Zahnärztlicher NewsLetter Nr. 12/2005/ 1. Dezember 2005

Wieder ein Jahr setzt zum Endspurt an. Auch dieses Jahr wünschen wir Ihnen eine stressfreie Vorweihnachtszeit, verbunden mit den besten Wünschen für die vielen Feiertage, die noch bevorstehen. Und geben Sie acht: So manches Pfund ist zwar schnell drauf, aber es dauert ewig, bis es wieder runter ist!

Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion

 


Inhalt

 1.) Erste umfassende Bilanz der Festzuschüsse mit unterschiedlichem Ergebnis
 2.) Zahn-Implantologen mit Preisgarantie und Gewährleistung
 3.)
Implantate und Medikamente gegen Osteoporose: Bisphosphonate stören Heilungsprozess im Knochen
 4.) Schweizer "Mikro-Zahnbürste" für unterwegs
 5.)
Bald bundesweit Beratungsstellen für Zahnpatienten
 6.)
Abwanderungswelle von Zahnärzten ins Ausland befürchtet
 7.) Essen braucht seine Zeit - Zeitpunkt des Essens entscheidend für Wohlbefinden

 8.)
Deutschland ist Spitze bei Arztkontakten pro Jahr
 9.) Zu Risiken und Nebenwirkungen: Lesen Sie die Packungsbeilage?
10.)
Nicht genetisch - warum sich Krebsfälle in der Familie häufen können
11.) Koalitionspapier: Große Lücken zwischen Anspruch und Wirklichkeit
12.)
Zum Schluss: Leider wahr


1.) Erste umfassende Bilanz der Festzuschüsse mit unterschiedlichem Ergebnis

Die zum Jahresbeginn 2005 neu eingeführten Festzuschüsse haben ein Teilgebiet der Zahnheilkunde erheblich verändert. Wir haben ausführlich in den letzten Monaten darüber berichtet und nicht mit Lob und Kritik gespart (==> http://www.ziis.de/newsletter_07_05.htm). Kritik besonders deshalb, weil eine auch heute noch bestehende erhebliche Verkomplizierung und Verwaltungsmehrbelastung eingetreten ist. Ebenso haben wir schlüssig dargelegt, dass keine kostenneutrale Umstrukturierung unter Praxisbedingungen durchgeführt wurde. Lob besonders deshalb, da die neuen Festzuschüsse vom Kern her ein Schritt in die richtige Richtung sind und eine Zahnmedizin auf international hohem Niveau auf Dauer auch in Zukunft sicher stellen können.
Anfang November haben sowohl die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), wie auch die Spitzenverbände der Krankenkassen eine Bilanz auf Grund von aussagekräftigen Zahlen gezogen. Das Ergebnis ist - je nach Blickwinkel - fast diametral. Leider steht in beiden Pressemeldungen nichts dazu, dass nach Hochrechnungen die Krankenkassen im Jahr 2005 nur 55 bis 60 Prozent des für Zahnersatz zur Verfügung stehenden Ausgabenvolumens von 3,7 Milliarden Euro bezahlen werden. So könnte im Prinzip das gesamte Sparvolumen der Gesetzlichen Krankenversicherung für 2005 durch fehlende zahnärztliche Behandlungen erbracht werden. Allein schon deswegen ist es dringend geboten, das undurchsichtige, von Bürokratie geprägte Festzuschuss-System zu überarbeiten und entsprechend höhere Festzuschüsse an die Versicherten zu zahlen.
Nachfolgend die beiden Pressemeldungen dazu:

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung: Festzuschusssystem für Zahnersatz besteht Praxistest

"Das Versorgungsniveau wird gehalten, die Kassenzuschüsse der Patienten sind fast durchweg gleich hoch wie im letzten Jahr, und die Zahnärzte rechnen sehr moderat ab. Das System ist also stimmig."
Mit diesen Worten fasste der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Jürgen Fedderwitz, die Ergebnisse umfangreicher statistischer Untersuchungen zusammen, die die Zahnärzteschaft dem Bundesgesundheitsministerium zehn Monate nach der Einführung der befundbezogenen Festzuschüsse für Zahnersatz in der gesetzlichen Krankenversicherung vorgelegt hat.
Laut Fedderwitz zeigen die Ergebnisse, dass der massive Ausgabenrückgang der Krankenkassen für Zahnersatz in den ersten Monaten des Jahres auf die Systemumstellungseffekte, nicht aber auf das System selbst zurückzuführen ist: "Die Patienten kommen wieder mehr in die Praxen. Im Juli lag das Ausgabenniveau nur noch 11,8 Prozent unter dem Vorjahresmonat."
Der Zahnärzteschaft attestierte Fedderwitz einen äußerst verantwortungsvollen Umgang mit dem neuen System. Da wo Privatleistungen anfielen, würden sie sehr moderat abgerechnet. "Die Zeche zahlt also nicht der Patient. Das weiß man auch im Ministerium", so Fedderwitz weiter. Die positiven Ergebnisse der umfangreichen KZBV-Erhebungen würden durch einen Forschungsbericht des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) bestätigt. Damit sei belegt, dass Zahnärzte und Krankenkassen im Gemeinsamen Bundesausschuss ihre Arbeit ordentlich gemacht hätten.
Handlungsbedarf sieht die KZBV bei den Zuschüssen zu Zahnersatz-Reparaturen. Hier müssten die Patienten jetzt zum Teil deutlich mehr bezahlen als früher. Fedderwitz warnte aber vor Veränderungen am System: "Wir werden in 2005 Minderausgaben haben. Die GKV wird aber in 2006 schon mehr zahlen müssen, selbst wenn die Zahl der Behandlungsfälle auf dem derzeitigen Stand bleibt. Und wenn die Zahl steigt, werden die Ausgaben deutlich höher sein. Wer unter diesen Umständen glaubt, Struktur oder Höhe der Festzuschüsse leichtfertig antasten zu können, der gräbt das nächste große Finanzierungsloch in der GKV."

Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Krankenkassen: Kassen warnen vor finanziellen Belastungen für Zahnersatz durch die Privatabrechnung von Zahnärzten

Beim Zahnersatz müssen Versicherte seit Einführung der Festzuschüsse im Januar 2005 deutlich mehr privat zuzahlen als noch im Vorjahr, wenn sie sich mit dem Zahnarzt auf zusätzliche, privat abzurechnende Leistungen verständigen. Dies belegt eine repräsentative Auswertung von rd. 160 000 Heil- und Kostenplänen, die zwischen Januar und September 2005 zur Genehmigung vorgelegt wurden. Für die Vorjahresauswertung wurden knapp 190 000 Heil- und Kostenpläne, einschließlich vorgelegter Mehrkostenvereinbarungen genutzt. Dadurch ist die Vergleichbarkeit der Daten aus den beiden Jahren gegeben und die Validität der Ergebnisse sichergestellt.
Waren 2004 noch rd. zwei Drittel aller Zahnersatz-Versorgungen ohne Mehrkostenvereinbarung, so sind dies im laufenden Jahr für die vergleichbare Regelversorgung nur noch 45 Prozent. In über der Hälfte (55 %) der Fälle aus den ersten drei Quartalen des Jahres 2005 wurde eine gleichartige oder andersartige Versorgung und damit privat abzurechnende Leistungen geplant. Die durchschnittlichen Gesamtkosten je geplantem Fall stiegen um 13 Prozent von 1.277,40 Euro (2004) auf 1.443,34 Euro (2005).
Grundlage aller in dieser Pressemitteilung genannter Zahlen sind Auswertungen der AOK Bayern. Nach wie vor ist festzustellen, dass viele genehmigte Heil- und Kostenpläne nicht durchgeführt werden. Sollte dieser Trend anhalten, droht bundesweit eine erhebliche Verschlechterung der Zahngesundheit vor allem von Menschen mit niedrigem oder durchschnittlichem Einkommen. Und genau das Gegenteil, die Verbesserung der Zahngesundheit für alle auf der Grundlage einer präventionsorientierten Zahnheilkunde, sollte mit der Einführung der Festzuschüsse erreicht werden.
Die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen haben eine wissenschaftliche Studie bei der Planungsgruppe M+M AG, Hamburg in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse Ende 2005 vorliegen werden. Auf dieser Basis werden die Kassen dann dem Gesetzgeber konkrete Vorschläge machen können, wie die Zahngesundheit in Deutschland weiter gesichert und wie die Benachteiligung weiter Bevölkerungskreise bei der Zahngesundheit behoben werden kann. Kurzfristig möglich und sinnvoll sind nach heutigem Kenntnisstand jedoch bereits zwei einfache und wirksame Maßnahmen: Der Gesetzgeber könnte den Zahnärzten vorschreiben, dass der Heil- und Kostenplan für gesetzlich Krankenversicherte den Anforderungen nach Transparenz entsprechen muss, wie sie heute für die Heil- und Kostenpläne für Privatversicherte als Mindestanforderungen gelten. Darüber hinaus sollte der Krankenversicherung Gelegenheit gegeben werden, für ihre Versicherten mit den Zahnärzten auch Tarife für die gleichartigen und andersartigen Leistungen vereinbaren zu können. Damit wären die Patienten in diesen Bereichen nicht mehr der Abrechnung überhöhter Preise nach der privatärztlichen Gebührenordnung ausgeliefert.

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2.) Zahn-Implantologen mit Preisgarantie und Gewährleistung

(ots) - Immer mehr Patienten entscheiden sich für Zahnimplantate, weil sie als bestmögliche Zahnersatzform gelten. Da es seit 2005 auch für Kassenpatienten einen Zuschuss für den Zahnersatz auf Implantaten gibt, hat hier das Interesse besonders zugenommen. Mittlerweile werden in Deutschland jährlich ca. 400 000 Implantatbehandlungen durchgeführt, Tendenz steigend.
Das Vertrauen wächst zurecht: über 95% der Implantate heilen ein. Seit 5 Jahren ist die Internetplattform www.implantate.com  eine Anlaufstelle für alle Informationen rund um Zahnimplantate. Mittlerweile begrüßt die Seite 40.000 Besucher im Monat, die sich unabhängig über die Möglichkeiten der Implantatbehandlung informieren. Vom Behandlungsablauf über Kosten bis zu den Risiken werden die Informationen patientengerecht und verständlich angeboten. Für individuelle Fragen steht ein gut betreutes Forum zur Verfügung.
Alle Informationen - auch die der Spezialisten im Forum - sind für die Besucher selbstverständlich kostenfrei. Auch bei der Suche nach dem richtigen Behandler ist implantate.com behilflich: im Implantologenregister werden monatlich fast 10000 Suchanfragen nach Implantat-Spezialisten in Deutschland und der Schweiz gestellt.
Da die Erfahrung des Behandlers für den Erfolg besonders wichtig ist, nimmt implantate.com nur qualifizierte Implantologen in das Register auf. Sogar eine 2-jährige Gewährleistung wird von den Spezialisten angeboten.
Für viele Patienten ist die Spannbreite bei den Kosten ein zentrales Thema. Auch hier hat implantate.com reagiert. Seit neuestem können über das Register deutschlandweit Implantologen gefunden werden, die ein Standardimplantat inklusive Krone für unter 1.900 EUR Gesamtkosten anbieten. Damit ist implantate.com die einzige Anlaufstelle, bei der Patienten Implantologen mit Qualifikation, Gewährleistung und Preisgarantie finden können.
Im Rahmen der Aktion "Fairness in der Implantologie" verzichten die Implantologen bei Kassenpatienten übrigens darauf, die Erstberatung/Erstuntersuchung privat in Rechnung zu stellen.

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3.) Zahn-Implantate und Medikamente gegen Osteoporose: Bisphosphonate stören Heilungsprozess im Knochen

(ots) - Anlässlich der Gutachterkonferenz Implantologie des Bundesverbandes der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa (BDIZ EDI) in Kooperation mit der Zahnärztekammer Hessen am 22. Oktober 2005 in Frankfurt wurde auch das Thema Bisphosphonate und ihre Wirkung auf Implantate diskutiert. Bisphosphonate wirken dem Knochenabbau entgegen, indem sie die Knochenresorption hemmen. Der so verlangsamte Knochenstoffwechsel behindert die Einheilung von Implantaten. Der BDIZ EDI empfiehlt daher den implantologischen Praxen eine Erweiterung des Anamnesebogens um diese Frage und Patienten mit Osteoporose, die möglichen Risiken bei der Planung einer implantologischen Versorgung zu beachten.

Die Implantologie ist mit Erfolgsraten über 90% das bei weitem erfolgreichste Gebiet beim Ersatz von Körperteilen. Die Einheilung der Implantate, die als künstliche Zahnwurzeln den Zahnersatz tragen, ist allerdings abhängig vom Gesundheitszustand des Patienten. Im Sommer dieses Jahres bereits warnte die American Academy of Periodontology (AAP) vor der Implantation bei Patienten, die Bisphosphonate einnehmen. Bisphosphonate werden eingesetzt bei Knochentumoren, Kalziumüberschusssyndrom, Osteoporose und Morbus Paget. Inzwischen lassen eine Vielzahl von Studien darauf schließen, dass bei der Behandlung von Tumoren und Osteoporose eingesetzte Bisphosphonate zu Osteonekrosen (Absterben von Knochenzellen) führen können. Der verlangsamte Knochenstoffwechsel behindert die Einheilung von Implantaten.

Der BDIZ EDI ruft alle implantologisch tätigen ZahnÄrzte jetzt dazu auf, ihre Anamnesebögen um die Frage "Nehmen Sie Bisphosphonate?" zu erweitern. Nicht immer sei es den Patienten bewusst, so Dr. Jörg Neugebauer (Vorstandsmitglied BDIZ EDI / Universität zu Köln), ob sie Medikamente dieser Gruppe erhalten oder erhalten haben, da diese Arzneimittel bei Tumorpatienten oft intravenös verabreicht werden. Vor Implantation sei deshalb schon bei dem geringsten Zweifel eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt unbedingt nötig, weil auch nach Absetzen der Medikamente der die Implantation störende Einfluss der Bisphosphonate noch lange nachwirkt. "Bisphosphonate sind letztlich eine Kontraindikation in der Implantologie", so Prof. Dr. Dr. Rolf Singer (Ludwigshafen), "am Knochen sollte dann nicht operiert werden, da er unter Medikation mit dieser Arzneimittelgruppe nur schwer wieder zuheilt." Hinweise auf die Zugehörigkeit zur Gruppe der Bisphosphate liefert die Endung "...dronat" oder auch "..dronsäure" an der Bezeichnung des Medikamentenwirkstoffs.
 
Übersicht von über marktübliche Bisphosphonate (2005, in Klammern: Wirkstoff):
Actonel (Risedronat)
Aredia (Pamidronsäure)
Bondronat (Ibandronsäure)
Bonefos (Clodronsäure)
Clodron Didronel (Etidronsäure)
Fosamax (Alendronsäure)
Ostac (Clodronsäure)
Skelid (Tiludronsäure)
Zometa (Zoledronsäure)

[ © : Birgit Dohlus Pressestelle BDIZ EDI / basic.dent Telefon: 030 / 30824682 Mail:  info@zahndienst.de ]

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4.) Schweizer "Mikro-Zahnbürste" für unterwegs

Was hat nicht schon alles für eine "Zahnreinigung zwischendurch" herhalten müssen, wenn man unterwegs war und sich bestimmte Speisereste partout nicht entfernen ließen. Neu auf dem Markt ist eine Art "Zahnstocher" auf Kunststoffbasis, welcher mit einer Flaumbürste überzogen ist und schonend Speisereste an fast allen Stellen im Mund entfernt. Die "Paro-Brush-Sticks" sind diskret und hygienisch verpackt und in Apotheken und Drogerien erhältlich. Wenn auch anders angegeben, wir empfehlen diese praktischen kleinen Helfer ausschließlich zum Einmalgebrauch und halten nicht viel von der beworbenen Wiederverwendbarkeit.

Mehr im Internet unter http://www.profimed.de/brushsticks_frame.htm

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5.) Bald bundesweit Beratungsstellen für Zahnpatienten

Für Zahnpatienten soll es künftig in ganz Deutschland Beratungsstellen geben, bei denen sie eine zweite Meinung zur ihrem Fall einholen können. Die Einrichtungen sollen binnen eines halben Jahres flächendeckend eingeführt werden, sagte der stellvertretende Vorstandschef der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Wolfgang Eßer. In einigen Regionen gibt es sie schon. Gedacht sei an ein Kooperationsmodell, bei dem zum Beispiel auch Verbraucherschützer mitwirken könnten. Das System werde von der Zahnärzteschaft allein finanziert. Die Zweituntersuchung solle von Zahnärzten "mit besonderer Kompetenz" vorgenommen werden, sagte Eßer. Seit Anfang diesen Jahres gilt für gesetzlich Krankenversicherte ein Preissystem mit Festzuschüssen für Kronen, Brücken oder Prothesen. Bis dahin gab es eine prozentuale Zuzahlung von bis zu 65 Prozent. Die Zahnarztorganisationen lobten auf ihrer Jahrestagung in Berlin die Zuschüsse je nach Befund als "ermutigenden Schritt in die richtige Richtung". Ein Festzuschusssystem sollte "schrittweise auf alle Gebiete der Zahnheilkunde ausgeweitet werden", forderte die Bundeszahnärztekammer. So werde eine gerechte Verteilung der Mittel erreicht.

[
©: zahn-online.de / FVDZ-Newsletter ]

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6.) Abwanderungswelle von Zahnärzten ins Ausland befürchtet

Die deutschen Zahnarztorganisationen befürchten eine Abwanderungswelle von Zahnärzten ins Ausland. Inzwischen hätten sieben Professoren der Zahnmedizin ihren Weggang aus Deutschland angekündigt, berichtete der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Prof. Dr. Georg Meyer, anlässlich des Deutschen Zahnärztetages in Berlin.

Als Gründe nannte er die vergleichsweise niedrigen Gehälter und die gesunkenen Forschungsmittel. Bei den Assistenten gebe es die Tendenz, zur Forschung ins Ausland zu wechseln.
Auch von den praktizierenden Zahnärzten wollen nach Worten des Bundeszahnärztekammer-Präsidenten, Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, viele Deutschland verlassen. Besonders beliebt sei die Schweiz, wo seit vorigem Jahr eine Niederlassungsfreiheit nach EU-Standard gelte.
Die befürchtete Konkurrenz von Zahnmedizinern nach dem EU-Beitritt Polens und Tschechiens im Mai 2004 sei ausgeblieben. Die Kollegen aus diesen Ländern kämen wegen der schlechten Bezahlung nicht nach Deutschland, sondern gingen beispielsweise in die Niederlande oder in die Schweiz.

[©:  sth/dpa, www.zm-online.de ]

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7.) Essen braucht seine Zeit - Zeitpunkt des Essens entscheidend für Wohlbefinden

(aid) - "Werden wir müde, weil wir gerade gegessen haben, oder sollten wir essen, wenn wir müde werden?" Dieser Frage ging Dr. Barbara Knab nach, Schlafforscherin und Wissenschaftspublizistin, im Rahmen der Tagung "Geschmack der Zeiten - Zeiten der Ernährung" Ende September in Tutzing. "Der Mensch hat viermal täglich, und zwar um 9 Uhr, zwischen 12 und 13 Uhr, gegen 17 Uhr und abends ab 22 Uhr, eine gute Fähigkeit, einzuschlafen. Da auch Essen schläfrig macht, ist es gut, zu diesen Zeitpunkten zu essen, da wir sowieso müde werden würden." Schnelles Einschlafen am Abend und das Erreichen von zur körperlichen Erholung notwendigen Tiefschlafphasen wird jedoch durch den richtigen Zeitpunkt des Abendessens sowie eine bewusste Auswahl der Speisen garantiert: "Eine schläfrig machende Sättigung erreicht man am besten mit einer kohlenhydratreichen Mahlzeit. Diese sollte spätestens drei Stunden vor dem Einschlafen verzehrt werden", so Knab. Späte, schwere Mahlzeiten machen zwar müde, führen aber zu einer schlechteren Schlafqualität. Auch Hungergefühl stört den gesunden Schlaf.
Die Bedeutung bestimmter Tageszeiten, die Einfluss auf eine gesunde Ernährung haben können, wurde von Dr. Bernhard Watzl von der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel vertieft: "Regelmäßige Mahlzeiten unterstützen die kognitive Leistungsfähigkeit." So versorgen beispielsweise Frühstück, Mittag- und Abendessen den Körper in rhythmischen Abständen mit notwendiger Energie. "Insbesondere wird dieses bei der Betrachtung des Frühstücks deutlich. Studien belegen, dass eine frühe Mahlzeit die Gesamtenergieaufnahme pro Tag niedriger hält, als ohne diese Mahlzeit. Des Weiteren werden bei Personen, die nicht frühstücken, höhere Cholesterinwerte und eine geringere Insulinsensitivität diagnostiziert." Watzl schlussfolgerte, dass man sich ausreichend Zeit für Haupt- und Nebenmahlzeiten nehmen und konstante Mahlzeitenrhythmen pflegen sollte. Ein bewusster Umgang mit Mahlzeiten und Esszeitpunkten kann also das gesamte Wohlbefinden steigern und somit einen Beitrag zu einer gesunden Ernährung und Lebensweise leisten.

[ ©:  aid, Karolin Lüddecke ]

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8.) Deutschland ist Spitze bei Arztkontakten pro Jahr

Vergleichsstudie der französischen Krankenversicherung in vier EU-Ländern / Patienten erwarten Empfehlungen

(DDB). Deutsche Patienten besuchen im Durchschnitt 5,2mal pro Jahr einen Arzt, niederländische Patienten konsultieren Ärzte statistisch gesehen im gleichen Zeitraum nur 3,2mal. Das sind Ergebnisse einer internationalen Studie, die im Auftrag der französischen Krankenversicherung Caisse nationale d‘assurance maladie (CNAM) gemacht worden ist. Danach gehen Patienten in Frankreich 4,9mal pro Jahr zum Arzt, ein Ergebnis, das sich kaum von der in Spanien ermittelten Besuchsfrequenz (4,8 Patientenbesuche pro Jahr ) unterscheidet.
Befragt wurden in Deutschland, Frankreich, Spanien und den Niederlanden jeweils 250 Allgemeinärzte sowie 1000 Patienten. Das Thema: Arzt-Patienten-Beziehungen in der Praxis.
Der größte Unterschied zwischen Frankreich und den anderen drei Länder wird bei Arzneimittelverschreibungen deutlich: 90 Prozent aller französischen Patienten verlassen nach den Ergebnissen der Studie die Arztpraxis mit einer Verschreibung. In Spanien sind es 83 Prozent, in Deutschland 72 Prozent. Die Vergleichszahl für die Niederlande: 43 Prozent.

Französische und deutsche Patienten sind sich einig, wenn es um ihre Erwartungen an ihren Arzt geht: 83 Prozent der Franzosen und 86 Prozent der Deutschen wünschen sich in der Sprechstunde in erster Linie Empfehlungen und Tipps, die helfen, ihre gesundheitlichen Probleme zu überwinden. Erwünscht sind auch Empfehlungen zum Lebensstil.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: 46 Prozent der französischen Ärzte sowie 36 Prozent ihrer deutschen Kollegen haben den Eindruck, dass Patienten grundsätzlich eine Verschreibung erwarten und ohne das Rezept nicht zufrieden die Praxis verlassen.

Jeder zweite französische Arzt äußert darüber hinaus Zweifel, ob Patienten Empfehlungen zur Gesundheit überhaupt befolgen.

[ ©: http://www.aerztezeitung.de/ ]

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9.) Zu Risiken und Nebenwirkungen: Lesen Sie die Packungsbeilage?

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 57.000 Menschen, weil sie Medikamente falsch dosieren oder Wechsel- und Nebenwirkungen nicht beachten. Viele dieser Todesfälle ließen sich durch verständlichere Beipackzettel vermeiden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).
Für die Studie "Zu Risiken und Nebenwirkungen: Lesen Sie die Packungsbeilage?" befragte Verbraucher bemängelten, dass die Beipackzettel häufig schlecht lesbar und zu umfangreich seien. Gewünscht sind laut Studie konkrete und handlungsorientierte Informationen in einfacher Sprache.

Das WIdO hat unter Berücksichtigung der Änderungswünsche eine alternative Packungsbeilage entwickelt. Das Ergebnis gibt es unter www.aok-presse.de .   

[ ©:   sth/pm, zm-online.de ]

 Basics:   Pharmakon auf  www.zahnwissen.de

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10.) Nicht genetisch - warum sich Krebsfälle in der Familie häufen können

Einen bisher wenig beachteten Grund dafür, warum in manchen Familien überdurchschnittlich viele Angehörige an bösartigen Tumoren erkranken, haben Dr. Justo Lorenzo Bermejo und Prof. Dr. Kari Hemminki aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg aufgezeigt.
Besorgt über die Krebsdiagnose eines nahen Verwandten nehmen dessen Kinder oder Geschwister verstärkt Früherkennungsuntersuchungen wahr, so die Wissenschaftler. Dabei werden vermehrt Tumoren in einem frühen Stadium diagnostiziert, die sonst unter Umständen gar nicht entdeckt worden wären.
Basierend auf den Daten des schwedischen Familienkrebsregisters untersuchten die Epidemiologen die Erkrankungshäufigkeit von fast 1,7 Millionen Nachkommen und Geschwistern von rund 850.000 Krebspatienten. Dabei bezogen sie Fälle von Brust-, Darm-, Lungen-, Gebärmutterhals- und Prostatakrebs sowie Melanome ein. Vergleichsgruppe war die schwedische Allgemeinbevölkerung.
Spielt die Sorge um die eigene Gesundheit wirklich eine Rolle, dann müssten im Jahr der ersten Krebsdiagnose in der Familie besonders viele Tumoren bei den Angehörigen entdeckt werden. In den darauf folgenden Jahren sollte sich die familiäre Häufung verlieren, so die Wissenschaftler. Tatsächlich zeigte sich dieser Zusammenhang deutlich bei Töchtern, deren Mütter an Brustkrebs erkrankt waren: Im Jahr der mütterlichen Diagnose wurde bei ihnen 4,78 Mal häufiger lokal begrenzter Brustkrebs diagnostiziert als bei der Allgemeinbevölkerung. Fünf Jahre später dagegen war kaum noch eine familiäre Häufung zu beobachten. War ein Elternteil am Melanom erkrankt, so wurde der bösartige Hautkrebs bei dessen Nachkommen in Jahr der Diagnose acht Mal häufiger diagnostiziert als in der Allgemeinbevölkerung. Auch bei Geschwistern von Krebspatienten nahm das Risiko, an lokal begrenztem Brust- und Gebärmutterhalskrebs sowie an Prostatakrebs zu erkranken, mit den Jahren nach der Diagnose des Geschwisters ab.

"Unsere Daten zeigen deutlich, dass eine Krebserkrankung eines nahen Angehörigen das familiäre Krebsrisiko künstlich steigert", erläuterte Hemminki. Er rät dazu, diesen Effekt bei der medizinischen Beratung zu familiären Krebsrisiken zu berücksichtigen, um die Ratsuchenden nicht unnötig zu verunsichern.

 [
©zm-online.de ]

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11.) Koalitionspapier: Große Lücken zwischen Anspruch und Wirklichkeit

"Faule Kompromisse" wäre in unseren Augen eine treffende Überschrift über die Koalitionsvereinbarungen der beiden "Volksparteien", welche nach mehrwöchigen Beratungen nun der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Und wieder einmal hat sich bewahrheitet, dass Wahlversprechungen nicht einmal die Luft wert sind, die damit die Stimmbänder zum Schwingen gebracht hat: Anstelle einer angekündigten grundlegenden Auseinandersetzung mit den strukturellen und finanziellen Problemen des Gesundheitswesens und einer Umorientierung zu mutigen und liberalen Lösungen, handelte die Politik wieder nach traditionellem Muster: Weitere Kostendämpfungsgesetze mit zusätzlicher Bürokratie. Der Präsident der Bundeszahnärztekammer analysiert und zeigt die Probleme zum wiederholten Male auf - nur steckt man offensichtlich wieder einmal den Sand in den Kopf oder verlangt Dinge, die einfach nicht zu erbringen sind, will man unser hoch gepriesenes Gesundheitssystem wenigstens noch in den fundamentalen Bereichen funktionieren lassen:

"Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klaffen große Lücken: Obwohl eine Gesundheitsreform erst im Jahr 2006 in Angriff genommen wird, hat die Koalition in ihrem Vertrag bereits einige Punkte zum Gesundheitswesen festgeschrieben. Dabei werden zwar immer wieder Begriffe wie "hohe Qualität", "hochwertige Versorgung", "freiheitliche Ausrichtung" oder "plurales System" verwendet, sie stehen aber nicht im Einklang mit geplanten Maßnahmen wie einer Behandlungspflicht zu Dumpingpreisen im privatzahnärztlichen Bereich oder der Überlegung, nichtärztliche Heilberufe stärker in die Versorgungskonzepte einzubeziehen. Auf diesen Widerspruch hat der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, in einer Pressemitteilung hingewiesen und gleichzeitig den erbitterten Widerstand der deutschen Zahnärzteschaft gegen eine solche Zwangsregulierung angekündigt: "Die einzig erkennbare Form von Liberalität im Koalitionspapier ist die Freiheit, die sich die neuen Regierungspartner mit ihren regressiven Maßnahmen herausnehmen wollen." Der Weg, der so eingeschlagen werde, ende absehbar in einer Einheitsversicherung mit Zwangsbehandlungen zu Ramschpreisen.

Honorare für privatzahnärztliche Behandlungen unterhalb der Gebührensätze der GKV sind, laut Urteil des Bundesverfassungsgerichts, nicht zulässig. Das Vorhaben zur Behandlungspflicht mit festen Gebührensätzen in der GOZ ist mit einem freien Beruf nicht vereinbar. Darüber hinaus lässt der große wirtschaftliche Druck, unter dem viele Zahnarztpraxen inzwischen längst stehen, dies auch ohne massiven Qualitätsverlust nicht zu.

Mit großer Sorge ist darüber hinaus das Vorhaben im Koalitionsvertrag zu sehen, an der aktuellen Systematik des Gesundheitswesens festzuhalten und, wie es wörtlich heißt, "verstärkt durch Pauschalvergütungen kombiniert mit Einzelvergütungsmöglichkeiten für spezielle Leistungen" zu ergänzen. Das passt nicht mit der selbst gestellten Herausforderung der künftigen Bundesregierung zusammen, "die Grundlage für ein leistungsfähiges, solidarisches und demographiefestes Gesundheitswesen" zu schaffen. Das ebenfalls im Koalitionsvertrag formulierte hehre Ziel, Transparenz zu schaffen, wird ausschließlich dadurch verwirklicht, dass Kostenerstattung eingeführt wird. Davon ist natürlich bislang nicht die Rede. Bei vielen anderen Ansätzen, nämlich die freie Arzt- und Kassenwahl zu erhalten bzw. neu zu gewährleisten, ist im Entwurf nicht erkennbar, wie solche Ziele tatsächlich realisiert werden sollen."


[ © : gekürzte PM der Bundeszahnärztekammer vom 14.11.2005 ]

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12.) Zum Schluss: Leider wahr

"Viele Menschen sind zu gut erzogen,
um mit vollem Mund zu sprechen.
Aber sie haben keinerlei Bedenken,
es mit leerem Kopf zu tun."


[ Oscar Wilde, irischer Schriftsteller, 1854-1900 ]

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