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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
10/2006/ 1. Oktober 2006
"Das deutsche Gesundheitssystem wird an die Grenze seiner
Leistungsfähigkeit gelangen. Ursachen dafür sind wünschenswerte, aber teure
Fortschritte in der Medizin und eine alternde Gesellschaft. Sie lassen die
Schere zwischen dem medizinisch Sinnvollen und dem ökonomisch Machbaren immer
weiter aufgehen. Entscheidungen darüber, wem welche Leistungen gewährt oder aus
finanziellen Gründen versagt werden sollen, werden für das zukünftige Verhältnis
von Arzt und Patient daher eine immer wichtigere Rolle spielen."
Aus einer Pressemitteilung des
Deutschen Ethikrates
Ihre ZahnNewsLetter Redaktion
1.)
Die Schlacht im Mund
In jedermanns Mund tobt eine Schlacht. Dutzende Arten
von Bakterien, mitunter auch Viren und Pilze, kämpfen um optimale
Lebensbedingungen. Zu den Opfern zählen aber nicht nur die jeweils gegnerischen
Mikroorganismen, sondern auch die Zähne und das Zahnfleisch des Menschen.
Deshalb wollen Zahnmediziner und Grundlagenforscher der Universität Leipzig
genauer wissen, was während des Gemetzels passiert.
"Dass wir Bakterien im Munde haben, ist nicht
krankhaft", erläutert Dr. Stefan Rupf, Oberarzt an der Poliklinik für
konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie an der Medizinischen Fakultät
der Universität Leipzig. "Über die Normalbesiedelung mit Viren wissen wir
bislang noch relativ wenig. Bekannt ist allerdings, dass Pilze problematisch
sind. Bestimmte Bakterien hingegen, im Durchschnitt tummeln sich in der gesunden
Mundflora 30 bis 50 Arten, brauchen wir sogar. Sie sind eine Art Schutztruppe
gegen besonders aggressive Artgenossen sowie gegen Viren. Kritisch wird es erst,
wenn viel mehr der rund 500 bekannten Bakterienarten über den Mund herfallen
oder wenn einige dieser Arten die Oberhand gewinnen."
Nun sind die Schuldigen zwar längst ausgemacht. Für Karies beispielsweise sind
vor allem die Mutans-Streptokokken verantwortlich. Doch jede Bakterienart
gliedert sich in ganz verschiedene, unterschiedlich aggressive Stämme, die sich
wiederum in Laufe der Zeit bis in die Genstruktur hinein verändern können.
Bleibt also die Frage, wie man nicht nur die Anwesenheit bestimmter Bakterien
registrieren, sondern so viel wie möglich über deren aktuelle Aggressivität
erfahren kann. Hier machen sich die Zahnmediziner ein Analyse-Verfahren zunutze,
welches das Biochemiker-Team um Prof. Dr. Klaus Eschrich, Arbeitsgruppenleiter
am Institut für Biochemie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig,
für die Feinanalyse von Bakterien- Unterarten eingesetzt hatte: MALDI-TOF
(Matrix Assisted Laser Desorption/Ionisation Time of Flight) Massenspektrometrie.
Bei diesem Verfahren werden die zu analysierenden Substanzen - in diesem Fall
die Eiweißbestandteile der Bakterien - mittels Laserenergie ionisiert. Die Ionen
werden dann innerhalb eines Vakuums durch ein elektrisches Feld beschleunigt. Da
einige der winzigen Teilchen schneller unterwegs sind als andere, werden sie auf
diese Weise sortiert. Das Ergebnis solch einer Massenspektrometrie ist eine
Grafik, auf der verschiedene Spitzen darauf hinweisen, welche Eiweiße bei einem
bestimmten Bakterium besonders häufig vorkommen.
"Wir können also einerseits im Labor die Säureproduktion einzelner
Bakterienstämme messen und andererseits parallel dazu über MALDI-TOF
Massenspektrometrie deren Eiweißstruktur und, mit anderen Methoden, auch ihr
Genom charakterisieren. Dann geht es ans Vergleichen", erläutert Rupf den
Fortgang der Analyse. "Wir werden herausbekommen, welche Stämme unter welchen
Umständen besonders schädlich für Zähne und Zahnfleisch sind."
Bleibt natürlich die Frage, inwieweit der Zahnmediziner
mit diesem Wissen auch als "Schlachtenlenker" auftreten und den "guten"
Bakterien helfen könnte, die "bösen" aus dem Mund zu vertreiben. "Hier stehen
wir noch ziemlich am Anfang", dämpft Rupf die Hoffnung auf die maßgeschneiderte
Killer-Pille. "Die Impfung von Patienten gegen Karies war bislang erfolglos.
Auch das kontrollierte Einbringen von Bakterien in die menschliche Mundhöhle ist
nicht ohne Risiko, denn sie könnten nicht nur die aktuelle Balance
unkontrolliert verändern, sondern auch die Mundhöhle verlassen und sich in
anderen Körperregionen ansiedeln. Ich vermute einen Lösungsansatz vor allem in
der Identifizierung von Faktoren, die bekannte Bakterienstämme besonders
aggressiv machen. Wenn man dies weiß, könnte man im Vorfeld pathologischer
Veränderungen neue Wege der Prävention beschreiten."
Wer nun glaubt, er könne die Zahnbürste demnächst wegstecken, der irrt
allerdings. "Nach wie vor spielt die Mundhygiene eine wichtige Rolle beim Kampf
gegen Karies und Parodontitis", so Rupf. "Für den Schutz vor Karies ist es zum
Beispiel wichtig zu wissen, dass die Menge des Zuckers, den man isst - zumindest
aus zahnmedizinischer Sicht - weniger bedeutsam ist als die Häufigkeit, mit der
man den Bakterien neue Nahrung zuführt und sie so zur ständigen Säureproduktion
animiert." Also zugespitzt: Lieber mal eine ganze Tafel Schokolade verschlingen
als jede Stunde ein Stückchen auf der Zunge zergehen lassen.
[
©:
Marlis Heinz, Dr. Stefan Rupf , E-Mail:
stefan.rupf@medizin.uni-leipzig.de ]
2.)
Wundermittel gegen Karies?
Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland,
hat das US-Unternehmen Oragenics ein Fluid entwickelt, das Zähne mit
Hilfe jener Bakterien vor Löchern bewahren soll, die als
Hauptübeltäter in Sachen Karies gelten. Ende des Jahres sollen
klinische Studien beginnen, spätestens 2011 soll das Zaubermittel,
Projektname "Smart", auf den Markt kommen. Oragenics rechnet mit
einem Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar.
Die Forscher haben einen besonders durchsetzungsstarken Stamm von
Streptococcus mutans gentechnisch so verändert, dass er zwar
weiterhin alle ihm verwandten Kariesbakterien im Mundraum verdrängt,
selbst aber keine zahnschädigenden Säuren mehr produziert. Die erste
Generation modifizierter Bakterien starb ab, weil sie ihren Zellmüll
nicht mehr in Form von Säure entsorgen konnte. Also wurde ein
weiteres Gen eingebaut, das dafür sorgt, dass statt Säure Alkohol
produziert wird; der Stoffwechsel läuft nun reibungslos ab.
Die BASF-Tochter Future Business setzt dagegen auf
Milchsäurebakterien, die Karieskeime im Mund verklumpen lassen, so
dass diese sich nicht mehr an die Zähne anheften können. Das erste
Produkt soll 2007 auf den Markt kommen. Unsicher bleibt allerdings,
ob sich nach dem Verschwinden einer schädlichen Bakterienart nicht
eine andere umso stärker ausbreitet.
[
©:
FVDZ-NewsLetter ]
Basics:
Kariesimpfung
im
Zahnlexikon-Online
3.)
Dentalphobie: Jeder Zehnte meidet den Zahnarzt
Aus Angst vor der Behandlung gehen fünf bis zehn Prozent der
Bundesbürger nie oder erst viel zu spät zum Zahnarzt. Dieser
Personenkreis leide unter einer "Dentalphobie" und suche einen
Zahnarzt erst dann auf, wenn die Schmerzen unerträglich seien, sagte
der Psychosomatiker Prof. Stephan Doering der dpa. Ein Kreis von
etwa 40 bis 60 Prozent zeige deutliche Anzeichen von Angst vor einem
Termin, wie etwa schweißnasse Hände oder Herzrasen. Der Mediziner
sagte, mit psychotherapeutischer Hilfe könne die Furcht vor einer
Zahnbehandlung überwunden werden. "Es gibt mittlerweile sehr gute
Methoden, die den Patienten innerhalb weniger Behandlungsstunden
helfen, die Angst in den Griff zu bekommen", sagte Doering, der an
der Universität Münster die bundesweit einzige Professur für
Psychosomatik in der Zahnheilkunde hat. Dazu gehöre die
Verhaltenstherapie mit einem angeleiteten Aufsuchen der
angstmachenden Situation, bis man sie eine Zeit lang aushalten kann.
Doering verwies auf niederländische Studien, wonach viele Patienten
mit Zahnbehandlungsangst als Kinder nicht selten traumatische
Erlebnisse bei einem Zahnarzt hatten. Dies könnten schmerzhafte
Behandlungen oder mit Gewalt verbundene Maßnahmen wie ein Festhalten
des Kopfes im Behandlungsstuhl sein. Doering kritisierte, dass in
der Approbationsordnung für angehende Zahnmediziner weder
Gesprächsführung noch Psychosomatik - die Wechselbeziehungen
zwischen Körper und Seele - vorkommen. Dagegen sei dies in der
Humanmedizin seit langem der Fall. Auch würden Gespräche des
Zahnarztes mit den Patienten nicht von den Kassen bezahlt. "Das
sollte geändert werden", forderte Doering. Durch Gespräche könnten
die Beziehungen zwischen Patient und Zahnarzt verbessert werden.
"Gesprächsführung ist eine Technik, die erlernt werden kann, aber
auch erlernt werden muss - ebenso wie eine gute Füllung."
[
FVDZ-NewsLetter
, zahn-onlne ]
Basics:
Angst
im
Zahnlexikon-Online
4.)
Pausenbrot / Rezept
für ein Pausen-Power-Brötchen
Erstaunliche Einmütigkeit herrscht in Sachen "Pausenbrot": Für alle
Beteiligten ist es die Nummer 1 auf der Wunschliste, wenn es um
Essen an der Schule geht. In einer Befragung von Grundschulkindern
lagen belegte Brote mit 81,3 % bei den Lebensmittelwünschen für die
Schulpause vorn, gefolgt von Obst (80,7 %) und Joghurt/Quark (71,5
%). Nach Vorstellungen der Eltern sind (Vollkorn-)Brot, Obst und
Milch die bevorzugten Bestandteile einer gesunden Kost für ihre
Sprösslinge. Lehrerinnen und Lehrer sehen das aus pädagogischer
Sicht ganz ähnlich: Als wichtigste Nahrungsmittelgruppen für die
schulische Wissensvermittlung nannten jeweils 80 %
Brot/Getreideprodukte bzw. Obst/Gemüse sowie 69 %
Milch/Milchprodukte. Diese "Dreier-Kombi" fürs Pausenfrühstück aus
Brot plus Obst plus Milch ist auch aus Sicht des Bonner
Ernährungswissenschaftlers Dr. Heiko Zentgraf optimal: "Das sorgt
für eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen, die
Leistungsfähigkeit und mentale Power über den ganzen Vormittag
hinweg gewährleisten." Hier sein Rezept für ein
"Pausen-Power-Brötchen".
Zutaten für 1 Portion: 1 Kürbiskernbrötchen, 1 EL Crème
fraîche, 25 g Lachsschinken, 1 Kohlrabi (ca. 250 g) mit Blättchen, Zitronensaft,
Radicchioblätter, Salz, Pfeffer; Zubereitung: Kohlrabi schälen, ein Viertel
davon grob raspeln, salzen und beiseitestellen. Brötchen aufschneiden und mit
der Hälfte der Crème fraîche bestreichen. Radicchioblätter flachgedrückt auf die
untere Brötchenhälfte legen, Lachsschinken daraufgeben. Geraspelten Kohlrabi im
Sieb ausdrücken, mit restlicher Crème fraîche vermischen und mit Zitronensaft,
Salz und Pfeffer abschmecken. Salat auf dem Schinken anrichten, mit gehackten
Kohlrabiblättchen bestreuen, Brötchendeckel auflegen und in Folie einwickeln.
Tipp: Restlichen Kohlrabi in Stäbchen schneiden und als Rohkost einpacken. (260
kcal/1090 kJ)
Mehr Rezepte und Infos im Internet unter
www.gmf-info.de/pausenbrot.pdf
Basics:
Ernährungsempfehlungen im
Zahnlexikon-Online
5.)
Quecksilberbelastung in Wasser und Luft
Die Belastung der Umwelt mit Quecksilber ist ein globales
Problem. Über die Atmosphäre und das Wasser hat sich das Metall weltweit
verbreitet, heißt es in einer Deklaration, die im Anschluss an die achte
"International Conference on Mercury as a Global Pollutant"
veröffentlicht wurde.
Heute gelange mit dem Regen und anderen Niederschlägen im Durchschnitt mehr
als dreimal so viel Quecksilber auf den Boden wie vor dem Beginn der
industriellen Revolution vor 200 Jahren, schreibt das "Deutsche Ärzteblatt" in
Berufung auf die Gruppe um David Krabbenhoft, einem Forscher der U.S. Geological
Survey in Middleton, Wisconsin. Die Emissionen der Industrieländer hätten zwar
in den letzten 30 Jahren abgenommen, doch diese günstige Entwicklung werde
praktisch aufgehoben durch die steigenden Emissionen in den Entwicklungsländern.
So gehört China mittlerweile zu den Hauptverarbeitern von Quecksilber. Im Jahr
2004 wurden dort allein 153,4 Tonnen Quecksilber zur Herstellung von Batterien
und Akkus verwendet. Diesen wird das Metall als Korrosionsschutz beigefügt. Über
Billigimporte gelangt das Quecksilber wieder in die Industrieländer und dort
früher oder später auf die Mülldeponien und womöglich ins Trinkwasser.
Das meiste Quecksilber wird aber von Fabriken ins Abwasser abgegeben, wo es
anschließend Fische aufnehmen. So gehören die Inuit in Grönland, die sich zum
Großteil von Fisch ernähren, zu den weltweit am meisten belasteten Völkern, wenn
man einmal von den Anwohnern der Goldminen in den Entwicklungsländern absieht,
wo das Quecksilber zur Gewinnung des Edelmetalls benutzt und danach einfach ins
Wasser abgelassen wird. Tausende dieser Minen verunreinigen Wasser und Luft.
Krabbenhoft und Mitarbeiter schätzen, dass nicht nur die Gesundheit von 50
Millionen Anwohnern direkt gefährdet wird, sondern dass die Emissionen dieser
oft illegalen Minen heute 10 Prozent der anthropogenen Quecksilberbelastung in
der Atmosphäre ausmachen.
[ © :
zm-online, Daniela
Umbreit ]
Basics:
Quecksilberfreisetzung aus Amalgamfüllungen im
Zahnlexikon-Online
6.)
Der Boom für
Zahnaufheller ist vorbei
Einen massiven Umsatzeinbruch musste der Markt für zahnaufhellende
Produkte für den Hausgebrauch hinnehmen. Nach Angaben des
Marktforschungsunternehmens AC-Nielsen in Frankfurt wurden 2005
Bleachingmittel für etwa 18 Millionen Euro gekauft – 2004 waren es
noch 36 Millionen Euro.
Dieses Jahr scheint laut den Marktforschern noch schlechter zu
werden, wie die "Frankfurter Rundschau" (FR) berichtet: Im ersten
Halbjahr 2006 gingen in Apotheken und Drogerien aufhellende Pasten
und Streifen im Wert von nur 4,8 Millionen Euro über den Tresen.
Eine Branchenkennerin aus der Nähe von Frankfurt glaubt, dass die
"innovationsfreudigen Deutschen" zunächst zugegriffen hätten, aber
enttäuscht von den meisten Produkten gewesen seien. Viele davon
hätten schlicht keinen Effekt, seien dafür aber sehr teuer. Außerdem
sei die Angst vor Nebenwirkungen der Chemikalie im Mund sehr groß.
[© :
zm-online,
sth/FR ]
Basics:
Bleichen im
Zahnlexikon-Online
7.)
Auch saure Äpfel können viel Zucker enthalten
Eine der säurereichsten Apfelsorten, der Boskoop, hat zum Beispiel
einen besonders hohen Zuckergehalt. Darauf weist die Centrale
Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) hin. Der
Zuckergeschmack wird durch die Säure überlagert, deswegen ist Boskoop
als besonders saure Sorte bekannt. Die ebenfalls säuerlich schmeckende
Sorte Idared ist dagegen zuckerarm. Entscheidend für den Geschmack ist
das Verhältnis von Säure und Zucker.
[ WELT.de/dpa ]
Basics: Er osionsbedingte
Zahnschäden im
Zahnlexikon-Online
8.)
Woran erkranken wir
in Zukunft?
Noch im vergangenen Jahrhundert war die Lebenserwartung vielerorts nur halb
so hoch wie heute. Ein neugeborenes Mädchen kann sich hierzulande auf etwa 81
erlebnisreiche Lebensjahre, ein Junge auf immerhin 77 Geburtstagsfeiern freuen.
Diese frohe Botschaft wird eigentlich nur dadurch getrübt, dass die Gefahr einer
Erkrankung mit dem Alter zunimmt. Höhere Lebensjahre gehen zum Beispiel oft mit
Gelenkschmerzen, Diabetes oder Gedächtnisschwäche einher. Vielen Beschwerden
kann durch eine gesunde Lebensführung Einhalt geboten werden, doch nicht alle
Leiden lassen sich vollständig ausschalten. Theoretisch könnte man zwar zum
Beispiel den Vormarsch einer der größten Gefahren der Menschheit, die durch das
Zigarettenrauchen verursachte Lungenerkrankung, die bereits heute zu den
häufigsten krankheitsbedingten Todesursachen zählt, verhindern. Dazu würde
bereits eine wirklich effiziente landesweite Antiraucherkampagne ausreichen.
Anderen Erkrankungen ist leider nicht so leicht beizukommen. So erwarten
Experten vor allem bei der Zuckerkrankheit und dem Übergewicht in den nächsten
zehn Jahren einen besonders hohen Anstieg. Die ungesunde Ernährung und ein
Mangel an Bewegung gelten hier als Hauptrisikofaktoren. Sowohl Diabetes als auch
das Übergewicht sind ernst zu nehmende Volkskrankheiten. Sie können die
gefährlichen Folgeeffekte wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenschäden
begünstigen.
Bei diesen „Top 10" rechnen Experten mit einer Zunahme an Neuerkrankungen:
- Diabetes
- Übergewicht
- Demenz
- Schlaganfall
- Gelenkerkrankungen
- Osteoporose
- Herzschwäche
- Depressionen
- Allergien
- Bluthochdruck
[© ASLAN Mosaik ]
9.)
Hilfe für schmerzempfindliche Zähne: Borsten mit mikrofeinen Enden
Schmerzempfindliche Zähne benötigen besondere Beachtung beim
Putzen. Denn harte Zahnbürsten und zu großer Druck beim Zähneputzen
verstärken die Schmerzempfindlichkeit. Die seidenweichen
Mikrofaserborsten der Sensodyne Mikro Aktiv Zahnbürste reinigen sogar
Problemzonen schonend und effektiv, insbesondere freiliegende Zahnhälse.
Die neue Zahnbürste gehört mit ihren seidenweichen Borsten, die sich am
Ende Pinselhaar-ähnlich verjüngen, zu einer neuen Generation von
Zahnbürsten. Die neuartige Borstentechnologie ermöglicht mehr Kontakt
zum Zahnbelag (Plaque) und einen besseren Zugang zu Zahnzwischenräumen
und dem empfindlichen Zahnfleischsaum. Eine breite, stabile Borstenbasis
gibt den mikrofeinen Enden Halt für eine gründliche Reinigungsleistung.
Der kleine, leicht angewinkelte Bürstenkopf erreicht sehr gut bis gut
den Seitenzahnbereich und die hinteren Backenzähne.
Ursachen für schmerzempfindliche Zähne sind häufig Zahnfleischrückgang
und Abnutzung des Zahnschmelzes, empfindliche Stellen (zum Beispiel die
Zahnhälse) liegen schutzlos frei. Die Folgen: Schmerzen beim Zähneputzen
und eine Vernachlässigung der Mundhygiene. Zahnfleischreizung und
-rückgang werden verstärkt und können bis zum Zahnverlust führen.
[
weitere
Infos ]
Basics:
Zahnbürsten im
Zahnlexikon-Online
10.)
Von Gravensteiner bis Braeburn - Kleine Apfelsortenkunde
(aid) - Weltweit gibt es rund 20 000 Apfelsorten, von denen über 1 000 in
Deutschland wachsen. Sie lassen sich grob in Sommer-, Herbst- und Winteräpfel
einteilen. Erstere reifen im Juli/August und eignen sich nicht zum Lagern. Zu
ihnen gehören zum Beispiel der Klar- oder Augustapfel, James Grieve und
Gravensteiner. Nach der Saisoneröffnung für Äpfel lassen sich ab September bis
Anfang November die klassischen Herbstäpfel genießen. Bei ihnen, beispielsweise
der Renette oder Alkmene, fallen Pflück- und Genussreife zusammen, d. h. man
muss sie nicht mehr ausreifen lassen und kann sie gleich essen oder verarbeiten.
Auch Winteräpfel wie Boskoop, Bohnapfel oder Boikenapfel werden im Herbst
geerntet, doch sind sie noch nicht gleich genussreif. Erst nach ein paar Wochen
Lagerung sind sie ausgereift und schmecken vollaromatisch. Zwar lassen sich
jederzeit auch Elstar, Braeburn, Idared und andere kaufen, doch handelt es sich
hierbei um spezielle Züchtungen oder Importe. Die regionalen Sorten, die man
meist auf den regionalen Märkten oder Hofläden findet, weisen dagegen je nach
Herkunft ein typisches Aroma aus, das auch der Laie leicht erschmeckt. So
schmeckt ein Aargauer Jägerapfel vom Hochrhein völlig anders als etwa
nordschleswige Gravensteiner oder der Rote Triersche Weinapfel. In Deutschland
werden am häufigsten Golden Delicious, Jonagold, Elstar, Cox Orange, Boskoop,
Rubinette, Gala und Braeburn gekauft. Boskoop besitzen eine raue, matte Schale,
meist dunkelrot oder trüb orange gefärbt. Gepflückt werden die großen Früchte ab
Ende September und sind von Dezember bis April genießbar. Das saftige
Fruchtfleisch wird mit der Zeit mürbe. Boskoop schmecken herbsäuerlich und
intensiv fruchtig, daher sind sie vor allem zum Backen und Kochen geeignet.
Golden Delicious weisen dagegen nur eine leichte Säure auf und haben ein
saftig-süßes Aroma. Das weiß-gelbliche, knackige Fruchtfleisch wird später
weich. Der grün-gelbe Apfel ist von Mitte September bis Mitte Oktober pflückreif
und bleibt bis in den Mai genussreif. Um Kreuzungen mit Golden Delicious handelt
es sich bei Elstar, Gala, Jonagold und Rubinette. Erstere zeichnen sich durch
ihren intensiv aromatischen Geschmack mit einem ausgewogenen Zucker-Säure
Verhältnis aus. Die dünne Schale der kleinen bis mittelgroßen Früchte ist gelb
mit hellroter Deckfarbe. Auch Elstar kann man bis Mai genießen, während
Rubinette erst im Oktober geerntet werden und die Genussreife nur bis Januar
währt. Die runde bis kegelförmige Rubinette besitzt eine gelbe Schale, die
leicht verwaschen bis leuchtend rot gestreift ist. Der Stiel ist auffällig lang.
Ihr gelbliches, saftiges Fruchtfleisch schmeckt ausgewogen und gehaltvoll.
[
©:
aid, Bettina Pabel
]
11.)
Fielmann für die Zähne?
Was Fielmann für Brillenträger ist, will McZahn für den
Dentalbereich werden. Durch kostengünstige Zahntechnikleistung aus China
sollen Zuzahlungen für die Patienten entfallen.
Für Werner Brandenbusch, der die McZahn AG 2005 gemeinsam mit dem Zahnarzt
Dr. Oliver Desch gegründet hatte, steht fest: „Das wird sich durchsetzen." Immer
weniger Patienten seien wirtschaftlich in der Lage, die Zuzahlungen für
notwendige Zahnbehandlungen aus eigener Tasche aufzubringen. Und diesen Markt
wolle sein Unternehmen erschließen.
Das Unternehmen bürge für die Qualität des Zahnersatzes. So werde der Abdruck
vom Zahnarzt durch die McZahn-Zentrale kontrolliert, bevor er nach China zur
Produktion geschickt werde. Die Endkontrolle des zurückgesandten Zahnersatzes
erfolge durch deutsche Zahntechnikermeister in den Dentallaboren, die auch die
Garantie übernehmen würden.
Am 28. September will Brandenbusch die erste McZahn-Praxiseröffnung in Krefeld
feiern. Bis 2009 sollen 409 Praxen bundesweit dem Franchise-Konstrukt angehören,
wie Brandenbusch im Gespräch mit der Redaktion von SPECTATOR DENTISTRY erklärte.
Die Zahnärzte in diesen Praxen sind Franchise-Nehmer der McZahn AG. Für eine
Eintrittssumme und regelmäßige Franchisegebühren übernehmen sie das
McZahn-Konzept, erhalten eine fertig eingerichtete Zahnarztpraxis, und auch das
Assistenzpersonal wird von McZahn gestellt.
Zwar halten sich die zahnärztlichen Standes- und Berufsverbände mit Kommentaren
bislang noch explizit zurück. Klar ist aber, dass das vorliegende
Franchise-Konzept das klassische Berufsbild des Zahnarztes als Selbstständiger
auf den Prüfstand stellt und Probleme mit dem aktuellen Verh-agsarztrecht
programmiert sind. Allerdings steht ein Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG)
vor der Umsetzung, was solche Praxisketten ermöglichen könnte. In einer zu
erwartenden Übergangsphase will Brandenbusch „die Behandlungen privat oder
kostenlos durchführen" lassen: „Notfalls überbrücken wir diese Zeit mit Geld aus
unserem Werbe-Etat."
Als Franchise-Geber in der Zahnheilkunde steht die McZahn AG nicht alleine
da. Der Franchise-Marke MacDent bescheinigte im April 2006 das Oberlandesgericht
Schleswig, dass ihr Qualitätssiegel nicht irreführend und damit nicht
berufsrechtswidrig sei (AZ: LG 15 0 47 / 05, OLG: 6 U 60 / 05).
Auf massiven Widerstand der Zahntechnikerinnung hat sich Brandenbusch ebenfalls
eingestellt - auch wenn die Innungen offenbar internen Diskussionsbedarf haben.
So war der Vorstand der Zahntechniker-Innung Südbayern im Frühjahr teils
zurückgetreten, teils abgewählt worden, weil man sich mit klaren Absagen von
Zahnersatzproduktionen in Asien schwer getan hatte.
Die
Ärztezeitung schreibt zum gleichen Thema:
" "... Billig bedeutet nicht unbedingt schlechter", räumt der Direktor bei
der Zahnärztekammer Nordrhein, Peter Dierks, ein. Er habe jedoch Zweifel am
Versprechen von McZahn: "Da wird Sand in die Augen der Bevölkerung gestreut."
Bei komplizierteren Behandlungen stoße das Dumping schnell an Grenzen. Nur bei
etwa zehn Prozent der Behandlungen sei ein Nulltarif möglich, schätzt er.
"Die Dritten" aus China seien so billig, dass die gesamten Kosten für die
Behandlung nach dem Zuschuss-System der Kassen gedeckt werden könnten, sagt
hingegen McZahn-Mitbegründer Brandenbusch. Eine in Deutschland hergestellte
Krone koste mehr als 200 Euro, die China-Version von McZahn etwa 60 Euro,
rechnet er vor.
Doch nach Angaben der Zahntechniker-Innung ist die Ersparnis deutlich geringer:
In NRW sei die Standardkrone ab 106 Euro zu haben. Auch deshalb stößt die
Geschäftsidee bei Experten auf Skepsis. "Ich glaube nicht, dass sich dieses
System durchsetzen wird", sagte Dominik Kruchen, Vize-Landesinnungsmeister der
Zahntechniker in NRW. Zahnersatz aus China gebe es seit 20 Jahren. "Aus gutem
Grund hat sich das bisher kaum durchgesetzt."
Die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe warnt zudem vor einem starken Verkaufsdruck
für Ärzte, die bei der Praxis-Kette tätig seien. Auch werde die Behandlung
standardisiert, so dass die Therapiemöglichkeiten eingeschränkt würden. Die
Bedenken teilt Brandenbusch nicht. "Der Markt ist im Umbruch", konstatiert er.
4000 Arbeitsplätze sollen in den kommenden Jahren in den McZahn-Praxen
entstehen. ..." Und
schließlich melden die
Zahnärztlichen Mitteilungen am 27.9.:
Der umstrittene Dental-Discounter McZahn hat die Zulassung für den Start seiner
ersten Filiale in Krefeld erhalten. Das teilte Werner Brandenbusch,
Vorstandsmitglied des Willicher Unternehmens, mit. Bis zum Jahresende plant die
Zahnarztkette 30 Praxen im Rheinland, dem Ruhrgebiet, in Leipzig und Berlin.
Bundesweit sollen nach Angaben des Unternehmens 400 Filialen entstehen.
Kritisch bewertet "Zahnersatz:Müller" am 28.9. in einer
PM u.a.: "... Der Werbefachmann empfindet das Lockmittel
"Zahnersatz zum Nulltarif" als unseriös, da den Patienten Zahnersatz-Leistungen
ohne Zuzahlung suggeriert werden, die aber in Wirklichkeit nur für einen ganz
geringen Teil der Bevölkerung umzusetzen sind. Die Gründe dafür sind:
- Die Patienten müssen ihr Bonusheft mindestens 10 Jahre lang regelmäßig geführt
haben, um dadurch einen 30-prozentigen Bonus
von der Krankenkasse zu erhalten.
- Selbst wenn diese Voraussetzung erfüllt wurde, ist der Nulltarif nur für
Regelleistungen anzuwenden. Die Regelleistungen stellen jedoch nur die absoluten
Grundversorgungen sicher. So sind z.B. die Kauflächen bei Zahnkronen nicht mit
einem zahnfarbenen Material überzogen. Die hinteren Zahnkronen sind sogar
komplett ohne Verblendungen, d.h., man schaut auf das blanke Metall.
Bringen wir die Leistungen auf den Punkt, so bedeutet "Zahnersatz zum
Nulltarif": Es wird ein Zahnersatz angeboten, den so gut wie kein Mensch haben
möchte!..."
[ ©:
SPECTATOR DENTISTRY , Ärztezeitung, zm-NewsLetter,
Zahnersatz:Müller, Infos: www.mczahn.ag
]
Basics:
Festzuschüsse für Zahnersatz
auf
Zahnwissen.de
12.)
Kuhmilch-Allergie
verschwindet meist wieder
(KHS). Eltern sollten nicht
schon beim Verdacht auf eine Kuhmilch-Allergie auf dieses
Nahrungsmittel verzichten, sondern den Verdacht zunächst klären
lassen. Bei nachgewiesener Kuhmilch-Allergie ist Sojamilch
vorzuziehen. Statt Sojamilch kann auch Formula auf Kuhmilchbasis
verwendet werden, worin die Allergene soweit zerkleinert sind, dass
sie vom Immunsystem nicht mehr erkannt werden.
Daran hat Professor Bodo Niggemann aus Berlin gestern beim 22.
Fortbildungskongreß "Fortschritte der Allergologie, Dermatologie,
Pneumologie und Immunologie" in Davos in der Schweiz erinnert. Dabei
müsse aber daran gedacht werden, dass 15 Prozent der Kinder, bei
denen eine Kuhmilch-Allergie gesichert ist, auch auf Sojamilch
allergisch reagierten. Allergie-Potenz wird oft überschätzt.
Grundsätzlich kenne er kein Argument, so Niggemann, einem gesunden
Kind, das keine Laktose-Intoleranz hat, Kuhmilch vorzuenthalten.
Selbst bei nachgewiesener Kuhmilchallergie gilt nach seinen Angaben
die Diätverordnung nur für eine relativ kurze Zeit. Je älter das
Kind werde, desto mehr verringere sich sein Risiko, allergisch auf
Kuhmilch zu reagieren. Bei etwa 80 Prozent der Kinder verschwinde
die Kuhmilchallergie im Lauf der Kindheit und frühen Jugend.
Niggemann wies darauf hin, dass viele Stoffe in ihrer allergenen
Potenz weit überschätzt würden, etwa Farb- und Konservierungsstoffe.
Sie seien bei der Entstehung von Ekzemen oder Soforttypallergien
nicht bedeutsam, allenfalls bei Urtikaria. Auch Schokolade, die
manchmal als Ursache von Allergien angesehen werde, sei für sich
genommen keine Gefahr. Dies gelte höchstens für Spuren von Nüssen
oder die Milch darin.
[ © :
Ärztezeitung ]
13.)
Zum Schluss: Sargträger haben es schwer
Die zunehmende Fettleibigkeit der Australier setzt inzwischen auch
Sargträgern zu. Der Verband der australischen Bestattungsunternehmer
riet seinen Mitgliedern nun, Särge nicht mehr auf Schultern tragen
zu lassen.
Um sie ins Grab hinabzulassen, sollten zudem stabile Hebegeräte und
nicht die traditionell üblichen Seile benutzt werden. "Die
Handhabung (der Särge) ist ein Thema geworden", sagte der Direktor
des Verbandes Anglikanischer Friedhöfe, Derek Williams, in der
Zeitung "The Age". "Wir erleben, dass die Menschen generell an
Umfang zunehmen und damit auch die Särge, in denen sie liegen."
[ © :
dpa /
Ärztezeitung ]
Direkter
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