Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 11/2007/ 1. November 2007

"Patienten rechnen in Zukunft mit stärker wirtschaftlich orientierten Ärzten. Mehr als ein Drittel erwartet, dass Ärzte im Jahre 2020 vor allem als Kaufleute handeln, berichtet die "Apotheken Umschau". Nach einer Umfrage des Instituts für Empirische Gesundheitsökonomie und der Universität Bochum sind allerdings die weitaus meisten Menschen heute mit ihrem Arzt zufrieden. Sie sehen in ihm vorwiegend den Berater und Heiler. Nur 18,9 Prozent erleben ihn bereits jetzt auch als "Kaufmann". Für die Zukunft aber sind viele Befragte pessimistisch: In dem Maße, wie sie eine stärkere wirtschaftliche Ausrichtung des Arztes erwarten, sehen sie seine Funktion als Berater und Heiler schwinden."
aus zm-online

Ihre ZahnNewsLetter Redaktion


Inhalt

 1.) Implantate sind nicht die besseren Zähne
 2.) Zahnfleischerkrankungen auf dem Vormarsch
 3.)
Radikal neue Leitlinie für die Endokarditis-Prophylaxe
 4.) Beratungspflicht über Mundhygiene in der Zahnarztpraxis?
 5.)
Unverständliche Beipackzettel kosten Milliarden
 6.) Arbeitslosenquote liegt bei 2,2 Prozent - Nahezu Vollbeschäftigung für Mediziner
 7.)
Schnelle Energie aus der Tüte - fraglicher Nutzen
 8.)
Wie viel Obst und Gemüse braucht der Mensch?
 9.)
Smoothies mit großen Qualitätsunterschieden - Achten Sie aufs Etikett!
10.)
Neues Ende für den Kaugummi
11.) Großbritannien - Zahnärzte-Mangel treibt Patienten zur 'do it yourself'-Taktik
12.)
Zum Schluss: Wellness Navigator-Handy überwacht Mundfrische
 

 


1.) Implantate sind nicht die besseren Zähne

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter Parodontitis, einer häufigen Ursache für Zahnverlust. Doch auch Implantate sind durch Zahnbettentzündungen und Knochenabbau in Gefahr.

"Implantate im Mund eines an Parodontitis erkrankten Patienten erfordern eine lebenslange intensive Nachsorge", betont Professor Dr. Dr. Søren Jepsen. Gerade in Deutschland nimmt jedoch bislang nur eine Minderheit aller parodontal kranken Menschen diese Möglichkeit wahr.
Krankheitszeichen werden am Implantat zudem deutlich später für den Patienten spürbar als am natürlichen Zahn. "Es besteht die reale Gefahr, dass sich Entzündungen mit Knochenabbau an Implantaten in den nächsten zehn Jahren zu einem Massenphänomen entwickeln werden, zu dessen wirksamer Behandlung wir bislang keine wirklich erfolgreichen Strategien kennen", warnt Professor Dr. Ulrich Schlagenhauf, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie. "Implantationen beim parodontal kranken Menschen gehören deshalb in die Hände parodontologisch kompetenter Zahnärzte, die die lebenslang erforderliche Nachsorgetherapie gewährleisten können".

Auslöser für eine Parodontitis sind bakterielle Zahnbeläge, die zunächst zu einer Zahnfleischentzündung führen. Diese Entzündung kann sich jedoch auf den Zahnhalteapparat und den Kieferknochen ausdehnen. Laut der vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie hat die Verbreitung der Parodontitis deutlich zugenommen. Jeder fünfte deutsche Erwachsene hat eine so weit fortgeschrittene Parodontitis, dass der Erhalt der Zähne gefährdet ist. Als Konsequenz ist jeder dritte Deutsche im Alter von 64 bis 75 Jahren in mindestens einem Kiefer völlig zahnlos. "Dies ist für ein fortschrittliches und hoch zivilisiertes Land nicht akzeptabel und bedeutet, dass die Rahmenbedingungen für die Parodontitisforschung sowie für die Patientenversorgung deutlich verbessert werden müssen", sagt Professor Dr. Dr. Søren Jepsen,  Universitätsklinikum Bonn.

Von Parodontitis betroffene Zähne werden heutzutage immer häufiger durch künstliche Zahnwurzeln (Implantate) ersetzt, die in den Kieferknochen eingebracht werden und auf denen Zahnersatz verankert wird. Allein die Anzahl der im vergangenen Jahr in Deutschland gesetzten Implantate wird auf mehrere Hunderttausend geschätzt, und die jährliche Zuwachsrate soll bei 15 bis 20 Prozent liegen. "Es wird häufig vergessen, dass eine Parodontitis in den meisten Fällen sehr erfolgreich behandelt werden kann", betont Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf, der amtierende Präsident der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie. "Unterbleibt diese Behandlung und werden stattdessen Implantate eingesetzt, können auch diese langfristig durch eine Knochenentzündung gefährdet sein. Das Implantat ist zwar eine sehr wertvolle Ergänzung unserer Therapiemöglichkeiten, aber keinesfalls die stets pflegeleichtere oder robustere Alternative zu einem natürlichen Zahn."

[ © PM's der http://www.dgparo.de   ]

 
Basics:  Implantat , Parodontitis  im Zahnlexikon-Online

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2.) Zahnfleischerkrankungen auf dem Vormarsch

Trotz starken Kariesrückgangs in Deutschland besteht nach wie vor Handlungsbedarf: Parodontale Erkrankungen ("Parodontose") haben erheblich zugenommen.
Über 70 % der Erwachsenen leiden unter Parodontalerkrankungen, also Entzündungen des Zahnfleischs oder des Zahnhalteapparates. Dies ist ein Ergebnis der vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie, die das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) im Jahr 2005 durchgeführt hat. Dabei wurden 4.631 Bundesbürger aus vier Altersgruppen zum Zustand ihrer Zähne befragt und zahnmedizinisch untersucht. Als Fortsetzungsstudie zur dritten Deutschen Mundgesundheitsstudie zeigt sie die Entwicklung der Mundgesundheit in Deutschland seit 1997.

Intensive Prophylaxe und gute zahnärztliche Versorgung führten zu einem starken Kariesrückgang in Deutschland. Aber Zähne, die länger erhalten bleiben, zeigen ein erhöhtes Parodontitisrisiko. Insbesondere bei Erwachsenen und Senioren haben Parodontalerkrankungen wie Gingivitis (Entzündung des Zahnfleischs) und Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates) erheblich zugenommen. 53 % der Erwachsenen weisen mittelschwere und 21 % schwere Erkrankungen auf. Ein ähnliches Bild liefert die Häufigkeit der Parodontalerkrankungen bei Senioren: Hier sind 48 % von einer mittelschweren und 40 % von einer schweren Form betroffen.

Parodontalerkrankungen sind die häufigste Ursache für Zahnverlust bei Erwachsenen. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose von großer Bedeutung. Im Rahmen einer Basisuntersuchung erhebt der Zahnarzt unterschiedliche Parameter wie den Plaque-Index, den Blutungs-Index und den Parodontalen Screening Index (PSI). Dieser liefert erste Informationen über den Schweregrad der Erkrankung und den Behandlungsbedarf. Daraufhin können gezielte Behandlungsstrategien erfolgen.

"Zusätzliche Therapiemaßnahmen bei Gingivitis und Parodontitis können nur dann erfolgreich sein, wenn sichergestellt ist, dass Patienten eine optimale häusliche Mundhygiene durchführen", erklärt Dr. Ruth Hinrichs, meridol Forschung. "Hier liegt es beim Zahnarzt, die Patienten zu einer besseren Mitarbeit bei der Vorbeugung und Behandlung dieser Erkrankungen zu bewegen." Sie benötigen eine problemorientierte Lösung, die dem gereizten und entzündeten Zahnfleisch Rechnung trägt, zum anderen aber auch die täglichen Mundhygiene-Gewohnheiten berücksichtigt und fördert. Besonders empfehlenswert für die Langzeitanwendung ist die Wirkstoffkombination Aminfluorid/Zinnfluorid. Ferner sollte eine tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume erfolgen. Neben der häuslichen Mundhygiene sollen Gingivitis- und Parodontitis-Patienten sich regelmäßig in der Zahnarztpraxis untersuchen lassen, um Karies, Gingivitis und neuen Infektionen von Zahnfleischtaschen vorzubeugen.

Tipp:

Wie gesund ist Ihr Zahnfleisch? Machen Sie den Selbsttest:
www.zahngesundheit-aktuell.de/Zahnfleischtest

[ gekürzt nach einer PM der GABA GmbH ]

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3.) Radikal neue Leitlinie für die Endokarditis-Prophylaxe

Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) verabschiedete jetzt das Positionspapier "Prophylaxe der infektiösen Endokarditis", das gemeinsam mit der Paul-Ehrlich-Gesellschaft und in Kooperation mit 16 weiteren medizinischen Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie der Deutschen Herzstiftung erarbeitet wurde.
Grundlage waren neue Leitlinien der American Heart Association, die im April 2007 für Aufsehen gesorgt hatten. Das deutsche Positionspapier entspricht den Qualitätskriterien einer S2-Leitlinie, ersetzt die bisherige Stellung der beteiligten Fachgesellschaften und trägt somit zu einer internationalen Harmonisierung bei.
Bisher gehörte es zum medizinischen Goldstandard, einer großen Zahl von Patienten vor allem bei zahnärztlichen - aber auch bei urologischen, gynäkologischen, internistischen, dermatologischen, orthopädischen oder herzchirurgischen - Eingriffen 30 bis 60 Minuten zuvor Antibiotika zu verabreichen. Damit sollte einer Endokarditis vorgebeugt werden, die bei Menschen mit entsprechenden Risikofaktoren dadurch entsteht, dass Bakterien in das Blut eindringen. Nicht rechtzeitig behandelt, verläuft eine Endokarditis meist tödlich.
Das neue Positionspapier empfiehlt eine Prophylaxe nur noch bei Hochrisiko-Patienten, das heißt bei Patienten mit künstlichen Herzklappen oder mit einer Endokarditis in der Vorgeschichte, bei Patienten mit bestimmten angeborenen Herzfehlern oder bei Patienten nach einer Herztransplantation, die Klappenfehler entwickeln.
Der Bedeutung der Mundhygiene zur Vorbeugung einer infektiösen Endokarditis kommt im neuen Positionspapier eine besondere Bedeutung zu. "Aus unseren Registern wissen wir, dass 80 Prozent der Patienten mit einer Endokarditis keinen Eingriff vor dem Auftreten der Erkrankung haben. Die Bakterien müssen also auf andere Weise ins Blut gelangt sein", erläutert Naber. "Eine Möglichkeit ist, dass die Bakterien aufgrund eines schlechten Zahnstatus bereits bei alltäglichen Aktivitäten wie dem Kauen ins Blut gelangen. Davor können wir nicht mit Medikamenten schützen. Es macht daher Sinn, kranke Zähne rechtzeitig solide zu sanieren und Karies und Parodontose effektiv zu behandeln." Den vollständigen Text des Positionspapiers "Prophylaxe der infektiösen Endokarditis" finden Sie  im Internet auf der Homepage der DGK http://leitlinien.dgk.org/ .

  [ © zahn-online ; FVDZ NewsLetter  ]

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4.) Beratungspflicht über Mundhygiene in der Zahnarztpraxis?

In einer Entscheidung vom 04.04.2007, Az.: I-8 U 120/06, hatte sich das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf mit Fragen zum Umfang der Beratungs- und Informationspflichten eines Zahnarztes im Hinblick auf die zu wahrende Mundhygiene des Patienten auseinanderzusetzen. Das OLG kam zu dem Ergebnis, daß der beklagten Zahnärztin kein Beratungs- oder Behandlungsfehler unterlaufen ist. Ein Zahnarzt ist nach Auffassung des OLG nämlich nicht verpflichtet, seinem Patienten zu erklären, daß und wie er seine Mundhygiene zu betreiben hat. Eine solche Verpflichtung sei grundsätzlich abzulehnen. Jedermann müsse selbst wissen, daß und wie man die Zähne putzen soll, ggf. kann erwartet werden, daß er die Eigeninitiative aufbringt, sich hierüber selbst Kenntnisse zu verschaffen, was ohne großen Aufwand möglich wäre. Etwas anderes ergebe sich auch nicht aus dem Aspekt, daß es viele Zahnärzte gibt, die ihre Patienten hinsichtlich der Mundhygiene beraten.

Weiter ging das Gericht davon aus, daß selbst unter dem Gesichtspunkt, daß die Maßnahmen der Klägerin offensichtlich nicht ausreichend waren, keine Hinweispflicht der behandelnden Zahnärztin bestand. Es sei nicht Aufgabe des Zahnarztes, der festgestellt hat, daß ein Patient sich nicht ordentlich die Zähne putzt, diesen dazu anzuhalten. Etwas anderes könne allenfalls dann gelten, wenn der Patient - für den Zahnarzt erkennbar - zu eigenverantwortlichem Handeln nicht in der Lage ist, wobei der Zahnarzt bei einem Erwachsenen im Zweifel davon ausgehen kann, daß er zu eigenverantwortlichem Handeln in der Lage ist.

Ungewöhnlich deutlich wird in diesem Urteil die Patientin in die Verantwortung genommen. Selten findet sich ein so eindeutiger Hinweis darauf, daß der Patient für seine Gesundheit selbst verantwortlich ist.

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[ gekürzt nach einer Mitteilung von www.Medizinrecht-aktuell ; RA Jens-Peter Jahn ]

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5.) Unverständliche Beipackzettel kosten Milliarden

Viele Medikamente landen im Müll, weil die Patienten die Beipackzettel nicht verstehen. Mit einfacheren Texten ließen sich Milliarden Euro einsparen, glauben die Krankenkassen.

Schon das Auseinanderfalten des kleinen schwarzweißen Beipackzettels erfordert Fingerspitzengefühl. Anschließend braucht man gute Augen. In einer Schriftgröße von sechs Punkt werden Anwendungsgebiete, Dosierung, Wechsel- und Nebenwirkungen eines Medikaments beschrieben, das bei Sodbrennen helfen soll. Einige Passagen der "Gebrauchsinformation" geben dem Laien Rätsel auf: Es sei möglich, "dass die Einnahme die Resorption von Arzneimitteln herabsetzt, deren Bioverfügbarkeit pH-abhängig ist". Zu beachten sei auch, dass der in der Tablette enthaltene Wirkstoff Pantoprazol-Natrium Sesquihydrat "über das Cytochrom P450 Enzymsystem in der Leber verstoffwechselt" ist. "In Einzelfällen" seien "erhöhte Triglyceride" und "anaphylaktische Reaktionen" möglich. Depressionen könnten ebenfalls nicht ausgeschlossen werden, verschwänden aber rasch wieder. Noch Fragen? Dann lesen Sie weiter ...

  [ PM der Financial Times Deutschland ]

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6.) Arbeitslosenquote liegt bei 2,2 Prozent - Nahezu Vollbeschäftigung für Mediziner

Krankheit und Konjunktur haben fast nichts miteinander zu tun. Der Arztberuf ist deshalb besonders krisenfest. Bei Ärzten herrscht nahezu Vollbeschäftigung.
Im August waren gerade noch 3.918 Ärzte bei den Arbeitsämtern gemeldet, das bedeutet eine Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent. Zwei Jahre zuvor waren nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit noch 6.955 Ärzte arbeitslos; das ist eine Quote von 3,9 Prozent. Auf den Wirtschaftsaufschwung ist das kaum zurückzuführen.

Wahrscheinlich ist, dass der Trend ins Ausland Grund dafür war, dass am Arbeitsmarkt für Ärzte Vollbeschäftigung herrscht. Auch die anhaltende Budgetierung der Ausgaben im Krankenhaus hat nicht dazu geführt, dass die Beschäftigung gesunken ist. Derzeit sind rund 130.000 Mediziner in Kliniken tätig, Tendenz leicht steigend.

Grundsätzlich seien Ärzte immer gefragt, heißt es bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Aus der Sicht der Klinikorganisation sind stetig wachsende Patientenzahlen Ursache dafür, dass mehr Ärzte benötigt werden. Hinzu kommt, dass die Umsetzung des Arbeitszeitrechts auch zu mehr Stellen geführt hat.
Skeptischer wird die Situation vom Verband der Uniklinika (VUD) beurteilt. "Höhere Preise für Energie, ein Kostenanstieg beim Personal infolge des Tarifabschlusses für Ärzte, Budgetkürzungen durch die Gesundheitsreform und die Mehrwertsteuererhöhung führen dazu, dass unsere Mittel real sinken. Wir denken nach, Personal abzubauen", sagt VUD-Generalsekretär Strehl.

 [ zm-online ; ck/ÄZ ]

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7.) Schnelle Energie aus der Tüte - fraglicher Nutzen

Seit Menschengedenken versuchen Sportler, ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Antike Sprinter sollen oft Fleisch von Antilopen und fettarmen Fischen gegessen haben, weil sie glaubten, dadurch genauso schnell wie diese Tiere zu werden.

Heutzutage isst man Energieriegel - eine kompakt gepresste Mischung aus verschiedenen Kohlenhydraten, Vitaminen, Aromen und Aminosäuren. Wer solche Riegel schon einmal gekauft und vor allem gegessen hat, weiß: Sowohl für die Geschmacksnerven als auch für den Geldbeutel können die schnellen Mahlzeiten eine herbe Belastung sein. Aber muss man sich die Riegel wirklich antun, wenn man abends im Wald joggt oder mit dem Rennrad ein, zwei Stunden durch die Landschaft flitzt? Sicher nicht. Die kurzfristig verfügbaren Energiespeicher reichen etwa für eine Stunde Sport. Wer länger unterwegs ist und ein Leistungstief durch Zuckermangel vermeiden will, kann statt Energieriegel genauso gut Bananen, ein Butterbrot mit Honig oder Trockenfrüchte einpacken. Wichtiger noch als Essen ist für Sportler das Trinken. Auch für dieses Bedürfnis haben findige Geschäftsleute funktionelle Produkte entwickelt: Die isotonischen Getränke. Sie sind laut Werbung „speziell auf den Bedarf von sportlich Aktiven abgestimmt" und sollen nicht nur den Durst löschen, sondern auch „die Mineraldepots auffüllen". Die Rezeptur ist meist ähnlich: Wasser, Kohlenhydrate, Mineralstoffe, Aromen und ein paar Vitamine. Wichtig davon ist vor allem das Wasser Pro Stunde schwitzt man während des Sports anderthalb bis zwei Liter aus. Kein Grund, gleich zu Isostar oder Gatorade zu greifen. Drei Viertel normales Wasser mit einem Viertel Saft tun's auch. Und was ist mit den Mineralstoffdepots, die - glaubt man der Werbung - schon bei einem schweißtreibenden Waldlauf bedrohlich zur Neige gehen können? Alles Humbug. Selbst wenn man mit dem Schweiß etwas Natrium, ein bisschen Magnesium oder Kalium verliert - der Körper hat Mechanismen, diesen„ Verlust" problemlos auszugleichen. So wird die Ausscheidung von Natrium und Kalium mit dem Urin verringert, wenn die Konzentration der Mineralstoffe im Blutserum durch zu starkes Schwitzen abfällt. Selbst Marathonläufer können mit purem Wasser auskommen, ohne eine Störung des Mineralstoffhaushalts befürchten zu müssen.

[ ©: natur+kosmos 10/2007 ]

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8.) Wie viel Obst und Gemüse braucht der Mensch?

Haben Sie heute schon Obst oder Gemüse gegessen? Falls nicht, dann sollten Sie es so bald wie möglich nachholen. Denn mit jeder zusätzlichen Portion am Tag kann man sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um vier Prozent senken. Wie Experten auf einer Arbeitstagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) am 27. und 28. September in Bonn erläuterten, findet in der gesundheitlichen Bewertung von Obst und Gemüse derzeit allerdings ein Perspektivenwechsel statt. Der seit den 1990er Jahren aufgrund von Langzeitstudien propagierte Schutzeffekt gegen Krebs ist heute kaum noch nachweisbar. In aktuellen Untersuchungen zeigt sich dagegen vermehrt eine vorbeugende Wirkungen gegenüber Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Forscher führen die neue Sichtweise unter anderem auf veränderte Ernährungsgewohnheiten zurück: Die Kampagnen zeigen Wirkung, die Deutschen essen jetzt mehr Obst und Gemüse als früher. Das krebsvorbeugende Potenzial scheint bereits mit ein bis zwei Portionen am Tag weitgehend ausgeschöpft zu sein. Nur bei einigen wenigen Krebsarten, vor allem der Lunge und des oberen Verdauungstraktes, lässt sich die präventive Wirkung durch höhere Mengen an Obst und Gemüse verstärken.
Sehr viel klarer ist die Datenlage dagegen bei koronaren Herzerkrankungen, Schlaganfällen und Bluthochdruck-Krankheiten, die für 30 Prozent aller Todesfälle in Deutschland verantwortlich sind. Hier zeigen sich deutliche vorbeugende Effekte, die mathematisch betrachtet sogar linear sind. Das bedeutet: Viel hilft viel. Die Frage, wie viel Obst und Gemüse der Mensch braucht, ist deshalb einfach zu beantworten: Mehr! Und wann essen Sie Ihre nächste Portion Obst oder Gemüse?

[ ©:  PM der aid ; Dr. Maike Groeneveld ]

 
Basics: Ernährungsempfehlungen im Zahnlexikon-Online

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9.) Smoothies mit großen Qualitätsunterschieden - Achten Sie aufs Etikett!

Smoothies sind aus den Supermarktregalen nicht mehr wegzudenken. Hunderte neue Lebensmittel kommen Jahr für Jahr auf den deutschen Markt und nur die allerwenigsten überleben ihr erstes Quartal. Das "Obst aus der Flasche" allerdings feiert derzeit eine fast einzigartige Erfolgsgeschichte. In den vergangenen zwölf Monaten wurde ein Umsatz von 65 Milliarden Euro erzielt, was abgesetzten 16 Millionen Litern entspricht. Im Vorjahreszeitraum waren es noch bescheidene vier Millionen Liter.
Falls der Trend bisher an Ihnen geräuschlos vorbeirauschte: Smoothies sind eine pürierte Masse auf der Basis von Fruchtmark oder Fruchtpüree, die mit Säften gemischt, eine feine, sämige (engl.: smooth) und gleichzeitig trinkbare Konsistenz erhalten. Doch ganz so neu ist die Idee nicht. "Seit 1930 gibt es die ersten Mixer im Haushalt. Seither stellt jeder, der Obst und Gemüse püriert, eigentlich Smoothies her", stellte Dr. Bernhard Watzl von der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel auf einer Arbeitstagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung Ende September in Bonn nicht ohne Ironie fest. Tatsache ist aber, dass viele Hersteller im Smoothie-Boom enorme Summen für deren Bewerbung in die Hand nehmen und die Versprechen auf der Glasflasche oder dem Karton klingen oft wie das Paradies aus der Convenience-Welt: "Diese Flasche enthält zwei Portionen Obst" oder "Deckt 50 Prozent des täglichen Bedarfs an Obst und Gemüse". Ein Allheilmittel also, das "Gesundheit to go" verspricht und das schlechte Gewissen erleichtert? Schließlich "schaffen" nur wenige die seit Jahren empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag. "Leider sind die Werbeaussagen oft mit einem Sternchen versehen", so Watzl. Denn die Unternehmen machen sich einfach (völlig legal) verschiedene Empfehlungsmodelle zu Nutze und gehen meist von den niedrigeren Werten der Weltgesundheitstorganisation WHO aus. Auch nutzen die Anbieter den nicht vorhandenen juristischen Rahmen. Smoothies sind nicht genau definiert. So ist beispielsweise nicht festgelegt, wie hoch der Anteil an Fruchtstücken oder -püree sein muss beziehungsweise wie viel Saft höchstens enthalten sein darf. Denn Saft enthält nur einen Bruchteil an gesundheitlich relevanten Eigenschaften des Ausgangsproduktes, da er fast ausschließlich aus der Frucht ohne Schalenanteil gewonnen wird. Ein Beispiel gibt Watzl: "Eine Apfelschale enthält 140 mg des sekundären Pflanzenstoffs Quercetin pro 100 g. Das Fruchtfleisch dagegen weniger als 2 mg". Quercetin ist vor allem für seine positive Wirkung gegen Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt.
Die gute Nachricht ist, dass viele Hersteller von Smoothies ganze Früchte zur Verarbeitung verwenden, so dass sich der Verlust der "gesunden Anteile" in Grenzen hält. Ein genauer Blick aufs Etikett ist also in jedem Falle ratsam. Hier einige Tipps vom aid infodienst:
- Achten Sie auf einen hohen Anteil von "ganzem" Obst oder Gemüse!
- Gute Smoothies enthalten keinerlei Zusatzstoffe (auch keinen Zucker).
- Probieren Sie es mal mit einem hausgemachten Smoothie im Mixer und genießen Sie ihn ganz frisch!
- Das beste aber bleibt der Biss in ein Stück leckeres, knackiges Obst oder Gemüse.

[ ©:  PM der aid ; Franziska Röseberg ]

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10.) Neues Ende für den Kaugummi

Klebende Kaugummis auf Straßen und an Kleidungsstücken könnten künftig der Vergangenheit angehören. Das sagen der Wissenschaftler Terence Cosgrove von der Universität von Bristol und seine Kollegen, die einen leicht entfernbaren Kaugummi namens Clean Gum entwickelt haben. Der Gummi soll sich leicht von Bürgersteigen, Haaren und Schuhen lösen lassen und sich in Wasser von alleine abbauen.

 mehr unter http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/drucken/283273.html
 

 Basics: Kaugummi  im Zahnlexikon-Online

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11.) Großbritannien - Zahnärzte-Mangel treibt Patienten zur 'do it yourself'-Taktik

Laut "Focus" geht der Mangel an Zahnärzten in Großbritannien so weit, dass die Briten immer öfter selbst Arzt spielen und sich marode Zähne ziehen, herausgefallene Kronen mit Alleskleber wieder einkleben oder Zahnstein mit dem Schraubenzieher entfernen. „Ich habe mir mit Zangen insgesamt 14 Zähne gezogen“, sagt beispielsweise ein Mann in einer veröffentlichten Umfrage unter 5212 Briten. „Ich habe einen Zahn mit Kitt gestopft“, berichtet ein anderer. Von den Umfrageteilnehmern gaben sechs Prozent zu Protokoll, dass sie bei ihrer Zahnversorgung inzwischen zur Selbsthilfe greifen.

Das staatliche britische Gesundheitssystem National Health System (NHS) ist für seine Mangelverwaltung bekannt. Die 20 000 Zahnärzte, die für das NHS arbeiten, können nicht allen Patienten gerecht werden. Wer es sich leisten kann, zahlt privat oder reist für die Zahnversorgung ins Ausland. In Deutschland sieht die Situation für Patienten entspannter aus. Jedes Jahr nimmt die Zahl der behandelnd tätigen Zahnärzte zu. Im Jahr 2005 gab es laut Bundeszahnärztekammer 65 463 behandelnde Zahnärzte in Deutschland, davon 56 113 niedergelassene. Damit kommt hierzulande ein Zahnarzt auf 1264 Einwohner.

[ ©:  focus , FVDZ-NewsLetter ]

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12.) Zum Schluss: Wellness Navigator-Handy überwacht Mundfrische

Wer gerne mit Knoblauch isst, kennt den Trick: Man legt beide Hände über Mund und Nase, atmet – und riecht, wie schlimm es ist. Besonders zuverlässig ist diese Methode der Geruchserkennung allerdings nicht. Der japanische High-Tech-Konzern Mitsubishi will nun Abhilfe schaffen. Er hat in seiner Heimat ein Prototyp-Handy vorgestellt, das einen Sensor für schlechten Atem enthält und dem Benutzer darüber mitteilt, wann es Zeit wird, ein Minzbonbon einzuwerfen. Das Gerät kann aber noch viel mehr: Es beobachtet die körperlichen Aktivitäten des Trägers, misst auch Puls, Körperfett und Schrittgeschwindigkeit. Es dient gleichzeitig als Gesundheitsmonitor, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Atmet man in diesen hinein, gibt das Handy auf seinem Display einer Skala von 1 bis 10 an, wie es um die aktuelle Frische steht. Der Sensor erkennt dazu Sulfidgase, die Bakterien unter der Zunge oder im Magen-Darm-Bereich erzeugen können. Die Genauigkeit eines solchen Mini-Erkennungsmoduls ist Experten zufolge allerdings umstritten. Im klinischen Umfeld bedient man sich normalerweise komplexer Gas-Chromatographen. Glenn Clark, Professor für Zahnmedizin an der University of Southern California, glaubt auch eher daran, dass es sich bei der Handy-Funktion "vor allem um ein Gimmick" handele. Eine gute Idee sei ein solcher Ansatz aber schon – er könne zumindest nichts schaden, bei Betroffenen für einen Erkenntnisgewinn zu sorgen. Noch gibt der Vertreiber NTT DoCoMo nicht an, wann das "Schnüffelhandy" im japanischen Handel sein wird. Allerdings steht die Zielgruppe bereits fest: Der "Wellness Navigator" soll dank seiner Gesundheitsfunktionen und der Möglichkeit, auch eine Diät zu überwachen, bei figurbewussten jungen Frauen ebenso ankommen wie bei Geschäftsleuten mittleren Alters, die Bauchspeck loswerden wollen.

[ © FVDZ-NewsLetter, Heise ]

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