
Sie schaffen es mit zahnärztlicher Unterstützung und einer sprechenden
Zahnbürste, die Prophylaxemuffel und Zahnbürstendiebe von der
Wichtigkeit einer gründlichen Mundhygiene zu überzeugen.
Die Macher (LAGZ Bayern) des knapp 15 Minuten langen Films haben alle
wesentlichen Aspekte der Kinderprophylaxe in die unterhaltsame
Geschichte eingebunden – von der schädlichen Wirkung durch Süßigkeiten
über die systematische Zahnreinigung nach der KAI-Putzmethode bis zu
Fluoridierungsmaßnahmen und dem regelmäßigen Zahnarztbesuch. Nach der
eigentlichen Story in bester Krimi-Manier fasst die sprechende
Zahnbürste noch einmal die wichtigsten Kriterien zur Vorsorge mit den
„Vier Sternen am Zahnhimmel“ (Zähneputzen, Kariesschutz, zahngesunde
Ernährung, Zahnarztbesuch) zusammen. So gelingt es dem peppigen
Lehrstück, Kindern spielerisch und in bunten Bildern den Nutzen der
täglichen Prophylaxe nahe zu bringen.
Der Zeichentrickspaß „Das Geheimnis um die verschwundenen Zahnbürsten“
für Kinder ab 4 Jahren folgt nicht nur modernen pädagogischen
Maßstäben, sondern ist auch auf dem aktuellen Medium DVD mit
individueller Kapitelwahl über die Menü-Funktion erhältlich.
Bundesweit vertrieben wird jetzt der Film vom Verein für Zahnhygiene
e.V., Feldbergstraße 40, 64293 Darmstadt, wo er ab sofort unter Fax:
06151-895 198 zum Preis von 14,90 € zu beziehen ist.
Für weitere Informationen: Verein für Zahnhygiene e.V.
Dr. Matthias Lehr
Feldbergstraße 40
D-64293 Darmstadt
Tel.: 06151-894 814
Fax: 06151-895 198
12.)
Teilkronen halten noch länger
als Inlays
Haltbarkeitsstudien über die
Verweildauer von zahnärztlichen Restaurationen über einen längeren
Zeitraum sind in der Literatur nur wenige zu finden. Einer der
Spezialisten auf diesem Gebiet ist der Kölner
Professor Dr. Thomas Kerschbaum.
Unter seiner Leitung wurde jüngst eine Studie von Dr. Thomas Haberkorn
veröffentlicht, welche die Haltbarkeit zwischen Inlays und Teilkronen
über einen Zeitraum von 15 bzw. 20 Jahren untersuchte:
Teilkronen erzielen aufgrund der längeren Verweildauer und geringeren
Verlustquote bessere Ergebnisse als Goldinlays, doch haben auch
letztere sehr gute Überlebenschancen. Prinzipiell beide Arten des
Zahnersatzes zuverlässige und dauerhafte Restaurationsarten dar.
Deswegen sollte sich die Auswahl danach richten, wie groß der Schaden
am Zahn ist. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie von Dr. Thomas
Haberkorn aus dem Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der
Universität zu Köln, die unter der Leitung von Professor Dr. Thomas
Kerschbaum durchgeführt wurde.
Während bei so genannten Goldgussinlays Anteile der Zahnflächen
erhalten bleiben, wird diese bei Teilkronen in größerem Umfang aus
Metall gestaltet. Deswegen empfiehlt sich eine Teilkrone erst bei
größeren Schäden. Ein Nachteil ist allerdings, dass die Kosten für
Inlays von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen werden, da diese
Zahnfüllungen zur privatärztlichen Versorgung zählen. Viele
Kassenpatienten sind dennoch mit Inlays versorgt, umgekehrt besitzen
viele Privatpatienten auch Teilkronen.
15 Jahre nach der zahnärztlichen Behandlung sind noch achtzig Prozent
des Zahnersatzes funktionsfähig, nach weiteren fünf Jahren verringert
sich diese Zahl um sieben Prozent. Dabei schneiden Teilkronen
wesentlich besser ab als Inlays. Die Verweilwahrscheinlichkeit einer
Teilkrone liegt nach 15 Jahren zwanzig Prozent über der einer großen
Goldfüllung.
Gründe für den Verlust von Inlays und Teilkronen sind vor allem neue
Karies und mangelnde Befestigung. Behandlungen der Pulpa eines Zahnes,
beispielsweise an der Zahnwurzel, stellen eine weitere Ursache dar.
Gelegentlich sind Brüche der Zähne oder Risse, bzw. Löcher in der
Kaufläche Gründe für den Wegfall des Zahnersatzes. Insgesamt gehen auf
diese Weise rund zehn Prozent des Zahnersatzes verloren, dabei sind
Teilkronen und Inlays gleichermaßen betroffen. Nach ihrem Verlust
können sie jedoch beide Füllungsarten in den meisten Fällen erneuert
werden. Die Fälle, bei denen die Zähne gezogen werden müssen, liegen
bei Teilkronen und Inlays jeweils unter einem Prozent.
[©:
Regina Owert ,
t.kerschbaum@uni-koeln.de ]
Basics:
Inlay ,
Teilkrone auf
www.zahnwissen.de
13.)
Meinen Arzt wähle ich aus!
NAV-Stiftung: Freie Arztwahl für Patienten
sehr wichtig
BERLIN (fst). Die freie Arztwahl ist für Patienten ein hohes Gut, das
sie nicht aufgeben wollen. Das ist ein Kernergebnis einer Studie der
Brendan-Schmittmann-Stiftung des NAV-Virchowbundes. Dazu wurden in 28
Arztpraxen über 3.600 Fragebögen an Patienten verteilt. Etwa jeder
vierte Patient sandte den Bogen zurück. Fast 94 Prozent der antwortenden
Patienten stimmten der Aussage zu: "Die freie Arztwahl ist für mich
unverzichtbar". 4,24 Prozent hielten die freie Wahl für nachrangig.
Keine Kompetenz billigen Patienten den Politikern bei der Frage zu, ob
diese die Finanzierungsprobleme in der GKV lösen können. Nur zwei
Prozent vertrauen der Lösungskompetenz von Politiker, 72 Prozent haben
kein, 23 Prozent haben ein eingeschränktes Vertrauen.
[ ©:
Ärztezeitung
]
14.)
Alternative Heilmethoden - Oft nicht
wirksam
Etwa zwei Drittel der Bundesbürger vertrauen mittlerweile auf Medizin
und Therapieverfahren der Naturheilkunde - Tendenz steigend. Die Gründe
sind vielfältig: enttäuschende Behandlungsergebnisse der Schulmedizin,
wenig Verständnis oder eilige Abfertigung von behandelnden Ärzten. Der
Markt für Naturheilverfahren ist groß und unübersichtlich. Die meisten
Ausbildungswege sind nicht geregelt: Weder durch Vereine/Verbände noch
durch Gesetze und Verordnungen. Und auch die Wirksamkeit vieler
Therapien ist umstritten. Die STIFTUNG WARENTEST hat für mehr als 50
Therapieformen verschiedene Anwendungsgebiete untersucht. Ergebnis: Nur
etwa ein Drittel dieser Verfahren bietet auch sichere und nachweisbar
gute Effekte für die Gesundheit.
Um die Wirksamkeit von mehr als 50 Verfahren der komplementären Medizin
zu überprüfen, hat die STIFTUNG WARENTEST Fachliteratur und Studien
gesichtet und bewertet. Ergebnis: Etwa zwei Drittel der untersuchten
Verfahren haben keine nachweisbaren Auswirkungen auf die Gesundheit und
sind als Therapie daher nicht oder nur wenig geeignet. Einige Verfahren
können aber als Ergänzung zur Schulmedizin durchaus dazu beitragen
Krankheiten zu lindern oder zu heilen.
Beispiel Akupunktur
Durch die Hautreizung mit Nadeln können bestimmte Schmerzzustände und
auch Übelkeit aufgrund verschiedener Ursachen wirksam behandelt werden.
Das gilt unter anderem für die Fibromyalgie, Kniegelenkarthrose,
Rückenschmerzen und Tennisellenbogen. Bei richtiger Anwendung sind die
Risiken der Behandlung gering. Für viele andere Beschwerden fehlt aber
ein Nachweis über die Wirksamkeit dieser Therapie. So bringt der Einsatz
von Akupunktur bei Asthma, Geburtsschmerzen, Tinnitus und auch bei der
Raucherentwöhnung keinen Erfolg.
Handbuch "Die Andere Medizin"
Eine detaillierte Beschreibung zu den mehr als 50 untersuchten
Therapieverfahren liefert das neue Handbuch "Die Andere Medizin" der
STIFTUNG WARENTEST. Es sagt, wo die die einzelnen Methoden herkommen,
was sie erreichen wollen und welche wissenschaftlichen Studien es
jeweils zur Wirksamkeit gibt. Darüber hinaus beschreibt das Handbuch,
wie die einzelnen Therapien ablaufen und woran Patienten seriöse Heiler
erkennen. Das Handbuch hat 336 Seiten und kostet 34 Euro.
Kommentar des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte zu dem
Handbuch: "Mit diesem Urteil werden Millionen von Patienten
verunsichert, die sich erfolgreich homöopathisch behandeln lassen."
[ ©
http://www.stiftung-warentest.de/
]
Basics:
Alternative Behandlungsmethoden auf
www.zahnwissen.de
15.)
Vor 1.500 Jahren war
Karies kein Problem
Gräberfunde aus der Ukraine
beweisen: Richtige Ernährung verhindert Karies
Bei Ausgrabungen in der Umgebung von Kharkov sind Archäologen auf
Gräberfelder aus der Zeit zwischen 400 und 800 n.Chr. gestoßen. Und
die Zähne der Menschen der Kasar Khagnat Kultur interessieren Prof.
Dr. Wolfgang Arnold von der Universität Witten/Herdecke: "Die hatten
alle keine Karies, obwohl sie sich sehr unterschiedlich ernährt
haben und Zahnbürsten damals sicher unbekannt waren." Wie also kann
man sich die gesunden Zähne erklären? Die Ernährung der
frühmittelalterlichen Menschen ist an ihren Zähnen noch gut zu
erkennen, erklärt Prof. Arnold: "Wir haben im Prinzip zwei Gruppen:
Die einen haben sich vorwiegend von Getreide ernährt. Deren Zähne
waren - wie man so sagt - bis auf die Felge abgekaut. Denn das
Getreide wurde in Sandsteinmühlen gemahlen und das grobe
Getreidemehl schleift die Zähne runter." Die andere Gruppe hat
weichen Fisch und weiches Fleisch gegessen. Deren Zähne sind nur
wenig abgenutzt. Aber beide haben keine Karies. Da bleibt für Prof.
Arnold nur eine Erklärung: "Unsere Ernährung heute ist schuld.
Früher haben sich die Zähne noch beim Kauen selber reinigen können,
weil viel mehr rohe und harte Gegenstände gekaut werden mussten.
Heute sind viel mehr Kohlenhydrate in der Ernährung versteckt und
sie ist weicher und wer isst schon wirklich viel rohes Gemüse oder
Müsli, das nicht in Milch eingeweicht ist?" Das Getreide, bzw. die
darin enthaltenen Kohlehydrate hätten, so Prof. Arnold weiter, die
Zähne zwar auch schädigen können. Aber die übrige Ernährung habe das
ausgeglichen. Seine Empfehlung für die richtige, zahngesunde
Ernährung heute lautet denn auch: Mehr Rohkost. "Wir essen zuviel
Fastfood und Tiefkühlkost. Selber frisch kochen und nicht alles
totkochen, das hilft viel". Außerdem rät er: Die Zahnbürste zwei bis
drei Mal pro Tag einsetzen und regelmäßig Fluor zuführen, um die
Zähne zu schützen.
[ © u. weitere Infos: Prof. Dr. Wolfgang Arnold,
02302/926-658, wolfa@uni-wh.de
]
Basics:
Karies auf
www.zahnwissen.de
16.)
Zum Schluss:
Selbsternannte Experten
Es war einmal ein Schäfer, der in einer einsamen Gegend seine
Schafe hütete. Plötzlich tauchte in einer großen Staubwolke ein
nagelneuer Cherokee Jeep auf und hielt direkt neben ihm. Der Fahrer des
Jeeps, ein junger Mann in Brioni Anzug, Cerutti Schuhen, Ray Ban
Sonnenbrille und einer YSL Krawatte steigt aus und fragt ihn: "Wenn ich
errate, wie viele Schafe sie haben, bekomme ich dann eins?" Der Schäfer
schaut den jungen Mann an, dann seine friedlich grasenden Schafe, und
sagt ruhig "In Ordnung".
Der junge Mann parkt den Jeep, verbindet sein Notebook mit dem Handy,
geht im Internet auf die NASA-Seite, scannt die Gegend mit Hilfe seines
GPS Satellitennavigationssystems, öffnet eine Datenbank und 60 Excel
Tabellen mit einer Unmenge Formeln. Schließlich druckt er einen 150
seitigen Bericht auf seinem Hi-Tech-Minidrucker, dreht sich um und sagt:
"Sie haben hier exakt 1586 Schafe." Der Schäfer sagt: "Das ist richtig,
suchen Sie sich ein Schaf aus."
Der junge Mann nimmt ein Schaf und lädt es in den Jeep ein. Der Schäfer
schaut ihm zu und sagt: "Wenn ich Ihren Beruf errate, geben Sie mir das
Schaf dann zurück?" Der junge Mann antwortet: "Klar, warum nicht." Der
Schäfer sagt: "Sie sind Unternehmensberater." "Das ist richtig, woher
wissen Sie das?" will der junge Mann wissen. "Sehr einfach," sagt der
Schäfer, "erstens kommen Sie hierher, obwohl sie niemand gerufen hat.
Zweitens wollen Sie ein Schaf als Bezahlung haben dafür, dass Sie mir
etwas sagen, was ich ohnehin schon weiß, und drittens haben Sie keine
Ahnung von dem, was ich hier mache, denn Sie haben sich meinen Hund
ausgesucht!"
Aus:
"Von
schwarzen und weißen Schafen"
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