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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
10/2008/ 1. Oktober 2008
Die Mehrheit der Politiker weigert sich, die Zukunftsprobleme des
Gesundheitswesens zur Kenntnis zu nehmen. Erst recht fehle Politikern der Mut zu
unpopulären Korrekturen im Interesse einer langfristigen Finanzierbarkeit, sagte
der Direktor des Kieler Instituts für Gesundheits-System-Forschung Professor
Fritz Beske.
Nach der Analyse des Kieler Instituts hat Deutschland in etwa 40 Jahren 14
Millionen Einwohner weniger, die Zahl junger Menschen sinkt um etwa 42 Prozent,
die Gruppe der Erwerbsfähigen geht um rund 31 Prozent zurück. Demgegenüber nehme
der Anteil der über 65-Jährigen um 65 Prozent zu und die Zahl der Hochbetagten
von über 80 Jahren erhöhe sich um etwa 150 Prozent auf dann zehn Millionen
Menschen.
Aufgrund dieser Daten, einem unveränderten Leistungskatalog und der Annahme,
dass der medizinische Fortschritt die GKV-Ausgaben jährlich um mindestens ein
Prozent steigert, beziffert Beske die GKV-Ausgaben im Jahr 2050 auf 225
Milliarden Euro im Vergleich zu heute 143 Milliarden. Fazit des
Gesundheitsökonomen: "Es wird unmöglich sein, die so zunehmenden Leistungen mit
einer kleineren und älteren Bevölkerung zu finanzieren". (aus
"Ärztezeitung")
Ihre ZahnNewsLetter Redaktion
Inhalt
1.)
So halten Sie Ihren Speichel gesund
2.)
Zahnfüllungen ohne Spalt
3.)
Qualität und Garantie statt Pfusch am Zahn
4.) Tipp: Kinderzahnpasta quer auf die Bürste
aufbringen
5.)
Die Vampire kommen
6.)
Unerwünschte Stoffe in Lebensmitteln - Nicht nur die Dosis macht das
Gift
7.)
Schulvormittage zuckerfrei planen
8.)
Wohlfühlen auf »Knopfdruck«
9.)
Zahnersatz-Beiträge werden weiterhin zum
GKV-Defizit-Ausgleich genutzt
10.)
Mit Zungenimplantat gegen
nächtliche Atemaussetzer
11.)
Zum Schluss: Schönheit und Vererbung
1.)
So halten Sie Ihren Speichel gesund
Rauchen Sie nicht - das Rauchen macht Speichel zähflüssig und
weniger aktiv.
Sorgen Sie durch sorgfältige und regelmäßige Mundhygiene für
eine Reduktion an Keimen im Mund und an besonders gefährdeten Stellen
des Zahnsystems, besonders wenn Sie unter Mundtrockenheit leiden.
Entfernen Sie Zahnbeläge (Plaque) sorgfältig: Nur wo Speichel
auch den Zahn umfließen kann, kann er seine Remineralisationsaufgabe
ausüben. Dicke Beläge fördern die Kariesentwicklung.
Nehmen Sie Zahnfleischbluten nicht auf die leichte Schulter: Es
kann der Anfang einer Zahnbettentzündung (Parodontitis) sein, die
Pforten eröffnet für das Eindringen pathogener Keime in die Blutbahn.
Wenn Zahnfleischbluten längere Zeit bei der Mundhygiene oder sogar beim
Essen auftritt, sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden.
Bei einem trockenen Mund, wie er bei Krankheiten und
Medikamenteneinnahme entstehen kann, sollte durch z.B. Kaugummikauen die
Speichelproduktion angeregt werden. Bei Stress sollte stets ausreichend
getrunken werden. Wasser verdünnt die hilfreichen Schutzfunktionen des
Speichels nicht.
Gesundheitsschutz bietet nur ein ungestörtes Speichelsystem:
Gestört wird es durch zucker- oder säurehaltige Getränke bzw. durch
zucker- und kohlenhydratreiche Ernährung, die ein saures Milieu in der
Mundhöhle schafft und die Vermehrung von Bakterien fördert.
Trinken Sie ausreichend am Tag - mindestens 1,5 Liter und
möglichst zucker- und säurefreie Getränke.
[ Pressemitteilungen
zum "Tag der Zahngesundheit" ; Birgit Dohlus, dental relations, T:
030 / 3082 4682,
info@zahndienst.de ]
Basics: Speichel im
Zahnlexikon-Online
2.)
Zahnfüllungen ohne Spalt
Löcher im Zahn werden meist mit Kunststofffüllungen gestopft.
Beim Aushärten schrumpft der zunächst weiche Kunststoff jedoch. Durch die
Spannung können Spalten zwischen Zahn und Füllung entstehen - neue Kariesherde.
Forscher haben dies erstmals simuliert.
Fest klammern sich die Hände des Patienten um die Sitzlehnen, während der
Zahnarzt die von Karies befallenen Stellen des Zahns wegbohrt. Ist das Bohren
erst überstanden, tritt bei den meisten Zahnwehgeplagten wieder ein wenig
Entspannung ein: Nun muss der Arzt das Loch nur noch etwas anätzen, eine
klebende Schicht aufbringen und mit einem Spezialkunststoff füllen. Der
Kunststoff ist zunächst weich, damit der Arzt ihn gut in das Loch drücken kann.
Erst durch das Licht einer kleinen Lampe verfestigt sich die Füllung. Beim
Aushärten schrumpft das Material jedoch meist ein wenig. Dabei treten hin und
wieder Spannungen auf und es kann passieren, dass zwischen Kunststofffüllung und
Zahn kleinste Spalten entstehen. In diesen können sich Nahrungsreste festsetzen,
die erneut zu Karies führen. Die Hersteller von Füllmaterialien bieten daher
verschiedene Kunststoffe an. Doch welche Füllung eignet sich für welche Lochform
am besten? Hier sind die Zahnärzte auf ihr Erfahrungswissen angewiesen. "Die
Aushärtung ist bisher nicht theoretisch beschreibbar. Die Spannungen, die im
Material auftreten, hängen immer von der Form des Lochs ab und sind besonders im
Randbereich sehr unterschiedlich. Sie können um den Faktor Zehn variieren", sagt
Dr.-Ing. Christof Koplin, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut
für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg. Auch Messungen helfen nicht weiter:
Spannungen lassen sich nur punktuell messen, der genaue Spannungsverlauf bleibt
bisher im Verborgenen.
Eine neue Simulationsmethode erlaubt es nun, die Spannungen in der Zahnfüllung
genau vorherzusagen und für jede Lochform die Kunststoffart zu wählen, in der am
wenigsten Spannungen entstehen. Zahnärzte können bei der Wahl des optimalen
Füllungsmaterials nun auf Ergebnisse des IWM zurückgreifen, Hersteller ihre
Produkte anhand der Simulationen optimieren. "Wir unterteilen die Zahnfüllung
gedanklich in tausend bis hunderttausend kleine Pakete und berechnen, wie jedes
Element seinen Nachbarn beeinflusst. In die einzelnen Elemente fließen
experimentelle Parameter ein: Dazu haben wir zunächst im Labor für jedes
Material an einer Standardgeometrie untersucht, wie es auf Belastungen reagiert,
die während der Volumenschrumpfung auftauchen - und wie sich die Fließfähigkeit
des Materials während der Aushärtung verändert", erklärt Koplin. Für einige
Lochformen und Materialien haben die Forscher vom IWM den Spannungsverlauf in
der Füllung bereits erfolgreich simuliert, weitere sollen folgen.
[ ©
PM des Frauenhoferinstitutes
]
Basics: Polymerisationsschrumpfung im
Zahnlexikon-Online
3.)
Qualität und Garantie statt Pfusch am Zahn
Jeder Zweite würde sich eher für eine Zahnbehandlung entscheiden,
wenn er eine Garantie auf wesentliche zahnmedizinische Leistungen
erhielte. Dies ergab eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der
Dental High Care GmbH unter rund tausend Befragten.
55 Prozent der Befragten hätten geantwortet, dass sie sich eher für die
Behandlung in einer Zahnarztpraxis entscheiden würden, die ihnen eine mindestens
vierjährige Garantie auf ausgewählte Zahnbehandlungen, wie Implantate,
Zahnersatz oder Füllungen anbietet. Überdurchschnittlich häufig, mit 66 Prozent,
hätten dies die 18-29-Jährigen angegeben. 42 Prozent hätten gemeint, dass dies
für sie keine Rolle bei der Wahl ihres Zahnarztes spielen würde.
Eine zweite Frage betraf die Evaluierung (qualitative Bewertung) der Praxen. 43
Prozent hätten geantwortet, sie würden sich eher für die Behandlung in einer
Zahnarztpraxis entscheiden, die von unabhängigen Institutionen, wie etwa
Universitäten, in Bezug auf Behandlungsqualität und Patientenservice geprüft
wurde. Mit 57 Prozent etwas häufiger als der Durchschnitt geben dies der Umfrage
zufolge die unter 30-Jährigen, sowie auch die Bezieher höherer Einkommen an. 52
Prozent hätten gesagt, dass dies für sie bei der Wahl ihres Zahnarztes keine
Rolle spiele.
Die Studie im Original
[
©:
zaend /
http://www.dentalhighcare.com/ ]
Basics:
Qualitätsmanagement im
Zahnlexikon-Online
4.)
Tipp: Kinderzahnpasta
quer auf die Bürste aufbringen
Optimale Mundhygiene vom ersten Zahn an schützt Kinder am besten vor
Karies - und zwar mit fluoridierter Zahnpasta. Darüber sind sich die
Zahngesundheits-Experten einig. Doch wie viel Zahncreme ist richtig,
fragen sich viele Eltern.
Einen besonderen Tipp gibt Prof. Dr. Dr. Lutz Stößer von der Zahnklinik
der Universität Jena allen, die sicher gehen wollen, dass die Zähne des
Nachwuchses auch mit der richtigen Menge an Zahnpasta geputzt werden:
Der Experte empfiehlt, die Zahncreme aus der Tube nicht der Länge nach
auf den Bürstenkopf zu streichen, sondern quer. Damit bekommt man nach
seiner Erfahrung die optimale Menge für einmal Zähneputzen.
Kinderzahnpasta sollte selbstverständlich Fluorid enthalten, in einer
Menge von 500 ppm. Dieses Mineral hat maßgeblich zur erfolgreichen
Eindämmung der Karies bei den bleibenden Zähnen der über 12-Jährigen
beigetragen. Ferner weist Prof. Stößer darauf hin, dass Kinder in dem
Moment, wo die ersten bleibenden Zähne nach den Milchzähnen
durchgebrochen sind, ihre Zähne mit Zahnpasta für Erwachsene putzen
müssen, um wirksamen Kariesschutz zu erreichen. Diese Zahnpasta sollte
dann 1.000 ppm Fluorid beinhalten.
[
©:
IME, Anbiss ]
5.)
Die Vampire kommen
Nach Tattoos und Piercings scheint ein neuer Körperschmuck-Trend im Kommen:
Vampirzähne. Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) warnt vor dieser
"Selbstschädigung mit Langzeitfolgen".
Dabei werden nach Informationen der Kasse die Eckzähne angespitzt oder künstlich
verlängert. Beim Anschleifen werde der Zahnschmelz abgeschliffen, der Zahn sei
Bakterien wehrlos ausgesetzt, betonte die KKH.
Außerdem könnten abgeschliffene Zähne leichter abbrechen. Durch
Zahnverlängerungen werde das Kauverhalten verändert, was unter anderem zu
Kieferbeschwerden führe.
"Setzt sich ein Versicherter derartiger Risiken freiwillig aus, muss die
gesetzliche Krankenversicherung nicht die Folgekosten übernehmen", sagte Holger
Steinhäuser von der KKH. Nach Angaben der KKH sind die Vampirzähne "ein relativ
neuer Trend". Lange Eckzähne seien sicher kein Massenphänomen, kämen in
Zahnarztpraxen aber "immer mal wieder" vor.
[
©
zm-online ]
6.)
Unerwünschte Stoffe in
Lebensmitteln - Nicht nur die Dosis macht das Gift
Viele Verbraucher sind wegen immer neuer Meldungen über mangelnde
Qualität der Lebensmittel verunsichert. Die meisten jedoch haben
selten schlechte Erfahrungen mit Lebensmitteln gemacht - und wenn,
dann sind es meist natürlich Giftstoffe, die Erkrankungen auslösen
oder sogar zu Todesfällen führen.
Professor Dr. Thomas Henle, ist der Auffassung, dass die Risiken,
die beispielsweise aufgrund der Nutzung von Pestiziden in der
Landwirtschaft oder der Bildung von Acrylamid oder Glycidamid
resultieren, in der Öffentlichkeit deutlich überbewertet werden
gegenüber Gefahren, die viele Bakterien und Schimmelpilze in sich
bergen. Ein die Nieren stark schädigendes Schimmelpilzgift (Mykotoxin)
ist das Ochratoxin A (OTA). OTA kann von Schimmelpilzen der
Gattungen Aspergillus und Penicillium während des Wachstums von
Pflanzen, beispielsweise Getreide, auf den Feldern oder durch
schlechte Lagerbedingungen der Rohstoffe, beispielsweise Nüsse oder
Kaffeebohnen, gebildet werden. Backen oder Kochen zerstört das Gift
kaum, durch das Rösten des Kaffees werden allerdings bis zu 90
Prozent des Giftes vernichtet. Die dabei entstehenden Abbauprodukte
konnten durch das Institut für Lebensmittelchemie an der Universität
Münster nachgewiesen werden. Sie sind deutlich weniger toxisch als
OTA, über das man sich aber bei normalem Ernährungsverhalten
ebenfalls keine Sorgen machen muss. „Dass man verschimmelte
Lebensmittel nicht essen darf, gehört in Ländern wie Deutschland zur
Selbstverständlichkeit. Doch in armen Ländern mit hungernder
Bevölkerung können schlecht gelagerte, kaum kontrollierte oder ganz
offensichtlich verdorbene Lebensmittel zu einem großen Problem für
die Gesundheit der Menschen werden“, so Henle.
Zu einer der weltweit häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten
gehört die Zöliakie, die mit einer schweren Schädigung der
Dünndarmschicht einhergeht. Sie wird durch die Speicherproteine
(Gluten) von Weizen, Roggen, Gerste und vermutlich auch Hafer
ausgelöst. Gluten bildet im Verdauungstrakt glutamin- und
prolinreiche Peptide, die von den körpereigenen Peptidasen nicht
abgebaut werden können. Bei genetisch prädisponierten Personen führt
das zur entzündlichen Zerstörung der Darmzotten. Diesen Personen
hilft nur eine glutenfreie Diät, bei der künftig ein Grenzwert von
20 Milligramm Gluten pro Kilogramm Lebensmittel nicht überschritten
werden soll. Dies muss von Lebensmittelherstellern und der amtlichen
Lebensmittelüberwachung analytisch überprüft und kontrolliert
werden. Eine Methode, die als Standard für Glutenbestimmungen gelten
soll, wurde entwickelt, getestet und erwies sich als tauglich –
außer bei Getränken aus fermentiertem Getreide, beispielsweise Bier,
Malztrunk oder Brottrunk. An der Deutschen Forschungsanstalt für
Lebensmittelchemie in Garching hat man nun auch für diese Getränke
eine verlässliche Analysenmethode zur Bestimmung von Gluten
entwickeln können.
Zu den stärksten Giften überhaupt gehören die Botulinumneurotoxine A
bis G, die von Clostridium Bakterien gebildet werden. Fleisch-,
Fisch-, Obst- und Gemüsekonserven oder auch Mayonnaise sind bei
falscher oder zu langer Lagerung besonders gefährdet, von diesen
Bakterien befallen zu werden. Die hochmolekularen Proteinkomplexe
der Botulinumtoxine sind an der Luft und bei Erhitzen nicht stabil
und zerfallen. Der bislang einzig zugelassene Test ist der
Mäuse-Bioassay, ein Tierversuch also. Immunochemische Testsysteme,
PCR-Verfahren und spektrometrische Methoden sind den Mäusetests in
ihrer Aussagekraft deutlich unterlegen.
Aktuelle Untersuchungen zur Bioverfügbarkeit und biologischen Wirkung von
Acrylamid und Glycidamid des Fachbereichs Lebensmittelchemie und
Umwelttoxikologie der Technischen Universität Kaiserslautern zeigen, dass von
den in gängigen Lebensmitteln enthaltenen Mengen an Acrylamid und Glycidamid
nach heutigem Wissensstand keine Gefahr ausgeht. Leider wurde in diesem
Zusammenhang die „Gefährdung“ durch das neu entdeckte Glycidamid in zahlreichen
Medienberichten der jüngsten Zeit völlig übertrieben dargestellt, was zu einer
nicht unerheblichen Verunsicherung bei den Verbrauchern geführt hat.
Was Lebensmittelchemiker seit einigen Jahren beschäftigt, sind die
Verpackungsmaterialien für Lebensmittel. Aus diesen Materialien, heute zumeist
Kunststoffverbundfolien, dürfen keine Substanzen, die die Lebensmittelsicherheit
gefährden, in das Lebensmittel übergehen (migrieren). Migrationsgrenzwerte
gelten vor allem für Kunststoffmonomere, also die Ausgangssubstanzen für
Kunststoffe, und Kunststoffadditive wie Antioxidantien, UV-Absorber, Antistatika,
Gleitmittel oder Antibeschlagmittel.
[
gekürzte PM der
Gesellschaft Deutscher Chemiker ]
7.)
Schulvormittage zuckerfrei planen
Mit dem "zuckerfreien Vormittag" will die Landesarbeitsgemeinschaft
Jugendzahnpflege in Hessen (LAGH) eine zahngesunde Ernährung im
Schulalltag verankern. Dazu hat sie jetzt zusammen mit dem dortigen
Kultusministerium eine neue Broschüre herausgegeben.
Nach dem Konzept des zuckerfreien Vormittags essen die Kinder nach dem
morgendlichen Zähneputzen bis zum Mittagessen ausschließlich kauaktive,
naturbelassene Pausensnacks wie Vollkornbrot, frisches Gemüse und Obst.
Zudem trinken sie zuckerfreie Getränke wie Mineralwasser und ungesüßte
Tees.
Die Broschüre informiert über die Bedeutung zahngesunder Ernährung und
gibt Tipps, wie man den zuckerfreien Vormittag in der Klasse, am
Schulkiosk und in der Schulcafeteria umsetzen kann.
Das Hessische Kultusministerium setzt sich im Rahmen des Projekts
"Schule und Gesundheit" dafür ein, dass Schüler gesundheitsförderndes
Verhalten lernen. Schulen können sich in verschiedenen Teilbereichen
zertifizieren lassen - etwa indem sie den zuckerfreien Vormittag
einführen. jr/pm
Bestellung gegen einen mit 1,44 Euro frankierten und adressierten
Din-A4-Rückumschlag bei der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege
in Hessen (LAGH), Kennwort: "Der zuckerfreie Vormittag im Schulalltag",
Rhonestr. 4, 60528 Frankfurt
[
©: PM zm-online
+
www.jugendzahnpflege.hzn.de
]
Basics:
Zucker im
Zahnlexikon-Online
8.)
Wohlfühlen auf »Knopfdruck«
Forscher haben einen Kunststoff entwickelt, der seine
Eigenschaften ändert: Bei 37 °C ist er wasserabweisend und ein idealer
Nährboden für biologische Zellen. Bei Raumtemperatur zieht er Wasser an
und die Zellen lösen sich.
Wie wirken neue Medikamente und Wirkstoffe auf den Körper – insbesondere
auf die Zellen? Kann der Arzt sie unbedenklich einsetzen oder wirken sie
toxisch? Um solche Fragen zu beantworten, müssen Pharmafirmen mit neuen
Wirkstoffen verschiedene festgelegte Toxizitätstests durchführen. Basis
für diese Versuche sind Zellkulturen: Forscher setzen einzelne Zellen in
ein kleines Plastikschälchen, geben Nährlösung dazu und stellen die
Schale bei 37 °C in den Brutschrank. Damit die Zellen sich möglichst
wohlfühlen und schnell vermehren, verwenden die Forscher Schalen aus
Polystyrol. Sind ausreichend Zellen gewachsen, wird das Medikament
zugegeben. Um zu untersuchen, wie die Zellen auf den Wirkstoff
reagieren, müssen die Wissenschaftler die gezüchteten Zellen jedoch aus
der Schale entfernen. Keine einfache Angelegenheit: Die Zellen heften
sich so fest an die Schale, dass die Forscher ein Enzym zugeben müssen,
um sie vom Kunststoff zu lösen. »Gerade die Zelltypen, die für
Toxizitätstests verwendet werden, sind sehr sensibel und können durch
das zugegebene Enzym beschädigt werden. Die Aussagen sind dann schwer zu
interpretieren: Man kann nicht einwandfrei sagen, inwieweit Schädigungen
durch das Ablösen der Zellen deren Reaktion auf das Medikament
beeinflussen«, sagt Dr. Claus Duschl, Abteilungsleiter am
Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in Potsdam-Golm.
Das Team um Dr. Jean-François Lutz, Gruppenleiter am Fraunhofer-Institut
für Angewandte Polymerforschung IAP, hat nun gemeinsam mit seinen
Kollegen vom IBMT und vom Max-Planck-Institut für Kolloid- und
Grenzflächenforschung einen Kunststoff entwickelt, der seine
Eigenschaften ändern kann. »Bei 37 °C, also der Temperatur, bei der die
Zellen gezüchtet werden, ist der Kunststoff wasserabweisend – die Zellen
fühlen sich darauf sehr wohl und breiten sich aus. Kühlt man den
Kunststoff auf 25 °C ab, also auf Raumtemperatur, zieht das Material
Wasser an: Die Zellen meiden den Kontakt, werden fast kugelförmig und
lassen sich leicht herunterspülen. Die Zugabe eines Enzyms wird so
überflüssig«, sagt Lutz.
Zwar gibt es bereits ähnliche schaltbare Kunststoffe. Der große
Unterschied beim neuen Kunststoff: Seine Basis ist Polyethylenglycol,
kurz PEG. Im Gegensatz zu den anderen schaltbaren Kunststoffen ist
dieses Material biokompatibel – Zellen wachsen sehr gut darauf. Ein
weiterer Vorteil: Das Material ist wasserlöslich und nicht toxisch. In
etwa zwei bis drei Jahren, hofft Lutz, könnten Petrischalen serienmäßig
mit dem neuartigen schaltbaren Kunststoff beschichtet werden.
[ ©
PM des Frauenhoferinstitutes
]
9.)
Zahnersatz-Beiträge
werden weiterhin zum GKV-Defizit-Ausgleich genutzt
Stolz berichtet das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), dass die
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im Gesamtjahr 2008 auf ein ausgeglichenes
Finanzergebnis zusteuert. Im ersten Halbjahr betrug das Defizit der gesetzlichen
Krankenkassen bei Einnahmen von 78,3 Milliarden Euro und Ausgaben von 79,2
Milliarden Euro noch 940 Millionen Euro. Einen wichtigen Beitrag dazu haben die
Zahnärzte geleistet, denn die Ausgaben für Zahnbehandlung stiegen bundesweit
(siehe Tabelle) nur um 0,3 Prozent, bei Zahnersatz (ZE) betrug die Steigerung
1,5 Prozent.
Damit liegen die ZE-Ausgaben, für die ein Sonderbeitrag allein von
Versicherten erhoben wird, immer noch fast 20 Prozent unter dem Niveau von 2004,
vor Einführung der ZE-Festzuschüsse. Aus dem ZE-Sonderbeitrag gewinnen die
Krankenkassen mehrere hundert Millionen Euro. Ohne diesen Sonderbeitrag aus
Zahnersatz würde das GKV-Defizit mehr als 1,5 Milliarden Euro betragen. Die
Zahnärzte liegen mit 0,3 Prozent Steigerung weit unter dem Rahmen der
Einnahmensteigerung von 2 Prozent der Gesetzlichen Krankenversicherung und
produzieren darüber hinaus rechnerisch Budgetüberschüsse.
Die Leistungsausgaben sind im 1. Halbjahr 2008 mit 4,5 Prozent je Mitglied
gestiegen. Dabei ist die Entwicklung der Ausgaben in den einzelnen
Leistungsbereichen sehr unterschiedlich verlaufen. Der Anstieg der
Arzneimittelausgaben von 5,7 Prozent zeige, dass die konsequente Nutzung von
Einsparmöglichkeiten durch Rabattverträge, die das Gesetz zur Stärkung des
Wettbewerbs in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG) eröffnet hat,
weiterhin dringend geboten sei, so das BMG.
Der Zuwachs von 3,5 Prozent je Mitglied bei den Ausgaben für ambulante ärztliche
Behandlung gehe ähnlich wie in den beiden vergangenen Jahren deutlich über den
Zuwachs der beitragspflichtigen Einnahmen der Krankenkassen hinaus. Diese
Entwicklung zeige, so das BMG, dass sich die Honorarsituation bereits im
laufenden Jahr deutlich verbessert habe. Die zusätzlichen Ausgaben für ärztliche
Früherkennungsuntersuchungen, die einen Anstieg von 7,5 Prozent ausweisen, sind
dabei noch nicht einbezogen. Durch die im GKV-WSG vorgesehene Honorarreform im
Bereich der vertragsärztlichen Vergütung werde sich die wirtschaftliche
Situation in den Arztpraxen ab 2009 weiter deutlich verbessern. Der in der
vergangenen Woche getroffene Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses sei
dafür eine entscheidende Weichenstellung und belege die Handlungs- und
Entscheidungsfähigkeit der gemeinsamen Selbstverwaltung in der Gesetzlichen
Krankenversicherung, so das BMG.
[ ©
PM
der Zahnarztwoche
]
Basics:
Festzuschüsse auf
Zahnwissen.de
10.)
Mit
Zungenimplantat gegen nächtliche Atemaussetzer
Ein neues Operationsverfahren, das Atemaussetzer während des Nachtschlafs
verhindern soll, erprobt die Hals-Nasen-Ohren-Klinik am Mannheimer
Universitätsklinikum. Dabei wird ein Implantat in die Zunge eingebracht, das
verhindert, dass die Zunge bei entspanntem Muskelzustand während des Schlafs
zurück fällt und damit die Atemwege blockiert. Anfang September sind erste
Patienten mit dieser Operationsmethode erfolgreichversprechend behandelt worden.
Das Implantat wird innerhalb einer medizinischen Studie zur Behandlung von
Atemaussetzern erprobt - die Ärzte sprechen von einer obstruktiven Schlafapnoe.
Das Ergebnis dieser Studie soll Aufschluss darüber geben, ob sich das Implantat
als wirksam erweist. Gemessen werden kann dies beispielsweise mit Hilfe einer
Aufzeichnung während einer Übernachtung im Schlaflabor der von Professor Dr.
Karl Hörmann geleiteten Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik. Oberarzt Professor
Dr. Boris Stuck zeigt sich mit den ersten Erfahrungen zufrieden: "Den Patienten
geht es nach dem Eingriff schon bald recht gut. Die meisten von ihnen können
bereits nach kurzer Zeit wieder normale Kost zu sich nehmen, was bei einer
chirurgischen Behandlung der Schlafapnoe alles andere als selbstverständlich
ist." Dies bedeute aber auch, dass die Ärzte hohe Erwartungen in die jetzt
verwendete dritte Generation dieses Implantats setzten. Als besonders
vorteilhaft erweise sich für die Patienten, dass Körperfunktionen wie
beispielsweise essen oder sprechen nicht beeinträchtigt würden.
Von nächtlichen Atemaussetzern sind in Deutschland rund vier Millionen
Menschen betroffen. Die Erkrankung äussert sich durch häufiges Erwachen und
entsprechende Tagesschläfrigkeit - außerdem ist das Schnarchen ist ein typisches
Leitsymptom von derartigen Schlafstörungen. Setzt der Atem häufig und länger
anhaltend aus, kann dies zu einer Unterversorgung des Blutes mit Sauerstoff, zu
Kreislaufstörungen und in der Folge zu einem erhöhten Risiko für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen - ganz abgesehen von einem erhöhten
Unfallrisiko aufgrund der erlebten Müdigkeit tagsüber.
Zur Therapie dieser Erkrankungen gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Sie
reichen von einer Behandlung mit Bissschienen bis hin zu einer
Beatmungstherapie. Erweisen sich diese Vorgehensweisen als ungeeignet, bieten
sich chirurgische Eingriffe an, zu denen auch die minimal-invasiv durchgeführte
Implantat-Operation gehört.
[
©:
klaus.wingen@klinikum-mannheim.de ]
Basics:
Apnoe im
Zahnlexikon-Online
11.)
Zum Schluss:
Schönheit und Vererbung
Eine Biologin aus der Schweiz möglicherweise eine Antwort auf die Frage
gefunden, warum angesichts besserer Chancen attraktiver Partner eine
Spezies insgesamt nicht schöner wird. Katharina Foerster von der
Universität Neuchâtel in der Schweiz stellte bei Forschungen an Rotwild
fest, dass jeweils der stattlichste Platzhirsch die am wenigsten
anziehenden weiblichen Nachkommen hat.
Nach der Darwinschen Lehre wäre eigentlich zu erwarten, dass
Gutaussehende ihre Gene erfolgreicher verbreiten als andere, weil sie
als Väter und Mütter stärker begehrt sind, schreibt das Magazin "Geo".
Dass dies nicht der Fall ist, dürfte der Biologin zufolge an
entgegengesetzt wirkender Erbinformation (antagonistischen Genen)
liegen. Das heißt: "Gute" Gene eines Elterntiers haben im jeweils
anderen Geschlecht der nächsten Generation häufig einen negativen
Effekt. So waren die Töchter jener Hirsche, welche die meisten
Nachkommen zeugten, kaum begehrt und setzten weniger Kinder in die Welt
als die weiblichen Nachkommen "unattraktiver" Väter.
Die Erbanlagen, die ein attraktiver Elternteil weitergibt, wirken sich
nur an Kindern seines Geschlechts positiv aus. Einen solchen Mechanismus
schließt Katharina Foerster auch beim Menschen nicht aus. Möglicher Sinn
der antagonistischen Gene könnte sein, dass bei allzu vielen Schönlingen
die genetische Vielfalt litte. Und dies würde eine Spezies schwächen.
[
©:
Ärztezeitung
]
Direkter
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