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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
12/2005/ 1. Dezember 2005
Wieder ein Jahr setzt zum Endspurt an. Auch dieses Jahr wünschen wir
Ihnen eine stressfreie Vorweihnachtszeit, verbunden mit den besten
Wünschen für die vielen Feiertage, die noch bevorstehen. Und geben Sie
acht: So manches Pfund ist zwar schnell drauf, aber es dauert ewig, bis es
wieder runter ist!
Ihre ZahnNewsLetter-Redaktion
Inhalt
1.)
Erste
umfassende Bilanz der Festzuschüsse mit unterschiedlichem Ergebnis
2.) Zahn-Implantologen mit
Preisgarantie und Gewährleistung
3.)
Implantate und Medikamente gegen Osteoporose: Bisphosphonate stören
Heilungsprozess im Knochen
4.) Schweizer "Mikro-Zahnbürste" für unterwegs
5.)
Bald bundesweit Beratungsstellen für Zahnpatienten
6.)
Abwanderungswelle von Zahnärzten ins Ausland befürchtet
7.) Essen braucht seine Zeit -
Zeitpunkt des Essens entscheidend für Wohlbefinden
8.)
Deutschland ist Spitze bei Arztkontakten pro Jahr
9.) Zu Risiken und
Nebenwirkungen: Lesen Sie die Packungsbeilage?
10.) Nicht
genetisch - warum sich Krebsfälle in der Familie häufen können
11.) Koalitionspapier: Große
Lücken zwischen Anspruch und Wirklichkeit
12.)
Zum Schluss: Leider
wahr
1.)
Erste umfassende Bilanz
der Festzuschüsse mit unterschiedlichem Ergebnis
Die zum Jahresbeginn 2005 neu
eingeführten Festzuschüsse haben ein Teilgebiet der Zahnheilkunde
erheblich verändert. Wir haben ausführlich in den letzten Monaten
darüber berichtet und nicht mit Lob und Kritik gespart (==>
http://www.ziis.de/newsletter_07_05.htm). Kritik besonders
deshalb, weil eine auch heute noch bestehende erhebliche
Verkomplizierung und Verwaltungsmehrbelastung eingetreten ist.
Ebenso haben wir schlüssig dargelegt, dass keine kostenneutrale
Umstrukturierung unter Praxisbedingungen durchgeführt wurde. Lob
besonders deshalb, da die neuen Festzuschüsse vom Kern her ein
Schritt in die richtige Richtung sind und eine Zahnmedizin auf
international hohem Niveau auf Dauer auch in Zukunft sicher stellen
können.
Anfang November haben sowohl die Kassenzahnärztliche
Bundesvereinigung (KZBV), wie auch die Spitzenverbände der
Krankenkassen eine Bilanz auf Grund von aussagekräftigen Zahlen
gezogen. Das Ergebnis ist - je nach Blickwinkel - fast diametral.
Leider steht in beiden Pressemeldungen nichts dazu, dass nach
Hochrechnungen die Krankenkassen im Jahr 2005 nur 55 bis 60 Prozent
des für Zahnersatz zur Verfügung stehenden Ausgabenvolumens von 3,7
Milliarden Euro bezahlen werden. So könnte im Prinzip das gesamte
Sparvolumen der Gesetzlichen Krankenversicherung für 2005 durch
fehlende zahnärztliche Behandlungen erbracht werden. Allein schon
deswegen ist es dringend geboten, das undurchsichtige, von Bürokratie
geprägte Festzuschuss-System zu überarbeiten und entsprechend höhere
Festzuschüsse an die Versicherten zu zahlen.
Nachfolgend die beiden Pressemeldungen dazu:
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung:
Festzuschusssystem für Zahnersatz besteht Praxistest
"Das Versorgungsniveau wird gehalten, die Kassenzuschüsse der
Patienten sind fast durchweg gleich hoch wie im letzten Jahr, und
die Zahnärzte rechnen sehr moderat ab. Das System ist also stimmig."
Mit diesen Worten fasste der Vorstandsvorsitzende der
Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Jürgen
Fedderwitz, die Ergebnisse
umfangreicher statistischer Untersuchungen zusammen, die die
Zahnärzteschaft dem Bundesgesundheitsministerium zehn Monate nach
der Einführung der befundbezogenen Festzuschüsse für Zahnersatz in
der gesetzlichen Krankenversicherung vorgelegt hat.
Laut Fedderwitz zeigen die Ergebnisse, dass der massive
Ausgabenrückgang der Krankenkassen für Zahnersatz in den ersten
Monaten des Jahres auf die Systemumstellungseffekte, nicht aber auf
das System selbst zurückzuführen ist: "Die Patienten kommen wieder
mehr in die Praxen. Im Juli lag das Ausgabenniveau nur noch 11,8
Prozent unter dem Vorjahresmonat."
Der Zahnärzteschaft attestierte Fedderwitz einen äußerst
verantwortungsvollen Umgang mit dem neuen System. Da wo
Privatleistungen anfielen, würden sie sehr moderat abgerechnet. "Die
Zeche zahlt also nicht der Patient. Das weiß man auch im
Ministerium", so Fedderwitz weiter. Die positiven Ergebnisse der
umfangreichen KZBV-Erhebungen würden durch einen Forschungsbericht
des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) bestätigt. Damit sei
belegt, dass Zahnärzte und Krankenkassen im Gemeinsamen
Bundesausschuss ihre Arbeit ordentlich gemacht hätten.
Handlungsbedarf sieht die KZBV bei den Zuschüssen zu
Zahnersatz-Reparaturen. Hier müssten die Patienten jetzt zum Teil
deutlich mehr bezahlen als früher. Fedderwitz warnte aber vor
Veränderungen am System: "Wir werden in 2005 Minderausgaben haben.
Die GKV wird aber in 2006 schon mehr zahlen müssen, selbst wenn die
Zahl der Behandlungsfälle auf dem derzeitigen Stand bleibt. Und wenn
die Zahl steigt, werden die Ausgaben deutlich höher sein. Wer unter
diesen Umständen glaubt, Struktur oder Höhe der Festzuschüsse
leichtfertig antasten zu können, der gräbt das nächste große
Finanzierungsloch in der GKV."
Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der
Krankenkassen: Kassen warnen vor finanziellen Belastungen für
Zahnersatz durch die Privatabrechnung von Zahnärzten
Beim Zahnersatz müssen Versicherte seit Einführung der Festzuschüsse
im Januar 2005 deutlich mehr privat zuzahlen als noch im Vorjahr,
wenn sie sich mit dem Zahnarzt auf zusätzliche, privat abzurechnende
Leistungen verständigen. Dies belegt eine repräsentative Auswertung
von rd. 160 000 Heil- und Kostenplänen, die zwischen Januar und
September 2005 zur Genehmigung vorgelegt wurden. Für die
Vorjahresauswertung wurden knapp 190 000 Heil- und Kostenpläne,
einschließlich vorgelegter Mehrkostenvereinbarungen genutzt. Dadurch
ist die Vergleichbarkeit der Daten aus den beiden Jahren gegeben und
die Validität der Ergebnisse sichergestellt.
Waren 2004 noch rd. zwei Drittel aller Zahnersatz-Versorgungen ohne
Mehrkostenvereinbarung, so sind dies im laufenden Jahr für die
vergleichbare Regelversorgung nur noch 45 Prozent. In über der
Hälfte (55 %) der Fälle aus den ersten drei Quartalen des Jahres
2005 wurde eine gleichartige oder andersartige Versorgung und damit
privat abzurechnende Leistungen geplant. Die durchschnittlichen
Gesamtkosten je geplantem Fall stiegen um 13 Prozent von 1.277,40
Euro (2004) auf 1.443,34 Euro (2005).
Grundlage aller in dieser Pressemitteilung genannter Zahlen sind
Auswertungen der AOK Bayern. Nach wie vor ist festzustellen, dass
viele genehmigte Heil- und Kostenpläne nicht durchgeführt werden.
Sollte dieser Trend anhalten, droht bundesweit eine erhebliche
Verschlechterung der Zahngesundheit vor allem von Menschen mit
niedrigem oder durchschnittlichem Einkommen. Und genau das
Gegenteil, die Verbesserung der Zahngesundheit für alle auf der
Grundlage einer präventionsorientierten Zahnheilkunde, sollte mit
der Einführung der Festzuschüsse erreicht werden.
Die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen haben eine
wissenschaftliche Studie bei der Planungsgruppe M+M AG, Hamburg in
Auftrag gegeben, deren Ergebnisse Ende 2005 vorliegen werden. Auf
dieser Basis werden die Kassen dann dem Gesetzgeber konkrete
Vorschläge machen können, wie die Zahngesundheit in Deutschland
weiter gesichert und wie die Benachteiligung weiter
Bevölkerungskreise bei der Zahngesundheit behoben werden kann.
Kurzfristig möglich und sinnvoll sind nach heutigem Kenntnisstand
jedoch bereits zwei einfache und wirksame Maßnahmen: Der Gesetzgeber
könnte den Zahnärzten vorschreiben, dass der Heil- und Kostenplan
für gesetzlich Krankenversicherte den Anforderungen nach Transparenz
entsprechen muss, wie sie heute für die Heil- und Kostenpläne für
Privatversicherte als Mindestanforderungen gelten. Darüber hinaus
sollte der Krankenversicherung Gelegenheit gegeben werden, für ihre
Versicherten mit den Zahnärzten auch Tarife für die gleichartigen
und andersartigen Leistungen vereinbaren zu können. Damit wären die
Patienten in diesen Bereichen nicht mehr der Abrechnung überhöhter
Preise nach der privatärztlichen Gebührenordnung ausgeliefert.
Basics:
Festzuschüsse auf
www.zahnwissen.de
2.)
Zahn-Implantologen mit Preisgarantie und Gewährleistung
(ots) - Immer mehr Patienten entscheiden sich für
Zahnimplantate, weil sie als bestmögliche Zahnersatzform gelten. Da es
seit 2005 auch für Kassenpatienten einen Zuschuss für den Zahnersatz
auf Implantaten gibt, hat hier das Interesse besonders zugenommen.
Mittlerweile werden in Deutschland jährlich ca. 400 000
Implantatbehandlungen durchgeführt, Tendenz steigend.
Das Vertrauen wächst zurecht: über 95% der Implantate heilen ein. Seit
5 Jahren ist die Internetplattform
www.implantate.com
eine Anlaufstelle für alle Informationen rund um Zahnimplantate.
Mittlerweile begrüßt die Seite 40.000 Besucher im Monat, die sich
unabhängig über die Möglichkeiten der Implantatbehandlung informieren.
Vom Behandlungsablauf über Kosten bis zu den Risiken werden die
Informationen patientengerecht und verständlich angeboten. Für
individuelle Fragen steht ein gut betreutes Forum zur Verfügung.
Alle Informationen - auch die der Spezialisten im Forum - sind für die
Besucher selbstverständlich kostenfrei. Auch bei der Suche nach dem
richtigen Behandler ist implantate.com behilflich: im
Implantologenregister werden monatlich fast 10000 Suchanfragen nach
Implantat-Spezialisten in Deutschland und der Schweiz gestellt.
Da die Erfahrung des Behandlers für den Erfolg besonders wichtig ist,
nimmt implantate.com nur qualifizierte Implantologen in das Register
auf. Sogar eine 2-jährige Gewährleistung wird von den Spezialisten
angeboten.
Für viele Patienten ist die Spannbreite bei den Kosten ein zentrales
Thema. Auch hier hat implantate.com reagiert. Seit neuestem können
über das Register deutschlandweit Implantologen gefunden werden, die
ein Standardimplantat inklusive Krone für unter 1.900 EUR Gesamtkosten
anbieten. Damit ist implantate.com die einzige Anlaufstelle, bei der
Patienten Implantologen mit Qualifikation, Gewährleistung und
Preisgarantie finden können.
Im Rahmen der Aktion "Fairness in der Implantologie" verzichten die
Implantologen bei Kassenpatienten übrigens darauf, die
Erstberatung/Erstuntersuchung privat in Rechnung zu stellen.
Basics:
Implantat auf
www.zahnwissen.de
3.)
Zahn-Implantate und Medikamente gegen Osteoporose: Bisphosphonate
stören Heilungsprozess im Knochen
(ots) - Anlässlich der Gutachterkonferenz Implantologie des
Bundesverbandes der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa
(BDIZ EDI) in Kooperation mit der Zahnärztekammer Hessen am 22.
Oktober 2005 in Frankfurt wurde auch das Thema Bisphosphonate und
ihre Wirkung auf Implantate diskutiert. Bisphosphonate wirken dem
Knochenabbau entgegen, indem sie die Knochenresorption hemmen. Der
so verlangsamte Knochenstoffwechsel behindert die Einheilung von
Implantaten. Der BDIZ EDI empfiehlt daher den implantologischen
Praxen eine Erweiterung des Anamnesebogens um diese Frage und
Patienten mit Osteoporose, die möglichen Risiken bei der Planung
einer implantologischen Versorgung zu beachten.
Die Implantologie ist mit Erfolgsraten über 90% das bei weitem erfolgreichste
Gebiet beim Ersatz von Körperteilen. Die Einheilung der Implantate, die als
künstliche Zahnwurzeln den Zahnersatz tragen, ist allerdings abhängig vom
Gesundheitszustand des Patienten. Im Sommer dieses Jahres bereits warnte die
American Academy of Periodontology (AAP) vor der Implantation bei Patienten, die
Bisphosphonate einnehmen. Bisphosphonate werden eingesetzt bei Knochentumoren,
Kalziumüberschusssyndrom, Osteoporose und Morbus Paget. Inzwischen lassen eine
Vielzahl von Studien darauf schließen, dass bei der Behandlung von Tumoren und
Osteoporose eingesetzte Bisphosphonate zu Osteonekrosen (Absterben von
Knochenzellen) führen können. Der verlangsamte Knochenstoffwechsel behindert die
Einheilung von Implantaten.
Der BDIZ EDI ruft alle implantologisch tätigen ZahnÄrzte jetzt dazu auf, ihre
Anamnesebögen um die Frage "Nehmen Sie Bisphosphonate?" zu erweitern. Nicht
immer sei es den Patienten bewusst, so Dr. Jörg Neugebauer (Vorstandsmitglied
BDIZ EDI / Universität zu Köln), ob sie Medikamente dieser Gruppe erhalten oder
erhalten haben, da diese Arzneimittel bei Tumorpatienten oft intravenös
verabreicht werden. Vor Implantation sei deshalb schon bei dem geringsten
Zweifel eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt unbedingt nötig, weil auch
nach Absetzen der Medikamente der die Implantation störende Einfluss der
Bisphosphonate noch lange nachwirkt. "Bisphosphonate sind letztlich eine
Kontraindikation in der Implantologie", so Prof. Dr. Dr. Rolf Singer
(Ludwigshafen), "am Knochen sollte dann nicht operiert werden, da er unter
Medikation mit dieser Arzneimittelgruppe nur schwer wieder zuheilt." Hinweise
auf die Zugehörigkeit zur Gruppe der Bisphosphate liefert die Endung "...dronat"
oder auch "..dronsäure" an der Bezeichnung des Medikamentenwirkstoffs.
Übersicht von über marktübliche Bisphosphonate (2005, in Klammern: Wirkstoff):
Actonel (Risedronat)
Aredia (Pamidronsäure)
Bondronat (Ibandronsäure)
Bonefos (Clodronsäure)
Clodron Didronel (Etidronsäure)
Fosamax (Alendronsäure)
Ostac (Clodronsäure)
Skelid (Tiludronsäure)
Zometa (Zoledronsäure)
[ © : Birgit Dohlus Pressestelle BDIZ EDI /
basic.dent Telefon: 030 / 30824682 Mail:
info@zahndienst.de ]
Basics:
Implantate auf
www.zahnwissen.de
4.)
Schweizer
"Mikro-Zahnbürste" für unterwegs

Was hat nicht schon alles für eine
"Zahnreinigung zwischendurch" herhalten müssen, wenn man unterwegs
war und sich bestimmte Speisereste partout nicht entfernen ließen.
Neu auf dem Markt ist eine Art "Zahnstocher" auf Kunststoffbasis,
welcher mit einer Flaumbürste überzogen ist und schonend Speisereste
an fast allen Stellen im Mund entfernt. Die "Paro-Brush-Sticks"
sind diskret und hygienisch verpackt und in Apotheken und Drogerien
erhältlich. Wenn auch anders angegeben, wir empfehlen diese
praktischen kleinen Helfer ausschließlich zum Einmalgebrauch und
halten nicht viel von der beworbenen Wiederverwendbarkeit.
Mehr im Internet unter
http://www.profimed.de/brushsticks_frame.htm
Basics: Mundhygiene auf
www.zahnwissen.de
5.)
Bald bundesweit Beratungsstellen für Zahnpatienten
Für Zahnpatienten soll es künftig
in ganz Deutschland Beratungsstellen geben, bei denen sie eine
zweite Meinung zur ihrem Fall einholen können. Die Einrichtungen
sollen binnen eines halben Jahres flächendeckend eingeführt werden,
sagte der stellvertretende Vorstandschef der Kassenzahnärztlichen
Bundesvereinigung, Wolfgang Eßer. In einigen Regionen gibt es sie
schon. Gedacht sei an ein Kooperationsmodell, bei dem zum Beispiel
auch Verbraucherschützer mitwirken könnten. Das System werde von der
Zahnärzteschaft allein finanziert. Die Zweituntersuchung solle von
Zahnärzten "mit besonderer Kompetenz" vorgenommen werden, sagte Eßer.
Seit Anfang diesen Jahres gilt für gesetzlich Krankenversicherte ein
Preissystem mit Festzuschüssen für Kronen, Brücken oder Prothesen.
Bis dahin gab es eine prozentuale Zuzahlung von bis zu 65 Prozent.
Die Zahnarztorganisationen lobten auf ihrer Jahrestagung in Berlin
die Zuschüsse je nach Befund als "ermutigenden Schritt in die
richtige Richtung". Ein Festzuschusssystem sollte "schrittweise auf
alle Gebiete der Zahnheilkunde ausgeweitet werden", forderte die
Bundeszahnärztekammer. So werde eine gerechte Verteilung der Mittel
erreicht.
[©:
zahn-online.de / FVDZ-Newsletter ]
Basics:
Zweitmeinung auf
www.zahnwissen.de
6.)
Abwanderungswelle von
Zahnärzten ins Ausland befürchtet
Die deutschen Zahnarztorganisationen befürchten eine
Abwanderungswelle von Zahnärzten ins Ausland. Inzwischen hätten
sieben Professoren der Zahnmedizin ihren Weggang aus Deutschland
angekündigt, berichtete der Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Prof. Dr. Georg Meyer, anlässlich
des Deutschen Zahnärztetages in Berlin.
Als Gründe nannte er die vergleichsweise niedrigen Gehälter und die
gesunkenen Forschungsmittel. Bei den Assistenten gebe es die
Tendenz, zur Forschung ins Ausland zu wechseln.
Auch von den praktizierenden Zahnärzten wollen nach Worten des
Bundeszahnärztekammer-Präsidenten, Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, viele
Deutschland verlassen. Besonders beliebt sei die Schweiz, wo seit
vorigem Jahr eine Niederlassungsfreiheit nach EU-Standard gelte.
Die befürchtete Konkurrenz von Zahnmedizinern nach dem EU-Beitritt
Polens und Tschechiens im Mai 2004 sei ausgeblieben. Die Kollegen
aus diesen Ländern kämen wegen der schlechten Bezahlung nicht nach
Deutschland, sondern gingen beispielsweise in die Niederlande oder
in die Schweiz.
[©: sth/dpa,
www.zm-online.de ]
Basics:
Gesundheitswesen auf
www.zahnwissen.de
7.) Essen
braucht seine Zeit - Zeitpunkt des Essens entscheidend für Wohlbefinden
(aid) - "Werden wir
müde, weil wir gerade gegessen haben, oder sollten wir essen, wenn wir
müde werden?" Dieser Frage ging Dr. Barbara Knab nach, Schlafforscherin
und Wissenschaftspublizistin, im Rahmen der Tagung "Geschmack der Zeiten
- Zeiten der Ernährung" Ende September in Tutzing. "Der Mensch hat
viermal täglich, und zwar um 9 Uhr, zwischen 12 und 13 Uhr, gegen 17 Uhr
und abends ab 22 Uhr, eine gute Fähigkeit, einzuschlafen. Da auch Essen
schläfrig macht, ist es gut, zu diesen Zeitpunkten zu essen, da wir
sowieso müde werden würden." Schnelles Einschlafen am Abend und das
Erreichen von zur körperlichen Erholung notwendigen Tiefschlafphasen
wird jedoch durch den richtigen Zeitpunkt des Abendessens sowie eine
bewusste Auswahl der Speisen garantiert: "Eine schläfrig machende
Sättigung erreicht man am besten mit einer kohlenhydratreichen Mahlzeit.
Diese sollte spätestens drei Stunden vor dem Einschlafen verzehrt
werden", so Knab. Späte, schwere Mahlzeiten machen zwar müde, führen
aber zu einer schlechteren Schlafqualität. Auch Hungergefühl stört den
gesunden Schlaf.
Die Bedeutung bestimmter Tageszeiten, die Einfluss auf eine gesunde
Ernährung haben können, wurde von Dr. Bernhard Watzl von der
Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel vertieft:
"Regelmäßige Mahlzeiten unterstützen die kognitive Leistungsfähigkeit."
So versorgen beispielsweise Frühstück, Mittag- und Abendessen den Körper
in rhythmischen Abständen mit notwendiger Energie. "Insbesondere wird
dieses bei der Betrachtung des Frühstücks deutlich. Studien belegen,
dass eine frühe Mahlzeit die Gesamtenergieaufnahme pro Tag niedriger
hält, als ohne diese Mahlzeit. Des Weiteren werden bei Personen, die
nicht frühstücken, höhere Cholesterinwerte und eine geringere
Insulinsensitivität diagnostiziert." Watzl schlussfolgerte, dass man
sich ausreichend Zeit für Haupt- und Nebenmahlzeiten nehmen und
konstante Mahlzeitenrhythmen pflegen sollte. Ein bewusster Umgang mit
Mahlzeiten und Esszeitpunkten kann also das gesamte Wohlbefinden
steigern und somit einen Beitrag zu einer gesunden Ernährung und
Lebensweise leisten.
[ ©:
aid, Karolin Lüddecke ]
8.)
Deutschland ist Spitze bei Arztkontakten pro Jahr
Vergleichsstudie der französischen
Krankenversicherung in vier EU-Ländern / Patienten erwarten Empfehlungen
(DDB). Deutsche Patienten besuchen im Durchschnitt 5,2mal pro Jahr einen
Arzt, niederländische Patienten konsultieren Ärzte statistisch gesehen im
gleichen Zeitraum nur 3,2mal. Das sind Ergebnisse einer internationalen Studie,
die im Auftrag der französischen Krankenversicherung Caisse nationale
d‘assurance maladie (CNAM) gemacht worden ist. Danach gehen Patienten in
Frankreich 4,9mal pro Jahr zum Arzt, ein Ergebnis, das sich kaum von der in
Spanien ermittelten Besuchsfrequenz (4,8 Patientenbesuche pro Jahr )
unterscheidet.
Befragt wurden in Deutschland, Frankreich, Spanien und den Niederlanden jeweils
250 Allgemeinärzte sowie 1000 Patienten. Das Thema: Arzt-Patienten-Beziehungen
in der Praxis.
Der größte Unterschied zwischen Frankreich und den anderen drei Länder wird bei
Arzneimittelverschreibungen deutlich: 90 Prozent aller französischen Patienten
verlassen nach den Ergebnissen der Studie die Arztpraxis mit einer
Verschreibung. In Spanien sind es 83 Prozent, in Deutschland 72 Prozent. Die
Vergleichszahl für die Niederlande: 43 Prozent.
Französische und deutsche Patienten sind sich einig, wenn es um ihre Erwartungen
an ihren Arzt geht: 83 Prozent der Franzosen und 86 Prozent der Deutschen
wünschen sich in der Sprechstunde in erster Linie Empfehlungen und Tipps, die
helfen, ihre gesundheitlichen Probleme zu überwinden. Erwünscht sind auch
Empfehlungen zum Lebensstil.
Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: 46 Prozent der französischen Ärzte sowie
36 Prozent ihrer deutschen Kollegen haben den Eindruck, dass Patienten
grundsätzlich eine Verschreibung erwarten und ohne das Rezept nicht zufrieden
die Praxis verlassen.
Jeder zweite französische Arzt äußert darüber hinaus Zweifel, ob Patienten
Empfehlungen zur Gesundheit überhaupt befolgen.
[ ©:
http://www.aerztezeitung.de/ ]
9.)
Zu Risiken und Nebenwirkungen: Lesen Sie die Packungsbeilage?
Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 57.000 Menschen, weil
sie Medikamente falsch dosieren oder Wechsel- und Nebenwirkungen nicht
beachten. Viele dieser Todesfälle ließen sich durch verständlichere
Beipackzettel vermeiden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des
Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) und der Verbraucherzentrale
Bundesverband (vzbv).
Für die Studie "Zu Risiken und Nebenwirkungen: Lesen Sie die
Packungsbeilage?" befragte Verbraucher bemängelten, dass die
Beipackzettel häufig schlecht lesbar und zu umfangreich seien. Gewünscht
sind laut Studie konkrete und handlungsorientierte Informationen in
einfacher Sprache.
Das WIdO hat unter Berücksichtigung der Änderungswünsche eine
alternative Packungsbeilage entwickelt. Das Ergebnis gibt es unter
www.aok-presse.de
.
[
©: sth/pm,
zm-online.de ]
Basics:
Pharmakon auf
www.zahnwissen.de
10.)
Nicht genetisch - warum sich Krebsfälle in der Familie häufen können
Einen bisher wenig beachteten Grund dafür, warum in manchen
Familien überdurchschnittlich viele Angehörige an bösartigen Tumoren
erkranken, haben Dr. Justo Lorenzo Bermejo und Prof. Dr. Kari Hemminki
aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg
aufgezeigt.
Besorgt über die Krebsdiagnose eines nahen Verwandten nehmen dessen
Kinder oder Geschwister verstärkt Früherkennungsuntersuchungen wahr,
so die Wissenschaftler. Dabei werden vermehrt Tumoren in einem frühen
Stadium diagnostiziert, die sonst unter Umständen gar nicht entdeckt
worden wären.
Basierend auf den Daten des schwedischen Familienkrebsregisters
untersuchten die Epidemiologen die Erkrankungshäufigkeit von fast 1,7
Millionen Nachkommen und Geschwistern von rund 850.000 Krebspatienten.
Dabei bezogen sie Fälle von Brust-, Darm-, Lungen-, Gebärmutterhals-
und Prostatakrebs sowie Melanome ein. Vergleichsgruppe war die
schwedische Allgemeinbevölkerung.
Spielt die Sorge um die eigene Gesundheit wirklich eine Rolle, dann
müssten im Jahr der ersten Krebsdiagnose in der Familie besonders
viele Tumoren bei den Angehörigen entdeckt werden. In den darauf
folgenden Jahren sollte sich die familiäre Häufung verlieren, so die
Wissenschaftler. Tatsächlich zeigte sich dieser Zusammenhang deutlich
bei Töchtern, deren Mütter an Brustkrebs erkrankt waren: Im Jahr der
mütterlichen Diagnose wurde bei ihnen 4,78 Mal häufiger lokal
begrenzter Brustkrebs diagnostiziert als bei der Allgemeinbevölkerung.
Fünf Jahre später dagegen war kaum noch eine familiäre Häufung zu
beobachten. War ein Elternteil am Melanom erkrankt, so wurde der
bösartige Hautkrebs bei dessen Nachkommen in Jahr der Diagnose acht
Mal häufiger diagnostiziert als in der Allgemeinbevölkerung. Auch bei
Geschwistern von Krebspatienten nahm das Risiko, an lokal begrenztem
Brust- und Gebärmutterhalskrebs sowie an Prostatakrebs zu erkranken,
mit den Jahren nach der Diagnose des Geschwisters ab.
"Unsere Daten zeigen deutlich, dass eine Krebserkrankung eines nahen
Angehörigen das familiäre Krebsrisiko künstlich steigert", erläuterte
Hemminki. Er rät dazu, diesen Effekt bei der medizinischen Beratung zu
familiären Krebsrisiken zu berücksichtigen, um die Ratsuchenden nicht
unnötig zu verunsichern.
[
©: zm-online.de ]
11.)
Koalitionspapier: Große Lücken zwischen Anspruch und Wirklichkeit
"Faule Kompromisse"
wäre in unseren Augen eine treffende Überschrift über die
Koalitionsvereinbarungen der beiden "Volksparteien", welche nach
mehrwöchigen Beratungen nun der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Und
wieder einmal hat sich bewahrheitet, dass Wahlversprechungen nicht
einmal die Luft wert sind, die damit die Stimmbänder zum Schwingen
gebracht hat: Anstelle einer angekündigten grundlegenden
Auseinandersetzung mit den strukturellen und finanziellen Problemen
des Gesundheitswesens und einer Umorientierung zu mutigen und
liberalen Lösungen, handelte die Politik wieder nach traditionellem
Muster: Weitere Kostendämpfungsgesetze mit zusätzlicher Bürokratie.
Der Präsident der Bundeszahnärztekammer analysiert und zeigt die
Probleme zum wiederholten Male auf - nur steckt man offensichtlich
wieder einmal den Sand in den Kopf oder verlangt Dinge, die einfach
nicht zu erbringen sind, will man unser hoch gepriesenes
Gesundheitssystem wenigstens noch in den fundamentalen Bereichen
funktionieren lassen:
"Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klaffen große
Lücken: Obwohl eine Gesundheitsreform erst im Jahr 2006 in Angriff
genommen wird, hat die Koalition in ihrem Vertrag bereits einige
Punkte zum Gesundheitswesen festgeschrieben. Dabei werden zwar immer
wieder Begriffe wie "hohe Qualität", "hochwertige Versorgung",
"freiheitliche Ausrichtung" oder "plurales System" verwendet, sie
stehen aber nicht im Einklang mit geplanten Maßnahmen wie einer
Behandlungspflicht zu Dumpingpreisen im privatzahnärztlichen Bereich
oder der Überlegung, nichtärztliche Heilberufe stärker in die
Versorgungskonzepte einzubeziehen. Auf diesen Widerspruch hat der
Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Dr. Jürgen Weitkamp,
in einer Pressemitteilung hingewiesen und gleichzeitig den erbitterten
Widerstand der deutschen Zahnärzteschaft gegen eine solche
Zwangsregulierung angekündigt: "Die einzig erkennbare Form von
Liberalität im Koalitionspapier ist die Freiheit, die sich die neuen
Regierungspartner mit ihren regressiven Maßnahmen herausnehmen
wollen." Der Weg, der so eingeschlagen werde, ende absehbar in einer
Einheitsversicherung mit Zwangsbehandlungen zu Ramschpreisen.
Honorare für privatzahnärztliche Behandlungen unterhalb der
Gebührensätze der GKV sind, laut Urteil des Bundesverfassungsgerichts,
nicht zulässig. Das Vorhaben zur Behandlungspflicht mit festen
Gebührensätzen in der GOZ ist mit einem freien Beruf nicht vereinbar.
Darüber hinaus lässt der große wirtschaftliche Druck, unter dem viele
Zahnarztpraxen inzwischen längst stehen, dies auch ohne massiven
Qualitätsverlust nicht zu.
Mit großer Sorge ist darüber hinaus das Vorhaben im Koalitionsvertrag
zu sehen, an der aktuellen Systematik des Gesundheitswesens
festzuhalten und, wie es wörtlich heißt, "verstärkt durch
Pauschalvergütungen kombiniert mit Einzelvergütungsmöglichkeiten für
spezielle Leistungen" zu ergänzen. Das passt nicht mit der selbst
gestellten Herausforderung der künftigen Bundesregierung zusammen,
"die Grundlage für ein leistungsfähiges, solidarisches und
demographiefestes Gesundheitswesen" zu schaffen. Das ebenfalls im
Koalitionsvertrag formulierte hehre Ziel, Transparenz zu schaffen,
wird ausschließlich dadurch verwirklicht, dass Kostenerstattung
eingeführt wird. Davon ist natürlich bislang nicht die Rede. Bei
vielen anderen Ansätzen, nämlich die freie Arzt- und Kassenwahl zu
erhalten bzw. neu zu gewährleisten, ist im Entwurf nicht erkennbar,
wie solche Ziele tatsächlich realisiert werden sollen."
[ © : gekürzte PM der
Bundeszahnärztekammer
vom 14.11.2005 ]
12.)
Zum Schluss:
Leider wahr
"Viele Menschen sind zu gut erzogen,
um mit vollem Mund zu sprechen.
Aber sie haben keinerlei Bedenken,
es mit leerem Kopf zu tun."
[ Oscar Wilde, irischer
Schriftsteller, 1854-1900 ]
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