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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
11/2008/ 1. November 2008
Inhalt
1.)
Auch die Kieferorthopädie muss den Wechsel hin zur Vorbeugung
vollziehen
2.)
Wie viel Fluorid darf es sein? IfK-Empfehlungen zur
Kinderzahngesundheit
3.)
Zucker macht süchtig - Experten schlagen Alarm
4.) Latexallergien sind seit zehn Jahren auf
dem Rückzug
5.)
Wer kaut, sündigt nicht -
Kaugummikauen kann helfen, den Appetit zu zügeln
6.)
Honig - mehr als nur Süßkram, sondern wirksames Bakterizid
7.)
Neue Internetdatenbank zu Medikamenten
während Schwangerschaft
8.)
Nahrungsergänzungsmittel mit absurden
Heilsversprechen in Internetforen
9.)
Festsitzender Ring? Ein Faden zieht ihn ab
10.)
Buchtipp: "Schöner lächeln"
von Eva Lachner
11.)
Zum Schluss: Politik verständlich erklärt
;-)
1.)
Auch die
Kieferorthopädie muss den Wechsel hin zur Vorbeugung vollziehen
Der Anblick ist allgegenwärtig und gilt fast schon als schick:
Jugendliche mit Zahnspangen, von himmelblau bis glitzerbunt. Nach
oft mehrjähriger Prozedur sind das Ergebnis meist makellos
ebenmäßige Zahnreihen. Doch die mechanische Regulierung von
Kieferanomalien ist teuer. Und nicht immer sagt die „schöne“
Zahnreihe die Wahrheit über den Erfolg kieferorthopädischer
Korrekturen. „Wir können heute nachträglich mechanisch viel
erreichen“, so Prof. Dr. Rosemarie Grabowski, Direktorin der
Poliklinik für Kieferorthopädie des Universitätsklinikums Rostock.
Doch ebenso wichtig seien präventive Maßnahmen, um nicht nur ein
schönes, sondern ein funktionell einwandfreies Ergebnis zu haben,
das Zähne lebenslänglich gesund erhält.
„Während in der Zahnheilkunde der Wechsel hin zur Prävention
weitgehend vollzogen ist, trifft dies für die kieferorthopädische
Versorgung nicht zu“, kritisiert Grabowski. Ein Grund dafür sei die
Politik der Krankenkassen, die die Kosten für Zahnspangen weitgehend
erst am Ende des Zahnwechsels oder später übernehmen. Dann sind die
Anomalien „ausgereift“.
Für die Krankenkassen gelten metrisch erfassbare Abweichungen als
Maß der Schwere und damit der Kostenübernahme. Das bedeute, dass
präventive Maßnahmen oder Frühbehandlungen nur ausnahmsweise
erfolgen können, so Grabowski. Da kein Kind mit einer
„ausgewachsenen“ kieferorthopädischen Anomalie geboren werde,
blieben im Milchgebiss und während des Schneidezahnwechsels die
Anomalien meist unter den metrischen Grenzwerten. Die Prognose der
Entwicklung, die verstärkenden Einflüsse, spielten kaum eine Rolle.
„Für Prävention und Frühbehandlung sich erst entwickelnder Anomalien
ist der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen extrem
eingeschränkt. Dabei können beide eine eventuell später notwendige
mechanische Therapie vereinfachen und das Behandlungsergebnis
stabiler werden lassen“, heißt es aus Rostock.
Dass sich das alles während des Zahnwechsels „gibt“, konnte in einer
aufwendigen Untersuchung in Rostocker Kindereinrichtungen und Schulen
widerlegt werden. Grabowski appelliert deshalb an die politisch
Verantwortlichen, die allein metrische Erfassung zur Erkennung von
behandlungswürdigen Anomalien zugunsten der Entscheidungskraft der Behandler aufzugeben. „Sie erkennen, wann auch kleinere Abweichungen
schwerwiegende Entwicklungsstörungen folgen können.“
[
©:
Die Zahnarztwoche - DZW,
gekürzt ]
Basics:
kieferorthopädische Behandlungen auf
Zahnwissen.de
2.)
Wie viel Fluorid darf
es sein? IfK-Empfehlungen zur Kinderzahngesundheit
Die Informationsstelle für Kariesprophylaxe (IfK) des Deutschen
Arbeitskreises für Zahnheilkunde (DAZ) e.V. hat zusammen mit dem Sprecher des
wissenschaftlichen Beirats, Professor Dr. Stefan Zimmer, aktuelle Empfehlungen
zur Fluoridaufnahme für Säuglinge und Kinder bis sechs Jahre ausgesprochen.
Hintergrund sind Anfragen und Verunsicherung von Eltern, Pädagogen sowie von
Kinder- und Zahnärzten. Diese beziehen sich auf die Fluoridmengen, die Kinder
täglich ohne Risiko der Entwicklung einer Dentalfluorose aufnehmen dürfen
beziehungsweise zur Kariesprophylaxe aufnehmen sollen. Über den aktuellen
IFK-Newsletter auf der Website www.kariesvorbeugung.de kann die entsprechende
Übersichtstabelle abgerufen werden. Dabei hat die IFK die empfohlene tägliche
Fluoridmenge der Aufnahme durch Nahrung, Wasser, fluoridhaltige Zahnpasta,
Jodsalz mit Fluorid und Fluoridtabletten gegenübergestellt. Die Kombination von
fluoridhaltiger Zahnpasta mit fluoridiertem Speisesalz erreicht in fast allen
Altersgruppen eine hohe kariespräventive Wirkung.
Während Fluorid in einer altersentsprechenden Dosierung als ein
wirksames Mittel zur Kariesprophylaxe (Fluoridierung) angesehen wird, besteht
bei Zufuhrmengen von täglich mehr als 50 bis 70 µg pro kg Körpergewicht bis zum
Alter von sechs Jahren die Gefahr der Fluorose im sichtbaren Zahnbereich. Diese
äußert sich in weißen bis braunen Verfärbungen in Form von Flecken oder Streifen
auf der Zahnschmelzoberfläche. Je stärker die Ausprägung, desto schädlicher ist
dies für die Zähne, da die Zahnschmelzoberfläche mechanisch weniger
widerstandsfähig wird.
Fluoridaufnahme detailliert berechnet
Daher fragen sich viele Eltern, Erzieher, Pädiater und Zahnärzte: Wieviel
Fluorid dürfen Kinder täglich aufnehmen? Welche Menge ist schädlich in Bezug auf
die Entwicklung einer Dentalfluorose und welche ist nötig zur Kariesprophylaxe?
Antworten darauf gibt die Informationsstelle für Kariesprophylaxe (IfK) in ihren
aktuellen Empfehlungen zur Fluoridaufnahme, die zusammen mit Professor Dr.
Stefan Zimmer, Sprecher des wissenschaftlichen Beirates, entwickelt wurden. So
nehmen Kinder Fluorid über mehrere Wege auf: Über die Nahrung, das Trinkwasser,
das Verschlucken von Zahnpasta, durch fluoridiertes Speisesalz (Zusalzen), sowie
durch Fluoridtabletten. „Die jeweiligen Zufuhrmengen müssen bei der Berechnung
der täglichen Fluoridaufnahme berücksichtigt und addiert werden“, erklärt
Zimmer. Erst dann kann eine maximale Aufnahme berechnet und den Empfehlungen für
die angemessene beziehungsweise sichere Fluoridgesamtzufuhr (Referenzwerte
D-A-CH) gegenübergestellt werden.
Empfehlungen für die Praxis
Aufgrund ihrer aktuellen Berechnungen zu den Fluoridaufnahmemengen von Kindern
lautet das Fazit der IfK: Die Kombination von fluoridhaltiger Zahnpasta und
fluoridiertem Speisesalz führt in fast allen Altersgruppen zu einem geringeren
systemischen Fluorideintrag als Fluoridtabletten und damit bei einer höheren
Wirkung zu einem geringeren Fluoroserisiko. Dies gilt auch dann, wenn die
Zahnpasta vollständig verschluckt wird. Nur wenn die Kinderzahnpflege nicht mit
fluoridhaltiger Zahnpasta erfolgt und kein fluoridiertes Speisesalz verwendet
wird, sollten Fluoridtabletten nach den Dosierungsempfehlungen der Deutschen
Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) verabreicht werden.
Darüber hinaus sollten Fluoridtabletten als Arzneimittel nur auf Rat des Arztes
und nach Erhebung einer Fluoridzufuhranamnese eingenommen werden.
Fluoridiertes Speisesalz wichtig für Kariesprophylaxe
Fluoridiertes Speisesalz ist und bleibt neben der Zahnpflege mit fluoridhaltiger
Zahnpasta und regelmäßigen zahnärztlichen Kontrollen ein wichtiger und zugleich
kostengünstiger Bestandteil der Kariesprophylaxe. Experimentelle Studien belegen
die Erhöhung der Fluoridkonzentration im Speichel durch Nahrungsmittel, die mit
fluoridhaltigem Speisesalz zubereitet wurden. Diese Erhöhung kann bis zu 30
Minuten anhalten, so dass es – ähnlich wie bei der Verwendung von
fluoridhaltiger Zahnpasta – zu einer erheblichen Fluoridwirkung in der Mundhöhle
kommt.
Weitere Informationen zur Kariesvorbeugung mit fluoridiertem Speisesalz stellt
die IfK im Internet unter
www.kariesvorbeugung.de
zur Verfügung.
Basics: Fluoride im
Zahnlexikon-Online
3.)
Zucker macht süchtig -
Experten schlagen Alarm
Zucker kann zur Abhängigkeit führen, das berichtet die
Gruner+Jahr-Zeitschrift WUNDERWELT WISSEN. Wissenschaftler der Universität Princeton haben Ratten
täglich mit Zucker gefüttert, die Portionen kontinuierlich gesteigert
und dann den Zucker ganz weggelassen. Die Tiere zeigten daraufhin
ähnliche Entzugserscheinungen wie Morphiumsüchtige.
Inzwischen verzehrt jeder Deutsche im Schnitt über 34 kg Zucker pro Jahr
- rund 10 kg mehr als die Eltern und Großeltern verspeisten. Führend in
Europa ist die Schweiz mit 42 kg pro Kopf, in den USA sind es sogar 78
kg. Experten schlagen Alarm und verweisen auf die bedenklich steigende
Anzahl von Übergewichtigen und rasant zunehmende
Zivilisationskrankheiten wie Diabetes.
Die süße Gefahr versteckt sich in fast allen Produkten, sogar im Bier.
Immer häufiger mischen Bierbrauer kleine Zuckermengen in den Hopfensaft.
Auch Wein kann dem Zuckerrausch nicht standhalten. Selbst wenn "trocken"
auf dem Etikett steht, enthält Wein oft die gesetzlich erlaubten 9 g
Restzucker. Noch subtiler wird Zucker in Produkte eines anderen
Lebensmittelsegments eingeschleust: in Fastfood. Die Hersteller von Big
Mac & Co., die damit den Geschmack ihrer Brötchen, Hackbuletten und
Hühnchenstücke perfektionieren, lösen durch die Kombination von Zucker
und Glutamat im Gehirn eine Art kulinarischen Orgasmus aus. Mit der
erfreulichen Folge, dass der Kunde bald wieder an der Theke steht und
bestellt.
Ebenso tragen die Schulen zum erhöhten Zuckerkonsum bei, indem sie im
Pausenraum Süßwarenstände und Softdrinkautomaten aufstellen. Manche
Süßwarenunternehmen haben Mitarbeiter, die sich ausschließlich um
Schulen kümmern. Foodwatch-Chef Thilo Bode fordert, dass
Nahrungsmittelkonzernen generell das Sponsoring an Schulen untersagt
werden sollte.
Die Folgen der süßen, kalorienreichen Nahrung sind nicht mehr zu
übersehen. Mittlerweile ist jeder dritte Jugendliche und jedes fünfte
Kind übergewichtig, weitere zwölf Prozent sind sogar fettleibig. Wer es
als Kind nicht schafft abzunehmen, hat ein hohes Risiko, später als
Dauergast beim Arzt zu sitzen oder früh zu sterben.
[
©:
Gruner+Jahr ; E-Mail:
loenker.simone@guj.de ]
Basics:
Zucker im
Zahnlexikon-Online
4.)
Latexallergien sind
seit zehn Jahren auf dem Rückzug
Mitarbeiter in Gesundheitsberufen sind immer seltener von
Latexallergien betroffen. Die Erkrankungsrate sank innerhalb von neun
Jahren um 95 Prozent.
Juckende Haut am ganzen Körper, Schwellungen, Fließschnupfen, Husten bis
hin zu Atemnot und Asthma - diese Erfahrungen haben Mitarbeiter aus
Gesundheitsberufen gemacht, die an einer Latexallergie leiden. Schuld
ist der Puder an Latexhandschuhen, der beim An- und Ausziehen der
Handschuhe aufgewirbelt und eingeatmet wird. Mit ihm gelangen
Latexproteine in die Atemwege.
Ab Mitte der 80er Jahre nahmen Latexallergien bei Beschäftigten im
Gesundheitswesen sprunghaft zu, nachdem sich das Tragen von
Einweghandschuhen durchgesetzt hatte.
Nach Angaben der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und
Wohlfahrtspflege (BGW) in Hamburg erreichte die Erkrankungsrate 1998
ihren Höhepunkt - damals wurden der BGW 1262 Fälle wegen des Verdachts
auf eine berufsbedingte Latexallergie gemeldet. Nach intensiver
Aufklärung in Arztpraxen und Krankenhäusern sank diese Zahl
kontinuierlich.
Im vergangenen Jahr lagen bei der BGW nur noch 70 Meldungen vor, dies
entspricht einem Rückgang um 95 Prozent. Die Berufsgenossenschaft hatte
in der Aufklärung auf die Verwendung von puderfreien Latexhandschuhen
mit niedrigem Proteingehalt oder auf Handschuhe aus Ersatzmaterial
hingewiesen.
[
©:
Ärztezeitung ]
Basics:
Latex im
Zahnlexikon-Online
5.)
Wer kaut, sündigt nicht - Kaugummikauen
kann helfen, den Appetit zu zügeln
Kaugummikauen ist gut für die schlanke Linie. Dies ist das Ergebnis einer
aktuellen Studie zu den "Auswirkungen des Kaugummikauens auf Zwischenmahlzeiten
und den Appetit". Demzufolge hilft Kaugummikauen nicht nur, Heißhunger zu
reduzieren, sondern es führt auch häufig dazu, dass zu den Hauptmahlzeiten
weniger Kalorien aufgenommen werden. Damit kann Kaugummi zu einem wichtigen
Verbündeten im Kampf gegen unerwünschte Pfunde werden.
Mit nur zwei bis fünf Kilokalorien pro Stück gehört vor allem zuckerfreier
Kaugummi zu den "figurfreundlichen" Naschereien. Durch die in der Studie
beschriebene Reduktion von Appetit und durchschnittlich aufgenommener
Kalorienmenge wird Kaugummikauen jedoch zu einem echten Geheimtipp für alle,
denen die schlanke Linie am Herzen liegt. Frei nach dem Motto "wer kaut, sündigt
nicht".
Die Förderung des richtigen Kauverhaltens ist ein weiterer Grund, warum
Kaugummikauen sich positiv auf das Körpergewicht auswirken kann. Es ist in
Fachkreisen unumstritten, dass Menschen, die gründlich und langsam kauen,
insgesamt weniger essen und intensiver genießen als "Schnellkauer". Lernen,
richtig zu kauen, wird daher in der Ernährungsberatung auch als wichtiger
Schritt hin zu einem (figur-)bewussten Essverhalten gesehen. Dr. Petra
Ambrosius, Ernährungswissenschaftlerin und Leiterin des vor 20 Jahren
gegründeten Studios für Ernährungsberatung Dr. Ambrosius in Wiesbaden,
unterstreicht die wichtige Rolle, die Kaugummi in diesem Zusammenhang spielen
kann: "Beim Thema Kauen arbeiten wir sehr gerne mit Kaugummi, weil er dabei
hilft, das Kauen bewusst zu erleben und mögliche Veränderungen mühelos und mit
Spaß zu trainieren. Außerdem ist Kaugummi beispielsweise bei Heißhungerattacken
eine gute Alternative zu kalorienreichen Snacks." Und übrigens: Auch beim
Kaugummikauen werden durch die Kautätigkeit Kalorien verbrannt.
Mehr Informationen zum Thema Gewichtsmanagement mit Kaugummi gibt es im Internet
unter www.kau-dich-fit.de
. Hier kann man außerdem mithilfe eines Tests herausfinden, welche ganz
persönlichen Gewichtsfallen dem eigenen Idealgewicht im Wege stehen.
[
©
http://www.wrigley-pressestelle.de/ ]
Basics:
Kaugummi im
Zahnlexikon-Online
6.)
Honig - mehr als nur
Süßkram, sondern wirksames Bakterizid
Honig ist ein beliebtes Haus- und Heilmittel schon seit
Jahrtausenden. Mittlerweile macht sich auch die Schulmedizin den
goldgelben Sirup als Arzneimittel zunutze. Denn es häufen sich die
wissenschaftlichen Belege, dass er wirksam Bakterien abtötet.
Ein Löffelchen Honig, wenn es im Hals kratzt, ein Glas Milch mit Honig, wenn
sich die rechte Bettschwere nicht einstellen will - mit kaum etwas anderem
lassen sich für die Lust auf Süßes so gut medizinische Gründe vorschützen wie
mit diesem Naturprodukt.
Inzwischen ist die Anwendung nicht mehr auf die Naturheilkunde beschränkt. Dass
sich medizinischer Honig etwa zur Behandlung bei rezidivierender Rhinosinusitis
eignen könnte, haben jetzt kanadische Forscher bei einem Kongress in Chicago
berichtet. Dieser Infekt klingt oft deshalb so schlecht ab, weil Keime auf der
Mukosa Biofilme bilden, in denen sie für Antibiotika schwer angreifbar sind.
Sehr wohl aber für Honig: Selbst in einer solchen schützenden Schleimschicht
wurden damit 60 bis 70 Prozent der für Nebenhöhlenentzündungen typischen
Bakterien abgetötet: Pseudomonas aeruginosa und Staphylococcus aureus, ob
Methicillin-resistent oder nicht. Für ihre Versuche nutzten die Forscher aus
Ottawa Kulturplatten, auf die sie zwei Sorten Honig träufelten: Manuka-Honig aus
Neuseeland und Sidr-Honig aus Yemen.
Honig tötet Keime, die bei Rhinosinusitis relevant
sind
Die im Vergleich getesteten Antibiotika hingegen, darunter Vancomycin,
Gentamycin und Fusidinsäure, waren unwirksam, allein Rifampicin hatte einen
schwachen bakteriziden Effekt. Fazit des Studienleiters Dr. Talal Alandejani:
Eine topische Therapie mit Honig wäre bei Rhinosinusitis ideal, denn er sei
leicht anwendbar, ungiftig und kostengünstig.
Die Wunden krebskranker Kinder heilen schneller
Medizinischer Honig wird bereits klinisch angewandt. Dr. Arne Simon und der
Wundpflegespezialist Kai Sofka von der Krebsstation der
Universitäts-Kinderklinik Bonn setzen darauf, um krebskranke Kinder mit
chronischen Wunden zu behandeln. "Abgestorbenes Gewebe wird schneller
abgestoßen, und die Wunde heilt schneller", sagte Sofka in einer Mitteilung der
Universität. Der Verbandwechsel bereite den Kindern weniger Schmerzen, weil sich
die Umschläge leicht entfernen lassen, ohne neu gebildete Hautschichten zu
verletzen. Weiterhin dämpfe der Honig unangenehme Gerüche.
Es ist nicht der Zucker, der antibakteriell wirkt
Welche Wirkstoffe im Honig sind es aber, die das Wachstum von Keimen hemmen?
Zwar wurden inzwischen viele Inhaltsstoffe nachgewiesen: Spuren der Vitamine C,
B1, B2, B6, Biotin und Pantothensäure, die Mineralstoffe Kalium, Magnesium und
Calcium sowie Spurenelemente wie Eisen, Kupfer, Mangan und Chrom. Doch chemisch
betrachtet ist Honig nichts anderes als eine übersättigte Lösung aus rund 80
Prozent Zucker und 20 Prozent Wasser. Daher glaubte man lange, antibakteriell
wirke der hohe Zuckeranteil, indem er den Keimen lebenswichtiges Wasser
entziehe. Doch die britische Mikrobiologin Rose Cooper von der Universität von
Wales wies nach, dass Honig, auf Wunden aufgetragen, dreimal besser wirkt als
vergleichbare Zuckerlösungen.
Wasserstoffperoxid wird kontinuierlich gebildet
Also ging die Suche nach den bakteriziden Substanzen weiter, und entdeckt wurde
Wasserstoffperoxid. Es entsteht permanent in kleinen Mengen aus dem enthaltenen
Zucker, und zwar durch das Enzym Glucose-Oxidase, das die Bienen ihrem Sammelgut
über den Speichel zusetzen. Der Vorteil gegenüber Wasserstoffperoxid aus der
Apotheke: Da es im Honig ununterbrochen nachgebildet wird, reichen bereits
geringe Mengen, um Wundbakterien zu töten. Diese niedrigen Konzentrationen sind
auch deshalb günstig, weil die Hautzellen geschont werden.
Methylglyoxal macht Manuka-Honig effektiv
Doch Wasserstoffperoxid ist nicht das einzige Antiseptikum im Honig, wie
Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden entdeckten. Sie
interessierten sich für den Honig des neuseeländischen Teebaums (Manuka-Baum,
Leptospermum scoparium), der besonders stark antibakteriell und antimykotisch
wirkt. Allerdings enthält er im Gegensatz zu vielen einheimischen Honigsorten
weder Glucose-Oxidase noch Wasserstoffperoxid. Dem Rätsel kamen die Forscher
erst auf die Spur, als sie den Honig einige Zeit stehen ließen. Sie fanden
Methylglyoxal, das ebenfalls durch Abbau von Zucker entsteht und sich als
entzündungshemmend erwies. Ob es von den Pflanzen oder den Bienen stammt, ist
ungeklärt. In heimischen Honigsorten kommen ein bis fünf Milligramm pro
Kilogramm vor, im Honig des Teebaums dagegen bis 800 mg.
Doch damit dürfte die Suche nach Bakteriziden im Honig noch lange nicht zu Ende
sein: Bisher wurden über 180 Begleitstoffe identifiziert.
Tipp rund um Honig
Honig aus dem Supermarkt darf nicht auf offene Wunden gelangen. Zwar können sich
Keime im Honig nicht vermehren, dennoch als Verunreinigung vorhanden sein, so
dass sich Wunden sogar verschlimmern. Zur Behandlung eignet sich nur speziell
gereinigter medizinischer Honig, etwa der in Europa als Medizinprodukt
CE-zertifizierte MedihoneyTM. Er besteht aus zwei Sorten: einer, die viel
Wasserstoffperoxid bildet, und Manuka-Honig vom neuseeländischen Teebaum. Er
wird mit Gammastrahlen sterilisiert, denn dabei bleiben die für die Heilwirkung
maßgeblichen Stoffe intakt.
Als Mittel gegen Erkältungen, Magen-Darm-Beschwerden oder Halsschmerzen kann man
aber ohne weiteres kommerziellen Honig verwenden. Allerdings sollte man ihn
nicht über 40 Grad zu erhitzen, weil dadurch wirksame Enzyme zerstört werden.
Kinderärzte empfehlen außerdem, Babys unter zwölf Monaten keinen Honig zu
füttern wegen möglicher Clostridium-botulinum-Kontaminationen.
[
©:
Ärztezeitung, Angela Speth ]
Basics:
Honig im
Zahnlexikon-Online
7.)
Neue
Internetdatenbank zu Medikamenten während Schwangerschaft
Darf ich dieses bestimmte Medikament während meiner Schwangerschaft
weiter einnehmen? Oder schadet es möglicherweise dem Kind? Eine neue vom
BMG geförderte Internetdatenbank soll Klarheit bringen.
Unter
www.arzneimittel-in-der-schwangerschaft.de informieren
Experten über die Wirkung und Risiken von rund 400 Medikamenten.
Darunter sind verschiedene Schmerzmittel, Magentabletten,
Anti-Depressiva und viele weitere Medikamente.
Die Angaben auf der Seite sind deutlich ausführlicher als auf den
meisten Beipackzetteln. So wird über Erfahrungen gesprochen, die
schwangere oder stillende Frauen mit der Einnahme eines Medikamentes
hatten. Außerdem werden Empfehlungen gegeben, ob dieses Mittel
eingenommen oder stattdessen lieber eine Alternative gewählt werden
sollte.
Die Informationen stammen vom Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für
Embryonaltoxikologie, einer Einrichtung der Berliner Senatsverwaltung
für Gesundheit.
Das Zentrum sammelt seit 1988 Informationen zur Wirksamkeit von
Medikamenten und wertet dafür Studien aus und arbeitet mit Kliniken
zusammen.
[
©: PM zm-online
]
Basics:
Behandlung in der Schwangerschaft im
Zahnlexikon-Online ;
Schwangerschaft auf
www.Zahnwissen.de
8.)
Nahrungsergänzungsmittel mit absurden Heilsversprechen in Internetforen
"Wunder gibt es immer wieder", sang schon vor 38 Jahren
Katja Ebstein. Ob sie damit die Lobhudeleien von
Nahrungsergänzungsmitteln im Internet meinte, ist zwar zu bezweifeln und
dennoch extrem passend. Die Verbraucherzentrale NRW hat sich nämlich auf
den Seiten der drei Meinungsforen Ciao, Dooyoo und Yopi drei aktuelle
"Testberichte" zu zehn verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln genauer
angesehen. Da schwanden etwa chronische Schmerzen und offene Beine waren
nach drei Monaten konsequenter Einnahme eines bestimmten Präparates
verheilt. Pillen eines US-Herstellers wurden zum "wunderbaren Segen
eines Gesundbrunnens". Andere Autoren jubelten, dass Kapseln mit ihrem
"Mix aus Obst und Gemüse" gegen Schuppenflechte, Tinnitus und gegen
hohen Blutdruck geholfen hätten.
Aber es geht noch besser: So habe nach einem Herzinfarkt ein Mittelchen
alle Werte innerhalb von "drei Monaten wieder in den grünen Bereich
gebracht”. Ein Aloe Vera Gel wiederum besiegte ein Schilddrüsenleiden.
Oder ein Produkt, das nicht nur den Langzeitblutzucker innerhalb
kürzester Zeit gesenkt, sondern auch "Schulterschmerzen nach einem Sturz
vom Fahrrad” auskuriert hat.
Während Hersteller und gewerbliche Händler mit solchen abenteuerlichen
Aussagen gegen das Verbot krankheitsbezogener Werbung verstoßen würden,
meinen die Schreiber in den Internetforen offenbar ungehindert
Geschichten erzählen zu können. "Sie agieren in einer Grauzone,
entziehen sich weitgehend der Lebensmittelüberwachung und werden bisher
nicht behelligt”, kritisiert Angela Clausen, Ernährungsexpertin der
Verbraucherzentrale NRW.
Gut 1,3 Milliarden Euro gaben deutsche Verbraucher von Oktober 2006 bis
September 2007 in Apotheken, Drogerie- und Verbrauchermärkten für
Nahrungsergänzungsmittel aus. Den Vertrieb im Internet nicht
mitgerechnet. Die größten Marktsegmente sind dabei Vitamine und
Mineralstoffe sowie Mittel gegen Erkältungen, Husten und
Atemwegserkrankungen. Tatsache bleibt aber: In kontrollierten
Langzeitstudien konnte zum Beispiel bisher nicht nachgewiesen werden,
dass die Produkte einen fehlenden Gemüse- und Obstverzehr ausgleichen
können. Zusatzprodukte sind meist teuer und bringen wenig.
Schlimmstenfalls ist mit Nebenwirkungen zu rechnen. Es ist auch nicht
möglich, eine einseitige, ungesunde Ernährungsweise mit Zusatzpräparaten
wettzumachen.
Der aid infodienst hat einen Leitfaden unter
www.was-wir-essen.de/gesund/nahrungsergaenzungsmittel.php
zusammengestellt, damit Sie beim Einkauf keinen unseriösen Anbietern auf
den Leim gehen. Doch noch vor dem Kauf eines Produktes sollte die
kritische Frage nach der Notwendigkeit einer Nahrungsergänzung stehen,
denn die Vitamin- und Mineralstoffversorgung in Deutschland hat im
Durchschnitt ganzjährig ein hohes Niveau. Lediglich bei Vitamin D, Folat,
eventuell Vitamin E und Jod könnten Versorgungslücken entstehen. Fragen
Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Ihre Ernährungsberaterin.
[ ©
aid, Harald Seitz ]
Basics:
Ernährungsempfehlungen im
Zahnlexikon-Online
9.)
Festsitzender Ring? Ein Faden zieht ihn ab
Schwellen Finger nach Insektenstichen, Traumen oder Wundinfekten an, ist es
oft erforderlich, einen festsitzenden Ring abzustreifen, um die Durchblutung zu
gewährleisten. Mit der Fadenmethode gelingt das, ohne ihn zu zerstören - mit
etwas Übung sogar in Notfällen.
Als prophylaktische Maßnahme, etwa vor Eingriffen am Finger oder dem Anlegen
eines intravenösen Zugangs, sei diese Technik in seiner Klinik seit acht Jahren
Standard, berichtet Dr. Nikolaus Berens von der Universität Würzburg (JDDG 6,
2008, 408). Allgemein jedoch sei sie im deutschsprachigen Raum kaum bekannt,
bedauert er. In einem britischen Standardlehrbuch für Chirurgie wurde die
Technik nach Angaben des Dermatologen schon vor mehr als 20 Jahren aufgenommen.
Das Verfahren sei für die Patienten schmerzfrei, für den Arzt leicht zu
erlernen, ohne Instrumente und fast überall praktizierbar. Anders als mit
sonstigen Verfahren - Aufschneiden mit einer Ringsäge oder Durchzwicken mit
einer Ringzange - bleibe der Ring erhalten. Darauf reagierten die Patienten mit
hoher Zufriedenheit und besonderer Wertschätzung für das verantwortungsvolle
Handeln.
Und so geht's: (ausführlich mit Bildern unter:
http://www.aerztezeitung.de/)
Ein etwa 90 cm langer Faden - es kann auch ein schmales Band oder eine dünne
Mullbinde sein - wird mit einer Nadel vom Handteller her unter den Ring gezogen
und bis zum Mittelgelenk in eng aneinanderliegenden Touren straff um den Finger
gewickelt. Dann zieht man das proximale (zum Körper hin) Fadenende in einer
langsamen, um den Finger kreisenden Bewegung in Richtung Fingerspitze.
So gelingt es, den leicht schräg stehenden Ring am Ort des ausgeübten Zugs stets
ein kleines Stück über die geschwollene Haut nach distal zu schieben. Wie von
Zauberhand wandere der Ring schließlich über die Engstelle des Gelenks,
berichtet Berens. Er rät, die Methode mit Ringen zu üben, die sich gerade noch
abstreifen lassen.
[ ©
Ärztezeitung
]
10.)
Buchtipp: "Schöner lächeln"
von Eva Lachner
Wenn eine erfahrene zahnmedizinische Fachassistentin für Zahnhygiene und
Gesundheitspädagogin wie Eva Lachner zur Feder greift und ihr Wissen in einer
lesenswerten Broschüre darlegt, so kann man diese hilfreichen Informationen nur
weiterempfehlen, zumal sie wissenschaftlich fundiert und frei von störender
sowie beeinflussender
Produktwerbung sind.
Sind Mund und Zähne sorgfältig gepflegt, fühlt der Mensch sich wohl und
selbstsicher. Ungepflegte Zähne verursachen dagegen Probleme und sind Ursache
von lästigen Beschwerden, die sich in ernsthafte Krankheitsherde verwandeln
können. Zudem müssen Betroffene mit Mundgeruch rechnen, was dem
Selbstbewusstsein schadet...
In diesem Buch finden Sie gezielte Anleitungen, wie Sie vorbeugende Zahn- und
Mundpflege betreiben können, die Ihnen Funktionsfähigkeit Ihrer Zähne und
körperliches Wohlbefinden bis ins hohe Alter erhalten.
Außerdem:
-- was bringen der Einsatz von Zahnpflegeprodukten, elektrischen Zahnreinigern,
Zahnkosmetik, Invisaligns und aktuelle Bleaching-Methoden wirklich.
-- Verschiedene Checklisten
-- Schluss mit Irrglauben, meine schlechten Zähne kommen von meinen Eltern
-- Abriebwerte (RDA-Wert) von Zahnpasten und deren Fluoridgehalt
-- und vielen weiteren Infos
Bezugsadresse:
http://www.gesundheits-dentalberatung.de/buch/buch.html
11.)
Zum Schluss: Politik
verständlich erklärt ;-)
Christdemokrat:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine.
Sie behalten eine und schenken Ihrem armen Nachbarn die andere.
Danach bereuen Sie es.
Sozialist:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine.
Die Regierung nimmt Ihnen eine ab und gibt diese Ihrem Nachbarn.
Sie werden gezwungen, eine Genossenschaft zu gründen, um Ihrem
Nachbarn bei der Tierhaltung zu helfen.
Sozialdemokrat:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Sie fühlen sich
schuldig, weil Sie erfolgreich arbeiten.
Sie wählen Leute in die Regierung, die Ihre Kühe besteuern.
Das zwingt Sie, eine Kuh zu verkaufen, um die Steuern bezahlen zu
können.
Die Leute, die Sie gewählt haben, nehmen dieses Geld, kaufen eine Kuh
und geben diese Ihrem Nachbarn. Sie fühlen sich rechtschaffen.
Udo Lindenberg singt für Sie.
Freidemokrat:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Na und?
Kommunist:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine.
Die Regierung beschlagnahmt beide Kühe und verkauft Ihnen die Milch.
Sie stehen stundenlang für die Milch an. Sie ist sauer.
Kapitalist:
Sie besitzen zwei Kühe. Sie verkaufen eine und kaufen einen Bullen, um
eine Herde zu züchten.
EU Bürokratie:
Sie besitzen zwei Kühe.
Die EU nimmt ihnen beide ab, tötet eine, melkt die andere, bezahlt
Ihnen eine Entschädigung aus dem Verkaufserlös der Milch und schüttet
diese
dann in die Nordsee.
Amerikanisches Unternehmen:
Sie besitzen zwei Kühe,
- verkaufen eine und leasen sie zurück,
- gründen eine Aktiengesellschaft,
- zwingen die beiden Kühe, das Vierfache an Milch zu geben,
- wundern sich, als eine tot umfällt,
- geben eine Presseerklärung heraus, in der Sie erklären, Sie hätten
Ihre Kosten um 50% gesenkt. Ihre Aktien steigen.
Französisches Unternehmen:
Sie besitzen zwei Kühe. Sie streiken, weil sie drei Kühe haben wollen.
Sie gehen Mittagessen. Das Leben ist schön.
Japanisches Unternehmen:
Sie besitzen zwei Kühe. Mittels modernster Gentechnik erreichen sie,
dass die Tiere auf ein Zehntel ihrer ursprünglichen Größe reduziert
werden und das Zwanzigfache an Milch geben.
Jetzt kreieren sie einen cleveren Kuh-Cartoon, nennen ihn Kuhkimon und
vermarkten ihn weltweit.
Deutsches Unternehmen:
Sie besitzen zwei Kühe. Mittels modernster Gentechnik werden die Tiere
Re-Designed, so dass sie alle blond sind, eine Menge Bier saufen,
Milch von höchster Qualität geben und 160 km/h laufen können.
Leider fordern die Kühe 13 Wochen Urlaub im Jahr.
Britisches Unternehmen:
Sie besitzen zwei Kühe. Beide sind wahnsinnig.
Italienisches Unternehmen:
Sie besitzen zwei Kühe, aber sie wissen nicht, wo sie sind.
Während sie sie suchen, sehen sie eine schöne Frau.
Sie machen Mittagspause. Das Leben ist schön.
[
©:
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