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Zahnärztlicher NewsLetter Nr.
12/2006/ 1. Dezember 2006
Die Versteigerung von Zahnersatz im Internet ist juristisch umstritten,
ärztlicherseits abzulehnen. Wir haben schon mehrfach darüber berichtet. Nun
haben die gerichtlichen Auseinandersetzungen begonnen und ein erstes Urteil
liegt vor: Das Landgericht München I gab einer Klage der Kassenzahnärztlichen
Vereinigung Bayerns statt und stellt fest, das durch das Internetportal
"2te-zahnarztmeinung.de" Zahnärzte dazu angestiftet würden, sich berufsunwürdig
zu verhalten. Andere Zahnärzte würden aus der Behandlung hinausgedrängt. Das
Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Betreiber der Website geht gegen das
Urteil in Berufung. Beide Parteien wollen das Verfahren bis zum
Bundesgerichtshof durchfechten.
Ihre ZahnNewsLetter Redaktion
Inhalt
1.)
Schutz vor Mundgeruch
- tatsächlich?
2.)
Osteoporose kann Einheilung von Implantaten beeinflussen
3.)
Gesündere Zähne durch fluoridiertes
Speisesalz
4.)
Kariesbakterien gezielt eliminieren
5.)
Grippeimpfung zwischen Wunsch und Wirklichkeit
6.)
Warum wir so gerne Naschen - Genetik und Erziehung
7.)
Lebensmittelbestrahlung in Deutschland
- Alles unter Kontrolle
8.)
Energy-Drinks machen nur
kurzfristig munter
9.)
Krankenkassen-Report - Arztdichte seit 1990 um 40
Prozent gestiegen
10.)
Bundesverfassungsgericht
stärkt Datenschutz
11.) Zehn
Zimtsterne pro Woche für Kleinkinder
12.) Neuer Cochrane Review zum
Thema Home-Bleaching
13.)
Zum Schluss: Geiz macht krank
1.)
Schutz vor Mundgeruch - tatsächlich?
(BSMO) Zungenschaber oder -reiniger sind zur Kontrolle
von Mundgeruch (Halitosis) geeignet: Sie bewirken eine bessere Protektion als
eine Zahnbürste. Trotz ihrer statistischen Signifikanz sind die
Unterschiede jedoch nur gering und der Effekt hält lediglich kurze
Zeit an.
Mundgeruch ist ein Problem, das viele Menschen betrifft. So leiden
10-30% der US-Amerikaner und zirka 24% der Japaner daran. In über
85% der Fälle wird die Halitosis durch orale Ursachen hervorgerufen,
auch Sinusitiden (Kieferhöhlenentzündungen), Magenprobleme oder
Ernährung kommen als Auslöser in Frage. Übel riechende flüchtige
Schwefelverbindungen (volatile sulfur compounds, VSC) gelten als die
Hauptbestandteile des Mundgeruchs, sie sind Stoffwechselprodukte
anaerober und vornehmlich gramnegativer Bakterien. Die Zunge dient
dabei vermutlich als Reservoir, das das Verbleiben sowie die
Ansammlung von Bakterien und Nahrungsresten im Mund unterstützt.
Eine gute Zungenreinigung sollte somit gegen Mundgeruch wirksam
sein.
Ein Vergleich verschiedener Methoden wie Zungenschaber, -reiniger,
Zahnbürste oder Mundwässer erscheint daher sinnvoll, so wollte ein
Autorenteam vorhandene Studien zu diesem Thema analysieren. Nach
ausführlicher Datenbanksuche fanden die Mediziner zwei Studien, die
Formen der mechanischen Reinigung wie Zungenschaber, -reiniger
und/oder Zahnbürste miteinander verglichen. Sie konnten keine
Untersuchung zu Mundwässern ausfindig machen. Insgesamt nahmen an
beiden Untersuchungen mit einer Dauer unter vier Wochen 40 über
18-jährige Probanden mit Mundgeruch teil. Die VSC-Konzentrationen
gingen durch Anwendung von Zungenschabern oder -reinigern
signifikant stärker zurück als durch eine Zahnbürste. Doch war der
Unterschied nur gering und der günstigere Effekt hielt nur
kurzfristig an. In Anbetracht der enormen Auswahl an Mundwässern ist
das Fehlen von Studien, die die Effekte von Mundwasser mit denen der
mechanischen Reinigung verglichen, unerwartet und enttäuschend, so
die Autoren. Die beiden ausgewählten Untersuchungen beziehen sich
lediglich auf die mechanische Zungenpflege mit Schabern, Reinigern
und/oder Zahnbürsten. Neue Untersuchungen sollten größere
Probandenzahlen und längere Studienzeiträume einschließen, fassen
die Autoren zusammen.
[
©:
FVDZ-Newsletter; Outhouse TL et al.: A Cochrane systematic review
finds tongue scrapers have short-term efficacy in controlling
halitosis. Gen Dent 2006; 54: 352-359 ]
Basics: Halitosis
im
Zahnlexikon-Online
2.)
Osteoporose kann
Einheilung von Implantaten beeinflussen
Der Bundesverband der implantologisch tätigen
Zahnärzte in Europa (European Association of Dental Implantologists,
BDIZ EDI) hat anlässlich des Weltosteoporosetags auf die Risiken
hingewiesen, die von manchen Osteoporose-Medikamenten ausgehen, wenn
Implantate im Knochen einheilen sollen. Intravenös verabreicht,
können sogenannte Bisphosphonate den Knochenstoffwechsel
verlangsamen und die Einheilung von Implantaten behindern. Die
zahnärztliche Implantologie sei mit Erfolgsraten von mehr als 90
Prozent das bei weitem erfolgreichste Gebiet beim Ersatz von
Körperteilen.
Die Einheilung der Implantate sei allerdings abhängig vom
Gesundheitszustand des Patienten. „Vor der Implantation ist schon bei dem
geringsten Zweifel eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt notwendig“, so
Christian Berger, Präsident des BDIZ EDI. Bisphosphonate werden seit mehr als 20
Jahren erfolgreich bei Knochentumoren, Kalziumüberschusssyndrom, Morbus Paget,
aber auch bei Osteoporose und anderen Knochenstoffwechselstörungen eingesetzt.
Inzwischen lässt eine Vielzahl von Studien darauf schließen, dass hohe Dosen von
Bisphosphonaten bei der Behandlung von Tumoren und Osteoporose zur Osteonekrose
(Absterben von Knochenzellen) führen können. Der dadurch verlangsamte
Knochenstoffwechsel kann auch die Einheilung von Implantaten behindern, heißt es
in der Pressemitteilung des BDIZ EDI. Diese Position des BDIZ EDI werde durch
die jüngste wissenschaftliche Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für
Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK,
www.dgzmk.de) bestätigt.
Solche Patienten bedürften einer intensivierten Betreuung und Nachsorge. „Nicht
immer ist den Patienten bewusst, ob sie solche Medikamente erhalten oder
erhalten haben, weil diese Arzneimittel oft intravenös verabreicht werden“,
sagte Dr. Jörg Neugebauer, Vorstandsmitglied im BDIZ EDI und wissenschaftlicher
Mitarbeiter der Universität Köln. „Bei den intravenös verabreichten Präparaten,
die zur Therapie bösartiger Knochentumoren verordnet werden, sind
Halbwertszeiten von bis zu zehn Jahren in der Literatur angegeben. Bei den oral
verabreichten Präparaten sollen die Halbwertzeiten geringer sein – auch der
negative Effekt oraler Einnahme zum Beispiel bei Osteoporose wird wesentlich
geringer eingestuft.“ Nach Absetzen der Medikamente könne der für die
Implantation schädliche Einfluss der Bisphosphonate noch lange nachwirken.
Hinweise auf die Zugehörigkeit zur Gruppe der Bisphosphonate liefert die Endung
„-dronat“ oder auch „-dronsäure“ am Namen des Medikamentenwirkstoffs, so der
BDIZ EDI.
[
©:
Die
Zahnarztwoche ]
Basics:
Bisphosphonate
im
Zahnlexikon-Online
3.)
Gesündere Zähne durch fluoridiertes Speisesalz
Seit nunmehr 15 Jahren kann auch in Deutschland direkt beim Essen
gegen Karies vorgebeugt werden, und zwar durch fluoridiertes
Speisesalz. Das als Jodsalz mit Fluorid erhältliche Speisesalz ist
bis jetzt aber nur für die Verwendung im Privathaushalt zugelassen.
Der Nutzen dieses Salzes ist jedoch eindeutig, denn in Verbindung
mit der regelmäßigen Verwendung von fluoridhaltiger Zahncreme kann
dieses Salz das Kariesaufkommen um etwa 50 Prozent reduzieren.
Deshalb fordern Zahngesundheitsexperten, dass auch Kantinen, Mensen,
Restaurants sowie Bäckereien eine Zulassung zur Verwendung dieses
Salzes erhalten sollten.
Die Zahnkaries ist neben Zahnfleischentzündungen heute noch die
häufigste Erkrankung im Mund. Rund 95 Prozent der Erwachsenen haben
unter dieser Volkskrankheit zu leiden, wie Dr. Dietmar Oesterreich,
Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, bei einer Pressekonferenz
der Informationsstelle für Kariesprophylaxe des Deutschen
Arbeitskreises für Zahnheilkunde sagte. Für zahnerhaltende Maßnahmen und Zahnersatz mussten die gesetzlichen
Krankenkassen 2003 knapp zwölf Milliarden Euro ausgeben, das sind
mehr als 8 Prozent ihrer gesamten Leistungsausgaben. Dabei gibt es
vielfältige Möglichkeiten einer wirksamen Vorbeugung. So konnte bei
den 12-Jährigen in Deutschland durch eine ausgewogene Ernährung,
durch regelmäßiges Zähneputzen, die Anwendung von Fluoriden,
gruppenprophylaktische Maßnahmen in Kindergärten und Schulen sowie
durch eine regelmäßige zahnärztliche Betreuung die Karieshäufigkeit
in den vergangenen zehn Jahren um rund 60 Prozent reduziert werden.
Eine besonders effektive Maßnahme ist dabei die Anwendung von
Fluoriden, wie Oesterreich betonte. Bei nicht erhöhtem Kariesrisiko
sei die Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasten in Kombination mit der
Verwendung von fluoridiertem Speisesalz im Haushalt bereits
ausreichend, um die Zähne gesund zu erhalten.
Vor allem fluoridiertes Speisesalz hat in den letzten Jahren
wesentlich zum Rückgang der Zahnkaries beigetragen. Dieses darf auf
Betreiben des Deutschen Arbeitskreises für Zahnheilkunde seit 1991
auch in der Bundesrepublik Deutschland in Privathaushalten verwendet
werden. Da im gleichen Jahr die Informationsstelle für
Kariesprophylaxe gegründet und mit einer breiten
Verbraucheraufklärung begonnen wurde, hatte dieses Salz bei den
Verbrauchern bald eine hohe Akzeptanz. Heute ist es mit rund 67
Prozent Marktanteil das meist gekaufte Haushaltssalz in Deutschland.
Die Verwendung von Jodsalz mit Fluorid gilt generell als die
einfachste, wirksamste und preiswerteste Methode zur
Kariesvorbeugung, weil damit eine gleichmäßige und kontinuierliche
Fluoridzufuhr gewährleistet ist, von der die ganze Familie
profitiert. Durch den Zusatz von Jod kann gleichzeitig ebenso
einfach und wirksam jodmangelbedingten Schilddrüsenkrankheiten
vorgebeugt werden. Von herausragendem Nutzen ist vor allem die
Wirkung von fluoridiertem Speisesalz direkt am Zahn, wie Prof. Dr.
Stefan Zimmer von der Universitätszahnklinik Düsseldorf, Sprecher
der Informationsstelle für Kariesprophylaxe, auf der Pressekonferenz
betonte. Weil das dem Salz zugesetzte Fluorid schon während des
Essens direkt am Zahn wirkt, schützt es immer dann, wenn während und
unmittelbar nach dem Essen von bakteriellen Zahnbelägen
kariesauslösende Säuren gebildet werden, die den Zahn angreifen. Bei
kontinuierlicher Verwendung von fluoridiertem Speisesalz erhöht sich
zudem die Fluoridkonzentration im Speichel, was die Schutzwirkung
gegen Karies weiter verbessert.
Analysen haben laut Zimmer ergeben, dass bereits mit einem Euro, der
für Jodsalz mit Fluorid ausgegeben wird, mindestens 100 Euro an
zahnmedizinischen Behandlungsleistungen gespart werden können. Damit
ist diese Form der Kariesvorbeugung nicht nur effektiv, sondern auch
kostensparend. Aus diesem Grund forderten die Experten bei der
Pressekonferenz, dass fluoridiertes Jodsalz zukünftig auch in
Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung und in Bäckereien
eingesetzt werden darf. Die kariesvorbeugende Wirkung dieses
Speisesalzes könnte dann einer noch breiteren Bevölkerungsgruppe
zugute kommen.
[
©:
Die
Zahnarztwoche ]
Basics:
Speisesalzfluoridierung
im
Zahnlexikon-Online
4.)
Kariesbakterien
gezielt eliminieren
(BSMO) US-amerikanische Forscher haben einen neuen
Wirkstoff (STAMPs) entwickelt, der gezielt den
Hauptkariesverursacher Streptococcus mutans abtötet, die
restliche Mundflora aber intakt lässt. STAMPs bestehen aus einem
Spezies-spezifischen Signalmolekül und einem antimikrobiellen
Peptid.
Antibiotika sind aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken.
Ihr mehr oder weniger breites Wirkspektrum bereitet in einigen
Fällen aber auch Probleme. Indem nicht nur pathogene Keime abgetötet
werden, sondern auch die natürliche mikrobielle Flora, kann es
sekundär zu Infektionen und anderen unerwünschten Wirkungen kommen.
Diesem Problem hat sich ein US-amerikanisches Wissenschaftlerteam
angenommen. Sie haben eine neue Klasse von Pathogen-spezifischen
Molekülen entworfen, so genannte "specifically targeted
antimicrobial peptides" (STAMPs). Dabei handelt es sich um ein
Fusionsprotein, bestehend aus einem Spezies-spezifischen Zielpeptid
und einem antimikrobiellen Peptid mit weitem Spektrum. In der
vorliegenden Studie haben die Forscher einen Wirkstoff entworfen,
der gegen Streptococcus mutans gerichtet war, einem kariogenen Keim
der Mundflora, der neben anderen Bakterien in der Plaque zu finden
ist. In ersten Untersuchungen erwiesen sich die STAMPs als
erfolgreich. Sowohl in Lösung als auch im Biofilm wurde gezielt nur
S. mutans eliminiert. Andere Bakterien, sowie nicht kariogene
Streptokokken blieben verschont. Die Forscher sehen in den STAMPs
eine Möglichkeit zur Entwicklung "probiotischer" Antibiotika, die
selektiv pathogene Keime bekämpfen und dabei die gesunde Flora
erhalten.
[
FVDZ-Newsletter ]
Basics:
Kariesimpfung im
Zahnlexikon-Online
5.)
Grippeimpfung zwischen Wunsch und
Wirklichkeit
a) stern-Umfrage: "Bürger halten
Grippeimpfung für sinnvoll"
"(ots) - Die große Mehrheit der Bundesbürger ist überzeugt,
dass eine Grippeschutzimpfung wirksam vor einer Ansteckung mit Grippe schützen
kann. In einer Umfrage für das Hamburger Magazin stern erklärten dies zwei
Drittel (65 Prozent) der Befragten. Ein Drittel (33 Prozent) meint, die Impfung
biete keinen Schutz vor der Grippe. Dass die Impfung gefährlich ist, glauben mit
15 Prozent nur wenige Bürger. Die überwältigende Mehrheit (77 Prozent) schätzt
mögliche Nebenwirkungen als harmlos ein.
Datenbasis: 1002 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger am 2. und 3. November
2006.
Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte,
Auftraggeber: stern. Quelle: Forsa."
b)
http://www.impfenaktuell.de
(ots) - Aktuelle Studien zur Grippe-Impfung zeigen: Die Impfraten steigen in
allen Altersgruppen. Im Winter 2005/06 ließ sich jeder Dritte gegen Grippe
impfen. Damit erreicht Deutschland als erstes Land die vom Robert Koch-Institut
empfohlene Impfrate für die Gesamtbevölkerung.
Am häufigsten lassen sich mit fast 60 Prozent Menschen ab 60 Jahren impfen.
"Doch die Impfrate soll weiter steigen: Die WHO strebt bei Älteren bis 2010 eine
Impfrate von 75 Prozent an", sagt Professor Thomas Szucs vom Institut für
Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich und Autor der Studien.
Grippe ist eine ernsthafte Erkrankung und eine Impfung die einzige Möglichkeit,
der Erkrankung vorzubeugen. So kann sie bei älteren Menschen etwa 80 Prozent der
Todesfälle bedingt durch Grippe-Komplikationen verhindern.
Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die
Grippe-Impfung neben über 60-Jährigen auch chronisch Kranken und Berufsgruppen
mit engem Kontakt zu Menschen und medizinischem Personal. Auch
volkswirtschaftlich ist Grippe ein Problem: Die Erkrankung kostet das
Gesundheitswesen jedes Jahr geschätzte 2,5 Mrd. Euro.
Hausärzte führen 93 Prozent der Impfungen durch und sind Hauptansprechpartner,
um Patienten von der Grippe-Impfung zu überzeugen: 67 Prozent der Befragten
gaben an, dass vor allem die Empfehlung des Hausarztes zur Impfung motiviere,
und 48 Prozent wollen sich nächsten Winter impfen lassen. "Dies zeigt, dass die
Bevölkerung offen für die Grippe-Impfung ist", sagt Szucs. "Effektive Aufklärung
und Information könnten die Impfrate weiter erhöhen."
c) Welt: "Neue Belege: Grippe-Impfung
wirkungslos"
Ein britischer Immunologe stellt die gängige Praxis infrage. Er meint, die
Spritzen nützen nichts oder wenig. Studien stützen seine These.
Von Elke Bodderas
"Berlin - Macht es Sinn, sich gegen Grippe zu impfen? Nein - sagt der britische
Immunologe Tom Jefferson. Eine Influenza-Impfung habe keine oder fast keine
Wirkung, weltweit sei jedenfalls keine belastbare Studie zu finden, die das
Gegenteil belege. Jefferson leitet bei der internationalen Cochrane-Vereinigung
in Rom den Fachbereich "Impfungen". In der letzten Ausgabe des Fachmagazins
British Medical Journal hat er seine Zweifel an den herbstlichen Impfkampagnen
der Vereinten Nationen zusammengefasst.
Tom Jefferson hat "systematische Reviews" ausgewertet, das sind
Übersichtsarbeiten, die Forscher auf der ganzen Welt zum Thema Influenza-Impfung
zusammengetragen haben. "Die Studien sind alle von bedrückend schlechter
Qualität", kritisiert der Mediziner. "Die meisten Studien sind viel zu klein, um
aussagekräftig zu sein", sagt Jefferson, "meistens werden Gruppen bis zu 300
Menschen untersucht, das ist statistisch nicht relevant."
Dass die Spritze besonders ältere Menschen über 65 schützen könne, sei
wissenschaftlich nicht haltbar, sagt Jefferson. Die jüngste Studie dazu wurde
2004 verfasst. Ihr Fazit: Wenn 302 Menschen über 60 Jahre geimpft würden, lasse
sich ein Todesfall verhindern, berechneten die Epidemiologen (JAMA, Bd. 292, S.
2089, 2004). Eine jährliche Auffrischung reduziere die Sterblichkeit sogar noch
weiter.
Derartige Studien sieht auch Professor Hans-Dieter Klenk skeptisch. Er ist
Leiter der Virologie und Influenza-Experte an der Universität Marburg: "Um
aussagekräftig zu sein, muss man mindestens 1000 Probanden haben", sagt Klenk.
Für Hans-Hermann Dubben reicht selbst das nicht. "Um herauszufinden, ob eine
Grippeschutzimpfung hilft, müsste man mindestens 100 000 Menschen untersuchen
und zwar weltweit", sagt Dubben. Der Professor für Allgemeinmedizin lehrt an der
Universität Hamburg und hat viele Bücher über Irrtümer in der Wissenschaft
geschrieben. "Eine derartige Großstudie wäre natürlich extrem aufwendig, aber
alles andere sind Laborversuche, die kaum belastbar sind."
Dubben hat sich viele wissenschaftliche Studien aller Disziplinen angeschaut,
die meisten sieht er skeptisch. "Besonders bei Sponsoren aus der Industrie ist
der Druck groß, ein positives Ergebnis zu bekommen", sagt Dubben. "Welcher
Uni-Forscher kann schon widerstehen, für einen großen Pharmakonzern zu
publizieren?" Die Sponsoren der Influenza-Impfstudien sind laut Immunologe
Jefferson etwa zu gleichen Teilen in den Gesundheitsbehörden und der Industrie
zu finden. Für ihn zählt der Impfstoff-Markt zu einem der größten in der
Medizin. In Deutschland ist er milliardenschwer. In Deutschland gab das
Frankfurter Paul-Ehrlich-Institut diesen Herbst etwa 23 Millionen Dosen frei.
Eine Spritze kostet zurzeit zwischen acht und 21 Euro, dazu kommen die
Arztkosten, pro Patient etwa 5,60 Euro. 2005 ließen sich laut Angaben der
Arbeitsgemeinschaft Influenza 20,1 Millionen in Deutschland gegen die Grippe
impfen.
Die Impfung gegen Influenza hat einen mächtigen Haken, das ist unter Experten
unumstritten: Sie ist nicht zuverlässig. "Selbst Geimpfte können krank werden
und sterben", sagt Alexander Kekulé, Virologe und Mikrobiologe von der
Universität Halle-Wittenberg. Die Viren verändern sich ständig, entsprechend
stellen die Institute und Konzerne Jahr für Jahr einen neuen Impfcocktail
zusammen.
Vergangenes Jahr hat die Impfempfehlung der WHO nichts gebracht: ihre Prognose
war katastrophal. Die Experten hatten einen Feldzug der Viren Typ "Influenza B/Yamagata"
prophezeit. Statt dessen fiel ein anderer Erreger über Deutschland her: "Influena-B/Victoria".
Ausreichend geimpft war also niemand, heftiger als sonst schlug das Virus
dennoch nicht zu."
[
©: stern, Impfen-aktuell, Welt ]
6.)
Warum wir so gerne
Naschen - Genetik und Erziehung
(aid) - Adventsgebäck steht jetzt wieder überall in den
Verkaufsregalen. Man könnte auch sagen: Noch steht es dort. Denn
kurz vor Weihnachten ist es bisweilen bereits ausverkauft. Woher
kommt diese weit verbreitete Passion fürs Zuckerzeug?
Die Zeitschrift "Aktuelle Ernährungsmedizin" präsentierte unlängst
Studienergebnisse, die darauf schließen lassen, dass die
Süßpräferenz zunächst genetisch bedingt ist. Je nach Variation des
TAS2R38-Gens auf Chromosom 7q bevorzugten Kinder im Test eine höhere
oder weniger starke Zuckerkonzentration. Für Erwachsene zeigte sich
dieser Zusammenhang jedoch nicht mehr.
Eine weitere Erkenntnis: Je mehr Süßes Kinder zu sich nehmen, desto
mehr bevorzugen sie es - sogar zur Abhängigkeit kann es kommen.
Tierversuche ergaben, dass die Zuckerzufuhr die Freisetzung
körpereigener Opiate anregt. Mittels Kernspintomographie ließ sich
beobachten, dass Lieblingsmahlzeiten bestimmte Hirnareale aktivieren
und zwar überraschenderweise genau die, die auch bei der Entstehung
von Medikamentenabhängigkeit involviert sind.
Schwierig wird es bei der Frage, welche erzieherische Konsequenz aus
diesen Erkenntnissen resultieren sollte. Einerseits zeigten
Untersuchungen, dass Kinder aus Elternhäusern mit restriktiver
Einstellung gegenüber süßen Nahrungsmitteln deutlich weniger Zucker
konsumieren als andere. Andererseits befinden sich jedoch gerade
unter diesen Kindern besonders viele (55 Prozent), die sich bei
einer Auswahl von Limonaden für die Süßeste entschieden haben,
während es bei Kindern aus weniger restriktiven Familien nur 33
Prozent waren. Von ihnen bevorzugten immerhin 19 Prozent die
Limonade mit der niedrigsten Zuckerkonzentration. Diese wiederum
wurde von keinem der restriktiv erzogenen Kinder favorisiert.
Eventuell ist also eine sehr "zuckerarme" Erziehung sogar
kontraproduktiv.
[ ©: aid,
Johanna Thelemann ]
7.)
Lebensmittelbestrahlung in Deutschland - Alles unter Kontrolle
(aid) - Kein europäisches Land untersucht gründlicher auf
Lebensmittelbestrahlung als Deutschland. Im Jahr 2004 wurden hierzulande
4 302 Proben darauf geprüft, ob es sich um unzulässig bestrahlte Ware
handelt. Das sind 60 Prozent der Lebensmittel, die in ganz Europa
getestet wurden. Überdurchschnittlich viele Treffer ergab diese
intensive Suche jedoch nicht. Im Gegenteil: Während in Deutschland 1,7
Prozent der getesteten Produkte negativ auffielen, waren es europaweit
immerhin 3,9 Prozent. Für 2005 liegen noch keine gesamteuropäischen
Zahlen vor. Die Deutschen Behörden untersuchten im letzten Jahr 3 945
Proben, das sind gut 30 Prozent weniger als in 2001. Sie fanden aber
mehr als zuvor: Die Menge der auffälligen Proben ist im Jahr 2005 auf
3,7 Prozent gestiegen. Dennoch kann man aufgrund der Zahlen nicht davon
ausgehen, dass zunehmend bestrahlte Ware gehandelt wird. "Die
Europäische Kommission hat dazu aufgefordert, die Kontrollen für
bestimmte Produktgruppen zu erhöhen", erklärt Irene Straub vom
Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe: Dazu gehörten zum
Beispiel Nahrungsergänzungsmittel. Hier wurden vor allem die britischen
Kontrolleure fündig. Im Jahr 2004 waren im Vereinigten Königreich rund
28 Prozent der auffälligen Proben Nahrungsergänzungsmittel. Aber auch
Instantnudelgerichte, die aus Asien stammen, sollten vermehrt unter die
Lupe genommen werden. Die ermittelten Zahlen sind also stark abhängig
von der Auswahl der untersuchten Produktgruppen. "Es gibt keine genauen
Angaben, aber Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit nur 1 Prozent
aller Lebensmittel bestrahlt wird", so Irene Straub. Bei rund 2,4
Prozent der Lebensmittel, die 2005 in Deutschland beanstandet wurden,
handelte es sich um Kräuter und Gewürze in weiter verarbeiteten
Produkten wie Suppen, Saucen, Pizza oder Tee. Diese durften zwar mit
ionisierenden Strahlen behandelt werden, waren aber nicht entsprechend
gekennzeichnet. Etwa 1,1 Prozent der Proben waren weder zur Bestrahlung
zugelassen noch mit einem Hinweis auf ihre Behandlung versehen. Dabei
handelte es sich um asiatische Nudelsuppen, getrockneten und gesalzenen
Fisch, Krustentiere und Froschschenkel aus Ostasien sowie
Nahrungsergänzung. Auch korrekt etikettierte Ware, die aber zur
Bestrahlung gar nicht zugelassen ist, befand sich zu 0,1 Prozent unter
den getesteten Lebensmitteln.
[ ©: aid,
Johanna Tüntsch ]
Basics: Zahnpasta im
Zahnlexikon-Online
8.)
Energy-Drinks machen nur kurzfristig munter
(aid) - Energy-Drinks werden gelegentlich damit beworben, dass sie Flügel
verleihen. Einer Studie der Universität Würzburg zufolge scheinen die Flügel
aber schnell zu erlahmen. In der Untersuchung erhielten Probanden unter der
Leitung eines Wissenschaftsteams des Instituts für Psychologie spätabends
Getränke, die der Zusammensetzung von Energy-Drinks ähnelten. Die
Hauptbestandteile von Energy-Drinks - Koffein und Dextrose (Traubenzucker) -
waren darin in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten. Die Probanden
absolvierten danach eine sechsstündige Fahrt in einem Fahrsimulator, die nach
jeweils zwei Stunden durch eine halbstündige Pause unterbrochen wurde. Fahrer,
die eine geringe Menge an Koffein aufgenommen hatten, waren erwartungsgemäß
wacher und hielten besser die Spur.
Wurde das Koffein jedoch mit Traubenzucker kombiniert, ließen diese positiven
Effekte schneller nach, und zwar umso stärker, je höher der Traubenzuckergehalt
der Getränke war.
Das Fazit der Wissenschaftler lautet: "Energy-Drinks, die neben Koffein viel
Traubenzucker enthalten, sind zur Leistungssteigerung bei mehrstündigen
Autofahrten nicht zu empfehlen." Sie empfehlen Autofahrern, bei auftretender
Müdigkeit lieber einen Kaffee zu trinken oder eine kurze Pause einzulegen. Nach
jeder halbstündigen Unterbrechung der Fahrt waren die Probanden wieder genauso
fit wie zu Beginn des Versuchs, auch ohne Kaffee.
[ ©: aid,
Dr. Maike Groeneveld ]
9.)
Krankenkassen-Report - Arztdichte seit 1990 um 40 Prozent gestiegen?
Zwischen 1990 und 2004 ist die Arztdichte in Deutschland um
rund 40 Prozent gestiegen. Das ergab der jetzt veröffentlichte „Report
ambulant-ärztliche Versorgung“ der Gmünder Ersatzkasse (GEK). „Dies
dürfte dazu beigetragen haben, dass jeder Bundesbürger im Schnitt
16,3-mal pro Jahr zum Arzt geht. Bei der Anzahl der Arztbesuche liegen
Deutsche weltweit vorne“, hieß es aus der GEK.
Die Auswertung der Daten von rund 1,5
Millionen Versicherten der Krankenkasse über einen längeren Zeitraum
erlaubt laut GEK eine sachliche Diskussion darüber, ob die hohe
Arztdichte in Deutschland Ursache für die im internationalen Vergleich
hohe Zahl von Arztkontakten ist.
Bis zur Vollendung des 40. Lebensjahres liegen die Kontaktzahlen mit
rund sieben bei jungen Männern bei rund der Hälfte der Arztkontakte von
Frauen. Erst im Alter von 75 Jahren werden die Werte identisch. Männer
in hohem Alter verursachen ambulante Behandlungskosten von
durchschnittlich 890 Euro, Frauen der vergleichbaren Altersgruppe
dagegen nur von 715 Euro pro Jahr.
Die Kassenärzte bezweifeln die Ergebnisse des Reports der
Gmünder Ersatzkasse (GEK) zur ambulanten Behandlung, berichtet das Deutsche
Ärzteblatt. Nach liegen die Deutschen mit über 16 Arztkontakten pro Jahr
„weltweit ganz vorne“.
Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, eine OECD-Studie sehe Deutschland bei
den Arztkontakten im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Deshalb müssten
die Daten- und Erhebungsgrundlagen des GEK-Reports überprüft werden.
Zudem dürfe bei internationalen Vergleichen nicht vergessen werden, dass die
Gesundheitssysteme sehr unterschiedlich strukturiert seien, fügte Köhler hinzu.
So gebe es in Deutschland - anders als in vielen anderen Staaten - einen
barrierefreien Zugang zu ambulanter und stationärer Behandlung. Noch bestünde
auch die freie Arztwahl und der „weltweit größte Leistungskatalog der
gesetzlichen Krankenversicherungen“.
Der Kassenarztchef lobte dagegen die Aussage des GEK-Reports, die
Pro-Kopf-Ausgaben im ambulanten Bereich in Deutschland seien im internationalen
Vergleich niedrig. So würden durchschnittlich für ein Kind 400 Euro, für einen
jungen Mann rund 140 Euro und für einen Senioren etwa 900 Euro im Jahr
ausgegeben.
[
©: pit/aerzteblatt.de in
zm-online ]
10.)
Bundesverfassungsgericht stärkt Datenschutz
Eine Versicherung darf von ihren Kunden nicht verlangen, dass sie Ärzte,
Behörden und Arbeitgeber pauschal von der Schweigepflicht entbinden. Das hat das
Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden und damit auch die von den
Zahnärztekammern vertretene Ansicht zur pauschalen Schweigepflichtentbindung
gestärkt (Az.: 1 BvR 2027/02).
Im konkreten Fall gab das Bundesverfassungsgericht einer Frau Recht, die sich
bei einem Antrag auf Berufsunfähigkeitsrente weigerte, Ärzte und Krankenhäuser
von der Schweigepflicht zu entbinden. Stattdessen bot sie der Versicherung an,
Einzelermächtigungen für jedes Auskunftsersuchen zu erteilen. Das
Versicherungsunternehmen akzeptierte das aber nicht und weigerte sich zu zahlen.
Daraufhin klagte die Frau, wurde jedoch von den Fachgerichten abgewiesen. Doch
ihre Klage vor dem Bundesverfassungsgericht hatte Erfolg: Nach der Entscheidung
der Karlsruher Richter muss ein Versicherter die Möglichkeit haben, die
Weiterleitung von Daten noch kontrollieren zu können. Eine pauschale
Entbindungspflicht - wie von der Versicherung gefordert - verletze das
informelle Selbstbestimmungsrecht. Zudem kritisierten die Verfassungsrichter bei
Vertragsabschluss ein erhebliches Verhandlungsungleichgewicht zwischen der
Versicherten und dem Unternehmen, da die Versicherung den Vertragsinhalt
faktisch einseitig bestimmen könne. Schließlich sei nahezu jeder darauf
angewiesen, gegen Berufsunfähigkeit vorzusorgen, um im Notfall seinen
Lebensstandard zu sichern. Dabei könne der Kunde zwar die Produkte verschiedener
Versicherer im Hinblick auf die Vertragsbedingungen vergleichen - ein Wettbewerb
über die datenschutzrechtlichen Konditionen im Versicherungsfall sei aber nicht
erkennbar.
[
©:
FVDZ-Newsletter, aend
]
11.)
Zehn Zimtsterne pro Woche für Kleinkinder
(aid) - Zum Schutz der Verbraucher vor möglichen
Gesundheitsschäden durch Cumarin, einem Inhaltsstoff von Zimt, haben
verschiedene Länderministerien kürzlich Verzehrsempfehlungen
veröffentlicht. Demnach sollten Kinder mit einem Körpergewicht bis 15
Kilogramm pro Tag maximal vier Zimtsterne â 5,6 Gramm oder ein Stück
Lebkuchen â 30 Gramm oder eine Portion â 200 Gramm Milchreis mit Zimt
und Zucker verzehren.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellt diese Empfehlungen
allerdings in Frage, denn mit diesen Mengen würde die tolerierbare
tägliche Aufnahmemenge (TDI-Wert) der europäischen Behörde für
Lebensmittelsicherheit (EFSA) bereits voll ausgeschöpft, wenn die noch
auf dem Markt befindlichen Produkte mit hohen Cumaringehalten verzehrt
werden. Das BfR rät dazu, dass Kleinkinder vorsichtshalber wöchentlich
maximal zehn Zimtsterne oder 100 Gramm zimthaltige Cerealien oder eine
Portion Milchreis mit Zimt essen. Für Erwachsene sind die Werte
entsprechend des Körpergewichts hochzurechnen: Bei 60 Kilogramm sind
also 40 Zimtsterne pro Woche möglich. Diese Verzehrsempfehlungen gelten
solange bis die Cumaringehalte in Lebensmitteln deutlich gesenkt wurden.
Bund und Länder haben inzwischen Kontakt zu Zimt verarbeitenden
Lebensmittelherstellern aufgenommen, um möglichst bald eine Minimierung
der Cumaringehalte in Lebensmitteln zu erreichen.
Lebensmittelkontrolleure entnehmen derzeit verstärkt Proben von
zimthaltigen Lebensmitteln. Werden dabei Cumarinwerte festgestellt, die
zu einer Gesundheitsgefährdung führen könnten, sollen die betroffenen
Lebensmittel vom Markt genommen werden.
[ ©:
aid, Dr. Maike Groeneveld ]
12.)
Neuer Cochrane
Review zum Thema Home-Bleaching
(BSMO) Immer häufiger werden Produkte zum
Home-Bleaching angeboten. Wie effektiv diese Präparate sind und
welche Nebenwirkungen auftreten können, wurde nun in einem aktuellen
Cochrane Review analysiert.
Studien aus der Zeit von 1966-2005 wurden in die Analyse
eingeschlossen. Von insgesamt 416 Studien zu diesem Thema erfüllten
nur 25 die Einschlusskriterien. All diese Studien untersuchten den
Effekt der Bleachingprodukte nach 2 Wochen Anwendung. Sowohl Gele
als auch Stripes erwiesen sich in den verschiedenen Studien als
effektiv. Es gab aber nur eine Meta-Analyse, die einen statistisch
signifikanten Unterschied zwischen verschiedenen Aufhellerprodukten
zeigte. So waren Stripes (mit 5,5%-6,5% Wasserstoffperoxid)
effektiver als Gele, die mit einer Schiene appliziert wurden (mit
10% Carbamid-Peroxid). Am häufigsten kam es dabei zu folgenden
Nebenwirkungen: sensible Zähne sowie Reizungen des Zahnfleisches.
Kunden, die Stripes und Produkte mit hohen Peroxid-Konzentrationen
verwendeten, klagten besonders häufig über sensible Zähne.
Home-Office-Bleaching führt nach Ansicht der Autoren zu guten
Ergebnissen, verglichen mit Placebo. Dabei sind die Produkte
unterschiedlich effizient.
Die Autoren kritisieren jedoch, dass viele der Studien einen Bias
aufwiesen und von den Herstellern gesponsored waren. Sie fordern
daher unabhängige Langzeitstudien, die sich mit den Nutzen und
Risiken der unterschiedlichen Bleachingprodukte befassen.
[ © FVDZ-NewsLetter, Hasson H. et al.:
Home-based chemically-induced whitening of teeth in adults. Cochrane
Database Syst Rev. 2006 Oct 18;(4):CD006202 ]
Basics: Bleichen im
Zahnlexikon-Online
13.)
Zum Schluss: Geiz
macht krank

[ © :
http://www.geizmachtkrank.com/presse_lounge.html ]
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