Zahnärztliche NewsLetter Nr.
12/2003/ 1. Dezember 2003
Herzlich willkommen bei der letzten Ausgabe des ZahnNewsLetters im Jahr
2003. Schneller als gefühlt und gedacht, neigt sich wieder ein Jahr dem
Ende. Wir hoffen, dass es für Sie ein gesundes und erfolgreiches war
und wünschen Ihnen dieses auch für die Zukunft - nicht nur für 2004. Wenn
wir Ihnen unter der Rubrik "Zum Schluss"
ein Neujahrsgebet präsentieren, so hat dies nichts mit einer plötzlichen
Frömmigkeit der Redaktion zu tun. Vielmehr soll es zum Ausdruck bringen,
dass die Sorgen und Nöte schon früher die gleichen wie heute waren - und
leider auch weiter sein werden.
In diesem Sinne wünscht Ihnen die Redaktion alles Gute für die kommenden
Feiertage, Glück und Gesundheit für das Neue Jahr und vielleicht denken
Sie in der Adventszeit auch einmal an die, die zu den Ärmsten der Welt
gehören und keine Chance haben, sich selbst zu helfen - wie
unter Punkt 5.) aufgeführt.
Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion

Inhalt
1.)
Implantate
und Keramiken sind auch in 2003 die innovativen Verfahren
2.) In Deutschland wird viel geröntgt - aber die
Patienten profitieren davon
3.) Prävention kein 100%iger Schutz vor Zahnverlust
4.) Gegen Zahnbelag und Entzündungen: Eine pflanzliche
Mundspülung
5.)
Wir haben eine Bitte ...
6.) Schon mal was
vom "GLYX-Faktor" gehört?
7.) Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen viele nicht mehr
den Arzt o. Apotheker
8.) 4 Stunden Countdown bis zum Herpes-Ausbruch
9.) Trendbericht zur Medizin und Gesundheit von der
MEDICA-Messe
10.) Sozialhilfeempfänger und Asylbewerber: Ab 2004
gesetzlich krankenversichert
11.) Arztbesuche - die Deutschen sind Weltmeister
12.)
Alternativmedizin: Manchmal zahlt die Kasse doch
13.)
Dramatische Zunahme der Lebensmittelallergien zu
erwarten
14.) Zahnpasta aus Krabbenschalen
15.) Zuzahlungen - Ab 2004 gravierende Änderungen für
Apotheken
16.)
Zum Schluss:
Neujahrsgebet

1.)
Implantate
und Keramiken sind auch in 2003 die innovativen Verfahren
Jede Wissenschaft schreitet fort
und bringt Innovationen zur Praxisreife, welche auch in der
Zahnheilkunde als echter Fortschritt zu betrachten sind. Denkt man
einmal 30-40 Jahre zurück, so waren Ersatzmaterialien auf Keramik-Basis
und künstliche Zahnwurzeln dem "experimentierfreudigen" Patienten
vorbehalten - und wer ist das schon gern. Heute sind mit den
angesprochenen Therapien eine Vielzahl von Behandlungen möglich geworden
- unter biologischen, funktionellen und kosmetischen Aspekten ein wahrer
Meilensprung. Dagegen stecken andere Verfahren, wie z.B. die
Lasertechnik, chemische Methoden des "Bohrens" oder eine "Impfung gegen
Karies", noch mehr oder wenig in den Kinderschuhen und/oder bleiben in
der Praxis auf Einzelfälle beschränkt.
Kritisch ist bisher bei den echt innovativen Verfahren zu bemerken, dass
sie teuer sind und so leider nicht einem großen Bevölkerungskreis zur
Verfügung stehen (können). Ob hier in absehbarer Zeit Verbilligungen
möglich sind, wagt die Redaktion zu bezweifeln, da diese Verfahren
ausgesprochene Spezialkenntnisse erfordern und nicht "von der Stange"
geliefert werden können. Eine konsequente Prävention und eine ebenso
konsequente Eigenverantwortung - und nicht wieder Halbherzigkeiten wie
bei der neusten "Gesundheitsreform" - dürfte auch hier auf Dauer der
kostengünstigere Weg sein!
Vom jüngsten Implantologenkongress berichtet ots:
"Die Implantologie ist der größte Wachstumsbereich in der
Zahnheilkunde", erklären Experten auf der Jahresversammlung der
Deutschen Gesellschaft für Implantologie in Göttingen. Sie ist vom
"Lückenbüßer" zu einem etablierten Verfahren geworden. Implantate
verbessern nicht nur die Lebensqualität. Sie verhindern den Verlust von
gesunder Zahnsubstanz und können dem gefürchteten Knochenschwund in
zahnlosen Kieferabschnitten vorbeugen.
Im Jahr 2000 zogen Zahnärzte in Deutschland insgesamt 13,5 Millionen
Zähne. Seit Anfang der 90er Jahre ist diese Zahl weitgehend konstant
geblieben. Im Schnitt fehlen den Bundesbürgern schon in der Lebensmitte
zwischen 35 und 44 Jahren sechs (im Westen) bis acht (im Osten) Zähne.
Bei den Senioren jenseits des 65. Lebensjahres sind die Lücken noch
zahlreicher: Ihnen fehlen zwischen 20 und 23 Zähnen, ein Viertel ist
völlig zahnlos.
Gehen bei jüngeren Patienten einzelne Zähne verloren, werden diese
zumeist nicht ersetzt: Die Zahnersatz-Quote liegt nur bei 35 Prozent.
Erst wenn der Zahnverlust zunimmt, wächst auch die Zahnersatz-Quote: Bei
älteren Patienten werden drei Viertel der verloren gegangenen Zähne
ersetzt und völlig zahnlose Menschen tragen in Deutschland fast
ausnahmslos Prothesen.
Das verhinderte Lächeln
Mehr als die Hälfte der Patienten, die einen
herausnehmbaren Zahnersatz haben, sind damit nicht zufrieden - Männer
übrigens häufiger als Frauen. Dies belegt eine aktuelle Untersuchung zur
mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität in der Bevölkerung. "Der
Zahnersatz sitzt schlecht", sagen 58,9 Prozent der Patienten, 50,9
Prozent klagen, dass er drückt. Beim Essen beeinträchtigt fühlen sich
34,1 Prozent und 17,7 Prozent vermeiden es sogar, zu lächeln.
Die Implantologie ist der größte Wachstumsbereich in der Zahnheilkunde.
1980 ließen sich gerade einmal 5.000 Menschen künstliche Zahnwurzeln aus
Titan als Träger für festsitzenden Zahnersatz implantieren. Mittlerweile
ist die Zahl auf 180.000 gestiegen. Bis zum Jahresende werden
Zahnärztinnen und Zahnärzte 450.000 Implantate eingepflanzt haben. Die
jährlichen Zuwachsraten liegen bei zehn Prozent. Studien belegen, dass
die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität bei implantatgestütztem
Zahnersatz deutlich besser ist als bei konventionellen Prothesen.
Die Bedeutung der Implantologie lässt sich auch an den steigenden
Mitgliederzahlen der Deutschen Gesellschaft für Implantologie ablesen,
die 2004 zehn Jahre alt wird: Mit 3500 Mitgliedern ist sie auf dem
Gebiet der Implantologie die größte wissenschaftliche Fachgesellschaft
Europas.
"Dank der Fortschritte auf dem Gebiet der Implantologie sind wir heute
in der Lage, bei Zahnverlust den Zustand des Gebisses wieder komplett
und erfolgreich zu restaurieren", erklärt Dr. Dr. Roland Streckbein,
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie. "Aus einem
"Lückenbüßer" und Notnagel für prothetisch unhaltbare Zustände", so der
Limburger Experte weiter, "ist eine etablierte Therapierichtung
geworden, die fest in der Zahnheilkunde verankert ist." Inzwischen seien
alle Teilgebiete der Zahnmedizin von den Methoden der Implantologie und
deren Forschungserkenntnissen durchdrungen.
Es geht nicht nur um Ästhetik. Es gibt neben ästhetischen auch
medizinische Gründe, warum verloren gegangene Zähne möglichst frühzeitig
ersetzt werden sollten. In zahnlosen Kieferabschnitten beginnt
beispielsweise der Knochen im Laufe der Zeit zu schrumpfen, weil er
nicht mehr ausreichend belastet wird. Mit Hilfe von Implantaten können
Zahnärzte dabei bereits einzelne Zähne ersetzen, ohne dass gesunde
Nachbarzähne beschliffen werden müssen, um an ihnen den Zahnersatz zu
verankern. "Auch heute noch werden bei seitliche fehlenden Zähnen fast
automatisch Brücken eingesetzt ohne den Patienten über die Vorteile von
Implantaten zu informieren ", so Streckbein. Dadurch werde nicht nur
Zahnsubstanz geopfert, sondern unter den Brücken setzt auch der
Knochenverlust ein.
Hohe Erfolgsrate
"Studien belegen, dass der Kau- und Tragekomfort von
implantatgetragenen Totalprothesen für den Unterkiefer deutlich höher
liegt als jener herkömmlicher Prothesen", erklärt Professor E. Jürgen
Richter von der Universität Würzburg. Noch fehlen der Implantologie die
allerhöchsten Weihen der so genannten
Evidenz-basierten Medizin, welche
die Wirksamkeit von Therapien nach strengen wissenschaftlichen Kriterien
und aufgrund der Analyse vieler Studien beurteilt. Gleichwohl belegen
zahlreiche Studien, dass Implantate bei korrekter Pflege viele Jahre
halten. Richter: "Die meisten, etwa 94 Prozent, sind nach zehn Jahren
noch in perfektem Zustand. Nach 15 Jahren sind noch 90 Prozent intakt."
Ähnlich hoch sind auch die Erfolgsraten bei Einzelzahnimplantaten, wenn
diese gedeckt und ohne Belastung einheilen. Durch Studien gesichert ist
auch, dass Implantate ebenfalls gute "Überlebensraten" haben, wenn ein
zu dünner Oberkieferknochen zunächst mit Knochenersatzmaterialien zur
Kieferhöhle hin verstärkt wurde."
[ Quelle + ©:
Pressestelle DGI,
Barbara Ritzert,
ProScientia GmbH,
Andechser Weg 17,
82323 Pöcking
E-mail: Ritzert@proscientia.de
]
Basics:
alternative Behandlungsmethoden,
Implantat,
Keramik

2.)
In Deutschland wird viel geröntgt
- aber die Patienten profitieren davon
In Deutschland wird europaweit am häufigsten geröntgt.
Was die durch Röntgen verursachte Strahlendosis pro Kopf betrifft, ist
Deutschland weltweit - soweit Zahlen verfügbar sind - sogar
Spitzenreiter.
Dr. Dieter Regulla vom Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
(GSF) in Neuherberg und seine Kollegen, auch vom dortigen Bundesamtes
für Strahlenschutz, analysierten Daten zur Häufigkeit von
Röntgenuntersuchungen und der dadurch verursachten Strahlendosis im
Jahr 1997.
Sie verglichen diese Zahlen unter anderen mit denen europäischer
Nachbarländer sowie der USA . Danach wurden in Deutschland etwa 136
Millionen Röntgenuntersuchungen gemacht. Das sind 1655
Röntgenuntersuchungen pro 1000 Einwohner.
Zum Vergleich: In Norwegen zum Beispiel sind es 1541
Röntgenuntersuchungen pro 1000 Einwohner, in den USA 1364, in
Großbritannien 704. Damit wird Deutschland weltweit zur Zeit
offensichtlich nur noch von Japan (2316 pro 1000 Einwohner)
übertroffen.
Und wie sieht es mit der mittleren Strahlendosis in Deutschland aus?
Pro Mensch und Jahr beträgt sie im Mittel 2 mSv (Milli-Sievert). In
Norwegen sind es 0,8 mSv, in den USA 0,5 mSv, in Großbritannien 0,33
mSv.
Den größten Anteil an dieser Strahlendosis verursachten mit etwa 37
Prozent Computertomographien (CT), gefolgt von Angiographien
einschließlich Interventionen wie Ballondilatationen mit 28 Prozent.
Dabei machten CT nur vier Prozent aller Röntgenuntersuchungen aus,
Angiographien und Interventionen gar nur zwei Prozent.
Die GSF weist daraufhin, dass in diesem Zusammenhang der
gesundheitliche Nutzen für die Patienten und der anerkannt hohe
diagnostische Standard in Deutschland berücksichtigt werden müssen,
der in erheblichem Maße auf dem Einsatz der Röntgentechnik beruht.
Röntgenaufnahmen beim Zahnarzt tragen nur zu
einem minimalen Teil zur Strahlenexposition der Patienten bei. Die
Bundeszahnärztekammer (BZÄK)
verweist in diesem Zusammenhang auf einen Bericht des Bundesamtes für
Strahlenschutz, nach dem Röntgenaufnahmen der Zähne und der Gliedmaßen
nur einen geringen Anteil der kollektiven Belastung mit Radioaktivität
ausmachen. In dem Bericht für das Jahr 1999 wird der absolute Anteil
der Röntgenuntersuchungen beim Zahnarzt auf 18,4 Prozent der gesamten
medizinischen Anwendungen beziffert. Durch diese Aufnahmen werde die
Bevölkerung jedoch nur mit 0,1 Prozent der kollektiven effektiven
Strahlen-Dosis konfrontiert.
[ Quellen:
Ärztezeitung, BZAEK
]

3.)
Prävention kein 100%iger Schutz vor Zahnverlust
Prävention heißt Verhütung,
Vorbeugung oder Früherkennung einer Erkrankung. In der Zahnmedizin wird
zwischen 2 grundlegenden Erkrankungen unterschieden, die zu Zahnverlust
führen können: Karies und Parodontitis. Bei beiden Erkrankungen hat die
Prävention eine entscheidende Bedeutung. Früherkennung bedeutet aber auch,
dass die vorliegende Erkrankung meist durch "kleine" (minimalinvasive)
Eingriffe behandelt werden kann und somit meist kostengünstiger wird.
Ebenso sind auch deutlich bessere Behandlungserfolge zu erwarten.
Das Institut für evidenzbasierte Medizin (DIeM) in Köln hat Ursachen
und Präventionspotenzial für den Zahnverlust untersucht. Es fand heraus,
dass Prävention zwar notwendig, aber nur begrenzt erfolgreich für die
Zahngesundheit ist. Auch bei regelmäßigem Zähneputzen und weiteren
prophylaktischen Maßnahmen kann ein Zahnverlust nicht ausgeschlossen
werden.
Auch sei nach Erkenntnissen des Instituts die Annahme falsch, dass die
Versicherten es selbst in der Hand hätten, ob Zahnersatz im Laufe des
Lebens erforderlich sei oder nicht. Denn Prophylaxemaßnahmen führten
häufig nicht zu einer wesentlichen Reduktion der Zahnerkrankungen.
Dies ergab eine Interventionsstudie bei 13-jährigen Schülern. Sogar bei
Menschen mit einem niedrigen Zahnverlustrisiko lasse sich durch intensive
Prävention der Zahnverlust nicht vollständig verhindern, so die
DIeM-Ergebnisse.
Außerdem seien Erkrankungen und die genetische Veranlagung eine
entscheidende Voraussetzung für die Beschaffenheit der Zähne. Die
Volkskrankheit Karies spielt mit 21 Prozent eine entscheidende Rolle,
Parodontose mit 27 Prozent. 4,5 Prozent der Bevölkerung – unabhängig vom
sozialen Umfeld – hätten eine genetische Anfälligkeit dafür, ihre Zähne zu
verlieren.
Hinzu kommen chronische Erkrankungen und Behinderungen wie Diabetes
mellitus, rheumatoide Arthritis, Osteoporose und Down-Syndrom, die den
Zahnverlust beschleunigen. Dennoch dürfen soziale Faktoren nicht übersehen
werden, die das Risiko für Zahnkrankheiten erhöhen, so die
DIeM-Untersuchung.
[ © 2003
www.medaustria.at;
Quellen: Quintessenz 2003;
www.di-em.de ]
Basics:
Prävention

4.)
Gegen Zahnbelag und Entzündungen: Eine pflanzliche Mundspülung
Von Laien werden gern die
Begriffe "Mundspüllösungen" und "Mundwässer"
in einen Topf geworfen - doch hier gibt es erhebliche Unterschiede:
Während die Mundwässer in der Regel zur Geruchsüberdeckung der "Fahne"
dienen, sind medizinische Mundsspüllösungen durchaus geeignet,
Erkrankungen in der Mundhöhle unterstützend zu bekämpfen.
"Unterstützend" deshalb, weil es die alleinige "chemische Reinigung"
für die Zähne bisher noch nicht gibt und auch nicht so bald geben wird
- eine mechanische Reinigung, sprich Zähneputzen, ist immer noch die
Grundvoraussetzung für einen sauberen Zahn und ein gesundes
Zahnfleisch.
Eine neue, pflanzliche Mundspülung aus Teebaumöl und Xylitol,
Tebodont™, zeigt in einer Testreihe eine deutliche Verringerung von
Entzündungen und Plaque, ohne in der Mundhöhle unerwünschte
Veränderungen hervorzurufen.
Teebaumöl verfügt über antiseptische, fungizide und bakterizide
Wirkungen, welche auch gegen orale Keime nachgewiesen wurden. Xylitol
ist bekannt als Zuckerersatzstoff und erwies sich als wirksam gegen
Kariesbakterien (Streptococcus mutans) und Plaquebildung. In einer
Studie von Prof. Saxer aus der Schweiz wurde jetzt die Effizienz einer
Testmundspülung bezüglich Plaquebildung und Entzündung im Vergleich zu
einer Placebospülung untersucht. Die Testmundspülung Tebodont enthielt
1,5 Prozent Teebaumöl und 10 Prozent Xylitol.
Das positive Ergebnis zeigte sich darin, dass die Testmundspülung die
Entzündung von Anfang an bis nach drei Monaten Anwendung signifikant
reduzierte (26 bis 32 Prozent) . Die Reduktion erfolgte deutlicher an
allen Stellen, die mit der Zahnbürste schwerer zugänglich sind. Die
Zahnbeläge haben bei der Testmundspülung abgenommen, während die
Plaque an allen Flächen bei der Placebospülung zunahm.
[ Quelle:
DZW 45/03 ]
Basics:
Mundhygiene,
Mundspülungen,
Xylitol

5.)
Wir haben eine Bitte ...
Weihnachtszeit ist Spendenzeit und so werden auch dieses Jahr
wieder zahlreiche Personen und Firmen um eine "milde Gabe" gebeten -
ganz zu schweigen vom Staat, der noch nicht einmal Bitte sagt - und
dies immer öfter.
Häufig
stellt sich bei derartigen Spendenaufrufen die Fragen: Kommt mein Geld
auch da an, wofür es gedacht ist? Wie sieht es mit den
Verwaltungskosten aus? Bei der Vielzahl von echten und manchmal auch
nicht so effektiven Hilfsorganisationen für die Ärmsten der Armen, die
bei Ihnen "anklopfen" und um ein Almosen bitten, fällt es nicht
leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Wir haben eine Bitte ... heißt es auf der Eingangsseite des
Hilfswerks der
Deutschen Zahnärzte. Diese Organisation besteht seit fast 25
Jahren und ist mit dem begehrten Qualitätsmerkmal "Spendensiegel" des
Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI) ausgestattet.
Bisher wurden eine
Vielzahl von Projekten in aller Welt für die
Ärmsten der Armen durch die finanzielle Unterstützung mit gebrauchtem
Zahngold und Geld/Sachspenden auf den Weg gebracht.
Die Schirmherrin der Stiftung, Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth - ehem.
Bundestagspräsidentin - , schreibt in ihrem Grußwort u.a.: "Ihre Hilfe
wird deswegen so dringend benötigt, weil das Hilfswerk keinerlei
staatliche Förderungen erhält, und weil es nur mit Ihrer Spende seine
segensreiche Tätigkeit fortsetzen kann - in dem Bewusstsein des Elends
der Kranken und Armen dieser Welt und in der Erkenntnis der
humanitären Verpflichtung, diesen Menschen das Leben menschlicher zu
gestalten, zur Gesundung zu verhelfen und ihrem Dasein wieder einen
Sinn zu geben, wie es in der Präambel der Stiftungsurkunde heißt."
Mit welch geringen Beträgen schon Millionen von Menschen geholfen
werden kann, zeigt eine jüngste Meldung der
Weltgesundheitsorganisation (WHO):
"Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) braucht 341 Millionen Dollar
für ein besseres weltweites Gesundheitssystem. Diese umgerechnet 286
Millionen Euro sind Teil der Nothilfe in Höhe von drei Milliarden
Dollar, zu deren Bereitstellung UN-Generalsekretär Kofi Annan die
internationale Gemeinschaft in dieser Woche aufgerufen hatte.
Die WHO ergänzte, dass die nach Angaben Annans auf Nothilfe
angewiesenen 45 Millionen Menschen in 21 Krisengebieten mit größerer
Wahrscheinlichkeit an Krankheiten sterben als durch Hunger,
Überschwemmungen oder durch Schusswunden.
Die WHO schätzt, dass insgesamt mindestens eine Milliarde Menschen in
mehr als 40 Ländern weltweit von Krisen betroffen sind. Die auch von
Annan angesprochenen 45 Millionen Menschen seien nur die
Verwundbarsten. "In einer Krise wird Schwangerschaft gefährlich,
Ansteckungskrankheiten breiten sich aus und chronische Krankheiten
bleiben unbehandelt, es sei denn, die Bevölkerung hat Zugang zu guter
Gesundheitsvorsorge", erklärte die WHO. Um dies zu gewährleisten
würden für Hilfsmaßnahmen in Krisenregionen weniger als acht Dollar
pro Person benötigt. Zudem müsse man die Aids-Epidemie in den Griff
bekommen."
Und wie viel kosten die militärischen Auseinandersetzungen in den
Krisengebieten der Welt pro Tag???
Vielleicht auch für Sie eine Überlegung wert? Danke!
Bankkonten:
Deutsche Apotheker- und Ärztebank
(BLZ 250 906 08), Konto 000 4444 000
Sparkasse Göttingen
(BLZ 260 500 01) Konto 5405
Weitere Infos:
http://www.hilfswerk-z.de/

6.)
Schon mal was vom "GLYX-Faktor"
gehört?
Die Redaktion - ehrlich gesagt -
nicht, und wenn man es ausspricht, hört es sich so ähnlich wie
"Glücks-Faktor" an. "GLYX" steht für "glykämischer Index" und dieser
soll beim Abnehmen helfen nach dem Prinzip: Lebensmittel mit niedrigem
Faktor essen und ohne Hungergefühl abnehmen. Was dahinter steckt und
wie wirksam dieser "Gewichts-Glücks-Faktor" ist, analysiert die Techniker-KK in
ihrer Ausgabe TK aktuell:
"Kohlenhydrate aus der Nahrung sorgen dafür, dass der
Blutzuckerspiegel je nach Lebensmittel mal stark, mal weniger stark
ansteigt. Diese Blutzuckerwirkung wird glykämischer Index genannt. Ist
der GLYX hoch, lassen kohlenhydratreiche Lebensmittel den Blutzucker
entsprechend hoch ansteigen, ist er niedrig, erfolgt der
Blutzuckeranstieg gemäßigt. Lebensmittel mit einem niedrigen GLYX sind
zum Beispiel Hülsenfrüchte, Gemüse oder Obst. Bei diesen dürfen Sie
kräftig zulangen. Weißbrot, bestimmte Kartoffelzubereitungen (siehe
Tabelle) oder Cornflakes haben dagegen einen hohen GLYX. Auf solche
Lebensmittel sollten Sie während des Abnehmens eher verzichten.
"Interessant ist der GLYX im Zusammenhang mit der Insulinantwort auf
einen hohen Blutzuckeranstieg nach dem Essen", erklärt
Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Michael Hamm. Dabei gilt: Je höher
der GLYX, desto höher die Ausschüttung des Hormons Insulin. Ein hoher
Insulinausstoß führt zur raschen Absenkung des Blutzuckers. Auf diese
reagiert der Körper mit Hunger. Darüber hinaus erschwert ein hoher
Insulinspiegel den Abbau von Körperfett.
Und genau da liegt das Problem einer Ernährung, die überwiegend aus
Lebensmitteln mit einem hohen GLYX besteht: Ständig erhöhte Spiegel
des Speicherhormons Insulin füttern die Fettzellen und blockieren den
fürs Abnehmen notwendigen Fettabbau. Durch das " Wegschließen" des
Fettes können die Fettsäuren dann nicht in den Muskelzellen verbrannt
werden. Eine Freisetzung von Fett erfolgt dagegen nur in Phasen
niedriger Insulinspiegel.
Hinzu kommt, dass Lebensmittel mit einem hohen GLYX schlecht sättigen.
Tatsächlich halten sie nicht lange vor. Wer zum Beispiel morgens ein
Baguettebrötchen mit Marmelade frühstückt, wird schon nach zwei
Stunden wieder hungrig sein, meistens auf die nächste süße Mahlzeit
mit hohem GLYX."
Einige Beispiele:
| Äpfel |
38 |
| Bohnen |
39 |
| Erbsen |
49 |
| Erdnüsse |
20 |
| Grapefruit |
25 |
| Spaghetti (al dente) |
44 |
| Kirschen |
22 |
| Milch (fettarm) |
23 |
| Orangen |
47 |
| Pfirsiche |
30 |
| Pilze |
15 |
| Reis (parboiled) |
48 |
| Vollkornbrot |
50 |
| Baguette |
95 |
| Cornflakes |
80 |
| Kartoffelbrei |
85 |
| Pommes frites |
75 |
| Sportgetränke
(glukosehaltig) |
70 |
| Traubenzucker
(=
Indexmesszahl) |
100 |
[ Quelle: TK aktuell, 4/2003 ]
weitere Infos: Hamm, Michael, Fit und schlank mit dem GLYX, ISBN:
3426667436, 12,90 EUR

7.)
Zu Risiken und Nebenwirkungen
fragen viele nicht mehr den Arzt o. Apotheker
Über Anwendung, Risiken und Nebenwirkungen von Medikamenten
informieren sich immer mehr Menschen im Internet. Bis zum Ende dieses
Jahres werden 7,2 Millionen Bundesbürger Daten rund um Arzneien aus
dem weltweiten Netz abgerufen haben; vergangenes Jahr waren es erst
fünf Millionen. Das ergab eine Studie des Instituts für Demoskopie
Allensbach im gleichnamigen Ort am Bodensee.
Auch die Bereitschaft, für Online-Informationen über Medikamente Geld
auszugeben, ist gestiegen -- von 3,06 Millionen Menschen im vorigen
Jahr auf 4,25 Millionen 2003. Noch deutlicher schnellte die Zahl jener
Menschen in die Höhe, die bereits über das Internet Medikamente
gekauft haben: Waren dies 2002 erst rund 620.000, werden es bis Ende
des Jahres etwa eine Million sein. Das Institut befragte insgesamt
10.424 Menschen im Alter von 14 bis 64 Jahren.
[ Quelle und © :
http://www.heise.de/newsticker/ ]

8.)
4 Stunden Countdown bis zum Herpes-Ausbruch
Betroffene kennen die frühen Anzeichen: Erst
kribbelt es an der
Lippe, dann treten schmerzhafte Bläschen auf: Lippenherpes ist
äußerst unangenehm. Über 90% unserer Bevölkerung sind mit dem Herpes simplex-Virus infiziert! Bei jedem 5. wird das Virus ein- bis
zwölfmal im Jahr aktiv und bildet den typischen Herpes-Ausschlag.
Meist in der Mundregion, aber auch an anderen Hautstellen.
Das lästige Virus nistet sich oft in früher Kindheit durch
Tröpfcheninfektion ein. Die meiste Zeit ruht es unbemerkt in den
Nervenknoten - am häufigsten in der Nähe des Ohrs. Nur bei bestimmten
Auslöserreizen wird es aktiv, wandert in die Hautzellen ein, vermehrt
sich dort rasend schnell und löst die Herpes-Symptomatik aus.
Experten sind sich einig, dass die Virenvermehrung frühzeitig
unterbunden werden muss, um einen Herpes-Ausbruch vermeiden zu
können.
Hierbei hat sich Melissencreme bewährt: Bis zu vier Stunden nach
dem ersten Kribbeln kann Herpes mit hochdosiertem Melissenextrakt
sehr gut eingedämmt werden. Die moderne Heilpflanzenkunde erklärt
diese Wirkung durch ein natürliches Blockiersystem, das die
Virus-Eingänge an den Hautzellen verschließt. Damit wird die
Virenvermehrung gehemmt und der Herpes-Ausbruch unterbunden. Da
Melissencreme (Lomaherpan™) eher in das Herpes-Geschehen eingreift
als andere hier verwendete Arzneimittel, kann hiermit bei
frühzeitigem Auftragen die Attacke im Keim erstickt werden.
Gegen Melissencreme ist kein Gewöhnungseffekt bekannt. Im
Gegenteil: Regelmäßiges Anwenden kann die Zeiten zwischen den
Herpes-Attacken verlängern. Haben sich bereits Herpes-Blasen
entwickelt, kann Melissencreme für ein schnelles Abheilen sorgen.
Trotz der hervorragenden Anti-Herpes-Wirkung ist Melissencreme ein
sanftes, hautpflegendes Arzneimittel und auch für Kinder und
Schwangere unbedenklich. Wer seine persönlichen Herpes-Auslöser kennt
- z.B. Stress, eine geschwächte Immunlage, Klimaveränderungen, Ekel -
kann Melissencreme vorbeugend anwenden - und damit Herpes in Schach
halten.
[ Quelle + ©: ots;
Lomapharm GmbH & KG ,
beck.partner@t-online.de ]
Basics:
Herpes

9.) Trendbericht zur Medizin und Gesundheit von der
MEDICA-Messe
Jedes Jahr findet in Düsseldorf
eine der weltgrößten Messen von Anbietern aus der Medizintechnik
statt. Interessant in diesem Jahr unter den Sparzwängen des neuen "GesundheitsModernisierungGesetzes
(GMG)" die Einschätzung zu medizinischen Trends zu lesen: Denn eins
ist klar: Derartige Aussteller orientieren sich ausschließlich am
Markt und den Bedürfnisseen der Medizin und verzetteln sich weniger in
sozial-ideologischen Traumwelten.
(ots, 10.11.03) "Das Thema Gesundheit ist in aller Munde. Noch
nie waren Patienten so gut informiert über ihre Krankheiten wie
heutzutage. Und das Interesse an Informationen über neue Diagnose-
und Therapieverfahren wird noch weiter steigen, je mehr
Eigenverantwortung im Gesundheitswesen und Beteiligung an den
Behandlungskosten zunehmen werden.
Dass die Branche von medizintechnischen Produkten und Systemen zu den
wenigen Wirtschaftsfeldern in Europa mit gutem Wachstum zählt, ist
nicht allein auf die Veränderung der
demografischen Altersstruktur und der daraus resultierenden
zunehmenden Krankheitsvielfalt zurück zu führen. Die Industrie
schafft sich ihr Marktwachstum auch selbst durch fortschrittliche
Verfahren. Fortschritt, bei dem anders als vielfach etwa im
Arzneimittelbereich, Transparenz gegeben ist hinsichtlich der
möglichen Effizienz- und Wirkungsgradsteigerung durch Einsatz des
jeweiligen neuartigen Verfahrens.
Aktuell besonders gefragt sind Konzepte, wie Patienten mit gutem
ärztlichen Gewissen schneller aus dem Krankenhaus entlassen werden
können. Denn nur Kliniken, die die Verweildauer ihrer Patienten
deutlich reduzieren, werden überleben können. So will es das neue
Fallpauschalen orientierte Abrechnungssystem (DRG's) für deutsche
Kliniken. Bei der Suche nach einer effizienten Lösung der Ablauf-
und Behandlungsorganisation wird zunehmend der
Ausdruck "Behandlungspfad" in die Diskussion eingebracht.
Klinik-Ärzte wandeln zukünftig auf "Pfaden"
Von der Aufnahme bis zur Entlassung wird der Patient in Zukunft
zeit- und kostenoptimiert durch die Klinik geführt. Er wird vermehrt
einen regelhaften Handlungsablauf erfahren. Zufälle werden
eliminiert, geplante Abläufe sind die Regel. Lange Wartezeiten vor
der Röntgenkabine oder verschobene Operationstermine gehören der
Vergangenheit an. Musste sich bisher der Patient der
Krankenhausorganisation anpassen, wird sich das Verhältnis umkehren.
Der bezogen auf die jeweilige Diagnose idealtypische
"Behandlungspfad" wird definiert von der ärztlichen Leitung einer
Klinik in Zusammenarbeit mit dem Management. Das Ziel ist,
medizinisch und ökonomisch optimal abgestimmte Prozessabläufe im
Krankenhaus zu realisieren. Der Pfad zeigt also, wie einzelne
Krankheiten zu behandeln sind und gibt gleichzeitig Informationen,
was wo in der Klinik wie abläuft und auch was es kostet. Der Arzt
kann diesen Pfad allerdings je nach patientenindividueller
Notwendigkeit verlassen. Ein organisatorischer Pfad mit Zeitvorgaben
und ein medizinischer, unterlegt mit Leitlinien für die Behandlung
bestimmen in Zukunft den klinischen Alltag. Alle Diagnose- und
Behandlungsschritte sollen jederzeit abrufbar
sein und zwar aus medizinischer sowie aus ökonomischer Sicht. Das
spart Kosten und erhöht die Qualität der Patientenversorgung.
Genau an diesem Ziel ausgerichtet sind auch die aktuellen
Entwicklungen im Bereich der Labortechnik und Diagnostica. Hier
dokumentieren die so genannten Bio-Chips die rasanten Fortschritte
auf dem Gebiet der Molekularmedizin. Erst kürzlich wurde ein
biomedizinischer Test vorgestellt, mit dem die Herzmuskelschwäche in
einem sehr frühen Stadium festgestellt werden kann. Rechtzeitig
können dadurch Maßnahmen eingeleitet werden, die den weiteren
Verlauf der Krankheit erheblich verlangsamen.
Ein anderes Beispiel für eine Mikro-Anwendung ist die M2A-Kapsel: Die
pillengroße Kapsel, ausgestattet mit einer Mini-Kamera und anderen
Hightech-Komponenten, liefert nach ihrer oralen Einnahme bis zu acht
Stunden lang 57.000 Einzelbilder. Sie erspart unangenehme
endoskopische Untersuchungen oder
strahlenbelastende Röntgenuntersuchungen.
Noch weiter an Bedeutung gewinnen werden sicherlich die
telemedizinischen Anwendungen und die so genannten Homecare-
Konzepte - also der Transport von medizinisch relevanten Daten über
zum Teil drahtlose Netzwerke und die effiziente Überwachung von
Patienten von deren zuhause aus. Schon jetzt ist es möglich, den
Patienten mit Diagnose-Apparatur zu versehen und etwa mittels
Festnetz- oder Mobiltelefon eine Körperdatenübertragung zu einem
Facharzt bzw. einem Medizinerzentrum zu realisieren. Registrierte
Herzpatienten können
regelmäßig ihr EKG via Telefon übermitteln und auswerten lassen. Das
reduziert die Zahl der Arztbesuche entsprechender Risiko-Patienten."

10.)
Sozialhilfeempfänger und
Asylbewerber: Ab 2004 gesetzlich krankenversichert
Wenig bis gar keine Aufmerksamkeit schenkten die Medien bisher einer
Änderung durch das GKV-Modernisierungsgesetz, die nicht absehbare
Auswirkungen auf den ambulanten ärztlichen und zahnärztlichen Bereich
und
für die Kommunen nach sich ziehen wird. Durch Änderung des § 264
Sozialgesetzbuch V (SGB V) werden nämlich "Sozialhilfeempfänger" -
genauer: "Empfänger laufender Hilfe zum Lebensunterhalt" und
"Empfänger
von Hilfe in besonderen Lebenslagen" nach dem Bundessozialhilfegesetz
(BSHG)- leistungsrechtlich und verfahrensmäßig den gesetzlich
Krankenversicherten gleichgestellt. Dasselbe soll - nach letzten
Informationen - durch eine Ergänzung des Gesetzentwurfes am 17.10.03
auch
für Asylbewerber gelten. Dies würde folgendes bedeuten:
- Ab 01.01.2004 haben Sozialhilfeempfänger (und Asylbewerber?) exakt
dieselben Ansprüche auf (zahn)medizinische Versorgung wie
GKV-Versicherte.
Sie sind dann in einer gesetzlichen Krankenkasse ihrer Wahl
versichert.
- Im Rahmen der Gleichstellung erhalten sie eine
Krankenversichertenkarte -
evtl. Missbrauchsrisiken werden voll auf die Sozialämter übertragen.
- Erbrachte Leistungen werden expliziter Bestandteil der (zahn)ärztlichen
Gesamtvergütung nach § 85 und 85a und unterliegen somit der
Budgetierung
und den Degressionsregelungen.
Bis zum Jahr 2005 soll die jeweilige Krankenkasse mit dem zuständigen
Sozialamt auf der Basis von Kopfpauschalen (unabhängig von der
tatsächlichen Inanspruchnahme von Leistungen) abrechnen, danach in
Höhe
der tatsächlich entstandenen Kosten plus einer Verwaltungskostengebühr
(bis zu 5 Prozent zusätzlich).
[ Quelle + © :
FVDZ-NewsLetter vom 10.11.2003
]
Basics:
Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG)

11.)
Arztbesuche - die Deutschen sind
Weltmeister
Sind wir wirklich so ein krankes
Volk? Oder liegt es am System? Diese Frage ist relativ leicht zu
beantworten, da wir bei den weltübergreifenden Erkrankungen nirgends
an der Spitze liegen. Und dass es am System liegen muss, hat auch
inzwischen die Politik erkannt. Leider wurde mit mit der sog.
Praxisgebühr - ehrlicherweise müsste diese Krankenkassengebühr heißen,
da davon kein Cent in der Praxis bleibt - das falsche Instrument
gekürt, denn die Doc-Hoppers lassen sich auch nicht von 10 €
abschrecken. "Der Gelbe Dienst" berichtet:
Nirgendwo anders wird in Europa das
Versorgungssystem so häufig in Anspruch genommen wie in Deutschland,
meldet "Der Gelbe Dienst" und bezieht sich auf eine europäische
Vergleichsstudie unter Federführung des Picker-Instituts in Oxford.
Die Studie in acht europäischen Ländern belege, dass es weder in
Italien, Großbritannien, Schweden, Slowenien und Spanien noch in Polen
so viele Arztkontakte gebe wie in der Bundesrepublik. So erklärten 42
Prozent der in Deutschland Befragten, dass sie in den vergangenen vier
Wochen einmal beim Arzt waren. In Schweden waren es gerade einmal 14
Prozent. 83 Prozent suchten binnen eines Jahres mindestens einmal eine
Versorgungsreinrichtung auf. In der Schweiz waren es 69 Prozent, in
Großbritannien 53, in Italien 48 Prozent. Die im europäischen
Vergleich starke Inanspruchnahme gesundheitlicher
Versorgungseinrichtungen korrespondiere mit der Furcht der Befragten,
dass sich die Qualität mangels Geld weiter negativ entwickeln und die
Tendenz zur Zwei-Klassen-Medizin zunehmen werde.
[ Quelle + ©: pr/dgd in zm
93, Nr. 21 2003, (2632) ]

12.)
Alternativmedizin: Manchmal zahlt die Kasse doch
Über 85 Prozent der Deutschen haben Beschwerden
schon einmal mit Naturheilverfahren behandelt. Meist müssen Patienten
die Kosten aus eigener Tasche tragen. Dennoch besteht die Chance,
dass alternative Therapien oder Naturarzneien zumindest teilweise von
den gesetzlichen Kassen bezahlt werden, wie die Zeitschrift VITAL in
ihrer neuen Ausgabe berichtet.
Versicherte sollten ihre Kasse dazu um eine Liste der
Naturheilverfahren bitten, die erstattet werden. Steht die gewünschte
Therapie auf der Liste, sollte man sich von seinem Arzt einen
Diagnose- und Therapiebericht geben lassen und diesen bei der Kasse
einreichen. Außerdem kann man bei der Kasse anrufen und deren
Vertrauensapotheker fragen, welche Medikamente bezahlt werden.
Patienten sollten auch klären, ob sie an einem Modellprojekt der
Kasse teilnehmen können, das die Wirksamkeit der gewünschten Methode
untersucht.
Bezuschusst wird von vielen gesetzlichen Krankenkassen
beispielsweise die Lymphdrainage. Diese spezielle Massage wird
beispielsweise nach bestimmten chirurgischen Eingriffen, bei
Heuschnupfen, Knochenbrüchen, Rheuma oder nach einem Unfall
angewandt. Bei ärztlicher Verordnung übernehmen die meisten Kassen
eine Zuzahlung von 15 Prozent pro Anwendung.
Auch bei der Akupunktur übernehmen einige Kassen im Rahmen eines
bundesweiten Modellversuchs die Kosten bei Kopfschmerzen,
Lendenwirbelsäulen-Beschwerden und chronischen Schmerzen bei>
Gelenkerkrankungen. Voraussetzung ist auch hier, dass die Akupunktur
vom Arzt verschrieben wurde.
Pflanzliche Medikamente müssen ab dem 1. Januar 2004 von den
Patienten selbst bezahlt werden. Ausnahme sind Kinder bis 12 Jahre
und Jugendliche bis 17 Jahre mit Entwicklungsstörungen. Derzeit wird
vom Gesetzgeber eine Liste mit Naturarzneien vorbereitet, die
verschreibungspflichtig bleiben sollen. Welche Wirkstoffgruppen diese
"Positivliste" umfasst, steht allerdings noch nicht fest.
[Quelle: VITAL; Esther Langmaack , Tel.:
040/2717-3121]

13.) Dramatische Zunahme der
Lebensmittelallergien zu erwarten
Normalerweise dient die körpereigene Abwehr dem Schutz des Organismus vor
gefährlichen Umwelt-Substanzen, wie z.B. Bakterien, Viren, Pilzen oder
Giftstoffen. Im Gegensatz dazu registriert das fehlgesteuerte Immunsystem bei
einer Allergie falsch auf an sich harmlose, körperfremde Substanzen
(Blütenpollen, Nahrungsbestandteile, Medikamente usw.) und stuft diese
als potentiell gefährlich ein. Über eine dramatische Zunahme von
Lebensmittelallergien berichten Experten:
"Lebensmittel-Allergien nehmen nach Angaben von Fachleuten in den
westlichen Industrieländern dramatisch zu. In Deutschland,
Großbritannien und den USA habe bereits jeder fünfte Einwohner
zumindest eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit, sagte Professor
Stephan Bischoff von der Medizinischen Hochschule Hannover bei einem
internationalen Kongress von Ernährungs-Medizinern in Göttingen. Ein
bis zwei Prozent aller Erwachsenen und zwei bis sechs Prozent aller
Kinder hätten mit "echten" Allergien zu kämpfen.
Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist nach den Worten
Bischoffs ein Übermaß von Hygiene schon im Kindesalter. Das
Immunsystem könne sich nur dann normal entwickeln, wenn es einer
gewissen Belastung durch Krankheitserreger ausgesetzt sei. "Wir leben
zu sauber", erklärte Bischoff."

14.) Zahnpasta aus Krabbenschalen
Wertlose Krebs- und Krabbenschalen könnten schon bald
zu Zahnpasta verarbeitet werden. Wissenschafter der Universität von
Portsmouth, Großbritannien, haben im Chitinpanzer der Krustentiere
wertvolle Substanzen gefunden, die Zahnbelag vermindern und
Infektionen im Mund verhindern. Die Zahnpasta beinhaltet eine klebrige
chemische Substanz, die Bakterien töten kann. Im Mund soll die Paste
verhindern, dass es zur Kariesbildung oder zur Entwicklung von
Bakterien kommt. Der Wirkstoff heißt Chitosan und stammt aus den
Chitinschalen der Krebse und Krabben. Die Wissenschafter haben das
Chitosan mit einer Glycerol-Basis vermengt und dann eine Zahnpasta
konzipiert.
Nach Ansicht der Forscher soll die neue Zahnpasta bereits innerhalb
eines Jahres auf den Markt kommen. Der Vorteil der Zahnpasta sei, dass
die aktiven Partikel bis zu vier Stunden im Mund blieben. Die Forscher
wollen diese Zeit bis auf 24 Stunden verlängern.
[ Quelle: © 2003
www.medaustria.at ]
Basics:
Zahnpasta im Lexikonteil

15.)
Zuzahlungen - Ab 2004 gravierende
Änderungen für Apotheken
Patienten müssen sich zum
Jahreswechsel 2004 auf gravierende Änderungen bei den Zuzahlungen in
der Apotheke einstellen. Die bisherigen Befreiungsbescheinigungen für
chronisch Kranke verlieren Ende 2003 durch die Gesundheitsreform ihre
Gültigkeit. Darauf machte die Bundesvereinigung Deutscher
Apothekerverbände (ABDA) in Berlin aufmerksam.
Während Chroniker bislang ab dem zweiten Jahr ihrer Erkrankung
komplett von der Zuzahlung befreit werden konnten, müssen sie in
Zukunft jedes Jahr bis zu einem Prozent ihres Brutto-Jahreseinkommens
selbst tragen. Alle anderen Patienten, mit Ausnahme von Kindern und
Jugendlichen, müssen bis zu zwei Prozent selbst tragen.
Um in den Genuss einer späteren Befreiung zu kommen, sollten Kranke ab
1. Januar 2004 Belege ihrer Zuzahlungen sammeln und gegebenenfalls bei
ihrer Krankenkasse einreichen. Bei den Zuzahlungsgrenzen werden
Selbstbeteiligung bei Medikamenten, Heilmitteln, im Krankenhaus und
die neue Praxisgebühr von zehn Euro je Arztbesuch pro Quartal
berücksichtigt.
Bei Medikamenten werden künftig zehn Prozent des Preises als Zuzahlung
fällig - mindestens jedoch fünf, höchstens aber zehn Euro. Bisher lag
die Zuzahlung zwischen mindestens vier und höchstens fünf Euro. Die
Apotheker schätzen, dass auf Dauer weiterhin 50 Prozent aller
Zuzahlungen frei von Selbstbeteiligung bleiben werden. 80 Prozent
aller Zuzahlungen würden fünf Euro betragen und damit nicht wesentlich
mehr als bisher. Erstmals müssen sich Sozialhilfeempfänger beteiligen.
Für Singles unter ihnen kann das 35 Euro im Jahr ausmachen, für
Familien 70 Euro.
Durch neue Abschlags- und Rabattregeln für Apotheken, Hersteller und
Großhandel werden nach Einschätzung der Apotheker bisher preisgünstige
verschreibungspflichtige Arzneien teurer, die Medikamente der
mittleren und höheren Preislagen dagegen jedoch deutlich billiger.
Dies werde die Kosten der Krankenkassen dämpfen.
[ Quelle: mn/dpa,
zm-online vom 28.11. ]

16.) Zum Schluss:
Neujahrsgebet
Herr, setze dem
Überfluss Grenzen
und lasse die Grenzen überflüssig werden.
Lasse die Leute kein falsches Geld machen,
aber auch das Geld keine falschen Leute!
Nimm den Ehefrauen das letzte Wort
und erinnere die Ehemänner an ihr Erstes.
Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit
und der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamte, Geschäfts- und
Arbeitsleute,
die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.
Gib den Regierenden ein besseres Deutsch
und den Deutschen eine bessere Regierung.
Herr, sorge dafür,
dass wir alle in den Himmel kommen,
aber nicht sofort.
Neujahrsgebet des Pfarres von St.Lamberti,
Münster/Westf., aus dem Jahr 1883
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