Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 11/2005/ 1. November 2005

Die Zahnärzte in Deutschland befürchten spätestens in der Vorweihnachtszeit einen Boom auf ihre Praxen. Grund: Vielen Patienten fällt erst in der letzten Minute ein, dass noch eine Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt ansteht. Allein in Hamburg "fehlten" nach einer Pressemeldung zum Ende des dritten Quartals 130.000 Patienten beim Zahnarzt. Da aber Praxen nicht unbegrenzt leistungsfähig sind, empfiehlt es sich für Gesetzlich Versicherte unbedingt, bald einen Untersuchungstermin zu vereinbaren, um bei später notwendigem Zahnersatz den höchstmöglichen Festzuschuss zu erhalten. Übrigens: Reine Vorsorgeuntersuchungen, wie sie für den Stempel im Bonusheft nötig sind, lösen keine Kassengebühr aus.
Mehr dazu unter den Stichworten Bonus und Festzuschüsse.

Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion

 


Inhalt

 1.) Zahnpasten für Kinder und Erwachsene - Abrasionswerte im Vergleich
 2.)
Elektronik für den Hausgebrauch: Knirschen Sie nachts?
 3.)
Gesundheitsvorsorge mit fluoridiertem Jodsalz zeigt Erfolge
 4.) Kariesschutz durch Milchsäurebakterien?
 5.)
Krankenkassenbeiträge - Schweizer Lektionen für die GKV
 6.) Für schonendes Nuckeln: Dentimaxx®
 7.)
Fast Food, Softdrinks und Nikotin: Gefahr für die Zähne von Jugendlichen
 8.)
Bunte Pillen für ein gesundes Leben? - Nahrungsergänzungsmittel
 9.) Angeboren, aber nicht vererbt - Schon im Mutterleib auf Dicksein programmiert
10.)
Keine „Komfortsprechstunden“ für Private
11.) Patientenzahlen im zahnärztlichen Bereich steigen wieder
12.)
Zum Schluss: Unsinn von Forschern


1.) Zahnpasten für Kinder und Erwachsene - Abrasionswerte im Vergleich

Das Mundhygieneverhalten der Deutschen hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert und das tägliche Zähneputzen ist ein fester Bestandteil im Tagesablauf der meisten Mitbürger. Weiter ist bekannt, dass die Menschen und auch deren Zähne deutlich "älter" werden. Und schließlich weiß man auch, dass von der Mehrzahl der Patienten nicht optimal geputzt, sondern gern "Hin- und Her geschrubbt" wird. Kommt nun noch eine Zahnpasta hinzu, die viele Schmirgelstoffe enthält und verzichtet man nicht konsequent auf saure Getränke, so kann es leicht passieren, dass im laufe der Jahre die Zähne einfach "weggeputzt" werden. Gefordert wird deshalb von Experten eine Zahncreme mit möglichst geringen Abrasionswerten bei den Personen, die es mit ihrer Mundhygiene genau nehmen. Das Universitätsklinikum Ulm setzte sich mit dieser Problematik ausführlich auseinander und kommt zu folgenden Ergebnissen (gekürzt aus den Zahnärztlichen Mitteilungen 7,2005):

Es dürfte heute unumstritten sein, dass zur Zahn- und Mundpflege eine Zahnpasta dazugehört. Die Zähne lassen sich zwar mit einer Zahnbürste und Wasser alleine reinigen, jedoch verzichtet dann der Anwender auf die Inhaltsstoffe der Zahnpasta, die unter anderem Schleifkörper sind. Sie erhöhen die Effizienz der Reinigung. Des Weiteren dient eine Zahnpasta der Applikation von Wirkstoffen auf die Zähne, die Mundhöhle und die Zunge.

Neben der reinigenden Wirkung der Zahnpasta darf natürlich nicht verschwiegen werden, dass es auch zu Abrasionen durch die Zahnpasta kommt. Diese Abrasivität wird in dem RDA-Wert (Radioactive Dentine Abrasion) und dem REA-Wert (Radioactive Enamel Abrasion) zum Ausdruck gebracht. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass ein hoher RDA/REA-Wert auch eine hohe Abrasion für die Zähne bedeutet. Ein niedriger RDA/REA-Wert hat eine geringere abrasive Wirkung auf den Schmelz und das Dentin. Raucher-Zahncremes, die Verfärbungen von Nikotin oder Tee beseitigen sollen, haben meist einen hohen RDA-Wert, zum Beispiel 100 oder mehr, und somit eine große Abrasivität. Zahnpastatypen mit einem sehr geringen RDA-Wert weisen zwar eine geringe Abrasivität auf, sie reinigen aber die Zähne nicht ausreichend. In-vitro-Putzversuche haben bei uns ergeben, dass eine Zahnpasta einen RDA-Wert unter 50 haben sollte, damit es keine zu großen Abrasionen gibt. Andererseits aber ist ein RDA-Wert von mehr als 35 wünschenswert, damit überhaupt eine ausreichende Reinigung eintritt. Von der Abrasion sind nicht nur der Schmelz und das Dentin betroffen, sondern auch Füllungen und besonders verschiedene Versiegelungen.

Zur Verifikation der Abrasion unterschiedlicher Zahnpasten wurden Abrasionsversuche auf Plexiglas®-Platten erstellt und mittels eines Oberflächenmessgeräts ausgewertet. Das Ergebnis zeigt deutliche Abrasivitätsunterschiede zwischen den einzelnen Fabrikaten. Für Kinder weist lediglich die Odol-med 3 Milchzahn eine reduzierte Abrasivität auf. Elmex® Kinder-Zahnpasta und Blendi® sind ähnlich abrasiv wie ihr Pendant für Erwachsene. Mit nur 0,3 µm Mittenrauigkeit zeigt die Zahnpasta Perls & Dents® im Vergleich zu den anderen Zahnpastasorten für Kinder und Erwachsene die geringste Abrasion.

[ vollständiger Artikel: www.zm-online.de/]

 Basics: Abrasion und RDA-Wert
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2.) Elektronik für den Hausgebrauch: Knirschen Sie nachts?

Wachen Sie morgens mit Verspannungen oder Schmerzen beim Mundöffnen auf? Wenn JA, dann könnte dies vielleicht daran liegen, dass Sie nachts unbewusst mit den Zähnen Knirschen und Pressen. Dieses ständige unbewusste Aneinanderpressen oder -reiben von Ober- und Unterkieferzähnen bezeichnet der Fachmann als Bruxismus. Man geht heute davon aus, dass diese schädigende und nicht direkt zu kontrollierende Unart hauptsächlich eine Stressfolge ist - Aggressionen und andere psychische Belastungen werden nachts im Schlaf "abgebaut". Aber auch andere Ursachen können dieses Pressen und Reiben auslösen: Zu frühe oder falsche Belastungen beim Zusammenbeißen (wie zu hohe Füllungen, schlecht sitzender Zahnersatz) und Bissanomalien, aber auch orthopädische Erkrankungen wie z. B. Wirbelsäulenverkrümmungen oder Fehlhaltungen kommen ebenfalls als Ursache infrage. Die Folgen für das Kausystem sind erheblich: Beim Bruxismus treten derart starke Kräfte auf, welche auf Dauer die Halterung des Zahnes im Kieferbett schädigen und krankhafte Veränderungen am Kiefergelenk bewirken. Man weiß, dass mindestens ein Drittel aller Erwachsenen zeitweise mit den Zähnen knirscht; rund achtzig Prozent der Betroffenen sind Frauen zwischen 30 und 45 Jahren.

Je nach Ursache des Bruxismus lässt sich dieser mit gutem Erfolg behandeln behandeln. Allerdings erlebt der Zahnarzt in der täglichen Praxis oft, dass die Diagnose "Bruxismus" vom Patienten angezweifelt wird, da er ja nachts schläft und so von seiner Körperreaktion nichts mitbekommt. Häufig ist es dann auch der nächtliche Partner oder die Partnerin, welche(r) zuerst von dem Zähneknirschen etwas mitbekommt und - ähnlich wie beim Schnarchen - nicht ganz ernst genommen wird.

Eine zuverlässige und objektive Methode ist seit einiger Zeit auf dem Markt und verspricht nach Herstellerangaben eine sichere Messung des Bruxismus: BiteStrip® ist Elektronik pur und wird nachts als Einmalgerät (2er-Set kostet 89,- €) für mindestens 5 Stunden auf die Wange geklebt. Das Resultat wird als einzelne Zahl nach Messende angezeigt. Eine Skala von 0 bis 3 zeigt die Intensität des Bruxismus an:
0 – Kein Bruxismus: vergleichbar mit einer Schlaflabor-Messung von bis zu 39 Episoden in 5 Stunden
1 – Schwacher Bruxismus: vergleichbar mit einer Schlaflabor-Messung von 40 bis 74 Episoden in 5 Stunden
2 – Mittelschwerer Bruxismus: vergleichbar mit einer Schlaflabor-Messung von 75 bis 124 Episoden in 5 Stunden
3 – Schwerer Bruxismus: vergleichbar mit einer Schlaflabor-Messung von über 125 Episoden in 5 Stunden

Weitere Infos auf der ausführlichen Web-Seite des Herstellers (mit Video-Darstellung):

                                                 http://www.bitestrip.de


 Basics: Bruxismus  auf www.zahnwissen.de

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3.) Gesundheitsvorsorge mit fluoridiertem Jodsalz zeigt Erfolge

Schilddrüsenvergrößerungen und Karies bei Schulkindern stark rückläufig

(ots) Die Doppelgesundheitsvorsorge mit fluoridiertem Jodsalz hat in den letzten Jahren zu einer wesentlichen Verbesserung der Jodversorgung bei Schulkindern und damit zu einem erfreulichen Rückgang der Kropfhäufigkeit geführt. Gleichzeitig wurde damit die Zahl der an Karies erkrankten Zähne drastisch reduziert. Dies berichten übereinstimmend der Arbeitskreis Jodmangel und die Informationsstelle für Kariesprophylaxe des Deutschen Arbeitskreises für Zahnheilkunde in Groß-Gerau.
Durch die breite Verwendung dieses Kombinationssalzes in etwa zwei Drittel der Haushalte und die zusätzliche Verwendung von Jodsalz in der Gemeinschaftsverpflegung und bei der Herstellung von Brot, Fleischwaren und anderen Lebensmitteln sind Schulkinder regionalen Studien zufolge teilweise bereits optimal mit Jod versorgt. Jodmangelbedingte Schilddrüsenvergrößerungen und -krankheiten treten deshalb bei dieser Altersgruppe nur noch vereinzelt auf.
In gleichem Maße hat sich bei Kindern durch Verwendung von Jodsalz mit Fluorid und durch intensivere Nutzung vorbeugender Maßnahmen aber auch die Zahngesundheit erfreulich verbessert. So ging die Karies bei Schulanfängern der aktuellsten Studie der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e.V. zufolge in den letzten zehn Jahren um 25 Prozent zurück. Bei den 12-Jährigen wurde sogar ein Kariesrückgang von 60 Prozent ermittelt. Diese Altersgruppe hat im Durchschnitt nur noch etwa einen kariösen, fehlenden oder gefüllten Zahn, während es vor zehn Jahren noch etwa zweieinhalb waren. Auf Grund dieses gesundheitlichen Doppelnutzens fordern Schilddrüsenexperten und Zahnärzte, dass Jodsalz mit Fluorid zum "Standardsalz" in deutschen Haushalten wird. Selbst bei Personengruppen wie sozial Schwachen, Behinderten oder Migranten, die mit anderen Prophylaxemaßnahmen nicht oder nur unzureichend erreicht werden, kann damit die Jodversorgung und der Kariesschutz erheblich verbessert werden, so die Experten.

[ © :  Arbeitskreis Jodmangel, Informationsstelle für Kariesprophylaxe, Alfred Fischer, E-Mail: info@praxis-press.de  ]

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4.) Kariesschutz durch Milchsäurebakterien?

Auf der ganzen Welt wird seit Jahrzehnten an einem effektiven Kariesschutz geforscht, der den Bakterien keine Chance gibt - egal was gegessen und wie wenig geputzt wird. Alle bisherigen Bemühungen waren bisher eher Medien- als Zahnwirksam. So kommt die Kariesimpfung nicht so recht voran und die Gentechnik tritt auf der Stelle. Nachfolgende Meldung entstammt der "Quintessenz" und weckt neue Hoffnungen in Richtung Gentechnik. Ob Erfolge ohne Nebenwirkungen damit auch im menschlichen Mund auf Dauer möglich sind, wollen wir noch nicht so recht glauben. Und wenn doch, so wohl erst in einigen Jahren. Bis dahin heißt es (leider) immer noch: Intensive Mundhygiene und zahngesunde Ernährung sind ein bewährter und sicherer Schutz.

Am Beispiel von Sauermilchprodukten lässt sich unter anderem zeigen, dass Bakterien auch nützlich sein und bisher unbekannte Aufgaben übernehmen können. So haben Forscher des schwedischen Karolinska-Instituts herausgefunden, dass gentechnisch veränderte Milchsäurebakterien die Karies verursachenden Bakterien Streptococcus mutans wirkungsvoll bekämpfen können. Die veränderten Milchsäurebakterien bilden Antikörper, die sich an die zahnschädigenden Streptokokken binden und so deren Aktivität hemmen. In Tierversuchen wurden damit gute Ergebnisse erzielt. Die Gabe von Futter, das mit diesen speziellen Milchsäurebakterien angereichert war, reduzierte nicht nur die Zahl der schädlichen Keime im Mundraum, sondern sorgte auch für einen Kariesschutz, der bis zu drei Wochen anhielt. Die Forscher hoffen nun, damit eine Immuntherapie entdeckt zu haben, die langfristig auch beim Menschen für einen Schutz vor Karies sorgen könnte.

[ © Quintessenz, FVDZ ]

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5.) Krankenkassenbeiträge - Schweizer Lektionen für die GKV

Bürgerversicherung vs. Kopfprämie ist ein sozialpolitischer Dauerbrenner. Ohne hier auf die jeweiligen Vorteile und Schwächen der einen oder anderen Beitragsform eingehen zu wollen, sind wir immer wieder erstaunt darüber, mit welchen Zahlen da von verantwortlichen Politikern (schön-)gerechnet wird. Aus den letzten Jahrzehnten sind die ideologischen Rechenkunststücke sattsam bekannt - PISA würde ein "Ungenügend" dafür verteilen. Ein Blick über die Grenze, in ein Land, das vielen bei Reformbemühungen als Vorbild dient, zeigt die Sorgen der Schweizer auf, wenn es darum geht, die medizinische Versorgung auf hohem Niveau zu erhalten und auch noch bezahlen zu können. Die Ärztezeitung kommentiert:


Ende September sind die Schweizer mittlerweile schon auf ungute Nachrichten eingerichtet: Dann teilt das eidgenössische Bundesamt für Gesundheit die für das kommende Jahr zu erwartende Prämienentwicklung in der Krankenversicherung mit. Und seit der Reform im Jahr 1996 hat es stets nur eine Botschaft gegeben: Die Prämien steigen - und zwar satt.

Durchschnittlich sechs Prozent haben die Krankenversicherer jedes Jahr draufgepackt. Regional gab es sogar Prämiensprünge von zehn Prozent. Zugleich ist der Selbstbehalt für die Versicherten in mehreren Schritten von 150 auf 300 Franken jährlich (etwa 193 Euro) erhöht worden. Hinzu kommt, dass es keine kostenlose Mitversicherung für Kinder gibt. Die Police für den Nachwuchs kostet pro Kopf bis zu 80 Euro im Monat.

Bei einer fünfköpfigen Familie können so schnell Krankenversicherungskosten von über 1000 Franken zusammenkommen. Die Eidgenossen versuchen, die Prämien zu drücken, indem sie Selbstbehalte von bis zu 1000 Euro im Jahr vereinbaren. Eine Reform-Blaupause für Deutschland? Wer das große Rad in der deutschen GKV drehen will, sollte sorgfältig die Entwicklung beim Nachbarn studieren..


[
©: Florian Staeck / Ärztezeitung ]

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6.) Für schonendes Nuckeln: Dentimaxx®

Nuckeln im Babyalter ist ein natürlicher Reflex. Durch das Saugen an Daumen oder Schnuller entsteht jedoch ein Druck, der zu Kieferverformungen und Zahnfehlstellungen führen kann. Etwa 35% aller Vierjährigen haben eine Zahnfehlstellung, die später kieferorthopädisch korrigiert werden muss. Mit dem neuen Dentimaxx können Zahnfehlstellungen in vielen Fällen vermieden werden. Er wurde in Zusammenarbeit mit Dr. med. dent. Brockhaus und Prof. Dr. med. dent. Hinz entwickelt und entspricht den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Durch seine spezielle Form unterstützt er die natürliche Entwicklung von Kiefer und Zähnen.

[ Bezugsquellen: http://www.dentimaxx.com/  ]

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7.) Fast Food, Softdrinks und Nikotin: Gefahr für die Zähne von Jugendlichen

Sie wachsen und wachsen - und innerhalb kürzester Zeit überholen viele Jugendliche den Rest der Familie an Körpergröße. Während die "Kinder" ihren Eltern also "über den Kopf wachsen", sind ihre Zähne in der Regel bereits "ausgewachsen": Denn mit ungefähr 12 Jahren bricht als letzter Zahn des Wechselgebisses der 2. Mahlzahn durch. Zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr folgt schließlich noch der Weisheitszahn - sofern er überhaupt im Kiefer angelegt und genügend Platz für ihn vorhanden ist. Die Schmelzstruktur neu durchgebrochener Zähne ist noch nicht vollständig ausgereift. Da eine optimale Schmelzreifung entscheidend ist für die künftige Widerstandskraft des Zahns, benötigen "die Neuen" eine ausreichende und regelmäßige Versorgung mit Nährstoffen, insbesondere mit Kalzium, Phosphat und Fluorid. Genau wie die tägliche Zahnpflege mit fluoridierter Zahnpasta (Fluoridgehalt 1000 bis 1500 ppm), ist eine kalziumreiche Ernährung mit reichlich Milchprodukten also weiterhin zu empfehlen. Ein Jugendlicher sollte beispielsweise 1 Glas Milch (150 ml) plus 150 g Naturjoghurt (zum Beispiel mit Früchten) plus 1 Scheibe Schnittkäse pro Tag zu sich nehmen.

Der wachsende Organismus benötigt aber auch alle anderen Nährstoffe in größerer Menge. Die liefert ihm eine ausgewogene Mischkost mit reichlich Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Milch und Milchprodukten sowie mit Fleisch, Fisch und Eiern. Was aber wenn Jugendliche Hamburger und Pommes bevorzugen? Die meisten Fast-Food-Gerichte enthalten zu viel Energie, aber zu wenig Nährstoffe. Strenge Vorhaltungen oder Verbote bewirken bei Teens aber eher das Gegenteil. Besser ist es, durch eine überlegte Zusammenstellung der Kost oder durch geeignete Ergänzungen im Laufe des Tages wieder eine gewisse Ausgewogenheit herzustellen. Beispiele: die Kombination "Hamburger mit Milchshake und Salat" oder ein Haferflocken-Müsli als Ausgleich bei der nächsten Mahlzeit.
Für die Zahngesundheit besonders wichtig sind Nahrungsmittel, die kräftig gekaut werden müssen. Zu diesen "kauaktiven" Lebensmitteln zählen beispielsweise Möhren und andere rohe Gemüsesorten sowie Obst, festes Brot oder Müsli aus Getreideflocken. Auch ein selbst hergestellter Hamburger kann eine gute Alternative zum "kaufaulen" Fertiggericht bieten. Statt des labbrigen Weißmehlbrötchens wird ein Vollkornbrötchen oder -fladen verwendet; frischer Salat, Gurken- und Tomatenscheiben liefern Vitamine, Mineralstoffe und den richtigen "Biss"; etwas Ketchup, Majonäse und Senf geben den typischen "Hamburger-Geschmack".

Auch ein genauer Blick auf die Auswahl der Getränke lohnt sich: Der Säuregehalt des jugendlichen Lieblingsgetränks Cola liegt unter dem von Haushaltsessig; auch Erfrischungsgetränke sowie Alcopops machen die Umgebung des Zahns ganz schön "sauer". Werden die Zähne ständig mit sauren Flüssigkeiten umspült, führt dies zur "Erosion", das heißt zur Auslösung von Mineralstoffen aus dem Zahngewebe und somit zum Verlust von Zahnsubstanz. Als Durstlöscher ist klares kohlen-säurefreies Mineralwasser am besten geeignet.

Besonders fatal ist die Kombination Säure plus Zucker. Kommen zu den sauren - und häufig ja auch sehr süßen - Getränken auch noch viele Süßigkeiten "zwischendurch" hinzu, hat die Zahnsubstanz kaum noch eine Chance zu regenerieren. Denn süße Lebensmittel bieten Kariesbakterien bestes "Futter" - die gedeihen damit prächtig. Karies ist vorprogrammiert.

Zwischen den einzelnen Mahlzeiten sollten mehrere Stunden ohne Essen oder Zuckerzufuhr liegen. Unterwegs hilft das Kauen zuckerfreier Zahnpflegekaugummis, zahnschädigende Säuren zu neutralisieren. Die Zahnbürste ersetzen sie aber nicht.

In der aktuellen Heidelberger Schulstudie gaben 37 Prozent der 14-jährigen Schüler an zu rauchen, 20 Prozent davon gelegentlich, 17 Prozent täglich. Die Hälfte der 14-Jährigen trinkt manchmal Alkohol, 1,8 Prozent jeden Tag. Die allgemeinmedizinischen Risiken für Nikotin und Alkohol sind gut bekannt. Beide Substanzen sind Zellgifte, die direkte Wirkung auf die Zellen ausüben, mit denen sie in Kontakt kommen. Mund und Rachen sind daher besonders gefährdet: Tabak- und Alkoholkonsum verursachen ein deutlich erhöhtes Risiko für Zahnbett- und Mundschleimhauterkrankungen. In Kombination wirkt das "Duo infernale" als Hauptauslöser von Mundhöhlenkrebs.

Bei der Zahnpflege kommt mit dem Durchbruch der bleibenden Zähne die Zahnseide "neu ins Spiel". Denn die 28 Zähne des bleibenden Gebisses (ohne Weisheitszähne), stehen oftmals viel enger zusammen als die Milchzähne. Dadurch entstehen zwischen den Zähnen Nischen, in denen Essensreste leicht hängen bleiben und Bakterien sich ungestört vermehren können. Reste und Bakterien können aber mit Zahnseide wieder "hinausbefördert" werden.
Besondere Zuwendung benötigen auch Zahnspangen und Brackets. Sie vervielfachen die Zahl der Nischen im Mundraum - wiederum ideale Bedingungen für Speisereste und Bakterien. Ohne eine äußerst gründliche Zahnpflege bilden sich innerhalb weniger Tage oberflächliche Entkalkungen, es drohen Karies und Zahnfleischentzündungen. Man muss es sportlich nehmen und "Ausdauer und Einsatz" üben: 10 bis 15 Minuten sollte die Reinigung am Abend dauern und alle Flächen an den Brackets und den Zähnen drum herum einschließen. Elektrische Zahnbürsten können die Zahnpflege durchaus erleichtern, profimäßige Hilfe bietet die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt.
Sicher ist: Dieser Einsatz wird sich lohnen. Denn ein strahlendes Lächeln mit makellosen Zähnen kommt beim anderen Geschlecht immer gut an!

[ ©:  E-Mail: zahngesund@kilian.de ; Internet: www.rundum-zahngesund.de ]

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8.) Bunte Pillen für ein gesundes Leben? - Nahrungsergänzungsmittel

(aid) - Die Werbung suggeriert uns oft eine schöne, neue Welt, in der mit Tabletten, Kapseln oder Pulver so mancher Stress verschwinden soll und so manches Wehwehchen erst gar nicht kommt. Die Rede ist von Nahrungsergänzungsmitteln, die zum Beispiel mit Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen einem "Nährstoffmangel" vorbeugen sollen.
Was verbirgt sich eigentlich hinter den so genannten Nahrungsergänzungsmitteln? Der Definition nach ist ein Nahrungsergänzungsmittel dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung zu ergänzen. Es ist ein Lebensmittel, das ein Konzentrat von Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung allein oder in Zusammensetzung darstellt. Es kommt in dosierter Form, in abgemessenen kleinen Mengen, in den Verkehr. Insbesondere treten die Nahrungsergänzungsmittel als Kapseln, Pastillen, Tabletten, Pillen, Pulverbeutel, Flüssigampullen und ähnlichen Darreichungsformen in Erscheinung. Auf dem internationalen Markt werden sie in sehr unterschiedlicher Zusammensetzung angeboten und enthalten sehr verschiedene Mengen an Inhaltsstoffen. Optisch sind sie den Arzneimitteln sehr ähnlich. Tatsächlich enthalten sie teilweise auch identische Inhaltsstoffe, was die Abgrenzung sehr schwierig macht. Auf keinen Fall sollten daher mehrere Präparate, ohne eine Fachberatung zu konsultieren, kombiniert eingenommen werden. Rechtlich zählen die Nahrungsergänzungsmittel zu den Lebensmitteln und fallen damit unter das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB). Außerdem gibt es seit 2004 eine Verordnung, die eine verbindliche und europaweit gültige Definition für Nahrungsergänzungsmittel enthält, sowie Kennzeichnung und Anzeigepflicht regelt. Strittig ist immer noch, welche genauen Dosierungen an Nährstoffen maximal enthalten sein dürfen, um einer Überdosierung vorzubeugen. Besonders schwierig ist dies, da einzelne Nährstoffe aus verschiedenen Quellen - zum Beispiel aus angereicherten Lebensmitteln, natürlichen Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln - zugeführt werden. Eine Festlegung der Maximalwerte muss nach der derzeitigen Rechtslage im Einzelfall entschieden werden - unter Berücksichtigung der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Eine EU-Regelung soll künftig Höchst- und gegebenenfalls Mindestmengen für bestimmte Stoffe festlegen. Diese Regelung wird derzeit vorbereitet.

[ ©: aid, Ira Schneider ; ausführliche  Infos: www.waswiressen.de/]

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9.) Angeboren, aber nicht vererbt - Schon im Mutterleib auf Dicksein programmiert

(aid) - Dass die Erbanlagen eine besondere Rolle bei der Entwicklung von Übergewicht spielen, ist nichts Neues. Dass aber bereits die Ernährungssituation des ungeborenen und des neugeborenen Kindes wesentlich dafür verantwortlich ist, ob der kleine Erdenbürger später einmal Gewichtsprobleme haben wird, findet in der Gesundheitsvorsorge bislang zu wenig Beachtung. Denn im Gegensatz zu den Erbanlagen lässt sich die Ernährung im Mutterleib gut beeinflussen. Das stellte Prof. Andreas Plagemann aus Berlin fest, im Rahmen seines Leitvortrags anlässlich der 21. Jahrestagung der Deutschen Adipositas Gesellschaft vom 6. bis 8. Oktober in Berlin.
Viele Babys kommen bereits überernährt auf die Welt. Die Ursache ist häufig ein in der Schwangerschaft entwickelter Diabetes, der so genannte Gestationsdiabetes. Wird diese Störung nicht erkannt und nicht behandelt, wird das ungeborene Kind durch das extrem zuckerreiche Blut der Mutter sprichwörtlich gemästet. Dazu kommt auf demselben Weg reichlich Insulin, welches den Fettansatz zusätzlich fördert.
Vor dem Hintergrund, dass jede zehnte Mutter während der Schwangerschaft einen Diabetes entwickelt, der in 90 Prozent der Fälle unentdeckt bleibt, schlummert hier ein enormes Präventionspotenzial. Die Rede ist von
70 000 Neugeborenen pro Jahr - 70 000 Kindern, die laut Plagemann durch flächendeckende Vorsorgemaßnahmen ihrem Adipositasschicksal entgehen könnten.

Muttermilch gilt als die beste Nahrung für Neugeborene. Normalerweise schützt sie auch vor Übergewicht. So haben gestillte Kinder von gesunden Müttern ein um 25 Prozent geringeres Risiko später dick zu werden. Wie wirkt sich Muttermilchernährung aber auf die Babys diabetischer Mütter aus? Diese Fragestellung untersuchten Plagemann und Mitarbeiter an über 300 Müttern mit Gestationsdiabetes oder Diabetes Typ 1. Sie stellten fest, dass das Übergewichtsrisiko steigt, je länger und je öfter die Kinder von ihren Müttern gestillt werden. Säuglinge, die ganz oder teilweise eine Ammenmilch nicht diabetischer Frauen erhalten, werden seltener übergewichtig und zwar abhängig von der Dosis der zugefütterten Milch. Der Grund: Die Milch von Diabetikerinnen enthält deutlich mehr Zucker (Traubenzucker), Insulin und Kalorien als die von gesunden Müttern, so dass die Säuglinge diabetischer Mütter durch das Stillen auch nach der Geburt weiter permanent überfüttert werden.
Diese Gegebenheiten sind bei der Betreuung von Schwangeren bislang sträflich vernachlässigt worden. Prof. Plagemann fordert ein flächendeckendes Screening auf Störungen des Zuckerstoffwechsels in der Schwangerschaft, um Übergewicht und Adipositas mit ihren weit reichenden medizinischen Komplikationen, wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten, effektiv einzudämmen.  

 [ ©:   aid, Maria Flothkötter ]

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10.) Keine „Komfortsprechstunden“ für Private

Wenn ein Arzt die Behandlung eines Kassenpatienten ablehnt oder unter Hinweis auf sein knappes Budget auf einen weit entfernten Termin verschiebt, allerdings anbietet, bei Privatliquidation einen früheren Termin zu ermöglichen, kann dies durch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) geahndet werden. Das Sozialgericht Düsseldorf hat am 21.07.2004 (Az. S 14 KA 260/02) festgestellt, dass der Arzt seine Praxisorganisation der Leistungs und Budgetkapazität anpassen darf, also Termine weit im Voraus vergeben kann; Notfälle ausgenommen. Er darf indes bei der Terminvergabe nicht differenzieren, ob ein Patient gesetzlich oder privat versichert ist. Schon gar nicht darf ein Arzt den Patienten durch die Terminvergabe zur Privatliquidation drängen. 

 [
©: Dr. jur. Thomas Motz, Vertrauensanwalt und Justiziar der Stiftung Gesundheit ]

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11.) Patientenzahlen im zahnärztlichen Bereich steigen wieder

"Es kommen wieder mehr Patienten in die Zahnarztpraxen. Nach ersten Trendrechnungen haben die Behandlungsfälle im zweiten Quartal 2005 gegenüber dem Vorjahreszeitraum bundesweit um etwa zwei Prozent zugenommen. Ich hoffe, dass damit der Negativtrend des Vorjahres gebrochen ist." Das teilte heute der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Jürgen Fedderwitz, mit.

Im bundesweiten Jahresdurchschnitt sei 2004 ein Patientenrückgang von 10,6 Prozent zu verzeichnen gewesen. Im ersten Quartal 2005 habe es einen weiteren leichten Rückgang um 2,3 Prozent gegeben. "Die Rückgänge wurden vor allem durch die Einführung der Praxisgebühr verursacht. Dank der umfangreichen Aufklärungsarbeit der Zahnärzteschaft hat die Abschreckungswirkung der Gebühr mittlerweile nachgelassen. Viele gesetzlich Krankenversicherte wissen heute, dass zwei zahnärztliche Kontrolluntersuchungen im Jahr gebührenfrei sind," so Dr. Fedderwitz weiter. Den Patienten sei mehr und mehr bewusst, dass regelmäßige Kontrolluntersuchungen nicht nur medizinisch ratsam, sondern auch bares Geld wert seien: "Wer regelmäßig zum Zahnarzt geht und das in seinem Bonusheft dokumentiert, bekommt einen deutlich höheren Kassenzuschuss, wenn er irgendwann Zahnersatz braucht. Die Kasse muss dann bis zu 30 Prozent mehr zuschießen."

 [ Für Rückfragen: Dr. Reiner Kern, Tel. 0173 - 26 03 167 ]

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12.) Zum Schluss: Unsinn von Forschern

Ig-Nobelpreise
sind Auszeichnungen für "Forschungen", die nicht wiederholt werden können, oder besser nicht wiederholt werden sollten. Die Ig-Nobelpreise 2005 wurden jetzt an der Harvard Universität in Cambridge im US-Staat Massachusetts überreicht.

Der Ig-Friedenspreis geht an britische Forscher, die elektrische Signale im Gehirn einer Heuschrecke aufgenommen haben, während diese Höhepunkte des Films "Star Wars" (Krieg der Sterne) schaute.

Für seine Hundehoden-Prothesen erhält der US-Forscher Gregg A. Miller den Medizinpreis. Die sogenannten "Neuticles" dienen als Ersatz für herausoperierte Hoden und seien in drei Größen und Dichten zu haben. Nach Firmen-Angaben haben schon mehr als 100 000 kastrierte Haustiere diesen Hodenersatz erhalten.

Den Ig-Wirtschaftspreis bekommen Forscher für einen Wecker, der nach einem Druck auf die Schlummertaste wegrollt, sich versteckt und dann weiter klingelt. (dpa)

[ ©:  http://www.aerztezeitung.de/ ]

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