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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
11/2005/ 1. November 2005
Die Zahnärzte in Deutschland befürchten spätestens in der
Vorweihnachtszeit einen Boom auf ihre Praxen. Grund: Vielen Patienten
fällt erst in der letzten Minute ein, dass noch eine Kontrolluntersuchung
beim Zahnarzt ansteht. Allein in Hamburg "fehlten" nach einer
Pressemeldung zum Ende des dritten Quartals 130.000 Patienten beim
Zahnarzt. Da aber Praxen nicht unbegrenzt leistungsfähig sind, empfiehlt
es sich für Gesetzlich Versicherte unbedingt, bald einen
Untersuchungstermin zu vereinbaren, um bei später notwendigem Zahnersatz
den höchstmöglichen Festzuschuss zu erhalten. Übrigens: Reine
Vorsorgeuntersuchungen, wie sie für den Stempel im Bonusheft nötig sind,
lösen keine Kassengebühr aus.
Mehr dazu unter den Stichworten
Bonus und
Festzuschüsse.
Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion
Inhalt
1.)
Zahnpasten
für Kinder und Erwachsene - Abrasionswerte im Vergleich
2.)
Elektronik für den
Hausgebrauch: Knirschen Sie nachts?
3.)
Gesundheitsvorsorge
mit fluoridiertem Jodsalz zeigt Erfolge
4.) Kariesschutz durch Milchsäurebakterien?
5.)
Krankenkassenbeiträge - Schweizer Lektionen für die
GKV
6.)
Für schonendes Nuckeln: Dentimaxx®
7.)
Fast Food, Softdrinks und Nikotin:
Gefahr für die Zähne von Jugendlichen
8.)
Bunte
Pillen für ein gesundes Leben? - Nahrungsergänzungsmittel
9.) Angeboren, aber nicht
vererbt - Schon im Mutterleib auf Dicksein programmiert
10.)
Keine
„Komfortsprechstunden“ für Private
11.) Patientenzahlen im zahnärztlichen Bereich
steigen wieder
12.)
Zum Schluss: Unsinn
von Forschern
1.)
Zahnpasten für Kinder und
Erwachsene - Abrasionswerte im Vergleich
Das Mundhygieneverhalten der
Deutschen hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert und
das tägliche Zähneputzen ist ein fester Bestandteil im Tagesablauf der
meisten Mitbürger. Weiter ist bekannt, dass die Menschen und auch
deren Zähne deutlich "älter" werden. Und schließlich weiß man auch,
dass von der Mehrzahl der Patienten nicht optimal geputzt, sondern
gern "Hin- und Her geschrubbt" wird. Kommt nun noch eine Zahnpasta
hinzu, die viele Schmirgelstoffe enthält und verzichtet man nicht
konsequent auf saure Getränke, so kann es leicht passieren, dass im
laufe der Jahre die Zähne einfach "weggeputzt" werden. Gefordert wird
deshalb von Experten eine Zahncreme mit möglichst geringen
Abrasionswerten bei den Personen, die es mit ihrer Mundhygiene genau nehmen. Das Universitätsklinikum Ulm setzte sich mit dieser
Problematik ausführlich auseinander und kommt zu folgenden Ergebnissen
(gekürzt aus den
Zahnärztlichen Mitteilungen 7,2005):
Es dürfte heute unumstritten sein, dass zur Zahn- und Mundpflege eine
Zahnpasta dazugehört. Die Zähne lassen sich zwar mit einer Zahnbürste
und Wasser alleine reinigen, jedoch verzichtet dann der Anwender auf
die Inhaltsstoffe der Zahnpasta, die unter anderem Schleifkörper sind.
Sie erhöhen die Effizienz der Reinigung. Des Weiteren dient eine
Zahnpasta der Applikation von Wirkstoffen auf die Zähne, die Mundhöhle
und die Zunge.
Neben der reinigenden Wirkung der Zahnpasta darf natürlich nicht
verschwiegen werden, dass es auch zu Abrasionen durch die Zahnpasta
kommt. Diese Abrasivität wird in dem RDA-Wert (Radioactive Dentine
Abrasion) und dem REA-Wert (Radioactive Enamel Abrasion) zum Ausdruck
gebracht. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass ein hoher RDA/REA-Wert
auch eine hohe Abrasion für die Zähne bedeutet. Ein niedriger RDA/REA-Wert
hat eine geringere abrasive Wirkung auf den Schmelz und das Dentin.
Raucher-Zahncremes, die Verfärbungen von Nikotin oder Tee beseitigen
sollen, haben meist einen hohen RDA-Wert, zum Beispiel 100 oder mehr,
und somit eine große Abrasivität. Zahnpastatypen mit einem sehr
geringen RDA-Wert weisen zwar eine geringe Abrasivität auf, sie
reinigen aber die Zähne nicht ausreichend. In-vitro-Putzversuche haben
bei uns ergeben, dass eine Zahnpasta einen RDA-Wert unter 50 haben
sollte, damit es keine zu großen Abrasionen gibt. Andererseits aber
ist ein RDA-Wert von mehr als 35 wünschenswert, damit überhaupt eine
ausreichende Reinigung eintritt. Von der Abrasion sind nicht nur der
Schmelz und das Dentin betroffen, sondern auch Füllungen und besonders
verschiedene Versiegelungen.
Zur Verifikation der Abrasion unterschiedlicher Zahnpasten wurden
Abrasionsversuche auf Plexiglas®-Platten erstellt und mittels eines
Oberflächenmessgeräts ausgewertet. Das Ergebnis zeigt deutliche
Abrasivitätsunterschiede zwischen den einzelnen Fabrikaten. Für Kinder
weist lediglich die Odol-med 3 Milchzahn eine reduzierte Abrasivität
auf. Elmex® Kinder-Zahnpasta und Blendi® sind ähnlich abrasiv wie ihr
Pendant für Erwachsene. Mit nur 0,3 µm Mittenrauigkeit zeigt die
Zahnpasta Perls & Dents® im Vergleich zu den anderen Zahnpastasorten
für Kinder und Erwachsene die geringste Abrasion.
[ vollständiger Artikel:
www.zm-online.de/]
Basics:
Abrasion und
RDA-Wert auf
www.zahnwissen.de
2.)
Elektronik für den Hausgebrauch:
Knirschen Sie nachts?
Wachen Sie morgens mit Verspannungen oder Schmerzen
beim Mundöffnen auf? Wenn JA, dann könnte dies vielleicht daran
liegen, dass Sie nachts unbewusst mit den Zähnen Knirschen und
Pressen. Dieses ständige unbewusste Aneinanderpressen oder -reiben von
Ober- und Unterkieferzähnen bezeichnet der Fachmann als Bruxismus.
Man geht heute davon aus, dass diese schädigende und nicht direkt zu
kontrollierende Unart hauptsächlich eine Stressfolge ist -
Aggressionen und andere psychische Belastungen werden nachts im Schlaf
"abgebaut". Aber auch andere Ursachen können dieses Pressen und Reiben
auslösen: Zu frühe oder falsche Belastungen beim Zusammenbeißen (wie
zu hohe Füllungen, schlecht sitzender Zahnersatz) und Bissanomalien,
aber auch orthopädische Erkrankungen wie z. B.
Wirbelsäulenverkrümmungen oder Fehlhaltungen kommen ebenfalls als
Ursache infrage. Die Folgen für das Kausystem sind erheblich: Beim
Bruxismus treten derart starke Kräfte auf, welche auf Dauer die
Halterung des Zahnes im Kieferbett schädigen und krankhafte
Veränderungen am Kiefergelenk bewirken. Man weiß, dass mindestens ein
Drittel aller Erwachsenen zeitweise mit den Zähnen knirscht; rund
achtzig Prozent der Betroffenen sind Frauen zwischen 30 und 45 Jahren.
Je nach Ursache des Bruxismus lässt sich dieser mit gutem Erfolg
behandeln behandeln. Allerdings erlebt der Zahnarzt in der täglichen
Praxis oft, dass die Diagnose "Bruxismus" vom Patienten angezweifelt
wird, da er ja nachts schläft und so von seiner Körperreaktion nichts
mitbekommt. Häufig ist es dann auch der nächtliche Partner oder die
Partnerin, welche(r) zuerst von dem Zähneknirschen etwas mitbekommt
und - ähnlich wie beim Schnarchen - nicht ganz ernst genommen wird.
Eine zuverlässige und objektive Methode ist seit
einiger Zeit auf dem Markt und verspricht nach Herstellerangaben eine
sichere Messung des Bruxismus: BiteStrip® ist Elektronik pur
und wird nachts als Einmalgerät (2er-Set kostet 89,- €) für mindestens
5 Stunden auf die Wange geklebt. Das Resultat wird als einzelne Zahl
nach Messende angezeigt. Eine Skala von 0 bis 3 zeigt die Intensität
des Bruxismus an:
0 – Kein Bruxismus: vergleichbar mit einer Schlaflabor-Messung von bis
zu 39 Episoden in 5 Stunden
1 – Schwacher Bruxismus: vergleichbar mit einer Schlaflabor-Messung
von 40 bis 74 Episoden in 5 Stunden
2 – Mittelschwerer Bruxismus: vergleichbar mit einer
Schlaflabor-Messung von 75 bis 124 Episoden in 5 Stunden
3 – Schwerer Bruxismus: vergleichbar mit einer Schlaflabor-Messung von
über 125 Episoden in 5 Stunden
Weitere Infos auf der ausführlichen Web-Seite des Herstellers (mit
Video-Darstellung):
http://www.bitestrip.de
Basics:
Bruxismus auf
www.zahnwissen.de
3.)
Gesundheitsvorsorge mit
fluoridiertem Jodsalz zeigt Erfolge
Schilddrüsenvergrößerungen und Karies bei
Schulkindern stark rückläufig
(ots) Die Doppelgesundheitsvorsorge mit fluoridiertem Jodsalz hat in
den letzten Jahren zu einer wesentlichen Verbesserung der Jodversorgung
bei Schulkindern und damit zu einem erfreulichen Rückgang der
Kropfhäufigkeit geführt. Gleichzeitig wurde damit die Zahl der an Karies
erkrankten Zähne drastisch reduziert. Dies berichten übereinstimmend der
Arbeitskreis Jodmangel und die Informationsstelle für Kariesprophylaxe des
Deutschen Arbeitskreises für Zahnheilkunde in Groß-Gerau.
Durch die breite Verwendung dieses Kombinationssalzes in etwa zwei Drittel
der Haushalte und die zusätzliche Verwendung von Jodsalz in der
Gemeinschaftsverpflegung und bei der Herstellung von Brot, Fleischwaren
und anderen Lebensmitteln sind Schulkinder regionalen Studien zufolge
teilweise bereits optimal mit Jod versorgt. Jodmangelbedingte
Schilddrüsenvergrößerungen und -krankheiten treten deshalb bei dieser
Altersgruppe nur noch vereinzelt auf.
In gleichem Maße hat sich bei Kindern durch Verwendung von Jodsalz mit
Fluorid und durch intensivere Nutzung vorbeugender Maßnahmen aber auch die
Zahngesundheit erfreulich verbessert. So ging die Karies bei
Schulanfängern der aktuellsten Studie der Deutschen Arbeitsgemeinschaft
für Jugendzahnpflege e.V. zufolge in den letzten zehn Jahren um 25 Prozent
zurück. Bei den 12-Jährigen wurde sogar ein Kariesrückgang von 60 Prozent
ermittelt. Diese Altersgruppe hat im Durchschnitt nur noch etwa einen
kariösen, fehlenden oder gefüllten Zahn, während es vor zehn Jahren noch
etwa zweieinhalb waren. Auf Grund dieses gesundheitlichen Doppelnutzens
fordern Schilddrüsenexperten und Zahnärzte, dass Jodsalz mit Fluorid zum
"Standardsalz" in deutschen Haushalten wird. Selbst bei Personengruppen
wie sozial Schwachen, Behinderten oder Migranten, die mit anderen
Prophylaxemaßnahmen nicht oder nur unzureichend erreicht werden, kann
damit die Jodversorgung und der Kariesschutz erheblich verbessert werden,
so die Experten.
[ © : Arbeitskreis Jodmangel,
Informationsstelle für Kariesprophylaxe, Alfred Fischer, E-Mail:
info@praxis-press.de ]
Basics:
Salzfluoridierung auf
www.zahnwissen.de
4.) Kariesschutz durch
Milchsäurebakterien?
Auf der ganzen
Welt wird seit Jahrzehnten an einem effektiven Kariesschutz
geforscht, der den Bakterien keine Chance gibt - egal was gegessen
und wie wenig geputzt wird. Alle bisherigen Bemühungen waren bisher
eher Medien- als Zahnwirksam. So kommt die Kariesimpfung nicht so
recht voran und die Gentechnik tritt auf der Stelle. Nachfolgende
Meldung entstammt der "Quintessenz" und weckt neue Hoffnungen in
Richtung Gentechnik. Ob Erfolge ohne Nebenwirkungen damit auch im
menschlichen Mund auf Dauer möglich sind, wollen wir noch nicht so
recht glauben. Und wenn doch, so wohl erst in einigen Jahren. Bis
dahin heißt es (leider) immer noch: Intensive Mundhygiene und
zahngesunde Ernährung sind ein bewährter und sicherer Schutz.
Am Beispiel von Sauermilchprodukten lässt sich unter anderem
zeigen, dass Bakterien auch nützlich sein und bisher unbekannte
Aufgaben übernehmen können. So haben Forscher des schwedischen
Karolinska-Instituts herausgefunden, dass gentechnisch veränderte
Milchsäurebakterien die Karies verursachenden Bakterien
Streptococcus mutans wirkungsvoll bekämpfen können. Die veränderten
Milchsäurebakterien bilden Antikörper, die sich an die
zahnschädigenden Streptokokken binden und so deren Aktivität hemmen.
In Tierversuchen wurden damit gute Ergebnisse erzielt. Die Gabe von
Futter, das mit diesen speziellen Milchsäurebakterien angereichert
war, reduzierte nicht nur die Zahl der schädlichen Keime im
Mundraum, sondern sorgte auch für einen Kariesschutz, der bis zu
drei Wochen anhielt. Die Forscher hoffen nun, damit eine
Immuntherapie entdeckt zu haben, die langfristig auch beim Menschen
für einen Schutz vor Karies sorgen könnte.
[ © Quintessenz, FVDZ
]
Basics:
Kariesimpfung,
Ernährungsempfehlungen,
Prophylaxe
auf
www.zahnwissen.de
5.)
Krankenkassenbeiträge - Schweizer Lektionen für die GKV
Bürgerversicherung vs. Kopfprämie ist ein sozialpolitischer
Dauerbrenner. Ohne hier auf die jeweiligen Vorteile und Schwächen
der einen oder anderen Beitragsform eingehen zu wollen, sind wir
immer wieder erstaunt darüber, mit welchen Zahlen da von
verantwortlichen Politikern (schön-)gerechnet wird. Aus den letzten
Jahrzehnten sind die ideologischen Rechenkunststücke sattsam bekannt
- PISA würde ein "Ungenügend" dafür verteilen. Ein Blick über die
Grenze, in ein Land, das vielen bei Reformbemühungen als Vorbild
dient, zeigt die Sorgen der Schweizer auf, wenn es darum geht, die
medizinische Versorgung auf hohem Niveau zu erhalten und auch noch
bezahlen zu können. Die Ärztezeitung kommentiert:
Ende September sind die Schweizer mittlerweile schon auf ungute
Nachrichten eingerichtet: Dann teilt das eidgenössische Bundesamt
für Gesundheit die für das kommende Jahr zu erwartende
Prämienentwicklung in der Krankenversicherung mit. Und seit der
Reform im Jahr 1996 hat es stets nur eine Botschaft gegeben: Die
Prämien steigen - und zwar satt.
Durchschnittlich sechs Prozent haben die Krankenversicherer jedes
Jahr draufgepackt. Regional gab es sogar Prämiensprünge von zehn
Prozent. Zugleich ist der Selbstbehalt für die Versicherten in
mehreren Schritten von 150 auf 300 Franken jährlich (etwa 193 Euro)
erhöht worden. Hinzu kommt, dass es keine kostenlose Mitversicherung
für Kinder gibt. Die Police für den Nachwuchs kostet pro Kopf bis zu
80 Euro im Monat.
Bei einer fünfköpfigen Familie können so schnell
Krankenversicherungskosten von über 1000 Franken zusammenkommen. Die
Eidgenossen versuchen, die Prämien zu drücken, indem sie
Selbstbehalte von bis zu 1000 Euro im Jahr vereinbaren. Eine
Reform-Blaupause für Deutschland? Wer das große Rad in der deutschen
GKV drehen will, sollte sorgfältig die Entwicklung beim Nachbarn
studieren..
[©: Florian Staeck /
Ärztezeitung ]
6.)
Für schonendes
Nuckeln: Dentimaxx®
Nuckeln im Babyalter ist ein natürlicher Reflex. Durch das Saugen an
Daumen oder Schnuller entsteht jedoch ein Druck, der zu
Kieferverformungen und Zahnfehlstellungen führen kann. Etwa 35%
aller Vierjährigen haben eine Zahnfehlstellung, die später
kieferorthopädisch korrigiert werden muss. Mit dem neuen Dentimaxx
können Zahnfehlstellungen in vielen Fällen vermieden werden. Er
wurde in Zusammenarbeit mit Dr. med. dent. Brockhaus und Prof. Dr.
med. dent. Hinz entwickelt und entspricht den neuesten
wissenschaftlichen Erkenntnissen. Durch seine spezielle Form
unterstützt er die natürliche Entwicklung von Kiefer und Zähnen.
[ Bezugsquellen:
http://www.dentimaxx.com/ ]
Basics:
Lutschen auf
www.zahnwissen.de
7.)
Fast Food, Softdrinks und Nikotin:
Gefahr für die Zähne von Jugendlichen
Sie wachsen und
wachsen - und innerhalb kürzester Zeit überholen viele Jugendliche den
Rest der Familie an Körpergröße. Während die "Kinder" ihren Eltern also
"über den Kopf wachsen", sind ihre Zähne in der Regel bereits
"ausgewachsen": Denn mit ungefähr 12 Jahren bricht als letzter Zahn des
Wechselgebisses der 2. Mahlzahn durch. Zwischen dem 17. und 25.
Lebensjahr folgt schließlich noch der Weisheitszahn - sofern er
überhaupt im Kiefer angelegt und genügend Platz für ihn vorhanden ist.
Die Schmelzstruktur neu durchgebrochener Zähne ist noch nicht
vollständig ausgereift. Da eine optimale Schmelzreifung entscheidend ist
für die künftige Widerstandskraft des Zahns, benötigen "die Neuen" eine
ausreichende und regelmäßige Versorgung mit Nährstoffen, insbesondere
mit Kalzium, Phosphat und Fluorid. Genau wie die tägliche Zahnpflege mit
fluoridierter Zahnpasta (Fluoridgehalt 1000 bis 1500 ppm), ist eine
kalziumreiche Ernährung mit reichlich Milchprodukten also weiterhin zu
empfehlen. Ein Jugendlicher sollte beispielsweise 1 Glas Milch (150 ml)
plus 150 g Naturjoghurt (zum Beispiel mit Früchten) plus 1 Scheibe
Schnittkäse pro Tag zu sich nehmen.
Der wachsende Organismus benötigt aber auch alle anderen Nährstoffe in
größerer Menge. Die liefert ihm eine ausgewogene Mischkost mit reichlich
Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Milch und Milchprodukten sowie mit
Fleisch, Fisch und Eiern. Was aber wenn Jugendliche Hamburger und Pommes
bevorzugen? Die meisten Fast-Food-Gerichte enthalten zu viel Energie,
aber zu wenig Nährstoffe. Strenge Vorhaltungen oder Verbote bewirken bei
Teens aber eher das Gegenteil. Besser ist es, durch eine überlegte
Zusammenstellung der Kost oder durch geeignete Ergänzungen im Laufe des
Tages wieder eine gewisse Ausgewogenheit herzustellen. Beispiele: die
Kombination "Hamburger mit Milchshake und Salat" oder ein
Haferflocken-Müsli als Ausgleich bei der nächsten Mahlzeit.
Für die Zahngesundheit besonders wichtig sind Nahrungsmittel, die
kräftig gekaut werden müssen. Zu diesen "kauaktiven" Lebensmitteln
zählen beispielsweise Möhren und andere rohe Gemüsesorten sowie Obst,
festes Brot oder Müsli aus Getreideflocken. Auch ein selbst
hergestellter Hamburger kann eine gute Alternative zum "kaufaulen"
Fertiggericht bieten. Statt des labbrigen Weißmehlbrötchens wird ein
Vollkornbrötchen oder -fladen verwendet; frischer Salat, Gurken- und
Tomatenscheiben liefern Vitamine, Mineralstoffe und den richtigen
"Biss"; etwas Ketchup, Majonäse und Senf geben den typischen
"Hamburger-Geschmack".
Auch ein genauer Blick auf die Auswahl der Getränke lohnt sich: Der
Säuregehalt des jugendlichen Lieblingsgetränks Cola liegt unter dem von
Haushaltsessig; auch Erfrischungsgetränke sowie Alcopops machen die
Umgebung des Zahns ganz schön "sauer". Werden die Zähne ständig mit
sauren Flüssigkeiten umspült, führt dies zur "Erosion", das heißt zur
Auslösung von Mineralstoffen aus dem Zahngewebe und somit zum Verlust
von Zahnsubstanz. Als Durstlöscher ist klares kohlen-säurefreies
Mineralwasser am besten geeignet.
Besonders fatal ist die Kombination Säure plus Zucker. Kommen zu den
sauren - und häufig ja auch sehr süßen - Getränken auch noch viele
Süßigkeiten "zwischendurch" hinzu, hat die Zahnsubstanz kaum noch eine
Chance zu regenerieren. Denn süße Lebensmittel bieten Kariesbakterien
bestes "Futter" - die gedeihen damit prächtig. Karies ist
vorprogrammiert.
Zwischen den einzelnen Mahlzeiten sollten mehrere Stunden ohne Essen
oder Zuckerzufuhr liegen. Unterwegs hilft das Kauen zuckerfreier
Zahnpflegekaugummis, zahnschädigende Säuren zu neutralisieren. Die
Zahnbürste ersetzen sie aber nicht.
In der aktuellen Heidelberger Schulstudie gaben 37 Prozent der
14-jährigen Schüler an zu rauchen, 20 Prozent davon gelegentlich, 17
Prozent täglich. Die Hälfte der 14-Jährigen trinkt manchmal Alkohol, 1,8
Prozent jeden Tag. Die allgemeinmedizinischen Risiken für Nikotin und
Alkohol sind gut bekannt. Beide Substanzen sind Zellgifte, die direkte
Wirkung auf die Zellen ausüben, mit denen sie in Kontakt kommen. Mund
und Rachen sind daher besonders gefährdet: Tabak- und Alkoholkonsum
verursachen ein deutlich erhöhtes Risiko für Zahnbett- und
Mundschleimhauterkrankungen. In Kombination wirkt das "Duo infernale"
als Hauptauslöser von Mundhöhlenkrebs.
Bei der Zahnpflege kommt mit dem Durchbruch der bleibenden Zähne die
Zahnseide "neu ins Spiel". Denn die 28 Zähne des bleibenden Gebisses
(ohne Weisheitszähne), stehen oftmals viel enger zusammen als die
Milchzähne. Dadurch entstehen zwischen den Zähnen Nischen, in denen
Essensreste leicht hängen bleiben und Bakterien sich ungestört vermehren
können. Reste und Bakterien können aber mit Zahnseide wieder
"hinausbefördert" werden.
Besondere Zuwendung benötigen auch Zahnspangen und Brackets. Sie
vervielfachen die Zahl der Nischen im Mundraum - wiederum ideale
Bedingungen für Speisereste und Bakterien. Ohne eine äußerst gründliche
Zahnpflege bilden sich innerhalb weniger Tage oberflächliche
Entkalkungen, es drohen Karies und Zahnfleischentzündungen. Man muss es
sportlich nehmen und "Ausdauer und Einsatz" üben: 10 bis 15 Minuten
sollte die Reinigung am Abend dauern und alle Flächen an den Brackets
und den Zähnen drum herum einschließen. Elektrische Zahnbürsten können
die Zahnpflege durchaus erleichtern, profimäßige Hilfe bietet die
professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt.
Sicher ist: Dieser Einsatz wird sich lohnen. Denn ein strahlendes
Lächeln mit makellosen Zähnen kommt beim anderen Geschlecht immer gut
an!
[ ©: E-Mail:
zahngesund@kilian.de ;
Internet:
www.rundum-zahngesund.de ]
8.)
Bunte Pillen für ein gesundes Leben? -
Nahrungsergänzungsmittel
(aid) - Die Werbung suggeriert uns oft eine schöne, neue Welt, in der
mit Tabletten, Kapseln oder Pulver so mancher Stress verschwinden soll
und so manches Wehwehchen erst gar nicht kommt. Die Rede ist von
Nahrungsergänzungsmitteln, die zum Beispiel mit Vitaminen, Mineral- und
Ballaststoffen einem "Nährstoffmangel" vorbeugen sollen.
Was verbirgt sich eigentlich hinter den so genannten
Nahrungsergänzungsmitteln? Der Definition nach ist ein
Nahrungsergänzungsmittel dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung zu
ergänzen. Es ist ein Lebensmittel, das ein Konzentrat von Nährstoffen
oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer
Wirkung allein oder in Zusammensetzung darstellt. Es kommt in dosierter
Form, in abgemessenen kleinen Mengen, in den Verkehr. Insbesondere
treten die Nahrungsergänzungsmittel als Kapseln, Pastillen, Tabletten,
Pillen, Pulverbeutel, Flüssigampullen und ähnlichen Darreichungsformen
in Erscheinung. Auf dem internationalen Markt werden sie in sehr
unterschiedlicher Zusammensetzung angeboten und enthalten sehr
verschiedene Mengen an Inhaltsstoffen. Optisch sind sie den
Arzneimitteln sehr ähnlich. Tatsächlich enthalten sie teilweise auch
identische Inhaltsstoffe, was die Abgrenzung sehr schwierig macht. Auf
keinen Fall sollten daher mehrere Präparate, ohne eine Fachberatung zu
konsultieren, kombiniert eingenommen werden. Rechtlich zählen die
Nahrungsergänzungsmittel zu den Lebensmitteln und fallen damit unter das
Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB). Außerdem gibt es seit
2004 eine Verordnung, die eine verbindliche und europaweit gültige
Definition für Nahrungsergänzungsmittel enthält, sowie Kennzeichnung und
Anzeigepflicht regelt. Strittig ist immer noch, welche genauen
Dosierungen an Nährstoffen maximal enthalten sein dürfen, um einer
Überdosierung vorzubeugen. Besonders schwierig ist dies, da einzelne
Nährstoffe aus verschiedenen Quellen - zum Beispiel aus angereicherten
Lebensmitteln, natürlichen Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln -
zugeführt werden. Eine Festlegung der Maximalwerte muss nach der
derzeitigen Rechtslage im Einzelfall entschieden werden - unter
Berücksichtigung der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Eine
EU-Regelung soll künftig Höchst- und gegebenenfalls Mindestmengen für
bestimmte Stoffe festlegen. Diese Regelung wird derzeit vorbereitet.
[ ©: aid, Ira Schneider ; ausführliche Infos:
www.waswiressen.de/]
9.)
Angeboren, aber nicht vererbt - Schon im Mutterleib auf Dicksein
programmiert
(aid) - Dass die Erbanlagen eine besondere Rolle bei der
Entwicklung von Übergewicht spielen, ist nichts Neues. Dass aber bereits
die Ernährungssituation des ungeborenen und des neugeborenen Kindes
wesentlich dafür verantwortlich ist, ob der kleine Erdenbürger später
einmal Gewichtsprobleme haben wird, findet in der Gesundheitsvorsorge
bislang zu wenig Beachtung. Denn im Gegensatz zu den Erbanlagen lässt
sich die Ernährung im Mutterleib gut beeinflussen. Das stellte Prof.
Andreas Plagemann aus Berlin fest, im Rahmen seines Leitvortrags
anlässlich der 21. Jahrestagung der Deutschen Adipositas Gesellschaft
vom 6. bis 8. Oktober in Berlin.
Viele Babys kommen bereits überernährt auf die Welt. Die Ursache ist
häufig ein in der Schwangerschaft entwickelter Diabetes, der so genannte
Gestationsdiabetes. Wird diese Störung nicht erkannt und nicht
behandelt, wird das ungeborene Kind durch das extrem zuckerreiche Blut
der Mutter sprichwörtlich gemästet. Dazu kommt auf demselben Weg
reichlich Insulin, welches den Fettansatz zusätzlich fördert.
Vor dem Hintergrund, dass jede zehnte Mutter während der Schwangerschaft
einen Diabetes entwickelt, der in 90 Prozent der Fälle unentdeckt
bleibt, schlummert hier ein enormes Präventionspotenzial. Die Rede ist
von
70 000 Neugeborenen pro Jahr - 70 000 Kindern, die laut Plagemann durch
flächendeckende Vorsorgemaßnahmen ihrem Adipositasschicksal entgehen
könnten.
Muttermilch gilt als die beste Nahrung für Neugeborene. Normalerweise
schützt sie auch vor Übergewicht. So haben gestillte Kinder von gesunden
Müttern ein um 25 Prozent geringeres Risiko später dick zu werden. Wie
wirkt sich Muttermilchernährung aber auf die Babys diabetischer Mütter
aus? Diese Fragestellung untersuchten Plagemann und Mitarbeiter an über
300 Müttern mit Gestationsdiabetes oder Diabetes Typ 1. Sie stellten
fest, dass das Übergewichtsrisiko steigt, je länger und je öfter die
Kinder von ihren Müttern gestillt werden. Säuglinge, die ganz oder
teilweise eine Ammenmilch nicht diabetischer Frauen erhalten, werden
seltener übergewichtig und zwar abhängig von der Dosis der zugefütterten
Milch. Der Grund: Die Milch von Diabetikerinnen enthält deutlich mehr
Zucker (Traubenzucker), Insulin und Kalorien als die von gesunden
Müttern, so dass die Säuglinge diabetischer Mütter durch das Stillen
auch nach der Geburt weiter permanent überfüttert werden.
Diese Gegebenheiten sind bei der Betreuung von Schwangeren bislang
sträflich vernachlässigt worden. Prof. Plagemann fordert ein
flächendeckendes Screening auf Störungen des Zuckerstoffwechsels in der
Schwangerschaft, um Übergewicht und Adipositas mit ihren weit reichenden
medizinischen Komplikationen, wie Diabetes und
Herz-Kreislauf-Krankheiten, effektiv einzudämmen.
[
©: aid,
Maria Flothkötter ]
10.)
Keine „Komfortsprechstunden“ für
Private
Wenn ein Arzt die Behandlung eines Kassenpatienten ablehnt oder
unter Hinweis auf sein knappes Budget auf einen weit entfernten Termin
verschiebt, allerdings anbietet, bei Privatliquidation einen früheren
Termin zu ermöglichen, kann dies durch die Kassenärztliche Vereinigung
(KV) geahndet werden. Das Sozialgericht Düsseldorf hat am 21.07.2004 (Az.
S 14 KA 260/02) festgestellt, dass der Arzt seine Praxisorganisation
der Leistungs und Budgetkapazität anpassen darf, also Termine weit im
Voraus vergeben kann; Notfälle ausgenommen. Er darf indes bei der
Terminvergabe nicht differenzieren, ob ein Patient gesetzlich oder
privat versichert ist. Schon gar nicht darf ein Arzt den Patienten
durch die Terminvergabe zur Privatliquidation drängen.
[
©: Dr.
jur. Thomas Motz, Vertrauensanwalt und Justiziar der Stiftung
Gesundheit ]
11.)
Patientenzahlen im zahnärztlichen
Bereich steigen wieder
"Es kommen wieder mehr Patienten in die Zahnarztpraxen. Nach ersten
Trendrechnungen haben die Behandlungsfälle im zweiten Quartal 2005
gegenüber dem Vorjahreszeitraum bundesweit um etwa zwei Prozent
zugenommen. Ich hoffe, dass damit der Negativtrend des Vorjahres
gebrochen ist." Das teilte heute der Vorstandsvorsitzende der
Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Jürgen Fedderwitz,
mit.
Im bundesweiten Jahresdurchschnitt sei 2004 ein Patientenrückgang von
10,6 Prozent zu verzeichnen gewesen. Im ersten Quartal 2005 habe es
einen weiteren leichten Rückgang um 2,3 Prozent gegeben. "Die
Rückgänge wurden vor allem durch die Einführung der Praxisgebühr
verursacht. Dank der umfangreichen Aufklärungsarbeit der
Zahnärzteschaft hat die Abschreckungswirkung der Gebühr mittlerweile
nachgelassen. Viele gesetzlich Krankenversicherte wissen heute, dass
zwei zahnärztliche Kontrolluntersuchungen im Jahr gebührenfrei sind,"
so Dr. Fedderwitz weiter. Den Patienten sei mehr und mehr bewusst,
dass regelmäßige Kontrolluntersuchungen nicht nur medizinisch ratsam,
sondern auch bares Geld wert seien: "Wer regelmäßig zum Zahnarzt geht
und das in seinem Bonusheft dokumentiert, bekommt einen deutlich
höheren Kassenzuschuss, wenn er irgendwann Zahnersatz braucht. Die
Kasse muss dann bis zu 30 Prozent mehr zuschießen."
[
Für Rückfragen: Dr. Reiner Kern,
Tel. 0173 - 26 03 167 ]
12.)
Zum Schluss:
Unsinn von Forschern
Ig-Nobelpreise sind
Auszeichnungen für "Forschungen", die nicht wiederholt werden können,
oder besser nicht wiederholt werden sollten. Die Ig-Nobelpreise 2005
wurden jetzt an der Harvard Universität in Cambridge im US-Staat
Massachusetts überreicht.
Der Ig-Friedenspreis geht an
britische Forscher, die elektrische Signale im Gehirn einer Heuschrecke
aufgenommen haben, während diese Höhepunkte des Films "Star Wars" (Krieg
der Sterne) schaute.
Für seine Hundehoden-Prothesen erhält der US-Forscher Gregg A. Miller
den Medizinpreis. Die sogenannten "Neuticles"
dienen als Ersatz für herausoperierte Hoden und seien in drei Größen und
Dichten zu haben. Nach Firmen-Angaben haben schon mehr als 100 000
kastrierte Haustiere diesen Hodenersatz erhalten.
Den Ig-Wirtschaftspreis bekommen
Forscher für einen Wecker, der nach einem Druck auf die Schlummertaste
wegrollt, sich versteckt und dann weiter klingelt. (dpa)
[ ©:
http://www.aerztezeitung.de/ ]
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