Zahnärztliche NewsLetter Nr. 11/2003/ 1. November 2003

Herzlich willkommen bei der neuesten Ausgabe der ZahnNewsLetters. Im Monat November und auch Anfang Dezember befassen sich ZDF/3sat mit den Reparaturmöglichkeiten der Volksseuche Karies. Wir empfehlen Ihnen diese Sendungen gerade deshalb, weil sie unter Mitwirkung hochkarätiger Wissenschaftler, Medien und Gruppierungen entstanden sind und statt einer Zuschauerträchtigen Skandalstory echte Infos aus dem zahnärztlichen Bereich bieten. Mehr dazu unter Punkt 2.)

Inhalt

 1.) Zahnimplantate im ständigen Aufwind
 2.) Grosse ZDF-Aktion zur Zahnerhaltung und Therapie
 3.) Infrarot-Kamera entdeckt kranke Zähne
 4.)
Herausnehmbarer oder fester Zahnersatz - man kaut mit beidem gut
 5.) Zahnersatz: Viele Versicherte bleiben ihrer Kasse treu
 6.) Gute Infos für Arzt und Patienten

 7.) Antibiotika fördern Asthma und Allergien

 8.)
Irren ist ärztlich - jeder Dritte vermutet einen Behandlungsfehler
 9.)
Werbung der Heilberufe - es wird mit zweierlei Maß gemessen
10.)
Kinder mit Kopfschmerzen - häufig liegt es an der Cola-Menge!
11.) Cola- und Orangensafttrinkern auf "den Zahn gefühlt"
12.) Neue BfArM-Broschüre: "Amalgame in der zahnärztlichen Therapie"
13.) Fitness-Riegel bringen nichts
14.) Gesundheitsreform - was auf uns ab Januar 2004 zukommt
15.) Speisekürbisse und Zucchini können bitteres Gift enthalten
16.)
Zum Schluss: Vorsicht Fettnäpfchen



1.) Zahnimplantate im ständigen Aufwind

Künstliche Zahnwurzeln oder "eingepflanzte Zähne" setzen sich von Jahr zu Jahr mehr in der Zahnmedizin durch, wenn es darum geht, eigene Zähne zu ersetzen. Dabei ist das Einpflanzen von Ersatzzähnen schon eine aus dem Altertum bekannte Technik - allerdings damals mit fraglichem Erfolg, häufig untauglichen Mitteln und teilweise grauenhafter Ästhetik. Implantate neuerer Prägung reichen in das Jahr 1913 als "käfigartige Konstruktionen" zurück und fanden erst in den 60er/70er Jahren des letzten Jahrhunderts in nennenswertem Umfang ihren Einzug in die wissenschaftliche Zahnheilkunde. Waren es in diesen Jahren häufig ungenügende Materialien und unvollkommene Operationstechniken, so scheinen diese Probleme inzwischen gelöst und man wendet sich verstärkt ästhetischen Fragen zu. Geblieben ist aber Eines: Zahnimplantate sind teuer und werden von den gesetzlichen Krankenkassen nur in Ausnahmen bezuschusst. Und so kann es leicht passieren, dass einige tausend bis zigtausend Euro in diesen modernen Ersatz aus eigener Tasche investiert werden müssen.
Von der 12. Jahrestagung der Implantologen - so nennen sich die Experten, welche sich mit dem Einpflanzen künstlicher Zähne beschäftigen - berichten die Zahnärztlichen Mitteilungen unter der Überschrift "Ästhetik als neue Herausforderung":

" Über "State of the art" in Wissenschaft und Forschung sowie Nachfrage und Akzeptanz der Zahn-Implantologie diskutierten Experten aus aller Welt in der Wiener Hofburg. Dort fand Anfang Oktober der Weltkongress der Zahn-Implantologie statt, laut Veranstaltern die weltweit größte Tagung zu diesem Thema.
Mehr als 40 Vortragende aus Wissenschaft und Praxis erläutern und diskutieren Möglichkeiten und Grenzen von Zahn-Implantanten. "Die neue Herausforderung liegt in der Gewährleistung einer anspruchsvollen Ästhetik, bei der Zahnfleisch und Zahn eine gute, natürliche Optik ergeben", erklärt Georg Watzek, Leiter der Universitätsklinik für Zahn-, Kiefer und Mundheilkunde Wien und Präsident der European Association for Osseointegration (EAO). Die bis vor wenigen Jahren an erster Stelle stehende Funktionalität der Implantate gehöre mittlerweile zum Standard. Die neue ästhetische Herausforderung steigere die Anforderungen an das chirurgische Know-how und Geschick der Zahnärzte.
Die Nachfrage und Akzeptanz von Zahn-Implantaten sei hier zu Lande höher als beispielsweise in den USA. Vor allem bei jüngeren Patienten mit hohem Zahnbewusstsein sei die Bereitschaft, sich ein Zahn-Implantat setzen zu lassen, erstaunlich hoch, so Watzek. Der Informationsgrad der Bevölkerung sei jedoch relativ gering. Bei einer Umfrage unter 1 000 Probanden erklärten laut Watzek 70 Prozent, an mehr Informationen über Zahn-Implantate interessiert zu sein. Schätzungen zufolge werden weltweit pro Jahr 1,5 Mio. Zahn-Implantate gesetzt, so Watzek. Die Zuwachsrate liege jährlich bei 15 bis 20 Prozent. sp/pte"

[ Quelle: zm-online vom 14.10. ]

 Basics: Implantate im Lexikonteil

Noch ein Hinweis: Der im letzten ZahnNewsLetter empfohlene Patientenratgeber „Implantate – lange haltbar, lange schön“ welcher Patienten in Einzelexemplaren kostenlos zur Verfügung stand, war binnen kurzer Zeit restlos vergriffen (15.000 Stück;  Zahnarztpraxen konnten den Ratgeber in einem Paket zu 50 Stück à 45 € erwerben.  Eine Neuauflage ist in Arbeit. Bestelladresse/Warteliste: BDIZ/EDI e.V., Am Kurpark 5, 53177 Bonn, Tel.: 0228 / 9359244, Mail: BDIZeV@t-online.de

Anfang

2.) Grosse ZDF-Aktion zur Zahnerhaltung und Therapie

Die Ausstrahlungen der ZDF-Redaktion „Praxis – das Gesundheitsmagazin“ und „Praxis“ im Rahmen der Sendung „Volle Kanne – Service täglich“ sind vielbeachtete Sendungen, weil sie der Bevölkerung Ratschläge zur Erhaltung der Gesundheit geben und Möglichkeiten zur Behandlung häufiger Gesundheitsprobleme aufzeigen.

Karies ist immer noch „in aller Munde“, andererseits wächst das Gesundheitsbewusstsein und der Wunsch nach ästhetischen Zähnen. Dies veranlasste den Sender, im sommerlichen „ZDF-Fernsehgarten“ die Themen Zahnpflege und moderne Materialien zur Versorgung karieserkrankter Zähne zu behandeln. Im Rahmen der Aktion „Biss bald“ gibt das ZDF nun gemeinsam mit renommierten Partnern aus der Zahnmedizin eine Patientenbroschüre heraus, die der Bevölkerung Anleitung zur Zahnerhaltung und eine Orientierungshilfe zur Zahnrestauration gibt.
Darüber hinaus sind in ZDF und 3sat fünf Sendetermine geplant, die in „Praxis – das Gesundheitsmagazin“ am 3. Dezember 2003 ihren Höhepunkt finden. In den TV-Beiträgen wird zum einen aktuelles Wissen zur Gesunderhaltung der Zähne vermittelt, zum anderen werden moderne Methoden erläutert, um behandlungsbedürftige Zähne, z.B. auch mit Vollkeramik, metallfrei, ästhetisch und biokompatibel zu versorgen.
Die konzeptionelle Vorbereitung der Broschüre lag in den Händen der wissenschaftlichen Vereinigungen DGZMK, DGCZ und Arbeitsgemeinschaft für Keramik in der Zahnheilkunde e.V. . Für die Verbreitung von Fachinformationen konnten die Medien „Zahnärztliche Mitteilungen“ und „Medical Tribune“ gewonnen werden. Auf der Ebene der Publikumszeitschriften haben mehrere Verlage ihre Mitarbeit bestätigt.
Das ZDF bezieht alle Zahnärzte in die Aufklärungsaktion mit ein, denn nur der enge Schulterschluss mit der Praxis wird das erforderliche Wissen der Patienten um die Zahnerhaltung und die modernen Möglichkeiten der Restauration verbessern.

Das ZDF wird Beiträge im TV-Format „Praxis vor 10“ am 12., 18. und 26. November, jeweils ab 9:45, senden. Ausführlich mit Behandlungsfällen berichtet das ZDF in der beliebten Sendung „Gesundheitsmagazin Praxis“ am 3. Dezember um 22.15, sowie in 3sat unter „Teletipps vom Hausarzt“ am 7. Dezember 2003, um 17:30. Für weitere Informationen wurde eine Website geschaltet:
 http://www.tipps-vom-hausarzt.de
Hinweis für Zahnarztpraxen: ZDF-Patientenbroschüren und das Wartezimmerposter können vom Versandlager unter der Fax-Nr. (09131) 91 92 - 697 abgerufen werden.

[Quelle: Manfred Kern, Arbeitsgemeinschaft für Keramik in der Zahnheilkunde e.V., Email: kern.ag-keramik@t-online.de , www.ag-keramik.de ]

Anfang

3.) Infrarot-Kamera entdeckt kranke Zähne

Die Entstehung der Karies ist bis heute noch nicht restlos aufgeklärt; es gibt überzeugende Belege dafür, dass es sich um ein Zusammenwirken mikrobieller, genetischer, immunologischer, verhaltensspezifischer und umweltbedingter Faktoren handelt. Fest steht, dass es ohne Zucker (Kohlenhydrate) und ohne Bakterien - hier besonders Streptococcus mutans - keine Karies gibt.
Die Erkennung der Karies ("Kariesdiagnostik") ist dann besonders schwierig, wenn sie an Stellen auftritt, die der klassischen Untersuchungsmethode mit "Auge, Sonde und Spiegel" nicht zugänglich sind - den Zahnzwischenräumen und Bezirken unter alten Füllungen. Für diese Gebiete werden Röntgenstrahlen eingesetzt, welche bei einer geringen Strahlenbelastung den entscheidenden Nachteil haben, dass sie erst bei einem gewissen Kariesfortschritt - mehr als 30% der betroffenen Stellen müssen schon entkalkt sein - auf dem Röntgenbild einen sichtbaren Kontrast liefern. Über eine neue Technik, welche im Tierversuch ermutigende Resultate zeigt, berichtet der YelloScout am 16.10.:

"Je früher Schwachstellen in Zähnen erkannt werden, desto besser können entstehende Löcher vermieden werden. Wissenschaftler der University of California, San Francisco, haben jetzt erkannt, dass Infrarot-Strahlen sehr kontrastreich geschädigte Stellen im gesunden Zahnschmelz erkennen lassen. Sie übertreffen die bisher für Zahnschmelzuntersuchungen eingesetzten Röntgenstrahlen und können einfach und kostengünstig vor Zahnzerfall schützen.

"Die prinzipiellen Vorteile sind eine größere Empfindlichkeit und ein besserer Kontrast bei der frühen Diagnose von Zahnzerfall", sagt Daniel Fried von der University of California. An Patienten konnte die Methode allerdings noch nicht getestet werden. Für die ersten Untersuchungen wurden gesunde Zähne in Millimeter dünne Scheiben geschnitten und mit Hydroxylapatit, einem Gesteinspulver, infiziert, welches das optische Verhalten geschädigter Zahnstellen nachahmt und ähnlich auf das Infrarotlicht reagiert. Beflügelt von den ersten Erfolgen wollen die Zahnforscher nun an Zähnen unterschiedlich fortgeschrittener Schädigungs-Stadien ihre Methode erproben. Wenn sich auch dies bewährt, kann über eine Testreihe an lebenden Probanden nachgedacht werden."

[ Quelle: http://web.yelloscout.com ]

 Basics:  Kariesdiagnostik im Lexikonteil

Anfang

4.) Herausnehmbarer oder fester Zahnersatz - man kaut mit beidem gut

Sind einige oder alle eigenen Zähne - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr zu erhalten, muss ein Zahnersatz angefertigt werden. Hierbei taucht die Kardinalfrage auf: Festsitzend oder Herausnehmbar. Richtet man sich dabei nach den Wünschen der Patienten, so wird fast immer ein festsitzender Zahnersatz bevorzugt. Häufig sprechen aber im stark reduzierten Restgebiss konstruktionsbedingte und auch finanzielle Gründe dagegen, denn feste 3. Zähne sind meist teurer als herausnehmbare. Wie sieht es aber aus, wenn die Finanzen keine Rolle spielen und die Restgebiss-Situation so aussieht, dass sowohl festsitzend wie herausnehmbar ersetzt werden kann? Eine schwedische Forschergruppe ging dieser Frage nach und kam zu einem - selbst für die Redaktion - überraschenden Ergebnis. Allerdings: Diese Studie sagt nichts über den ebenfalls von den Patienten hoch eingestuften Tragekomfort und über die Kosmetik aus - es wurden ausschließlich funktionelle Aspekte berücksichtigt:

 Ob partialer Zahnersatz fest oder herausnehmbar verankert ist, scheint sich nicht wesentlich auf die Auswahl der Nahrung und das Kauvermögen auszuwirken. Dennoch können Patienten durch festen Zahnersatz bei einigen Kauvorgängen profitieren. Ursache für die geringen Unterschiede im Kauvermögen zwischen Patienten mit festverankertem Zahnersatz (ZE) und herausnehmbaren Partialprothesen sind sehr ähnliche Grundvoraussetzungen. Wissenschaftler aus dem schwedischen Malmö schlossen in ihre Untersuchung 44 Patienten mit festem ZE sowie 40 Patienten mit herausnehmbaren Teilprothesen ein, die sich in Hinblick auf: Anzahl der natürlichen Zähne, Anzahl der ersetzten Zähne sowie den Umfang okklusaler Kontakte möglichst entsprachen. Auch der allgemeine Gesundheitszustand und die sozialen Lebensumstände der Probanden, allesamt Männer im Alter von 68 und 69 Jahren, entsprachen einander weitgehend. Diese, bis auf die Art der Verankerung ihres Zahnersatzes, sehr ähnlichen Patientengruppen unterzogen die Forscher nun diversen Tests und Befragungen. So wurde zum einen das Essverhalten dokumentiert und hierbei vor allem die Aufnahme harter und weicher Nahrung erfasst. Des Weiteren erhielten die Probanden in praktischen Übungen die Aufgabe, zwei verschiedenfarbige Kaugummis miteinander zu vermischen bzw. daraus eine Kugel zu formen. Auch wurde gezählt wie viele Kauschritte benötigt wurden, um eine ganze Mandel schluckfertig zu zerkauen. In ihrer Auswertung ermittelten die Forscher weniger Unterschiede als erwartet. Lediglich bei den beiden Kaugummi-Übungen schnitten die Träger herausnehmbarer Prothesen etwas schlechter ab. Zudem zeigte sich bei der Nahrungsauswahl in der Gruppe mit festen ZE eine vergleichsweise stärkere Vorliebe für harte Kost. Dennoch seien die Differenzen in beiden Gruppen gering, so das Fazit. Im Mandel-Schluck-Test schnitten beide Gruppen gleich gut ab, ebenso bei der Bilanzierung der durch die Nahrung aufgenommenen Energie. Das Kauvermögen ist also auch unter ernährungsmedizinischen Gesichtspunkten mit einem gut sitzenden herausnehmbaren Zahnersatz befriedigend wiederherzustellen.

[ Quellen: FVDZ-Fachinfo; Liedberg B. et al.: Masticatory and nutritional aspects on fixed and removable partial dentures. Clinical Oral Investigations (2003) published online (28.08.03)  ]

 Basics: Zahnersatz im Lexikonteil

Anfang

5.) Zahnersatz: Viele Versicherte bleiben ihrer Kasse treu

Zahnersatz wird nach dem Willen des Gesetzgebers ab 2005 kein Bestandteil der Gesetzlichen Krankenversicherung mehr sein, sondern ist gesondert abzusichern (==> unsere Meldung vom August). Bei Wem und zu welchem Betrag - darüber gab es über viele Wochen erhebliche Meinungsunterschiede bei den politischen Parteien mit dem Kompromiss, dass ein Sowohl als Auch möglich ist, wobei die Konditionen bisher nicht so ganz klar sind. Aber bis 2005 läuft noch viel Wasser den Rhein herunter - auch in der Sozialpolitik:

(akr). Mehr als zwei Drittel der gesetzlich Versicherten wollen den Zahnersatz künftig bei ihrer Krankenkasse versichern. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag der Betriebskrankenkasse Krupp Thyssen und Partner (BKK KTP).
Im Zuge der aktuellen Gesundheitsreform soll der Zahnersatz ab 2005 aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen ausgegliedert werden.
Von den insgesamt 2002 Befragten sagten 61 Prozent, dass sie den Zahnersatz bei ihrer Krankenkasse versichern werden. Einen privaten Anbieter bevorzugen 22 Prozent der Bürger, sieben Prozent sind noch unentschlossen. Zehn Prozent der Interviewten haben bereits eine private Zusatzversicherung.
Bei der Entscheidung über den Versicherer spielt offenbar der Bildungsgrad eine Rolle. Von den Bürgern mit abgeschlossener Lehre oder Volksschulabschluß möchten 67 Prozent beim Zahnersatz bei ihrer Kasse bleiben, von den Akademikern und Befragten mit Abitur sind es nur 52 Prozent.

[ Quelle:  http://www.aerztezeitung.de/  ]

Anfang

6.) Gute Infos für Arzt und Patienten

Das DIMDI - eine der großen Datenbanken und Informationssysteme in der deutschen Medizin - macht mit einer neuen Rubrik aufmerksam:

Das DIMDI hat sein Informationsangebot für Ärzte und Patienten weiter ausgebaut. Die speziell für diese Zielgruppe konzipierte Rubrik "Arzt und Patient" bietet Besuchern nun zahlreiche Neuerungen aus dem Themenbereich Medizin und Gesundheit.
Neben dem einfachen Zugang zu medizinischer Literatur finden Ärzte und medizinisch interessierte Laien hier nun auch eine Zusammenstellung medizinischer und pharmazeutischer Adresssammlungen verschiedener Anbieter. Darin ist sowohl die Suche nach einem passenden Arzt als auch nach einer Klinik, Apotheke; Selbsthilfegruppe oder Reha-Klinik zielsicher möglich.
Neu ins Angebot aufgenommen wurde außerdem eine Vielzahl von medizinischen Bildinformationen sowie weitere Arzneimittelinformationen verschiedener Anbieter, beispielsweise die der Stiftung Warentest.
Auch bei der Vorbereitung einer Reise bietet der Bereich Arzt und Patient jetzt hilfreiche Unterstützung, indem hier wichtige reisemedizinische Hinweise und Impfempfehlungen zur Verfügung stehen.
Das DIMDI wird die Rubrik Arzt und Patient weiter ausbauen und kontinuierlich um neue Informationsangebote erweitern.
Die Adresse: http://www.dimdi.de/

Anfang

7.) Antibiotika fördern Asthma und Allergien

Neben der Entdeckung der Acetylsalicylsäure (Aspirin™) gelten die Antibiotika als einer der Meilensteine der Pharmakologie des 20. Jahrhunderts. Durch unsachgemäße und zweckentfremdende Verordnungen (z.B. in der Tiermedizin) und falsche Einnahme ist allerdings in den letzten Jahrzehnten die Häufigkeit der Nebenwirkungen - besonders Allergien - erheblich angestiegen. Über neue Krankheitsbilder, ausgelöst durch den vorschnellen Einsatz im Kindesalter, wird nun aus den USA berichtet:

Die oft vorschnelle Behandlung von Infektionskrankheiten mit Antibiotika hat einen weiteren, bisher unbekannten Nachteil. Einer US-Studie zufolge leiden Schulkinder wesentlich öfter an Allergien und Asthma, wenn sie als Säugling mit Antibiotika behandelt wurden. Nach langjährigen Untersuchungen an Hunderten von Kindern kam Christine Cole Johnson vom Henry Ford Hospital in Detroit zu einem eindeutigen Ergebnis. Die Medizinerin beobachtete 448 Kinder von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr - und stellte fest, dass Kinder, die in den ersten sechs Monaten ihres Lebens Antibiotika schlucken mussten, im Schulalter anderthalb mal öfter an Allergien und zweieinhalb Mal öfter an Asthma erkrankten als der Durchschnitt. Für den negativen Effekt reichte schon eine einmalige Antibiotika-Behandlung aus, sagte die Forscherin bei der Jahreskonferenz der Europäischen Gesellschaft für Erkrankungen der Atemwege in Wien.
Ihr Team nimmt an, dass Antibiotika in den ersten Lebensmonaten stärker als bisher bekannt auf den Magen- und Darmtrakt wirken und das Immunsystem der Kleinkinder nachhaltig verändern können. Das Allergie- und Asthmarisiko werde lediglich durch Haustiere abgeschwächt. Allerdings müsse das Kind dazu im ersten Lebensjahr mit mindestens zwei Haustieren unter einem Dach gelebt haben.
"Ich plädiere nicht dafür, Babys generell keine Antibiotika zu verordnen", erklärte Johnson. "Ich warne nur, vorsichtiger mit Antibiotika in so jungen Jahren umzugehen. In der Vergangenheit sind Antibiotika oft ohne zwingenden Grund verschrieben worden."
Mit dieser Einschätzung steht die Medizinerin nicht allein. Den freizügigen Umgang mit Antibiotika, die nicht selten gegen einfache Erkältungen eingesetzt werden, halten zahlreiche Wissenschaftler für unverhältnismäßig. Schon im Juni 2000 kam eine Arbeitsgruppe der Bundesregierung zu dem Ergebnis, dass Antibiotika-Resistenzen deutlich zugenommen haben und in ihren Folgen nicht absehbar sind. Die Rede war insbesondere von Erregern von Lungenentzündung und Tuberkulose.

[ Quelle und © : 2003 http://www.spiegel.de/  ]

 Basics: Antibiotika, Resistenz
 

Anfang

8.) Irren ist ärztlich - jeder Dritte vermutet einen Behandlungsfehler

"(WamS). Die deutsche Medizin gilt im internationalen Vergleich als erstklassig. Von weither reisen Patienten an, weil sie hier das Know-how, die technischen Voraussetzungen und akzeptable Wartezeiten für komplizierte Operationen vorfinden. Neuerdings, seit dem Irak-Krieg, kommen bevorzugt reiche Araber um sich eine frische Niere einpflanzen zu lassen oder den Herzmuskel mit modernstem Gerät auf Trab zu bringen. Nur die Deutschen sind nicht zufrieden. Sie mäkeln über Lebenszeitvertrödelung im stillos hergerichteten Warteraum, beklagen die kommunikationsarme Begegnung mit dem Arzt. Hinzu kommt: Jeder Dritte glaubt, in den vergangenen zwei Jahren fehlerhaft behandelt worden zu sein. Das geht aus einer neuen Studie an der Universität Witten-Herdecke hervor. Wirklich schlimm ist: Die Patienten bilden sich die Behandlungsfehler nicht ein. "Aus den uns vorgelegten Unterlagen geht hervor, dass es tatsächlich in der überwiegenden Mehrzahl der geschilderten Fälle zu Fehlern und Irrtümern gekommen ist", sagt Studienleiter Dr. David Schwappach. Er nennt als Beispiel jenen 66Jährigen, der fast 20 Jahre lang von seinem Hausarzt Medikamente gegen seine Schilddrüsenüberfunktion erhalten hatte. Im vergangenen Jahr suchte der Mann wegen anderer Beschwerden einen Endokrinologen auf und erfuhr eher zufällig, dass seine Schilddrüse vorbildlich arbeite.
In einem anderen Fall musste einer Frau, der wegen einer chronischen Schmerzkrankheit eine Morphiumpumpe unter den Brustmuskel gepflanzt wurde, Wochen später ein großer Teil der Brust entfernt werden, weil sich das Gewebe massiv entzündet hatte. Die Patientin hatte längst bemerkt, dass mit der Pumpe in ihrem Körper etwas nicht stimmte, und mehrfach den Arzt aufgesucht, doch der wiegelte stets ab. Die Frau hat ihn deswegen nie zur Rede gestellt, sie geht nicht mehr hin.
Die häufigsten Fehler, ergab die Studie, entstehen bei der Verordnung und Verabreichung von Medikamenten - zu Hause und in der Klinik. Gängige, aber leicht vermeidbare Ursache fehlerhafter Medikation ist die unleserliche Handschrift des Arztes. "Manche Rezepte sind kaum zu entziffern", so Dr. Schwappach.
Der Notfallmediziner Dr. Kenneth Bizovi von der Oregon University bezeichnet solche Rezepthieroglyphen respektlos als "chicken scratch" und empfiehlt, bei der Verordnung von Arzneimitteln Computerlisten zu verwenden und Rezepte stets auszudrucken. An seiner Universitätsklinik konnte so die Fehlerquote von 2,3 Prozent auf 0,8 Prozent gesenkt werden.
Irren ist ärztlich, meinen die meisten Patienten, aber sie haben kein Verständnis dafür, dass viele Ärzte "mit oft erheblicher Anstrengung versuchen, einen Fehler zu vertuschen", sagt Dr. Schwappach. Die Patienten wünschen sich, dass der Arzt seinen Fehler zugibt und sich für das entstandene Leid entschuldigt. "Bis zu 60 Prozent würden dann von einer Klage absehen." Das geht aber nicht so einfach:
Zum einen ist die Fehlerkultur unter deutschen Ärzten unterentwickelt, zum anderen verbietet das Schadenersatzrecht das Eingeständnis eigener Schuld. "Ob Arzt oder Verkehrsteilnehmer: Wer sagt, er sei schuld, begeht eine Obliegenheitspflichtverletzung und riskiert grundsätzlich seinen Versicherungsschutz", erklärt der Kölner Rechtsanwalt Dr. Boris Meinecke, Spezialist für Arzthaftungsfragen. Die deutschen Ärzte haften laut Gesetz " verschuldensabhängig". Daraus folgt, dass der Arzt nichts zugeben darf und die Beweislast beim Patienten liegt. Das macht es so schwer, einen Prozess zu gewinnen. Von 1000 Strafanzeigen gegen Ärzte wegen fahrlässiger Körperverletzung oder Tötung führen zwei bis drei zu einer rechtskräftigen Verurteilung; zivilrechtlich werden zehn bis 20 Prozent der Prozesse gewonnen.
Die Zahl der Verfahren wegen Behandlungsfehlern ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen, auf schätzungsweise 25.000 im Jahr: "Weil die Patienten kritischer geworden sind und nicht mehr alles als gottgegeben hinnehmen", sagt Dr. Meinecke.
"Weil das Anspruchsdenken gegenüber den Ärzten gestiegen ist", meint Hartmut Gramberg, Sprecher der DBV Winterthur. Von den 4500 Schadensmeldungen, die im vergangenen Jahr beim Marktführer unter den Arzthaftpflichtversicherern eingingen, seien 55 Prozent "nachweislich unberechtigt" gewesen, so Gramberg. Das dürften die betroffenen Patienten allerdings anders sehen.
Mittlerweile haben viele Krankenkassen das enorme Einsparpotenzial im Bereich Behandlungsfehler entdeckt. Sie holen sich die Folgekosten einer verpfuschten Behandlung von der Arzthaftpflicht zurück und unterstützen parallel den geschädigten Patienten bei der Durchsetzung seiner Schadenersatzansprüche. Das rechnet sich. Dr. Holger Thornsen, Leiter des "AOK-Instituts Medizinschaden" in Kiel: "Wir holen deutlich mehr rein, als wir kosten." "

[ Quelle + ©:  Welt am Sonntag Nr. 40/2003    ]

 Basics: 'Haftung' im Lexikonteil

Anfang

9.) Werbung der Heilberufe - es wird mit zweierlei Maß gemessen

Werbung innerhalb der Heilberufe ist immer wieder ein "heißes Eisen", wenn es um Form und Inhalt geht. Zwar haben sich in den letzten Jahren viele begrüßenswerte Liberalisierungen im Sinne einer Patienteninformation ergeben und Brüssel wird in den nächsten Jahren noch weitere Freiheiten dazusegnen, aber von Form und Inhalt her sind die Heilberufe von ihren Berufsordnungen her an gewisse Vorschriften gebunden und so verbietet sich beispielsweise ein "marktschreierisches" Darlegen seiner eigenen Fähigkeiten für einen (Zahn-)Arzt. Um so mehr verwundert es nun, dass das höchste deutsche Gericht mit zweierlei Maß misst - vor allem die Begründung ist mehr als verwunderlich.
Der "facharzt.de": berichtet:

Zahnkliniken dürfen offensiver werben als niedergelassene Zahnärzte. Nach einem am Dienstag veröffentlichten Beschluss gelten für Kliniken weniger strikte Werbebeschränkungen, weil ihre Ausstattung über das übliche Angebot eines Zahnarztes hinausgehe. Außerdem bekräftigten die Karlsruher Richter, dass – trotz strikter Werbeverbote in manchen Berufsordnungen – den Zahnmedizinern eine interessengerechte und sachangemessene Werbung erlaubt sei. (Aktenzeichen: 1 BvR 1608/02 - Beschluss vom 26. September 2003).
Damit gab die 2. Kammer des Ersten Senats einer Zahnarzt-GmbH aus Nordrhein-Westfalen Recht, die in der Zeitschrift "Auto, Motor und Sport" eine Anzeige geschaltet hatte. Dort pries sie ihr "langjährig erfahrenes Ärzteteam" an, das "in ruhiger Atmosphäre ein individuelles Behandlungskonzept" erstelle. Die Zahnärztekammer Nordrhein sah darin einen Verstoß gegen die Berufsordnung. Die Karlsruher Richter konnten dagegen keine unsachliche Anpreisung erkennen – auch nicht darin, dass die Anzeige in einer gewöhnlichen Publikumszeitschrift verbreitet worden war.

[ Quelle:  facharzt.de  vom 14.10. ]

Anfang

10.) Kinder mit Kopfschmerzen - häufig liegt es an der Cola-Menge!

Bei Kindern und Jugendlichen mit häufigen Kopfschmerzen lohnt es sich, gezielt nach Cola-Konsum zu fragen. Trinken Betroffene bislang täglich 1,5 Liter und mehr und verzichten in Zukunft darauf, haben sie sehr gute Chancen, dass die Kopfschmerzen dauerhaft verschwinden. Das ist das Ergebnis einer Studie von Kopfschmerz-Spezialisten um Dr. Rachel Hering-Hanit aus Kfar Saba in Israel (Cephalalgia 23, 2002, 332).

Bei 36 Kindern und Jugendlichen, die mindestens viermal pro Woche Kopfschmerzen hatten, ergab die Anamnese, dass die im Mittel neun Jahre alten Patienten mindestens 1,5 Liter Cola pro Tag tranken. Das entspricht einem Koffeinkonsum von fast 200 mg oder zwei großen Tassen Kaffee täglich, so die Kollegen.

Die Betroffenen mussten den Cola-Konsum langsam ausschleichen, dass heißt, pro Tag 0,2 Liter weniger davon trinken. Zwei Wochen nach Cola-Abstinenz hatten 33 der 36 Patienten keine Kopfschmerzen mehr. Dieser Effekt hielt auch bis zur letzten Untersuchung nach 24 Wochen an.

[ Quelle + ©: KFAR SABA (gwa) in Deutscher Ärztezeitung  ]

Anfang

11.) Cola- und Orangensafttrinkern auf "den Zahn gefühlt"

Jena (16.10.03) Cola- oder Orangensafttrinkern kann ihre exzessive Vorliebe für diese Getränke die Zähne kosten. Vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen registrieren Zahnärzte einen durch so genannte Soft-Drinks verursachten Verlust von Zahnschmelz. Schuld daran sind u. a. die in den Getränken enthaltenen Säuren. Zitronen- oder Phosphorsäure lösen das im Zahnschmelz reichlich vorhandene Calcium heraus und zerstören so schleichend den Zahn. Materialwissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben in Zusammenarbeit mit englischen Kollegen von der University of Bristol erstmals eine hochempfindliche Messmethode erprobt, mit der sie die Erosion von Zahnschmelz nachgewiesen haben.
"Aus materialwissenschaftlicher Sicht interessieren uns drei Aspekte der Zahnschmelzerosion", erklärt Prof. Dr. Klaus Jandt vom Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie (IMT) der Uni Jena, der die Untersuchungen leitete: "Erstens wollen wir verstehen, welche physiko-chemischen Prozesse an der Zahnoberfläche ablaufen, damit wir zweitens die Erosionen möglichst im Anfangsstadium detektieren können, um sie drittens zu verhindern oder rückgängig zu machen", verdeutlicht Jandt die Zielsetzung der Forschungen. Zur Früherkennung der Zahnschmelzerweichung wandten die Wissenschaftler erstmals die hochempfindliche Messmethode der "Nanoindentation" an. Dabei wird eine extrem feine Spitze, deren Radius etwa eintausendmal dünner als ein Haar ist, in die Oberfläche des Zahnschmelzes gedrückt. Dann wird die Kraft gemessen, die der Schmelz der Spitze entgegensetzt. Mit der Methode gelingt es die Erweichung zu messen, die nach nur zwei Minuten Einwirkzeit der Soft-Drinks eintritt. So erkennen die Forscher Zahnerosionen lange bevor sie für den Zahnarzt sichtbar sind.
"Das ist ein wichtiger Fortschritt", sagt Jandt, "denn nach kurzen Einwirkzeiten ist der Erosionsprozess noch umkehrbar." Für den Materialwissenschaftler der Uni Jena ist es spannend, dass sich die menschlichen Zähne bis zu einem gewissen Grad selbst reparieren. Wenn es uns gelingt, den natürlichen "Selbstreparatur-Vorgang" des Zahnschmelzes zu verstehen, können wir vielleicht neue Materialien entwickeln, die sich auch selbst reparieren und so eine längere Lebensdauer haben", hofft Jandt. Doch diese synthetischen Materialien, die die Natur nachahmen, sind noch Zukunftsmusik.
Greifbarer hingegen sind neue "zahnfreundliche" Soft-Drinks. Die Forscher aus Bristol und Jena konnten nämlich zeigen, dass die Zahnschmelzerweichung vom pH-Wert, also vom Säuregehalt der Getränke abhängt. Je saurer ein Getränk ist, desto mehr erweicht der Zahnschmelz. Enthalten die Getränke hingegen Calcium und Phosphate sind sie potenziell weniger erosiv. Diese Erkenntnisse will die Firma Glaxo SmithKline aus Coleford, Großbritannien, anwenden um besagte Getränke mit weniger Säure, aber mehr nutzbringenden Mineralien zu entwickeln. Der Industriepartner unterstützt mehrere Forschungsprojekte der Forscher zur Zahnschmelzerosion.

[ Kontakt: Prof. Dr. Klaus Jandt Tel.: 03641 / 947730; Fax: 03641 / 947732  E-Mail: K.Jandt@uni-jena.de ]

 Basics: Aktion zahnfreundlich Erosionsbedingte  Zahnschäden


 

Anfang

12.) Neue BfArM-Broschüre: "Amalgame in der zahnärztlichen Therapie"

"Amalgame in der zahnärztlichen Therapie" ist der Titel einer neuen Informationsschrift, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn jetzt veröffentlicht hat.
Das zahnärztliche Füllungsmaterial Amalgam ist nach wie vor Gegenstand einer zum Teil sehr kontrovers geführten öffentlichen Diskussion. Besorgte Patienten stellen Fragen nach den gesundheitlichen Risiken durch die Quecksilberabgabe aus Amalgamfüllungen; Zahnärzte und Ärzte werden mit Symptomen und Krankheitsbildern konfrontiert, die von Patienten auf Amalgam zurückgeführt werden.
Die Neufassung der im Jahre 1992 vom damaligen Bundesgesundheitsamt herausgegebenen Informationsschrift zu Amalgam stellt zusammenfassend die aktuelle Nutzen-Risiko-Bewertung des Füllungsmaterials durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) dar. Sie soll als Orientierungshilfe für Patienten, Zahnärzte und Ärzte dienen, kann aber auf keinen Fall das Gespräch zwischen Zahnarzt/Arzt und Patient ersetzen.

Amalgam und die anderen zahnärztlichen Füllungsmaterialien unterliegen dem Medizinprodukterecht. Die Produkte müssen vor ihrem Inverkehrbringen auf die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen geprüft und zertifiziert werden. Verantwortlich hierfür sind die Hersteller sowie spezielle Prüfstellen, die von den zuständigen Behörden benannt und überwacht werden. Aufgabe des BfArM ist es, die nach dem Inverkehrbringen - insbesondere im Rahmen der Anwendung solcher Produkte - bekannt werdenden Risiken zu erfassen und zu bewerten.

Die vorliegende Informationsschrift basiert auf dem gegenwärtigen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu Amalgam. Besondere Berücksichtigung fanden dabei das im Jahre 1997 vom Bundesministerium für Gesundheit, dem BfArM, der Bundeszahnärztekammer, der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung herausgegebene Konsenspapier "Restaurationsmaterialien in der Zahnheilkunde" sowie der 1998 fertig gestellte Abschlussbericht der von der Europäischen Kommission eingesetzten Ad-hoc Expertenarbeitsgruppe zu Amalgam.

Die Informationsschrift kann von der Website des BfArM ( http://www.bfarm.de ) heruntergeladen (62 kb) oder als Broschüre kostenlos bei der Pressestelle des Instituts bestellt werden.

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
Pressestelle
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3
D - 53175 Bonn

E-Mail: pressestelle@bfarm.de

Basics: Amalgam im Lexikonteil

Anfang

 

13.) Fitness-Riegel bringen nichts

Fitness-Riegel und andere Sportlernahrung haben nach einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg außer Zucker wenig zu bieten.
"Wir empfehlen, auf Sportlernahrung ganz zu verzichten", sagte die Ernährungsexpertin Claudia Weiss jetzt in Stuttgart. Stattdessen sollten sportlich aktive Menschen Bananen essen oder Studentenfutter knabbern.

Getestet wurden insgesamt 89 Fitness-Produkte, davon 22 Riegel. Zu den besonders häufig angebotenen Produkten gehören Präparate zu Muskelaufbau, Nahrungsergänzungsmittel und Getränke. "Eiweiß- Präparate sind überflüssig", lautet ein Fazit der Experten.

[ Quelle + © :  Ärztezeitung vom 16.10.  ]

Anfang

14.) Gesundheitsreform - was auf uns ab Januar 2004 zukommt

In den letzten Monaten und Wochen ist viel um die Gesundheitsreform gepokert und geschrieben worden. Sie wird nun zum Jahresanfang 2004 in Kraft treten. Doch blicken Sie noch so richtig durch? Was ändert sich nun alles? Was wird nicht mehr bezahlt oder bezuschusst? Und wie sieht es mit dem Zahnersatz aus?
Die gravierenden Änderungen beim Zahnersatz (s.u.) treten erst 2005 ein; ab 1. Januar 2004 tritt in der ganzen zahnärztlichen Behandlung für gesetzlich Versicherte eine Umstrukturierung des Bewertungsmaßstabs (BEMA) einzelner Leistungen ein, wobei grob gesagt werden kann, dass eine "kostenneutrale Umstrukturierung" und die Hereinnahme neuer Leistungen erfolgt. Wir werden Sie in den nächsten Lettern noch ausführlich darüber unterrichten.
Die gravierenden Änderungen ab 2004 hat www.krankenkassesuche.de/ nachfolgend ohne "Juristendeutsch" zusammengestellt, wobei wir noch Ergänzungen und zusätzliche Erläuterungen vorgenommen haben:

1. Keine Erstattung mehr von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Die von der Regierung geplante "Positivliste für Arzneimittel" entfällt vollständig.

2. Versicherungsfremde Leistungen werden vollkommen aus dem Leistungskatalog gestrichen. Das betrifft das Entbindungsgeld, das Sterbegeld und Kostenübernahmen zu künstlichen Befruchtungen.

3. Hin- und Rückfahrt zur Arztpraxis werden nicht mehr erstattet. Wie war es vorher: Die Kosten für notwendige Fahrten zur nächstgelegenen Arztpraxis wurden bisher bei der Befreiungsregelung gemäß des §61 SGB V von den Krankenkassen zu 100% übernommen.

4. Es gibt eine Arztgebühr oder Praxisgebühr pro Quartal in Höhe von 10,00 EUR.
Hier wurde in der Wortwahl (bewusst?) eine Täuschung vollzogen: Das Geld wird von den Praxen zwar eingezogen, wird dem Arzt aber von den Zahlungen der Krankenkassen an ihn automatisch abgezogen - egal ob der Patient bezahlt hat oder nicht. Richtig sollte es hier "Krankenkassengebühr" heißen.
Hinzu kommt: Schon früher wurden mit der Krankenhausgebühr schlechte Erfahrungen derart gemacht, dass der Verwaltungsaufwand die eigentliche Gebühr übersteigen kann und somit der eigentliche Zweck völlig verfehlt wird.


5. Der Versandhandel für Arzneimittel wird freigegeben, damit können Patienten auch in Deutschland Arznei im Internet ordern.

6. Das Hausarzt-Verfahren wird Pflicht: Eine Überweisung vom Hausarzt bildet die Grundlage für die Weiter-/Mitbehandlung durch den Facharzt.
Was heißt das: Geht der Patient ohne Überweisung zu einem Spezialisten, wird dieser die Erst-Behandlung u.U. nicht ablehnen. Der Patient zahlt aber in diesem Falle die Praxisgebühr des Hausarztes und die des Erst-Behandlers. Um eine Doppelt-Zahlung zu vermeiden, wird den gesetzlich Versicherten das Hausarzt-Verfahren förmlich "ans Herz gelegt". Es bleibt fraglich, ob bei den "Doc-Hoppers" 10 € eine Barriere sind.

7. Die Befreiungsregelungen für chronisch Kranke und andere gesetzlich versicherte Patienten wird beibehalten. D.h. Quittungen sammeln und eigene Belastungsgrenze ausrechnen (Belastungsgrenze = 1% bzw. 2% vom Jahresbruttoeinkommen). Überschreitet der Versicherte mit den Quittungen den zumutbaren Eigenanteil für das Kalenderjahr, erhält er den Restbetrag nach Antrag und Prüfung von seiner Krankenkasse zurückerstattet.

8. Das Mutterschaftsgeld wird zukünftig aus Steuern finanziert. Dazu erhöht die Regierung die Tabaksteuer ab 2004. Es bleibt abzuwarten, ob die Raucher wirklich die Schwangeren unterstützen oder ob nicht andere Löcher damit gestopft werden.

9. Zahnersatz wird ab 2005 entweder innerhalb der gesetzlichen Kasse von dem Versicherten selbst bezahlt, oder der Versicherte kann eine Zusatz-Versicherungs-Police bei Privatkassen abschließen. Gesetzlich Versicherte haben die Wahlmöglichkeit zur PKV, wenn dort ein vergleichbarer Versicherungsschutz angeboten wird - allerdings lebenslang ohne Rückkehrmöglichkeit!
Anstelle der bisherigen prozentualen Zuschüsse bei Zahnersatz wird es künftig befundorientierte Festzuschüsse zur im Einzelfall notwendigen Versorgung geben. Ein Gemeinsamer Bundesausschuss der Krankenkassen und Zahnärzte muss diese Zuschüsse noch festsetzen.
Hier liegt der Teufel noch bei vielen Dingen im Detail, die im Laufe des Jahres 2004 abgeklärt werden müssen. Zusätzlich ist die Höhe der Versicherungsgebühr noch nicht klar definiert.

10. Das Krankengeld soll ab dem Kalenderjahr 2007 durch einen Sonderbeitrag der Versicherten bezahlt werden.

11. Einführung von marktwirtschaftlichen Elementen - sog. Bonustarife - in die Gesetzliche Krankenversicherung. Die meisten Bonustarife kommen aber erst nach dem ersten Quartal 2004. Damit die neuen Bonustarife in Kraft treten können, müssen sie erst vom Bundesversicherungsamt genehmigt werden. Z.Zt. buhlen etwa 300 Krankenkassen um neue Versicherte bzw. möchten ihre Versicherten mit entsprechenden Angeboten bei sich behalten. Auf diesem Sektor kann sich im nächsten Jahr noch einiges tun.

[ Quelle: http://www.krankenkassesuche.de/  ]

 Basics:  BEMA, Gesundheitsreform 2004 im Lexikonteil

Anfang

15.) Speisekürbisse und Zucchini können bitteres Gift enthalten

Kürbisgewächse sollten vor der Zubereitung gekostet werden. Akutes Erbrechen, Durchfall und Speichelfluß während oder direkt nach dem Essen von Kürbis-, Zucchini- oder Gurkengemüse und -suppen weisen auf eine Vergiftung mit Cucurbitacin hin. Diese Giftstoffe können in Kürbisgewächsen vorkommen.
Cucurbitacine wurden aus essbaren Kürbisgewächsen herausgezüchtet. Sie können dort aber durch Kreuzungen mit Zierkürbissen oder Rückmutationen wieder auftauchen. Diese Giftstoffe schmecken bitter und reizen die Schleimhäute.
Einige Kinder und ältere Menschen sind nach Vergiftungen an Kreislaufversagen gestorben. Darauf weisen Dr. Matthias K. Bernhard und seine Kollegen von der Universität Leipzig hin. Kürbisgewächse sollten vor der Zubereitung gekostet werden. Schmecken sie bitter, sollten sie weggeworfen werden.

[ Quelle: http://www.aerztezeitung.de/ vom 27.10.03   ]
 

Anfang
 

 

16.) Zum Schluss: Vorsicht Fettnäpfchen

Der gute alte Knigge hat ausgedient und Frau von Pappritz ist nicht mehr IN. Heute spricht man von Elisabeth Bonneau, der modernen Benimm-Dame des MDR. Mit Ihrer Meinung zu den verschiedensten Alltagsproblemen liegt sie durchaus im Zeitgeist. Mehr dazu unter:
http://www.mdr.de/hier-ab-vier/vorsicht-fettnaepfchen/161351.html
Was Sie zum Verhalten beim Arztbesuch meint, ist der Redaktion zwar nicht neu, zeigt aber auf, dass hier durchaus auf beiden Seiten Defizite bestehen (können). Lesen Sie es farbig auf weiß weiter unter:
http://www.mdr.de/hier-ab-vier/rat_und_tat/3585.html

Anfang

NewsLetter ausdrucken

Direkter WEB-Zugriff auf diese Letter

disclaimer/rechtliches

Zum Archiv 2001 - 2003
NewsLetter abonnieren

Impressum

Herausgeber:    Dr. Klaus de Cassan, GF der ZiiS-GmbH
Verantwortlich:  Dr. Klaus de Cassan

Alle Rechte vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung der ZiiS-GmbH.
Bitte beachten Sie das Copyright (c) 2001-2003:
Copyright

Abmelden
----------
Der Bezug der ZahnNewsLetter ist kostenlos. Er wird ausschließlich an User versandt, die sich zuvor persönlich angemeldet und ein Kennwort erhalten haben.
Wenn Sie den ZahnNewsLetter abbestellen wollen, so senden Sie bitte eine E-Mail mit Angabe Ihres Kennwortes und dem Vermerk  UNSUBSCRIBE  in der Betreff-Zeile an die Adresse