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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
11/2007/ 1. November 2007
"Patienten rechnen in Zukunft mit stärker wirtschaftlich orientierten
Ärzten. Mehr als ein Drittel erwartet, dass Ärzte im Jahre 2020 vor allem als
Kaufleute handeln, berichtet die "Apotheken Umschau". Nach einer Umfrage des
Instituts für Empirische Gesundheitsökonomie und der Universität Bochum sind
allerdings die weitaus meisten Menschen heute mit ihrem Arzt zufrieden. Sie
sehen in ihm vorwiegend den Berater und Heiler. Nur 18,9 Prozent erleben ihn
bereits jetzt auch als "Kaufmann". Für die Zukunft aber sind viele Befragte
pessimistisch: In dem Maße, wie sie eine stärkere wirtschaftliche Ausrichtung
des Arztes erwarten, sehen sie seine Funktion als Berater und Heiler schwinden."
aus
zm-online
Ihre ZahnNewsLetter Redaktion
Inhalt
1.)
Implantate sind nicht die
besseren Zähne
2.)
Zahnfleischerkrankungen auf dem Vormarsch
3.)
Radikal neue Leitlinie für die Endokarditis-Prophylaxe
4.) Beratungspflicht über Mundhygiene in der
Zahnarztpraxis?
5.)
Unverständliche
Beipackzettel kosten Milliarden
6.)
Arbeitslosenquote liegt bei 2,2 Prozent - Nahezu Vollbeschäftigung
für Mediziner
7.)
Schnelle Energie aus der Tüte -
fraglicher Nutzen
8.)
Wie viel Obst und Gemüse braucht der
Mensch?
9.)
Smoothies mit großen
Qualitätsunterschieden - Achten Sie aufs Etikett!
10.)
Neues Ende für den Kaugummi
11.)
Großbritannien -
Zahnärzte-Mangel treibt Patienten zur 'do it yourself'-Taktik
12.)
Zum Schluss: Wellness Navigator-Handy
überwacht Mundfrische
1.)
Implantate sind nicht die besseren Zähne
Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter
Parodontitis, einer häufigen Ursache für Zahnverlust. Doch auch
Implantate sind durch Zahnbettentzündungen und Knochenabbau in
Gefahr.
"Implantate im Mund eines an Parodontitis erkrankten Patienten erfordern eine
lebenslange intensive Nachsorge", betont Professor Dr. Dr. Søren Jepsen. Gerade
in Deutschland nimmt jedoch bislang nur eine Minderheit aller parodontal kranken
Menschen diese Möglichkeit wahr.
Krankheitszeichen werden am Implantat zudem deutlich später für den Patienten
spürbar als am natürlichen Zahn. "Es besteht die reale Gefahr, dass sich
Entzündungen mit Knochenabbau an Implantaten in den nächsten zehn Jahren zu
einem Massenphänomen entwickeln werden, zu dessen wirksamer Behandlung wir
bislang keine wirklich erfolgreichen Strategien kennen", warnt Professor Dr.
Ulrich Schlagenhauf, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie.
"Implantationen beim parodontal kranken Menschen gehören deshalb in die Hände
parodontologisch kompetenter Zahnärzte, die die lebenslang erforderliche
Nachsorgetherapie gewährleisten können".
Auslöser für eine Parodontitis sind bakterielle Zahnbeläge, die
zunächst zu einer Zahnfleischentzündung führen. Diese Entzündung
kann sich jedoch auf den Zahnhalteapparat und den Kieferknochen
ausdehnen. Laut der vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie hat die
Verbreitung der Parodontitis deutlich zugenommen. Jeder fünfte
deutsche Erwachsene hat eine so weit fortgeschrittene Parodontitis,
dass der Erhalt der Zähne gefährdet ist. Als Konsequenz ist jeder
dritte Deutsche im Alter von 64 bis 75 Jahren in mindestens einem
Kiefer völlig zahnlos. "Dies ist für ein fortschrittliches und hoch
zivilisiertes Land nicht akzeptabel und bedeutet, dass die
Rahmenbedingungen für die Parodontitisforschung sowie für die
Patientenversorgung deutlich verbessert werden müssen", sagt
Professor Dr. Dr. Søren Jepsen, Universitätsklinikum Bonn.
Von Parodontitis betroffene Zähne werden heutzutage immer häufiger durch
künstliche Zahnwurzeln (Implantate) ersetzt, die in den Kieferknochen
eingebracht werden und auf denen Zahnersatz verankert wird. Allein die Anzahl
der im vergangenen Jahr in Deutschland gesetzten Implantate wird auf mehrere
Hunderttausend geschätzt, und die jährliche Zuwachsrate soll bei 15 bis 20
Prozent liegen. "Es wird häufig vergessen, dass eine Parodontitis in den meisten
Fällen sehr erfolgreich behandelt werden kann", betont Prof. Dr. Ulrich
Schlagenhauf, der amtierende Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Parodontologie. "Unterbleibt diese Behandlung und werden stattdessen Implantate
eingesetzt, können auch diese langfristig durch eine Knochenentzündung gefährdet
sein. Das Implantat ist zwar eine sehr wertvolle Ergänzung unserer
Therapiemöglichkeiten, aber keinesfalls die stets pflegeleichtere oder robustere
Alternative zu einem natürlichen Zahn."
[ ©
PM's der
http://www.dgparo.de ]
Basics: Implantat
,
Parodontitis im
Zahnlexikon-Online
2.)
Zahnfleischerkrankungen auf dem Vormarsch
Trotz starken Kariesrückgangs in Deutschland besteht
nach wie vor Handlungsbedarf: Parodontale Erkrankungen
("Parodontose") haben erheblich zugenommen.
Über 70 % der Erwachsenen leiden unter Parodontalerkrankungen, also
Entzündungen des Zahnfleischs oder des Zahnhalteapparates. Dies ist
ein Ergebnis der vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie, die das
Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) im Jahr 2005 durchgeführt
hat. Dabei wurden 4.631 Bundesbürger aus vier Altersgruppen zum
Zustand ihrer Zähne befragt und zahnmedizinisch untersucht. Als
Fortsetzungsstudie zur dritten Deutschen Mundgesundheitsstudie zeigt
sie die Entwicklung der Mundgesundheit in Deutschland seit 1997.
Intensive Prophylaxe und gute zahnärztliche Versorgung führten
zu einem starken Kariesrückgang in Deutschland. Aber Zähne, die länger erhalten
bleiben, zeigen ein erhöhtes Parodontitisrisiko. Insbesondere bei Erwachsenen
und Senioren haben Parodontalerkrankungen wie Gingivitis (Entzündung des
Zahnfleischs) und Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates) erheblich
zugenommen. 53 % der Erwachsenen weisen mittelschwere und 21 % schwere
Erkrankungen auf. Ein ähnliches Bild liefert die Häufigkeit der
Parodontalerkrankungen bei Senioren: Hier sind 48 % von einer mittelschweren und
40 % von einer schweren Form betroffen.
Parodontalerkrankungen sind die häufigste Ursache für
Zahnverlust bei Erwachsenen. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose von großer
Bedeutung. Im Rahmen einer Basisuntersuchung erhebt der Zahnarzt
unterschiedliche Parameter wie den Plaque-Index, den Blutungs-Index und den
Parodontalen Screening Index (PSI). Dieser liefert erste Informationen über den
Schweregrad der Erkrankung und den Behandlungsbedarf. Daraufhin können gezielte
Behandlungsstrategien erfolgen.
"Zusätzliche Therapiemaßnahmen bei Gingivitis und Parodontitis
können nur dann erfolgreich sein, wenn sichergestellt ist, dass Patienten eine
optimale häusliche Mundhygiene durchführen", erklärt Dr. Ruth Hinrichs, meridol
Forschung. "Hier liegt es beim Zahnarzt, die Patienten zu einer besseren
Mitarbeit bei der Vorbeugung und Behandlung dieser Erkrankungen zu bewegen." Sie
benötigen eine problemorientierte Lösung, die dem gereizten und entzündeten
Zahnfleisch Rechnung trägt, zum anderen aber auch die täglichen
Mundhygiene-Gewohnheiten berücksichtigt und fördert. Besonders empfehlenswert
für die Langzeitanwendung ist die Wirkstoffkombination Aminfluorid/Zinnfluorid.
Ferner sollte eine tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume erfolgen. Neben der
häuslichen Mundhygiene sollen Gingivitis- und Parodontitis-Patienten sich
regelmäßig in der Zahnarztpraxis untersuchen lassen, um Karies, Gingivitis und
neuen Infektionen von Zahnfleischtaschen vorzubeugen.
Tipp:
Wie gesund ist Ihr Zahnfleisch? Machen Sie den Selbsttest:
www.zahngesundheit-aktuell.de/Zahnfleischtest
[ gekürzt nach einer
PM der GABA GmbH ]
Basics: Parodontitis
und weitere Fachausdrücke
im
Zahnlexikon-Online
3.)
Radikal neue Leitlinie
für die Endokarditis-Prophylaxe
Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
verabschiedete jetzt das Positionspapier "Prophylaxe der infektiösen
Endokarditis", das gemeinsam mit der Paul-Ehrlich-Gesellschaft und in
Kooperation mit 16 weiteren medizinischen Fachgesellschaften aus
Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie der Deutschen
Herzstiftung erarbeitet wurde.
Grundlage waren neue Leitlinien der American Heart Association, die im
April 2007 für Aufsehen gesorgt hatten. Das deutsche Positionspapier
entspricht den Qualitätskriterien einer S2-Leitlinie, ersetzt die
bisherige Stellung der beteiligten Fachgesellschaften und trägt somit
zu einer internationalen Harmonisierung bei.
Bisher gehörte es zum medizinischen Goldstandard, einer großen Zahl
von Patienten vor allem bei zahnärztlichen - aber auch bei
urologischen, gynäkologischen, internistischen, dermatologischen,
orthopädischen oder herzchirurgischen - Eingriffen 30 bis 60 Minuten
zuvor Antibiotika zu verabreichen. Damit sollte einer Endokarditis
vorgebeugt werden, die bei Menschen mit entsprechenden Risikofaktoren
dadurch entsteht, dass Bakterien in das Blut eindringen. Nicht
rechtzeitig behandelt, verläuft eine Endokarditis meist tödlich.
Das neue Positionspapier empfiehlt eine Prophylaxe nur noch bei
Hochrisiko-Patienten, das heißt bei Patienten mit künstlichen
Herzklappen oder mit einer Endokarditis in der Vorgeschichte, bei
Patienten mit bestimmten angeborenen Herzfehlern oder bei Patienten
nach einer Herztransplantation, die Klappenfehler entwickeln.
Der Bedeutung der Mundhygiene zur Vorbeugung einer infektiösen
Endokarditis kommt im neuen Positionspapier eine besondere Bedeutung
zu. "Aus unseren Registern wissen wir, dass 80 Prozent der Patienten
mit einer Endokarditis keinen Eingriff vor dem Auftreten der
Erkrankung haben. Die Bakterien müssen also auf andere Weise ins Blut
gelangt sein", erläutert Naber. "Eine Möglichkeit ist, dass die
Bakterien aufgrund eines schlechten Zahnstatus bereits bei
alltäglichen Aktivitäten wie dem Kauen ins Blut gelangen. Davor können
wir nicht mit Medikamenten schützen. Es macht daher Sinn, kranke Zähne
rechtzeitig solide zu sanieren und Karies und Parodontose effektiv zu
behandeln." Den vollständigen Text des Positionspapiers "Prophylaxe
der infektiösen Endokarditis" finden Sie im Internet auf der
Homepage der DGK
http://leitlinien.dgk.org/ .
[
©
zahn-online
; FVDZ NewsLetter
]
Basics: Endokarditis
im
Zahnlexikon-Online
4.)
Beratungspflicht über
Mundhygiene in der Zahnarztpraxis?
In einer Entscheidung vom 04.04.2007, Az.: I-8 U 120/06, hatte sich das
Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf mit Fragen zum Umfang der Beratungs- und
Informationspflichten eines Zahnarztes im Hinblick auf die zu wahrende
Mundhygiene des Patienten auseinanderzusetzen. Das OLG kam zu dem Ergebnis, daß
der beklagten Zahnärztin kein Beratungs- oder Behandlungsfehler unterlaufen ist.
Ein Zahnarzt ist nach Auffassung des OLG nämlich nicht verpflichtet, seinem
Patienten zu erklären, daß und wie er seine Mundhygiene zu betreiben hat. Eine
solche Verpflichtung sei grundsätzlich abzulehnen. Jedermann müsse selbst
wissen, daß und wie man die Zähne putzen soll, ggf. kann erwartet werden, daß er
die Eigeninitiative aufbringt, sich hierüber selbst Kenntnisse zu verschaffen,
was ohne großen Aufwand möglich wäre. Etwas anderes ergebe sich auch nicht aus
dem Aspekt, daß es viele Zahnärzte gibt, die ihre Patienten hinsichtlich der
Mundhygiene beraten.
Weiter ging das Gericht davon aus, daß selbst unter dem Gesichtspunkt, daß die
Maßnahmen der Klägerin offensichtlich nicht ausreichend waren, keine
Hinweispflicht der behandelnden Zahnärztin bestand. Es sei nicht Aufgabe des
Zahnarztes, der festgestellt hat, daß ein Patient sich nicht ordentlich die
Zähne putzt, diesen dazu anzuhalten. Etwas anderes könne allenfalls dann gelten,
wenn der Patient - für den Zahnarzt erkennbar - zu eigenverantwortlichem Handeln
nicht in der Lage ist, wobei der Zahnarzt bei einem Erwachsenen im Zweifel davon
ausgehen kann, daß er zu eigenverantwortlichem Handeln in der Lage ist.
Ungewöhnlich deutlich wird in diesem Urteil die Patientin in die Verantwortung
genommen. Selten findet sich ein so eindeutiger Hinweis darauf, daß der Patient
für seine Gesundheit selbst verantwortlich ist. Lesen Sie weiter ...
[ gekürzt nach einer Mitteilung von www.Medizinrecht-aktuell ; RA
Jens-Peter Jahn
]
Basics: Mundgygine
5.)
Unverständliche
Beipackzettel kosten Milliarden
Viele Medikamente landen im Müll, weil die Patienten die Beipackzettel nicht
verstehen. Mit einfacheren Texten ließen sich Milliarden Euro einsparen, glauben
die Krankenkassen.
Schon das Auseinanderfalten des kleinen schwarzweißen Beipackzettels
erfordert Fingerspitzengefühl. Anschließend braucht man gute Augen. In
einer Schriftgröße von sechs Punkt werden Anwendungsgebiete, Dosierung,
Wechsel- und Nebenwirkungen eines Medikaments beschrieben, das bei
Sodbrennen helfen soll. Einige Passagen der "Gebrauchsinformation" geben
dem Laien Rätsel auf: Es sei möglich, "dass die Einnahme die Resorption
von Arzneimitteln herabsetzt, deren Bioverfügbarkeit pH-abhängig ist".
Zu beachten sei auch, dass der in der Tablette enthaltene Wirkstoff
Pantoprazol-Natrium Sesquihydrat "über das Cytochrom P450 Enzymsystem in
der Leber verstoffwechselt" ist. "In Einzelfällen" seien "erhöhte
Triglyceride" und "anaphylaktische Reaktionen" möglich. Depressionen
könnten ebenfalls nicht ausgeschlossen werden, verschwänden aber rasch
wieder. Noch Fragen?
Dann lesen Sie weiter ...
[
PM der Financial
Times Deutschland ]
Basics: Pharmakon im
Zahnlexikon-Online
6.)
Arbeitslosenquote
liegt bei 2,2 Prozent - Nahezu Vollbeschäftigung für Mediziner
Krankheit und Konjunktur haben fast nichts miteinander zu tun.
Der Arztberuf ist deshalb besonders krisenfest. Bei Ärzten herrscht
nahezu Vollbeschäftigung.
Im August waren gerade noch 3.918 Ärzte bei den Arbeitsämtern
gemeldet, das bedeutet eine Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent. Zwei
Jahre zuvor waren nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit
noch 6.955 Ärzte arbeitslos; das ist eine Quote von 3,9 Prozent. Auf
den Wirtschaftsaufschwung ist das kaum zurückzuführen.
Wahrscheinlich ist, dass der Trend ins Ausland Grund dafür war, dass
am Arbeitsmarkt für Ärzte Vollbeschäftigung herrscht. Auch die
anhaltende Budgetierung der Ausgaben im Krankenhaus hat nicht dazu
geführt, dass die Beschäftigung gesunken ist. Derzeit sind rund
130.000 Mediziner in Kliniken tätig, Tendenz leicht steigend.
Grundsätzlich seien Ärzte immer gefragt, heißt es bei der Deutschen
Krankenhausgesellschaft (DKG). Aus der Sicht der Klinikorganisation
sind stetig wachsende Patientenzahlen Ursache dafür, dass mehr Ärzte
benötigt werden. Hinzu kommt, dass die Umsetzung des
Arbeitszeitrechts auch zu mehr Stellen geführt hat.
Skeptischer wird die Situation vom Verband der Uniklinika (VUD)
beurteilt. "Höhere Preise für Energie, ein Kostenanstieg beim
Personal infolge des Tarifabschlusses für Ärzte, Budgetkürzungen
durch die Gesundheitsreform und die Mehrwertsteuererhöhung führen
dazu, dass unsere Mittel real sinken. Wir denken nach, Personal
abzubauen", sagt VUD-Generalsekretär Strehl.
[
zm-online ; ck/ÄZ ]
7.)
Schnelle Energie aus der Tüte - fraglicher Nutzen
Seit Menschengedenken versuchen Sportler, ihre Leistungsfähigkeit zu
steigern. Antike Sprinter sollen oft Fleisch von Antilopen und fettarmen
Fischen gegessen haben, weil sie glaubten, dadurch genauso schnell wie
diese Tiere zu werden.
Heutzutage isst man Energieriegel - eine kompakt gepresste Mischung aus
verschiedenen Kohlenhydraten, Vitaminen, Aromen und Aminosäuren. Wer solche
Riegel schon einmal gekauft und vor allem gegessen hat, weiß: Sowohl für die
Geschmacksnerven als auch für den Geldbeutel können die schnellen Mahlzeiten
eine herbe Belastung sein. Aber muss man sich die Riegel wirklich antun, wenn
man abends im Wald joggt oder mit dem Rennrad ein, zwei Stunden durch die
Landschaft flitzt? Sicher nicht. Die kurzfristig verfügbaren Energiespeicher
reichen etwa für eine Stunde Sport. Wer länger unterwegs ist und ein
Leistungstief durch Zuckermangel vermeiden will, kann statt Energieriegel
genauso gut Bananen, ein Butterbrot mit Honig oder Trockenfrüchte einpacken.
Wichtiger noch als Essen ist für Sportler das Trinken. Auch für dieses Bedürfnis
haben findige Geschäftsleute funktionelle Produkte entwickelt: Die isotonischen
Getränke. Sie sind laut Werbung „speziell auf den Bedarf von sportlich Aktiven
abgestimmt" und sollen nicht nur den Durst löschen, sondern auch „die
Mineraldepots auffüllen". Die Rezeptur ist meist ähnlich: Wasser, Kohlenhydrate,
Mineralstoffe, Aromen und ein paar Vitamine. Wichtig davon ist vor allem das
Wasser Pro Stunde schwitzt man während des Sports anderthalb bis zwei Liter aus.
Kein Grund, gleich zu Isostar oder Gatorade zu greifen. Drei Viertel normales
Wasser mit einem Viertel Saft tun's auch. Und was ist mit den
Mineralstoffdepots, die - glaubt man der Werbung - schon bei einem
schweißtreibenden Waldlauf bedrohlich zur Neige gehen können? Alles Humbug.
Selbst wenn man mit dem Schweiß etwas Natrium, ein bisschen Magnesium oder
Kalium verliert - der Körper hat Mechanismen, diesen„ Verlust" problemlos
auszugleichen. So wird die Ausscheidung von Natrium und Kalium mit dem Urin
verringert, wenn die Konzentration der Mineralstoffe im Blutserum durch zu
starkes Schwitzen abfällt. Selbst Marathonläufer können mit purem Wasser
auskommen, ohne eine Störung des Mineralstoffhaushalts befürchten zu müssen.
[
©:
natur+kosmos 10/2007 ]
Basics: Ernährungsempfehlungen
,
Functional Food im
Zahnlexikon-Online
8.)
Wie viel Obst und Gemüse braucht der Mensch?
Haben Sie heute schon Obst oder Gemüse gegessen? Falls
nicht, dann sollten Sie es so bald wie möglich nachholen. Denn mit jeder
zusätzlichen Portion am Tag kann man sein Risiko für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen um vier Prozent senken. Wie Experten auf
einer Arbeitstagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) am
27. und 28. September in Bonn erläuterten, findet in der
gesundheitlichen Bewertung von Obst und Gemüse derzeit allerdings ein
Perspektivenwechsel statt. Der seit den 1990er Jahren aufgrund von
Langzeitstudien propagierte Schutzeffekt gegen Krebs ist heute kaum noch
nachweisbar. In aktuellen Untersuchungen zeigt sich dagegen vermehrt
eine vorbeugende Wirkungen gegenüber Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die
Forscher führen die neue Sichtweise unter anderem auf veränderte
Ernährungsgewohnheiten zurück: Die Kampagnen zeigen Wirkung, die
Deutschen essen jetzt mehr Obst und Gemüse als früher. Das
krebsvorbeugende Potenzial scheint bereits mit ein bis zwei Portionen am
Tag weitgehend ausgeschöpft zu sein. Nur bei einigen wenigen Krebsarten,
vor allem der Lunge und des oberen Verdauungstraktes, lässt sich die
präventive Wirkung durch höhere Mengen an Obst und Gemüse verstärken.
Sehr viel klarer ist die Datenlage dagegen bei koronaren
Herzerkrankungen, Schlaganfällen und Bluthochdruck-Krankheiten, die für
30 Prozent aller Todesfälle in Deutschland verantwortlich sind. Hier
zeigen sich deutliche vorbeugende Effekte, die mathematisch betrachtet
sogar linear sind. Das bedeutet: Viel hilft viel. Die Frage, wie viel
Obst und Gemüse der Mensch braucht, ist deshalb einfach zu beantworten:
Mehr! Und wann essen Sie Ihre nächste Portion Obst oder Gemüse?
[ ©:
PM der aid ; Dr.
Maike Groeneveld ]
Basics:
Ernährungsempfehlungen im
Zahnlexikon-Online
9.)
Smoothies mit großen
Qualitätsunterschieden - Achten Sie aufs Etikett!
Smoothies sind aus den Supermarktregalen nicht mehr wegzudenken. Hunderte
neue Lebensmittel kommen Jahr für Jahr auf den deutschen Markt und nur die
allerwenigsten überleben ihr erstes Quartal. Das "Obst aus der Flasche"
allerdings feiert derzeit eine fast einzigartige Erfolgsgeschichte. In den
vergangenen zwölf Monaten wurde ein Umsatz von 65 Milliarden Euro erzielt, was
abgesetzten 16 Millionen Litern entspricht. Im Vorjahreszeitraum waren es noch
bescheidene vier Millionen Liter.
Falls der Trend bisher an Ihnen geräuschlos vorbeirauschte: Smoothies sind eine
pürierte Masse auf der Basis von Fruchtmark oder Fruchtpüree, die mit Säften
gemischt, eine feine, sämige (engl.: smooth) und gleichzeitig trinkbare
Konsistenz erhalten. Doch ganz so neu ist die Idee nicht. "Seit 1930 gibt es die
ersten Mixer im Haushalt. Seither stellt jeder, der Obst und Gemüse püriert,
eigentlich Smoothies her", stellte Dr. Bernhard Watzl von der
Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel auf einer Arbeitstagung
der Deutschen Gesellschaft für Ernährung Ende September in Bonn nicht ohne
Ironie fest. Tatsache ist aber, dass viele Hersteller im Smoothie-Boom enorme
Summen für deren Bewerbung in die Hand nehmen und die Versprechen auf der
Glasflasche oder dem Karton klingen oft wie das Paradies aus der
Convenience-Welt: "Diese Flasche enthält zwei Portionen Obst" oder "Deckt 50
Prozent des täglichen Bedarfs an Obst und Gemüse". Ein Allheilmittel also, das
"Gesundheit to go" verspricht und das schlechte Gewissen erleichtert?
Schließlich "schaffen" nur wenige die seit Jahren empfohlenen fünf Portionen
Obst und Gemüse pro Tag. "Leider sind die Werbeaussagen oft mit einem Sternchen
versehen", so Watzl. Denn die Unternehmen machen sich einfach (völlig legal)
verschiedene Empfehlungsmodelle zu Nutze und gehen meist von den niedrigeren
Werten der Weltgesundheitstorganisation WHO aus. Auch nutzen die Anbieter den
nicht vorhandenen juristischen Rahmen. Smoothies sind nicht genau definiert. So
ist beispielsweise nicht festgelegt, wie hoch der Anteil an Fruchtstücken oder
-püree sein muss beziehungsweise wie viel Saft höchstens enthalten sein darf.
Denn Saft enthält nur einen Bruchteil an gesundheitlich relevanten Eigenschaften
des Ausgangsproduktes, da er fast ausschließlich aus der Frucht ohne
Schalenanteil gewonnen wird. Ein Beispiel gibt Watzl: "Eine Apfelschale enthält
140 mg des sekundären Pflanzenstoffs Quercetin pro 100 g. Das Fruchtfleisch
dagegen weniger als 2 mg". Quercetin ist vor allem für seine positive Wirkung
gegen Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt.
Die gute Nachricht ist, dass viele Hersteller von Smoothies ganze Früchte zur
Verarbeitung verwenden, so dass sich der Verlust der "gesunden Anteile" in
Grenzen hält. Ein genauer Blick aufs Etikett ist also in jedem Falle ratsam.
Hier einige Tipps vom aid infodienst:
- Achten Sie auf einen hohen Anteil von "ganzem" Obst oder Gemüse!
- Gute Smoothies enthalten keinerlei Zusatzstoffe (auch keinen Zucker).
- Probieren Sie es mal mit einem hausgemachten Smoothie im Mixer und genießen
Sie ihn ganz frisch!
- Das beste aber bleibt der Biss in ein Stück leckeres, knackiges Obst oder
Gemüse.
[ ©:
PM der aid ;
Franziska Röseberg ]
10.)
Neues Ende für
den Kaugummi
Klebende Kaugummis auf Straßen und an Kleidungsstücken könnten künftig der
Vergangenheit angehören. Das sagen der Wissenschaftler Terence Cosgrove von der
Universität von Bristol und seine Kollegen, die einen leicht entfernbaren
Kaugummi namens Clean Gum entwickelt haben. Der Gummi soll sich leicht von
Bürgersteigen, Haaren und Schuhen lösen lassen und sich in Wasser von alleine
abbauen.
mehr
unter
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/drucken/283273.html
Basics:
Kaugummi im
Zahnlexikon-Online
11.)
Großbritannien -
Zahnärzte-Mangel treibt Patienten zur 'do it yourself'-Taktik
Laut "Focus" geht der Mangel an Zahnärzten in Großbritannien so weit, dass
die Briten immer öfter selbst Arzt spielen und sich marode Zähne ziehen,
herausgefallene Kronen mit Alleskleber wieder einkleben oder Zahnstein mit dem
Schraubenzieher entfernen. „Ich habe mir mit Zangen insgesamt 14 Zähne gezogen“,
sagt beispielsweise ein Mann in einer veröffentlichten Umfrage unter 5212
Briten. „Ich habe einen Zahn mit Kitt gestopft“, berichtet ein anderer. Von den
Umfrageteilnehmern gaben sechs Prozent zu Protokoll, dass sie bei ihrer
Zahnversorgung inzwischen zur Selbsthilfe greifen.
Das staatliche britische Gesundheitssystem National Health System (NHS) ist
für seine Mangelverwaltung bekannt. Die 20 000 Zahnärzte, die für das NHS
arbeiten, können nicht allen Patienten gerecht werden. Wer es sich leisten kann,
zahlt privat oder reist für die Zahnversorgung ins Ausland. In Deutschland sieht
die Situation für Patienten entspannter aus. Jedes Jahr nimmt die Zahl der
behandelnd tätigen Zahnärzte zu. Im Jahr 2005 gab es laut Bundeszahnärztekammer
65 463 behandelnde Zahnärzte in Deutschland, davon 56 113 niedergelassene. Damit
kommt hierzulande ein Zahnarzt auf 1264 Einwohner.
[ ©: focus , FVDZ-NewsLetter ]
12.)
Zum Schluss: Wellness Navigator-Handy überwacht Mundfrische
Wer gerne mit Knoblauch isst, kennt den Trick: Man legt beide
Hände über Mund und Nase, atmet – und riecht, wie schlimm es ist. Besonders
zuverlässig ist diese Methode der Geruchserkennung allerdings nicht. Der
japanische High-Tech-Konzern Mitsubishi will nun Abhilfe schaffen. Er hat in
seiner Heimat ein Prototyp-Handy vorgestellt, das einen Sensor für schlechten
Atem enthält und dem Benutzer darüber mitteilt, wann es Zeit wird, ein
Minzbonbon einzuwerfen. Das Gerät kann aber noch viel mehr: Es beobachtet die
körperlichen Aktivitäten des Trägers, misst auch Puls, Körperfett und
Schrittgeschwindigkeit. Es dient gleichzeitig als Gesundheitsmonitor, berichtet
das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Atmet man in
diesen hinein, gibt das Handy auf seinem Display einer Skala von 1 bis 10 an,
wie es um die aktuelle Frische steht. Der Sensor erkennt dazu Sulfidgase, die
Bakterien unter der Zunge oder im Magen-Darm-Bereich erzeugen können. Die
Genauigkeit eines solchen Mini-Erkennungsmoduls ist Experten zufolge allerdings
umstritten. Im klinischen Umfeld bedient man sich normalerweise komplexer
Gas-Chromatographen. Glenn Clark, Professor für Zahnmedizin an der University of
Southern California, glaubt auch eher daran, dass es sich bei der Handy-Funktion
"vor allem um ein Gimmick" handele. Eine gute Idee sei ein solcher Ansatz aber
schon – er könne zumindest nichts schaden, bei Betroffenen für einen
Erkenntnisgewinn zu sorgen. Noch gibt der Vertreiber NTT DoCoMo nicht an, wann
das "Schnüffelhandy" im japanischen Handel sein wird. Allerdings steht die
Zielgruppe bereits fest: Der "Wellness Navigator" soll dank seiner
Gesundheitsfunktionen und der Möglichkeit, auch eine Diät zu überwachen, bei
figurbewussten jungen Frauen ebenso ankommen wie bei Geschäftsleuten mittleren
Alters, die Bauchspeck loswerden wollen.
[ ©
FVDZ-NewsLetter,
Heise ]
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